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Alte Weine
Wer alte Weine hat, hat viele Freunde... Nun ja, leider gibt es da auch Enttäuschungen.

Fast auf magische Art hält sich die Meinung, Wein werde mit zunehmendem Alter besser. Dabei wissen wir: Nur etwa 10% der Rotweine und höchstens 5% der Weissweine schmecken nach fünf Jahren besser als im ersten Jahr nach der Flaschenfüllung. Und höchstens 1% aller Weine entfalten sich über noch längere Zeit vorteilhaft. Womit klar ist: Die meisten Weine sind heute direkt nach dem Kauf trinkreif.
Vorhersagen lässt sich zuverlässig nur, dass sich nicht alles vorhersagen lässt.

Die Anteile von Frucht, Säure und Phenolen (vor allem Tannine) entscheiden darüber, ob es sich lohnt, Wein aufzubewahren. Als Faustregel gilt: Je mehr Tannine im Rotwein oder gute Säure im Weisswein, umso besser Haltbarkeit und Reifung. Guter Rotwein wird während der Lagerung etwas heller, milder und entwickelt ein reiches Bukett. Wann der Wein am besten sei? - Das finden Sie nur mit Degustieren heraus.
Weinkeller

Wichtige Faktoren sind Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Lichtverhältnisse. Wein liebt das Licht erst, wenn er ins Glas kommt. In unserem eher kühlen Klima ist es relativ leicht, eine geschützte Ecke mit annehmbaren Bedingungen zu finden (max. 20°C). Sei es im Keller oder in der Wohnung. Je nachdem leistet eine Isolierung (Matte, Karton, Zeitungen) gute Dienste. Der Wein darf aber auch im Karton bleiben. Die Luftfeuchtigkeit soll 50% nicht unterschreiten.
Warum also Wein lagern?
Erstens: Ich kann vielversprechende, aber noch nicht trinkreife Weine kaufen. Zweitens ist es schade, wenn der Wein, der meinen Freunden gerade so gut gefällt, ausgeht. Und drittens: Weil Auswählen so schön ist. Bestimmt kennen Sie noch mehr Gründe.

