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Mosel-Saar-Ruwer

Das Weinbaugebiet Mosel - Saar - Ruwer liegt im Bundesland Rheinland-Pfalz und umfasst das Mosel-Tal mit den beiden Nebentälern Saar und Ruwer. Die oberen Mosel-Weinberge gehören zu den ältesten Deutschlands – schon die Römer haben hier Wein angebaut. 15 v. Chr. gründeten sie die Stadt Augusta Treverorum, das heutige Trier. In Erden gibt es heute noch eine alte Presse der Römer zu bewundern. Der römischen Dichter Ausonius pries die wunderschöne Landschaft und den Wein im Gedicht «Mosella».
Im Mittelalter waren es die Benediktiner-Mönche, die dem Weinbau Vorschub leisteten. Eine Urkunde aus dem Jahr 1464 belegt erstmals den Anbau von Riesling an der Mosel, der auch heute noch die erfolgreichste Sorte ist und über die Hälfte aller Weinberge des Gebiets Mosel-Saar-Ruwer bedeckt. An den sonnendurchfluteten Steillagen mit ihrem porösen Schiefergestein, das auch das vom Fluss reflektierte Licht noch speichert, entstehen so die besten und wohl berühmtesten Weine Deutschlands. Die weniger bevorzugten Lagen sind meistens mit dem bescheideneren Müller-Thurgau bestockt, der etwa ein Viertel der Weinberge bedeckt.
Kaum aber gibt es arbeitsintensivere Weinberge als hier. Die Steigungen sind so dramatisch, dass sich schon mancher Winzer zu Tode gestürzt hat. Jeder Rebstock wächst an einem Pfahl, so dass nicht auch noch Drähte die Arbeit und den Bewegungsraum erschweren. Man sagt, dass jeder Pfahl sieben Mal besucht wird, bis die Jahresernte im Keller ist. Erschwerend kommt hinzu, dass die Winzer meistens nur sehr kleine Flächen besitzen. Das geht auf ein Gesetz des Jahres 1807 zurück, als Kaiser Napoleon nach der Besetzung dieses Gebietes die «Realteilung» anordnete, durch die bei einer Vererbung der Grundbesitz unter allen Nachkommen gleichmässig aufzuteilen war (um Grossgrundbesitz zu verhindern). So gibt es heute noch 12.000 Kleinstwinzer an der Mosel.
