Vier Weine und ein Huhn

Vincent Klink ist ein ganz besonderer Sterne-Koch; er schwört auf bodenständige Küche sowie regionale Bio-Produkte. Er bloggte in der „Zeit“ und gibt eine Literaturzeitschrift heraus. Aus seinem Buch „Meine Küche“ stammt das Rezept zur Bio-Poularde im Salzmantel, das in der letzten WeinLese (Nr. 17, S. 22/23) abgebildet war.

Das Huhn

Peter Kropf empfiehlt vier Weine  zu diesem Gericht; die unterschiedlichen Kombinationen machten mich neugierig und mussten ausprobiert werden. Freunde waren schnell eingeladen – beide langjährige Delinat-Kunden. Doch vor der Degustation stand die Zubereitung. Ein Freund, der seine Hühner artgerecht hält, lieferte die Poularde; Meersalz, Kräuter und Gewürze wurden im Bioladen besorgt. Das Rezept selbst ist eher einfach. Das liess uns Zeit die Weine zu öffnen und schon einmal zu verkosten.

Die Weine

Zur Wahl standen zwei Weine von der Mosel: der fruchtig-frische „Aurum“ und der intensive „Riesling vom Schiefer“ vom Weingut zur Römerkelter, der gerade auf der Biofach mit Gold prämiert wurde. Dann zwei Rotweine: ein noch jugendlicher Spätburgunder vom Weingut Pflüger in der Pfalz und ein voluminöser St. Laurent vom Hirschhof in Rheinhessen. Es sei vorweg genommen: es gibt nicht nur unterschiedliche Kombinationen, auch die Geschmäcker unterschieden sich deutlich!

Riesling Aurum, Mosel 2008

Der „Aurum“ (bereits ausverkauft ) harmonierte meiner Meinung nach gut mit der zarten Poulardenbrust. Unseren Gästen dagegen gefiel der Wein zwar sehr gut – aber vor allem Sylvain konnte sich als Süd-Franzose zu einem Weisswein eigentlich nur Meeresfrüchte  vorstellen!

Riesling vom Schiefer, Mosel 2008

Das änderte sich mit dem „Riesling vom Schiefer„: der konnte durch seine feine Restsüsse mit der intensiver schmeckenden Keule gut mithalten, die prägnante Säure fängt gleichsam das Fett der Poularde auf; seine Mineralität spielt mit dem Meersalzgeschmack des Fleisches. Dieser Riesling überzeugte die ganze Runde inklusive Franzosen – und war mein absoluter Favorit.

Pflüger Spätburgunder, Pfalz 2008

Für den Spätburgunder votierte dann allerdings der Rest der Runde. Und ich muss zugeben: er harmonierte ideal mit der Brust und Keule (die nicht viel Fett hatte). Die feine Säure und Mineralität dieses Rotweins machte ihn zu einem wirklich guten Partner der Poularde.

Hirschhof St. Laurent, Rheinhessen 2008

Der St. Laurent als letzter Wein hatte es also eher schwer: für die Brust etwas zu gehaltvoll, konnte er dann aber durch seine würzigen Aromen, den feinen Schmelz und das fast schon reife Tannin überzeugen und war der Keule ein wirklich guter Begleiter.

Wein des Abends

Das Fazit: jeder Wein hatte seinen Reiz in der Kombination mit der Poularde. Wenn auch mein persönlicher Sieger an diesem Abend der „Riesling vom Schiefer“ war – die grösste Zustimmung fand der Pflüger’sche Spätburgunder.

Was ist Ihr Favorit zum Huhn?

Wein von autochthonen Rebsorten: alr Azinho aus Portugal

Unser letzter Wein aus Portugal, der Caruma aus dem Dão, war ein durchschlagender Erfolg: Als der Wein beim MundusVini Weinpreis der Biofach mit Gold prämiert wurde, war er bei uns schon so gut wie ausverkauft. Für mich ein Anlass, mich eingehender mit dem Winzer zu unterhalten, der ein weiteres Projekt im Alentejo bearbeitet.

Bio-Weinbau inmitten von Steineichen

António Lopes Ribeiro (alr) bewirtschaftet nahe dem mittelalterlichen Städtchen Montemor-o-Novo die prächtige, rund 20 Hektar grosse Parzelle „Vinha das Amoras“, eingebettet in einer für das Alentejo typischen Buschlandschaft, umgeben von Steineichen.  Wenn die für das Alentejo typischen Steineichen in der Nähe eines Weinbergs stehen, kann man davon ausgehen, dass die Reben genügend Wasser in der Tiefe finden werden. 2004 stellte António den Weinberg auf biologischen Anbau um. Zur Steigerung der Weinqualität achtet António auf geringe Erträge, in 2008 gerade mal einen halben Liter pro Quadratmeter.

Spontanvergärung und sanfte Filtrierung

Die Reben der „Vinha das Amoras“ müssen ihre Wurzeln tief in den kalkhaltigen Kiesboden treiben, um mit den knapp bemessenen Niederschlägen und dem warmen, mediterranen Klima im Alentejo zurecht zu kommen. Die Trauben werden von Hand geerntet und in kleinen Bütten schonend zum Weingut gebracht. Nach dem Entrappen vergären die Trauben spontan mit ihren natürlichen, im Weinberg vorkommenden Hefen.

António vinifiziert seine Traubenmoste separat, um den Sortencharakter optimal herausarbeiten zu können. Sobald sich die Moste durch Gravitation natürlich geklärt haben, wird die Assemblage bestimmt. Der Jungwein reift während 12 Monaten im Stahltank. Um seinen ursprünglichen Charakter sowie seine Aromenfülle zu bewahren, wird er vor der Abfüllung nicht geschönt und nur sanft filtriert.

Das Resultat des heissen Klimas und der schonenden Verarbeitung, alr Azinho 2008, (Azinho = portugiesisch für „Gruppe von Steineichen“) begeistert mit grosser Gaumenfülle, Extraktsüsse und feinen Mandelnoten.

Autochthone Rebsorten in Portugal – ein Entdecker-Paradies

Der traditionsbewusste Winzer legt bei all seinen Weinen den Schwerpunkt auf autochthone, also ortstypische Sorten; so betont er die Typizität der Weine. Autochthone Rebsorten wie Aragonês, Alicante Bouschet, Trincadeira oder die Touriga Nacional sind  besser an die Gegebenheiten der Region angepasst als die international üblichen Rebsorten. Die Selektion für Delinat wird mit einem Schuss Cabernet Sauvignon abgerundet.

Ein interessantes Detail bilden dabei die Tinta Roriz, die im  Caruma verwendet wird, und die Aragonês: Sie sind identisch, nur die Bezeichnung dieser Sorte variiert in Portugal von Region zu Region. Zudem sind sie mit der spanischen Tempranillo sehr eng verwandt. Dessen ungeachtet tummeln sich in Portugal mindestens 200 wirklich autochthone Traubensorten: ein überaus reichhaltiger Gaumenschmaus für den Weinliebhaber, ein „Wahnsinn“ für den Ampelographen, der die Traubensorten bestimmen und zuordnen muss. Der Hunger von Entdeckernaturen wird in Portugal auf jeden Fall vollkommen gestillt!

Hier geht’s zum alr Azinho im Delinat-Webshop!

Ein Etikett für Canta Rasim

Gilles Louvet, der es wie kaum ein anderer versteht, charaktervolle, authentische Languedoc-Weine zu keltern, hat wieder einen neuen Tropfen kreiert, auf den er besonders stolz ist. Die Cuvée besteht aus Merlot, Syrah und Cabernet Sauvignon,  ist verführerisch fruchtig, würzig und „südlich charmant“. Gilles ist geradezu verliebt in seine neue Kreation und hat sie aus einem Impuls heraus auf den okzitanischen Namen „Canta Rasim“ getauft, „singende Trauben“. Inspiriert wohl durch die jugendlich-unbeschwerten Fruchtaromen der Syrah.

Ein Etikett für Canta Rasim: A, B oder C?
Ein Etikett für Canta Rasim: A, B oder C?

Canta Rasim ist im Grunde ein einfacher Wein, der den Alltag aber deutlich angenehmer machen kann. Seine klare Struktur mit der betonten Frucht und ohne die Üppigkeit von manch „modernen“ Cuvées machen ihn zu einem angenehmen Essensbegleiter für jeden Tag. Besonders Liebhaber/innen der südfranzösisch-mediterranen Küche wird er begeistern. Die Südfranzosen geniessen ihren Wein am liebsten zu einem einfachen Essen: Escalivada, ein im Ofen geschmortes Gemüse oder der traditionelle “Gardianne de Taureau”, geschmortes Rindfleisch mit Camargue-Reis.

Wichtig für die Menschen im Languedoc ist ausser gutem Essen und (noch besserem) Wein auch die Musik. Daher hat Gilles zu seinem Wein auch gleich passende Musikanten gesucht und gefunden. Für Delinat produziert er eine Musik-CD mit Liedern in okzitanischer Sprache, die im Herbst 2010 zeitgleich mit dem ersten Jahrgang des Canta Rasim erhältlich sein wird (und die DegustierService-Kunden im August-Rotwein-Paket gratis erhalten werden). Reinhören können Sie schon jetzt:

La Camba Me Fa Mau (MP3)
Roseta (MP3)

Dazu ein Glas Canta Rasim – das Leben könnte so schön sein. Dem Canta Rasim fehlt aber noch sein Kleid – das Etikett. Da bitten wir Sie um Ihre Unterstützung: Aus über einem Dutzend Vorschlägen haben wir drei ausgewählt – und brauchen nun Ihre Hilfe bei der endgültigen Entscheidung. Welches Etikett passt aus Ihrer Sicht zum beschriebenen Canta Rasim? Stimmen Sie hier einfach per Klick ab – und wenn Sie möchten, begründen Sie Ihre Entscheidung als Kommentar.

Welches Etikett passt zum Canta Rasim?

  • Etikett C (37%, 292 Votes)
  • Etikett B (35%, 275 Votes)
  • Etikett A (28%, 219 Votes)

Total Voters: 786

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Als kleines Dankeschön verlosen wir unter allen Kommentaren 3 x 6 Flaschen Canta Rasim plus CD – die bekommen Sie im August, sobald der Wein auf den Markt kommt!

Wittmann Riesling „S“ unter den Top 100 beim Wine Spectator!

Die Jury des Wine Spectator wählte aus 17′000 Weinen den Wittmann Riesling S 2007 zu den “Top 100 wines of 2009″. Er wurde dabei mit 93 von 100 Punkten bewertet. Das ist eine wirklich sagenhaft gute Bewertung für trockene Weissweine – und freut mich daher ganz besonders!

Da hat sich die Mühe doch gelohnt: Unsere S-Weine (ab Jahrgang 2008 bezeichnen wir sie als „Ortswein“) entstehen durch selektive Handlese in den besten Parzellen unserer Weinlagen. Es sind Weine von hoher Fruchtreife – dicht und mineralisch im Charakter, sehen wir sie als Qualitätsspitze im Weingut.

Nur die intensive Weinbergspflege das ganze Jahr über, niedrige Erträge und eine konsequente Selektion der Trauben von Hand schaffen die Grundlage für den Westhofener Riesling. Es folgt eine schonende Trauben- und Mostverarbeitung sowie eine anschließend traditionelle Weinbereitung. Dieser Riesling vergärt zum Großteil im traditionellen Holzfass.

Unser Ziel war es, mit dem Westhofener Riesling einen Ortswein in Premier Cru Qualität zu schaffen – die 93 Punkte des Wine Spectator zeigen uns, dass dies gelungen ist. Die Trauben für diesen Wein stammen ausschliesslich aus den Spitzenlagen Morstein und Kirchspiel und eben diese Tatsache widerspiegelt sich in der feinen Kalksteinaromatik des Weines.

Der Westhofener Riesling ist elegant, schlank, geprägt von gelben Fruchtnoten. Die Besonderheit ist sicherlich das lange mineralische Finish. Es ist ein toller Essensbegleiter: meine liebste Kombination mit dem Westhofener Riesling ist Sushi oder gebratener Zander – auch Geflügel macht sich wunderbar…er ist aber auch so animierend, dass die Flasche auch ohne ein feines Essen schnell getrunken ist 🙂

Noch gibt’s im Webshop von Delinat ein paar Flaschen davon – da heisst es schnell zugreifen…

Winzertreffen auf Château Duvivier – Klimafarming und Biokohle

Gestern war der zweite Tag des Winzertreffens auf Château Duvivier – voll mit anspruchsvollem Programm, so dass zum Bloggen keine Zeit blieb…

Biokohle und Klimafarming

Der Vormittag stand wieder ganz im Zeichen der Theorie. Hans-Peter Schmidt vom Delinat-Institut erklärte den Winzern das spannende Thema der Biokohle im Weinbau. Biokohle gehört zu den ältesten Bodenverbesserern in der Geschichte des Landbaus. Die Verwendung von Biokohle entzieht der Atmoshäre zudem Kohlensstoff und wirkt so klima-positiv. Auf dem Instituts-Weingut Mythopia im Wallis wurden umfangreiche Versuche mit Biokohle durchgeführt, von denen die Winzer/innen nun profitieren können. Über den Einsatz von Biokohle werden wir in den nächsten Wochen hier im Blog ausführlich berichten.

„Jeder Winzer ist ein Forscher“

Nach diesem Vortrag waren die Winzer/innen in Aktion:  „Jeder Winzer ist auch ein Forscher“ hiess das Motto dieses Programmpunktes. Alle anwesenden Winzer/innen präsentierten die individuelle Situation auf ihren Weingütern. Besonders interessant waren die unterschiedlichen Probleme – und die Lösungen dazu. Dieser Erfahrungsaustausch war sehr bereichernd. Ein Argument mehr, die im vorigen Beitrag erwähnte Plattform für die Winzer/innen ins Leben zu rufen!

Thomas Achard zum Beispiel erläuterte eine neue Methode, den Kupfereinsatz drastisch zu reduzieren. Er hat erst ein Jahr Erfahrung damit und konnte daher noch keine endgültigen Ergebnisse vorlegen – aber sein Ansatz scheint vielversprechend zu sein.

Nach dem erholsamen Mittagessen (es gab einen guten Salat gefolgt von einer noch besseren Pasta) diskutierten wir über die neuen Kellerrichtlinien. Danach folgte die Kellerbesichtigung auf dem Château.

Biodiversität und Biokohle – die Umsetzung im Weingut

Und dann ging es ans Eingemachte –  die Winzer/innen mussten sich verpflichten, welche der vorgestellten Massnahmen zu Biodiversität oder Klimafarming sie im Weinberg umsetzen wollen. Das Resultat war sehr erfreulich: die Liste der praktischen Umsetzungen bei den Winzer/innen ist um Einiges länger geworden als erwartet! Kilometerweise Büsche, Hecken und Bäume werden im Weinberg gepflanzt werden, auf insgesamt über 20 Hektar Leguminosen eingesät und Biokohle in den Boden eingearbeitet –  nicht zu sprechen von den Anstrengungen, den Kupfer- und Schwefeleinsatz im Rebberg immer weiter zu reduzieren.

Wein-Degustation „Specials“

Nach diesem Erfolg gingen wir gerne zum kulinarischen Teil über. Eine Wein-Degustation durfte nicht fehlen – im Vorwege schon hatten wir unseren Winzer/innen das Thema „Specials“ vorgegeben. Alle hatten entsprechende Weine mitgebracht, die wir vor dem Abendessen gemeinsam verkosteten. Es waren wirklich vorzügliche Weine dabei:  Weine ohne zugesetzten Schwefel, ein Weisswein, der aus einer alten, vergessenen Rebsorte gekeltert wurde, und einen Schaumwein, der aus Trockenbeeren hergestellt wurde. Den Abend liessen wir mit einem guten und ausgiebigen Abendessen ausklingen.

Ich bin überzeugt, dass die Winzer motiviert und begeistert an die Sache heran gehen werden. Und neben dem fachlichen Erfahrungsaustausch ist es immer wieder schön, wenn sich die “Delinat-Familie” trifft.

Winzermeeting auf Château Duvivier: Biodiversität und Richtlinien

Heute war ein abwechslungsreicher, interessanter Tag. Am Morgen waren die Winzer/innen mit einer Theorielektion über die Wechselwirkung der Bodenlebewesen bis hin zu den Bakterien gefordert worden. Ausserdem erklärten  ihnen Hans-Peter Schmidt und Claudio Niggli vom Delinat-Institut die Vorteile und die Bereicherung durch eine hohe Biodiversität im Rebberg.

Eine Herausforderung: die neuen Delinat-Bio-Richtlinien

Am Nachmittag wurden die neuen Delinat-Bio-Richtlinien vorgestellt. Das Echo  der Winzer/innen war positiv, auch wenn es für alle eine grosse Herausforderung bedeutet, diese Richtlinien zu erfüllen. Die meisten Bedenken konnten aber aus dem Weg geräumt werden. Die Winzer/innen sind sehr motiviert, die gesteckten Ziele zu erreichen.

Gemeinsame Plattform für die Winzer

Hier zeigte sich dann der erste praktische positive Effekt des Treffens und der gemeinsamen Arbeit: Die Winzer/innen wollen nun  untereinander Wissens-Plattformen schaffen, auf denen sie ihre Erfahrungen austauschen können. Wir konnten nämlich feststellen, dass auf viele Fragen und Sorgen des einen Winzers  ein Anderer bereits die Antwort  kennt.

Biodiversität in der Praxis

In einer gemeinsamen Aktion haben wir dann auf Château Duvivier so genannte biologische „Hotspots“ angelegt. Im Vorfeld waren einzelne Rebzeilen herausgerissen worden, um Platz zu schaffen. Heute haben wir dann dort Sanddorn, wilde Apfel- und Birnbäume, Felsbirne, Feigenbäume und  Weinbergpfirsiche gepflanzt; diese Bäume werden künftig den Weinberg bereichern und beleben. Bei dieser Arbeit sah man auch, welche Winzer tatsächlich noch Winzer sind und welche schon zu Bürohengsten mutiert sind! Spass beiseite, wir haben natürlich nur waschechte Winzer, die wetteiferten, wer ein tieferes Loch graben kann!

Es wird Frühling!

Bis vor zwei Tagen war auch hier in der Provence noch Winter, aber wenn Delinat grosse Projekte hat und die Winzer mobilisiert, schenkt uns Petrus Sonnenschein und frühlingshafte Temperaturen. Jetzt freuen wir uns alle auf den Aperitif und das wohlverdiente Abendessen. Es wird sicher von anregenden Diskussionen begleitet.

Winzertreffen auf Château Duvivier – Ankunft der Winzer

Gestern vom Nachmittag bis spät in der Nacht sind die Delinat-Partner auf Château Duvivier in der Provence eingetroffen, Winzer von insgesamt 18 Weingütern. So durften wir aus Spanien Josep Albet i Noya aus dem Penedès sowie Daniel und Maria Sanchez vom Weingut Azul y Garanza (Navarra) begrüssen. Aus Italien reisten Michael Schaffer vom Weingut La Luna del Rospo (Piemont), die Gebrüder Fasoli (La Casetta, Venetien) und Massimo Maggio (Maggio Vini,  Sizilien) an, aus Deutschland Timo Dienhart (Römerkelter, Mosel), Walter und Anette Zimmer (Hirschhof, Rheinhessen) und Alexander Pflüger mit seiner Frau Aline (Weingut Pflüger, Pfalz).

Aus Frankreich durften wir Xavier Sabourand von Château Coulon empfangen, der verantwortlich ist für die Rebgärten. Des Weiteren kamen Gilles Louvet von Narbonne und Jean-François und Thomas Achard von dem Städtchen Die, einer kleinen Schaumweinregion im Tal des Drôme.

Aus Österreich sind mit ein wenig Verspätung auch Werner und Annelise Michlits, die Eltern von Werner junior eingetroffen. Die Wegbeschreibung ihres Sohnes scheint nicht in jedem Detail die erforderliche Klarheit enthalten zu haben, um auch des Nachts  in der Wildnis der Provence den richtigen Weg zu finden. So irgendwann gegen 2 Uhr am Morgen soll das Paar eingetroffen sein. – Am Frühstückstisch waren sie zwar sehr glücklich und aufgestellt, aber doch auch ein wenig gezeichnet von der nächtlichen Irrfahrt.

Dank Sylvia und Uwe Fahs von Château Duvivier konnten sich alle Teilnehmer an einem sehr guten Abendessen erlaben. Es war richtiggehend erbauend, vielerlei Gespräche mit den verschiedensten Winzern aus ganz Europa zu führen, die sich zum Teil gegenseitig erst kennenlernten; Erfahrungen auszutauschen, das Essen zu geniessen, guten Wein zu trinken, einen schönen und unterhaltsamen Abend zu haben – ein guter Einstieg für das doch recht volle Programm der nächsten zwei Tage.

Jetzt ist es Mittwochmorgen, und das Winzertreffen wird gleich beginnen. Thema: Biodiversität im Weinberg. Welche praktischen Massnahmen können ergriffen werden, um den Schutz der Biodiversität zu erhöhen und das System Weinberg komplexer und somit resistenter zu machen?

Wir werden berichten – und  wenn Sie es ganz aktuell möchten: Schauen Sie auch auf unsere Facebook-Seite oder folgen Sie uns auf Twitter!

Winzertreffen auf Château Duvivier

Es ist schon eine Tradition: das alljährliche Treffen der wichtigsten Delinat-Winzer/innen auf Château Duvivier in der Provence – Château Duvivier ist das Ferien- und Versuchsweingut der Delinat und ihrer Partner. Wenn etwa 20 engagierte, ökologisch arbeitende Winzer in dieser traumhaften Umgebung zusammen treffen, um theoretisch und praktisch an der Weiterentwicklung des biologischen Weinbaus zu arbeiten, dann ist das schon eine spezielle Situation. Schon manche Pläne wurden hier ausgearbeitet, Diskussionen über neue ökologische Ansätze geführt – und natürlich so manches gute Glas Wein geleert.

Biodiversität im Weinberg – Theorie und Praxis

Das diesjährige Treffen beginnt morgen, Mittwoch und bietet den teilnehmenden Winzer/innen wieder ein volles und hochkarätiges Programm: Der erste Tag steht ganz im Zeichen der Biodiversität. Neben den fachlichen Vorträgen soll eine 5 Hektar grosse Parzelle nach der Charta für Biodiversität umgestaltet werden. Gemeinsam werden Hecken, Büsche und Bäume gepflanzt und drei biologische Hotspots installiert.

Klimafarming und Biokohle

Am zweiten Tag geht es dann u.a. um Klimafarming: Neue Erkenntnisse aus der Biokohle- und Humusforschung werden vorgestellt. Ziel ist nicht nur die Verbesserung der Weinqualität, sondern auch die klimaneutrale Produktion von Wein! Zusätzlich werden alle Delinat-Winzer/innen jeweils eigene besondere ökologische Massnahmen und Ideen präsentieren.

Neue Delinat-Richtlinien

Eigentlicher Höhepunkt des Treffens aber wird die feierliche Verabschiedung der neuen Delinat-Richtlinien sein: Zwar waren die Delinat-Richtlinien schon immer etwas strenger als die anderen. Die neuen Delinat-Richtlinien aber sind unserer Meinung nach ein Meilenstein nicht nur für die Delinat-Winzer/innen, sondern für die gesamte Bio-Weinbau-Bewegung. Diese Richtlinien wollen wir in den nächsten Wochen Stück für Stück hier auf dem Delinat-Blog mit Ihnen diskutieren.

Aber zurück zum Winzertreffen: in den nächsten Tagen werden wir Ihnen in Wort und Bild davon berichten – auch von den kulinarischen und vinophilen Höhepunkten, die nicht ausbleiben, wenn sich so viele Genuss-Menschen für ein paar  Tage versammeln…

Biofach-Gold für Reserva Martí

Reserva Martí – wer diesen Wein kennt, muss eigentlich kaum noch weiter lesen. Für alle anderen:  Reserva Martí ist der Spitzenwein eines unserer engagiertesten Weinhöfe.  Albet i Noya ist seit über 20 Jahren Delinat-Weinhof und Bio-Pionier in Spanien.

«Ein moderner spanischer Klassiker»

Der sympathische und agile Josep Albet i Noya ist quasi Stammgast in der Weinhalle der Biofach in Nürnberg: Jedes Jahr wieder erhalten seine Weine die begehrten Auszeichnungen. Ich nutzte die Gelegenheit, den Reserva Martí wieder einmal mit ihm zu degustieren:

Nachdem schon der Jahrgang 2004 bereits mit 11 Medaillen bedacht wurde, holte der eben auf den Markt gekommene neue Jahrgang 2006 gleich wieder Gold beim MundusVini Biofach, einem der international angesehensten Wettbewerbe für Bioweine. Mit dem 2006er ist es Josep Maria Albet i Noya endgültig gelungen, seinen Reserva Martí als «modernen spanischen Klassiker» zu etablieren – wie Master of Wine Jürgen von der Mark es bewundernd formuliert hatte.

Ein starker Charakter

Der erste Jahrgang der Reserva Martí war eine Cuvée nach französischem Vorbild, die höchsten Ansprüchen genügen sollte. Bald aber verstand man, dass sich dieser Wein nicht nach Vorbildern keltern liess. Er sollte das eigene Terroir widerspiegeln und so seinen eigenen Stil und Charakter erhalten. Nach einer strengen Selektion der besten Trauben im Weinberg wurde der Reserva Martí nach über einwöchiger, langsamer Gärung und beinahe einem Monat Maischestandzeit während 24 Monate in Barriques aus vorwiegend französischer Eiche ausgebaut.

Die Abfüllung erfolgte noch vor dem Sommer 2008. So reifte der Reserva Martí vor dem Verkauf nochmals 20 Monate in der Flasche. Und schon jetzt präsentiert sich der Wein zugänglich, ohne jedoch von seinem Potenzial etwas einzubüssen. Mit Sicherheit einer der ganz grossen Weine aus dem Penedès.

Einige Worte zum neuen Delinat-Blog

Ein Delinat-Blog? Was soll das – werden Sie vielleicht spontan denken. Wo es doch schon Millionen von Blogs gibt, die kaum beachtet werden.

Blogs sind Dialog

Tatsächlich gibt es aber Themen- und Firmenblogs, die es in sich haben. Viele News-Portale sind mit Blog-Technologie gebaut und laden mit ihrer aufgeräumten und einfach zu bedienenden Oberfläche zum Lesen und Kommentieren ein. Und genau das ist das Erfolgskonzept der Blogs: Sie bieten Dialog an. Anders aber als in Foren, bei denen der rote Faden schnell einmal verloren geht, geben in Blogs die Autoren die Themen vor. Gute Blogs berichten kurz, ernsthaft und auf hohem Niveau, illustriert von Bildern und kurzen Videos. Und alle Leser sind zur Diskussion eingeladen, können ganz einfach einen Kommentar abgeben.

Die Weinbergschnecke - Symbol für Nachhaltigkeit und Gütesiegel bei Delinat
Die Weinbergschnecke - Symbol für Nachhaltigkeit und Gütesiegel bei Delinat

Information und Diskussion

Im Delinat-Blog werden wir aktuelle Kurzartikel über unsere Kernthemen Wein, Genuss und Ökologie veröffentlichen. Wir laden Sie dazu ein, quasi mit unseren Einkäufern die Delinat-Winzer zu besuchen: Deren Berichte zu lesen, Fotos und Videos zu betrachten – und Ihre Kommentare abzugeben! Auch wird es gelegentlich Delinat-Interna geben und Beiträge zum Schmunzeln. Oft werden wir aktiv zur Diskussion aufrufen und Kundinnen, Winzer und Ökologen zum Meinungsaustausch einladen. Wöchentlich werden zwei bis drei Beiträge erscheinen.

Blog als Brücke

Das Delinat-Blog baut eine Brücke zwischen WeinLese, Ithaka-Journal und Newsletter. Es wird aktueller sein als die WeinLese, weniger ausführlich als das Ithaka-Journal und es wird den Newsletter kürzer werden lassen. Und es wird Raum für Inhalte liefern, die jetzt nirgends untergebracht werden können, z.B. Neues direkt von den Weinhöfen und aktuelle Themen aus der Weinwelt, oft illustriert mit kurzen Videos.

Freuen Sie sich mit mir auf diese neue Form der Kommunikation!