Delinat ist 30

Delinat übt mit dem 30-Jahr-Jubiläum Zurückhaltung. Und ich gebe zu, selbst die Ursache zu sein. Jubiläen und Geburtstage sind nicht mein Ding. Warum soll das Älterwerden gefeiert werden? Bei Jubiläen und Geburtstagen schaut man „nur“ zurück. Natürlich bin auch ich stolz auf das, was Delinat erreicht hat. Aber ist der Blick in die Zukunft nicht viel wichtiger? Rückschau, Selbstzufriedenheit und Stillstand liegen gefährlich nahe beisammen.

30 Jahre Delinat
30 Jahre Delinat

Vielleicht ist es gerade meine ablehnende Haltung, die den Ehrgeiz meiner Mitarbeiter/innen anstachelt. Vor jedem runden Delinat-Geburtstag finden anregende Diskussionen statt, Ideen für Veranstaltungen, Feiern und Sonderangebote machen die Runde – ein regelrechter Wettbewerb entsteht. Auch wenn die grundsätzlich skeptische Meinung des Chefs bekannt ist, so soll und will dieser eine so schöne Dynamik natürlich nicht einfach im Keim ersticken. Und so werden mit Humor, Schalk und Spass virtuelle Anlässe, Gewinnspiele und Angebote kreiert und darüber gewitzelt, wie ich als Chef diese freudig vorstellen würde.

Der 30. Geburtstag bleibt ruhig – mit einer Ausnahme

Während sich die „Eventtypen“ im Team beim 20. und 25. Geburtstag durchsetzen konnten, habe ich es geschafft, dass der aktuelle 30. Geburtstag kaum erwähnt wird. Mit einer Ausnahme, und diese finde auch ich ganz toll: Da der DegustierService untrennbar zur Delinat-Erfolgsgeschichte gehört, haben wir ein 30-Jahre-Jubiläums-Paket geschnürt, von dem alle Biowein-Freunde profitieren können. Das Angebot wird in verschiedenen Zeitschriften erscheinen und alle, ob bereits Delinat-Kunden oder nicht, ob DegustierService-Mitglieder oder nicht, dürfen sich so ein Paket zum Jubiläumspreis bestellen. Hier kann man es auch online bestellen.

Feiern ist ein Stück Kultur

Übringens: Ich habe natürlich nichts gegen das Feiern im allgemeinen. Im Gegenteil, ich versuche das Feiern zu kultivieren – sowohl geschäftlich wie privat. Erfreuliche Anlässe und persönliche Erfolge gibt es viele. Zurzeit zum Beispiel die erfolgreiche Inbetriebnahme des Pyrolyse-Reaktors. Das ist doch viel wichtiger, als 30 Jahre alt zu werden. Und natürlich gibt es auch die spontanen Feste, die man bekanntlich feiern soll, wie sie fallen. Nicht umsonst steht bei Delinat der DELSECCO jederzeit gekühlt bereit.

Ich wage kaum zu fragen und tu es trotzdem: Feiern Sie Geburtstage? Schreiben Sie einen Kommentar dazu, es würde mich freuen, gute Gegenargumente zu meinen Ausführungen zu lesen und/oder vielleicht sogar den einen oder anderen ähnlich Denkenden zu finden.

Jetzt kommt die Biokohle

In den nächsten Wochen wird das aktuelle DegustierService-Rotwein-Paket ausgeliefert. Dieses enthält nicht nur die beliebten Delinat-Rotweine, sondern auch eine ungewöhnliche Beilage: einige Gramm Biokohle.

Erster Pyrolyse-Reaktor Europas

Damit erhalten die DegustierService-Kunden ein Produkt zum Anfassen, auf das wir stolz sind – und in das wir Hoffnungen setzen: Am Mittwoch ging Europas erster Pyrolyse-Reaktor in Lausanne in Betrieb und wird täglich ein bis zwei Tonnen Biokohle produzieren.

Biokohle als Klimaretter…

Das Verfahren der Pyrolyse ist schon seit 2’500 Jahren bekannt; die Herstellung von Holzkohle ist nichts anderes als Pyrolyse. Der Unterschied bei der Herstellung von Biokohle: Nicht nur Holz, sondern sämtliche pflanzliche Abfälle können verwendet werden. Mit der Anlage, die jetzt von Swiss Biochar und dem Delinat-Institut in Betrieb genommen wurde, lassen sich aus einer Tonne Grünschnitt rund 500kg CO2 dauerhaft der Atmosphäre entziehen.

… und Biokohle als Bodenverbesserer

Die Herstellung von Biokohle kommt also dem Klima zu Gute, ihre Verwendung aber dem Wein – jedenfalls mittelbar: in Verbindung mit Kompost ist Biokohle einer der effektivsten Bodenverbesserer. Diese Tatsache war schon vor 1’500  Jahren  den Indios in Amazonien bekannt: die Terra Preta zeugt noch heute von der Verwendung von Biokohle – und noch heute können die Flächen landwirtschaftlich genutzt werden.

Biokohle im Weinberg

In den Weinbergen des Delinat-Instituts im Wallis läuft seit 2007 ein grossflächiger Versuch zur Wirksamkeit von Biokohle als Bodenverbesserer. Dieser Versuch ist über mehrere Jahre angelegt, aber schon jetzt so erfolgreich, dass Delinat nun ihre etwa 100 Winzer dazu animiert, ebenfalls Versuche mit Biokohle zu beginnen – begleitet von der Beratung des Delinat-Institutes.

Dazu müssen hunderte Tonnen Biokohle produziert werden; der Reaktor in Lausanne ist schon jetzt voll ausgelastet. Klima-Experten bestätigen, dass die Herstellung und Verwendung von Biokohle eines der wenigen wirksamen Mittel zur Rettung unseres Klimas sein könnte; wenn das dann nicht nur die Qualität des produzierten Weins verbessert, sondern auch noch den Einsatz von Pflanzenschutz und Bewässerung verringert – umso besser! Dies ist ein entscheidender Schritt zu unserem Ziel, bis 2015 nicht nur klimaneutral, sondern gemeinsam mit unseren Winzern klimapositiv zu werden. Das heißt, mehr Kohlenstoff im Boden der Weinberge zu speichern, als die gesamte Firma Delinat samt ihren Winzern an CO2 emittiert.

Gestatten Sie mir noch eine persönliche Bemerkung: Ende Oktober konnte ich als neuer Delinat-Mitarbeiter zum ersten Mal die Weinberge des Delinat-Institutes im Wallis besuchen – und war tief beeindruckt, wie vital die Rebzeilen aussahen, in deren Boden Biokohle zum Einsatz gekommen war; der Gegensatz  zu direkt daneben stehenden Reben, die ohne das schwarze Pulver auskommen mussten, war immens. Anfang Mai werde ich wieder die Gelegenheit haben, durch die Weinberge auf Mythopia zu wandern – und bin schon gespannt, welches Bild sich mir im dort beginnenden Frühling bieten wird!

Ausführliche Informationen zur Inbetriebnahme des Pyrolyse-Reaktors erhalten Sie im Ithaka-Journal.

Ein paar Impressionen auf Video

Unten im Video erklärt Hermann Gerber, der Erfinder des Pyrolyse-Reaktors, die Anlage:

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Der erste Bericht im Radio

Weil der Pyrolyse-Reaktor im französischsprachigen Lausanne liegt, hat das Radio Suisse Romande (RSR), der beliebte französisch-sprachige öffentliche Schweizer Sender, eine Radiosendung zur Eröffnung des Reaktors produziert. Wenn Sie Französisch verstehen, dann können Sie hier die 19-Minuten-Sendung anhören.

Wein und Spargel

Spargel und Wein
Wein und Spargel

Die Spargelzeit beginnt – und jedes Jahr aufs Neue stellt sich die Frage: Nehme ich weissen oder grünen Spargel? Wie bereite ich ihn zu? Und vor allem: welcher Wein passt dazu?

Wein und Spargel ist kein einfaches Thema. Es gibt keine Patentrezepte, denn die leichte Bitternote des Spargels stellt viele Weine, vor allem fruchtsäure-betonte Rebsorten wie den Riesling, vor Probleme. Und dann kommt es natürlich darauf an, welche Sorte Spargel Sie verwenden und wie Sie ihn zubereiten.

Weisswein, rot oder rosé?

Grundsätzlich gilt: keinen Rotwein zum weissen Spargel – da braucht es einen Weisswein mit sanfter Säure und zarten Aromen, der die edlen Stangen umschmeichelt; zum grünen Spargel darf es aber gerne auch ein fruchtig-milder Rosé sein.

Spargelsalat und Sauvignon Blanc

Spargelgerichte, die auf würzige Beigaben verzichten oder ein Spargelsalat mit einer milden Vinaigrette können wunderbar mit einem Sauvignon Blanc oder einem Grünen Veltliner harmonieren.

Rivaner – feine Frucht zum Spargel

Klassisch bereitet man den Spargel mit einer Sauce Hollandaise zu; hier ist ein feinfruchtiger Rivaner anzuraten. Auch wer den Spargel gern in Gesellschaft von Garnelen oder Scampi geniesst, ist mit einem frischen, aromatischen Rivaner gut bedient. Hier sollte man allerdings auf eine milde Zubereitung der Krustentiere achten, damit das delikate Spargelaroma nicht überdeckt wird.

Mediterran mit Chardonnay

Eine mediterrane Zubereitung des Spargel mit Parmesan und Salbei zum Beispiel verlangt nach einem jungen Chardonnay oder einem Weissburgunder, während kräftig zubereitetete Spargel-Fisch-Kombinationen durchaus einen gehaltvollen Grauburgunder vertragen können.

Der Tipp: Grüner Veltliner

Noch zwei Grundsätze: je mehr man in opulenten Buttersaucen schwelgt, desto spritziger und säurebetonter darf die Wein-Begleitung ausfallen. Und: Grüner Veltliner  ist der Tipp zum Edelgemüse – seine pfeffrige Art passt prima zur leichten Bitternote des Spargel.

Hier sind unsere Empfehlungen für Ihr diesjähriges Spargel-Vergnügen:

Meinklang Grüner Veltliner 2009
Hirschhof Rivaner 2009
Savian Pinot Grigio Lison Pramaggiore DOC 2008
Pinot Grigio Fasoli 2009
Domaine Eugène Meyer Edelzwicker 2008
Duvivier Cuvée des Amis rosé 2008

Und eine Bitte zum Schluss: Wenn Sie beim Weinkauf auf biologischen Anbau achten – tun Sie es auch beim Kauf von Spargel und Zutaten: Die Natur wird es Ihnen danken!

Jahrgänge vergleichen (2) – Mission Bordeaux

Mythos Bordeaux – dem Wein aus dem Bordeaux eilt ein Ruf voraus: grosse Namen stehen für Weinbautraditionen, Wein-Adel und berühmte Weine. An den Ufern von Garonne und Dordogne wachsen die besten Weine der Welt, sagen manche; andere mokieren sich über überteuerte Weine,  die mehr Schein als Sein bieten. Wieder andere nutzen den Ruf der grossen Bordeaux und kaufen sich diese als Geldanlage.

Mission Bordeaux

Ein komplexes Thema also – das findet auch Uli Kutting, der in seinem Blog „Weinspion“ zu einer „Mission Bordeaux“ aufruft: eine Art Blog-Parade, die dem Weinfreund das Thema Bordeaux näher bringt. Gerne beteiligen wir uns an dieser Mission.

Faszination Bordeaux

Emil Hauser ist schon lange fasziniert von den Weinen des Bordeaux. In diesem Video erzählt er Ihnen, wie er seine ersten Bordeaux-Weine verkostete, warum es dort nur wenige Bio-Weingüter gibt; er degustiert zwei Grand Cru aus St- Emilion und erklärt, was einen kurzlebigen Wein von einem „Langläufer“ unterscheidet. Lassen Sie sich von ihm seine ganz persönliche Passion nahe bringen!

Passion Bordeaux

Auf Anregung eines langjährigen Kunden boten wir letzte Woche ein Probierpaket zum Jahrgangsvergleich an, in dem vier Grand Crus verschiedener Jahrgänge enthalten sind. Hat Emil Hauser etwas von seiner Faszination auf Sie übertragen können? Bestellen und nachverkosten können Sie hier!

Frühlingserwachen im Weinberg

Nach einem langen und strengen Winter ist auch in der Ostschweiz der Frühling eingetroffen. Knospen spriessen und Bienen sammeln den Nektar der ersten Blüten – der Kreislauf der Natur beginnt von Neuem.

In den Rebbergen können jetzt zwei Naturphänomene beobachtet werden:

1. Saftaustritt aus Rebschnittwunden

Im Frühjahr verliert die Rebe Flüssigkeit aus Rebschnittwunden. Dieser Vorgang setzt mit dem ersten warmen Frühlingswetter ein und dauert einige Tage. Dabei verliert ein Weinstock bis zu 5 Liter Wasser – denn darum handelt es sich beim Saft, der aus den Rebschnittwunden tropft, abgesehen von geringen Konzentrationen an Mineralstoffen, Zucker, organischen Säuren und Hormonen. Dies ist das erste sichtbare Zeichen für den Beginn des neuen Wachstumszyklus – es zeigt die beginnende Aktivität des Wurzelsystems an. Osmotische und Kapillar-Kräfte lassen in der Pflanze Wasser aufsteigen.

2. Austrieb der Sprossen

Damit beginnt die neue Wachstumsperiode und endet die Winterruhe. Die beim Winterschnitt stehen gebliebenen „Augen“ beginnen in den Wochen vor dem Austrieb zu schwellen. Der Austrieb selbst zeigt sich durch den ersten grünen Schimmer im Weinberg, wenn sich das erste junge Laub entfaltet und aus den Knospen hervorspriesst. Für den Winzer beginnt mit dem Austrieb bis zur Lese eine achtmonatige arbeitsreiche Zeit, in der es gilt, den Weinstock gegen Schädlinge und Krankheiten zu schützen und ihn zu erziehen. Das grösste Problem in den meisten Weinbergen ist um diese Zeit der Spätfrost, der den empfindlichen jungen Austrieb besonders stark schädigen kann.

Fleissige Honigbienen

Weinreben brauchen sie zwar nicht zwingend, doch ihre Begleitflora schon: Für die Landwirtschaft sind Bienen als Bestäuberinnen unverzichtbar. Mit ihrem sprichwörtlichen Fleiss bestäuben Honigbienen jedes Frühjahr unzählige Blüten – und sorgen damit unter anderem für die Erhaltung der Artenvielfalt. Sie verfügen über eine hochentwickelte soziale Lebensweise und gelten als Musterbeispiel für selbstloses Verhalten, weil sie nicht nur für ihre direkten Nachkommen sammeln. Jedoch machen Pestizide und Insektizide den Bienen heute schwer zu schaffen und mindern ihre Abwehrkräfte gegen ihren schlimmsten Feind: die Varroamilbe.

Es ist Frühling und höchste Zeit, freie Stunden wieder draussen zu geniessen, tief durchzuatmen, aufzutanken und dankbar die Wunder der Natur zu beobachten.

Berichtet „Ithaka“ zu aggressiv?

Das Delinat-Institut im Wallis, eine gemeinnützige Stiftung, wurde letztes Jahr von Delinat gegründet. Es forscht und arbeitet am Weinbau der Zukunft. Im Zentrum steht die wissenschaftliche Entwicklung von ökologisch ganzheitlichen Strategien.

Ziel ist eine ökonomisch tragfähige, klimaneutrale Landwirtschaft mit hoher Biodiversität. Hans-Peter Schmidt, der Institutsleiter, hatte fünf Jahre wertvolle Vorarbeit geleistet, so dass das Institut einen bereits intakten Weinberg und viele wertvolle Erkenntnisse übernehmen konnte.

"Jetzt fliegen sie wieder": Diese Anzeige erschien bereits im Frühjahr 2007

Das Journal „Ithaka“ berichtet regelmässig über die Instituts-Forschung und damit verwandte Themen. Manchmal wird deutlich auf die Missstände der konventionellen Landwirtschaft hingewiesen. So auch letzte Woche, als die im Wallis noch immer üblichen Helikopter-Einsätze mit gefährlichen Pestiziden hinterfragt wurden.

Dass solcherart Berichte nicht nur Beifall ernten, ist klar. Die Lobby der Agrarchemie ist stark und die vielen Weinbauern, die für die Helikopter-Einsätze bezahlen, würden lieber auf derlei Publizität verzichten. So kam es nach Veröffentlichung des Artikels letzte Woche zu Reklamationen – auch von Delinat-Kunden, die finden, wir hätten diese aggressive Art der Kommunikation doch nicht nötig.

Soll „Ithaka“ zurückhaltender berichten?

Aggressiv wollten wir natürlich nicht wirken. Nur klar genug, dass jede/r Leser/in versteht, wie dramatisch die Sache wirklich ist. Manchmal fällt es schwer, die richtige Tonalität zu treffen – deutlich genug zu sein und trotzdem nicht beleidigend zu wirken.

Daher fragen wir für einmal Sie, als Leser/in des Delinat-Blog und vielleicht auch von „Ithaka“: War der Artikel von letzter Woche zu aggressiv? Hier können Sie den Ithaka-Artikel lesen: Felder des Todes

Die Umfrage ist beendet - so haben Sie abgestimmt:

  • Ich finde den Artikel nicht aggressiv und gerade richtig in der Tonalität (81%, 348 Votes)
  • Ich finde den Artikel nicht bissig genug – er sollte aggressiver sein (15%, 64 Votes)
  • Ich finde den Artikel zu aggressiv (3%, 11 Votes)
  • Ich finde den Artikel nicht gerade aggressiv, aber doch eine Spur zu bissig (2%, 7 Votes)

Total Voters: 429

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Canta Rasim hat ein Etikett!

Weit über 700 Blog-Leser/innen, Kundinnen und Kunden haben gewählt – Canta Rasim, der neue Delinat-Wein aus dem „Langue d’Oc“, hat ein Gesicht erhalten. Mit 37 % der Stimmen liegt Etikett C knapp vor Etikett B (35 %). Auch in den Kommentaren wurde Etikett C am häufigsten genannt. Die Diskussion war aber interessant und lehrreich: Für alle drei Etiketten wurden gute Argumente gefunden – aber auch gegen alle drei! Unser Fazit: Diese Umfrage hat unsere internen Diskussionen optimal ergänzt, und wir freuen uns darauf, zukünftig zu weiteren Themen Ihre Meinung einholen zu können.

Natürlich können wir nur ein Etikett verwenden – so sieht er also aus, unser neuer Star aus Frankreich, der im Juni abgefüllt und im August auf den Markt kommen wird:

Ein Etikett für den Canta Rasim
Ein Etikett für den Canta Rasim

Vielen Dank an alle Teilnehmer/innen an dieser kleinen Umfrage – wir haben viel mehr Stimmen erhalten als erwartet; auch das ist ein Anlass zur Freude!

Und wie versprochen haben wir ein Dankeschön-Paket unter den eingegangenen Kommentaren verlost. Je 6 Flaschen Canta Rasim und eine Musik-CD gehen Mitte August an: Patrik Wüthrich, „Augi“ und „Zusca“ – die Gewinner werden per Email benachrichtigt. Herzlichen Glückwunsch!

Jahrgänge vergleichen (1)

Wir lieben Kundenwünsche! Sie münden oft in gute Ideen und Produkt-Innovationen. Thomas Riedel wünscht sich folgendes:

„Anbei eine kleine Anregung: wie wär`s mit einer kleinen Verkostung der verschiedenen Jahrgänge *eines* Weines gegeneinander […]? Wie ich feststellen durfte, sind die Jahrgänge durchaus unterschiedlich und es wäre vielleicht hübsch, Ihren eigenen Kommentar, einschließlich der Wetter- und andere Einflüsse etc. die dazu geführt haben, nachlesen und nachschmecken zu können. Sozusagen eine Art des stillen Gedanken- und Geschmacksaustausches mit Ihnen.
Danke für jede Menge gustatorischen Spaß!
Th. Riedel“

Tatsächlich ist es so, dass nur selten mehrere Jahrgänge des gleichen Weins bei Delinat verfügbar sind. Meist sind die aktuellen Jahrgänge recht schnell ausverkauft. Will man wirklich die Einflüsse des Wetterverlaufs heraus schmecken,  braucht es zudem ältere Jahrgänge, die die pubertären Launen ihrer Jugendjahre bereits hinter sich gelassen haben.

Einige Weine haben wir aber doch gefunden – meist fallen diese in die Sparte „Exklusivwein“ und sind längere Zeit lagerfähig. Auch für uns ist es eine Freude, einige ältere Jahrgänge nachzuverkosten – wie ein Wiedersehen mit alten Freunden! Unter diesen Weinen  haben wir die schönsten ausgesucht, um die verschiedenen Jahre erlebbar und schmeckbar zu machen, und Ihnen ein kleines Paket geschnürt:

Bordeaux, St. Emilion Grand Cru, 2002 und 2003

Zwei gereifte Bordeaux sind dabei, Clos de Mélisse, Jahrgang 2002 und 2003. Das Jahr 2002 war im Bordeaux durch den feuchten und kühlen Sommer eher speziell. Nur durch selektive Lese und sorgfältige Kellerarbeit konnten gelungene Weine gekeltert werden. 2003 dagegen war ein unglaublich heisses Jahr mit Rekord-Temperaturen im August. Die Weine wurden farbintensiv und kräftig, komplex mit ausgeprägter Tanninstruktur.

Bordeaux, St. Emilion Grand Cru, 2006 und 2007

Dann zwei Grand Cru aus St. Emilion: Château Cartier 2006 und 2007. Das Jahr 2006 wurde allgemein als hervorragend bezeichnet; einem kalten August folgte ein heisser September und sorgte für beste Erntebedingungen. Das Resultat: sehr aromatische Weine mit feinen Gerbstoffen und gutem Reifepotential. 2007 war durch wechselhaftes Wetter gekennzeichnet, mit starken Niederschlägen, aber gutem Lesewetter, so dass auch dieses Jahr frische und fruchtige Rotweine hervorbrachte.

Provence, 2005 und 2006

Als letztes dann zwei Weine vom Château Duvivier: Les Mûriers 2005 und 2006. In 2005 war die Traubenqualität durch einen heissen Sommer ausgezeichnet; der Herbst aber fiel sehr feucht aus, so dass 2005 als schwieriges Jahr bezeichnet werden muss. Nur durch die sorgfältige Ernte von Hand konnte die hohe Qualität der Weine sicher gestellt werden. 2006 dagegen fiel die Erntemenge zwar auf Grund von Hagel im Juli etwas geringer aus; aber nach ansonsten sehr gutem Wetterverlauf hielt der rechtzeitig einsetzende Mistral im September die Trauben trocken, so dass Antoine Kaufmann diesen Jahrgang für einen der besten der letzten 10 Jahre hält.

Das Paket im Überblick finden Sie zur Bestellung im Webshop. In Kürze veröffentlichen wir dann hier unsere Degustationsnotizen – und freuen uns darauf, sie mit Ihren Notizen zu vergleichen!

Jungweine sind günstiger – und anders

Im Delinat-Sortiment gibt es einige beliebte Weine, deren Erntemenge leider nicht ausreicht, um jederzeit lieferbar zu sein. So auch bei zwei der meistverkauften Bioweine Spaniens, dem Vinya Laia und dem El Molino.

Vor Jahren haben wir eine Erweiterung der Parzellen eingeleitet und die Winzer dabei beraten und unterstützt. Beim Vinya Laia war es dann der Jahrgang 2007, für den etwas mehr Trauben verfügbar waren und beim El Molino der Jahrgang 2008. Diese Zusatzmengen haben bewirkt, dass die beiden Weine jetzt zum ersten Mal das ganze Jahr über lieferbar blieben.

In wenigen Wochen kommt die neue Ernte und dann wird es vorübergehend sogar zwei Jahrgänge parallel zu kaufen geben. Zum ersten Mal werden die Freunde dieser beliebten Tropfen also die Wahl haben: Soll ich eher den reifen älteren Jahrgang kaufen oder gleich den neuen wählen? Wo liegen die Unterschiede und was sollte man vorziehen?

Um es vorwegzunehmen: Es gibt keine allgemein gültige Antwort. Denn es ist eine Frage des Geschmacks. Rotweine machen auch nach der Abfüllung in der Flasche noch einmal eine Entwicklung durch. Die jugendlich-ungestümen Fruchtaromen schwächen sich ab und die Weine werden reifer, runder und wirken insgesamt harmonischer.

Praktisch alle Rotweine entwickeln sich stark im ersten und zweiten Jahr nach der Abfüllung.
Praktisch alle Rotweine entwickeln sich stark im ersten und zweiten Jahr nach der Abfüllung.

Wer die frischen Fruchtaromen vorzieht und den Wein ähnlich wie Rosé oder Weisswein zu gewürzten Speisen oder gar als Aperitif servieren möchte, der sollte eher die neuen Jahrgänge wählen. Wer aber lieber einen etwas gesetzteren, reifen Begleiter zum Essen mag, der die zarte Würze der Speisen mit den feinen Sekundär-Aromen unterstreicht statt sie mit jugendlich-üppigen Aromen zu überdecken, der sollte besser die gereifteren Jahrgänge wählen.

Auch der Preis kann bei der Wahl eine Rolle spielen. So werden die neuen Jahrgänge oft per DegustierService vorgestellt und damit gilt in der Einführungszeit der günstige DS-Preis. Die Lagerung verteuert die Weine zusätzlich und nach einem Jahr ist eine Preiserhöhung die Folge. Das gilt auch für El Molino und Vinya Laia. Beide sind jetzt noch zum alten Preis erhältlich. Im Mai, wenn die neuen Jahrgänge angekommen sind, wird der Preis der alten um etwa 10% erhöht.

Wein als Geldanlage rechnet sich – aber nur bei gutem Weinkeller.
Wein als Geldanlage rechnet sich – aber nur bei gutem Weinkeller.

Wer über einen geeigneten Weinkeller verfügt, kauft daher mit Vorteil die Jungweine zum günstigen Preis und legt sich einen kleinen Vorrat an. Besonders bei Weinen mit langer Lagerfähigkeit lohnt sich das. Im Vergleich zu Sparkonten ist der Ertrag dieser sicheren „Anlage“ mit rund 10% jährlich geradezu traumhaft. Mehr dazu hier.

Rettet die Schmetterlinge!

Mitte März machte eine Studie der Weltnaturschutzunion IUCN die Runde durch die Medien: ein Drittel der Schmetterlinge Europas ist gefährdet – schuld daran sei der Verlust an geeigneten Lebensräumen für die bunten Falter. Neun Prozent sind sogar aktuell vom Aussterben bedroht – und 14 Prozent der Libellen Europas. Die Schmetterlinge sind so etwas wie ein Symbol für uns bei Delinat:

„Als meine Frau und ich 1980 Delinat gründeten, war es eine Herzensangelegenheit. Wir wollten uns für die Rückkehr der Schmetterlinge einsetzen, für Weinberge als Biotope. Und wir waren von der Idee beseelt, dass reiner Wein nicht nur besser schmeckt, sondern auch gesünder ist.“ (Karl Schefer, WeinLese Nr. 15, S. 10)

Diese Idee führte letztendlich zur Gründung des Delinat-Institutes im letzten Jahr. Als Institutsleiter Hans-Peter Schmidt vor 5 Jahren die Weinberge der heutigen Domaine des Delinat Institutes erwarb, fand er nackte, von Erosion bedrohte Böden vor, und nur mit Mühe ein oder zwei Schmetterlingsarten. Nach der Umsetzung der Charta für Biodiversität freut er sich heute über gesunden Boden, 150 Wildpflanzenarten, Reben, die qualitativ wie quantitativ hervorragende Erträge bringen – und: 47 verschiedene, teils sehr seltene und vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsarten!

Lesen Sie den ausführlichen Bericht im Ithaka-Journal: Schmetterlinge – ökologische Wahrsager im Weinberg!