WeinLese 56: Editorial

Guter Wein preist sich selbst, will uns obiges Sprichwort sagen. Vor über 20 Jahren haben Josep Maria Albet i Noya, mittlerweile der erfolgreichste Biowinzer Spaniens, und seine Kellermeisterin Marga Torres in Katalonien mit dem Vinya Laia eine neue Weinstilistik begründet.

Sie haben schon damals ihren Reben ein ökologisch intaktes Umfeld mit reicher Biodiversität geboten, haben sich bei der Assemblage alle Freiheiten genommen, haben auf in Spanien gängige Standards wie Crianza oder Reserva verzichtet und stattdessen eigene Massstäbe für den Ausbau im Barrique gesetzt.

Der erste Vinya Laia, mitinitiiert von Delinat und benannt nach der Tochter von Marga Torres, trägt den Jahrgang 1996. Seither überzeugt der elegante Tropfen mit seinem unvergleichlichen mediterranen Charme eine grosse Fangemeinde. Lesen Sie in unserer Reportage, wie es in enger Zusammenarbeit gelungen ist, diesen beliebten Wein über all die Jahre immer noch einen Tick besser zu machen und ihm beim Jubiläumsjahrgang 2016 die Krone aufzusetzen.

Ich wünsche Ihnen viel Lese- und Trinkspass, vielleicht bei einem Glas Vinya Laia.

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WeinLese 56: Kurz & bündig

Ruhekeller für edle Rieslinge

Die beiden Delinat-Weingüter Battenfeld Spanier und Kühling Gillot in Rheinhessen, die vom Ehepaar Oliver und Carolin Spanier-Gillot geführt werden, gehören zur deutschen Weinelite. Seit bald fünf Jahren besteht die Zusammenarbeit mit Delinat. Im September 2019 wurde ein neuer Reifekeller in Betrieb genommen. «Er dient ausschliesslich dazu, unseren Weinen eine ausgedehnte Reifephase und Lagerung unter perfekten Bedingungen zu ermöglichen», erklärt Oliver Spanier. Gerade die filigranen Rieslinge reagieren ungehalten auf zu warme Temperaturen oder wiederkehrende Lagerschwankungen. Naturfelsenkeller bieten ideale Bedingungen. Oliver Spanier: «Daher haben wir uns entschieden, nicht nur einen unterirdischen Reifekeller zu bauen, sondern die Eigenschaften eines Naturkellers zu simulieren und weitgehend auf Beton und Stahl zu verzichten.»

Lebensraum für Wildbienen

Das deutsche Weingut Hirschhof in Westhofen beteiligt sich am Projekt «Blühendes Rheinhessen» des Bundes für Umwelt und Naturschutz (kurz: BUND). Ziel ist die Schaffung von mehr Artenvielfalt und neuer Lebensräume für Wildbienen in der Kulturlandschaft Rheinhessens. «Wir haben uns als Modellpartner für dieses Projekt beworben, weil wir hoch motiviert sind, noch mehr zur biologischen Vielfalt in unseren Weinbergen beizutragen», sagt Hirschhof-Winzer Tobias Zimmer. Den BUND-Projektverantwortlichen ist es nach einer Begehung der Rebberge leicht gefallen, das Weingut Hirschhof als Modellpartner auszuwählen, wurde doch eine bereits reich vorhandene Pflanzen- und Tierwelt mit gegen 80 Pflanzenarten, 6 Arten von Wildbienen, 16 Arten Falter und 14 Arten anderer Lebewesen – vom Marienkäfer über Heuschrecken bis zum Rotmilan – gesichtet.

Gold-Diplome für Delinat-Weine

An der von der EXPOVINA veranstalteten 26. Internationalen Weinprämierung Zürich (IWPZ) wurde der Château Duvivier Les Mûriers 2014 mit einem Golddiplom und als bester Rotwein Frankreichs ausgezeichnet. Der Riesling Terra Rossa 2018 vom Weingut Hirschhof in Rheinhessen erhielt ebenfalls Gold und die Auszeichnung als bester Weisswein Europas. Insgesamt waren mehr als 2000 Weine aus den bedeutendsten Anbaugebieten der Welt zu diesem Wettbewerb eingereicht worden. An der MUNDUSvini Weinprämierung (Sommerverkostung 2019) in Deutschland gab es sogar sechsmal Gold für Delinat-Weine. Goldmedaillen gingen an Soave La Casetta 2018 (Azienda Fasoli, Veneto), Reserva Martí 2012 (Albet i Noya, Penedès), Valdega Reserva 2013 (Bodegas Quaderna Via, Navarra), Viña Llopis 2018 (Pago Casa Gran, Valencia), Espriu Brut 2016 (Albet i Noya, Penedès), Maison Coulon Sauvignon Blanc 2018 (Château Coulon, Languedoc), Château Coulon Sélection spéciale 2017 (Château Coulon, Languedoc) und La Colle des Lignères 2015 (Domaine Lignères, Languedoc).
Eine Übersicht aller mit Medaillen ausgezeichneten Delinat-Weine finden Sie hier.

Traubenlese mitten in der Nacht

Damit das Traubengut bei möglichst kühlen Temperaturen geerntet und in den Keller gebracht werden konnte, schwärmten die fleissigen Erntehelfer vom Weingut Vale de Camelos im Alentejo in diesem Jahr bereits nachts um drei Uhr aus, um die reifen Trauben von Hand zu lesen. So blieben Frische und Säure erhalten, ohne dass die Früchte im Keller mit viel Energie heruntergekühlt werden mussten. Die Frühschicht der Erntehelfer ist somit ein erheblicher Beitrag zu mehr Qualität auf allen Ebenen.

Pestizide vergiften Wasser

In der Schweiz zeigen zwei Studien im Auftrag des Bundesamts für Umwelt, dass die Gewässer in landwirtschaftlichen Gebieten stark mit Pestiziden belastet sind. In manchen Bächen hat es in der Vegetationszeit über Monate so hohe Konzentrationen davon, dass einzelne Pflanzen und Tiere, wie zum Beispiel der Bachflohkrebs, aber auch ganze Lebensgemeinschaften verschwinden. Pro Standort wurden zwischen 71 und 89 Pestizidwirkstoffe gefunden, insgesamt 145 Stoffe. Nicht nur einzelne Wirkstoffe, sondern auch deren Mischung gefährden die Biodiversität stark. Für Christian Stamm, Stellvertretender Abteilungsleiter Umweltchemie des Wasserforschungsinstituts Eawag, ist deshalb klar: «Wir müssen die Pestizidbelastung durch die Landwirtschaft wesentlich reduzieren.» 2020 stimmt das Schweizer Stimmvolk über die Initiative für sauberes Trinkwasser ab. Diese verlangt unter anderem, dass in der Schweiz nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Direktzahlungen oder Subventionen unterstützt werden, die keine Pestizide einsetzen. Delinat unterstützt diese Volksinitiative.

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Feliz cumpleaños Vinya Laia

Es gibt Weine, denen haftet etwas Magisches an: Der Vinya Laia vom Weingut Albet i Noya im Penedès ist so ein Tropfen. Seit 20 Jahren begeistert er Liebhaber von Weinen mit südlichem Charme. Der Jubiläumsjahrgang 2016 ist die Krönung!

Ein Schmunzeln huscht über das Gesicht von Josep Maria Albet i Noya, wenn er an die enormen Vorurteile denkt, die in den 1980er- und 1990er-Jahren in Spanien gegenüber Bioweinen vorherrschten. Mit dem exklusiv für Delinat erzeugten Vinya Laia sollte eine Wende herbeigeführt werden. Ziel war ein Wein, der die drei Dimensionen Tradition, Moderne und Bio harmonisch vereint. Ein mediterraner Wein mit kurzem Ausbau im Barrique, aber ohne Ambitionen auf gängige Bezeichnungen wie Crianza oder Reserva. Rasch zeigte sich, dass Josep Maria Albet i Noya und seine Kellermeisterin Marga Torres mit ihrer neuen Cuvée goldrichtig lagen. Der Vinya Laia gewann schnell die Gunst der Delinat-Kunden und galt fortan als Botschafter einer neuen katalanischen Weinstilistik. Die Krönung ist der Jubiläumsjahrgang 2016. Die älter gewordenen Reben, an denen weniger, aber qualitativ höherwertige Trauben reifen, Ertragsoptimierungen, strengere Traubenselektion, grosse Erfahrung im Barriqueausbau und längere Reifezeit des Weines haben dazu geführt, dass die Qualität nochmals gestiegen ist. Noch nie hat der Vinya Laia so viel Eleganz, Vielschichtigkeit, Tiefe und Harmonie verströmt wie mit dem Jahrgang 2016. Ein Genusswein für jeden Tag genauso wie zum Fest. Feliz cumpleaños Vinya Laia!

«Bereits im Winter setzen wir im Rebberg einen ersten Qualitätsmassstab, indem wir mit einem sanften Rebschnitt die Ertragsmenge beschränken und die Gesundheit der Weinstöcke stärken», erklärt Josep Maria Albet i Noya. Im Verlaufe der Vegetationsperiode gibt es dann weitere Möglichkeiten, ertragsregulierend einzugreifen. Ein klassisches Instrument ist die Grüne Lese im Sommer. Dabei werden noch vor dem Farbumschlag qualitativ schlechtere Trauben gezielt herausgeschnitten. Diese Massnahme hat zur Folge, dass der Rebstock seine Energie auf die verbleibenden Trauben konzentrieren kann und diese so gehaltvoller und aromatischer werden. Denselben Effekt hat auch das Entfernen von Geiztrieben und der Blätter im Bereich der Trauben.

Beim erfolgreichsten Biowinzer Spaniens werden alle in reicher Biodiversität gereiften Trauben von Hand zum optimalen Reifezeitpunkt gelesen. Besonders wichtig sind bei roten Trauben schön ausgereifte Phenole. Fleissige Erntehelfer schneiden die Trauben im Herbst unter strahlender Sonne von den Rebstöcken und legen sie sorgfältig in kleine Kisten. Das ist die schonendste Art zu ernten, denn durch das kleine Füllgewicht kommt es zu weniger Saftauslauf, und die Gefahr von Oxidation und Bakterienbefall wird minimiert. Indem nur gesundes, vollreifes Traubengut in die Kiste gelangt, findet auch bereits eine erste Selektion im Rebberg statt.

Bevor die frisch geernteten Trauben in den Keller kommen, müssen sie dem prüfenden Blick von Kellermeisterin Marga Torres standhalten. Die erfahrene Önologin hat nicht nur ein geschultes Auge, sondern auch ein feines gustatorisches Gespür. Dass ihr mit dem Vinya Laia Jahr für Jahr ein Wein gelingt, der bei vielen Delinat-Kunden Kultstatus geniesst, freut sie enorm: «Für mich als Önologin ist es eine grosse Genugtuung, dass sich dieser Wein über so viele Jahre derart grosser Beliebtheit erfreut.»

Nach der Feinselektion am Selektionstisch, wo Stile, Blätter, grüne oder trockene Beeren oder auch Insekten von Hand herausgefischt werden, werden die Traubenbeeren mittels einer spiralförmigen Schnecke sanft in den Gärtank transportiert. Jetzt nehmen Hefen, die aus den eigenen Rebbergen selektioniert werden, ihre Arbeit auf. Schon bald beginnt die Maische schonend zu gären. Unter strenger Temperaturkontrolle werden Aromen und Tannine über mehrere Wochen extrahiert und der Zucker in Alkohol und Kohlensäure umgewandelt.

Im Barriquekeller reift der Wein seiner Vollendung entgegen. Kleine, gebrauchte Holzfässer aus französischer Eiche verfeinern insbesondere die Tannine, derweil ihm neue Barriques aus amerikanischer Eiche feine Röstaromen nach Kaffee, Mokka und Vanille verleihen. Die gesamte, rund zwölfmonatige Barriquereife wird von der Kellermeisterin und vom Winzer persönlich überwacht. Regelmässig nimmt Josep Maria Albet i Noya mit der Pipette Proben aus den Fässern. Gestützt darauf wird entschieden, wann der Wein seine vollständige Reife und Harmonie erreicht hat und in Flaschen abgefüllt werden kann.

Der Vinya Laia hat schon manche kulinarische Nagelprobe mit Bravour und ohne Abstriche bestanden. Eleganz und Komplexität machen diese mediterrane Cuvée zu einem idealen Begleiter von verschiedenen Gemüsevariationen und unterschiedlich zubereiteten Fleischgerichten. Aber auch zu den beliebten Tapas passt er perfekt.

Ein alter Freund mit neuem Charme

Den Vinya Laia kenne ich nun schon seit 20 Jahren. Es ist ein Wein, über den man vielleicht nicht so viel spricht, den man aber immer gerne trinkt. Und das ist objektiv betrachtet viel besser, als wenn es umgekehrt wäre … Als die erste Selektion dieses Weins in den Barriques reifte, kam Laia Torres zur Welt, die Tochter der Albet-i -Noya-Kellermeisterin Marga Torres. Die Önologin hatte in diesem Jahr also sozusagen zwei Neugeborene zu betreuen. Was lag da näher, als dem Wein den gleichen Namen zu geben wie der Tochter. Jetzt sind beide Laias erwachsen geworden, haben aber glücklicherweise ihren ursprünglichen Charakter behalten. Ja, beide haben sich prächtig entwickelt. Laia, die junge Frau im Penedès, hat übrigens eben ihre Abschlussarbeit am Gymnasium über einen «homemade Merlot» geschrieben. Und ihr Namensvetter, der Wein? Auch der enthält neben Cabernet Sauvignon und Garnacha einen Anteil Merlot, womit sich der Kreis schliesst. Für den 2016er-Jahrgang wurden die Trauben noch strenger selektioniert als zuvor. Zudem wurde der Ausbau in neuem Eichenholz behutsam erhöht. Das Resultat ist ein überaus eleganter Wein mit mediterranem Charme. Er hat deutlich an Komplexität dazugewonnen, ohne dabei seine trinkige Frische zu verlieren. Wir finden in der Nase verführerische Aromen von Waldbeeren, Cassis, aber auch Heidelbeeren, Garrigue-Kräuter und sehr gut integrierte Würznoten. Auch im Gaumen schwingt viel Frucht mit. Das feinkörnige Tannin und die saftige Säure verleihen diesem samtig anmutenden katalanischen Gewächs eine animierende Beschwingtheit.

Thomas Vaterlaus ist Chefredaktor des Weinmagazins VINUM und Mitinhaber der Agentur mettler vaterlaus gmbh in Zürich. Seit vielen Jahren ist er auch regelmässiger Gastautor der WeinLese. In der allerersten Ausgabe vom Januar 2006 schrieb er unter dem Titel «Die doppelte Laia» eine erste grosse Reportage über den Vinya Laia.

WeinLese-Angebot
Jubiläumspaket Vinya Laia 2016

Der Vinya Laia aus dem Hause Albet i Noya in Katalonien ist der erfolgreichste Delinat-Wein. Seit 20 Jahren steht er ganz oben in der Gunst unserer Kundinnen und Kunden. Ein guter Grund, gemeinsam mit Ihnen zu feiern.

Zum Jubiläumspaket mit 12 Flaschen schenken wir Ihnen eine Magnum-Flasche Vinya Laia 2016. Die Magnum-Flasche Vinia Laia wurde speziell für das Jubiläumsangebot abgefüllt. Bitte haben Sie Verständnis, dass diese nicht einzeln bestellt werden kann.

Das Jubiläumspaket mit 12 Flaschen kostet
CHF 183.60 (statt CHF 204.–)
€ 145,80 (statt € 162,–)

Angebot gültig bis 5. Jan. 2020 oder solange Vorrat reicht.

–> Zum Angebot

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Ofengemüse schmeichelt dem Jubilar

Es war 1997: Winzertreffen auf Château Duvivier in der Provence. Ich traf einen Winzer aus Katalonien. Ein sympathischer Typ mit Pferdeschwanz und gewinnendem Lächeln: Josep Maria Albet i Noya. Er sei eben daran, zusammen mit seiner Önologin Marga Torres für Delinat einen neuen Wein zu erschaffen. Sein Name: Vinya Laia, benannt nach Margas Tochter Laia. Später erfuhr ich, dass es sich um eine Premiere handelt. Ein hochklassiger Rotwein, ausgebaut im Eichenholzbarrique.

2016 ist also ein Jubiläumsjahrgang: 20 Jahre sind seit seiner Geburt vergangen, und noch immer ist er einer der Lieblingsweine der Delinat-Kundinnen und -Kunden. Mein erster Eindruck: wunderbar fruchtig, mit Noten von Gewürzen; am Gaumen weich und rund mit angenehmem Tannin. Ein eleganter, lange nachklingender Wein.

Ich freue mich auf ein zweites Glas zu einem feinen Essen. Jetzt im Herbst fällt der Entscheid rasch: verschiedene Saisongemüse, im Ofen geschmort. Ich wähle goldene und rote Bete (Randen), verschiedenfarbige Karotten, Pastinaken und Knollensellerie und backe sie im Ofen.

Erwartungsvoll koste ich die einzelnen Gemüse und nehme immer wieder einen Schluck Vinya Laia. Toll: Sellerie, Karotten und goldene und rote Bete harmonieren prächtig mit dem Wein. Sein Tannin wird noch feiner, seine Frische verleiht dem Gemüse zusätzlichen Pfiff.

Stimmige Umgebung

Apropos Höchstform: Manchmal schmeckt uns ein Wein überhaupt nicht, dann wieder himmlisch gut. Rasch sucht man den Grund beim Essen, das man dazu geniesst – oder bei der eigenen Stimmung. Klar, beide beeinflussen, wie wir einen Wein empfinden. Aber es gibt noch andere Gründe. So die Zimmertemperatur: In einem kühlen Raum verkrampfen wir uns, der Wein will uns nicht schmecken. In überhitzter Umgebung steigt uns der Alkohol rasch zu Kopf. Und bei Lärm sind unsere Sinne so blockiert, dass der beste Wein banal wirkt.

Ein Wein zum Lagern

Natürlich ist auch die Weintemperatur entscheidend: Den Vinya Laia 2016 mag ich bei 17–18 Grad. Kälter würde sein Tannin zu ungestüm. Gereifte Jahrgänge wirken bei 15–16 Grad frischer und fruchtiger. Gerne geniesse ich diesen Wein aus einem Bordeauxglas: gewölbt und dünnwandig. In einem zu kleinen Glas mit enger Öffnung können sich die Aromen nicht entfalten.

Lohnt es sich, den Vinya Laia 2016 zu lagern? Ich meine ja, denn der Wein verändert sich mit den Jahren. Seine Aromen werden reifer, das Tannin noch runder, und seine Säure hält ihn gut sechs, sieben Jahre frisch. Ich notiere jeweils kurz meine Eindrücke zu jedem Wein und staune immer über die unterschiedlichen Bemerkungen, wenn ich nach Jahren die Notizen wieder lese.

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Jubiläumspaket Vinya Laia 2016

Der Vinya Laia aus dem Hause Albet i Noya in Katalonien ist der erfolgreichste Delinat-Wein. Seit 20 Jahren steht er ganz oben in der Gunst unserer Kundinnen und Kunden. Ein guter Grund, gemeinsam mit Ihnen zu feiern.

Zum Jubiläumspaket mit 12 Flaschen schenken wir Ihnen eine Magnum-Flasche Vinya Laia 2016. Die Magnum-Flasche Vinia Laia wurde speziell für das Jubiläumsangebot abgefüllt. Bitte haben Sie Verständnis, dass diese nicht einzeln bestellt werden kann.

Das Jubiläumspaket mit 12 Flaschen kostet
CHF 183.60 (statt CHF 204.–)
€ 145,80 (statt € 162,–)

Angebot gültig bis 5. Jan. 2020 oder solange Vorrat reicht.

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Auf ein Glas mit … Dorit Schmitt

Seit 2018 führt die Sommelière und Food-Journalistin Dorit Schmitt aus Karlsruhe für Delinat in verschiedenen Städten Deutschlands und der Schweiz den Kurs «Wein und Schokolade» durch. Wir unterhielten uns mit ihr über diese aussergewöhnliche Kombination, aber auch generell über das Thema «Genuss».

Was bedeutet Genuss für Sie persönlich?
Dorit Schmitt: Genuss bedeutet für mich, mir Zeit nehmen zu können und Dinge bewusst zu tun. Das beginnt beim Einkauf mit der Wahl der Lebensmittel, der sorgfältigen Zubereitung, einem schön gedeckten Tisch und endet bei der passenden Getränkewahl.

Die Kombination von Wein und Schokolade ist die grosse Leidenschaft von Dorit Schmitt.

Sie beschäftigen sich beruflich seit Langem mit dem Thema «Genuss». Wie ist es dazu gekommen?
Wahrscheinlich wurde bei mir das Interesse bereits in meiner Kindheit geweckt. Wir hatten einen Schrebergarten, und es gab immer frisches Gemüse, Beeren und Salat. Später kamen die vielen Reisen nach Frankreich dazu, die mich prägten.

Bieten im Einklang mit der Natur produzierte Bioprodukte mehr Genuss? Sobald man sich bewusst darüber wird, wie Lebensmittel auf konventionelle Art weltweit produziert werden, kann man diese nicht mehr reinen Gewissens geniessen. Wer den Geschmack von Lebensmitteln kennt, die aus dem eigenen Garten oder von Biobetrieben stammen, merkt schnell die Unterschiede.

Worauf achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln? Wo kaufen Sie ein?
Hauptsächlich im Supermarkt. Hier achte ich bei Geflügel auf das Label-Rouge-Siegel, bei Eiern auf Bruderhahn-Betriebe, bei Obst und Gemüse möglichst auf Regionales und Saisonales. Viele Spezialitäten oder Gewürze bringe ich mir auch von Reisen mit.

Welches ist die grösste Sünde, die beim Geniessen begangen wird?
Das kann ich so pauschal nicht beantworten, da ja jeder Mensch «Genuss» für sich anders definiert. Man sollte aber ein Bewusstsein dafür entwickelt haben, wie etwas produziert wird und woher es stammt.

Wein und Schokolade erscheint auf den ersten Blick als seltsame Kombination. Weshalb passen die beiden Produkte zusammen?
Nicht jeder Wein passt zu jeder Schokolade, aber es gibt durchaus Gemeinsamkeiten, die sich zu neuen, aufregenden Geschmackswelten verbinden lassen. Eine wichtige Rolle spielen dabei Aromen, Tannine und Säure.


Persönlich
Dorit Schmitt wurde 1968 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren. Heute lebt sie in der Nähe von Karlsruhe. Nach dem Abschluss des Studiums zur Diplom- Kommunikationsdesignerin arbeitet sie seit 1997 bis auf wenige Ausnahmen als selbstständige Unternehmerin. Sie gründete die Werbeagentur Do(r)it advertising, mit der sie Werbekonzepte und Corporate Designs für zahleiche Firmen entwickelte. 2006 verschrieb sie sich beruflich komplett dem Genuss, wobei sie sich zuerst auf die Kombination von edlen Weinen und feiner Schokolade spezialisierte. 2006 genoss sie an der Weinakademie Krems eine sensorische Ausbildung. 2007 eröffnete sie in ihrer Heimatstadt Neumarkt das Feinkostgeschäft CHATEAU et CHOCOLAT, das sie 2011 aus privaten Gründen wieder aufgab. Heute gibt sie das Online-Magazin «Aromenspiele» heraus und arbeitet als freie Journalistin, Werbetexterin, Bloggerin und Sommelière.

Worauf gilt es speziell zu achten, wenn Wein zusammen mit Schokolade genossen wird?
Das Erste muss sein, dass man bei Schokolade nicht mehr ans Naschen denkt, sondern sie eher als edles Fingerfood betrachtet. Ich lasse in meinen Kursen zunächst den Wein probieren, danach die Schokolade, am Schluss die Kombination. So bekommen die Teilnehmer ein Gefühl dafür, was sich gut kombinieren lässt.

Was erwartet einen sonst noch beim Kurs «Wein und Schokolade – eine süsse Versuchung»?
Grundsätzlich ein genussvoller Abend. Die Gäste erfahren viel über Gemeinsamkeiten von Wein und Schokolade. Es ist keine Schulstunde, sondern ein erfahrbares Geschmackserlebnis. Zu Crémant bis hin zu Süsswein werden Schokoladen vorgestellt, die man so eher noch nicht zusammen probiert hat.

Gibt es einen Weintyp, der speziell gut zu Schokolade passt?
Rotweine mit gut eingebundenen Tanninen und etwas Barrique sind am einfachsten zu kombinieren. Mein persönliches Highlight ist es, Portwein mit einer sehr hochprozentigen Schokolade zu kombinieren.

Worauf würden Sie eher verzichten: Wein oder Schokolade?
Auf die Schokolade.

Weintipp Dorit Schmitt

Den Weisswein Viña Llopis finde ich sehr ansprechend. Es handelt sich um eine trockene Gewürztraminer-Cuvée mit Moscatel. In der Nase blumig, fruchtig frisch – im Mund erfrischend, schlank, fruchtig und mit einer schönen Muskatnote. Das ist ein vielseitig einsetzbarer Essensbegleiter: zur mediterranen Fischküche ebenso wie zur aromatischen, vegetarischen indischen Küche. Ausserdem kann man ihn wunderbar zu Käse oder gar weisser Schokolade anbieten.

Viña Llopis
Valencia DOP 2018
www.delinat.com/7615.18

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Die gefiederten Freunde der Domaine Lignères

Die Domaine Lignères im südfranzösischen Departement Aude ist nicht nur ein Wein-, sondern auch ein Vogelparadies: Gegen 60 Brutvogelarten tummeln sich zwischen den Rebstöcken und der vielfältigen Pflanzenwelt.

Anne und Jean Lignères’ Leidenschaft gehört dem Wein und der Natur. Diese Passion leben sie auf ihrer Domaine Lignères eindrücklich aus: Mitten in einer vielfältigen Reblandschaft steht ihr schmuckes Château La Baronne, im Hintergrund thront mächtig die Montagne d’Alaric. Eigentlich war ihnen längst bewusst, dass ihre Rebberge reich an biologischer Vielfalt sind. Doch sie wollten es genau wissen. 2018 wurde Aude Natur, ein Verein, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Artenvielfalt im Department Aude zu fördern, mit einem Monitoring beauftragt. Es sollten alle auf dem Weingut vorkommenden Vogel-, Baum und Straucharten inventarisiert und gestützt darauf weitere Verbesserungen zugunsten der Tier- und Pflanzenwelt ins Auge gefasst werden.

Zwischen April und August 2018 wurde eine Hörpunkt-Studie durchgeführt. Konkret platzierten sich fünf Vogelbeobachter der Familie Lignères und von Aude Natur an verschiedenen Orten auf dem Weingut in einem Abstand von mindestens 500 Metern, um Doppelzählungen zu vermeiden. Einerseits ging es darum, die Anzahl der beobachteten Vögel zu eruieren, andererseits sollten auch Aufschlüsse über das Verhalten der Vögel (Flug, Beutetransport usw.) gewonnen werden. Insgesamt wurden auf der Domaine Lignères und in der Umgebung des Berges Alaric 59 Brutvogelarten festgestellt. Sechs davon befinden sich auf der Liste der bedrohten Arten.

Über 300 Nistkästen installiert

Zu dieser Vielfalt haben die über 300 Nistkästen beigetragen, die in den Vorjahren in und um die Rebberge installiert worden waren. In ihrem Schlussbericht kommen die Experten von Aude Natur zum Schluss, dass das alte und gut erhaltene Weingut der Familie Lignères über eine reiche Biodiversität und mehrere günstige Lebensräume für die Vogelwelt verfügt. Es wird angeregt, diese unbedingt zu erhalten und wo nötig mit dem Aufstellen weiterer Nistkästen und dem Schliessen von Vernetzungslücken durch Heckenpflanzungen noch zu stärken. Anne Lignères freut sich über jeden gefiederten Gast: «Gerade eben hat eine Zwergohreule einen Nistkasten beim Schuppen im Rebberg La Vals in Beschlag genommen. Wir sind sehr zufrieden», liess sie kürzlich verlauten.

Fast 60 Brutvogelarten tummeln sich auf der Domaine Lignères. Hier eine Auswahl von gefiederten Freunden, die sich hier wohl fühlen:

Delinat arbeitet seit bald zehn Jahren mit der Domaine Lignères zusammen und unterstützt das Gut bei der Förderung der Artenvielfalt. 2016 wurde Jean Lignères von Delinat zum Biodiversitätswinzer des Jahres gekürt.

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10 Fragen an die Delinat-Kunden Ursula und Robert Filli

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Wenn es etwas zu feiern gibt, zum Apéro, mit Freunden und vor allem zum Abendessen.

Was hat Wein mit Kultur zu tun?
In unserer westlichen Welt ist Wein Kulturgut. Persönlich gehört er zu unseren Ritualen, zum Genuss. Dabei bleibt es nicht beim Degustationsmodus.

«Bio» bedeutet für Sie?
Nicht bloss ungiftige Lebensmittel für uns Menschen, sondern auch Achtsamkeit im Umgang mit den Böden und allen Lebewesen. Regionale Produkte, wenn auch nicht biozertifiziert, ziehen wir aber Bioprodukten mit unsinnigen Zulieferdistanzen vor.

Weshalb und seit wann trinken Sie Delinat-Weine?
Seit 1994 kaufen wir Wein bei Delinat. Es gibt ein grosses Angebot, das uns anspricht.

Ihre Lieblingstropfen?
Pasión, Gli Storni, Bric Rocche, Duvivier Les Cigales und Duvivier Cuvée des Amis.

Verraten Sie uns ein spezielles Erlebnis in Zusammenhang mit dem DegustierService oder allgemein mit Delinat?
In jungen Jahren haben wir, statt eine Ferienreise zu machen, eine Aktie vom Château Duvivier gekauft. Die Piemont-Frühlingsreise 2019 hat tiefe Eindrücke hinterlassen. Wir sahen, wie breit das Spektrum beim Bio-Weinbau ist und was im Vergleich dazu der konventionelle Anbau anrichtet. Auch der Besuch beim Bio-Reisbauer war ein besonderes Erlebnis.

Was bedeutet für Sie Glück?
Zu sehen, dass auch positive Kräfte am Wirken sind. Die schöne Beziehung zu unseren erwachsenen Kindern. Den Insekten im Garten zuzuschauen, wie sie unsere Himbeeren bestäuben.

Ihre Helden der Gegenwart?
Toni el Suizo Rüttimann (Brückenbauer in Lateinamerika), Lea Wyler (Initiantin des Hilfswerks Rokpa International, das sich den Strassenkindern in Tibet und Nepal verschrieben hat), Renate Schütz (Winzerin von La Luna del Rospo, Piemont), Leute mit grossem sozialem und nachhaltigem Engagement.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne mal ein Glas Wein trinken?
Ursula: Mit Terence Hill, meiner imaginären Jugendliebe, würde ich gerne über das Leben, die Illusionen und die Wahrheit reden.
Robert: Mit Bruce Willis, einfach, weil ich ein Fan von ihm bin.

Was stört oder vermissen Sie bei Delinat?
Gar nichts, wir sind schon seit 25 Jahren dabei.


In Celerina, einem Vorort des mondänen St. Moritz, führen Robert und Ursula Filli in der einzigartigen Engadiner Berglandschaft seit 1988 das B&B Hotel Trais Fluors. Bereits die Grossmutter von Robert Filli führte im grossen, 300-jährigen Haus eine Pension mit 20 Zimmern. Robert und Ursula Filli bieten heute noch sieben gemütliche Zimmer und eine Ferienwohnung an. Zu ihrer Betriebsphilosophie gehört der Einsatz von umweltverträglichen Produkten in allen Bereichen. Die Produkte für das reichhaltige Frühstück stammen wenn möglich aus der Region, und es wird Wert auf Bioqualität und Fair Trade gelegt. Ein Grossteil der benötigten Energie zur Warmwasseraufbereitung und Heizung wird von einer Solaranlage auf dem Dach erzeugt.

Alle Artikel der WeinLese 56:

WeinLese 55: Editorial

Die Anforderungen, die wir an unsere Biowinzer stellen, sind europaweit einzigartig. Neutrale Stellen wie WWF Schweiz oder Stiftung für Konsumentenschutz haben das schon mehrmals bestätigt und sie mit Bestnoten gewürdigt. Zusammengefasst in einem Katalog von über 100 Richtlinien, haben diese verbindlichen Vorgaben ein Ziel: In artenreichen, ökologisch intakten Rebbergen sollen unverfälschte, vom Terroir geprägte Weine höchster Güte heranreifen.

Schon oft haben wir uns darüber den Kopf zerbrochen, wie wir Ihnen das trockene «Richtlinienthema» und dessen Wirkung anschaulich vor Augen führen könnten. In dieser Ausgabe wagen wir einen Versuch: Wir haben fünf Winzerinnen und Winzer gebeten, uns ihren Lieblingsort im Weinberg zu zeigen und ihn aus persönlicher Optik zu beschreiben.

Herausgekommen ist eine bild- und wortstarke Reportage, die zeigt, dass Winzer, die nach den Delinat-Richtlinien arbeiten, eigentliche Naturparadiese schaffen, aus denen grossartige Weine kommen. Für die Winzer selber sind diese Rebberge eigentliche Kraftorte, die sie motivieren, immer noch ein bisschen enger mit der Natur zu kooperieren.

Ich wünsche Ihnen viel Lese- und Trinkspass bei einem Glas Wein aus reicher Natur.

Weitere Artikel der WeinLese 55

WeinLese 55: Kurz & bündig

Nachhaltigkeitspreis

Seit 2014 vergibt Delinat jedes Jahr an langjährige und besonders verdienstvolle Mitarbeitende den Nachhaltigkeitspreis. Dieses Jahr fiel die Wahl auf Elena Ivanova. Delinat-Chef Karl Schefer überreichte Elena, die trotz Muskeldystrophie seit Jahren mit grossem Einsatz in der Debitorenbuchhaltung arbeitet, den Nachhaltigkeitspreis. «Dieser Preis bedeutet mir sehr viel und ich freue mich riesig darüber», kommentierte die völlig überraschte Geehrte anlässlich der Preisübergabe im Juni 2019 am Delinat-Hauptsitz in St. Gallen. «Es ist schön, in einem Unternehmen zu arbeiten, das meine Fähigkeiten schätzt, mich genauso behandelt wie meine Arbeitskollegen ohne Handicap und sich für die Natur einsetzt.»

Neuer Weinshop in Hamburg

In Deutschland sind Delinat-Weine bisher ausschliesslich über den Versandhandel verfügbar. Doch schon bald können sich Delinat-Kunden in Hamburg vor Ort von den Tropfen aus reicher Natur überzeugen. Im Herbst/Winter 2019 öffnet der erste Standort in den umgebauten Städthöfen im Herzen von Hamburg seine Türen. Im ersten Delinat-Weinshop Deutschlands warten 100 Weine darauf, entdeckt zu werden. Im angrenzenden Weinbistro können Weinfreunde die charakterreichen Tropfen degustieren und vergleichen, aber auch fachsimpeln, diskutieren. Ergänzt wird das Angebot mit einem sehr einfach gehaltenen, Tapas-ähnlichen Food-Angebot – natürlich alles in bester Bio-Qualität. An wöchentlich durchgeführten Weinkursen und geführten Vergleichsdegustationen wird der Gast zudem noch tiefer in die Delinat-Welt eintauchen können. Delinat plant für 2020 weitere Weinshops in München und Stuttgart.

Innovationen am Winzerseminar

Ende März und Anfang April 2019 fanden in Italien und Spanien Delinat-Winzerseminare statt, an denen fast sämtliche Delinat-Weingüter vertreten waren. Die diesjährigen Themen waren Änderungen der Richtlinien, Präsentation der umgesetzten Permakulturmassnahmen auf Château Duvivier und Strategien zur Reduktion des Kupfereinsatzes gegen Falschen Mehltau. In Spanien fand zusätzlich ein Tagesseminar zum Keyline Management statt. Keyline ist ein Konzept aus der Permakultur. Es geht darum, durch eine ausgeklügelte Bodenbearbeitung das Regenwasser am Abfliessen zu hindern und maximal für die Kulturen zu nutzen. Die praktische Ausführung im Feld wurde mithilfe eines speziellen Geräts (Untergrundlockerer) demonstriert.

Brand bei Maggio Vini

Das Delinat-Weingut Maggio Vini in Sizilien wurde Mitte Juni von einer Feuersbrunst heimgesucht. Der Brand verwüstete zwei Hallen und alle Erntewerkzeuge. «Zum Glück waren weder Rebberge noch das Weinlager betroffen», erklärt Winzer Massimo Maggio, der auch Präsident des Konsortiums Cerasuolo di Vittoria DOCG ist. Gleichwohl entstand aber ein Sachschaden von 100 000 Euro. Die Brandursache stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Brandstiftung wird aber ausgeschlossen.

Gegen den Klimawandel

«Das Magazin», eine Wochenendbeilage von vier Schweizer Tageszeitungen, hat seine Märzausgabe 2019 dem Thema «Klimawandel» gewidmet. Der Wissenschaftsjournalist Mathias Plüss listet in diesem Heft 75 Dinge auf, die jede und jeder von uns tun kann, um einen Beitrag zu leisten zur Senkung des CO2-Ausstosses. Eine der Massnahmen ist dem Wein gewidmet. Der Autor weist darauf hin, dass 60 Prozent der Fungizide gegen Pilzkrankheiten in Europa in Rebbergen ausgebracht werden, obwohl diese nur 5 Prozent der Anbaufläche ausmachen. Um diesen Pestizideinsatz zu reduzieren, empfiehlt der Autor den Konsum von Wein aus neu entwickelten, pilzwiderstandsfähigen Traubensorten. Die Umstellung auf PIWI könne die Umweltfolgen des Weinkonsums halbieren, schreibt er. «Wem die Artenvielfalt wichtig ist, der achtet zusätzlich auf das Label Delinat», empfiehlt der Wissenschaftsjournalist weiter.

Kupfer bleibt erlaubt

Die Verwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel bleibt im biologischen Anbau erlaubt: Der ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel in Brüssel hat einer Verlängerung der Zulassung von Kupfer um sieben Jahre zugestimmt. Während des siebenjährigen Zulassungszeitraums dürfen die landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt eine Höchstmenge von 28 kg reines Kupfer pro Hektar ausbringen, im Schnitt pro Jahr also 4 kg. Diese Regelung tritt ab 2021 in Kraft. Bis dahin sind weiterhin 6 kg/ha und Jahr erlaubt. Unabhängig davon gibt es in einzelnen Ländern wie Deutschland und Österreich bereits tiefere Werte. Delinat erlaubt max. 3,4 kg/ha (1 Schnecke), 2,9 kg/ha (2 Schnecken) und 2,4 kg/ha (3 Schnecken). Diese Werte sinken künftig pro Jahr weiter um jeweils 0,1 kg/ha.

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Kraftort Weinberg

Die Delinat-Biorichtlinien sind die strengsten Europas. Winzer, die danach arbeiten, verwandeln ihre Weinberge in bunte, lebendige Naturparadiese. Fünf Winzerinnen und Winzer aus verschiedenen Ländern stellen auf den folgenden Seiten ihren persönlichen Kraftort inmitten ihrer Reben vor.

Renate Schütz, La Luna del Rospo, Piemont
Wie die Goldmarie aus dem Märchen

Es gibt für mich nicht den Lieblingsort in meinen Reben. Mein kraftgebender Ort ändert sich, wandert mit Tages- und Jahreszeit, wird von Wind und Sonne, von Regen und Hitze mal hierhin und mal dorthin getragen. Das hängt auch mit der Kleinheit meiner unter Reben stehenden Fläche zusammen, die sich zusammenhängend um die Spitzenlage Bric Rocche schmiegt. Das ist wunderbar. Ich trete aus dem Haus und bin mittendrin in meinen Kraftorten.

Natürlich gibt es da die Flecken, die ich besonders liebe, wo es eine ganz besondere Freude ist, zu arbeiten. Aber immer auch je nachdem: Wenn es schon recht heiss werden kann bei der Arbeit im Weinberg, dann ist eine kleine Rast unter den weit ausladenden Zweigen des längst nicht mehr für die Seidenraupenzucht beschnittenen weissen Maulbeerbaums wie eine sanfte, kühlende Umarmung. Ein wenig von den leicht süsslichen Früchten zu naschen, gibt Kraft und Durchhaltelust im ganz direkten Sinne. Ein wenig Kost, ein wenig Logis im schattigen Grün – das stärkt und erfreut. Und wenn das Sonnenlicht smaragdgrün gefiltert herabrieselt, fühle ich mich wie die Goldmarie aus dem Märchen.

Besonders glücklich fühle ich mich auch oberhalb des Weinbergtürmchens. Hier, am höchsten Punkt meiner Lagen, beginne ich im Januar den Rebschnitt, geniesse den weiten Blick über die sanften Hügel des Astigiano und lausche verzückt den vielfältigen Vogelstimmen aus dem umkränzenden Wald. Hier jubiliert als Erstes die Nachtigall, und eine Eulenkolonie beeindruckt mit ihren lautlosen Flugkünsten. Da singt mein Herz gemeinsam mit den Vögeln, und meine Laune schraubt sich auf den Schwingen der Greifvögel in höchste Höhen.

Pfeift allerdings der Wind empfindlich kalt über Hügel- und Menschenrücken, zieht es mich in die geschützte Lage rund um den mächtigen Kirschbaum, der nicht nur zur Blütezeit ein Inbegriff prachtvoller Grösse ist. Seine weiche Majestät und die verschwenderische Überfülle sind ein eigener kleiner Kosmos: Hier zu verweilen, lehrt die heilsame Kraft von (Bio-)Diversität auf munterste Weise.

Überall gibt es Dramen, Luststücke und komische Opern zu entdecken: aufgebrachte Winz-Vögel, die sich im Flug auf einen Bussard stürzen, Wühler, die riesige, kunstvolle Wabengebilde aus der Erde graben, Schmetterlinge, die scheinbar unendlich lange um Blüten und Partner taumeln und sich in der Sonne spreizen, Eidechsen, die mit blitzendem Auge die Hunde narren.

Allseits glücklich macht mich das dichte Netz der wild bewachsenen Ränge, die sich nach nunmehr 25 Jahren Pflege und Seinlassen üppig durch die Anlagen ziehen: Die grosse Vielfalt aus Büschen, Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Blumen erfreut und überrascht täglich mit neuen Formen, Farben, Düften und Unbekanntem.

Eine ganz besondere Freude ist es mir, wenn die Natur eigentliche «Schandflecken» erobert und neu «designt». Wenn die fleissige Ramblerrose in verschwenderischem Wuchs die ehemals hässliche Fassade meiner Cantina mit abertausenden Blüten und glänzendem Blattgrün überwölkt und den langweiligen Industriebau mit ihren filigranen Kletterkünsten in ein geradezu verwunschen anmutendes Gartenhaus verzaubert. Wenn Geissblatt, Jasmin und wilde Rose die hässliche Sicherheitstreppe des Büroeingangs so delikat umranken, dass man plötzlich wie durch in eine romantische Illustration eines zauberhaften Märchenbuchs tritt.

Das Auge freuts, die Nase jubelt, die Lunge weitet sich, die Luft ist frisch und weich, und das Ohr lauscht entzückt dem Summen, Tirilieren, Rascheln und Gewese der Unzahl von sichtbaren und unsichtbaren Tieren, die hier glücklich aufs Schönste Kost und Logis finden.

Martí Albet i Noya, Penedès
Kraft tanken im «Schwarzwald»

Wenn ich oben auf unserem höchstgelegen Weinberg Bosc Negre stehe, fühle ich mich wie im Paradies. Die Lage heisst «Schwarzwald», weil die vielen kleinen Weinbergsterrassen von dichtem Wald umgeben sind. Vom höchsten Punkt aus liegt mir das Penedès in seiner ganzen Pracht zu Füssen: im Westen die zentrale Senke mit weitläufigen Rebbergen und kleinen Siedlungen, im Osten die Muntanyes d’Ordal, ein reich bewaldetes Naturschutzgebiet mit steilem Kalksteingebirge.

Obwohl der Boden karg ist und an einigen Stellen sogar das Muttergestein an die Oberfläche tritt, gedeihen hier unsere 40-jährigen Xarel.lo-Reben prächtig. Aus diesen Trauben keltern wir unsere besten Schaumweine. Aufgrund der Nähe zum Wald lassen sich Füchse, die in kleinen Höhlen in einem offenen Hang Unterschlupf finden, aber auch viele andere Tiere beobachten. Die Vegetation ist artenreich und typisch mediterran: Pinien, Eichen und Gebüsch mit wilden Kräutern wie Thymian und Rosmarin prägen das Bild.

Die grosse Artenvielfalt und die klimatischen Bedingungen machen diese Lage zu einem optimalen Standort für Qualitätsweine. Durch die Weinbergsterrassen weht oft ein laues Lüftchen, das Blätter und Trauben trocken hält und so mögliche Pilzkrankheiten abhält. Durch die hohe Lage von bis zu 400 m ü. M. sind die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gross, was eine langsame und harmonische Reife der Trauben begünstigt. Das ist wichtig für die Bildung von Säure und Aromen.

Bosc Negre ist für mich ein Ort, wo nicht nur grossartiger Wein entsteht. Dank seiner intakten Natur fernab von Häusern und stark befahrenen Strassen vermittelt er mir auch Ruhe, Kraft und Frieden. Hier fühle ich mich als Teil eines funktionierenden Ökosystems!


Die Delinat-Richtlinien
Die Delinat-Richtlinien verwandeln Weinberge in Naturparadiese, denn sie gehen viel weiter als andere Biorichtlinien. Neben einem Verbot von chemischsynthetischen Pflanzenschutzmitteln, Kunstdünger und Gentechnologie verpflichten sie zur Förderung der Biodiversität und der Polykultur anstelle von Monokultur. Die Verwendung von Kupfer und Schwefel gegen Pilzkrankheiten im Weinberg ist stark limitiert. Im Keller dürfen Eingriffe nur sehr beschränkt vorgenommen werden. Der Einsatz tierischer Hilfsstoffe wie Hühnereiweiss, Milchprodukte, Fischblase zur Schönung oder Stabilisierung der Weine ist nicht erlaubt.

Die Delinat-Richtlinien wurden bereits mehrmals von unabhängigen Stellen wie WWF Schweiz, Stiftung für Konsumentenschutz und Stiftung Praktischer Umweltschutz Schweiz (Pusch) mit dem Prädiktat «sehr empfehlenswert» ausgezeichnet und von allen Schweizer Biolabeln mit der höchsten Punktzahl bewertet. Sie basieren auf einem Modell mit drei Qualitätsstufen, das den Weingütern eine sukzessive Weiterentwicklung bis auf Stufe 3 (drei Schnecken) ermöglicht. www.delinat.com/richtlinien

Daniel Coulon, Domaine de Beaurenard, Châteauneuf-du-Pape
Wo die Vögel um die Wette zwitschern

Der kleine Hügel, auf dem unsere Familie seit eh und je Kraft tankt, heisst La Croix. Für uns ist das ein stiller, magischer Ort: Nur schon der Panoramablick auf die Rhone, den Mont Ventoux, unser Dorf Châteauneuf-du- Pape, das Natur- und Vogelparadies der Île d’Oiselet und unseren Weinberg Bois de la Vieille ist grossartig.

Schon als Kinder sind mein Bruder Frédéric und ich hier hinaufgeklettert und haben Lagerfeuer entfacht. Die Île d’Oiselet, eine von Seitenarmen der Rhone umschlungene Insel, war unser viel besuchter Abenteuerspielplatz mit idyllischem Flussbad. Später verbrachten wir hier auch mit meinen Söhnen Victor und Antonin viel Zeit.

Es ist ein traumhafter Ort für ein Picknick, eine kleine Tour auf dem Mountainbike oder eine Rast unter den schattenspendenden Bäumen, durch die der Wind rauscht und wo die Vögel um die Wette zwitschern. Das seichte Wasser, die vielen Bäume und Büsche sind nicht nur ein Paradies für uns Menschen, sondern auch für eine reiche Tierwelt. Wir lieben es, vom Hügel aus, auf dem ein Kreuz steht, mit Fernrohr und Feldstecher die reiche Vogelwelt zu beobachten.

Bestandteil dieses Naturparadieses ist auch unser historischer Weinberg Bois de la Vieille. Wie andere berühmte Lagen von Châteauneuf-du-Pape ist er von grossen Kieselsteinen übersät. Wir pflegen die alten, knorrigen Rebstöcke mit grosser Hingabe. Wenn mal einer abstirbt, ersetzen wir ihn mit einer unserer autochthonen Sorten, die wir nach alter Väter Sitte direkt auf dem Feld auf eine amerikanische Unterlagsrebe aufpfropfen. Hier reifen in einem ökologisch intakten Umfeld die Trauben, aus denen unsere komplexen und authentischen Châteauneuf-du-Pape-Weine entstehen.

Beatriz Izquierdo, Osoti Viñedos Ecológicos, Rioja
Die Zeit scheint stillzustehen

Im Jahr 2012 begann meine berufliche Laufbahn als Önologin und Kellermeisterin auf dem Weingut von Francisco Ruiz in der Rioja. In genau diesem Jahr wurde auch der weiträumige Weinberg Plana de Turras in Autol angepflanzt. Es sind also noch sehr junge Rebstöcke, aber sie erzählen bereits viele Geschichten und versprühen zusammen mit der reichhaltigen Natur Frieden, Ruhe und Glück. Hier scheint die Zeit stillzustehen. Alles, was ich bisher auf diesem Weingut erlebt habe, spiegelt sich auf diesem Flecken Erde: Arbeit, Inspiration und Veränderung.

Wenn ich durch die Plana de Turras schlendere, wird mir bewusst, was man mit Beharrlichkeit und harter Arbeit alles erreichen kann, manchmal sogar das vermeintlich Unmögliche. Ich sehe all die Früchte, die unsere Arbeit im Einklang mit der Natur trägt. Die Weissweintrauben Garnacha Blanca, Maturana Blanca, Tempranillo Blanco und Viura, die sich genauso prächtig entwickeln wie die roten Garnacha Tinta und Tempranillo Tinto. Oliven- und Mandelbäume, ein ganzjähriger Pflanzenteppich unter den Rebstöcken, stolze Pinien und fein duftende Kräuter wie Rosmarin, Salbei, Wacholder, Thymian und Lavendel tragen ebenso zur biologischen Vielfalt bei wie die Insektenhotels, Fledermausbehausungen und Sitzstangen für Greifvögel, die wir hier installiert haben. Mittelpunkt des Weinbergs ist ein Teich, den wir als Wasserrückhaltebecken angelegt haben. Allmählich entwickelt er sich zu einem lebendigen Biotop.

Begegnungen mit Habichtsadlern, Uhus, Rebhühnern, Zwergtrappen, Würgern, Wildschweinen, Rehen oder Kaninchen zeigen, wie wohl sich die Tierwelt in diesem weiträumigen Refugium fühlt. Ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter – dieser Ort vermittelt durch seine Stimmung stets positive Sinneseindrücke. Diese übertragen sich nicht nur auf uns Menschen, sondern auch auf die Rebstöcke und damit auf unsere Weine. Dieser Ort ist so magisch, dass wir hier sogar unsere biodynamischen Präparate herstellen.

Erik Bergmann, Château Duvivier, Provence
Die Natur als Tankstelle

Es gibt im Moment unheimlich viel zu tun auf Château Duvivier. Neben den üblichen Arbeiten im Rebberg und im Keller verlangt die Umsetzung des Permakulturprojekts seit geraumer Zeit einen grossen zusätzlichen Effort. Es geht darum, mit der Anlage von Teichen und Versickerungsgräben das Ökosystem so zu optimieren, dass Regenwasser nicht ungenutzt abfliesst, sondern in trockenen Perioden den Reben über die Bodenfeuchtigkeit länger zur Verfügung steht. Für meine Partnerin Lolita und mich ist es schön, zu sehen, wie sich die Natur langsam die kahlen Flächen zurückerobert, die durch Erdverschiebungen entstanden sind und jeden einzelnen Teich nach und nach in ein kleines Biotop verwandelt.

Auf unserem Weingut gibt es schon lange zahlreiche Orte mit Biodiversitätsinseln, auf denen man zwischendurch Kraft tanken kann. Wir tun dies am liebsten auf der höchstgelegenen Lage von Château Duvivier. Der Weinberg heisst Sainte-Catherine und liegt am unteren Hang des Gros Bessillon, unseres Hausbergs. Um die Monokultur, die ein Rebberg ja ist, etwas aufzubrechen, haben wir hier auf 50 Quadratmetern überalterte Reben ausgerissen und stattdessen einheimische Pflanzen, Bäume und Sträucher angepflanzt, Steinhaufen aufgetürmt und Insektenhotels installiert. Entstanden ist so mitten im Weinberg ein buntes, lebendiges Naturparadies. Reich ist auch die Traubenvielfalt. Hier reifen Weissweintrauben, aus denen wir unseren Amandier keltern, aber auch rote Sorten, die im Les Mûriers zu finden sind.

Wir lieben es, von Sainte-Catherine aus die Aussicht aufs Château, die südlichen Alpen und den Eingang zur Verdon- Schlucht zu geniessen. Was gibt es Faszinierenderes, als auf dem Boden zu sitzen und den Abertausenden von Insekten, Schmetterlingen, Vögeln und was sonst noch alles kreucht und fleucht zuzuschauen? An diesem Ort spüren wir eine fast vollkommene Harmonie. Weinberg und Natur verschmelzen zu einem Ganzen – eine Tankstelle, die uns stets mit der nötigen Energie versorgt, um die täglichen Herausforderungen auf unserem Weingut mit Freude in Angriff zu nehmen und zu meistern.

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