Charta für Biodiversität im Weinbau

Eine grosse Vielfalt von Pflanzen, Tieren und Mikroben erhöht die Chance, dass Kulturpflanzen lebenswichtige Partnerschaften eingehen können und verringert die Wahrscheinlichkeit, dass Schädlinge sich ungebremst ausbreiten. Die gezielte Förderung der Biodiversität schafft das nötige Netzwerk für ein stabiles Ökosystem. Ein Weinberg mit hoher Biodiversität ist die Grundlage für beste Trauben in Terroirqualität. Und aus den besten Trauben entstehen lebendige, genussvolle und charakterreiche Weine.

Die Delinat-Charta für Biodiversität im Weinbau umfasst konkrete Massnahmen zur direkten und nachhaltigen Förderung der Biodiversität. Die Charta gibt Winzern eine klare Vision und macht für alle Besucher in Rebberg sichtbar, ob wirklich nachhaltig oder nur «biobürokratisch» bewirtschaftet wird.

1. Aktivierung der Böden

Die Düngung erfolgt nur bioaktiv: Kompost, Kompostextrakte, Kräuterauszüge, Gründüngung, Pflanzenkohle (früher «Biokohle») oder Mulch. Mineraldünger, Düngekonzentrate, Herbizide und Gülle sind verboten. Viehmist muss vor dem Bodeneintrag kompostiert werden.

Ein qualitativ hochwertiger Kompost hilft, Stoffkreisläufe zu schliessen und ermöglicht eine effektive Verbesserung der Bodenstruktur und damit der Fruchtbarkeit.

2. Gründüngung

Die vielfältige Begrünung mit Leguminosen in den Rebzwischenräumen sichert die Nährstoffversorgung, schützt vor Erosion und verbessert die Wasser- und Nährstoffspeicherung.

Leguminosen zwischen den Rebzeilen sind mehr als eine Augenweide.

3. Artenreiche Begrünung

Die artenreiche und ganzjährige Begrünung umfasst mindestens 20% Pflanzenarten mit Insekten-Blüten. Insgesamt wachsen mindestens 50 Wildpflanzenarten im Weinberg.

Der Gelbe Blasenstrauch ist Bestandteil einer artenreichen Begrünung und lockt Bienen und Hummeln an.

4. Sträucher

An den Enden der Rebzeilen wachsen einheimische Sträucher. Auswahlkriterien sind Anziehungskraft für Schmetterlinge und Insekten, Nistmöglichkeiten, Wurzelsymbiosen oder die mögliche Nutzung der Früchte.

Sanddorn und andere Sträucher im Umfeld von Weinbergen steigern die Anziehungskraft für Schmetterlinge und Insekten.

5. Hecken

Pro Hektar Reben wachsen mindestens 2 x 20 m geschlossene Hecken als Zwischenlinie. Sie sind biologische Hotspots und vernetzen Biotope innerhalb und in der Umgebung des Weinbergs. Zudem bremsen sie die Ausbreitung von Schadpilzen.

Hecken bieten Lebensraum für viele nützliche Kleintiere und Insekten.

6. Bäume

Im sonst niederwüchsigen Rebberg bieten Obstbäume Lebensräume für Vögel, Insekten und andere Tiere. Als Sporenfänger helfen sie der Ausbreitung von Hefen und anderen Pilzen. Natürliche Hefen dienen der Vinifizierung und als Konkurrenz zu Schadpilzen. Der Abstand von jeder Rebe zum nächsten Baum beträgt maximal 50 m.

Obstbäume verbessern die vertikale Diversität.

7. Diversitäts-Hotspots

Artenreiche Ausgleichsflächen mit Aromakräutern und Wildblumen (Ruderalflora, Hochstaudenflur) dienen als Diversitäts-Hotspots. Innerhalb und an den Rändern der Rebparzelle sind pro Hektar mindestens 2 x 20 m2 vorhanden.

Ausgleichsflächen gehören auch mitten in die Weinberge.

8. Strukturelemente

Stein- und Holzhaufen bieten Lebensraum und Unterschlupf für Kleintiere. Wildbienen, Insekten und Vögel finden Nisthilfen. Pflanzenschutzspritzungen sind bienen- und insektenverträglich (Verzicht auf chemische Pestizide, aber auch auf Schwefel).

Die Nischen in Holz- und Steinhaufen bergen wertvollen Lebensraum, ohne den manche Arten keine Chance haben.

9. Sekundärkulturen

Nutzpflanzen in den Reben helfen, die Monokultur zu durchbrechen. In Frage kommen Gemüse, Früchte, Wintergetreide, Aromakräuter und vieles mehr. Fruchthecken mit Aronia, Sanddorn, Schlehen und Fruchtbaumalleen mit Weinbergpfirsich, Pflaume, Mandel, Quitte und vielen anderen können einzelne Rebreihen ersetzen oder einen Weinberg an einem Ende abschliessen. Zu den Sekundärkulturen gehören ebenso Bienen, Schafe, Hühner und andere Kleintiere. Sekundärkulturen können zur Eigenversorgung oder wirtschaftlich genutzt werden.

Fruchthecken wie Aronia, Sanddorn, Schlehen, die als Zwischenzeilen gepflanzt werden, eignen sich als Sekundärkultur ebenso wie Fruchtbaumalleen (Weinbergpfirsich, Pflaume, Mandel, Quitte usw).

10. Genetische Vielfalt

Anstelle von Neupflanzungen ganzer Weinberge werden überalterte Weinstöcke einzeln ersetzt. Jungpflanzen werden im Weinberg selbst durch Selektion aus der Menge gewählt und auf angepasste Wurzelunterlagen gepfropft. Dies fördert über mehrere Generationen eine an das Terroir angepasste Sortenwahl.

Humagne Rouge, eine autochthone Rebsorte aus dem Wallis.

Delinat-Richtlinien

Die verbindliche Grundlage für das Tragen des Delinat-Qualitätszeichens, der Weinbergschnecke, sind die Delinat-Richtlinien, die erstmals 1983 erschienen sind und europaweit die ersten waren, die Anbau UND Weinherstellung regelten. Sie werden kontinuierlich ergänzt und angepasst.

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