Bodenleben und Bodenbearbeitung

In einer Handvoll fruchtbarem Boden leben mehrere Milliarden von Bodentierchen, Mikroben, Pilze, Insekten und Regenwürmer. Sie alle sorgen dafür, dass der Boden krümelig ist und viel Wasser und Luft speichern kann.

Ein intaktes Bodenleben erfordert vom Winzer viel Arbeit und Einsatz: Schonende Lockerung des Bodens zwischen den Rebzeilen und Aussaat vielartiger Begrünungspflanzen fördern ein üppiges Blühen in den Weinbergen und schafft so einen Lebensraum für zahlreiche Nützlinge, die für ein stabiles biologisches Gleichgewicht sorgen und das Überhandnehmen von Schädlingen und Krankheiten (wie z.B. Mehltau) verhindern. Durch die regelmässigen Bodenkontrollen weiss der Winzer über die Wachstumsbedingungen genau Bescheid und kann so zum Beispiel durch erneute Auflockerung eine Bodenverdichtung abwehren oder durch rechtzeitiges Abmähen der Begrünungspflanzen ein Austrocknen des Bodens verhindern.

Reiches Leben im Boden

Der Winzer achtet in erster Linie auf ein intaktes Bodenleben, das ein gesundes Wachstum seiner Reben erst ermöglicht. So brauchen die Tierchen im Boden neben ausreichend Wasser und Luft genügend Energie, damit sie ihre tägliche Arbeit, die Versorgung der Reben mit Mineralstoffen, erfüllen können. Diese Energie können die Begrünungspflanzen (Wicken, Lupinen und Phacelia) mit Hilfe ihres Blattgrüns aus der Sonne einfangen und mit der Photosynthese in organische Substanzen (Eiweiss, Kohlenhydrate und Fette) umwandeln. Wurzelausscheidungen sowie die abgestorbenen Feinwurzeln der Pflanzen dienen dann als Futtergrundlage für die Bodenlebewesen. So können also die Pflanzen dafür sorgen, dass das Bodenleben ausreichend genährt wird und sie gleichzeitig mit den lebenswichtigen Mineralstoffen (Terroir) gespeist werden. Ein stetiges, ausgewogenes Geben und Nehmen.

Eine intensive Bearbeitung des Weinbergbodens durch pflügen, fräsen, hacken oder grubbern schadet dem Humus und stört das biologische Netzwerk im Boden. Das Befahren mit schweren Maschinen führt zu unerwünschten Bodenverdichtungen. Die Delinat-Methode verlangt deshalb eine sanfte und auf ein Minimum reduzierte Bodenbearbeitung.

Zurückhaltende Bodenbearbeitung

Der Leitsatz lautet: Flach bearbeiten – tief lockern! Eine oberflächlichen Bodenbearbeitung reicht, um Begrünung und Mischkulturen anzulegen und Trockenstress zu mildern. Ein gutes Begrünungsmanagement verhindert das Aufkommen unerwünschter Grasbestände. Tiefere Bodenschichten werden durch tief wurzelnde Pflanzen genügend gelockert. Ein maschinelle Lockerung des Unterbodens tiefer als zehn Zentimeter ist erwünscht, um Verdichtung zu lösen, den Boden zu belüften und diesen aufnahmefähig für Starkregen zu machen. Tiefere Bodenbearbeitung ist zudem bei Neupflanzung von Reben und Sekundärkulturen toleriert.

Walzen statt mähen

Um bei anhaltender Trockenheit die Verdunstung des Bodens zu vermindern, wird das Walzen der Begrünung empfohlen. Zum Walzen eignet sich insbesondere der Rolojack oder ähnlich Walzen. Ziel ist, die Halme zu knicken, ohne sie zu zerschneiden oder von den Wurzeln zu trennen. Der Saftfluss wird dadurch stark abgebremst, die Pflanze aber stirbt nicht ab. Die Wurzeln bleiben im Boden verankert, ohne sofort neu auszuschlagen. Die gewalzte Begrünung sorgt während der trockenen Jahreszeit für eine vorzügliche Bodenbedeckung, die gegen Verdunstung, Sonneneinstrahlung und starke Regenfälle schützt. So bleibt der Boden selbst bei Dürre und grosser Hitze feucht und kühl.

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