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Pinot Noir
«Wer Pinot Noir anbaut, hat kein leichtes Leben», seufzt die bekannte Weinautorin Jancis Robinson in ihrem Buch «Weinkurs». Was sie anspricht, ist erstens die Sensibilität des Pinot Noir auf Einflüsse der Lage. Kaum eine Rebsorte reagiert so eigensinnig aufs Terroir wie Pinot Noir. Zweitens neigen die Pinot-Noir-Trauben durch die dünnen Häute zu Fäule bei Herbstregen, was die Weinqualität rasch beeinträchtigt. Drittens darf der Pinot Noir für gute Qualität nur kleine Mengen tragen, sonst entstehen nichtssagende Durchschnittsweine.

Doch es muss wohl genug gute Gründe zum Anbau von Pinot Noir geben, denn sonst hätte diese Sorte sich nicht über Jahrhunderte behaupten und verbreiten können. Die Antwort bleibt Jancis Robinson denn auch nicht schuldig: «Der Pinot Noir ist imstande, himmlisch duftende, prachtvoll fruchtige Weine hervorzubringen.» und «In jungem burgundischem Pinot Noir finden sich Nuancen von Himbeeren, Erdbeeren, Kirschen und Veilchen, die sich im Alter zu einem Bukett von Wald, Süssholz sowie herbstlichem Waldboden verdichten.». Und in der Tat gibt es wenige Traubensorten, die solche Spitzenqualität erreichen können, wie der Pinot Noir. Sogar für den Champagner ist er eine wichtige Rebsorte. Ein guter Pinot-Noir ist sehr lange lagerfähig und altert hervorragend. Schwache Qualitäten hingegen sollten möglichst jung getrunken werden.
Noch ist die Herkunft des Pinot Noir nicht ganz klar, fest steht jedoch die Muttersorte Traminer. Als Vater wird der Schwarzriesling vermutet. Pinot Noir ist bekannt für seine Mutationsfähigkeit, die unter vielen anderen Varianten auch den Grauburgunder und den Weissburgunder entstehen liess. Ausser der Farbe der Beeren unterscheiden sich die drei Sorten nur gering.
Vermutlich war der Pinot Noir im französischen Burgund schon im vierten Jahrhundert bekannt. Nachweislich gab es ihn im 14. Jahrhundert. Namengebend für den Pinot Noir war die Tannenzapfen-Form seiner Trauben (pin = Fichtenzapfen).
