Ein heisser Tipp

Tee ist ein Kunstwerk
und braucht eines Meisters Hand,
um seine edelsten Eigenschaften zu offenbaren.

Was der japanische Kunstwissenschaftler und Autor Okakura Kakuzō über den Tee sagte, gilt auch für den Wein. Beide, Tee und Wein, haben ihre Wurzeln in Jahrtausende alten Kulturen, und beide haben ihrerseits wieder diese Kulturen beeinflusst. Sie haben Rituale begründet. Sie haben Philosophen, Schriftstellerinnen und Köche beflügelt. Sie versprechen höchsten Genuss. Im letzten Jahrhundert haben beide die Grenzen ihrer Kultur, der asiatischen und der europäischen, gesprengt. Heute machen Tee und Wein rund um den Erdball die Menschen glücklich.


Für die Teekampagne und für Delinat gehören zu diesem Glück auch Ökologie und Fairness in den Verhandlungen mit den Produzenten. Als Kunde oder Kundin wissen Sie, wie Delinat diese Werte umsetzt. Die Teekampagne tut dies auf ihre Art, nicht minder entschlossen und erfolgreich und setzt in ihrem Bereich ökologische und soziale Standards.

Kratzer im schönen Bild

Aus den grossen Teeregionen der Welt, aus Darjeeling oder Assam zum Beispiel, erreichen uns wunderschöne Bilder von Frauen, die in ihren farbigen Gewändern in einer immergrünen Hügellandschaft stehen und sorgfältig die feinen Blätter und Knospen pflücken, die einen guten Tee ausmachen. Ein genauer Blick auf die Welt des Tees zeigt allerdings, dass diese Idylle bedroht ist.

Nur gerade 10% der oft happigen Endverkaufspreise für guten Tee kommen bei den Produzenten an. Der Rest versickert in den vielen Stufen des Zwischenhandels. Der Preisdruck führt zu einer Übernutzung der Teegärten. Monokultur, Agrochemie und unsachgemässe Bearbeitung verhärten die Böden. In den oft steilen Hügelflanken der Teegärten kommt es zu kleinen und grossen Erdrutschen. Ausserdem versuchen viele Produzenten, den Preisdruck nach unten – zu den Pflückerinnen – weiterzugeben. Im Wintersemester 1985/86 gründete Professor Günter Faltin zusammen mit einigen Studenten ein Unternehmen, dem sie den kämpferisch anmutenden Namen ‚Teekampagne‘ gaben. Mit einer dreifachen Win-Strategie wollten sie die Bedürfnisse der Konsumenten und der Produzenten zusammenbringen und gleichzeitig die Natur schonen.

Motto für die Teekampagne ist eine Weisheit Leonardo da Vincis – die ebenso gut im Buch des Lao Tse stehen könnte: «In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung.» Diese Einfachheit setzt die Teekampagne in allen Bereichen des Teehandels um und fördert damit Qualität, Ökologie und Fairness.

Um die Qualität zu garantieren, bezieht die Teekampagne ihre Tees aus den besten Anbaugebieten der Welt, aus dem Darjeeling, (der Champagne des Teeanbaus) und aus Assam, das bekannt ist für seine kräftigen, oft malzig schmeckenden Tees. Die Spitzenernten werden im Frühling (First Flush: ein leichter, blumiger Schwarztee) und im Sommer (Second Flush: ein kräftiger, vollaromatischer Schwarztee) eingebracht. Alle Tees der Teekampagne weisen die Blattgradierung FTGFOP1 auf, Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe. Was wie der Code eines Geheimbundes tönt, bezeichnet die Tatsache, dass der Tee dieser Qualitätsstufe aus unzerkleinerten, fein strukturierten Blättern und Blattspitzen besteht, die in reiner Handarbeit gepflückt wurden und sich durch exquisiten Geschmack auszeichnen. Jeder Tee wird auf Pestizidrückstände untersucht. Es werden nur reine Tees verkauft, deren Herkunft bis zu den einzelnen Produzenten zurückverfolgt werden kann. Sämtliche Informationen sind auf der Verpackung und der Webseite ersichtlich.

Die Ökologie war von Anfang an ein wichtiges Anliegen der Teekampagne. Es werden nur Produzenten ausgewählt, die für ihre Pflanzungen eine überdurchschnittlich gute Ökobilanz nachweisen können. Heute stammen alle Tees der Teekampagne aus biologischem Anbau. In Darjeeling führt der WWF-India zum Schutz gegen Bodenerosion ein Aufforstungsprogramm durch, das ausschließlich von der Teekampagne finanziert wird.

Fairness heisst für die Teekampagne, dass sie den Produzenten Preise bezahlt, die über dem Weltmarktpreis liegen. Bei der Teekampagne erhalten die Produzenten über 50% des Endverkaufspreises. Weil die Teepflückerinnen gewerkschaftlich gut organisiert sind, ist die Arbeit in den Teegärten besser bezahlt als in anderen landwirtschaftlichen Branchen. Die Familien wohnen in Häusern, die ihnen von den Produzenten zur Verfügung gestellt werden, und können in den zugehörigen Gärten Nahrungsmittel für die Selbstversorgung anbauen. Darüber hinaus beteiligt sich die Teekampagne finanziell an Einrichtungen wie Schulen oder Energieversorgungen, die allen Menschen einer Region zu Gute kommen.

Wer bezahlt?

Qualität, Ökologie und Fairness wollen finanziert sein und oft genug schlägt sich das in massiv erhöhten Konsumentenpreisen nieder. Nicht so bei der Teekampagne, wo von Anfang an scharf kalkulierende Ökonomen mit von der Partie waren. Sie haben Da Vincis Losung von der Einfachheit und der Vollendung auch auf die Geschäftsstruktur der Teekampagne übertragen. Die Tees werden direkt bei den Produzenten und in möglichst grossen Mengen eingekauft, und sie werden den Konsumenten nicht in winzigen Mengen weitergegeben, sondern in Grosspackungen von zumeist 1000 und 500 Gramm. Weil damit wenig Verpackungsmaterial anfällt, schonen die Grosspackungen nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Besonders verblüffend und für den Erfolg entscheidend ist die radikale Beschränkung auf ein kleines Angebot. Die Teekampagne begann mit einem einzigen Spitzentee aus Darjeeling, und auch heute finden sich in ihrem Webshop nur gerade 10 (zehn!) Teesorten: 6 Schwarztees, 2 Grüntees und ein Earl Grey aus Darjeeling sowie ein Schwarztee aus Assam.

Der Erfolg der Teekampagne ist nicht nur der Erfolg für eine neue Geschäftsidee. Er zeigt auch, dass immer mehr Kundinnen und Kunden über den Rand der Teetasse – oder des Weinglases – hinausschauen. Sie wollen nicht nur guten Tee und guten Wein trinken, sie wollen den Ressourcen dieser Welt Sorge tragen. Ausserdem sollen die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihnen den Genuss ermöglichen, überdurchschnittlich gut bezahlt werden. Kurz: Genuss soll nicht auf Kosten der Natur oder der Arbeitskräfte gehen.

Für Kundinnen und Kunden in der Schweiz hat die Teekampagne kürzlich einen eigenen Webshop eröffnet, und das ist auch der äussere Anlass, warum ich Ihnen die Teekampagne empfehle. Ich tue das mit Überzeugung. Wie Delinat zeigt auch die Teekampagne, dass ökologische und faire Landwirtschaft möglich ist und dass sich damit auch Geld verdienen lässt. Doch wenn wir Natur und Mensch, Produktion und Konsum zusammenbringen wollen, müssen wir eine gewisse Grösse haben. Und wir müssen viele sein. Die Teekampagne ist eine der vielen Initiativen für eine bessere Welt. Deshalb: Suchen Sie sich einen Tee auf www.teekampagne.ch (zur deutschen Seite) aus, der zu Ihnen passt! Meine Frau und ich haben es schon getan.

PS. Für Erstbesteller in der Schweiz hält die Teekampagne ein besonderes Probier-Angebot bereit – bitte klicken Sie einfach hier.

22. Mai – wirklich ein Tag der Biodiversität?

1992 hat die UN sich auf einen Text zum Schutz der biologischen Vielfalt einigen können. Das war am 22. Mai, der heute als «Tag der Biodiversität» gilt. Das Übereinkommen gab Grund zur Hoffnung. Erstens, weil 195 Staaten die Notwendigkeit sahen, Vielfalt zu schützen. Und zweitens, weil Ziele und Handlungsfelder festgelegt wurden.

Biodiversität: eine blühende Wiese
Wie viele solcher blühenden Wiesen kennen Sie noch?

Blickt man heute zurück auf das inzwischen verstrichene Vierteljahrhundert, dann ist Optimismus allerdings fehl am Platz: Die Welt ist um tausende Arten ärmer geworden, aber statt dass sich die Staaten an die Vereinbarung erinnern und die Kräfte verstärken, scheint es, dass man sich ans grosse Aussterben gewöhnt. Über den Tod der letzten Breitmaulnashörner erscheinen in den Medien noch Randnotizen, die meisten Arten jedoch sterben im Stillen, kaum bemerkt und nicht wichtig genug für eine Meldung. Viele Arten sterben aus, noch bevor sie entdeckt wurden.

In Mitteleuropa, wo man glaubt, im Vergleich zu anderen Weltteilen eher nachhaltig zu leben und vernünftig zu handeln, sterben in nur 30 Jahren oder einer Menschengeneration 70% aller Insekten – und was passiert? Nach kurzem Erstaunen folgen Spekulationen, Schuldzuweisungen und schliesslich Resignation. Noch nicht einmal zu einem Verbot der schlimmsten Pestizide konnte sich die EU entscheiden, obwohl diese zu den bewiesenen Ursachen für das grosse Insektensterben gehören.

Tag der Biodiversität? Klingt irgendwie zynisch.

Meine persönliche Stimmung kann ich nur damit aufhellen, wenn ich das bunte Treiben in den Weinbergen unserer Winzer beobachten und Jahr für Jahr Fortschritte erleben darf (mehr dazu hier). Doch selbst in den schönsten Momenten ist mir bewusst, dass es weltweit Millionen von «Delinats» und Bauern brauchen würde, die in allen Landwirtschafts-Bereichen entschlossen und kompromisslos vorangehen und damit beweisen, dass es Lösungen gibt. Dass Vielfalt, Produktivität, Qualität und wirtschaftlicher Erfolg sich nicht ausschliessen, sondern sich im Gegenteil langfristig bedingen.

Timo Dienhart
Timo Dienhart ist Biodiversitätswinzer des Jahres 2018

Ich hoffe, dass auch Sie Inseln von reicher Vielfalt kennen, in denen Sie Kraft schöpfen können. Und dass Sie zu den Botschaftern zählen, die die Natur braucht, um die Wichtigkeit des Themas zu verbreiten. Dafür danke ich Ihnen.

Ganz besonders für die Biodiversität eingesetzt hat sich unser Winzer Timo Dienhart vom Weingut zur Römerkelter an der Mosel. Er gewinnt damit den Delinat-Biodiversitätspreis 2018. Timo, wir gratulieren dir ganz herzlich und danken für deinen unermüdlichen Einsatz!

Wenig Nachschub aus dem Piemont

Ein kühler Februar-Tag im Piemont. Ich sitze in der warmen Stube von Renate Schütz, der Winzerin von La Luna del Rospo, dem kleinen Weingut im Alto Monferrato südlich von Asti. Wir unterhalten uns über das Weinjahr 2017. «Ich kann dir vom neuen Jahrgang nur wenig Barbera liefern», sagt mir Renate. «Tut mir Leid». Was ist passiert?

Weinberg Piemont
Die Weinberge von Renate Schütz sind wahre Naturparadiese.

Wie viele Weinregionen in Europa litt das Piemont 2017 unter Wetterextremen. Ende April schädigten Frost und in gewissen Gebieten Hagelstürme die jungen Triebe und Knospen der Reben. Im Sommer sorgten zudem Hitze und Trockenheit für Ertragsminderungen und eine zu rasche Reife der Trauben.

Ernteverlust durch Wetterkapriolen im Piemont

«In unserem Fall resultierten aus solchen Wetterkapriolen Ernteausfälle von rund 30 Prozent», erzählt Renate. Für eine Winzerin, die zugunsten der Qualität ohnehin schon auf geringe Erträge setzt, ein schmerzhafter Verlust. Ich staune deshalb immer wieder, wie sie solche Rückschläge wegsteckt und ihre Frohnatur nicht verliert. Schliesslich war es nicht das erste Mal, dass die Launen der Natur arg auf den Ertrag gedrückt haben.

Wenig Barbera auch bei Cecilia Zucca

Auf der Weiterfahrt ins Basso Monferrato nördlich von Asti zum Weingut Poggio Ridente von Cecilia Zucca hoffe ich noch, die fehlende Menge an Barbera hier zumindest teilweise kompensieren zu können. Die Hoffnungen zerschlagen sich bereits kurz nach der herzlichen Begrüssung. «50 Prozent Ernteverlust durch Frost, Hagelschlag und Trockenheit», lautet Cecilias düstere Erntebilanz 2017. Tröstlich: Immerhin stimmt die Qualität!

Weinkeller Piemont
Cecilia Zucca lässt sich trotz schwierigem Erntejahr die Liebe zum Wein nicht nehmen.

Fazit für Piemont- und Barbera-Liebhaber: Vom Jahrgang 2017 werden uns im nächsten Herbst nur wenige Flaschen erreichen – die aber in gewohnt guter Qualität.

Geniales Bewässerungskonzept

Als Delinat-Winzerberater erlebe ich immer wieder, wie sich unsere Winzer für ökologische Massnahmen zugunsten eines Weinbaus im Einklang mit der Natur begeistern lassen. Ein Paradebeispiel liefert Carlos Laso vom Weingut Pago Casa Gran in der Region Valencia.

Seit 8 Jahren arbeiten wir mit Carlos zusammen. In dieser kurzen Zeit haben sich seine Weinberge in ein Naturparadies verwandelt. Mit der Anpflanzung von Fruchtbäumen, Sträuchern und Kräutern wurden Monokulturen aufgebrochen und die Biodiversität gefördert. Eine besonders grosse Herausforderung aber blieb: Die immer längeren Trockenperioden und immer intensiveren Starkregen und Wetterextreme machen wie allen anderen Winzern auch Carlos und seinen Reben schwer zu schaffen.  Ohne Bewässerung können die Pflanzen kaum überleben.  Doch woher das Wasser nehmen in einem derart trockenen Gebiet, ohne den Grundwasserspiegel weiter zu senken?

Carlos Laso (rechts) und der Autor in den trotz Trockenheit reichhaltig blühenden Weinbergen von Pago Casa Gran.

Die Folgen des Klimawandels sind im Weinbau bereits erschreckend sichtbar. In den letzten 10 Jahren hat die Geschwindigkeit deutlich zugenommen. Alle Delinat-Winzer berichten über Trockenstress der Reben, frühere Reife der Trauben, höheren Zucker- und damit Alkoholgehalt usw. Schon vor Jahren war uns bewusst, dass die Probleme, die auf den Weinbau zukommen, eine völlig neue Dimension haben. Die üblichen Massnahmen helfen da wenig. Deshalb haben wir Strategien entworfen, die grösseres Potenzial zur Lösung haben.

Die vielversprechendste war die Permakultur. Sie entstand in den 1970er in den Halbwüsten Australiens, mit dem Ziel, das wenige Regenwasser möglichst optimal zu nutzen. Im Laufe der Jahre haben Bill Mollison und seine Begleiter viele weitere Aspekte in ein umfassendes System eingewoben, das sie «Permakultur» nannten. Noch immer staunt die ganze Welt darüber, wie es möglich ist, in so trockenen Regionen bestens funktionierende Farmen zu betreiben, mit hohen Erträgen, wenig Aufwand und ohne Gift.

Natürliches Wassermanagement als Lösung im Weinbau

Ein natürliches Wassermanagement ist die zentrale Bedingung für das Funktionieren der Permakultur. Es stärkt gleichzeitig das Ökosystem und erhöht die Bodenfruchtbarkeit. Als ich im April 2016 bei Carlos auf Beraterbesuch war, hatte ich ein innovatives Bewässerungskonzept mit im Gepäck. Es brauchte nicht viel, um den dynamischen Winzer zu überzeugen, dass die topografischen Verhältnisse auf Pago Casa Gran ideal sind, um das System ohne teure Investitionen umzusetzen. Mit einem Wasserrückhaltebecken und mehreren horizontal verlaufenden Gräben entlang der Parzellenränder sollte Regenwasser vom Wegfliessen gehindert werden, so dass es langsam versickern und den Grundwasserspiegel auf hohem Niveau halten kann. Dann können die tiefen Wurzeln der Reben auch in langen Trockenzeiten genug Feuchtigkeit schöpfen.

Draussen auf dem Feld schauen wir uns mögliche Standorte für dezentrale Wasserrückhalteflächen an.

Als Carlos im vergangenen Frühling an unserem internationalen Winzerseminar zum Thema Permakultur in Spanien und Portugal mit eigenen Augen sah, dass dieses ausgeklügelte Bewässerungssystem in der Praxis so gut funktioniert, dass innerhalb von wüstenähnlichen Gebieten Oasen mit saftigem Grün, Blumen, Büschen und Früchten möglich werden, zögerte er keinen Moment mehr. Kaum wieder zu Hause, setzte er das von uns vorgeschlagene Bewässerungskonzept in kürzester Zeit um. Nur drei Monate später waren die Massnahmen zugunsten einer natürlichen Wasserretention abgeschlossen. Ob alles wie erhofft funktioniert, wird sich beim ersten grossen Regen zeigen. Bis das Rückhaltebecken ganz gefüllt ist, dürften allerdings etwa drei Jahre vergehen. In dieser Zeit sollte auch der Grundwasserspiegel langsam wieder ansteigen. Dann dürften auch lange, trockene Sommer den Reben auf Pago Casa Gran nicht mehr mehr viel anhaben können.

Weisser Traumjahrgang 2015

Erinnern Sie sich an den Sommer 2015? Wetter wie aus dem Ferienprospekt – viel Sonne, viele heisse Tage, ein paar willkommene Regengüsse im August. Pünktlich zum Herbstbeginn endete die hochsommerliche Hitze. Die Monate September und Oktober waren eher kühl aber weiterhin meist trocken. Alles in allem ideale Voraussetzungen für eine vorzügliche Weinlese. Die Traubenqualität sorgte bei unseren Winzern in ganz Europa für frohe und heitere Gesichter. In Spanien und der Schweiz liess lediglich die Menge etwas zu wünschen übrig.

Gesunde Trauben aus reicher Biodiversität mit einer schönen und festen Schale versprechen fein duftende Weine mit leuchtender Farbe und komplexer, filigraner Struktur. Entsprechend hoch waren die Erwartungen an den Weinjahrgang 2015. Insbesondere bei den Weissweinen haben wir jetzt die Bestätigung: Die schönen Erinnerungen an den Sommer 2015 spiegeln sich eins zu eins im Weinglas wider. Der relativ kühle Herbst liess die Weissweintrauben langsam und harmonisch ausreifen und bescherte ihnen gute Säurewerte. So entstanden Weine von schön ausbalancierter Kraft, Dichte und Frische.

Aktuell zeigen sich unsere Weissweine mit Jahrgang 2015 von ihrer schönsten Seite. Die Fruchtaromen der Trauben haben sich mit den Tertiäraromen, die sich während der Flaschenlagerung heranbilden – zum Beispiel Noten von Trockenfrüchten, Mandeln oder Orangenschalen – harmonisch verbunden. Und die gut stützende Frische garantiert diesen Weissweinen vollen Trinkgenuss bis mindestens Ende 2017.

–> Zu den Weissweinen des Jahrgangs 2015.

Ein Hoch auf rote Terrassenweine

Wenn der Herd in der Küche vom Grill auf der Terrasse abgelöst wird, wenn appetitanregenden Röstaromen in freier Natur die Luft schwängern, dann kommen bei mir etwas andere Weine auf den Tisch als in den andern Jahreszeiten: leicht, frisch und fruchtig müssen sie sein. Richtige Terrassenweine eben!

Zum Aperitif ist noch ein frischer und leichter Weisswein angesagt. Sobald fein duftendes Grillgut auf dem Teller landet, kommt der Rotwein ins Spiel. Ob zu mariniertem Fleisch, mit frischen Kräutern verfeinertem Fisch oder zu würzigem Gemüse vom Grill, hier greife ich gerne zu roten Tropfen. Aber Rotwein ist nicht gleich Rotwein. Mit steigenden Temperaturen im Sommer fällt die Wahl mit Vorteil auf leichte Rotweine – also lieber keine komplexen Weine, die von kräftigen Gerbstoffen (Tannin) und vom Barriquefass geprägt sind. Frisch und fruchtig, mit einer angenehmen Säure, sollen die Weine in diesem Fall sein. Um Frische und Fruchtigkeit zu unterstützen, kühle ich die Weine auf 12 bis 13 °C ab. Die ideale Trinktemperatur liegt bei 14 bis 16 °C. Diese ist bei hohen Aussentemperaturen schnell erreicht – ein Weinkühler liefert meist gute Dienste.

Wegen seiner wunderbar beerigen Frucht und der feinen Würzigkeit ist der Casa Benasal 2016 von Carlos Laso aus dem Hinterland von Valencia mein ganz  persönlicher Favorit für den Sommer 2017. Beim Pasión Delinat 2014 aus der spanischen La Mancha gefallen mit die feinen Gersbstoffe sowie die dezenten und eleganten Röstaromen. Schlank und rank, mit frischer Säure ausgestattet, macht der Hirschhof St. Laurent 2015 aus Rheinhessen der Freiluftküche alle Ehren. Der Villa Veredus 2015 ist ein würziger Klassiker aus Südfrankreich – er punktet mit reifer Fruchtaromatik. Und wer auch im Sommer gerne etwas schwerere Tropfen bevorzugt, wird seine helle Freude haben am Nemaro 2015 aus Apulien und dem Mas des Clots 2015 aus dem südfranzösischen Roussillon.

Für alle unsere unkomplizierten Terrassenweine aus reicher Natur gilt: Die beerigen Aromen nehmen die Röstaromen und die Würzigkeit der Grilladen wunderbar auf. Und die frische Säure und die feinen Gerbstoffe machen Lust auf ein weiteres Glas. Hier stimmt nicht nur der Geschmack, sondern auch das Preis-Genussverhältnis.

Welches sind Ihre Wein-Vorlieben für heisse Sommerabende? Weiss oder rot? Haben Sie spezielle Tipps? Verraten Sie uns unten im Kommentarfeld Ihre Lieblingskombinationen für eine gelungene Sommer-Tafel!

«Delinat daheim» – in der norddeutschen Tiefebene

Wir befinden uns am Rande von Hamburg. Nur wenige Kilometer vom Zentrum der Grossstadt entfernt wird es richtig ländlich. Am S-Bahnhof Bergedorf holt mich der  Gastgeber ab. Er ist der Veranstalter des heutigen Weinkurses «Delinat daheim» (mehr dazu unten), hat Freunde eingeladen, und telefonisch den Delinat-Experten in diesem Fall mich, Sommelier und Kursleiter bei Delinat  gebucht.  Mit jedem Kilometer Fahrt wird die Landschaft idyllischer und flacher, die Besiedlung dünner – nur noch wenige Bauernhäuser säumen die Strasse. Unser heutiger Veranstaltungsort befindet sich in einem liebevoll umgebauten Landhaus mit weitläufigem Garten.

Kaum zu glauben: Auch das ist Hamburg!

In der Küche hantiert die Gastgeberin bereits mit Delinat-Gläsern und in der Luft liegt der Duft von frisch gebackenem Brot. Die Delinat-Weine, die wir heute degustieren werden, sind im hauseigenen Weinschrank temperiert perfekt. Im Garten werden noch schnell ein paar Blumen gepflückt, um die Tafel im angebauten Wintergarten zu schmücken. Schon treffen die ersten Gäste ein  natürlich wird erst mal angestossen. Die individuell getroffene Weinauswahl umfasst 10 Delinat-Weine aus reicher Natur. Damit jeder Gast das auch gut verträgt, servieren die Gastgeber vor dem Weinkurs noch eine feine Suppe.

Anstossen vor dem Weinkurs

Der Delinat-Weinabend beginnt mit einer Einführung in die Degustationstechnik. Dazu probieren wir zwei Weine vom Weingut Château Coulon: den frühlings-frischen Sauvignon Blanc und die beliebte Sélection spéciale – der neue Jahrgang 2015 ist gerade eingetroffen!

Weissweine
Die Weissweine stehen bereit.

Schnell erschnuppern die Teilnehmenden unterschiedliche Aromen und beschreiben die Säure- und Gerbstoffstruktur der Weine. Nachdem die Degustationstechnik geschult wurde, widmen wir uns nun dem Hauptthema des Abends, der Vermählung von Wein und Speisen. Auf Wunsch des Gastgebers reisen wir nach Spanien: Weinregionen, Rebsorten und klimatische Bedingungen streifen wir zunächst in der Theorie. Die spanische Tapas-Küche ist ideal, um sich gezielt mit dem Trendthema wine-& foodpairing auseinanderzusetzen. Beim Caterer wurde dafür eine bunte Auswahl der kleinen Speisen bestellt. Zur Einstimmung werden zum theoretischen Teil Salzmandeln mit dem Espriu von Albet in Noya gereicht. Die Salzigkeit der Mandeln harmoniert sehr gut mit der Frische des Schaumweins, da sind sich alle einig.

Auch ein bisschen Theorie gehört dazu. Aber die Gäste hören gespannt zu.

Nach und nach kombinieren wir die Tapas mit unterschiedlichen Weinen. Aha-Erlebnisse bleiben dabei nicht aus. Einen besonderen Eindruck hinterlässt die Vermählung des spanischen Gewürztraminers Viña Llopis mit der Dattel im Speckmantel bei den Gästen. In der Theorie würde man einem Rotwein hier den Vorzug geben. Beim Praxistest aber setzt sich der Weisswein im Vergleich mit dem Casa Benasal Elegant vom selben Weingut Pago Casa Gran klar durch.

Foodpairing
Rot oder weiss? Nicht immer lässt sich diese Frage eindeutig beantworten.

Zum Schluss probieren wir noch den neuen Jahrgang von Albet i Noyas Spitzencuvée Reserva Martí. Der Wein ist auch ohne Tapas ein Hochgenuss und zaubert den Teilnehmenden ein Lächeln auf die Lippen. So endet nach vier genussvollen und heiteren Stunden der  Delinat-Weinabend im hohen Norden  und mit einer neuen Verabredung für «Delinat daheim» im nächsten Jahr.

Wein erleben ganz individuell das ist «Delinat daheim». Trommeln Sie ein paar Freunde zusammen, einigen Sie sich auf einen Termin und buchen Sie den Delinat-Weinexperten. Bei Ihnen zuhause vermittelt er auf spielerische Art die Grundlagen der Degustation und lässt Sie in die faszinierende Weinwelt eintauchen.  Ausführliche Informationen finden Sie hier.

Artenschutz in den Delinat-Richtlinien

Weinberge von einst glichen Naturparadiesen. Zwischen Reben wurden Obstbäume, Beeren und Gemüse gepflanzt, Hühner und Schafe hielten das «Unkraut» in Schach. Erst Monokulturen brachten die grossen Probleme, an denen noch heute der Weinbau krankt: Die Rebe als alleinige Pflanze ist Eindringlingen hilflos ausgeliefert. Stabilität kann nur durch Vielfalt erreicht werden. Dieser Grundsatz, der schon seit Beginn den Kern der Delinat-Methode bildet, ist mit der Ausgabe der Richtlinien 2017 um zwei Aspekte präziser geworden.

Wiedehopf
Wenige Jahre nach grosszügiger Pflanzung von Büschen und Bäumen, dem Anlegen von Stein- und Holzhaufen zwischen und um die Reben ist beim Weingut Roland Lenz im Thurgau der Wiedehopf zurück gekehrt.

Zum einen müssen Delinat-Winzer neu Buch führen über seltene Arten, die in ihrer Region eine Chance für die Wiederansiedlung und Vermehrung haben. Die Weinbauern müssen Massnahmen unternehmen, diese Arten in und um ihre Weinberge zu fördern. Zum Beispiel können gezielt Pflanzen gesät werden, deren Nachbarschaft die seltenen Kräuter, Blumen oder Sträucher mögen oder die als Nahrung von seltenen Insekten, Vögeln, Reptilien dienen. Massnahmen und Fortschritte werden notiert, einfach und unbürokratisch.

Neophyten bedrohen die Biodiversität

Der zweite Aspekt des neuen Artenschutz-Kapitels in den Delinat-Richtlinien regelt den Umgang mit eingeschleppten, invasiven Arten. Pflanzen nennt man «Neophyten», Tiere «Neozoen». Sie verursachen mehr Schäden, als bislang angenommen wurde und die Plage nimmt rapide zu. Auch wenn es darunter giftige Arten wie den Riesen-Bärenklau gibt, der bei Hautkontakt schwere Verbrennungen auslösen kann, so ist das Hauptproblem ein anderes: Die extrem rasche Ausbreitung der «Einwanderer». Wenn der Mensch nicht eingreift, können invasive Arten die einheimischen innerhalb weniger Jahre verdrängen. Das bringt eine Reihe von Problemen mit sich: Wenn eine Art zurück gedrängt wird, fehlt es spezialisierten Insekten an Nektar und Pollen, Kleintieren an Beute, in Symbiose lebenden Partnern an der Lebensgrundlage. Mit jeder von Invasoren zurück gedrängten einheimischen Art folgt ein grosses Sterben weiterer Arten und eine Verarmung der Biodiviersität.

Ambrosia
Das Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia) wurde unbeabsichtigt aus Nordamerika eingeführt und wächst nun bei uns in Gärten, an Strassenrändern oder Bahndämmen. Es verursacht erhebliche Schäden in der Landwirtschaft, da es die Pflanzen konkurrenziert und die Ernte erschwert. Seine Pollen wirken stark allergisierend und können Asthmaanfälle auslösen (Quelle: Neophyt.ch).

Die Delinat-Richtlinien 2017 schreiben daher vor, dass Winzer die in ihrer Region bekannten invasiven Arten kennen und Vorkehrungen gegen ihre Verbreitung in und um die Weinberge treffen müssen.

Laubholzbockkäfer
Der Asiatische Laubholzbockkäfer wurde durch den Holzhandel und Bonsais aus Ostasien eingeschleppt. Er befällt und schädigt viele Laubbäume und wird so zum Problem für das Ökosystem. Er wird zu den hundert schädlichsten Invasoren gezählt und verursachte in den USA bereits Schäden in Höhe von 150 Millionen Dollar. Seit 2015 werden Freilandbefälle in Deutschland, Österreich und der Schweiz registriert (Quelle: Wikipedia).

Beide neuen Richtlinien-Punkte präzisieren das Delinat-Kernthema. Denn Vielfalt ist nicht gleich Vielfalt. Wichtig ist die Qualität der Artenvielfalt. Im Fall von Neophyten bedeutet eine auftauchende neue Art fast immer einen darauf folgenden Schwund einheimischer Arten und somit eine ärmere Biodiversität.

Die Delinat-Richtlinien-Entwicklung

Jahr für Jahr gibt es neue Anforderungen, die in die Delinat-Richtlinien aufgenommen werden. Diese schreibt Delinat aber nicht einfach vor. Sie werden zuerst von Experten beurteilt. Wenn diese den Nutzen anerkennen, dann werden als nächstes die Delinat-Winzer befragt. Sie haben stets einige Monate Zeit, Stellung dazu zu nehmen, Einwände vorzubringen und allfällige spezifische Problemfälle aufzuzeigen. Im Zweifel wird die Aufnahme der neuen Punkte in die Richtlinien um ein Jahr verschoben. Erst wenn wir sicher sind, dass die meisten Delinat-Winzer keine gravierenden Probleme mit den neuen Anforderungen bekommen und der Nutzen unbestritten ist, werden die Punkte in die Richtlinien aufgenommen. Es ist also ein demokratischer Prozess, der allerdings oft etwas Druck braucht, damit die Entwicklung weiter geht und das Regelwerk sich laufend verbessern kann.

Zeit für Frühlingsgenüsse

Es riecht nach Frühling! Wir freuen uns auf knackige Salate, junges, zartes Gemüse und aromatische Kräuter. Da kommen die ersten Weissweine mit Jahrgang 2016 gerade recht: Diese sind jetzt so richtig frisch und riechen extrem nach Frühling. Mit ihren ausgeprägten, jugendlichen Fruchtaromen sind sie ideale Apéro- und Feierabendweine. Genau so viel Spass machen sie aber zu passenden Speisen. Ich habe ein wenig in meiner Rezeptsammlung gestöbert und dabei ein paar erfrischende und spannende Kombinationen entdeckt.

Weisswein im Frühling

 

Der Riesling Terra Rossa vom traditionsreichen Hirschhof in Rheinhessen ist geprägt durch aromatische Fülle und harmonisches Süsse-Säurespiel. Damit passt er ausgezeichnet zu einer Gemüsegratin mit Sbrinz und frischen Kräutern. Die fruchtigen Aromen nehmen die Kräuter (Petersilie, Kerbel) auf und die dezente Restsüsse pfuffert die Würzigkeit des Käses bestens.

Gemüse-Couscous mit Auberginen verlangt nach einem Weisswein mit frischer, lebendiger Säure, welche die Röstaromen der Aubergine elegant begleiten. Der dezent blumig-würzige Soave La Casetta aus dem Hause Fasoli im Veneto ist hier eine gute Wahl.

Auf die erste Spargeltarte der Saison freue ich mich schon jetzt. Hier fällt meine Wahl auf den Villa Veredus blanc. Der sehr aromatische Sauvignon Blanc mit Aromen von Zitrusfrüchten und Johannisbeerblüten unterstützt die grünlichen Aromen vom Spargel. Und die angenehme Säure des Weines belebt die Eier-Käsefüllung und den Mürbeteig.

Die mediterran gefüllten Hühnchenfilets wecken bei mir erste Feriengefühle. Der Maison Coulon Chardonnay aus dem südfranzösischen Languedoc verstärkt diese noch. Die würzige und reiffruchtige Aromatik des Weines wird von der frischen und aromatischen Füllung (Zitronenthymian und getrocknete Tomaten) belebt. Im Gegenzug nimmt der Wein die würzige und röstige Aromatik des Hühnchens sehr gut auf.

Ein dampfender Teller Spaghetti macht das ganze Jahr über Spass. Eine Variante, die besonders gut zum Frühling passt: Zitronenspaghetti mit Kräutergarnelen. Klar dass dazu ein Italiener her muss: Der leichte und frische Grillo Zibibbo von Massimo Maggio aus Sizilien passt wunderbar. Seine dezenten Muskatnoten harmonieren sowohl mit den Zitronenaromen in der Sauce als auch mit den Garnelen.

Bis ich meine ersten Zucchini im Hausgarten ernten kann, dauert es noch eine Weile. Doch der Albet i Noya Xarel.lo aus Katalonien, den ich zu einer Zucchini-Feta-Tarte mit Minze zu kredenzen gedenke, liegt im Keller parat. Die feine Zitrusnote und der Blütenduft des Weines harmonieren perfekt mit der Würze der Tarte und die frische Säure pfuffert die Salzigkeit des Fetakäses hervorragend.

Ich wünsche Ihnen einen genussvollen Frühling mit diesen oder eigenen Kombinationen.

Überflieger aus dem Languedoc

Das Paket aus der Corbières war unscheinbar. Eine Flasche Wein zur Bemusterung. Die Winzer unbekannt, das Muster nicht angefordert. Skeptisch öffneten wir in unserer internen Verkostungsrunde die Flasche – und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus: Ein Languedoc-Wein dieser Preisklasse von so grossartiger Eleganz, Balance und Finesse war uns bisher nicht untergekommen. Das war 2010.

Reben am Montagne d‘Alaric
Am Fuss des Montagne d‘Alaric wachsen alte, knorrige Buschreben auf Böden, die zu Abertausenden mit grossen Kalksteinen übersät sind. Kaum zu glauben, dass auf solchen Steinwüsten Spitzenweine wachsen können!

Arbeiten im Einklang mit der Natur

Als für Frankreich zuständiger Einkäufer vereinbarte ich kurz darauf einen Besuch auf der Domaine Lignères. Hier traf ich auf die beiden Brüder Jean und Paul Lignères und kam ein zweites Mal ins Staunen: Die beiden entpuppten sich nicht nur als leidenschaftliche Biowinzer, sondern, in einem zweiten Berufsleben, auch als Mediziner: Jean ist Dorfarzt in Moux, Paul Zahnarzt in Narbonne!

Engagiert für die Biodiversität: Mit einem Ornithologen installierten die beiden Winzer-Brüder rund 350 Nisthilfen für Meisen, Fliegenschnäpper, Steinkauze, Zwergohreulen und Fledermäuse.

Rasch wurde deutlich, welches Erfolgsrezept hinter den Weinen der Ärzte- und Winzerfamilie Lignères steckt: knorrige Buschreben in wilder Garrigue-Landschaft an geschützter Lage am Montagne d’Alaric, einheimische Traubensorten wie Carignan, Mourvèdre, Grenache und Syrah, kompromisslose Arbeit im Einklang mit der Natur, keine Tricks und unnötigen Eingriffe im Keller.

Gold für einen puristischen und authentischen Languedoc-Wein

Das etikettenlose Weinmuster, das wir in St. Gallen verkostet hatten, trug hier einen Namen: Roches d’Aric. Im Oktober 2011 schaffte es der Jahrgang 2009 in den DegustierService, das Weinabo von Delinat. Wir hatten damals nur wenige Weine mit einer solch puristischen Stilistik im Sortiment. Spontangärung, Reife im gebrauchten Holzfass, keine Schönung, keine Filtration und nur minimaler Schwefeleinsatz zur Stabilisierung zeichnen diesen Wein aus. Die Folgejahrgänge wurden rasch zu Publikumslieblingen. Der 2011er wurde am internationalen Weinwettbewerb Mundusvini BioFach 2015 gar mit «Grossem Gold» ausgezeichnet. Damit gehörte er zu den zehn besten Bioweinen Europas.

 

Familie Lignères (2. von links ist der Autor) hat allen Grund zum Feiern: Auch der neue Jahrgang Roches d’Aric wurde noch vor dem Verkaufsstart an der BioFach mit Gold ausgezeichnet.

Im Spätherbst ist der Roches d’Aric meist ausverkauft, so auch im letzten Jahr. Jetzt hat das Warten ein Ende: Der neue Jahrgang 2014 ist endlich eingetroffen. Die grossartige Qualität hat nicht nur mich, sondern erneut auch die Juroren des Weinwettbewerbes Mundusvini BioFach überzeugt: Im Dezember 2016 haben sie den 2014er mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

 

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