Delinat-Weinwissen

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Autochthone Rebsorten sind die Basis für den Sortenreichtum in der Weinwelt

Erfahren Sie mehr über autochthone Rebsorten. Es sind Arten, die sich evolutionär gebildet haben und in ihrem Ursprungsgebiet beheimatet sind.

Die Weinrebe ist eine mutationsfreudige Pflanze. Das hat dazu geführt, dass sich im Laufe der Zeit mehr als 10'000 unterschiedliche Rebsorten natürlich und regional entwickelt haben. Seitdem Weinberge fast ausschliesslich sortenrein bepflanzt werden und nicht mehr im Gemischten Satz, hat sich die Zahl der verwendeten Sorten dramatisch reduziert. Umso wichtiger ist es, regional beheimatete Pflanzen wiederzuentdecken.

Autochthone versus allochthone Rebsorten

Als autochthone Rebsorte bezeichnet man eine einheimische oder indigene Sorte. Der Begriff stammt von den altgriechischen Wörtern αὐτός (autós), auf Deutsch «selbst», und χθών (chthōn), auf Deutsch «Erde». Demgegenüber stehen allochthone, also gebietsfremde Sorten, die vom Menschen in Gebiete gebracht wurden, in denen sie ursprünglich nicht vorkamen. Manche Rebsorten findet man ja schon sehr lange in Regionen, in denen sie nicht entstanden sind. Bei vielen Rebsorten ist das Ursprungsgebiet allerdings nicht bekannt. Mit Hilfe von DNA-Analysen kann man seit rund zwei Jahrzehnten jedoch immer leichter die Abstammung von Rebsorten feststellen und damit auch Ursprungsgebiete einkreisen.

Ein typisches Beispiel für eine autochthone Rebsorte ist die Aligoté. Sie ist auf natürliche Weise im Burgund entstanden. Ihre Elternrebsorten sind Gouais blanc (Weisser Heunisch) und Pinot (Burgunder). Aligoté ist im Burgund heimisch und wird auch so gut wie nirgendwo sonst angebaut. Der Chardonnay dagegen hat exakt die gleichen Rebsorten als Eltern. Auch er ist im Grossraum Burgund entstanden und dort heimisch. Die Sorte ist jedoch so erfolgreich geworden, dass man sie heute in so gut wie jedem Anbaugebiet der Welt findet. Überall ausserhalb Burgunds ist sie allochthon, wobei man an Burgund angrenzende Gebiete wie Jura und Champagne zum Ursprungsgebiet zählt.

Allerdings kann es vorkommen, dass Rebsorten sich an die Gebiete, in denen sie später heimisch werden, anpassen und dort mutieren, was sie zu einer neuen autochthonen Rebsorte dieser Region macht. So unterscheidet sich die Tinta de Toro in ihrer Ausprägung deutlich vom üblichen Tempranillo aus der Rioja. Auch der Prugnolo Gentile hat sich im Bereich Montalcino anders entwickelt als der Sangiovese Grosso im Chianti.

Ausserdem gibt es Sorten, die regional begrenzt (also endemisch) angebaut werden, in der ursprünglichen Heimat aber keine Bedeutung mehr haben. Dazu gehört der Melon de Bourgogne, der im Nantais als Muscadet de Sèvre et Main angebaut wird, im Burgund aber keine Bedeutung mehr hat. Ähnlich ist es beim aus Österreich stammenden Silvaner.

Autochthone Rebsorten und Biodiversität

Mit der Entwicklung im Weinbau, dass Rebsorten nur noch sortenrein im Weinbau gesetzt werden und sie in Rebschulen geklont werden, hat die Diversität der angebauten Sorten immer weiter abgenommen. Gewinner dieser Fokussierung sind Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay, Syrah oder auch Sauvignon blanc. Verlierer sind oftmals regional begrenzte Rebsorten, die wenig bekannt sind. Im handwerklichen Weinbau und gerade auch im terroirbetonten biologischen Weinbau gibt es heute jedoch eine Renaissance der autochthonen Sorten. Nicht zuletzt auch die Delinat-Winzer, die nach Delinat-Richtlinien arbeiten, suchen nach alten, regionalen Rebsorten, die sie rekultivieren, um mehr Diversität im Weinberg zu erreichen und auch den Gen-Pool der Weinreben wieder zu erweitern oder zu konservieren.

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