Von Stimmen, Tönen, Inspiration und Zukunftsmusik

Die Weinwelt war über Jahrhunderte überwiegend männlich geprägt. Dennoch haben immer wieder Frauen mit Leidenschaft, Mut und Innovationskraft entscheidende Spuren hinterlassen. Wir haben unsere Delinat-Winzerinnen und -Winzer gefragt, welche Frauen sie besonders inspiriert und geprägt haben.

María Barrena: «Frau im Wein zu sein, sollte kein Kriterium sein – denn auch Wein macht keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.»
María Barrena: «Frau im Wein zu sein, sollte kein Kriterium sein – denn auch Wein macht keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern.»

Für María Barrena vom Delinat-Weingut Azul y Garanza sind es vor allem zwei Frauen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben: zum einen Elisabetta Foradori aus dem Trentino. Die Winzerin beschritt dort ganz neue Wege, arbeitete biodynamisch, als das noch alles andere als en vogue war, und kelterte Weine, die in ihrer Eleganz und Lebendigkeit einzigartig sind.

Zum anderen beeindruckt die spanische Winzerin Sara Pérez aus dem Priorat und Montsant María Barrena: «Es gibt Frauen, die nicht nur Wein machen, sondern die Art und Weise, wie wir ihn verstehen, verändern. Für mich sind Elisabetta Foradori und Sara Pérez zwei Frauen, die eine neue Ära eingeläutet haben.

Elisabetta Foradori hat im Trentino der Traube ‹Teroldego› wieder Würde und Seele zurückgegeben – mit der Art, wie sie sie ausgebaut hat. Das ist ihr auf aussergewöhnliche Weise gelungen, indem sie dem Boden zuhörte, während andere auf Technik setzten. Ihr Schritt hin zur Biodynamie war kein Trend, sondern das Verinnerlichen einer Lebenshaltung: in Harmonie mit der Natur zu leben und zu arbeiten.

Eine Fusion zwischen Kraft und Feinheit

Foradori repräsentiert für mich diese Fusion zwischen Kraft und Feinheit, zwischen Intuition und Strenge, die die grossen Frauen der Weinwelt vereint. Und dann ist da Sara Pérez in den Regionen Priorat und Montsant – eine Frau, die Weine mit einer Tiefe keltert, die weit über technisches Können hinausgeht. In ihren Händen wird Wein zu einer Sprache, zu einem Landstrich, zu einer Emotion.

Das Dreamteam vom Delinat-Weingut «Azul y Garanza»: Dani Nogué, María Barrena und Fernando Barrena. Ihre biodiversitätsreichen Weingärten liegen in den Ausläufern der navarrischen Halbwüste Bardenas Reales.
Das Dreamteam vom Delinat-Weingut «Azul y Garanza»: Dani Nogué, María Barrena und Fernando Barrena. Ihre biodiversitätsreichen Weingärten liegen in den Ausläufern der navarrischen Halbwüste Bardenas Reales.

Ihre Arbeit bei ‹Clos Martinet› oder ‹Venus La Universal› erzählt nicht nur von ihrer Herkunft, sondern auch von einer anderen Art, sich mit ihr zu verbinden: freier, ehrlicher und menschlicher. Diese beiden – neben anderen, die im Stillen neue Wege bereiten – sind eine Inspiration, weil sie niemandem eine Vision aufzwingen, sondern das Sichtfeld erweitern.

Sie zeigen, dass Wein auch aus Sensibilität, Respekt und innerer Suche entstehen kann.» Frau im Wein zu sein, solle kein Kriterium sein, so María Barrena. Schliesslich unterscheide auch der Wein nicht zwischen den Geschlechtern. «Es geht darum, wie man ihm mit Sensibilität, Respekt vor der Natur und zur Zeit der Ernte begegnet.

Natürlich kann ich nicht verneinen, dass Frauen über einen langen Zeitraum weniger präsent waren in der Weinwelt. Das wiederum verleiht unseren Stimmen einen ganz besonderen Wert. Deswegen hat ‹Frau im Wein zu sein› ein Echo und ist wichtig. Es bedeutet, einen Platz einzunehmen, der uns früher unbekannt war.

Wir öffnen Wege – mit jedem Rebstock, den wir pflegen, mit jeder Traube, die wir ernten, mit jedem Wein, den wir keltern. Frau im Wein zu sein, bedeutet für mich auch, zu zeigen, dass es viele Möglichkeiten gibt, mit Sensibilität zu arbeiten – mit Technik und mit Emotion. In meiner Arbeit denke ich nicht in Geschlechterunterschieden, bin mir aber bewusst, was diese Möglichkeit beinhaltet: zu zeigen, dass es viele Blickwinkel auf den Wein und auf das Weinmachen gibt – so viele, wie es Seelen gibt, die ihn bearbeiten.»

Von Navarra ins Kremstal

Kathi Moser: «Frauen in der Weinwelt sind heute gut vernetzt. Es herrscht eine Stimmung der Offenheit.» (c) Georg Meierotto
Kathi Moser: «Frauen in der Weinwelt sind heute gut vernetzt. Es herrscht eine Stimmung der Offenheit.» (c) Georg Meierotto

Auch Kathi Moser von Vitikultur Moser im österreichischen Kremstal ist von Elisabetta Foradori inspiriert, hebt aber gleichzeitig die Bedeutung der Vernetzung von Frauen hervor: «In der Geschichte des Weins gab es immer wieder Frauen, die als Vordenkerinnen Massstäbe gesetzt haben – wie etwa Barbe-Nicole Ponsardin, besser bekannt als ‹Veuve Clicquot›. Sie führte nach dem Tod ihres Mannes das Champagnerhaus weiter und verhalf ihm zu weltweitem Ruhm.»

Noch wichtiger sind für Kathi Moser jedoch die kollektive Sichtbarkeit und die Stärke einer wachsenden weiblichen Community: «Frauen in der Weinbranche sind heute gut vernetzt, teilen Wissen und Kontakte. Es herrschen eine Offenheit und ein Austausch, die in der männlich geprägten Branche lange gefehlt haben. Diese solidarische Zusammenarbeit trägt wesentlich dazu bei, dass Frauen im Weinbau sichtbarer werden und ihre Rolle strukturell festigen.»

Dennoch gebe es nach wie vor Familien, in denen der Sohn automatisch als Nachfolger vorgesehen werde, obwohl längst klar sei, dass Frauen genauso erfolgreich einen Betrieb führen können. «Schade ist es, wenn eine talentierte Schwester im Schatten ihres Bruders steht – wie es umgekehrt genauso schade wäre.

Am Ende geht es darum, dass der Wein gut ist. Guten Wein machen können Frauen ebenso wie Männer. Und das ist inzwischen bei vielen angekommen. Manchmal ist es mir dennoch unangenehm, wenn ich den Eindruck habe, nur wegen meines Geschlechts eingeladen zu werden. Solange die Strukturen nicht gleichwertig funktionieren, bleibt Sichtbarkeit jedoch wichtig. Sie zeigt, dass Frauen im Weinbau keine Ausnahme sind, sondern ein selbstverständlicher Teil der Branche.»

Schweizer Frauen im Wein

Roland Lenz vom Delinat-Weingut Lenz am Iselisberg nennt Schweizer Vorbilder: «Es gibt sicher viele prägende Frauen. Zwei, die mir spontan einfallen, sind Marie-Thérèse Chappaz in Fully und Irene Grünenfelder in Jenins.» Marie-Thérèse Chappaz gilt für viele als Ikone des Wallis und als Vorreiterin in Sachen Biodynamie.

Ihre Weine sind weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Ihr wird die besondere Gabe zugeschrieben, die Energie der Reben und der Natur in Wein zu übersetzen. Irene Grünenfelder wiederum ist eine Selfmade-Winzerin aus der Bündner Herrschaft. Aus ihrem Einfrau-Projekt entwickelte sich ein Familienbetrieb. Gemeinsam mit ihrem Sohn Johannes Hunger keltert sie heute einige der gefragtesten Pinot Noirs der Schweiz.

Im Elsass prägte die Grossmutter

Im Elsass war es Grossmutter Marie-Rose Meyer, die Xavier Meyer von der Domaine Eugène Meyer prägte: «Sie baute den gesamten Export des Familienweinguts auf, das mein Grossvater Eugène 1969 auf biodynamischen Anbau umgestellt hatte. In einer Männerwelt hat sie sich durchgesetzt und diese Weine bekannt gemacht – zu einer Zeit, als kaum jemand biodynamischen Wein probieren wollte.

Dank ihres Charakters, ihrer Entschlossenheit und ihrer Leidenschaft war sie das Fundament des Weinguts. Heute, mit 86 Jahren, geniesst sie ihren Ruhestand, bleibt dem Betrieb aber eng verbunden. Sie ist ein grosses Vorbild für mich.»

Zur Rolle des Geschlechts sagt Xavier Meyer: «Das Geschlecht von Winzerinnen, Sommeliers oder Önologinnen sollte keine Rolle spielen. Zwar ist die Weinwelt historisch männlich geprägt, doch Frauen haben ihr letztes Wort noch nicht gesprochen. In Frankreich sind heute vierzig Prozent der Weinfachleute Frauen – und ihr Anteil wächst. Dennoch ist es noch immer schwierig, sich durchzusetzen. Ich hoffe sehr, dass sich das weiter verändert.»

In Italien weht femininer Wind

Katia Stracci: «Wein ist eine Kunst, die Leidenschaft, Wissen und Können erfordert – Eigenschaften, die nicht an ein Geschlecht gebunden sind.»
Katia Stracci: «Wein ist eine Kunst, die Leidenschaft, Wissen und Können erfordert – Eigenschaften, die nicht an ein Geschlecht gebunden sind.»

Katia Stracci, Geschäftsführerin der Azienda San Giovanni in den Marken, nennt Pionierinnen wie Madame Clicquot und Donatella Cinelli Colombini. Letztere gründete das Projekt «Prime Donne», das Frauen im Wein fördert, und führt in der Toskana ein ausschliesslich von Frauen geleitetes Weingut, bekannt für eleganten Brunello di Montalcino.

«Es gab viele Frauen, die die Weinwelt geprägt haben», sagt Katia Stracci. «Madame Clicquot war eine der einflussreichsten. Sie übernahm im 19. Jahrhundert nach dem Tod ihres Mannes das Haus Maison Clicquot – heute Veuve Clicquot – und prägte die Champagnerproduktion nachhaltig. Ihr werden bedeutende Innovationen zugeschrieben, darunter das Rüttelverfahren. »

Donatella Cinelli Colombini sei zudem eine Botschafterin des italienischen Weins weltweit. Insgesamt beobachte sie, dass Frauen in der Weinwelt zunehmend präsenter würden – in der Kellerarbeit, der Önologie sowie in leitenden Funktionen.

«Wein ist eine Kunst, die Leidenschaft, Wissen und Können verlangt – unabhängig vom Geschlecht.» Das Thema «Frauen im Wein» bleibe dennoch wichtig: «Es geht um Anerkennung, Chancengleichheit und Sichtbarkeit. Obwohl Fortschritte erzielt wurden, sind Frauen in Führungspositionen vieler Regionen nach wie vor unterrepräsentiert. Es braucht gleiche Chancen, gleiche Löhne und eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie – durch echte Work-Life-Balance.»

Die Top-Weine 2025 von Delinat

2025 war weintechnisch ein fulminantes Jahr. Bei unserem Jahresauftaktstreffen in St. Gallen haben wir die Top-Performer des vergangenen Jahres degustiert, und gehen – wieder einmal – sehr mit dem guten Geschmack unserer Kunden d`accord. Hier unser Fazit.

Unsere Top-Performer 2025 auf dem gustatorischen Prüfstand.
Unsere Top-Performer 2025 auf dem gustatorischen Prüfstand.

Den Anfang 2026 macht der Soave 2024 vom Weingut La Casetta im Veneto. Ein Evergreen im Weinsortiment. Feine erfrischende Frucht, animierende Struktur bemerkt CEO Michel. Gereifte gelbe Früchte, definitiv mit der Frucht im Vordergrund. «Ein sehr trinkiger Wein, der vom Apero bis hin zur Gemüsepfanne passt», sagt Winzerberaterin Arina. «Sogar zum Fondue funktioniert er», lacht Michel.

Arina und IT-Experte Thomas beim Degustieren im Delinat-Depot St. Gallen
Arina und IT-Experte Thomas beim Degustieren im Delinat-Depot St. Gallen.

Der nächste Wein brachte uns zurück in die Schweiz: Der Koo Kuu Edelweiss 2023 von Roland Lenz gelangte zur Degustation. Im Gegensatz zum Soave etwas würziger, und restsüss was den Zuckergehalt betrifft. «Das passt doch gut zum Käse und zu asiatischen Gewürzen», meint IT-Experte Thomas. «Und eine gute Frucht hat er auch.» Michel entdeckt noch dezente Honignoten: «Ein gut gereifter Wein, jetzt am Höhepunkt, mit einer animierenden Säure.» Für sich alleine oder auch zum Thai-Curry und ähnlichem.

Ab in den Süden

Die Weinreise geht von der Schweiz ins spanische Penedès. Zum Star der nächsten WeinLese mit Erscheinungsdatum Ende Januar, dem Vinya Laia 2021 vom Weingut Albet i Noya. «Ein lebensfroher Wein», meint Thomas. «Schöner Wein, wunderbare Holzaromatik, Johannisbeeren», sagt Michel. «Ein toller Wein zum Einsteigen, mit nicht so viel Tannin. Er bringt Leichtigkeit», sagt Martina. Gute Länge, und schöne Frische, mit einem wirklich guten Preis-Leistungsverhältnis. «Ein kleiner Reserva Martí, wenn man so will», so die Conclusio von Michel.

Martina und Michel beim Fachsimpeln im Wein-Dialog über die «kleine Reserva Martí»
Martina und Michel im Wein-Dialog über die «kleine Reserva Martí»

Von Spanien geht es noch ein wenig weiter in den Süden: Bonarossa 2023 vom Weingut Maggio Vini auf Sizilien ist der Wein der Stunde. «Dieser Wein ist eigentlich immer unter den Top 5», sagt Martina. «Guter Schmelz, gute Balance und sehr trinkig.» «Wunderbar zu Pizza und Pasta, den italienischen Klassikern», so Arina. «Auch ein gut trinkiger Rotwein, nur mit noch etwas mehr Kraft, beziehungsweise dunklerer Frucht», meint Michel zum Bonarossa von der Insel.

IT-Experte Thomas ist zum ersten Mal Teil der Degu-Runde, und hoffentlich nicht zum letzten Mal.
IT-Experte Thomas ist zum ersten Mal Teil der Degu-Runde, und hoffentlich nicht zum letzten Mal.

Château Coulon Sélection spéciale 2022 komplettiert die Big Five des Jahres 2025. Ebenso ein allseits beliebter Rotwein aus dem Hause Fabre im südfranzösischen Corbières. Würzig, fast ein wenig vegetabil zeigt sich dieser leichtfüssige Tropfen. Tolle Holzaromatik, und doch etwas verhaltener als der Bonarossa», bemerkt Michel. Noch ein Preis-Leistungs-Liebling unserer Kunden. «Dieser Wein passt gut zu Fleischgerichten, wie Rostbraten», sagt Martina. «sowie zu Pilzgerichten und gegrilltem Gemüse» setzt Arina fort. «Die dunklen Beeren, die gute Frucht und dabei doch der samtige Schmelz, das gefällt mir einfach.»

Top-Weine – kurz und bündig

Welches waren die beliebtesten Weine 2025 von Delinat?

Soave 2022, La Casetta, Veneto, Italien
Koo Kuu Edelweiss 2023, Weingut Lenz, Thurgau, Schweiz
Vinya Laia 2021, Weingut Albet i Noya, Penedès, Spanien
Bonarossa 2023, Maggio Vini, Sizilien, Italien
Château Coulon Sélection spéciale 2022, Famille Fabre, Corbières, Frankreich


Vor Ort mit allen Sinnen erleben

Das Trio der Delinat-Reiseleiterinnen stellt sich vor und erzählt, wie die Delinat-Winzer die Delinat- Philosophie in ihren Weingärten von der Provence bis ins Alentejo umsetzen. Wir nehmen dich gerne mit – vorerst einmal auf dem Papier und hoffentlich bald auch als eine oder einen unserer Mitreisenden zu Delinat- Weingütern.

Yvonne Berardi – zuhören und Leidenschaft teilen

Delinat-Reiseleiterin Yvonne Berardi mit Roberto Stucchi vom Weingut Badia a Coltibuono Sorgente
Delinat-Reiseleiterin Yvonne Berardi mit Roberto Stucchi vom Weingut Badia a Coltibuono Sorgente

Wein verbindet Menschen, Landschaften und Geschichten – genau das erlebe ich auf jeder Delinat-Reise. Seit 2011 darf ich Gäste in die Welt des biologischen Weinbaus begleiten – inzwischen über fünfzig Mal, nach Italien, Spanien und Frankreich. Meine erste Reise machte ich aus Neugier: Ich wollte erfahren, wie unsere Winzer die Idee des ökologischen Weinbaus leben. Diese Begegnung hat mich tief berührt. Die Herzlichkeit und die Leidenschaft der Winzer haben mich seither nicht mehr losgelassen.

Besonders gerne bin ich bei Salvatore und Gregory von Felline in Manduria in Apulien und bei Cecilia und Luigi von Poggio Ridente im Piemont – dort spüre ich pure Leidenschaft und Gastfreundschaft.

Ich finde, dass in einem Glas Wein, das mit Hingabe und Respekt vor der Natur entsteht, die Seele eines ganzen Landstrichs steckt. Dieses Gefühl möchte ich unseren Gästen näherbringen – den Genuss mit allen Sinnen erleben, den Menschen hinter den Weinen begegnen, echte Momente teilen.

Als Reiseleiterin liebe ich es, wenn in einer Gruppe Vertrauen und Leichtigkeit entstehen. Besonders schön ist es, wenn Gäste sagen, sie hätten nie gedacht, dass eine Gruppenreise so harmonisch sein kann. Mein Delinat- Lieblingswein kommt aus der Toskana. Es ist der Nobile di Montepulciano Riserva von Alberto Brini. Das Beste, was man aus der Sangiovese- Traube machen kann.

Für 2026 freue ich mich ganz besonders auf die beiden neuen Reisen: nach Sizilien, wo wir zwei Tage mit Winzer Massimo Maggio vom Weingut Maggio Vini verbringen werden, und im Frühling ins Piemont – eine Reise für alle Sinne mit Wein, Reis und Kaffee. Ci state? – Bist du mit dabei?

Katrin Burow und das Savoir-vivre

Katrin Burow leitet 2015 Delinat-Reisen in Frankreich
Katrin Burow leitet 2015 Delinat-Reisen in Frankreich.

Auf dem Slow-Food-Markt in Zürich bin ich 2015 erstmals auf Delinat aufmerksam geworden. Am Stand lagen Flyer zu Reisen nach Spanien, Italien und Portugal aus. «Warum fehlt Frankreich? », fragte ich Reiseleiter Martin Schäppi – der die Gelegenheit sofort nutzte und zurückfragte, ob ich mir vorstellen könnte, die französischen Delinat-Winzer mit Gästen zu besuchen.

Bien sûr, avec plaisir! Mein angeborenes Reiseleiter-Gen war aktiviert, und seither organisiere und begleite ich jährlich mehrere Reisen. Wein hat mich schon immer fasziniert, obwohl ich aus der Bier- und Schnapsregion der deutschen Ostseeküste komme. Während meines Studiums in Norddeutschland hatte ich das Glück, in einer frankophilen Gourmet-WG zu wohnen: Einkäufe auf dem Markt, ein Wein-Abo, gemeinsames Kochen ausgefallener Rezepte der französischen Küche. Es folgte ein Auslandsjahr in Frankreich, mais bien sûr, mit sechs Monaten Praktikum in einer bretonischen Cidrerie, und nun darf ich besagte Delinat-Reisen begleiten.

Auf mein Treffen mit Martin vor vielen Jahren folgten Reisen nach Château Duvivier, ins Languedoc zu den Winzerfamilien Lignères (Domaine Lignères) und Fabre (Château Coulon), ins Bordeaux zu Château Couronneau und zur Domaine Elisabeth (mein Lieblingscognac!) sowie ins Elsass zur Domaine Eugène Meyer. Bordeaux und Elsass stehen auch 2026 wieder auf dem Programm.

Es macht immer wieder Freude, zu sehen, mit welchem Elan die Winzer den Gästen ihre Rebberge und Keller vorstellen und sich viel Zeit für die Gruppe nehmen. Nicht selten kredenzen sie ihre Weine im privaten Umfeld: im Garten unter Korkeichen oder in der Schlossküche vor dem grossen Kamin.

Das macht für mich die Delinat-Weinreisen aus: massgeschneiderte Boutique-Reisen, bei denen die Gäste die Menschen hinter den Weinen kennenlernen. Und wir profitieren von den Geheimtipps der Winzer – ob zu Restaurants oder zu regionalen Bio-Produzenten. Also: Allez, venez! – Kommen Sie mit und lassen Sie sich vom französischen Savoir-vivre anstecken. À bientôt!

Nora Beck – Menschen zusammenbringen

Nora Beck lebt seit 2019 in Portugal und führt Delinat-Weinliebhaber durch ihre Wahlheimat.
Nora Beck lebt seit 2019 in Portugal und führt Delinat-Weinliebhaber durch ihre Wahlheimat.

Die Besuche bei den Winzerfamilien gehören für mich zu den schönsten Momenten. Wir sprechen über Wein, Klima, Böden, Pflanzen – aber auch über das Leben, die Familie, ihre Herausforderungen und Erfolge. Dadurch gewinnen die Weine an Charakter, und plötzlich fühlt man sich mit ihnen verbunden. Besonders schön ist es, zu erleben, wie stark auch die Gäste Anteil nehmen und mit ihren Fragen zu Kultur, Natur und Menschen das Gespräch bereichern. In einer Welt, in der Konsumenten und Produzenten oft weit voneinander entfernt sind, schaffen die Weinreisen Nähe – für alle ein Gewinn.

Seit 2019 lebe und arbeite ich in Ericeira in Portugal. Als Weinvermittlerin und Gründerin von «vinho comigo » begleite ich Gäste auf Touren und Degustationen und arbeite eng mit kleinen, nachhaltig wirtschaftenden Weingütern zusammen.

Portugal überrascht mit seinen rund 250 autochthonen Rebsorten und einer beeindruckenden Vielfalt an Landschaften und Kulturen. Auf der grossen Portugal-Reise 2026 möchten wir genau diese Vielfalt erlebbar machen.

Die Betriebe spüren unser echtes Interesse und gehen gern den berühmten «Extra-Schritt», um unvergessliche Momente zu schaffen. Mein Delinat-Lieblingswein? Schwer zu wählen. Aber wenn ich mich entscheiden muss: der «BouBela» – Portugal pur! In welchen Portugiesen vergucken Sie sich auf der Portugal-Reise 2026? Até breve em Portugal!

Kurz und bündig: Die Reiseleiterinnen von Delinat erzählen

Welche Weinreise von Delinat ist neu?
Erstmals geht es mit Yvonne Berardi für zwei Tage zu Delinat-Winzer Massimo Maggio nach Sizilien.

Was macht die Delinat-Weinreisen für Reiseleiterin Katrin Burow so besonders?
Es sind allesamt massgeschneiderte Boutique-Reisen, bei denen die Gäste die Menschen hinter den Weinen kennenlernen.

Warum sieht Reiseleiterin Nora Beck die Delinat-Weinreisen als Gewinn?
Weil in einer Welt, in der Konsumenten und Produzenten oft weit voneinander entfernt sind, die Weinreisen Nähe schaffen. Und das ist für alle ein Gewinn.

Hier geht es zu allen Delinat-Weinreisen.

Was passiert während eines Jahres im Weingarten?

Wein entsteht aus der Zusammenarbeit von Winzer und Natur während eines gesamten Jahresverlaufs. Tausende Entscheidungen prägen am Ende des Jahres den Wein, verleihen ihm Potenzial und machen den Wein damit zu diesem faszinierenden Produkt aus menschlichem Know-how und regionalen, klimatischen Gegebenheiten.

Das Jahr im Weingarten folgt einem klaren Rhythmus, der von den Jahreszeiten, den Entwicklungsphasen der Rebe und den jeweiligen Arbeiten des Winzers geprägt ist. Dabei spielt das Wetter in jeder Phase eine entscheidende Rolle, denn es beeinflusst sowohl die Gesundheit der Reben als auch die Qualität des späteren Weines. Nicht umsonst heisst es: «Aus schlechten Trauben kann man keinen guten Wein machen. Allerdings leider aus guten Trauben einen schlechten Wein.»

Im Winter erfolgt der Rebschnitt, eine der wichtigsten Arbeiten im Weingarten.

Im Winter, meist von Dezember bis Februar, befindet sich die Rebe in der Vegetationsruhe. Die Blätter sind gefallen, der Saftstrom ist zum Erliegen gekommen.

Der Rebschnitt, eine wichtige Aufgabe

In dieser Zeit wird der Rebschnitt durchgeführt, eine der wichtigsten Arbeiten im Weingarten. Ziel ist es, das Wachstum der Rebe zu regulieren und die Grundlage für Ertrag und Qualität des kommenden Jahres zu legen. Auf dem Weingut Hirschhof der Familie Zimmer in Rheinhessen, einem der Pionierbetriebe im Delinat-Sortiment, herrscht zu der Zeit konzentrierte Ruhe.

Beim Rebschnitt wird genau überlegt, wie viele Augen stehen bleiben. Ziel ist es, die Reben nicht zu überfordern und ihre natürliche Balance zu fördern. Ideale Winterbedingungen sind kühle, aber nicht extrem frostige Temperaturen. Anhaltender starker Frost kann die Rebstöcke schädigen, während milde Winter den Schädlingsdruck erhöhen können. Etwas Schnee ist von Vorteil, da er den Boden vor starkem Durchfrieren schützt und als Wasserspeicher dient.

Der Frühling zieht ins Land

Mit dem Frühling, etwa ab März oder April, beginnt das neue Weinjahr sichtbar. Die Temperaturen steigen, der Boden erwärmt sich, und die Rebe beginnt zu „bluten“, bevor der Austrieb erfolgt. So nennt man das Austreten von klarer Flüssigkeit an den Stellen, an denen der Rebschnitt erfolgte.

Natalino Fasoli im Veneto in seinen frühlingshaften Weinbergen.

Nun treiben die Knospen aus, und die jungen Triebe entwickeln sich. In dieser Phase werden Arbeiten wie das Biegen der Ruten, das Anbinden sowie erste Bodenpflege durchgeführt.
Auf Château Duvivier in der Provence, dem Delinat-eigenen Forschungs- und Demonstrationsweingut, blühen zwischen den Rebzeilen Wildkräuter, Leguminosen und Blumen. Diese artenreiche Begrünung ist ein zentrales Element der Delinat-Methode. Sie fördert Nützlinge, verbessert die Bodenstruktur und sorgt dafür, dass Wasser besser gespeichert wird. Vögel, Insekten und Reptilien finden hier einen vielfältigen Lebensraum.

Ideales Frühlingswetter ist sonnig und mild, mit ausreichender, aber nicht übermässiger Feuchtigkeit. Besonders gefürchtet sind Spätfröste, da sie die jungen Triebe zerstören und erhebliche Ertragsverluste verursachen können.

Sommer und Herbst, Ergebnisse werden sichtbar

Im Frühsommer, etwa von Mai bis Juni, wächst die Rebe sehr schnell. Es kommt zur Blüte, einem äusserst sensiblen Stadium. Jetzt entscheidet sich bereits ein grosser Teil des späteren Ertrags. Der Winzer führt Laubarbeiten wie das Ausbrechen überzähliger Triebe und das Heften der Triebe durch. Ziel ist es, die Reben gut zu belüften und optimal auf das Sonnenlicht auszurichten. Ideal während der Blüte ist trockenes, warmes und windstilles Wetter. Kühle Temperaturen oder Regen können die Blüte stören und zu Verrieselung führen, also zu schlecht ausgebildeten Trauben.

Der Sommer, von Juli bis August, ist geprägt von der Traubenentwicklung und dem Beginn der Reifephase, der sogenannten Véraison, bei der sich die Beeren verfärben und weicher werden. Jetzt stehen weitere Laubarbeiten an, etwa das gezielte Entblättern der Traubenzone, um die Durchlüftung zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Das ideale Sommerwetter ist warm, aber nicht extrem heiss, mit viel Sonnenschein und gelegentlichen Niederschlägen. Zu viel Regen begünstigt Pilzkrankheiten, während anhaltende Hitze und Trockenheit die Reben in Stress versetzen können. Gerade in südlicheren Gebieten, wie bei Familie Lignères im Corbières, ist die Wasserversorgung der Reben zentrales Thema. Über die Jahre versuchen Winzer ihre Reben derart zu stärken, dass sie auch längere Trockenperioden gut überstehen.

Niki Moser im österreichischen Kremstal umringt von Reben und Begrünung voll sommerlicher Kraft.

Der Lohn eines ganzen Jahres

Im Herbst, meist ab September, erreicht das Weinjahr seinen Höhepunkt: die Lese. Die Trauben werden je nach Rebsorte, Witterung und auch Weinstil, der der Winzerin, dem Winzer vorschwebt, gelesen. Zuvor kontrolliert der Winzer regelmässig den Reifezustand, klassischerweise den vorhandenen Zucker in der Traube, auch wenn immer mehr Winzer dem Gesamteindruck des Geschmacks der Traube mehr Bedeutung beimessen, als einzelnen Säure- oder Zuckerwerten. Hier kommen Erfahrung und die Vertrautheit mit der Region sowie den Weingärten insbesondere zum Tragen.

Ein goldener Herbst beschert in der Regel Winzer wie Weingartenbesuchern eine Freude.
Ein goldener Herbst beschert Winzern wie Weingartenbesuchern eine Freude.

Ideales Herbstwetter ist sonnig und trocken mit kühlen Nächten, da dies die Aromabildung fördert und die Säure erhält. Regen kurz vor der Lese kann die Trauben verwässern oder Fäulnis begünstigen, weshalb der richtige Lesezeitpunkt von grosser Bedeutung ist.

Nach der Ernte kehrt allmählich Ruhe im Weingarten ein. Die Reben lagern Reservestoffe ein, bevor sie erneut in die Winterruhe übergehen. Das Jahr schliesst sich, und der Kreislauf beginnt von Neuem. Jeder Jahrgang ist dabei einzigartig, da das Zusammenspiel von Arbeit, Wetter und Natur nie exakt gleich verläuft. Gerade diese Vielfalt macht den Weinbau so anspruchsvoll und so faszinierend.

Das Weinjahr – kurz und bündig

Was passiert im Winter im Weingarten?
Im Winter, meist von Dezember bis Februar, befindet sich die Rebe in der Vegetationsruhe. In dieser Zeit wird der Rebschnitt durchgeführt, eine der wichtigsten Arbeiten im Weingarten.

Wie zeigt sich der Frühling im Weingarten?
Der Saftstrom kehrt in die Reben zurück, die jungen Triebe entwickeln sich. In dieser Phase werden Arbeiten wie das Biegen der Ruten, das Anbinden sowie erste Bodenpflege durchgeführt.

Was passiert im Sommer im Weingarten?
Der Sommer ist geprägt von der Traubenentwicklung und dem Beginn der Reifephase, der sogenannten Véraison, bei der sich die Beeren verfärben und weicher werden. Jetzt stehen weitere Laubarbeiten an, etwa das gezielte Entblättern der Traubenzone, um die Durchlüftung zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Wie sieht der Herbst im Weingarten aus?
Das Weingartenjahr erreicht seinen Höhepunkt. Die Ernte nach einem Jahr Arbeit erfolgt. Der Winzer überprüft, ob die Trauben reif sind. Während und kurz vor der Ernte ist trockenes Wetter erwünscht.

Weiterlesen: Was macht der Winzer im Winter, Martina Korak, Dezember 2024

Penedès, die grosse Vielfalt

Die Weinbauregion Penedès in Katalonien bietet eine Vielzahl an Mikroklimata und regionalen Besonderheiten. Das macht sie zur Wiege besonderer und spannender Weine, von prickelnder Eleganz bis hin zu ausdrucksstarken Rotweinen.

Die Weinbauregion Catalunya umfasst 60’000 Hektar Reben. Die Rebfläche verteilt sich auf elf Subregionen mit eigener Ursprungsbezeichnung, wovon Penedès mit 27’000 Hektar die grösste Fläche besitzt. Entlang der Küste ist das Klima im Penedès mediterran geprägt. Im Einzugsbereich der Pyrenäen sorgen Nordwinde für Abkühlung. Das sind somit beste Voraussetzungen für einen vielfältigen Weinbau.

Delinat-Winzer Josep Maria in den sommerlichen Weingärten seines Weinguts Albet i Noya.
Delinat-Winzer Josep Maria in den sommerlichen Weingärten seines Weinguts Albet i Noya.

Penedès hat eine beeindruckende Vielfalt an Weinen zu bieten. Denn die Region gilt als Heimat des Cava. Dadurch zählt die Region zu den führenden Herstellern von Schaumweinen nach der klassischen Methode (traditionelle Flaschengärung). Auch das Angebot an eleganten oder gut strukturierten Weiss- und Rotweinen ist gross. Der Weinbau zieht sich von der Küste bis ins Landesinnere und von Meeresnähe bis in etwa 800 Meter Seehöhe im Alto Penedès. Daher reichen die Bodentypen von Sand bis zu Schwemmland, Kalkstein, Ton und Lehm sowie Granit und Schiefer.

Für jeden Geschmack eine Rebe gewachsen

So vielfältig die Böden und Mikroklimata, so unterschiedlich sind die Rebsorten, die hier gedeihen. Spannend sind vor allem die für Schaum- und Stillwein genutzten weissen Sorten wie Macabeo, Parellada und Xarel.lo. Ebenso ist Tempranillo zu finden, sowie französische Sorten wie Chardonnay, Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah und natürlich die regionalen Sorten Garnacha Tinta, Samsó (Carignan), Sumoll oder Monastrell (Mourvèdre). Neuerdings werden auch weisse Sorten wie Riesling, Sauvignon Blanc, Viognier und viele andere mehr mit Erfolg angebaut.

Archäologische Funde belegen, dass die Weinbautradition in Penedès weit zurückreicht und vermutlich von den Phöniziern bereits im 6. Jahrhundert v. Chr. begründet wurde. Sogar während der maurischen Zeit im Mittelalter exportierte die Region Wein. Im 18. Jahrhundert erlebte sie einen ausgesprochenen Boom, weil die spanischen Kolonisten in Südamerika nach Weinen aus Penedès verlangten.

Wurden bis dahin hauptsächlich Rotweine produziert, änderte sich die Situation nach der Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts. Ab diesem Zeitpunkt begann der Aufstieg des Cava und mit ihm der vermehrte Anbau weisser Rebsorten. Heute verfügt Penedès über einen ausgesprochen vielfältigen Rebsortenspiegel und über elegante oder gut strukturierte Weiss- und Rotweine. Mit der Jahrgang 2025 stammt die gesamte Ernte der Region zu hundert Prozent aus biologischem Anbau. Winzer Josep Maria Albet i Noya war bei diesem Bestreben, als erster Bio-Winzer Spaniens, mehr als nur ein Zünglein an der Waage.

Penedès: kurz und bündig

– Wo liegt die Weinbauregion Penedès?
Die Weinbauregion Penedès liegt im Nordosten Spaniens, in Katalonien.

– Wofür ist das Penedès bekannt?
Die Weinbauregion Penedès ist bekannt für hochwertige Schaumweine. Diese werden Cava oder Penedès Classic genannt. Zudem zählt die Region zu den beliebtesten Rotweinherkünften Spaniens.

– Was geschah 2025 im Penedès?
Mit dem Jahr 2025 ist die Ernte der gesamten Region bio-zertifiziert. Ein Meilenstein in der biologischen Weinbereitung. Delinat-Winzer Josep Maria Albet i Noya, war als erster Bio-Winzer Spaniens massgeblich an der Umsetzung dieses Meilensteins beteiligt.

Weiterlesen: Generationenwechsel bei Albet i Noya, Olivier Geissbühler, August 2024

Jahresrückblick: Gegen den Wind. Für die Zukunft.

Letztes Jahr habe ich einer Jahresend-Mail an meine Kolleginnen und Kollegen resümiert, dass 2024 es uns nicht leicht gemacht hat, es zu mögen. Blicken wir nun auf 2025 zurück, fällt es schwer, dieses Urteil zu relativieren.

Die weltweite politische Lage bleibt angespannt, Polarisierung ersetzt Dialog, kurzfristige Interessen überlagern langfristige Verantwortung. Der Weinkonsum geht weiter zurück, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen ist anspruchsvoller denn je. Und Begriffe wie «Nachhaltigkeit», «Bio» oder «Grün» haben nicht nur an Bedeutung verloren, sie sind sogar vielerorts zu Reizwörtern geworden.

Und doch – oder vielleicht gerade deshalb – wird eines immer klarer: Der Weg, den wir bei Delinat seit Jahrzehnten gehen, ist kein modischer Umweg. Er ist eine Notwendigkeit. Die Delinat-Methode mit ihrem Fokus auf Biodiversität, Bodengesundheit, regenerativem Weinbau und Kreislaufwirtschaft, ist keine romantische Idee aus besseren Zeiten. Sie ist und bleibt eine Antwort auf die Realität von heute – und auf die Herausforderungen von morgen.

Hoffnung wächst dort, wo gehandelt wird

Umso erfreulicher ist es, hautnah zu erleben, mit welcher Leidenschaft, Geduld und Tatkraft sich Delinat-Winzerinnen und -Winzer auch im 2025 weiterentwickelt haben. In ihren Weingärten wird nicht verwaltet, sondern gestaltet. Nicht reagiert, sondern vorangegangen. Getragen von der Delinat-Methode und unterstützt von unseren Winzerberatern arbeiten sie kontinuierlich am Weinbau der Zukunft. Das gibt Hoffnung. Und es erdet.

Das diesjährige Winzerseminar, die Gespräche über Bodenleben, robuste Rebsorten und elektrische Traktoren – all das zeigte: Die Herausforderungen sind gross, aber der Gestaltungswille ist grösser. Das Feedback war klar: Viele fühlen sich für die kommenden Jahre besser gerüstet, weil sie nicht auf kurzfristige Lösungen gesetzt haben, sondern auf Systemveränderung. Meine Winzerbesuche in Spanien und Frankreich haben diesen Eindruck nochmals verstärkt. Auf die lange Distanz zahlt sich Mut eben aus.

Beweis dafür waren auch die 100-Jahr-Feiern der beiden Delinat-Weingüter La Casetta und Savian im Veneto. Beide Familien haben in den 80er-Jahren etwas getan, das damals kaum jemand verstand: Sie stellten radikal auf Bio um. Ohne Markt. Ohne Vorbilder. Ohne Applaus. Die folgenden Jahre waren hart. Doch heute gehören beide zu den innovativsten Weingütern Italiens.

Qualität mit Zukunft – im Weinberg wie im Glas

Auch 2025 hat gezeigt, dass ökologische Konsequenz und Spitzenqualität kein Widerspruch sind. Bei der internationalen Weinprämierung MUNDUSvini wurden unsere Weine so oft ausgezeichnet wie nie zuvor: 7x Gold, 7x Silber. Besonders erfreulich: Drei prämierte Weine stammen aus pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. PIWIs haben die Experimentierphase längst hinter sich gelassen. Sie reduzieren den Pflanzenschutzaufwand massiv – und überzeugen inzwischen auch Weinexperten im Glas.

Kreisläufe schliessen – mit Geduld und Ehrlichkeit

Unser Mehrweg-Konzept bleibt ein zentrales Zukunftsthema für uns. Rund 60’000 Delinat-Mehrwegflaschen sind im 2025 zurückgekehrt – ein Anfang, aber noch lange nicht das Ziel. Die Zahlen zeigen: Kreislaufwirtschaft ist kein Selbstläufer. Sie funktioniert nur, wenn alle mitmachen.

Wissen teilen, Menschen begeistern

Äusserst beliebt waren auch im 2025 die Delinat-Erlebnisse. Letztes Jahr konnten wir insgesamt 235 Weinkurse durchführen und 2’600 Teilnehmende begrüssen. Der neue PIWI-Kurs hat sich erfreulich entwickelt entwickelt, und auch unsere Weinreisen haben wieder 171 Gäste in die schönsten Weinberge Europas geführt. Hier freue ich mich insbesondere über die Kooperation mit dem Schweizer Reiseanbieter Globetrotter, von der wir uns eine weitere Professionalisierung und vor allem mehr Komfort für unsere Gäste versprechen.

Leichtigkeit als Antwort auf schwere Zeiten?

Vielleicht passt es, mit etwas Leichtigkeit zu enden. Die neue Botanica-Linie von Château Duvivier – mit weniger Alkohol, aber viel Ausdruck – war blitzschnell ausverkauft. Unser im Sommer aufgelegtes Probierpaket mit sechs leichteren Rotweinen war ebenso ein Erfolg. Die Botanica-Weine werden bereits im Frühjahr wieder verfügbar sein.

Herzlichen Dank!

Zum Schluss bleibt vor allem eines: Dankbarkeit. Für unsere Winzerinnen und Winzer, für unsere Kolleginnen und Kollegen und vor allem für Sie – für Ihr Vertrauen, Ihre kritischen Fragen, Ihre Treue. Die Welt ist nicht einfacher geworden. Aber sie braucht mehr denn je Menschen und Unternehmen, die Verantwortung übernehmen, auch wenn der Gegenwind stärker wird.

Wir bleiben dran. Und wir sind überzeugt: Es lohnt sich.

Danke, dass Sie bei uns sind.

Die Kunst des Sabrierens

Natürlich lässt sich eine Schaumweinflasche auch auf herkömmliche Art öffnen. Es gibt aber eine Methode, um eine Schaumweinflasche fachgerecht zu öffnen, die besonders spektakulär ist und noch dazu Spass macht: das Sabrieren.

Weineinkäufer Emil Hauser ist unerreichter Sabriermeister im Hause Delinat.
Weineinkäufer Emil Hauser ist unerreichter Sabriermeister im Hause Delinat.

Quellen deuten darauf hin, dass es die französische Kavallerie unter Kaiser Napoleon war, die erstmals Champagnerflaschen mit dem Säbel öffnete. Daher stammt auch der Ursprung des Wortes: «Sabre» bedeutet auf Französisch «Säbel».

Die Tradition, Champagnerflaschen zu einem festlichen Anlass mit einem Säbel zu öffnen, wurde vielleicht sogar von Napoleon selbst begründet. Er wählte diese Methode, um nach einer erfolgreichen Schlacht während des Russlandfeldzugs im Jahr 1812, seinen Sieg zu feiern.

Sabrieren in der Gegenwart

Heute wird diese Tradition vor allem von der Confrérie du Sabre d’Or fortgesetzt. Die Bruderschaft existiert seit 1986 und zählt inzwischen 200.000 Mitglieder in aller Herren Länder. Heute weiss man: Idealerweise weist der «Sabre» bzw. der Sabriersäbel eine Länge von 50 bis 70 cm auf. Die meisten Klingen sind aus Edelstahl gefertigt und der Griff besteht aus Messing.

Es gibt aber auch Säbel aus Edelmetallen bei denen die Preisgrenze nach oben kaum Grenzen kennt. Da beim Sabrieren der Flaschenhals abgeschlagen und nicht abgeschnitten wird, ist die Klinge stumpf. Grundlegend ist beim Sabrieren darauf zu achten, dass sich keine Personen in der möglichen Flugbahn des Korkens befinden.

Schaumweinflaschen stehen unter Druck und der abgeschlagene Korken kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 200 km/h bis zu 20 Meter weit fliegen. Ausserdem sollte der Schaumwein gut gekühlt sein: Eine Temperatur von 6 bis 8 °C gilt als ideal. Zunächst wird die Kapsel vom Flaschenhals gelöst. Dann wird der Drahtkorb, le «muselet», aufgedreht und entfernt. Die Flasche ist so zu halten, dass der Flaschenhals vom Sabreur weg zeigt.

Beim Sabrieren ist die Schaumweinflasche mit ausgestrecktem Arm zu halten. Der Flaschenhals zeigt dabei leicht nach oben. Nun die Klinge des Sabre in einem Winkel von ungefähr 20 Grad oberhalb des Etiketts, dort, wo sich die Flasche verjüngt, auf die Flasche legen. Jetzt den Sabre schwungvoll entlang der Flasche Richtung Flaschenhals führen. Die stumpfe Klinge trifft auf den Wulst des Flaschenkopfs, der nun abgetrennt wird. Wichtig ist es, den Flaschenhals an der Stelle zu treffen, wo die Längsnaht der Flasche in den Wulst übergeht. Hier befindet sich der schwächste Punkt am Flaschenhals.

Selbstredend ist der Jahreswechsel eine gute Gelegenheit diese elegante Schaumwein-Öffnungstechnik einmal auszuprobieren.
Wir wünschen viel Vergnügen und das Allerbeste für ein gesundes, schönes Jahr 2026!

Die Top 5 Weinfilme für gemütliche Weihnachten

Endlich kehrt Ruhe ein. Die Bescherungen sind vorbei, die Familienfeiern auch. Jetzt ist Zeit, sich unter die vielleicht sogar neue Plüschdecke zu kuscheln und es sich gut gehen zu lassen. Hier eine kleine Film-Wein-Auswahl, die wir selbst erprobt und für gut empfunden haben.

Delinat-Winzer Axel Pflüger kennt den Weg zu gutem Pinot Noir zum Glück ganz genau ...
Delinat-Winzer Axel Pflüger kennt den Weg zu gutem Pinot Noir zum Glück ganz genau …

Film Nummer 1: Sideways (2004)

Die Handlung:
Zu recht ein Klassiker des Weinfilms. Miles, ein deprimierter Englischlehrer und leidenschaftlicher Weinliebhaber, begleitet seinen besten Freund Jack auf eine turbulente und emotionale Reise durch das Santa Ynez Valley in Kalifornien – Weinproben, Golf, Leben, Liebe und eine große Portion Selbstreflexion inklusive. Sehenswert.

Delinat-Weinempfehlung:
Weingut Pflüger Pinot Noir Réserve
Denn Pinot Noir ist auch im Film eine Hauptfigur. Miles schwört auf diese Rebsorte, denn sie steht für Eleganz, Frucht und Finesse. Dieser Pinot Noir aus der Pfalz harmoniert fantastisch mit dieser filmischen Lebensreise zwischen Genuss und Tiefgang.

Auch im Weisswein bleiben wir bei den Burgunderrebsorten. Denn der Mon Rêve Chardonnay – Fût de Chêne von Delinat-Winzer Sebastièn Rouve zeigt auf mineralische Art seine Herkunft. Ebenso wie es der Pinot Noir im Film tut. Mehr verraten wir aber nicht.

Film Nummer 2: Ein gutes Jahr (A Good Year, 2006) – Vom Banker zum Winzer

Der gestresste Londoner Banker Max erbt ein idyllisches Weingut in der Provence. Dort trifft er erstmals auf jede Menge Unebenheiten und Ungereimtheiten verbringt aber im Endeffekt eine durchaus transformative Zeit zwischen Reben, alten Freundschaften und mediterraner Lebensfreude. Feel good movie mit Wein. Schön!

Delinat-Weinempfehlung:
Château Duvivier Les Mûriers
Provence im Fernsehen und im Glas, das ergibt nicht nur ein feines Pairing, sondern die feinen Beerennoten mit dem richtigen Touch Barrique der Spitzencuvée versetzt einen regelrecht in die Weinberge dieses wunderschönen französischen Landstrichs. Savoir vivre pur.

Für den Weisswein, darf man die provenzalischen Lande schon einmal verlassen. Wir bleiben aber in Frankreich und reisen ins südliche Corbières. Hier keltert Familie Fabre den Iris. Ein fruchtig, belebender Vertreter aus robusten Rebsorten, der zeigt, wie die Zukunft des Weinbaus schmecken könnte.

Film Nummer 3: Babettes Fest (1987) – Klassisches Festmahl im Norden

Achtung, Taschentücher und Weinglas bereit halten. Es gibt kaum eine schönere Ode an den Genuss und das gute Essen und Trinken als diesen Film aus den 80er-Jahren. Wer ihn noch nicht gesehen hat – ein «Must See» des kulinarischen Kinos. In der Handlung geht es um Babette, die in einem dänischen Fischerdorf ein Mahl zubereitet. Mehr sagen wir nicht.

Die Delinat Winzer Alberto Ramírez (li.) und Francisco Ruíz haben auch für die WeinLese schon einmal gross aufgekocht (siehe WeinLese 74)
Die Delinat Winzer Alberto Ramírez (li.) und Francisco Ruíz haben auch für die WeinLese schon einmal gross aufgekocht (siehe WeinLese 76)

Delinat-Weinempfehlung:
Osoti Vendimia Selecionada
Hierzu kann man fast nur diesen feinkräutrigen Wein von Francisco Ruíz empfehlen. Grossartiger Winzer und grossartiger Koch! Beim letzten Besuch von Delinat hatte er einem Sternekoch aus der Rioja gefragte Pilze vor der Nase am Markt weggeschnappt. Dieser nahm es mit Humor, schliesslich wusste er, dass Francisco beinahe eben so gut Hand daran anlegen würde wie er. Der rote Rioja zu dieser Ode an das Essen punktet mit Samtigkeit, Eleganz und dabei subtil-eindrücklicher Kraft, die einfach glücklich macht.

Film Nummer 4: Chocolat (2000) – Sinnlichkeit & Genuss in einem französischen Dorf

Auch wenn es in Chocolat nicht um Wein sondern eben Schokolade geht, ist dieser Film gerade deswegen zum Dahinschmelzen für Genussfreudige. Nicht zuletzt kombinieren Wein und dunkle Schokolade wirklich hervorragend. Probiere es aus. Bei diesem Film wächst die Lust auf Süsses nämlich garantiert. Die Handlung handelt von Vianne und ihrer Tochter. Vianne eröffnet in der Fastenzeit eine Chocolaterie und bringt mit ihrer offenen Art und ihren Süßigkeiten Veränderung in das konservative Dorfleben. Aufregend, genüsslich und vor allem herzlich.

Delinat-Weinempfehlung:
Luna Nascente – Frappato Rosé Frizzante
Ein prickelndes Vergnügen zum Film. Delinat-Winzer Massimo Maggio lockt in Sizilien das zauberhafteste aus autochthonen Traubensorten wie Frappato hervor. Ein frisch-fruchtiger Rosé – perfekt zu Schokolade im Film und auf der Couch.

La Tradition de Beaurenard
Für den Rotwein zur Schokolade dringen wir gerne ein wenig tiefer in unseren Weinkeller. Denn zu dunkler Schokolade, kombinieren besonders kräftige Rotweine. Und diese feine Cuvée aus den Paradesorten des Rhônetals Grenache und Syrah zeigt nicht nur Kraft sondern auch enorme Eleganz. Ein Traum von einem Wein. Mit und ohne Schokolade.

5. Der Wein und der Wind (Ce qui nous lie / Back to Burgundy, 2017)

Drei Geschwister kehren ins burgundische Familienweingut zurück, wo alte Konflikte, Tradition und die gemeinsame Liebe zum Wein zusammenfinden. Ein emotionaler Film über Wein, Familie und Verantwortung. Wunderbar zum Entspannen und gemeinsam ansehen.

Delinat-Weinempfehlung:
Timo Dienhart Crémant Pinot Noir & Chardonnay Brut Réserve
Für die Weinempfehlung reisen wir zu Delinat-Winzer Timo Dienhart an der Mosel. Hier keltert der Winzer eine feine, trockene Schaumweincuvée aus den Burgunderrebsorten Pinot Noir und Chardonnay. Ein wunderbarer Beweis für die weltweite Grossartigkeit dieser zu recht bekannten und beliebten Rebsorten. Eleganz im Glas. Perlage deluxe.

Barrida
Für den Weisswein reisen wir in die Toskana und zu Marco Salustri, der hier einen beschwingten Vermentino keltert, der Geist wie Körper belebt. Eine Ode an die Lebensfreude und die sanften Hügel der Maremma in feinkräutriger Manier und mit Aromen von gereiften gelben Früchten. Gut!

Hirschhof Spätburgunder
Im Rotwein greifen wir nochmals zum Spätburgunder, sprich Pinot Noir, eine Rebsorte die ursprünglich aus dem Burgund stammt. Delinat-Winzer Tobias Zimmer zeigt mit dieser Variante eine feinfruchtige, trinkige Version der Rebsorte auf. Auch wenn er wie die grossen Burgunder selbst einige Monate im Barrique reift. Das verleiht Tiefe und unterstützt den Trinkfluss.

Welcher Wein passt zu Weihnachten?

Jetzt ist es wirklich nicht mehr lange – die Weihnachtszeit steht unmittelbar bevor. Tannenreisig sowie Kerzen duften und auch Festmähler werden bald kredenzt und in gemütlicher Runde verzehrt. Wir haben uns zu drei Klassikern der Weihnachtsküche die passenden Weine aus dem Delinat-Sortiment überlegt.

Gans & Ente mit Rotkohl und Knödel

Geflügel mit Rotkohl und Knödel - da hüpft das Geniesserherz vor Freude.
Geflügel mit Rotkohl und Knödel – da hüpft das Geniesserherz vor Freude.

Ein Klassiker, um nicht zu sagen Evergreen der Festtagstafel: Gans- oder Entenbraten dazu dampfend süss-saurer Rotkohl und Knödel, bzw. Klösse. Mit den süss-sauren Komponenten und der besonderen Beschaffenheit des Fleischs kann man wunderbar spielen – Für uns am allerbesten munden dazu in

Weiss der Maison Coulon Chardonnay und in

Rot der Weingut Pflüger Pinot Noir Réserve

Raclette / Fondue Käse Fleisch Gemüse

Ob mit Käse, Öl oder Suppe: es gibt kaum etwas geselligeres als so ein festliches Fondueschlemmen.
Ob mit Käse, Öl oder Suppe: es gibt kaum etwas geselligeres als so ein festliches Fondueschlemmen.

Gesellig und geschmackvoll, diese beiden Exempel der Weihnachtsküche lassen eine Menge Spielraum für die Zubereitung offen. Ob käse, gemüse- oder fleischlastig, hier kommen alle auf ihre Kosten. Inklusive des Gastgebers, der wenn einmal an der Tafel, auch nicht mehr erheben muss. Es ist alles angerichtet.
Dann könnte man ihm als feiner Gast beispielsweise in

Rot den Alors Alors von Grègoire Piat aus Bordeaux und in

Weiss den Albet i Noya Aventurer blanc einschenken.

Festlicher Weihnachtskarpfen

Frittierter Karpfen, ein Fisch, der bei richtiger Zubereitung die gesamte Klaviatur des guten Geschmacks bedient.
Frittierter Karpfen, ein Fisch, der bei richtiger Zubereitung die gesamte Klaviatur des guten Geschmacks bedient.

Tatsächlich einer der letzten Fische, die man wirklich guten Gewissens geniessen kann. Der Karpfen ist nicht gefährdet. Er ist mit seinem speziellen Faible für trübe Gewässer zwar durchaus eine Herausforderung für den Koch. Doch beherrscht dieser die Zubereitung ist das Fleisch des Karpfens so zart, und vorzüglich, dass so mancher schon bei einem Streifen rohen Karpfen-Sashimis vor Verzückung zerschmolzen sein soll. In der gebackenen, klassischen Art, empfehlen wir dazu in

Rot den Zweigelt vom Holzfass von Viticultur Moser und in

Weiss Herencia del Capricho – Godello

Wir wünschen guten Appetit, frohe Festtage und alles Gute für ein genussvolles Jahr 2026!

Festliches Weihnachtsmenü mit weihnachtlichem Weinaufgebot

Unsere Köchin Sandra hat wieder einmal gezaubert und ein feines, festliches Weihnachtsmenü ersonnen. Wir durften kosten und haben die Weine dazu probiert. Fazit: Die Gerichte schmecken köstlich, sind aber gut nachzukochen, und unsere Tropfen harmonieren ganz wunderbar dazu. Das haben wir persönlich überprüft.

Vorspeise: Topinambursuppe | knuspriger Roggen

Topinambursuppe mit knusprigem Roggen für wohlige Weihnachten
Topinambursuppe mit knusprigem Roggen für wohlige Weihnachten

Suppe:
(6 bis 8 Portionen)

500g Topinambur
300 g Sellerie
50 g Butter
Ca. 1 Liter Flüssigkeit (Gemüsebrühe oder Wasser)
250 g Sahne
125 g Saure Sahne
1 EL Würzpaste
1 TL Kräutersalz
Pfeffer

Zubereitung:
Die Topinamburknollen gut waschen, bei Bedarf bürsten und klein schneiden. Den Sellerie schälen, etwas klein schneiden und gemeinsam mit der Topinambur in der Butter langsam dünsten. Mit der Flüssigkeit aufgiessen und weichkochen. Sahne, Saure Sahne, Würzpaste, Salz und Pfeffer dazugeben, fein pürieren, passieren und abschmecken.

Knuspriger Roggen:
2 Eier
70 g Roggenmehl
½ TL Salz
½ TL Brotgewürz
Öl zum Backen
Alle Zutaten zu einem glatten Teig verrühren und in einen Spritzbeutel füllen.

Das Öl auf ca. 160 Grad erhitzen. Den Teig mit kreisenden Bewegungen ins Fett fliessen lassen. Von beiden Seiten knusprig backen und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Anrichten
Frischkäse und Kresse zum Anrichten

Etwas Frischkäse auf die Roggenchips dressieren und mit Kresse garnieren.
Die heisse Suppe mit einem Stabmixer aufschäumen und mit den Chips anrichten.

Weinempfehlung:
Falls sich noch etwas feiner Cremant d`Alsace aus der Domaine Meyer vom Aperitiv im Glas befindet: Dieser gute Schaumwein aus dem Elsass, hergestellt wie ein Champagner, bildet einen idealen Übergang vom Aperitiv zur Suppe. Und wer noch ein Extragläschen Wein zur Suppe möchte, dem stellen wir den Mon Rêve-Chardonnay, Fût de Chêne zur Seite. Die Cremigkeit der Suppe und die des Chardonnay ergeben ein wahrlich genussvolles Beispiel an «Gleich und gleich gesellt sich gern».

Hier geht es zum Topinambur-Suppenrezept als pdf.

Hauptspeise: Rollgerstenrisotto | Kürbis | Reh

Rollgerstenrisotto mit Reh und Kürbis, dazu ein Gläschen «Tres» aus unserem «Einfach gut»-Paket
Rollgerstenrisotto mit Reh und Kürbis, dazu ein Gläschen «Tres» aus unserem «Einfach gut»-Paket

Zutaten für 2 Portionen

150 g Rollgerste
½ Hokkaido Kürbis
1 kleine Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
4 EL Olivenöl
30 g Butter
50 ml Weisswein
1 Lorbeerblatt
Salz, Pfeffer
ca. 500 ml Gemüsefond
20 g geriebener Parmesan
Rosmarin
200–300 g Rehfleisch (Nuss, Schale, Rücken oder Filet)

Die Rollgerste am besten 2 Stunden vorher oder über Nacht in kaltem Wasser einweichen, das verkürzt die Garzeit.

Zwiebel und Knoblauch in feine Würfel schneiden und 2 EL Olivenöl und die Hälfte der Butter goldbraun rösten. Die Rollgerste abseihen, zu den Zwiebeln geben und kurz mitrösten. Die Kerne vom Kürbis entfernen und 6 dünne Spalten schneiden. Den restlichen Kürbis grob reiben und zur Rollgerste geben. Mit Weisswein ablöschen und ein Lorbeerblatt dazugeben. Nach und nach mit Fond aufgiessen und die Rollgerste zugedeckt weichkochen.

Das Reh mit Salz und Pfeffer würzen und gemeinsam mit den Kürbisspalten in Olivenöl, von beiden Seiten anbraten. Danach den Kürbis auch würzen. Anschliessend etwas Butter und Rosmarin dazugeben und bei 120 Grad in den vorgeheizten Backofen geben. Das Fleisch für ca. 8 Minuten im Ofen lassen, bis es 58 Grad Kerntemperatur erreicht hat. Das Fleisch aus dem Ofen nehmen und den Kürbis im Ofen lassen, bis er weich ist.

Die Rollgerste mit geriebenem Parmesan, gehacktem Rosmarin und einer Butterflocke cremig rühren und abschmecken.
Das Fleisch nochmals kurz anbraten damit es heiss ist, aufschneiden und auf der Rollgerste mit Kürbis anrichten. Mit ein paar Tropfen Kürbiskernöl und gerösteten Kürbiskernen garnieren.

Für die vegetarische Alternative

Das Reh in der Zutatenliste gegen
250 g Schafkäse tauschen.

Die Rollgerste wie im Rezept beschrieben zubereiten.

Für den Kürbis:
Den Kürbis mit Salz und Pfeffer würzen und in Olivenöl, von beiden Seiten anbraten. Etwas Butter und Rosmarin dazugeben. Dünn geschnittenen Feta über die Kürbisspalten verteilen und bei 180 Grad in den vorgeheizten Backofen geben. Den Kürbis für etwa 10 bis 15 Minuten im Ofen lassen, bis er weich ist.

Weinempfehlung:
Als subtil-schmeichelhaften Begleiter empfehlen wir den «Tres» von Azul y Garanza aus Navarra. Die Tiefgründigkeit und Sanftheit der Winzerin María Barrena hat sie, wie es scheint, mit in diesen feingeistigen Rotwein gefüllt. Keinesfalls aufgesetzt, leicht balsamisch-kräutrig und einfach nur gut.

Für etwas mehr Kraft im Glas sorgt der «Colles de Lignères» der Familie Lignères. Auch hier zeigt sich das Verständnis von Anne und Jean Lignères für ihre Reben und den Wein auf schönste und geschmackvollste Art und Weise. Alte Carignan und Syrah-Stöcke nach allen Regeln der biologisch – und darüber hinausgehenden – Bewirtschaftung umhegt und gestärkt, ergeben einen, zu recht, selbstbewussten Wein. Dieser gehört daher auch zu Recht zum festen Bestandteil des Weinkellers vieler unserer Kunden. Und dann auch noch aus dem Jahrgang 2019 – dieser Wein ist jetzt am Punkt.

Hier geht es zum Rollgersten-Kürbis-Rezept als pdf
Und so wird es gemacht:


Warmer Schokoladenkuchen | Brombeerschaum & Sauce

Den süssen Abschluss macht Brombeerschaum mit warmer Schokolade am Teller. Für die Wärme am Teller und ums Herz.

Warmer Schokokuchen mit Brombeerschaum, dazu ein Gläschen Vermouth, fertig ist das festliche Glück
Schokokuchen mit Brombeerschaum, dazu ein Gläschen Vermouth, fertig ist das festliche Glück

Warmer Schokoladenkuchen: (ca. 12 Stück)
200 g Schokolade
200 g Butter
80 g Zucker
1 Packung Vanillezucker
200 g geriebene Haselnüsse
1 TL Backpulver
Prise Salz
4 Eier

Schokolade und Butter über einem Wasserbad schmelzen. Darauf die restlichen Zutaten dazugeben und glattrühren. Kaffeetassen oder kleine Förmchen mit Butter einfetten und mit Kristallzucker bestreuen.
Die Masse am besten mit einem Spritzsack in die Formen füllen.
Der Kuchen lässt sich gut vorbereiten und wird erst vor dem Servieren gebacken und warm serviert.
140 Grad Heissluft für ca. 20 Minuten

Brombeersauce:  
500 g Brombeeren 
100 g Gelierzucker (3:1) 
1 TL Vanillezucker 
Saft 1 Zitrone 

Die Brombeeren mit Gelierzucker aufkochen und 5 Minuten köcheln lassen. Danach pürieren und durch ein feines Sieb streichen. Mit Vanillezucker und Zitronensaft abschmecken.

Brombeerschaum  
100 g Brombeersauce  
100 g Schlagsahne 
100 ml Milch 
1 TL Vanillezucker 

Alle Zutaten gut verrühren und abschmecken. In eine ISI-Flasche füllen und 1 ISI-Kapsel hineindrehen. Bis zum Servieren in den Kühlschrank stellen.

Alternativ, ohne ISI-Flasche, für den Brombeerschaum:
250 ml Sahne 
50 g Brombeersauce
1 TL Vanillezucker

Die Sahne aufschlagen und kurz bevor sie steif ist, die Brombeersauce und Vanillezucker dazugeben. Kurz weiterschlagen und in einen Spritzbeutel füllen. 

Anrichten: 
Den Kuchen aus der Tasse stürzen und mit Schaum und Sauce anrichten. 

Weinempfehlung:
Zum Dessert empfehlen wir ein feines, gekühltes Gläschen piemonteser Vermouth «La Vagabonda» von Cecilia Zucca. Die Kräutrigkeit und Süsse des Vermouths mit dem Touch Bitterorangentönen ergibt zum Schokoküchlein mit flüssigem Kern eine Kombination, die alleine für sich schon Anlass zum Feiern ist.

Wer lieber beim Weisswein bleibt, dem empfehlen wir ein Gläschen «Les Cigales blanc» von Château Duvivier. Gewachsen in den Rebzeilen des Delinat-Forschungsweinguts in der Provence, kommen bei diesem Genuss Erinnerungen an, von Mauerseglern umschwirrte Château-Wände und warme Sonnenstrahlen auf der Haut, hoch.

Hier geht es zum Schokokuchenrezept als pdf.

Wir wünschen gutes Gelingen, frohe Weihnachten und guten Appetit!

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