Der ultimative Schaumwein-Guide für die Festtage: Das ist der Unterschied zwischen Brut, Extra-Dry und Demi-Sec

Wie süss darf es sprudeln? Wenn die Festtage näher rücken, stellt sich auch immer wieder die Frage nach dem richtigen Schaumwein. Doch die Wahl zwischen Champagner, Prosecco und Sekt ist nicht immer leicht und die verwirrenden Bezeichnungen der jeweiligen Zuckergehalte machen es nicht einfacher. Wir bringen Licht in den Schaumwein-Dschungel und sorgen dafür, dass allfällige Fettnäpfchen bei der Weinauswahl umschifft werden können.

Es gibt Momente im Leben, in denen man souverän wirken möchte: Zum Beispiel beim Bestellen eines Schaumweins im Restaurant, wenn der Kellner fragt: «Darf’s eher brut, extra dry oder demi-sec sein?» Innert Sekunden muss man eine Entscheidung treffen, ohne sich zu blamieren, doch das kann schnell ins Auge gehen. Millionen Menschen haben schon mit selbstbewusstem Blick einen Schaumwein «extra dry» gewählt, weil der Name so herrlich trocken klingt – und dann überrascht festgestellt, dass der «Extra dry» nach süsser Zitronenlimonade schmeckt und einem den Mund zusammenkleben lässt.

Champagner, Prosecco oder Cava? Die riesige Auswahl an verschiedenen Schaumweinen kann einem schnell einmal überfordern.

Damit das nie wieder passiert, haben wir hier die ultimative, internationale Schaumwein-Übersetzungstabelle zusammengestellt, mit einer kleinen Dosage Humor und einfachen Erklärungen:

Schaumweine und ihre Restsüsse

BezeichnungRestzucker (g/L)GeschmackGeeignet für
DE: Naturherb
FR: brut nature, pas dosé, dosage zero
IT: dosaggio zero
EN: brut natur
Zuckergehalt unter 3 g/l. Nur zugelassen, wenn nach der zweiten Gärung kein Zucker zugesetzt wurde.So trocken, dass selbst ein Kaktus nach einem Glas Wasser fragt.Für einige wenige Menschen, die finden, dass Wasser schon süss genug ist.
DE: Extra herb
FR: extra brut
IT: extra bruto
0–6 g/l ZuckergehaltImmer noch rigoros trocken, aber mit einem Hauch Diplomatie.Für Leute, die es trocken mögen, aber mit ein bisschen Nettigkeit.
DE: herb
FR: brut
IT: bruto
EN: brut
Weniger als 12 g/l ZuckergehaltKlassisch trocken; frisch, spritzig, beliebt.Der Schaumwein, den die meisten mögen. Selbst deine Tante, die sonst nur Tee trinkt.
DE: extra trocken
FR: extra sec
IT: extra secco
EN: extra dry
Zuckergehalt zwischen 12 und 17 g/lSüsser als der Name vermuten lässt: Der Begriff «Extra Trocken» ist irreführend.Klingt wie Wüste, schmeckt aber wie eine Mischung aus Limonade und Schaumwein.
DE: trocken
FR: sec
IT: secco, asciutto
EN: dry
Zuckergehalt zwischen 17 und 32 g/lSpürbar süss. Nicht trocken. Gar nicht.Für alle, die sagen: «Ich mag es, wenn Wein nicht so sauer ist».
DE: halbtrocken
FR: demi-sec
IT: abboccato
EN: medium dry
Zuckergehalt zwischen 32 und 50 g/lZiemlich süss – fast wie ein prickelndes Dessert.Für diejenigen, die finden, dass Cola zu wenig süss ist.
DE: mild
FR: doux
IT: dolce
EN: sweet
Restzuckergehalt über 50 g/lUltra-süss – praktisch ein Zuckerschock mit Bläschen.Für Menschen, die Dessert so sehr mögen, dass sie es am liebsten trinken.

Unsere Schaumwein-Highlights für jeden Geschmack:

Naturherb: Sed de Dánae Brut Nature, 0,8 g/l

Francisco Ruiz‘ «Blanc de Blancs» aus Viura-Trauben: der erste Bio-Schaumwein mit der Qualitätsbezeichnung Rioja DOCa. Drei Jahre auf der Flasche gereift und ohne Dosage abgefüllt. Ein Traum!

Extra herb: Domaine Meyer Crémant d’Alsace 3,6 g/l

Der in klassischer Champagner-Manier hergestellte Schaumwein gehört zum Besten, was das Elsass in dieser Sparte zu bieten hat. Perfekt zu Flammkuchen, Salzgebäck oder zum festlichen Aperitif.

Herb: Albet i Noya Espriu Brut Reserva 9,7 g/l

Cava, nur besser: Josep Maria Albet i Noyas Classic Penedès Espriu, aufwendig vinifiziert wie ein Champagner. Ein glanzvoller Start in festliche Stunden.

Extra trocken: Savian Prosecco rosé, 14,9 g/l

Der Prosecco rosé von William Savian vereint die Basistraube Glera mit einem Hauch von Pinot Nero. Fruchtig-florale Noten treffen auf eine feinperlige Mousse.

Mild: La Brina Moscato, über 50 g/l

Gian-Franco Torelli hat sich auf die Herstellung von Moscato spezialisiert. Mit seinem La Brina zeigt er, wie leichtfüssig, fruchtig-animierend und erfrischend dieser Schaumwein sein kann.

Suchst du etwas anderes? Unser gesamtes Schaumwein-Sortiment findest du hier.

Champagner als Inbegriff eines qualitativ hochwertigen Schaumweins

Schaumwein ist nicht gleich Schaumwein: Nicht nur Farbe, Traubensorten und Herkunft lassen eine riesige Bandbreite an verschiedensten Weinstilen zu, sondern auch die verschiedenen Macharten von prickelnden Weinen. Eine der bekanntesten Schaumweine ist zweifellos der Champagner. Er kommt – wie der Name schon sagt – aus der französischen Region Champagne und unterliegt strengen Herstellungsvorschriften.

Diese umfassen ein streng begrenztes Anbaugebiet, Anbauvorschriften wie Pflanzdichte, Handlese, und eine schonende und schnelle Pressung. Sehr charakteristisch für Champagner ist auch die «méthode traditionelle», also die zweite Gärung in der Flasche, welche für die Kohlensäure entstehen lässt. Um diese zweite Gärung in Gang zu setzen, wird dem Grundwein etwas Zucker und Hefe beigegeben. Mehr Infos zur Herstellung von Champagner findest du hier.

Prosecco: Zeitloser Klassiker aus Italien

Ein weiterer zeitloser Klassiker unter den Schaumweinen ist der italienische Prosecco. Die Anbaugebiete liegen in Norditalien, in Teilen des Venetos und in der Region Friaul-Julisch Venetien. Prosecco wird überwiegend aus der Rebsorte Glera hergestellt, die Anteile dieser Sorte müssen zwischen 85 und 100 Prozent liegen. Ein Prosecco darf nur mit maximal 15 Prozent autochthonen Rebsorten (Bianchetta, Perera, Verdiso, Glera lunga) oder internationalen Sorten, wie Chardonnay, Pinot bianco, Pinot grigio und Pinot nero, ergänzt werden. Im Unterschied zu Champagner wird der Schaumwein Prosecco oft nicht in der aufwändigeren Flaschengärung, sondern in Tankgärung hergestellt. Das heisst, die zweite Gärung geschieht nicht in der Flasche, sondern im Tank.

Und der Name Prosecco hat übrigens nichts mit dem italienischen Adjektiv secco (trocken) zu tun: Der Name Prosecco stammt ursprünglich von einem kleinen Ort bei Triest im Nordosten Italiens, der so heisst. Früher wurde dort die weisse Rebsorte Glera angebaut, die man ebenfalls Prosecco nannte. Der Wein aus dieser Traube wurde daher nach diesem Ort benannt. Seit 2009 heisst die Rebsorte offiziell Glera, damit der Name Prosecco rechtlich geschützt ist und nur für Schaumweine aus bestimmten Regionen Venetiens und Friauls verwendet werden darf.

Crémant, Cava und Winzersekt: Same same, but different

Dann haben wir noch den deutschen Winzersekt und das französische Pendant, den Crémant, der vor allem im Elsass sehr verbreitet ist. Kurz gesagt sind das die Bezeichnungen für qualitativ hochwertige Schaumweine, welche – wie Champagner – mit traditioneller Flaschengärung hergestellt werden. In Spanien wiederum hat der Cava eine grosse Tradition, welcher ebenfalls mittels Flaschengärung hergestellt wird und im Penedès seinen Ursprung hat. Eine etwas edlere Version des herkömmlichen Cavas ist Classic Penedes von Albet i Noya. In Italien wird der Schaumwein Spumante genannt, und das traditionsreichste Gebiet für hochwertige Vini spumanti ist Franciacorta in der Lombardei.

Neugierig geworden auf die spannende Welt der Schaumweine? Mit unserem Schaumwein-Abo erhältst Du zweimal jährlich ein Paket mit drei sorgfältig ausgewählten Bio-Schaumweinen portofrei geliefert.

Festlich verpackt: Wie man eine Flasche Wein in ein stilvolles Geschenk verwandelt

Weihnachten naht und die gute alte Flasche Wein ist sicherlich in den inoffiziellen Top 10 der Geschenke fürs Fest vertreten. Damit euer Weingeschenk nicht nur den Gaumen des Beschenkten, sondern auch das Auge entzückt, haben wir vier Geschenkverpackungen getestet.

Eine Flasche Wein zu verschenken ist eigentlich ein No-Brainer: Sie kann schöne Erinnerungen an einen gemeinsamen Urlaub wiederaufleben lassen, ein festliches Essen bereichern oder einfach eine kleine Geste der Wertschätzung sein. Wein funktioniert zu vielen Anlässen, wirkt persönlich und gleichzeitig unkompliziert. Genau deshalb greifen wir so gern zur Flasche, wenn wir jemandem eine Freude machen möchten.

Nur die Verpackung lässt einen gerne mal verzweifeln: Schleifen rutschen, Papier reisst, Geschenktüten wirken oft eher billig als elegant. Dabei möchte man mit der Präsentation ja gerade zeigen, dass man sich Mühe gegeben hat und der Inhalt etwas Besonderes ist.

Keine Sorge, wir schaffen Abhilfe. Wir stellen euch vier Einpackmethoden vor, von klassisch-elegant bis kreativ-abenteuerlich. Dazu gibt es auch die passende Weinempfehlung aus unserem Sortiment.

1. Der edle Klassiker

Eine Flasche Wermut in Geschenkverpackung mit Deko-Zweigen

Diese Verpackung macht ordentlich Eindruck, ist aber super schnell gezaubert und benötigt kaum Material. Als Verpackungsinhalt haben wir uns den La Vagabonda Vermouth Bianco von unserer Winzerin und Kräuterexpertin Cecilia Zucca ausgesucht. Der edle Drink verdient eine stilvolle Hülle. Wer mag, kann als Dekoration auf die feinen Kräuter zurückgreifen, die dem Wermut seinen exquisiten Geschmack geben.

Aufwand
3 von 5 Flaschen
Geschicklichkeit
2 von 5 Flaschen
Wow-Effekt
4 von 5 Flaschen

Anleitung

Geschenkpapier
Geschenk- oder Paketband
Hübsche Deko
Schere
Klebeband

1. Schneide ein Dreieck aus dem Geschenkpapier aus. Es sollte mindestens etwas länger als die Flasche sein. Die Länge eines Standard-Geschenkpapiers eignet sich von der Breite her perfekt.
2. Die linke Hälfte des Dreiecks im Zickzack falten.
3. Den rechten Zipfel des Dreiecks an die Flasche kleben und die Flasche bis zum Zickzackmuster einrollen.
4. Das Geschenk- oder Paketband um den Flaschenbauch binden.
5. Zum Schluss die Deko im Band befestigen.

2. Betucht nachhaltig

Zwei Flaschen Wein in Geschirrtuch verpackt

Ein hübsches Geschirrtuch hat jeder zu Hause, oder man kann ein solches gleich mit verschenken bei dieser nachhaltigen Einpackmethode. Eingewickelt wird bei uns der Koo Kuu Edelweiss, als PIWI-Wein von Roland und Karin Lenz selbst ein absoluter Nachhaltigkeitsprofi, und mit seiner Süsse wunderbar passend zu Weinachtsgebäck oder zum Dessert beim Festessen.

Aufwand
1 von 5 Flaschen
Geschicklichkeit

Wow-Effekt

Anleitung

Geschirrtuch
Geschenk- oder Paketband
Hübsche Deko, etwa Blumen oder kleine Zweige
Schere

Methode 1:

1. Breite das Geschirrtuch auf dem Tisch aus, die hübsche Seite nach unten.
2. Lege die Flasche mittig auf das Tuch, so dass der Flaschenhals oben etwas übersteht.
3. Falte das Tuch über der Flasche bündig zusammen.
4. Schlage nun erst den linken Flügel über die Flasche zur rechten Seiten, dann den rechten Flügel zur linken Seite.
5. Wiederhole den Vorgang nochmals mit den nun kürzeren Flügeln, so dass ein hübsches Muster auf der Flaschenvorderseite entsteht.
6. Befestige das Tuch mit dem Paketband und binde die Deko mit dazu.

Methode 2:

1. Breite das Geschirrtuch auf dem Tisch aus, die hübsche Seite nach unten. Eine Ecke des Tuchs sollte oben in der Mitte sein.
2. Falte diese Ecke so ein, dass eine Kante entsteht und sich links und rechts zwei Tuchspitzen bilden
3. Lege die Flasche in die Mitte, so dass der Flaschenhals über die Tuchkante schaut.
4. Schlag die untere Spitze ein und falte diese Hälfte des Tuches über die Flasche zur Kante.
5. Nimm den linken und rechten Flügel und binde daraus einen groben Knoten vor der Flasche zusammen.
6. Stecke deine Deko durch den Knoten.

3. Ein kreatives Anhängsel

Vier Flaschen Wein mit selbstgestalteten Anhängern

Hier kommen alle Schenkenden auf ihre Kosten, die gerne malen oder zeichnen und andere zum Schmunzeln bringen: Die Anhänger können auf Beschenkte, den Wein oder den Geschenk-Anlass abgestimmt werden. Das Internet oder diverse KI-Helferchen können als kreativer Ideenpool zu Rate gezogen werden, wenn es um Sprüche geht. Auch Weihnachtsmotive oder Ideen für andere Anlässe gibt es in schier grenzenloser Verfügbarkeit auf Pinterest und Co.
Wir behängen hier den Riesling Terra Rossa, den Bonarossa, den Pastoret und den So. Secco Alkoholfrei.

Aufwand
4 von 5 Flaschen
Geschicklichkeit
4 von 5 Flaschen
Wow-Effekt
5 von 5 Flaschen

Anleitung

Dickeres Papier
Kreativequipment deiner Wahl: Malfarben, Buntstifte, Bleistift,…
Schere
Lineal und Schablone für die Löcher, alternativ eignet sich auch beispielsweise eine Weinflasche oder eine Kaffeetasse

1. Zeichne die Umrisse des Anhängers auf das Papier. Länge und Breite sollten zum Wein passen, je nach Gusto kann der Anhänger das Etikett überdecken oder nicht.
2. Gestalte den Anhänger wie du möchtest. Achte darauf, nach oben zum Loch hin etwas Platz zu lassen. Hier falten wir eine Kante, damit der Anhänger gut an der Flasche sitzt.
3. Schneide den Anhänger aus, falte die Kante und häng ihn über den Flaschenhals.

4. Trauben-Traum

Eine Flasche Sekt mit selbstgebastelten Trauben und Weinblättern

Diese Methode ist zwar abenteuerlicher und zeitaufwendiger, aber genau das Richtige für DIY-Fans. Ausserdem kann man beim Basteln die Pralinen, die man verschenken möchte, vernaschen. Ein bis zwei fehlende Trauben fallen nicht auf – das haben wir ausprobiert! Für uns passt hier perfekt der Aventurer Brut als Geschenk: Der Edelschäumer von Albet i Noya aus robusten Rebsorten ist ein super Geschenk für Sektfans, die sich auf ein Abenteuer einlassen wollen.

Aufwand
5 von 5 Flaschen
Geschicklichkeit
5 von 5 Flaschen
Wow-Effekt
5 von 5 Flaschen

Anleitung

Runde Pralinen deiner Wahl (Wir haben die bekannten, goldfarbenen Nusspralinen genommen.)
(Blaues) Geschenk- oder Krepppapier zum Einwickeln der „Trauben“
Weinblätter (aus der Herbst-Dekokiste, aus Filz, selbstgebastelt,…)
Geschenk- oder Paketband
Kleber (Heisskleber oder doppelseitiges Klebeband)
Schere

1. Wickle die Pralinen in das Papier ein und klebe es fest.
2. Klebe sie in Weintrauben-Form an die Flasche, starte dabei unter dem Flaschenhals.
3. Platziere die Weinblätter darüber und binde sie um den Flaschenhals.

Welche Einpackmethode gefällt euch am besten? Habt ihr eine eigene, gelingsichere Version? Wir freuen uns auf eure Kommentare. Übrigens: Wer noch gar nicht weiss, welchen Wein er verschenken soll, dem hilft unsere Kollegin Nina mit ein paar Tipps auf die Sprünge.


Green Friday wurde dank Deiner Hilfe dunkelblau!

Wir danken für Dein Engagement! Mit dem Erlös Deiner Spenden aus unserer «Green Friday»-Aktion unterstützt Du die Arbeit von Sea Shepherd, eine wichtige Organisation, die sich für den Schutz der Meere einsetzt. Und dank Deiner Mithilfe ist aus grün sogar blau geworden. So erfolgreich war unser diesjähriger Green Friday!

Wieder einmal hast Du dem Konsumwahnsinn am «Black Friday» ein Schnippchen geschlagen und Dich stattdessen für die Natur stark gemacht. Dieses Mal kommt Dein Engagement direkt den Einsätzen von Sea Shepherd zugute.

Die Sea Shepherd Crew bei der Oktopusrettung
Die Sea Shepherd Crew bei der Oktopusrettung. (c) Sea Shepherd

Wir haben mit Natalie Maspoli-Taylor, Geschäftsführerin von Green Shepherd Schweiz, und Manuel Abraas, Geschäftsführer von Sea Shepherd Deutschland, gesprochen. Sie haben uns erzählt, wie sich durch die Einsätze von Sea Shepherd ganze Meeresabschnitte wieder erholen und Tiere gerettet werden. Das nennen die grösstenteils ehrenamtlichen Mitarbeiter dann gerne und stolz den «Sea Shepherd-Effekt».

Tonnen von Geisternetzen, die sie aus der See bergen, tausende Seegraspflanzen, die die Mithelfer händisch einpflanzen und damit Land sowie Wasser schützen: All das wird mit Deiner Hilfe mitfinanziert. Nicht zuletzt fliesst Deine Spende auch in die so unendlich wichtige Aufklärungsarbeit an Schulen und in Erwachsenenkreisen, damit immer mehr Menschen Flora und Fauna der Meere schützen.

Die Sea-Shepherd-Crew unter einem geborgenen Geisternetz aus der baltischen See (c) Sea Shepherd
Die Sea-Shepherd-Crew unter einem geborgenen Geisternetz aus der baltischen See. (c) Sea Shepherd

Du hast mit Deinem grün gefüllten Glas mitgeholfen, die Meere zu schützen. Das wissen wir in dieser besonderen Zeit sehr zu schätzen. Wir danken Dir von Herzen für Dein Engagement und verkünden voller Stolz:

Aus dem 10%-Aufpreis ist ein Mehrerlös von 6‘971.20 Franken und 3’694.39 Euro entstanden. Wie angekündigt werden wir diesen Betrag aus eigener Tasche verdoppeln, runden ihn auf 22’000 Franken auf und spenden den Gesamtbetrag in Deinem Namen an Sea Shepherd.

Das ist grossartig! Wir sagen Danke!

Green Friday 2025: Alles 10% teurer!

Es ist wieder so weit: Der letzte Freitag im November steht an. Es ist der Freitag nach dem amerikanischen Thanksgiving – und für den Handel der Tag, an dem die Kassen klingeln: Black Friday! Shopping-Wahnsinn überall. Die Umwelt aber sieht an diesem Tag schwarz. Dabei überschwemmen wir uns selbst mit Dingen, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie brauchen. Weil wir sie eben nicht brauchen.

Green Friday 2024: Alles 10 % teurer!

Seit Jahren ist der «Black Friday» auch in Europa ein wichtiges Shopping-Event. Ich frage mich jedes Jahr aufs Neue, ob die Begeisterung ebenso gross wäre, wenn bekannt wäre, dass allein die Verpackung der bestellten Ware fast die Hälfte des gesamten Verpackungsmülls eines Jahres ausmacht. Oder dass ein Drittel der Ware zurückgeschickt und zum Teil ungenutzt vernichtet wird. Wer das bezahlt, braucht man sich gar nicht auszurechnen. Es ist klarerweise die Natur.

Green Friday 2025: Spende für Sea Shepherd

Der «Black Friday» ist damit nur eines: ein pechschwarzer Tag für die Umwelt. Deshalb drehen wir morgen in gewohnter Manier den Spiess liebend gerne um und feiern unseren Green Friday. Am Freitag, 28. November, bezahlen Sie für jedes Produkt, das Sie bei uns bestellen, 10% mehr. Ohne Ausnahme.

Zum Webshop
Geisternetzfischen an der baltischen See (c) Sea Shepherd
Geisternetzfischen an der baltischen See (c) Sea Shepherd

Den Erlös aus dem Aufpreis spenden wir an Sea Shepherd, eine NGO, die sich dem Schutz der Meere verschrieben hat und international erfolgreich agiert. Wenn eine Rettungsaktion gelingt, nennt Sea Shepherd das den «Sea Shepherd»-Effekt. Solche Momente möchten wir in Zukunft noch viel öfter ermöglichen. Deshalb verdoppeln wir Deine Spendensumme aus eigener Tasche.

Ab Samstag, 00:01 Uhr, gelten wieder die gewohnten Preise.

Sea Shepherd

Sea Shepherd setzt sich als NGO für den Erhalt und Schutz der Meere ein. Als unpolitische Organisation agiert sie weltweit mit Ländergruppen aus grösstenteils freiwilligen Helfern und einer Flotte für Einsätze auf hoher See.

Wir haben die Geschäftsführer von Sea Shepherd Schweiz gefragt, wie man als Privatperson helfen kann, und mit Manuel Abraas, dem Geschäftsführer von Sea Shepherd Deutschland, gesprochen, der uns ein Bild der international erfolgreichen Seerettungsmannschaft gezeichnet hat.

Sea Shepherd auf Oktopus-Rettung (c) Sea Shepherd

Hier geht es direkt zu seashepherd.org
Zum Webshop: www.delinat.com

Sea Shepherd, der Name ist Programm

Wer über Meeresschutz spricht, kommt an Sea Shepherd nicht vorbei. Seit 1977 patrouilliert die internationale Organisation auf den Weltmeeren, um die Meeresfauna zu schützen. Mit einer Flotte spezialisierter Schiffe und einem weltumspannenden Netzwerk, zählt Sea Shepherd zu einer der wirkungsvollsten Naturschutzorganisationen der Gegenwart.

Sea Sheperd bei der Octopus-Rettungskampagne (c) Sea Shepherd

Sea Shepherd, der Hirte der Meere ist da, wo er gebraucht wird. Direkt vor Ort. Das ist das Besondere an Sea Shepherd. Der Ansatz lautet „Direct Action“: nicht protestieren, sondern eingreifen. Die Organisation ist unpolitisch, die Crew dokumentiert illegale Aktivitäten, assistiert Behörden, beschlagnahmt Fanggeräte und sorgt staatenübergreifend dafür, dass Umweltgesetze nicht nur existieren, sondern auch durchgesetzt werden. Dieser Ansatz hat weltweit zu bahnbrechenden Erfolgen geführt, von der Zerschlagung organisierter Wilderernetzwerke bis zur massiven Reduktion illegaler Fischerei in Schutzgebieten.

Ein Oktopus wird aus dem Netz befreit (c) Sea Shepherd
Ein Oktopus wird aus dem Netz befreit (c) Sea Shepherd

In Westafrika, in der Antarktis, im Mittelmeer oder in der Arktis zeigt sich der Grundsatz: Wo Sea Shepherd patrouilliert, erholt sich die Biodiversität. Natali Maspoli Taylor, Präsidentin von Sea Shepherd Schweiz und ihre Kollegen, nennen dieses Phänomen gerne den Sea-Shepherd-Effekt. «Es ist wundervoll zu erleben, wenn sich manche Gewässer erholen», lächelt die Präsidentin.

Ein globales Netzwerk, getragen von Freiwilligen

Sea Shepherd International mit Hauptsitz in den Niederlanden bildet die organisatorische Mutterstruktur von Sea Shepherd. Jede Ländergruppe arbeitet jedoch rechtlich eigenständig – ein System, das Agilität ermöglicht und lokales Engagement fördert. In der Schweiz, in Deutschland, Italien, Australien oder Mexiko: Überall wird Bildungsarbeit geleistet, werden Freiwillige ausgebildet, Kampagnen unterstützt und Schiffe finanziert.

Wie der deutsche Geschäftsführer Manuel Abraas erzählt, wird die Schlagkraft der Organisation oft unterschätzt: „Ohne solide Basisarbeit fährt kein einziges Schiff raus. Ich hätte nie erwartet, wie viel Bürokratie Meeresschutz bedeutet, aber ich bin heilfroh, dass ich meine Leidenschaft zum Beruf machen durfte, und Zeuge davon bin, was Sea Shepherd bewegt.“ Es ist dieses Zusammenspiel von Professionalität und Idealismus, das Sea Shepherd ausmacht, und Erfolge bringt.

Die Flotte als Rückgrat des weltweiten Meeresschutzes

Mehrere Hochseeschiffe, Schnellboote, Forschungseinheiten und Küstenfahrzeuge bilden die Einsatzflotte. Der bekannte «Age of Union», die «Ocean Warrior» oder die kleinere «Triton», die 2021 zusätzlich in Betrieb ging – jedes der Schiffe ist ein Werkzeug gegen Umweltverbrechen. Dazu kommen mobile Küstenteams: Camper, Transporter, Schlauchboote und Tauchausrüstung für Projekte wie die Bergung von Geisternetzen oder die Renaturierung von Seegraswiesen. Dabei wird stets auf ein Netzwerk aus Experten und Freiwilligen zurück gegriffen. Bei Sea Shepherd ist man sich sicher: «Wenn die Leute erst einmal Bescheid wissen, helfen sie gerne, und sind mitunter auch entsetzt von dem Zustand der Meere und der Tiere darin.»

Die Sea Shepherd Crew an der baltischen See unter einem Geisternetz (c) Sea Shepherd
Die Sea Shepherd Crew an der baltischen See unter einem Geisternetz (c) Sea Shepherd

Geisternetze, Seegras und stille Katastrophen

Gerade in Norden Europas finden eine Menge Einsätze aufgrund sogenannter Ghost Nets statt. «30 Tonnen haben wir bereits geborgen. Das ist aber leider nur die Spitze des Eisbergs. Und nur weil kein Fischerboot mehr daran hängt, fangen die Netze ja trotzdem weiter. Und die Tiere verenden darin kläglich.» sagt Manuel Abraas, Geschäftsführer von Sea Shepherd Deutschland. Allein in der Ostsee gehen jedes Jahr Tausende solcher Netze verloren, die weiterhin Fische, Vögel und Säuger töten. «Wir haben die Tonnen an Netzen schon einmal im öffentlichen Raum aufgetürmt, um den Menschen das Ausmass zu veranschaulichen», erzählt Abraas weiter.

Für diese Seerobbe kommt die Hilfe leider zu spät. (c) Sea Shepherd
Für diese Seerobbe kommt die Hilfe leider zu spät. (c) Sea Shepherd

Parallel renaturieren Sea-Shepherd-Teams in Deutschland auch Seegraswiesen: „40.000 Pflanzen haben wir gesetzt – jede einzelne hat man dabei dreimal in der Hand. Sisyphusarbeit, aber essentiell für das Ökosystem Meer“, so Manuel Abraas. Seegras bindet CO₂, stabilisiert Küsten und schafft Lebensräume, es ist ein wahrlich unterschätzter Klimaschützer.

Der Schweizer Meeresblick

Auch Länder ohne Meer leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Meere. «Die Schweiz importiert 75.000 Tonnen Fisch pro Jahr. Wir sind damit Teil des Problems und der Lösung», erklärt Natalie Maspoli Taylor, Direktorin von Sea Shepherd Schweiz. Und ihr Kollege Klaus Gaar ergänzt: „Kaum jemand weiss, wie viel Kriminalität mit illegaler Fischerei verflochten ist.“ Schweizer Freiwillige unterstützen daher internationale Kampagnen, finanzieren Ausrüstung und sorgen via Bildungsarbeit für Bewusstsein. Somit ist Sea Shepherd Schweiz ein mehr als wichtiges Standbein im globalen Netzwerk.

Sea Shepherd arbeitet länderübergreifend und unpolitisch (c) Sea Shepherd
Sea Shepherd arbeitet länderübergreifend und unpolitisch (c) Sea Shepherd

Gemeinsam für die Meere

Sea Shepherd wirkt weltweit, weil Menschen aktiv werden. Über politische Grenzen und Interessen hinaus. Es geht um die Natur im Meer. Ob als Spender, freiwilliger Helfer oder Taucher im Seegrasprojekt: Jede Handlung zählt. Oder wie Manuel Abraas es formuliert: «Wenn jeder nur einen kleinen Beutel Müll pro Woche von den Stränden aufhebt, hätte das einen riesigen Impact. Kleinvieh macht Mist, und gemeinsam schlägt das grosse Wellen.»

Sea Shepherd setzt dabei auf eine klare Vision: lebensfähige Ozeane, frei von Ausbeutung, Plastik und illegaler Fischerei. Oder wie Natalie Maspoli Taylor aus der Schweiz meint: «Unser Traum wäre, dass Sea Shepherd einmal nicht mehr notwendig ist. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg.»

So findest Du das richtige Geschenk

Und täglich grüsst das Murmeltier … oder besser gesagt, Weihnachten. Geschäftiges Treiben in den Gassen, Lichter überall und dampfende Glühweintassen. Zu Geschäftszeiten rennen alle umher, als wüssten sie genau, wo sie was für die Lieben besorgen. Nur man selbst steht da, ohne Plan. Wieder einmal …

Weihnachten naht, und damit auch die genussvollste Zeit im Jahr.
Weihnachten naht, und damit auch die genussvollste Zeit im Jahr.

Genau deswegen und um diesen Zustand zu vermeiden, haben wir diese Punkte-Liste erstellt. Anhand dieser hantelst Du Dich ganz einfach zum passenden Weihnachtsgeschenk für Deine Lieben entlang. Nur Genussaffinität, die setzen wir für Deine Beschenkten voraus.

Die Fragen zum passenden Geschenk:

  1. Kaum jemand würde die Überlegungen damit beginnen – und doch ist genau hier der richtige Startpunkt zum Geschenkeglück. Suchst Du ein Einzelgeschenk? Oder soll es in mehrfacher Ausführung geschenkt oder sogar versandt werden? Denn je nachdem tut es dann vielleicht ein Sechser-Karton vom selben Wein, vielleicht sogar ein Sechser-Pack sprudelnde Freude, wie etwa dem Cremant d’Alsace der Domaine Meyer, oder ein Paket mit feinen Weinen und Ölen, wie dem sizilianischen Genusspaket von Massimo Maggio.
  2. In welcher Beziehung stehst Du zum Beschenkten? Der Sohn will naturgemäss anderes unter dem Baum vorfinden als die Grossmutter. Vielleicht will es der Sohn mit seinen Freunden prickelnd angehen, während sich Grossmutter lieber im Sessel zurücklehnt und einen feinen Vermouth oder Cognac geniesst, wenn im Haus endlich Ruhe eingekehrt ist. Insofern ist der Beziehungsstatus gerade zu Weihnachten doch entscheidend.
  3. Was macht die beschenkte Person gerne? Kocht sie? Geht auf Weinverkostungen, oder war schon einmal als Praktikant bei einer Olivenölernte dabei? Oder hat sie gar ein Land, in dem sie nicht wohnt, ihr dort aber die Seele aufgeht? Vielleicht Frankreich, Spanien oder Italien? Na dann ist das schon ein ziemlich wichtiger Hinweis für die Herkunft des Geschenks.
  4. Der Charakter der beschenkten Person ist entscheidend. Ist sie freiheitsliebend? Und bildet sich gerne ihre eigene Meinung, wird gerne überrascht? Oder muss sie ohnehin im Alltag so viele Entscheidungen treffen, dass es zu den Festtagen gut ist, wenn ihr jemand die Entscheidung darüber, was jetzt ein guter Wein, oder ein guter Honig ist, abgenommen wird? Je nachdem kommt eine enge Vorauswahl oder ein eben alles offen lassender Gutschein besser an.
  5. Wie wird das Zusammentreffen an den Feiertagen vonstattengehen? Kommt die Person per Zug angereist und kann daher eher keinen 6er-Karton Wein gebrauchen? Eher eine Magnum, die sich leicht zwischen die Socken betten lässt? Und in ihrem Zuhause – muss/darf die Person ihren guten Wein mit vielen Leuten teilen und dieser sollte daher ein Everybody’s Darling sein? Mit wem wird die Beschenkte das Geschenk wohl trinken? Auch diese Fragen geben gute Hinweise auf das richtige Getränk, oh pardon, Geschenk.
  6. Wir kommen wieder zurück zum Charakter: Sind Überraschungen erwünscht oder wählt die Beschenkte am liebsten selbst aus? Darf man sie mit Unbekanntem aus der Reserve locken? Oder soll gleich alles in einem Paket, am besten mit Anleitung zum Genuss, vorhanden sein, damit der Geist auch einmal ruhen kann.
  7. Wie tief in der Weinwelt steckt die Beschenkte drin? Ist sie eine Sammlerin, ist sie Spezialistin für die Weine Sizilien, oder aus einer anderen Region? Wären vielleicht einmal drei Weine aus einer Region zum Vergleich spannend als Geschenk? Fragen über Fragen, die einen aber tatsächlich zu einem guten Genussgeschenk bringen.
  8. Und zu guter Letzt – die Freude am Schenken. Ähnelt Dir die beschenkte Person? Fällt es Dir ein wenig schwer, diese Flasche Wein aus der Hand zu geben, oder würdest Du am liebsten in doppelter Ausführung bestellen, einmal als Geschenk, und einmal als Geschenk für Dich selbst? Das ist in der Regel ein ziemlich eindeutiges Zeichen dafür, dass Du ein super Geschenk gefunden hast.

    Alle unsere Geschenkideen für gesellige Weihnachten findest Du hier

Die Hundertjährigen, die sich aus dem Fenster lehnten und nicht verschwanden

Unsere beiden Veneto-Winzer Fasoli und Savian haben 2025 ihren 100. Geburtstag gefeiert. Schon vor vielen Jahren haben sie sich in ihrer Region als Bio-Pioniere aus dem Fenster gelehnt und sind, anders als der «Hundertjährige» im Roman von Jonas Jonasson, nicht verschwunden.

Der Roman «Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand» beginnt so: Allan Karlsson, flieht an seinem 100. Geburtstag aus dem Altersheim und macht sich auf eine abenteuerliche Reise quer durch Schweden.

Ähnlich abenteuerlich verlief die Reise der beiden Delinat-Weingüter Fasoli und Savian durch die Weinbaugeschichte der italienischen Region Veneto. Die beiden hundertjährigen Familienbetriebe gehören zu jenen Pionieren, die sich schon in den 1980er-Jahren aus dem Fenster gelehnt und auf den damals verpönten Bioweinbau gesetzt haben. Noch heute stehen sie in alter Frische und voller Tatendrang als ökologische Vorzeigebetriebe da.

Der traurige Anblick des Vaters

«Was uns zum Umdenken bewegt hat, war der Anblick meines Vaters Gino, der sich im Rebberg mit Pestiziden vergiftet hatte», sagt Natalino Fasoli. «Während wir umstellten, lachten sich unsere Nachbarn ins Fäustchen. Für sie war klar, dass ein Weinberg mit reicher Biodiversität, Bäumen und Unkraut keine Zukunft hat.»
Den neuen Weg, den die Fasolis mit grosser Beharrlichkeit einschlugen, war in der Tat lang und alles andere als einfach: Er brachte viel zusätzliche Handarbeit, ein Markt für Biowein fehlte fast komplett und Rückschläge im Weinberg galt es zu verkraften. Das war in den frühen 1980er-Jahren. Die abenteuerliche Durststrecke dauerte ein ganzes Jahrzehnt.

Mit Sanftmut und einem unbändigen Vertrauen in die Natur und in die Menschlichkeit führt Natalino Fasoli sein Weingut.
Mit Sanftmut und einem unbändigen Vertrauen in die Natur und in die Menschlichkeit führt Natalino Fasoli sein Weingut.

Ein wunderbarer Moment sei dann der Einstieg von Delinat gewesen, erinnert sich Natalino Fasoli. «Sie hatten bereits einen guten Absatzmarkt für Biowein und klare Vorstellungen, wie Weine im Einklang mit der Natur zu produzieren sind. Das hat uns geholfen, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen.» Die Fasolis waren aber nicht nur Vorreiter im ökologischen Weinbau, sie gehörten auch zu den ersten, die mit radikalen Ertragsbeschränkungen und sanfter Vinifikation den Qualitätsweinbau im Valpolicella förderten.

Was der Grossvater Amadio Fasoli 1925 mit Fassweinlieferungen an die Osterias von Verona, Vicenza und Padua begann, entwickelten die nachfolgenden Generationen zu einem renommierten Weingut, dessen Weine heute weit über die Bioszene und Italien hinaus einen ausgezeichneten Ruf geniessen. Mit Sohn Matteo Fasoli, Sohn von Natalino, sitzt jetzt auch schon die vierte Generation im Führungsboot.

Ein Geschenk an den Kriegsveteranen

Die Geschichte der Azienda Le Contrade, die aktuell von William Savian und seinen Söhnen Gabriele und Lorenzo geführt wird, beginnt mit einem Geschenk: Williams Grossvater Marco Savian erhielt für seine Verdienste als Veteran des Ersten Weltkriegs vom Staat die Podere Bainsizza geschenkt, ein kleines, vier Hektar grosses Grundstück in Loncon di Annone Veneto, keine 80 Kilometer nordöstlich von Venedig gelegen.

William Savian und Winzerberater Daniel Wyss beim besprechen neuer naturnaher Pläne.
William Savian und Winzerberater Daniel Wyss beim besprechen neuer naturnaher Pläne.

Der anfänglich gemischtwirtschaftliche Bauernhof entwickelte sich über ein ganzes Jahrhundert mit viel Respekt vor der Natur zu einem topmodernen, heute über 90 Hektar grossen, energieautarken Weinbaubetrieb. «Den Entscheid, sich von der Chemielobby im Agrarsektor zu verabschieden, fällte mein Vater Arnaldo schon den 1980er-Jahren. Seit 1993 sind wir vollständig biozertifiziert», sagt William Savian, der das Gut 1999 übernommen hat.

Zum Hundertjährigen wurde ordentlich gefeiert! Im Bild William Savian (mi.) mit seiner Frau Martina, den Söhnen Gabriele und Lorenzo und Vater Arnaldo, sowie mit unserer Delinat-Weineinkäuferin Martina Korak in ihrer Mitte.

Die 1990er-Jahre sind den Savians als echte Herausforderung für Pioniere in Erinnerung geblieben. Das Wort Bio war damals in Italien kaum bekannt. «Deshalb glaubten nur wenige an unser Projekt. Aber wir haben uns entschieden, gegen den Strom zu schwimmen», so William Savian. Dass der Weg derart abenteuerlich werden würde, habe man aber nicht erwartet. «Zu Beginn fehlten technische Referenzen, zertifizierte Produkte und sogar wirklich gut vorbereitete Kontrollstellen. Aber durch Experimentieren, Tüfteleien und neue Techniken haben wir stets die für uns richtigen Lösungen für ein modernes Weingut im Einklang mit der Natur gefunden.» Es sei ein Weg voller Geduld, Engagement und Neugier gewesen. Er habe zu einem erhellenden Einblick in das natürliche Gleichgewicht eines Weinbergs geführt.

«Wenn wir heute zurückblicken, sind wir stolz darauf, an diese Vision geglaubt und sie gelebt zu haben.» William weist auch darauf hin, dass Delinat ab 2007, als die Zusammenarbeit begann, zu einem wichtigen Wegweiser geworden sei. «Die Delinat-Methode hat uns wertvolle Impulse zur Verbesserung der Biodiversität und der Nachhaltigkeit gegeben. Und sie hat uns auch zum Anbau neuer, pilzresistenter Rebsorten (PIWI) und dem Bau grosser Solaranlagen inspiriert.»

Der eine verschwindet, die anderen feiern

Allan Karlsson hatte keine Lust seine 100 Lenze zu feiern, obwohl sogar der Bürgermeister ins Seniorenheim gekommen wäre. Seine Heimschwester hatte ihm den Schnaps verboten und so ist der Hundertjährige einfach aus dem Fenster gestiegen und abgehauen.

Die Familien Fasoli und Savian hingegen zeigten sich zu ihrem 100. in Feierlaune. «Wir haben einen Jubiläumswein kreiert und mit diesem im Teatro Ristori in Veneto mit vielen Weggefährten tüchtig auf 100 Jahre angestossen», erklärt Natalino Fasoli. Ferner wurde eine Jubiläumsbroschüre herausgegeben und ein Video geschaffen, das die Fasoli-Philosophie zum Ausdruck bringt. Und als Zeichen der Zukunft wurden in und um die Weinberge 100 Bäume gepflanzt.

Ein grosses Fest gab es im Sommer 2025 auch bei William Savian. Auf dem Weingut wurde mit jenen Leuten gefeiert, die das alles möglich gemacht haben: Kunden, Mitarbeitende, Freunde und Familie. Die Gäste durften eine Flasche des neuen Jahrgangs vom Bainsizza als Jubiläumsgeschenk mit nach Hause nehmen. William Savian: «Darin enthalten ist nicht nur ein guter Merlot, sondern auch unsere 100-jährige Liebe zu unserem Land.»

Reise zu den Hundertjährigen
Wer unsere Hundertjährigen aus dem Veneto persönlich kennenlernen und ihnen im Rebberg und Keller über die Schultern schauen möchte, kommt am besten mit auf unsere neue Veneto-Reise, die vom 7. bis 11. Mai 2026 stattfindet. Alle Details und Anmeldung zu dieser und weiteren Delinat-Reisen gibt es hier.

Piemont, weit mehr als nur Barolo

Das Piemont verfügt über einen reichen Traubenschatz. Einige Weinstile, wie Barolo sind weltweit bekannt. Die Rebsorte Albarossa hingegen gilt als Geheimtipp unter Weinfreunden. 

Piemont ist für seine ausgezeichneten Weine weltweit bekannt.
Piemont ist für seine ausgezeichneten Weine weltweit bekannt.

Das Piemont gehört mit der Toskana zu jenen Regionen Italiens mit den meisten Spitzenweinen. Vor allem die aus der Nebbiolo-Traube gekelterten Barolo und Barbaresco begründen den Ruhm. Doch die Traubenvielfalt im Piemont ist weit grösser. Wenig bekannt ist etwa die Rotweinsorte Albarossa.

Die Region Piemont mit der Hauptstadt Turin liegt im Nordwesten Italiens. Die Anfänge des Weinbaus gehen auf das keltische Volk der Tauriner (die der Hauptstadt den Namen gaben) und auf die Ligurer zurück. Erst im Mittelalter wurden die vorab von Klöstern produzierten Weine bekannt. Nämlich, als Minnesänger begannen, die ausgezeichnete Qualität zu rühmen. Mitte des 13. Jahrhundert kam erstmals die Bezeichnung «Piemont» auf. Der Name leitet sich vom französischen Pié de monte (am Fusse der Berge) ab.

Von seltenen Reben im Monferrato

Die Weinberge erstrecken sich über eine Fläche von 44 000 Hektar. Die besten Lagen befinden sich in der Langhe um Alba (bekannt für Barolo und Barbaresco) sowie an den Hügeln von Monferrato. Hier ist vor allem die Barbera-Traube zu Hause. Zu diesen bekannten Piemonteser Sorten gesellen sich rund hundert weitere zugelassene Rebsorten. Die wichtigsten Weissweinsorten sind Arneis, Chardonnay, Erbaluce, Cortese, Favorita (Vermentino) und Moscato. Beim Rotwein spielen im Schatten von Nebbiolo und Barbera einheimische Sorten wie Albarossa, Bonarda, Brachetto, Ruchè und Grignolino, und internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot oder Pinot Nero interessante Nebenrollen. So ist etwa die Delinat-Winzerin Cecilia Zucca im Monferrato besonders stolz auf ihre Albarossa-Trauben. Vor 20 Jahren war diese Sorte fast ausgestorben, heute gedeihen im Piemont wieder über 70 Hektar der Rebe.

Cecilia und ihre Töchter Eleonora und Maria Sole kultivieren auch weniger bekannte Reben im Piemont, wie die seltene rote Albarossa.
Cecilia und ihre Töchter Eleonora und Maria Sole kultivieren auch weniger bekannte Reben im Piemont, wie die seltene rote Albarossa.

Das Piemont nimmt in Italien in mehrfacher Hinsicht eine führende Rolle beim Weinbau ein. Nirgendwo sonst wird mehr Schaum- und Perlwein produziert. Am bekanntesten sind der Asti Spumante und der Moscato d’Asti. Sie sind beide aus der Moscato-Traube gekeltert. Und in keiner anderen Region werden so viele Weine der höchsten Qualitätsstufe erzeugt – es gibt im Piemont nicht weniger als 18 DOCG- und 42 DOC-Gebiete. Ausserdem gilt die Region als Heimat des Wermut, einem mit Gewürzen und Kräutern aromatisierten und aufgespriteten Wein. Es gibt hier also so einiges, feines zu entdecken.

Piemont-Quintessenz
– Das Piemont ist vor allem für seine Rotweine Barolo, Barbaresco und Barbera bekannt.
– Zusätzlich bieten viele andere Rebsorten spannende Alternativen für Rot-, Weiss- und Schaumweine.
– Zu diesen gehört etwa die Rebsorte Albarossa, deren Anbaufläche in den letzten 20 Jahren von fünf auf über 70 Hektar gewachsen ist.

Grüner Veltliner auf Verwitterungsböden


Die österreichische Paraderebsorte Grüner Veltliner reift auf den kargen Verwitterungsböden zu konzentrierten und eleganten Weisseweinen heran. Meist sind diese speziellen Böden, dem Riesling vorbehalten.

Der Grüne Veltliner Goldbühel der Familie Harm, glänzt selbstverständlich auch zu Maria Harms ausgezeichneter Küche.
Der Grüne Veltliner Goldbühel der Familie Harm, glänzt selbstverständlich auch zu Maria Harms ausgezeichneter Küche.

Im Weinbaugebiet der Stadt Krems und der engeren Umgebung herrschen Urgesteinsverwitterungsböden vor. Sie bestehen vorwiegend aus versandetem Gneis und Granit. Die Rebflächen im Osten der Stadt sind durch gewaltige Lössterrassen (homogene, ungeschichtete, hellgelblich-graue Sedimente, die vorwiegend aus Schluff bestehen) geprägt. Daher sind auch Riesling und Grüner Veltliner die gebietstypischen Leitsorten, die seit 2007 den DAC-Status innehaben. DAC steht dabei für «Districtus Austriae Controllatus» im österreichischen Appellationssystem für regionstypische Qualitätsweine.

Von Löss und Verwitterungsböden

Die bis zu mehrere Meter dicken Lössböden sind fruchtbar und vermögen Wasser sehr gut zu speichern. Darauf angepflanzter Grüner Veltliner fühlt sich ausgesprochen wohl und erbringt Weissweine von einer etwas runderen, fülligeren Art.

Urgesteinsverwitterungsböden sind deren geologischer Gegenpol. Auf diesen wird vor allem trockenresistenter Riesling angebaut. Zusammen mit der kargen aber vielfältigen Bodenauflage von lediglich 50 bis 100 Zentimeter Stärke sorgen die trockenen, wasserdurchlässigen Urgesteinsverwitterungsböden für anspruchsvollere Anbaubedingungen. Zugleich ermöglichen sie die Produktion von konzentrierten und gleichzeitig eleganten Weissweinen mit einer ausgeprägten mineralischen Note wie man sie beim Grünen Veltliner Goldbühel von Andreas Harm findet.

Maria und Andreas Harm sind ein echtes Biodiversitäts-Genuss und Wein-Dreamteam.
Maria und Andreas Harm sind ein echtes Biodiversitäts-Genuss und Wein-Dreamteam.

Herausforderung und Segen

Die herausfordernden Bedingungen auf den Urgesteinsverwitterungsböden meistert der Winzer nachhaltig am besten mit einer angepassten Begründungsstrategie. Das gilt insbesondere für den sehr selten darauf gepflanztem Grünen Veltliner. Tiefwurzelnde Leguminosen wie Winterwicken, Erbsen und Kleearten gedeihen vor allem im regenreichen Frühjahr und sterben im trockenen, heissen Sommer von selbst ab. So entsteht keine Konkurrenzsituation zu den Reben. Auf der einen Seite belüften diese Pflanzen mit ihrem Wurzelwerk den Boden, die Mikroorganismen können sich optimal entwickeln und somit die Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar machen. Andererseits halten sie den Boden zusammen und verhindern eine Abtragung der Feinpartikel und somit die Erosion und Verarmung des Bodens.

Ähnlich wie in den benachbarten Weinbaugebieten Wachau im Westen und Kamptal im Osten kommt auch im österreichischen Kremstal das klimatische Spannungsfeld stark zur Geltung: Kühle, feuchte Einflüsse treffen auf warme, trockene aus der pannonischen Tiefebene im Osten. Die Böden und das Klima im österreichischen Kremstal bieten einzigartige Vorraussetzungen für elegante, konzentrierte Weissweine. 

Meist sind die kargen Verwitterungsböden der weissen Rebsorte Riesling vorbehalten. Doch Andreas Harms Grüner Veltliner Goldbühel ist auf eben diesen Böden gewachsen und zeigt im Glas, in welchem feingliedrigen Wein das münden kann. 

Blanc de Noirs – Weisswein aus roten Trauben

Wie entsteht eigentlich Weisswein aus roten Trauben? Unsere Önologin Martina Korak erklärt, wie das geht, und warum somit jeder dieser Weine ein kleines Kunststück der Weinbereitung ist.

Ein Weisswein aus roten Trauben gewonnen, vereint das schönste aus zwei Welten.
Ein Weisswein aus roten Trauben gewonnen, vereint das schönste aus zwei Welten.

Übersetzt heisst «Blanc de Noirs» Weiss aus Schwarz. Was sich so elegant anhört, beschreibt, dass man einen Weisswein aus roten Trauben hergestellt hat. Wie kann das sein? Das Geheimnis liegt in der Traube selbst. Bei fast allen roten Rebsorten ist das Fruchtfleisch hell. Die dunkle Farbe des Rotweins stammt fast ausschliesslich aus der Schale, denn dort sitzen die Farbstoffe (Anthocyane).

Damit ein Rotwein entsteht, werden die Trauben entrappt und bleiben für Tage oder sogar Wochen auf der Maische – also in Kontakt mit Schalen und Kernen. Bei der Gärung entstehen Alkohol und Wärme. Dadurch werden die Farbstoffe freigesetzt.

Beim Blanc de Noirs ist es anders: Hier werden die Trauben sofort sanft abgepresst. Dadurch gibt es kaum Kontakt mit den Schalen – und so behält der Saft seine helle, klare Farbe. Das Ergebnis ist ein Weisswein, der mehr Charakter und Körper als ein Wein aus weissen Trauben hat und doch viel leichter als ein Roter ist.

Das Schönste aus zwei Welten

Blanc-de-Noirs-Weine besitzen häufig mehr Fülle und Tiefe als klassische Weissweine. Sie wirken cremig, manchmal leicht würzig, und haben dabei doch die Frische, die man von einem Weisswein erwartet. Im Glas zeigt sich oft eine feine, goldene Tönung. manchmal haben sie auch einen ganz dezenten Rosastich, der die Herkunft der roten Traube noch erahnen lässt. In der Schweiz bezeichnet man Weissweine aus roten Trauben als Federweisser. Früher war die ähnlichste Bezeichnung dafür in Deutschland Weissherbst. Dies konnte aber auch ein reinsortiger Roséwein sein. Da es aber keine eindeutige Definition dafür gab, wird die Bezeichnung Weissherbst heute nicht mehr verwendet.

Önologin Martina Korak vereint Wissen und Liebe für den Wein in sich.
Önologin Martina Korak vereint Wissen und Liebe für den Wein in sich.

Besonders bekannt ist Blanc de Noirs bei Schaumweinen. In der Champagne etwa werden Pinot Noir und Pinot Meunier – beides rote Rebsorten – seit Jahrhunderten zu feinen, hellen Champagnern verarbeitet. Dort sorgt Blanc de Noirs für Kraft, Fülle und Reifepotenzial, während ein Blanc de Blancs (aus weissen Trauben wie Chardonnay) meist eher straff, frisch und zitrisch wirkt.

Die beiden Stilrichtungen ergänzen sich – und zeigen, wie vielseitig Schaumwein sein kann. Auch in Deutschland (vor allem mit Spätburgunder), in Südtirol und in der Schweiz findet man immer häufiger Schaumweine aus der Kategorie Blanc de Noirs. Es versteht sich von selbst, dass die Bezeichnungen Blanc de Noirs beziehungsweise Blanc de Blancs nur verwendet werden dürfen, wenn die Schaumweine ausschliesslich aus roten beziehungsweise weissen Sorten hergestellt wurden.

Verwendet der Winzer Pinot Noir und Meunier sowie Chardonnay, wie es in der Champagne üblich ist, gibt es keine spezielle Bezeichnung dafür. Allerdings ist Blanc de Noirs nicht in allen Regionen üblich. In klassischen Weisswein- Hochburgen wie dem Rheingau, der Loire oder dem Burgund liegt der Fokus traditionell auf weissen Sorten.

Blanc de Noirs wird meist dort erzeugt, wo rote Rebsorten dominieren, die sich auch hervorragend für Sekt oder Champagner eignen. So ist jeder Blanc de Noirs ein kleines Kunststück: ein Wein, der scheinbar Gegensätze vereint – Rot im Ursprung, Weiss im Glas. Er schenkt Fülle und Eleganz, Kraft und Frische und überrascht damit selbst erfahrene Weinfreunde immer wieder aufs Neue.

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