Navarra – Cuvées aus Tempranillo und Bordeaux-Rebsorten aus einem alten Königreich

Navarra ist das französischste der spanischen Anbaugebiete. Wann haben Sie zuletzt Weine aus Navarra probiert?

Es gab Zeiten, in denen die Basken das Königreich Navarra von Barcelona bis nach Bordeaux ausgedehnt hatten. Diese Zeiten haben den Süden Frankreichs und auch den Norden Spaniens geprägt – kulturell und auch, was den Weinbau betrifft. Zudem verläuft der Jakobsweg mitten durch Navarra, und Pilger haben Rebsorten und Weinwissen in die Region gebracht. Deshalb ist Navarra heute das französischste der spanischen Anbaugebiete. Neben Weinen aus Garnacha und Tempranillo gibt es viele Cuvées mit französischen Sorten. Heute steht die Region ein wenig im Schatten ihres grösseren Nachbarn, der Rioja. Deshalb gibt es viel in Navarra zu entdecken.

Geschichte

Wie in der benachbarten Rioja, so zeugen auch in Navarra steinerne Gefässe und Gärbecken von Ausbau von Wein in der Antike. Im Dorf Fuentes fanden Archäologen sogar eine ganze römische Kellerei. Im Jahr 905 gründete König Sancho I. das Königreich Navarra, das sich unter seinem Nachfahren Sancho III. (990–1035) rund um die Hauptstadt Pamplona von Barcelona bis nach Bordeaux ausbreitete. Ab dem 11. Jahrhundert führte der Jakobsweg, der Camino de Santiago, durch Navarra und seine Hauptstadt Pamplona, was einen weiteren intensiven Austausch bedeutete. Schliesslich wurde Navarra ab 1234 bis 1512 französisch, und auch das hinterliess Spuren.

Lange Zeit wurde Wein aus Navarra in den Adelshäusern ganz Europas und auch in Übersee getrunken. Der Niedergang der Region erfolgte mit der Reblauskatastrophe, bei der fast der gesamte rund 50’000 Hektar umfassende Rebbestand vernichtet wurde. Parallel dazu erfolgte der Aufstieg der benachbarten Rioja. Ab dem frühen 20. Jahrhundert wurde eine Genossenschaft nach der anderen gegründet, aber die Qualität der Weine wurde nicht unbedingt besser. Erst in den 1980ern haben auch in Navarra einige Winzer das Heft des Handelns ergriffen, investiert und die Weine der Region nach vorne gebracht.

Weingärten in Navarra
Reiche Biodiversität in den Weingärten des Weinguts Azul y Garanza in Navarra.

Geografie, Klima, Böden und Rebsorten

Die Anbauregion DO Navarra liegt innerhalb der autonomen Provinz Navarra im Nordosten Spaniens. Sie wird halb von der grösseren Region Rioja eingefasst, zu der auch ein kleiner Teil der Provinz Navarra gehört. Der Weinbau umfasst heute eine Fläche von rund 17’000 Hektar. Teilbereiche der DO Navarra sind Tierra Estelba und Valdizarbe im Norden, Baja Montaña und Ribera Alta, die beiden hoch gelegenen Regionen nördlich des Ebro, sowie die südliche Ribera Baja, die mit 30 % den grössten Teil des Gebietes ausmacht. Innerhalb Navarras gibt es vier als besonders herausragend ausgewiesene Vinos de Pago, Weine der höchsten Klassifizierungsstufe, und zwar Finca Bolandín, Pago de Arínzano, Pago de Otazu und Prado de Irache.

Die nördlichen und südlichen Teilbereiche unterscheiden sich deutlich. Im Norden liegt der Niederschlag bei rund 700 Millimetern jährlich, das Klima ist eher kontinental, und die Böden bestehen meist aus Kalkmergel, Kies und rötlichem Lehm. Im Süden regnet es nur die halbe Menge, dafür liegt der Temperaturdurchschnitt um rund 4 Grad höher. Die Böden sind oft von Sand und alluvialem Schwemmland geprägt.

In der Baja Montaña und der Ribera Alta findet man viele historische Weinberge mit alten Garnacha-Beständen. Die Garnacha tinta nimmt insgesamt rund 40 % der Rebfläche ein. Es folgen Tempranillo, Cabernet Sauvignon, Graciano und Mazuelo sowie Pinot noir und Merlot. Bei den weissen Sorten dominiert die Viura, die auch in der Rioja wichtig ist. Daneben gibt es Garnacha blanca, Malvasía, Chardonnay und Moscatel Menudo (Muscat). Auch wenn sich der Gesamtbestand der 17’000 Hektar auf rund 6’000 Weinbauern aufteilt, gibt es doch nur 100 Bodegas, die Weine vinifizieren und abfüllen. Die Genossenschaften nehmen also immer noch eine bedeutende Position ein.

Die Weine Navarras

Eine besondere Rolle in der Weinwelt Navarras gebührt dem Rosé. Ihm gelten 30 % der Produktionsmenge. Das ist kein neues Phänomen. Schon im 15. Jahrhundert war Rosé aus Navarra berühmt. Neben dem Rosé werden 60 % Rotweine erzeugt – zusammengenommen sind es also 90 % roter Sorten, die meist gehalt- und kraftvoll sind, neben 10 % Weisswein. Die Spitze bilden komplexe Garnacha-Weine aus hoch gelegenen alten Weinbergen sowie gleichfalls komplexe Cuvées, die oft aus Tempranillo sowie Bordeaux-Rebsorten vinifiziert werden.

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