
Burgund
Selbst für Weinkenner(innen) gilt: Je mehr man sich mit dem Burgund beschäftigt, umso mehr Rätsel gibt es einem auf. Obwohl in keinem anderen Weinanbaugebiet die Terroirs so minuziös in Grands crus (2 % der Fläche), Premiers crus (10% der Fläche), Appellations communales (35 % der Fläche) und Apellations régionales (53 % der Fläche) eingeteilt wurde, so ist das Entkorken einer Flasche stets ein Risiko. Manchmal kann ein simpler «Village» mehr Spass machen als ein viel höher klassierter Premier cru. Letztlich gibt der Name des Produzenten im Burgund die verlässlichsten Aufschlüsse über die Qualität eines Weines.
Zum Burgund gehören auch die fruchtig-süffigen Weine des Beaujolais (am besten sind die Crus, z.B. Fleurie, Brouilly, Moulin-à-Vent) sowie die im besten Falle erfrischend, mineralischen Chardonnays aus Chablis. Während die legendär-wuchtigen und lagerfähigen Pinot Noir-Weine vor allem aus den Lagen der Côte de Nuits mit Dörfern wie Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny oder Vosne-Romanée stammen, reifen die feinsten Chardonnays der Welt an der Côte de Beaune. Meursault oder Puligny-Montrachet sind so zum Inbegriff der überaus vielschichtigen, lagerfährigen und auch teuren weissen Burgunders geworden.
Insgesamt werden im Burgund auf 47'000 Hektaren Wein angebaut (allein 22'500 Hektaren entfallen auf das Beaujolais). Während der Pinot noir auf Kalk, Mergel, Sand, Ton und Lehm seine Qualitäten zu entfalten weiss, reifen die besten Chardonnays in Böden, die von Kalk, Kreide und Kies geprägt werden. Zahlreiche Spitzenbetriebe bekennen sich zum biologischen Anbau.
Jean-Claude Rateau Les Bressandes
Beaune 1er Cru 2003

