Zeigen Sie uns Ihren Weinkeller?

Ob wir mal einen Blick in Ihren Weinkeller werfen dürfen? Nicht nur aus Neugier, sondern wir möchten einmal in der WeinLese darüber berichten, wo unsere Weine denn wohl gelagert werden. Dabei interessieren uns weniger die Prestige- oder Repräsentationsobjekte – die wenigsten Weinliebhaber verfügen über einen geeigneten Kellerraum und sind gezwungen zu improvisieren. Und wir sind überzeugt davon, dass es da ganz viele kreative Lösungen gibt.

Raum ist in der kleinsten Hütte …

Unter einer Treppe kann für eine kleine Wein-Auswahl Platz sein oder im Schlafzimmer –  vielleicht haben Sie dort sogar eine Ecke zum „Weinkeller“ umfunktioniert?  Das Schlafzimmer  jedenfalls ist oft der kühlste Raum einer Wohnung.

Als ich noch in einer Mietswohnung in Hamburg wohnte, gab es dort zwar keinen Keller, aber einen Zwischenboden über der Garage – der kühlste Raum, der verfügbar war, da er keine Fenster hatte. Dort hatte ich meine Weine gelagert – der Nachteil: die Höhe von nur 80 cm… Einen Wein aus dem „Keller“ zu holen, erforderte Engagement, denn man musste weit hinein kriechen. Aber schlecht war der Raum nicht: erst kürzlich öffnete ich eine 1994er Weissburgunder Spätlese, die dort einige Jahre verbracht hatte – geschadet hatte ihr das nicht!

Menschen und Geschichten

Wir sind sicher: Da gibt es noch mehr solcher Geschichten. Gerne würden wir dann auch mehr über Sie, die Besitzer/innen dieses Kellers erfahren, mit Ihnen über Weine und Genuss reden – vielleicht dürfen wir Sie sogar in der WeinLese vorstellen? Eine kleine Belohnung gibt es natürlich auch: Wir bringen genau das mit, was sich zum Lagern in Ihrem Keller eignet – und später dann zum Geniessen.

Sizilien-Reise (2): Nero d’Avola – eine erstaunliche Karriere

Nero d'Avola: Wein aus Sizilien
Nero d’Avola: Wein aus Sizilien

„Principe Siciliano“  – sizilianischer Prinz wird sie auch genannt: die „Schwarze von Avola“. Nicht immer wurde sie so hoch geschätzt. Lange Zeit  diente die Nero d’Avola vor allem dazu, schwachbrüstige Rotweine aus Mitteleuropa durch die intensive, dunkle Farbe und den vollmundigen Geschmack aufzupeppen.

In diesen Tagen bin ich auf Sizilien unterwegs und besuchte gerade Rosario Cicazzo und Corrado Gurrieri von der Kooperative Elorina. Corrado ist in fünfter Generation Weinbauer und erzählte uns von der „alten“ Zeit: Bis in die 80er Jahre wurden die Trauben auf einer grossen Steinfläche mit den Füssen gestampft, der Saft floss ab in darunterliegende offene Behälter, und die Traubenhäute wurden dazu”geschaufelt”. Die Gärung erfolgte bei hohen Temperaturen recht stürmisch,  während maximal zwei Tagen. Das Ziel war nicht, vielschichtige, elegante Weine zu erzeugen, sondern farbintensive mit hohen Alkoholgehalten. Es ist ja längst kein Geheimnis mehr, sagte er, dass viele Weine aus Norditalien oder Bordeaux mit sizilianischem Nero d’Avola aufgebessert wurden. In der Nähe steht sogar noch eine verlassene Kellerei, die eine Standleitung bis zum Hafen hat, um den Wein direkt auf die Schiffe zu befördern.

Auszeichnungen für Nero d’Avola

Setzt auf Nero d'Avola: Rosario Cicazzo
Setzt auf Nero d’Avola: Rosario Cicazzo

Zum Glück erfolgte ein Umdenken auf Sizilien. Man merkte, dass sich mit dieser Rebsorte durch Ertragsreduzierung und moderne Verarbeitungsmethoden nicht nur Alltagsweine, sondern sogar Spitzenweine erzeugen lassen: Regelmässig wird im Gambero Rosso ein Nero d’Avola zu den besten Weinen Italiens gezählt. Nero d’Avola ergibt farbintensive, fruchtig-würzige Weine mit Noten von Pflaumen und Schokolade. Corrado liess uns einen gereiften Nero d’Avola des Jahrgangs 2002 verkosten: Der präsentierte sich erstaunlich frisch am Gaumen mit angenehm reifen und fruchtigen Noten im Bukett.

Nero d’Avola: ideal für biologischen Anbau

Wir sind froh, dass die sizilianischen Weinbauern das Potential ihrer alten einheimischen Sorten wieder entdeckt haben: Die weisse Cataratto und die rote Nero d’Avola. Die Sorten gelten heute als die besten Siziliens; fast ausschliesslich hier werden sie kultiviert. Das beste Terroir ist das Gebiet am südöstlichen Zipfel der Insel: Sonne, Wärme und geringe Niederschläge sind ideal für das Wachstum der Reben und bestens geeignet für den biologischen Anbau. Die Weinberge ziehen sich teilweise bis auf 900 Meter Höhe; hier sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht beträchtlich, was wiederum der harmonischen Reife der Trauben zu Gute kommt.

Gehört zusammen: Caponata und Nero d’Avola

Nero d’Avola-Weine sind ideale Essensbegleiter. Die einfacheren, frisch-fruchtigen Weine passen gut zur typischen sizilianischen Küche: Caponata, gedünstete Auberginen  mit Rosinen, Pinienkernen, Tomaten und Kapern, gewürzt mit etwas Zucker und Essig. Man geniesst die Caponata kalt, lauwarm oder heiss, als Beilage zu Fisch oder Fleisch. Gehaltvolle Weine, die oft im Holzfass ausgebaut wurden, harmonieren gut mit Kastanienrisotto (risu che pastìgghi), gebratenem Lamm oder geschmortem Kaninchen.

Eine Auswahl der Nero d’Avola-Weine von Delinat finde Sie hier.

Sizilien-Reise (1): Regen und sizilianische Gastfreundschaft

Keiner von uns hatte das erwartet – wir waren auf sommerliche Temperaturen eingestellt, aber Sizilien empfing uns am Montag mit Regen. Unser erster Besuch galt Massimo de Gregorio auf dem Weingut Villa Dorata, rund 50 Kilometer südwestlich von Palermo. Auch Sizilien hat unter einem nassen Frühling zu leiden, erzählte er: Wegen der Nässe auf den Feldern konnte er in diesem Jahr keinen Weizen anbauen.

Autochthone Rebsorten

Auch die Wege und Strassen sind in Mitleidenschaft gezogen – die Fahrt durch die Weinberge mit seinem Allradfahrzeug geriet eher abenteuerlich. Die Reben aber gedeihen sehr gut – gerade hat Massimo einen Versuchs-Weinberg angelegt, um weitere autochthone sizilianische Rebsorten, z.B. Grillo oder Nerello Mascalese anzupflanzen.

Neben der Verkostung des Jahrgangs 2009 (die Weine überzeugten übrigens durch schöne Frucht und sind ausgesprochen harmonisch am Gaumen) war der Höhepunkt unseres Besuchs kulinarischer Art: zu Mittag gab es eine frische, noch warme Ricotta aus Schafsmilch, am gleichen Morgen hergestellt!

Wie eine Oase: Biodiversität im Weinberg

Am nächsten Tag fuhren wir zum nächsten Massimo: das Weingut von Massimo Maggio befindet sich in der Nähe von Vittoria – umgeben von Industriezonen und Treibhäusern. Es ist eine wahre Freude für die Augen, wenn man dann endlich bei Massimos Weinbergen ankommt – wie eine Oase in der Wüste. Jede Parzelle ist umsäumt von Bäumen: Oliven, Orangen, Mandarinen…Die Mischkultur gehört einfach in dieses Land. Auf grosszügig bemessenen freien Flächen kann die ursprüngliche Flora gedeihen, und im Frühjahr hat Massimo zwei Hotspots mit aromatischen Kräutern bepflanzt. So sind das ganze Jahr hindurch Blüten im Weinberg zu finden. Man spürt, wie Massimo sein Land liebt.

Man darf ihm aber nicht trauen, wenn es ums Essen geht: das angekündigte leichte Mittagessen erwies sich als ein Gelage von sizilianischen Köstlichkeiten: So gab es Arancini (gefüllte, frittierte Reisbällchen), Caponata (eine süßsauer zubereitete Speise aus Paprika, Auberginen, Kapern und Zwiebeln) und eine Focaccia Siciliana. Die Krönung aber war ein Riesen-Cannolo, dem wir einfach nicht widerstehen konnten. Die Gastfreundschaft der Sizilianer kann überwältigend sein…

Kennen Sie Porquerolles?

Porquerolles ist kein neuer Delinat-Wein, Porquerolles ist auch kein französisches Schweineschnitzel – nein, es ist der südlichste Punkt der Provence. Eine kleine, der Küste vorgelagerte Insel, die dem Bild vom Paradies auf Erden schon recht nahe kommt: die Ile de Porquerolles. Mit einer Fähre setzen Sie über und gelangen in eine andere Welt. Empfangen von dem kleinen Hafenort, einem früheren Piraten- und Schmugglerparadies, nehmen Sie vielleicht erst einmal einen Kaffee auf der schattigen Place Principale mit ihren kleinen, typischen Restaurants und lassen den mediterranen Charme der Insel auf sich wirken.

Und dann sollten Sie überlegen, wie Sie den Tag verbringen möchten: gut 50 km Wanderwege locken mit Routen durch die duftende Garrigue, mit mittelalterlichen Festungen, mit den schroffen Küstenlinien im Süden der Insel. Es bietet sich auch an, ein Fahrrad zu leihen – auf der nahezu autofreien Insel ist das ein besonderes Vergnügen. Oder Sie besuchen noch einmal den Hafen, gehen zum Quai des Pècheurs und sehen den Fischern bei der Arbeit zu. Und vergessen Sie nicht die malerischen Strände im geschützten Norden der Insel.

Gratis-Ausflug nach Porquerolles

Warum schreiben wir im Delinat-Blog über dieses Kleinod? Es ist nur etwa eine Stunde vom Château Duvivier entfernt, dem Delinat-Weingut, wo Sie herrliche  Ferien beim Winzer verbringen können, vom Ehepaar Fahs mit köstlichen provencalischen Menüs und Delinat-Weinen verwöhnt. Im Juli und August sind nun einige Ausflüge zur Ile de Porquerolles geplant – gratis im Buchungspreis enthalten!

In der Zeit zwischen dem 17. Juli und dem 27. August fährt Sie jede Woche ein eigens gecharteter Bus am Morgen vom einen Paradies ins andere – und bringt Sie am Abend wieder zurück. Einige Zimmer sind noch frei – sehen Sie einmal in der Wochenübersicht des Château Duvivier nach! Im Juli werde ich selbst mit meiner Familie Château Duvivier und die Ile de Porquerolles besuchen – vielleicht sehen wir uns dort?

Weitere Informationen über die Insel finden Sie auf Wikipedia.

Bio ohne Artenvielfalt?

In Bio-Weinbergen sei die Artenvielfalt nicht grösser als in konventionellen, so folgert eine aktuelle Studie der Universtät Fribourg und schockiert damit überzeugte Bio-Konsumenten und -Produzenten. Wie viel Wahrheit ist daran und ist das gezeichnete Bild vollständig?

Die erschreckende Feststellung, dass die Biodiversität in vielen Biobetrieben mittlerweile derart verkommen ist, dass sie nicht höher ist als in gut wirtschaftenden IP-Betrieben, stand am Ausgangspunkt der Zweiten Biorevolution, die Delinat vor einiger Zeit ausrief. Denn der bloße Verzicht auf Chemie bedeutet noch längst keine nachhaltige Landkultur (siehe Beitrag im Ithaka-Journal).

Monokultur führt zum Zusammenbruch der Ökosysteme

Die Hauptursache für das Zusammenbrechen der landwirtschaftlichen Ökosysteme und der damit einhergehende Zwang zum Einsatz von Pestiziden liegen in der katastrophalen Anlage von Monokulturen und der Ignoranz gegenüber dem Ablauf natürlicher Prozesse. Nicht, dass wir damit synthetische Pestizide harmlos sprechen wollen, aber wir sind uns durchaus bewusst, dass die entscheidenden Faktoren für die Stabilität von Ökosystem in der gezielten Förderung der Biodiversität liegen. Zur Erreichung dieses Zieles hat Delinat nicht nur ein eigenes Forschungsinstitut gestiftet, sondern eine umfassende Charta für Biodiversität erstellt und tiefgreifend neue Bio-Richtlinien für alle Delinat-Winzer erlassen.

Biodiversität auch in IP-Betrieben

Zum Vergleich mit den Bio-Weinbergen hat die Studie nicht kahlgespritzte herkömmliche herangezogen, sondern IP-Weinberge. IP steht für „Integrierte Produktion“, die chemische Pestizide zwar nicht verbietet, aber versucht, mit so wenig wie möglich und so viel wie notwendig auszukommen. IP-Weinberge sind in der Regel begrünt, ähnlich wie Bio-Weinberge. Die Maßnahmen, die wir in der Charta für Biodiversität aufgestellt haben, sind daher nicht nur für Biobetriebe, sondern auch für IP-Betriebe geeignet und empfohlen. In seiner Beratungstätigkeit arbeitet das Delinat-Institut häufig für IP-Betriebe, um dort, trotz des Einsatzes bestimmter synthetischer Produkte, die Biodiversität entscheidend zu erhöhen und das Ökosystem Weinberg zu stabilisieren.

IP-Betriebe, die nach der Delinat-Charta für Biodiversität arbeiten, zeigen eine wesentlich höhere Biodiversität als viele der traditionellen Biobetriebe, in denen Monokultur herrscht und die Begrünung weggepflügt wird. Wer je seinen Fuß in einen Weinberg setzt, der nach der Delinat-Charta für Biodiversität gepflegt wird, der wird auf den ersten Blick die Kraft und Harmonie der biologischen Vielfalt erkennen und verstehen. Die Methoden, die auf fortschrittlichen Bioweingütern eingesetzt werden, haben die höchste Weinqualität in gesunden Ökosystemen zum Ziel.

Der Verzicht auf Chemie allein reicht nicht

Es ist ein großer Fehler vieler Biobetriebe, sich lediglich über den Verzicht auf Chemie zu definieren, anstatt allumfassend nachhaltig und mit Methoden der Biodiversifizierung zu arbeiten. Auf diese Weise kommt es zu so erschreckenden Studien, dass es Bio-Weingüter gibt, deren Biodiversität geringer ist als die von konventionellen Gütern. Daraus aber wiederum zu schließen, dass Bio grundsätzlich schlecht für die Biodiversität sei, hieße freilich die Fakten hässlich zu verkehren.

Studie ist mangelhaft

Die Gesamtaussage der zitierten Studie ist allerdings trotzdem tendenziös und ungenau formuliert. Über 95% der in einer landwirtschaftlichen Parzelle vorkommenden Arten sind mit bloßem Auge unsichtbar. Wenn nur Blumen, Heuschrecken und Spinnen als Maßstab der Biodiversität herangezogen werden, ergibt dies nur ein sehr unvollständiges Bild. Gerade die Mikroflora und –fauna reagieren besonders sensibel auf Pestizide und gefährden insbesondere die funktionale Biodiversität. Aber auch hier gilt, dass eine ökologisch durchdachte Bewirtschaftungsmethode (artenvielfältige Begrünung, Humuswirtschaft, strukturelle Diversität durch Bäume und Sträucher, genetische Diversität …) mehr Einfluss auf die insgesamt im Weinberg herrschende Biodiversität hat, als die Wahl des biologischen oder synthetischen Pestizids.

Der Weinberg der Zukunft

Unser Engagement gegen synthetische Pestizide erklärt sich vor allem aus der Tatsache, dass wir die Folgen der synthetischen Pestizide und ihrer Interaktionen nur sehr unvollständig kennen und Persistenzen sowohl im menschlichen als auch im tierischen und pflanzlichen Organismus sowie im Ökosystem überhaupt konstatieren müssen. Unser Kampf um den ökologisch nachhaltigen Weinberg der Zukunft bleibt aber nicht bei der Frage der Pestizide stehen, sondern definiert sich ebenso über die tatsächliche Biodiversität im Weinbau, die Reinheit und Qualität des Weines und nicht zuletzt die Klimabilanz.

Quelle:
Effects of vineyard management on biodiversity at three trophic levels
Veröffentlicht in: Biological Conservation
Odile T. Bruggisser, Martin H. Schmidt-Entling, Sven Bach
er

Welche WeinLese-Artikel gefallen Ihnen am besten?

Die aktuelle WeinLese
Die aktuelle WeinLese

Für die, die sie nicht kennen: die WeinLese ist die Delinat-Kundenzeitschrift; sie erscheint vierteljährlich und wird jeweils mit dem DegustierService Rotwein oder per Post zugestellt.

Als ich im Jahr 2006 – damals noch nicht als Delinat-Mitarbeiter – den Rotwein-DegustierService bestellte, machte ich grosse Augen, als ich die WeinLese das erste Mal durchblätterte. Natürlich ist sie eine Kundenzeitschrift und stellt die Delinat-Weine im rechten Licht dar. Aber zusätzlich ist sie nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam: weinspezifische Themen, Ökologie im Weinberg, Speisenempfehlungen und Rezepte sorgen für einen bunten Mix, der von Delinat-Mitarbeitern und namhaften Wein-Journalisten (und –innen) geschrieben wird.

In einer Zeit, in der Print totgesagt wird, freue ich mich jedes Mal auf die neue WeinLese – auch jetzt noch als Delinat-Mitarbeiter! Ein gutes Produkt kann aber immer noch besser werden – dazu bitten wir Sie um Ihre Unterstützung: Welche Artikel haben Ihnen in der letzten WeinLese Nr. 18 am besten gefallen?

Falls Sie die WeinLese nicht zur Hand haben oder (noch) kein Delinat-Kunde sind, können Sie sie hier als PDF am Bildschirm ansehen.

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Bitte klicken Sie maximal drei Artikel an. Möchten Sie uns weitere Meinungen, Wünsche oder Anregungen zur letzten WeinLese mitteilen? Dann schreiben Sie bitte einen Kommentar (unten). Vielen Dank!

Veranstaltungen in den Delinat-Weindepots

Drei Delinat-Weindepots gibt es inzwischen in der Schweiz – das älteste steht in St. Gallen, neu hinzu gekommen sind Bern und Olten. Die meisten Kunden informieren sich im Katalog oder im Webshop über die Weine; hier in den Weindepots sind alle verfügbaren Weine direkt am Lager und können verkostet werden.

Besonderen Wert legen wir darauf, dass die Kunden in den Weindepots nicht nur die Weine besser kennenlernen können, sondern auch deren Produzenten, unsere Winzer. Zuletzt besuchte uns Josep Albet i Noya: Er präsentierte und signierte seine Weine, beantwortete Fragen und schenkte mit sichtlichem Vergnügen seine Weine aus. Eine feine Paella, von David Rodriguez in einer grossen Pfanne zubereitet, sorgte für kulinarisches Vergnügen.

So gab es in den letzten Monaten verschiedene Anlässe: Mehrere unserer Winzer waren in den Delinat-Weindepots zu Gast, Delinat-Ökologe und Winzerberater Dani Wyss hielt einen Vortrag über Biodiversität mit anschliessender Degustation; am 27. Mai wird Delinat-Önologin Martina Korak im Weindepot Olten „Frauenpower und Wein“ präsentieren.

Diese Anlässe bereiten uns viel Spass. Daher möchten wir sie fortführen – und Sie einmal fragen: Was für Veranstaltungen fehlen Ihnen in unserem Programm? Was würden Sie sich wünschen? Sollen wir mehr Gewicht auf Ökologie legen? Möchten Sie eher noch mehr unserer Winzer kennen lernen? Oder sollen wir den Umgang mit Wein ins Zentrum stellen; z.B. das Degustieren lernen und üben, den passenden Wein zu Speisen finden und den Umgang mit Wein vertiefen?

Wir freuen uns über Anregungen und Ideen in den Kommentaren! Natürlich wird jede Idee, die wir realisieren, nicht nur mit einer Einladung zur Veranstaltung belohnt – sondern auch mit einer kleinen Überraschung.

Wie entstehen Restposten?

Kaum eine Seite des Delinat-Webshops wird öfter besucht als die Restposten-Liste. Die meisten Kunden wissen, dass es sich lohnt, immer wieder mal da reinzuschauen und nach Perlen zu tauchen. Etwa alle zwei bis drei Monate gibt es grössere Lagerbereinigungen, auf die der Newsletter jeweils hinweist (hier können Sie den Newsletter bestellen).

Viele Wege führen in die Restposten-Liste

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum Produkte auf die Restposten-Liste kommen. Manche Weine reifen schneller als angenommen und müssen somit früher getrunken werden, bei anderen führt ein Unfall zu Verschmutzung der Etiketten und bei vielen reicht die Menge zur Aufnahme in den Katalog nicht mehr. In allen Fällen ist es einfacher und schneller, dem Kunden einen Preisvorteil zu gewähren und so die Posten rasch unter die Weinfreunde zu bringen.

Es kann sich lohnen, den Weinkeller mit Resposten von Delinat aufzufüllen.
Es kann sich lohnen, den Weinkeller mit Restposten von Delinat aufzufüllen.

Verschmutzte Etiketten und defekte Kapseln

Es ist rasch passiert und kommt leider jährlich mehrmals vor: Im Lager oder beim Transport kippt eine Palette um, beim Postversand geht eine Flasche zu Bruch, beim Verpacken rutscht eine Flasche aus der Hand… In all diesen Fällen bleiben auch intakte Flaschen übrig, die aber so verschmutzt sind, dass sie nicht mehr „normal“ angeboten werden können. Je nach Verschmutzungsgrad werden diese sonst einwandfreien Weine mit 15 bis 30% Rabatt abverkauft.

Reife Weine

Mit 30 Jahren Erfahrung gelingt es Delinat, die voraussichtliche Lagerfähigkeit der Weine ziemlich genau zu prognostizieren. Dennoch gibt es Überraschungen – und zwar in beide Richtungen. Reift ein Wein langsamer als erwartet, dann kann der Wein auch mal erst im doppelten Alter die optimale Trinkfreude bieten. Oder aber er entwickelt sich im Gegenteil schneller als erwartet und das ist dann ein wichtiger Grund für einen raschen Abverkauf zum reduzierten Preis. Zur Sicherheit kommuniziert Delinat die Lagerfähigkeit zwar zurückhaltend: „Haltbar bis 2015“ könnte auch heissen, dass der Wein auch 2017 noch höchstes Vergnügen bereitet. Die Ausnahme bestätigt aber auch hier die Regel und es gibt jedes Jahr etwa ein Dutzend Weine, die wegen schneller Reifung auf der Restpostenliste landen.

Auch für Restposten gilt das Rückgaberecht

Wer auf der Restposten-Liste auf einen Artikel klickt, bekommt in der Produkt-Detailansicht auch den Grund der Preisreduktion zu sehen. Insbesondere bei gereiften Weinen sollte auch die Degustationsnotiz beachtet werden. Reifenoten wie Dörrobst und Marmelade sind Geschmacksache. Manche lieben sie, andere bevorzugen jugendliche Fruchtaromatik. Die Gefahr eines Fehlkaufs ist jedoch gering, denn auch für Restposten gilt die Delinat-Garantie: Innerhalb der empfohlenen Lagerdauer haben Sie ein uneingeschränktes Rückgaberecht und „Korkweine“ werden wie bei Delinat üblich ersetzt oder gutgeschrieben. Auch der Mengenrabatt gilt für die Restposten.

Sind Sie mit der Restposten-Liste zufrieden? Haben Sie Anregungen für Verbesserungen? Danke für Ihren Kommentar.

Biokohle für Kleingärten

Vor zwei Wochen nahmen das Delinat-Institut und Swiss Biochar den ersten Pyrolyse-Reaktor Europas in Betrieb. In der Nähe von Lausanne wird nun Biokohle produziert.

Klima retten mit Biokohle

Fertige Biokohle
Biokohle

Durch die Herstellung von Biokohle wird es möglich, der Atmosphäre dauerhaft CO2 zu entziehen (Klimafarming); der Einsatz von Biokohle macht klima-positives Wirtschaften möglich – im Weinberg, in der Landwirtschaft und auch im Kleingarten.

Seit 2007 erforscht das Delinat-Institut die Wirksamkeit von Biokohle als Bodenverbesserer. Die Ergebnisse sind so ermutigend, dass dieser Versuch jetzt ausgedehnt werden soll: Wie berichtet, fördern wir den Einsatz von Biokohle in den Weinbergen der etwa 100 Delinat-Winzer. Zusätzlich hat das Delinat-Institut jetzt die Aktion „Biokohle für Kleingärten“ gestartet.

Grossflächiger Bodenversuch mit Biokohle

In 500 Kleingärten soll der bisher grösste Bodenversuch der Schweiz unternommen werden: Das Delinat-Institut stellt jedem teilnehmenden Gärtner 10 kg Biokohle zur Verfügung; vermischt mit Kompost ergibt das ein Substrat für drei Versuchsflächen von jeweils 3qm.

In diese Erde wurde Biokohle eingearbeitet.
In diese Erde wurde Biokohle eingearbeitet.

Die Gärtner bekommen eine Versuchsanleitung und ein Protokoll zur Auswertung. So wird die Wirkung von Biokohle auf verschiedenen Böden mit unterschiedlichen Kulturen dokumentiert. Nach ein bis zwei Jahren werden genügend Daten vorhanden sein, um auszuwerten, ob Biokohle tatsächlich eine Perspektive darstellt als Bodenverbesserer und für eine nachhaltige, klimapositive Landwirtschaft – und damit für die Zukunft der Menschheit.

Bewirtschaften Sie einen Kleingarten und möchten an dem Versuch teilnehmen? Hier auf der Homepage des Delinat-Instituts finden Sie weitere Informationen und ein Formular, mit dem Sie sich um die Teilnahme bewerben können. Bitte geben Sie dort als Betreff „Biokohle für Kleingärten“ ein und beschreiben Sie kurz, warum und wo Sie an dem Versuch teilnehmen möchten. Zur Zeit ist die Teilnahme wegen der kürzeren Transportwege nur in der Schweiz möglich. Verläuft der Versuchsaufbau positiv, ist eine Ausdehnung des Versuchs auf Deutschland und Österreich denkbar.

Einen beeindruckenden Erfahrungsbericht über den Einsatz von Biokohle im Garten finden Sie übrigens ganz aktuell im Ithaka-Journal (hier).

Badia a Coltibuono Chianti Classico

In der Regel bin ich bei Weinen, die von den Kritikern und der Presse hochgejubelt werden, sehr skeptisch. Meist stimmen Qualität und Preis nicht überein. Mehr Schein als Sein, mehr Etiketten-Design als Inhalt, das musste ich nur allzu oft feststellen. Aber manchmal hält das Leben Überraschungen bereit – im positiven Sinne.

Auf meiner Reise durch die Toskana im letzten Herbst stiess ich auf eine kleine Trattoria. Alles war so, wie es sein muss: Die „Mamma“ stand am Herd, der „Papà“ bediente und hielt wortreich Konversation mit den Gästen. Die Gerichte einfach und traditionell, aber die Gerüche, die der Küche der „Mamma“ entströmten, versprachen Wunderbares.

Empfehlung von „Papà“: Chianti Classico

Wer diese Art von Trattoria kennt, weiss: Was der Wirt empfiehlt, ist quasi Gesetz. Ich bestellte also die hausgemachte Pasta mit Ragú di coniglio. „Papàs“ Weinempfehlung lautete: Chianti Classico von Badia a Coltibuono, ohne wenn und aber. Ich habe es nie bereut, mich dieser Empfehlung gefügt zu haben, denn: Ich habe mich sofort in diesen Wein verliebt. Schon allein das komplexe Bukett überzeugte mich sofort. Trotz seiner Geschmeidigkeit und Fülle zeigt der Wein eine Verspieltheit, die für den Chianti typische Frische und verrät so seine Herkunft.

Badia a Coltibuono überzeugt auch zu Hause

Jeder weiss: In den Ferien schmeckt ein Wein ganz anders als zu Hause. Trotzdem packte ich einige Flaschen in den Kofferraum – und erlebte auch hier eine Überraschung: sowohl privat mit Freunden, wie auch beruflich in der analytischen Degustation überzeugte dieser Chianti Classico mich wieder. Da muss ich nur die Augen schliessen und sehe vor dem inneren Auge die hügelige Landschaft der Toskana, sehe die Zypressen und höre die Zikaden singen.

„Tre bicchieri“ im Gambero Rosso

Nun freue ich mich, auch unseren Kunden den Badia a Coltibuono im Webshop anbieten zu können. Der Badia a Coltibuono Chianti Classico besteht zu 90% aus Sangiovese und 10% Canaiolo. Die Trauben werden von Hand gelesen und spontan mit “hofeigenen” Hefestämmen vergoren. Die Mazeration dauert mindestens 3 Wochen. Danach ruht der Wein während 12 Monaten in französichen und österreichischen Eichenholzfässern (15 – 25 hl). Der letzte Jahrgang erhielt vom renommierten Gambero Rosso “3 bicchieri”, die höchste Auszeichnung. Der aktuelle Jahrgang steht dem letztjährigen in nichts nach.