Delinat-Weinwissen
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Die wichtigsten roten Rebsorten und ihre Eigenschaften

Als rote Rebsorten bezeichnet man jene Varianten, die über eine blaue oder schwarze Traubenhaut verfügen. Hier lernen Sie die wichtigsten kennen.

Rebforscher, sogenannte Ampelografen, gehen heute von rund 10'000 unterschiedlichen kulturfähigen Rebsorten aus. Jene Sorte, die der Mensch kultiviert hat, ist die Vitis vinifera, die Weinrebe. Ihre Trauben werden gekeltert oder für den Verzehr genutzt. Von dieser Unmenge an Sorten, von denen besonders jene aus dem asiatischen und vorderasiatischen Raum kaum katalogisiert sind, ist ein grosser Teil von dunkler Farbe. In Abgrenzung zu den weissen bezeichnet man sie als rote Rebsorten. Was man dabei lange Zeit übersehen hat, ist die Variante der grauen Rebsorten, die weder zum hellen noch zum dunklen Typus passen. Dazu gehören der Graue Burgunder oder Pinot gris, die Grenache gris, der Sauvignon gris oder der Carignan gris.

Neben dieser recht kleinen Gruppe gehören jedoch die meisten Varianten farblich in die weisse oder rote Gruppe. Zu den ältesten kultivierten roten Sorten gehört der Pinot noir, auch Blauburgunder oder Spätburgunder genannt. Da er einen entscheidenden Einfluss auf die Weiterentwicklung der Vitis vinifera hatte und sich häufig mit anderen Rebsorten zu neuen Sorten gekreuzt hat, zählt er zu den roten Leitrebsorten. Dazu zählen auch der Cabernet Franc, der Nebbiolo, der Blaufränkisch, der Tribidrag (Primitivo, Zinfandel) oder der Teroldego. Rote Rebsorten entstehen dabei nicht zwangsläufig durch die Kreuzung roter Sorten. Sie können auch aus weissen Rebsorten entstehen, es kann allerdings auch umgekehrt sein.

Anthocyane sorgen für dunkle Traubenhäute

Die mit Abstand grösste Gruppe der roten Rebsorten verfügt über rote, blaue oder schwarze Traubenhäute. Diese Farben entstehen allerdings erst während der sogenannten Véraison, wenn die Trauben im Spätsommer reif werden. Vorher sind auch die roten Sorten zunächst grün. Für die Verfärbung sorgen Anthocyane, die zur Gruppe der Polyphenole und zur Farbstoffgruppe der Flavonoide gehören. Der Begriff Anthocyan ist aus den griechischen Wörtern ánthos für Blüte oder Blume sowie kyáneos für dunkelblau entstanden. Es sind rund 250 unterschiedliche Anthocyane bekannt, die für die jeweiligen Farbausprägungen sorgen – immer in Verbindung mit den unterschiedlichen pH-Werten des Bodens.

Bei den Färbertrauben ist auch das Fruchtfleisch dunkel

Eine kleine Gruppe von roten Rebsorten, die sogenannten Teinturiers oder Färbertrauben, besitzen zudem ein dunkles Fruchtfleisch. Bei diesen Sorten sind die Anthocyane in der gesamten Pflanze vorhanden, sodass sich dort auch die Blätter dunkler färben. Als Färbertrauben werden sie bezeichnet, weil man sie tatsächlich gerne zum Färben hochwertiger Weine genutzt hat, indem man kleine Anteile von ihnen zu anderen Rebsorten hinzugegeben hat. Zu den Teinturiers zählen zum Beispiel die Alicante Henri Bouschet, der Dunkelfelder, der Blauburger oder der Gamay de Bouze.

Es entstehen Weissweine, Rosés und Rotweine

Aus roten Rebsorten kann man Weissweine, Rosés und Rotweine keltern. Will man einen Weisswein, einen sogenannten Blanc de Noirs, einen Weissen von Roten vinifizieren, presst man die Beeren direkt, sodass die Farbe der Beerenhäute kaum mit dem Saft in Verbindung kommt. Je länger es Kontakt zwischen Saft und Häuten gibt, desto dunkler wird der Wein. Sind es ein paar Stunden oder wenige Tage, erhält man einen roséfarbenen Wein. Lässt man den Saft über Wochen mit den Traubenhäuten, dem Fruchtfleisch und den Kernen zusammensein, entsteht Rotwein. Dabei verändert nicht nur die Farbe den Wein, sondern auch die vielen anderen Inhaltsstoffe der Schalen und Kerne sind daran beteiligt, allen voran die Gerbstoffe.

Hier finden Sie eine Liste der wichtigsten und bekanntesten roten Rebsorten.

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