Begrünung

Die richtig gewählte Begrünung bindet Stickstoff, verhindert Bodenerosion und rasches Verdunsten der Feuchtigkeit.

Im Frühling treten die Unterschiede besonders klar zu Tage. Während es in vielen herkömmlichen Rebbergen still und zwischen den Rebzeilen bis auf weniges, schütteres Gras leer bleibt, erwacht in den biologisch angebauten Weingärten das Leben. Und mit jedem Monat blüht, wächst, «kreucht und fleucht» es mehr. Wir finden Majoran, Schafgarbe, Schachtelhalm und Mohn zwischen den Reben. Marienkäfer vertilgen Blattläuse, Vögel rücken dem Traubenwickler zu Leibe. Wir erleben den Rebberg als lebendigen Organismus, wo Nützlinge die Schädlinge unter Kontrolle halten und so ein natürliches Gleichgewicht bilden.

Begrünte Böden - lebendiger Rebberg

Die Begrünung als Fundament des vielfältig vernetzten Ökosystems Rebberg, das ist das wichtigste Anliegen des biologischen Weinbaus. Jahrzehntelang hatten die chemische Industrie und eine fehlgeleitete Weinbaulehre die Winzer dazu verleitet, jede sich spontan bildende Begrünung mit Herbiziden wegzubrennen, aus Angst, das Gras entziehe den Reben die Nahrung.

Die Begrünung dient auch als Mulch und Dünger für den Boden. Genau gleich wie die abgeschnittenen Blätter und das zerkleinerte Rebholz. Unsinnigerweise wird dieses noch oft verbrannt.

Schädlinge wurden mit Pestiziden vernichtet. Doch mit ihnen starben auch die Nützlinge. Und schliesslich sorgte der zugeführte Kunstdünger dafür, dass die Rebe die Fähigkeit zur selbständigen Nahrungsbeschaffung verlor. Am Ende dieser Entwicklung stand die Rebe als schwaches, abhängiges Geschöpf in einer annähernd toten Umgebung.

Der biologische Anbau zeigt, dass es anders geht. Und dass das andere das Bessere ist. Die Begrünung ist der Schlüssel zu alldem. Zum Glück hat sich heute die Erkenntnis durchgesetzt, dass wirkliche Terroir-Weine nur in einem gesunden Rebberg reifen können. Das freut die wahren Weinliebhaber genau so wie die Kräuter und Käfer im Rebberg.

Lebensraum für Kleintiere und Nützlinge - Augenweide für den Menschen.

Noch heute haben viele Winzer Angst vor der «Konkurrenz» der Kräuter zwischen den Reben. Im trockenen Süden gehts nicht nur um Nährstoffe, sondern vor allem auch um Wasser. Delinat konnte an mehreren Versuchen in der Provence, im ariden Südspanien und Süditalien beweisen, dass eine Begrünung auch in sehr trockenen Gebieten nützt, sofern man die richtigen Pflanzen nimmt.

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