Eine schöne Neuentdeckung …

Josep Gironés Llop lebt in der hügeligen Landschaft der Terra Alta in der Provinz Tarragona. Vor vier Jahren ist ihm zu Ohren gekommen, dass in Valencia ein internationales Winzertreffen geplant ist, bei dem Begrünungs- und Biodiversitätsstrategien im Weinberg im Fokus stehen. Es war das Delinat-Winzerseminar 2012 auf dem ökologischen Vorzeigeweingut Pago Casa Gran im Hinterland von Valencia.

Josep Gironés Llop
Josep Gironés Llop inmitten des blühenden Weinbergs

Josep fragte uns an, ob er als Gastwinzer daran teilnehmen könne. Wir sagten zu und so lernte ich einen naturverbundenen Wein- und Olivenbauer kennen, dessen Weine mich neugierig machten. Bei meiner nächsten Spanien-Reise vereinbarte ich einen Termin mit ihm. Die von Oliven- und Haselnusshainen umgebenen Weinberge haben mich auf Anhieb fasziniert, entsprachen sie doch schon damals weitgehend unseren strengen Anforderungen. Ebenso seine Familiengeschichte. Joseps Grossvater war Schafhirte im kleinen Dorf La Fatarella. Alle nannten ihn Pastoret, was so viel wie kleiner Schafhirte bedeutet. Josep hat diesen Spitznamen geerbt und auch einen seiner Weine so benannt. Und genau diese fein strukturierte, charakterstarke Cuvée aus Garnacha, Merlot und Syrah entpuppte sich bei einer ausgedehnten Degustation als perfekte Neuentdeckung.

Josep hat sich darüber so gefreut, dass er sein am Winzerseminar neu erworbenes Wissen  gleich in die Praxis umgesetzt und  für noch mehr Naturvielfalt in seinen Rebbergen gesorgt hat. Mit dem aktuellen Rotwein-Abo kamen zwei Flaschen Pastoret – Kundinnen und Kunden waren begeistert, wie die zahlreichen Bewertungen zeigen.

Mein Tipp von der Winzerreise: Chianti aus dem Kloster

Auf diesen Besuch hatte ich mich schon vor der Reise gefreut: Badia a Colitibuono (deutsch «Abtei der guten Ernte») ist eines der Top-Weingüter im Chianti Classico. Im imposanten Weinkeller lagern Chianti bis zum Jahrgang 1937! Bereits 1985 stellte man hier auf biologischen Weinbau um. Auf ruppigen Schieferböden kann der Sangiovese hier seine grosse Vielfalt wunderbar entfalten.

Kochkurs Badia a Coltibuono
Kulinarische Freuden im alten Kloster: Kochkurs und Chianti in Badia a Coltibuono

Das Kloster ist fast 1000 Jahre alt, man kann dort auch wunderbare Ferien verbringen. Die Küchenchefin lädt uns zum Kochkurs ein und führt uns in die Geheimnisse der Pastaherstellung ein. Im Kamin nebenan prasselt ein Feuer. Beim Kochen und beim Essen dürfen wir die wunderbaren Chianti des Weinguts degustieren. In dieser Atmosphäre kommt fast jeder Wein gut zur Geltung. Einer aber nimmt mich besonders gefangen:

Der L’Abbazzia aus 100% Sangiovese verwöhnt das Auge mit einem hellen Rubinrot. Er duftet nach roten Johannisbeeren, Cranberries und Flieder. Es folgen würzig-erdige Noten mit Anklängen von Gewürznelken. Im Gaumen ist der l’Abbazia ausgewogen, die Gerbstoffe sind schon gut eingebunden und ein frischer Ausklang bereitet Freude.

Zu diesem feinen Tropfen passen natürlich (fast) alle Pastagerichte. Empfehlen kann ich aber auch eine Pappa al pomodoro (Suppe aus altem Brot mit Tomaten und Gewürzen) und die Ribollita (toskanische Bohnensuppe), Wildschweinragout mit Kräutern, Kaninchen mit Peperoni und viele weitere Köstlichkeiten.

Schade, verlassen wir diesen geschichtsträchtigen und genussreichen Ort am nächsten Tag schon wieder!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Mein Favorit aus Norditalien: ein Valpolicella Ripasso

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier der Favorit von Robin Bazo, Depotleiter in Olten:

Die Brüder Fasoli arbeiten mit grosser Leidenschaft am Weinberg der Zukunft. Schon jetzt haben sie im Valpolicella ein kleines Paradies erschaffen. Mit dieser Motivation und ihren Erfolgen sind sie dabei, auch die konventionellen Nachbarn überzeugen: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass diese schon bald mitmachen werden und einen Weinbau in reicher Biodiversität verfolgen.

Winzer und Depotleiter im Weinberg. Von links nach rechts: Amadio Fasoli, Pirmin Muoth und der Autor
Winzer und Depotleiter im Weinberg. Von links nach rechts: Amadio Fasoli, Pirmin Muoth und der Autor

Auf ihrem Weingut La Casetta erzeugen die Brüder eine grosse Vielfalt von Weinen, vom fruchtigen und leichten Valpolicella bis zum komplexen und wuchtigen Amarone. Was mich beeindruckt hat: Hier werden alle Weine gleich behandelt – mit viel Liebe nämlich! Zum Beispiel werden bei der Ernte die Trauben in mehreren Durchgängen gelesen und selektioniert, um nur reife Trauben zu ernten.

Ganz besonders fein finde ich den Ripasso La Casetta. Der Valpolicella Ripasso entsteht aus den gleichen Traubensorten wie der berühmte Amarone. Dem eher hellen Wein werden nach der Gärung ungepresste Traubenschalen aus der Amarone-Erzeugung beigefügt. So erhält er mehr Farbe, Tiefe und Dichte. Danach wird der Ripasso in grossen Holzfässern ausgebaut.  Mit seiner schönen Frucht und den würzigen Noten passt der Ripasso hervorragend zu frisch gemachter Pasta all’Arrabiata. Die hatten die Brüder Fasoli uns am Abend zu diesem Wein serviert. In der Nase und im Geschmack hat der Ripasso wirklich Ähnlichkeit mit dem Amarone, ist aber alltagstauglich: ein kräftiger Tropfen für jeden Tag, den man unkompliziert zu vielen (Pasta-)Gerichten kombinieren kann.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Meine Weinempfehlung von der Winzerreise: Chianti Spigo d’Oro

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Michele Greco vom Delinat-Shop Zürich-City:

Als ehemaliges privates Jagdgut des Industriellen Roberto Drighi liegt die Tenuta San Vito idyllisch auf einer Hügelkuppel in den Colli Fiorentini, unweit der toskanischen Metropole Florenz. Schon seit den 80er-Jahren haben sich die Besitzer kompromislos und mit grossem Engagement dem biologischen Weinanbau verschrieben und dies mit einer imposanten Biodiversität. Neben Wäldern, Zypressen, Wiesen und Seen wird auf dem 126 ha grossen Gut auch ein vorzügliches Olivenöl extra vergine hergestellt, das einen guten Ruf geniesst. Die Besitzerfamilie bietet auch schöne und stilvolle Unterkünfte in Form des Agriturismo an, zudem kann man sich im hauseigenen Shop mit mit Produkten «fatta in casa» eindecken und einige Flaschen Wein mitnehmen. Beeindruckt hat mich die herrliche und entspannende Lage mit Weitsicht ins Umland und die sehr gepflegten Weinberge.

San Vito Chianti
Rechts der Autor, der sich fleissig Notizen macht.

Nach Verkostung aller Weine habe ich den Spigo d’Oro zu meinem ganz persönlichen Favoriten erkoren. Er besteht aus 90% Sangiovese und 10% Canaiolo. Am besten kommt er zur Geltung, wenn er jung getrunken wird. Sein fruchtiges Bukett nach Süssholz und Kirsche und sein feines Tannin harmonieren wunderbar – ein würziger Abgang macht den Trinkgenuss eines jungen Weines perfekt. Weil mir schöne Etiketten wichtig sind, hat diese bestimmt auch zu meiner Wahl beigetragen – die edle Gestaltung mit einem Schuss Blau macht auf dem Tisch einen einladenden Eindruck und lässt mich vom italienischen «dolce far niente» träumen … Mit einem Glas Spigo d’Oro hat man immer etwas «Italianità» zu Hause.

Chianti Spigo d'Oro

Ich koche sehr gerne selber und «oute» mich hiermit als Genussmensch. Daher sind mir einfache Gerichte mit ausgezeichneten regionalen Produkten wichtig, wie sie gerade die italienische Küche bietet. Für meine Gäste tische ich den Spigo d’Oro gerne mit einer grossen Platte «antipasto misto» auf: fein geschnittene Salami, Prosciutto und Mortadella, dazu Hartkäse wie Pecorino oder Parmigiano. Dazu passt am besten ein Ciabatta-Brot. Der Spigo d’Oro ist auch ein guter Essensbegleiter zu geschmortem Fleisch und Pasta mit würzigen Saucen. Buon Apetito!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Das Beste von der Norditalien-Reise: Rosso di Montepulciano

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Naemi Herzog-Ilg, Kundenberaterin in St. Gallen:

Podere il Conventino, das Weingut von Alberto Brini liegt mitten in Montepulciano in der Toskana. Das Anwesen war früher ein kleines Kloster – man fühlt sich sofort gut aufgehoben. Heute beherbergt das ehemalige Koster neben dem Weingut auch ein Agroturismo, wo man wunderschöne Ferien verbringen kann. Wir wurden sehr herzlich von Alberto begrüsst und konnten zusammen mit ihm die in reiche Natur eingebetteten Weinberge sowie den eindrucksvollen Weinkeller besichtigen.

Il Conventino Rosso di Montepulciano
Links Winzer Alberto Brini, rechts die Autorin. In der Mitte hört auch Kundenberater Kevin Benz gespannt zu.

Die anschliessende Weindegustation wurden von leckeren ortstypischen Antipasti und viel toskanischem Flair begleitet. Sie wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben, genau wie ein Wein: Der Il Conventino Rosso di Montepulciano (aktuell nur noch im Paket «Giro d’Italia» erhältlich!) gefällt mir sehr mit seiner feinen Würze, der Note von Zwetschgenkompott und dem weichen Tannin. Im Abgang klingt dieser Rosso di Montepulciano harmonisch und lang anhaltend aus. Er wird aus 85% Sangiovese gekeltert, ergänzt von etwas Canaiolo und Mammolo, genau wie sein nobler, «grosser Bruder», der Il Conventino Vino Nobile Riserva. Die Verbindung ist auch geschmacklich augenfällig.

Der Wein passt hervorragend zu Wild- und Pilzgerichten – und der Herbst steht schon fast vor der Tür! Da wird der Il Conventino bei uns die Herzen höher schlagen lassen und genussvolle Abende um vinophile Höhepunkte bereichern.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

 

Meine Empfehlung: Conterocca vom Weingut Salustri

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Kevin Benz, Kundenberater in St. Gallen:

Das Weingut Salustri liegt mitten in der wild-romantischen Landschaft der Hochmaremma, im noch jungen DOCG-Gebiet Montecucco. Dort wurden wir von Leonardo und seinem Sohn Marco herzlich begrüsst.  Signor Salustri senior führte uns gleich  in sein Fachgebiet ein, den Rebberg. Auch hier sind die Weinberge von Hecken, Büschen und Bäumen umgeben – ein Naturparadies! Dort durften wir seinen eigenen Sangiovese-Klon, den er vor vielen Jahren in einem alten Rebberg entdeckt hatte, begutachten. Eingebettet in eine traumhafte Pflanzenvielfalt ist dieser spezielle Klon seine Trumpfkarte für die hervorragenden Weine.

Salustri
Links Leonardo Salustri, rechts der Autor. Im Hintergund hören weitere Bildungsreisende gespannt zu.

Nach dem Rundgang ging es zur Verkostung. Wir degustierten die gesamte Palette der Salustri-Weine durch. Es war ein herrliches Vergnügen! Jeder Wein wurde von einer spannenden Geschichte und wohlriechenden Speisen begleitet.

Einer zog mich besonders in seinen Bann: Der Conterocca, ein authentischer Toskaner, wird aus den regionstypischen Trauben Sangiovese und Ciliegiolo gekeltert. Mich überzeugte er durch den Duft nach frischen dunklen Beeren, Steinobst und Kaffee. Im Gaumen erlebt man einen knackigen Auftakt, gefolgt von einem samtigen leicht herben Gaumengefühl und einem fruchtig-würzigen Abgang. Ein Wein mit viel Charakter.

Durch die frische und angenehme Säure, gepaart mit seiner Würzigkeit und dem angenehm spürbaren Tannin, ist der Conterocca ein perfekter Begleiter zu Speisen, welche reich an Kohlenhydraten sind, wie einem klassischen herzhaften Ragú Bolognese mit Pancetta. En Guete!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Mein Favorit von der Norditalien-Reise: Barbera Cecilia Zucca

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Pirmin Muoth, Depotleiter in Bern, stellt hier seinen persönlichen Favoriten vor:

Schon der erste Eindruck bei der Ankunft im Weingut Poggio Ridente im Monferrato überzeugte mich: kleinparzellige Rebflächen und reiche Biodiversität drum herum mit vielen Büschen, Bäumen und Hecken. Später erfuhren wir, dass Cecilia Zucca dort fast unbekannte, autochthone Sorten wie Albarossa und Busanello kultiviert. Die lebendige Winzerin beeindruckte mich dann noch mehr.  Ihre Liebe zum nachhaltigem Weinbau trotz klimatisch eher schwieriger Bedingungen wirkt durch und durch authentisch. Dabei hat sie sich ihre Freude am Experimentieren bewahrt – im Versuchsanbau wächst bei ihr Viognier und sogar Riesling!

Barbera Cecilia Zucca
Links Cecilia Zucca, rechts der Autor beim Rundgang durch die Reben. In der Mitte: Barbera Cecilia Zucca.

Den Barbera von Cecilia Zucca degustierten wir im altehrwürdigen Kellergewölbe des Weingutes in Cocconato. Die Fruchtigkeit dieses Weines mit seinen Noten von Sauerkirschen gefällt mir sehr, perfekt gepaart mit seinen erdigen Noten von Teer und Waldboden. Die Struktur dieses jugendlichen Barbera ist eher leicht und filigran, die Tannine sehr schön eingebunden und der Abgang von einer lebendigen Frische gekennzeichnet. So muss Barbera schmecken!

Zum Nachtessen tischte die Winzerin ein Vitello tonnato auf, das zusammen mit dem Barbera herrlich mundete. Auch eine Pasta mit Ragout oder eine Gemüsequiche ist ein perfektes Match. Mein Tipp: Der Barbera sollte leicht gekühlt getrunken werden, dann kommt die schöne Fruchtigkeit und die Beschwingtheit des Weines sehr gut zur Geltung.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Wie viel ist ein Wein wert?

Das Spektrum der Weinpreise ist enorm: Es reicht von unter 3 bis zu mehreren tausend Franken bzw. Euro pro Flasche. Was macht diese riesigen Unterschiede aus?

Weine im Billigstsegment stammen meist aus Massenproduktion und kommen nach einer Vinifikation im Schnellzugstempo möglichst rasch auf den Markt. Weine am andern Ende der Preisskala sind meist gehaltvolle, aufwändig produzierte Gewächse aus kleinen Erträgen. Da bestimmt oft der Markt den Preis: Renommée, Prestige, knappe Menge und geschicktes Marketing steigern die Nachfrage und treiben damit den Preis in astronomische Höhen.

Weinkeller im Château Duvivier
Lagerung im kleinen Barrique oder gar im Beton-Ei macht die Wein-Herstellung aufwändiger. Im Bild der Weinkeller von Château Duvivier.

Ich behaupte: Jede Flasche Wein, die mehr als 60 Franken kostet, ist im Prinzip zu teuer. Selbst bei den besten Tropfen belaufen sich die reinen Produktionskosten kaum je über 20 Franken. Nur in Ausnahmefällen – etwa bei ganz kleinen Mengen oder bei besonders aufwändigen Produktionsmethoden (Amarone) – können sie deutlich höher ausfallen.

Bei Delinat gibt es keine Weine aus den beiden erwähnten extremen Preissegmenten. Es zählen weder Masse noch berühmte Namen und Prestige, sondern ein optimales Preis-Genuss-Verhältnis. Aber auch bei unseren Winzerweinen aus vorwiegend familiären Betrieben, die sich einem konsequent ökologischen Weinbau verschrieben haben, gibt es deutliche Preisunterschiede. Diese ergeben sich aus vielen verschiedenen Faktoren. Aussergewöhnliche Jahrgänge steigern Nachfrage und Preis. Wein aus eher unbekannten Regionen wie Corbières, Navarra oder Sizilien ist meist günstiger zu haben, als aus berühmten Appellationen wie Bordeaux, Ribera del Duero oder Bolgheri.

Steillage Mosel
Steillagen wie hier im Urstromtal der Mosel bei Timo Dienhart erfordern Handarbeit im Weinberg.

Auswirkungen auf den Preis hat auch die Lage des Weinbergs: Top- oder Steillagen mit optimaler Sonneneinstrahlung, vielfältiger Geologie und reicher Biodiversität ergeben eine bessere Traubenqualität als überdüngte Böden im Flachland. Ein wichtiger Faktor ist die Arbeit des Winzers: Kleinstrukturierter Weinbau mit grosser Naturvielfalt verlangt mehr Handarbeit als eine grossflächige Rebplantage, wo Maschinen eine zeitsparende und rationelle Bearbeitung ermöglichen. Winzer, die ihre Erträge zugunsten der Qualität tief halten, dürfen zu Recht mit besseren Preisen rechnen. Schliesslich beeinflussen Kellerausstattung, Qualität der verwendeten Gebinde (alte oder neue Barriques; Qualität des Eichenholzes) sowie Dauer der Reife- und Lagerzeit den Preis.

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Der Basiskurs – eine Erfolgsgeschichte

Jahr für Jahr lassen sich am Basisweinkurs Hunderte von Delinat-Weinliebhabern in die Kunst des Degustierens einführen. Was klein in der Schweiz begonnen hat, findet längst auch in Deutschland Anklang. Seit diesem Jahr macht der Kurs auch in kleineren Städten wie Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Wiesbaden Halt. In naher Zukunft sind weitere Stationen geplant.

basiskurs-degustation

Natürlich bestellt man sein Weinpaket heute bequem online und geniesst den Inhalt zu Hause am besten zu einem feinen Essen. Die beigelegte Broschüre informiert über Wein und Winzer, enthält ein passendes Rezept und Weinwissen zu einem ausgewählten Thema. Das alles hilft, den Wein zu verstehen. Aber versteht man ihn wirklich? Kann man Begriffe wie «weicher Auftakt», «seidiges Tannin» oder «gut stützende Säure» richtig einordnen? Kann man unterschiedliche Frucht-, Blumen-, Kräuter- und Röstaromen tatsächlich riechen, schmecken und selbständig beschreiben?

Nase und Gaumen schulen

Unser Geschmacksempfinden ist individuell und wird durch Erfahrungen und Erinnerungen geprägt – schon in früher Kindheit. Deshalb lässt sich über Geschmack prächtig streiten, nicht aber über die richtige Degustationstechnik. Hier setzt der Delinat-Basiskurs an: Nase und Gaumen werden so geschult, dass man Tannin und Säure im Wein herausschmecken kann. Und Weinbeschreibungen, die über ein «lecker», «sauer» oder «nicht schlecht» hinausgehen, sind plötzlich kein Buch mit sieben Siegeln mehr. Das hat den Vorteil, dass man den individuellen Weingeschmack in eigene Worte fassen und unter Freunden austauschen kann. Und es hilft auch, beim Weinkauf an die richtigen Tropfen heranzukommen, denn der Weinhändler kann mit dem Satz «der letzte Rotwein war ausgezeichnet» nur wenig anfangen.

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Eine neue Dimension im biologischen Weinbau

1990 hat Delinat zusammen mit 5000 Kunden in der Provence das Weingut Château Duvivier gekauft und systematisch zu einem ökologischen Vorzeigebetrieb ausgebaut. Die bisher gut 20-jährige Forschungs- und Versuchstätigkeit brachte viele neue Erkenntnisse für den biologischen Weinbau. Davon profitieren heute viele Weingüter in ganz Europa.

Versuchs- und Modellweingut Château Duvivier in der Provence.
Versuchs- und Modellweingut Château Duvivier in der Provence.

Erklärtes Ziel auf dem 30 Hektar grossen Weingut war von Anfang an die Weiterentwicklung des biologischen Weinbaus über Versuchs- und Forschungstätigkeit. Dabei wurde die Zusammenarbeit mit ausgewiesenen Forschungsanstalten wie EFA (heute Agroscope) Wädenswil, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) und französischen Anstalten gesucht. Ab 1995 begann die Versuchstätigkeit in den Bereichen Weinbergsbegrünung, Pflanzenschutz und Anbau pilzwiderstandsfähiger Rebsorten. 1998 übernahm Antoine Kaufmann als diplomierter Önologe die Führung des Weinguts. Er war damit auch zuständig für die korrekte Durchführung und Auswertung aller Versuche in den Reben. Unter seiner fachkundigen Führung wurde das Forschungsprogramm um die Bereiche Pflanzenkohle und Biodynamie erweitert.

Die Traubenvernichter

Die grosse Herausforderung für den biologischen Weinbau sind die Pilzkrankheiten, insbesondere der Falsche Mehltau, gegen den einzig Kupferspritzmittel eine einigermassen sichere Wirkung haben. Kupfer ist jedoch ein Schwermetall, das in bestimmten Böden und bei starker Anreicherung nachteilige Wirkung auf Bodenlebewesen haben kann. Seit Jahrzehnten wird deswegen international geforscht, um Kupfer als Pflanzenschutzmittel zu ersetzen. Bis heute ist hier noch kein Durchbruch gelungen. Die Praxis des biologischen Weinbaus ist deswegen darauf ausgerichtet, Strategien zu entwickeln, die den Kupferaustrag möglichst tief halten. Die Delinat-Richtlinien geben sehr tiefe Kupferwerte vor, der Bioweinbauer steht – vor allem in gewissen Klimazonen – vor einer sehr grossen Herausforderung.

Kupfereinsatz sinkt

Hier hakte das Versuchsprogramm zur Kupferreduktion auf Château Duvivier ein. Alle bekannten Hilfsmittel wurden miteinbezogen und auf ihre Wirksamkeit überprüft: Eine Wetterstation liess neue Infektionsschübe frühzeitig erkennen und gezielt bekämpfen. Tonerdemehl wurde alternativ als bekanntes Kupferersatzmittel eingesetzt. Die Spritztechnik wurde optimiert, und das rechtzeitige Arbeiten an den Rebstöcken erlaubte eine bestmögliche Benetzung aller Pflanzenteile und somit grösstmöglichen Schutz vor Pilzbefall. Die Resultate der über drei Jahre praktizierten Versuchsreihen sind beeindruckend. Auf Château Duvivier konnte der Kupferaustrag um rund 75 Prozent gesenkt werden. Statt 6 kg Kupfer werden heute im Mittel der Jahre noch rund 1,5 kg pro Hektar Rebfläche ausgebracht.

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