Neue Sorten für Château Duvivier

Im Rahmen der jährlichen Weiterbildungsreise hat das Verkaufs- und Beraterteam von Delinat mit grossem Enthusiasmus während einer Woche mitgeholfen, auf dem Weingut Château Duvivier neue, robuste Rebsorten (sogenannte PIWIs) zu pflanzen. Diese leiten eine Zeitenwende im biologischen Weinbau ein.

Ökologie und Nachhaltigkeit waren früher eine Nische. Klimakrise, Artensterben und neue gesundheitliche Erkenntnisse machen sie längst zur Notwendigkeit. Dies gilt auch für die Landwirtschaft und insbesondere für den Weinbau. Wer einen Wein konsequent nachhaltig und ökologisch herstellen möchte, kommt heute nicht an robusten Rebsorten vorbei. Bei diesen Rebsorten wird eine geschmacklich überzeugende europäische Rebsorte mit einer amerikanischen (oder asiatischen) Sorte gekreuzt, die resistent gegen Pilzkrankheiten ist.

Ein Video zu den PIWI-Versuchen auf Château Duvivier finden Sie hier:

Während Weine aus diesen neuen Züchtungen früher sehr gewöhnungsbedürftig schmeckten und wenig überzeugen konnten, sorgen sie heute für immer mehr Begeisterung. Die Liste der Vorteile für Winzer, die robuste Rebsorten anpflanzen, ist lang: Es können massiv Pflanzenschutzmittel eingespart werden, denn die hohe Resistenz der Traubensorten macht Spritzen oft überflüssig. Damit fallen wiederum sehr viele Arbeitsstunden weg, die Gesundheit der Winzer wird geschont, und es kann CO₂ eingespart werden. Zudem ist der Ertrag genauso hoch wie bei gespritzten, konventionell produzierten Trauben. Dies wirkt sich schlussendlich auch auf die Rentabilität aus: Äussere Umwelteinflüsse können besser abgefedert werden, und der Winzer kann günstiger und konstanter produzieren.

Enge Zusammenarbeit mit Valentin Blattner

Delinat setzt sich schon lange für die Züchtung neuer resistenter Rebsorten ein und hat damit genauso wie der Schweizer Rebzüchter Valentin Blattner eine Pionierrolle übernommen. Bereits in den 1990er-Jahren hat das Delinat-eigene Château Duvivier als erstes Weingut in Frankreich eine Sonderbewilligung erhalten. Seither wird hier mit neuen Sorten experimentiert. Dabei hat sich gezeigt, dass sich gewisse Sorten für das südfranzösische Klima nicht eignen. Auf verschiedenen Parzellen werden deshalb neue Sorten getestet. Dank der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem weit über die Schweiz hinaus bekannten PIWI-Pionierzüchter Valentin Blattner und einer neuen strategischen Partnerschaft mit Mercier, einem französischen Forschungs- und Entwicklungszentrum für Rebzucht, kann die Forschung deutlich intensiviert und können neue Projekte auf Château Duvivier schneller, breiter gefächert und umfassender durchgeführt werden. Ziel ist es, Château Duvivier in den nächsten Jahren zu einem Kompetenzzentrum für Weinbau mit robusten Rebsorten zu entwickeln. Die neuen, zukunftsweisenden Sorten sollen bei den Winzern verbreitet und bei den Konsumenten bekannter gemacht werden. Der Weg dorthin ist lang: Bis eine wirklich gute Sorte entsteht, sind rund 10’000 Züchtungen nötig. Die resistenten Gene werden dabei immer wieder mit europäischen Sorten gekreuzt, bis eine resistente Rebe mit einem guten Geschmack entsteht.

Delinat-Team pflanzt 230 neue Sorten

Im Rahmen der einwöchigen Weiterbildungsreise im Frühling dieses Jahres hat das gesamte Verkaufs- und Beraterteam von Delinat tatkräftig mitgeholfen, rund 230 neue Sorten, die von Valentin Blattner geliefert wurden, zu pflanzen. Durch Mikro-Vinifikationen und intensives Beobachten der neuen Reben soll in den nächsten Jahren herausgefunden werden, welche Sorten wirklich resistent sind und das Potenzial für geschmacklich überzeugende Weine haben. Diejenigen Rebsorten, die aufgrund der Kreuzungen geschmacklich nicht überzeugen und störende exotische Aromen wie zum Beispiel Ananas aufweisen, werden direkt wieder aussortiert. Das sind in der Regel über 95 Prozent der getesteten Sorten. Der kleine Teil an neuen Sorten, der letztlich sowohl bei der Resistenz wie auch beim Geschmack überzeugt, wird anschliessend multipliziert und in grösserem Stil angebaut. Erst dann ist der Grundstein für eine erfolgreiche neue Weinsorte gelegt, die im optimalen Fall auch den Weg in die Verkaufsregale schafft.

Hier finden Sie alle Beiträge der WeinLese 63:

Lehrreiche Arbeitswoche in der Provence

Jedes Jahr verlässt das Delinat-Verkaufsteam für eine Woche das Büro, um an einer Weiterbildungsreise vor Ort Bekanntschaft mit Winzern, Weinen und Rebbergen zu machen. Dieses Jahr erlebten die Delinatler aus nächster Nähe, wie auf Château Duvivier in der Provence am Weinbau der Zukunft gearbeitet wird.

Nur wer einen nach der Delinat-Methode bewirtschafteten Weinberg mit eigenen Augen gesehen und vor Ort Einblick in die Philosophie des Winzers erhalten hat, kann umfassend und kompetent beraten. Getreu diesem Motto war das Verkaufs- und Beraterteam im Mai für eine Woche auf dem Delinat-eigenen Château Duvivier. Während in der Vergangenheit oftmals Weine und Arbeitsweise von Partnerwinzern im Zentrum der Bildungsreise standen, lag der Schwerpunkt diesmal bei der Delinat-Methode und den umfassenden Richtlinien. Winzerberater Daniel Wyss erläuterte diese anhand der vielfältigen Rebberge vor Ort eindrücklich.

Im Video-Interview mit Delinat- Winzerberater Daniel Wyss erfahren Sie mehr über den Weinbau der Zukunft auf Château Duvivier:

Wie kann ein nachhaltiger Weinbau nach der Delinat-Methode den Klimawandel bremsen? Welche Vorteile bietet eine vielfältige Begrünung der Weinberge? Wie helfen Mikroorganismen den Reben bei der Nährstoffaufnahme und mit welchen Massnahmen kann die Fruchtbarkeit der Böden langfristig verbessert werden? Auf diese und viele weitere Fragen erhielt das Delinat-Team während ausgedehnter Spaziergänge durch die Weinberge konkrete Antworten.

Da die Bewirtschaftung eines Weinguts nicht nur grosses Wissen voraussetzt, sondern vor allem auch viel harte Arbeit bedeutet, konnte das Team im Verlaufe der Woche auch solche Fähigkeiten unter Beweis stellen: Als Gärtner beim Erstellen einer Kräuterschnecke und beim Pflegen des Château-eigenen Gemüsegartens oder als Winzer bei einer Pflanzaktion von über 700 pilzwiderstandsfähigen Reben (siehe Bericht «PIWI-Offensive auf Château Duvivier»). Wie Ornithologen fühlte man sich beim Aufhängen von Nist- und Fledermauskästen oder beim Bauen und Aufstellen von Greifvogelstangen. Schliesslich wurde auch noch Hand angelegt beim Pflegen der vielen jungen Obstbäume, die das grosse Wasserretentionsbecken umsäumen, das 2018 von Permakultur-Spezialist Josef Holzer gebaut worden war. Dass im Delinat-Team auch ein paar Spitzenköche stecken, bewiesen die köstlichen Dreigänger, die jeden Abend von einer anderen Gruppe, immer aber mit viel Liebe und passender Weinbegleitung auf den Tisch gezaubert wurden. Die Woche wird dem ganzen Team noch lange in bester Erinnerung bleiben – und bei jedem Glas Duvivier-Wein werden diese Eindrücke aus den paradiesischen Rebbergen wieder zum Leben erweckt.

Hier finden Sie alle Beiträge der WeinLese 63:

Wie gefährlich sind Pestizide in der Landwirtschaft? Karl Schefer im Interview

Karl Schefer ist Gründer und Geschäftsführer von Delinat, dem Schweizer Marktführer für Bioweine. Das Unternehmen beweist seit über 40 Jahren, dass Weinbau ohne Chemie hervorragend funktioniert. Voraussetzung sind eine reiche Biodiversität im Weinberg und Offenheit der Winzer gegenüber neuen, pilzresistenten Rebsorten, die ohne Pflanzenschutzmittel auskommen.

Weil fast alle konventionellen Weine Pestizidrückstände enthalten, die Belastung des Schweizer Trinkwassers an vielen Orten über den gesetzlichen Grenzwerten liegt und die landwirtschaftliche Ausbildung skandalöserweise noch immer den Einsatz von Chemie predigt, ist für Karl Schefer ein Ja zur Trinkwasser-Initiative überfällig.

Bio-Land Schweiz ist keine Utopie – Interview mit Winzerberater Daniel Wyss

Daniel Wyss ist ausgebildeter Landwirt und Landschaftsarchitekt FH. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der biologischen Landwirtschaft. Bei Delinat ist er zuständig für die jährliche Überarbeitung und Weiterentwicklung der Bio-Richtlinien und die Beratung der Delinat-Winzer in ganz Europa.

Für Daniel Wyss ist klar: Ein Bio-Land Schweiz ist keine Utopie. Nach einem Ja zur Trinkwasser-Initiative können Menschen und Umwelt aufatmen.

Trinkwasserinitiative: jetzt die Chance packen! Interview mit Delinat-Winzer Roland Lenz

Roland Lenz führt in der Ostschweiz das grösste und innovativste Bioweingut der Schweiz. Für ihn ist klar, dass Pestizide nicht in die Umwelt gehören. Sie zerstören natürlich funktionierende Ökosysteme und belasten das Trinkwasser. Er setzt deshalb konsequent auf neue, pilzresistente Rebsorten, die nicht gespritzt werden müssen.

Aus seiner Sicht ebnet ein Ja zur Trinkwasser-Initiative den Weg zu einem Bioland Schweiz, für das heute Ressourcen, Know-how und Kaufkraft vorhanden sind.

Pestizide im Schweizer Trinkwasser: Interview mit Roman Wiget

Roman Wiget, Ingenieur ETH und MBA, ist der wohl bekannteste Trinkwasserspezialist der Schweiz. Der hauptberuflich als Geschäftsführer der Wasserversorgung der Region Seeland tätige Berner hat schon mehrmals zu hohe Pestizidkonzentrationen im Grundwasser angeprangert.

Weil die Schweiz 80 Prozent des Trinkwassers aus dem Grundwasser bezieht, ist die Gefährdung durch Pestizideinsatz in der Landwirtschaft besonders gross. Mit einem Ja zur Trinkwasser-Initiative liesse sich laut Roman Wiget die Schweizer Trinkwasserqualität langfristig verbessern und sichern.

Ja zu sauberem Trinkwasser: Es braucht Ihre Unterstützung.

Am 13. Juni 2021 haben wir die Chance, die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zu führen. Jüngste Umfragen zeigen, dass die Zeichen für ein «Ja» zur Trinkwasser-Initiative gut sind. Weil sie ohne Verbote einfach das fordert, was in geltenden Umwelt- und Gewässerschutzgesetzen vorgeschrieben ist, geniesst sie grosse Sympathien auch weit in liberale Kreise hinein.

Wir haben die Chance, die Landwirtschaft in eine saubere Zukunft zu führen

Trotzdem wird es knapp. Einflussreiche und mächtige Gegner schüren Angst, investieren Millionen von Franken in gezielte Falschinformationen und Halbwahrheiten, die unter anderem auch durch eine Armada von Schreiberlingen auf allen erdenklichen Plattformen verbreitet werden. Klar, dass eine Bürger-Initiative, die den Abstimmungskampf hauptsächlich durch Spendengelder finanzieren muss, hier das Nachsehen hat.

Die Fakten stehen jedoch klar auf Seiten der Initianten. Die Trinkwasserinitiative ist umsetzbar und keineswegs extrem. Das beweisen wir, unsere Winzer und tausende von engagierten Bio-Bauern jeden Tag.

Wir haben unten die häufigsten Einwände der Gegnerschaft aufgeführt. Diese werden Ihnen auf allen erdenklichen Social-Media-Plattformen, in Blog-Kommentaren und Online-Kolumnen oder auch im Gespräch in verschiedensten Variationen begegnen. Die Vorwürfe sind immer dieselben. Und sie können mit ein paar Fakten ganz einfach widerlegt werden.

Unsere Bitte an Sie: Wenn Sie sich auf diesen Plattformen und im Thema wohl fühlen, schalten Sie sich in Diskussionen ein, stellen sie Falschaussagen und Behauptungen richtig. Auf Facebook, auf Twitter, in Kommentar-Spalten von News-Portalen. Die untenstehenden Antworten bieten eine Hilfestellung. Mit Ihrem Engagement helfen Sie, das «Ja» am 13. Juni Realität werden zu lassen. Herzlichen Dank!

Haben Sie weitere Ideen, wie wir der Trinkwasser-Initiative zum Erfolg verhelfen können? Schreiben Sie uns Ihre Gedanken unten in die Kommentare.

PS: 4aqua, ein Zusammenschluss von WasserexpertInnen, hat diese Woche einen Faktencheck erstellt, der die wichtigsten Fehlinformationen im Zusammenhang mit der Trinkwasserinitiativen ebenfalls richtigstellt und auf zahlreiche wissenschaftliche Quellen verweist.

Die Einwände der Gegner der Trinkwasserinitiative – und wie Sie sie entkräften können

Die Landwirtschaft in der Schweiz ist die sauberste in ganz Europa, unser Trinkwasser ist bereits gut geschützt. Die Initiative braucht es gar nicht.

Antwort: Das ist leider ein Trugschluss. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einem besonders hohen Pestizideinsatz. 85% der Pestizide werden in der Landwirtschaft eingesetzt. Bereits heute trinken über 1 Million Schweizerinnen und Schweizer Trinkwasser, das die Pestizid-Grenzwerte überschreitet. Die Belastungen des Trinkwassers durch Pestizide und Nitrat sind bereits so ausgeprägt, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis sie verschwinden.

Und was macht der Bund? Statt das Problem an den Wurzeln zu packen, investiert er weitere Steuergelder in reine Symptom-Bekämpfung, in dem er etwa im Jura mit Bohrungen nach sauberem Trinkwasser sucht.

Weiterführende Links:
Pestizid-Verbrauch: Die Statistiken zeigen nur die halbe Wahrheit (SRF)
Faktenblatt Landwirtschaft und Umwelt (Agrarlobby stoppen)
Wegen Pestiziden: Bund sucht neues Trinkwasser (SRF)

Die Trinkwasser-Initiative führt zu mehr Importen.

Erstens: Die Initiative macht uns unabhängiger vom Ausland. Bei der heutigen Lebensmittelproduktion importieren wir zwei Kalorien, um eine Kalorie zu produzieren. Wir importieren alleine 1,2 Millionen Tonnen an Futtermitteln aus dem Ausland. Jedes Jahr ein Zug mit gefüllten Güterwagen in der Länge von Bregenz bis Genf. Diese Futtermittel führen zu enormen Gülleüberschüssen mit vielfältigen Folgeproblemen für Biodiversität und intaktes Grundwasser.

Zweitens: Eine Untersuchung an 1500 Produktions-Standorten weltweit kommt zum Schluss, dass Erträge bei Mischkulturen um fast 30% höher sind. Es braucht also weniger Fläche, um die gleiche Menge wie heute zu produzieren.

Drittens: Die Schweiz hat internationale Verpflichtungen, wonach sie den Food Waste bis 2030 um 50% halbieren muss. Die Initiative sieht eine Übergangsfrist von 8 Jahren vor. Bis zum Inkrafttreten würde der Food Waste also so stark reduziert, dass ohnehin deutlich weniger Lebensmittel importiert werden müssen.

Weiterführende Links:
Die Minus-Kalorien der Schweizer Landwirtschaft (TagesWoches)
Je höher die Artenvielfalt, desto mehr Ertrag in der Landwirtschaft (Agroscope)
Biodiversität rechnet sich (ETH Zürich)
Lebensmittelabfälle (Bundesamt für Umwelt)

Die Umweltverschmutzung wird einfach ins Ausland verlagert.

Siehe Frage 2. Aber ganz unabhängig von der Entwicklung der Importe ist auch diese Aussage irreführend.

Erstens: Gemäss dem Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit, welcher 2017 von 70% der Schweizer Bevölkerung angenommen wurde, müssen Importe nachhaltig sein. Die Gegner gehen in ihrer Argumentation also davon aus, dass dieser Volksentscheid einfach ignoriert wird.

Zweitens: Zu glauben, dass im Ausland giftiger produziert wird, ist ein Trugschluss. Die Schweiz nimmt beim Artenverlust einen traurigen Spitzenplatz ein. Die intensive Landwirtschaft wird als einer der grössten Treiber für den Rückgang der Biodiversität identifiziert. Dabei gehören die überbordenden Futtermittelimporte und die Pestizide zu den wichtigsten Ursachen.

Weiterführende Links:
Ernährungssicherheit (Bundesverfassung)
Ernährungssicherheit in der Verfassung verankern (ernaehrungssicherheit.ch)
Wie der Kuhmelker zum Giftbauern wurde (Blick)
Kaum in einem anderen Land versprüht die Landwirtschaft so viele Pflanzenschutzmittel wie in der Schweiz (NZZ)

Die Preise für Lebensmittel werden stark ansteigen.

Erstens: Untersuchungen beweisen, dass der Anbau mit hoher Biodiversität produktiver ist und sich auszahlt. Einerseits weil die Kosten für teure chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wegfallen, andererseits weil es in einem stabilen Ökosystem weniger Ernteausfälle gibt.

Zweitens: Höhere Marktpreise sind auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Trugschluss. Wenn Bio zum Standard wird, erhöht sich auch das Angebot und die Preise gleichen sich an.
Drittens: Ist es dann nicht erstaunlich, dass Bio Suisse gegen die Initiative ist, weil sie befürchtet, dass Preise für Bio-Lebensmittel sinken könnten?

Viertens: Addiert man zu den 3 Milliarden Direktzahlungen noch die externen Kosten (nochmals 3,6 Milliarden), die heute durch die Allgemeinheit getragen werden, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Konventionelle Produkte kosten uns deutlich mehr als biologische.

Weiterführende Links:
Studie: Biodiversität lohnt sich finanziell auf intensiven Flächen (Bauern Zeitung)
Neue Studie: Biolandbau ist so produktiv wie konventionelle Landwirtschaft (Biorama)
Kosten und Finanzierung der Landwirtschaft (Vision Landwirtschaft)
Agrarpolitik kostet 20 Milliarden (Schweizer Bauer)
Erst kommt die Kasse, dann die Natur – auch bei Bio Suisse (Infosperber)

Ein pestizidfreier Anbau führt zu starken Ernteausfällen.

Es gibt heute tausende von Bio-Bauern, welche Tag für Tag beweisen, wie nachhaltige Lebensmittel mit gutem Ertrag, herausragender Qualität und marktfähigen Preisen ohne Pestizide produziert werden können. Sogar ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist zum Greifen nah: Robuste Sorten, die bis zu 60% tiefere Umweltauswirkungen haben, gibt es schon längst für verschiedene Kulturen wie Kartoffeln, Salate, Tomaten, Äpfel, Wein. Die Politik müsste sie nur konsequent fördern – daher sind Investitionen in Innovation ein Kernelement der Trinkwasserinitiative.

Nationale und internationale Untersuchungen kommen ausserdem zum Schluss, dass Bio-Anbau weit produktiver ist und die Welt ernähren könnte.

Weiterführende Links:
PIWI: widerstandsfähige Reben statt Spritzmittel (SRF)
Neue Studie: Bio kann die Welt ernähren, aber weniger Fleischkonsum nötig (Weltagrarbericht)

Biologische Pflanzenschutzmittel werden mit der Initiative auch verboten.

Ein unabhängiges juristisches Gutachten bestätigt, dass unter einer «pestizidfreien Produktion» eine Lebensmittelproduktion verstanden wird, die keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzt. Biologische Pflanzenschutzmittel dürften demnach nach wie vor eingesetzt werden.

Weiterführende Links:
Hintergrund und Tragweite der Trinkwasserinitiative (rechtliches Gutachten)

Es darf kein Futtermittel mehr zugekauft werden.

Sowohl der Bundesrat wie auch ein unabhängiges juristisches Gutachten kommen zum Schluss, dass der Futtermittel-Tausch innerhalb von Betriebsgemeinschaften und je nach Auslegung auch regional nach wie vor möglich sein wird. Und zwar innerhalb des Rahmens, wie es etwa die Bio Suisse-Richtlinien ohnehin vorschreiben.

Weiterführende Links:
Hintergrund und Tragweite der Trinkwasserinitiative (rechtliches Gutachten)
Botschaft zur Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser» (Bundesrat)

Schweizer Fleisch wird schon heute zu 85% mit Schweizer Futtermitteln produziert.

Lassen Sie sich von der Werbung nicht blenden. Verantwortlich für den enormen Gülleausstoss ist nicht das Gewicht des Futters, wie es etwa die steuerfinanzierte Proviande zur Berechnung heranzieht, sondern die Nährwerte. Weil die 15% Importfutter einen so hohen Nährwert haben, werden damit 50% des Schweizer Fleisches und 70% der Schweizer Eier hergestellt.

Weiterführende Links:
Mythos Ernährungssicherheit (Wirtschaftsmagazin ECO)
Zu viel Gülle (Initiative für sauberes Trinkwasser)

Es ist ein klares Zeichen, wenn sogar Bio Suisse gegen die Initiative ist.

Dieser Entscheid ist tatsächlich nicht nachvollziehbar. Zumal die Initiative im Kern nichts anderes fordert als die Gründungsväter von Bio Suisse verlangt haben. Der Entscheid ist ganz offensichtlich wirtschaftlich motiviert. Es wird befürchtet, dass (zu) viele Betriebe nach einer Annahme auf Bio umstellen und dadurch die Knospe an Wert verlieren würde. Das wäre aber weder im Interesse von Bio Suisse noch der Grosshändler, die Knospe-Produkte mit sehr lukrativen Margen verkaufen können. Viele Bio-Bauern können die Nein-Parole indessen nicht nachvollziehen.

Weiterführende Links:
Kommentierte Aussagen zur Trinkwasserinitiative (Vision Landwirtschaft)
Erst kommt die Kasse, dann die Natur – auch bei Bio Suisse (Infosperber)
Korrespondez zwischen Delinat-Gründer Karl Schefer und Bio-Suisse Präsident Urs Brändli (Delinat WeinLese-Blog)
Biobauern kritisieren Vorstand von Bio Suisse (SRF)

Bauern, die auf Direktzahlungen verzichten, werden einfach ihre Produktion intensivieren und noch mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Zahlreiche Umwelt- und Gewässerschutzgesetze werden schon heute nicht eingehalten. Diese sind jedoch für alle verbindlich, ganz unabhängig davon, ob Direktzahlungen bezogen werden oder nicht. Die Gegner kündigen also an, dass bei Annahme der Initiative die Bauern-Betriebe bewusst die Gesetze brechen werden. Welch absurde Argumentation!

Weiterführende Links:
Kleine Fliessgewässer stark verschmutzt (Schweizer Bauer)
Faktenblatt zur Ernährungssicherheit (Bundesamt für Landwirtschaft)

Die Initiative streicht den Bauernfamilien von heute auf morgen die Direktzahlungen.

Durch die Initiative wird kein einziger Steuerfranken gekürzt. Stattdessen werden diejenigen Betriebe mit Direktzahlungen gefördert, die sich an geltende Gesetze halten und die Natur schützen und nicht zerstören. Nachhaltig wirtschaftende Bauernbetriebe profitieren deshalb von der Initiative. Innovative Bäuerinnen und Bauern haben sich in einem Pro-Komitee zusammengeschlossen und kämpfen gemeinsam für die Trinkwasserinitiative.

Die Initiative sieht zudem eine Übergangsfrist von 8 Jahren vor. Genügend Zeit für Betriebe, auf ökologischen Anbau umzustellen.

Weiterführende Links:
Initiativtext (Initiative für sauberes Trinkwasser)
Ja zur Trinkwasserinitiative (Bäuerliches Komitee für die Trinkwasserinitiative)


Honig verdient höchsten Respekt

Honigbiene auf Sonnenblume

Honig galt schon in der Antike als Quelle der Weisheit und Gesundheit. Heute weiss man mehr. Mit jedem Besuch bei einem Imker steigt meine Wertschätzung für Honig. Wild- und Honigbienen sorgen als Bestäuber für den Fortbestand vieler Kulturpflanzen. 200’000 Kilometer fliegen die Bienen, um den Nektar für 1 kg Honig zu sammeln. Im Honig stecken wertvolle Spurenelemente in ausgewogener Form, besser als in künstlich erzeugten Nahrungs-Ergänzungsmitteln. Er ist nicht nur Energiespender, er enthält auch wertvolle Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Eiweisse, Botenstoffe, Gerbstoffe und er wirkt antibakteriell. Honig ist gesund – für Biene und Mensch. 

Honig braucht intakte Biodiversität

Honigbiene im Weinberg

Was für eine wunderbare Einrichtung der Natur: In intakter Biodiversität finden die Bienen genügend Nektar und Pollen, um damit den Winter zu überstehen, auch wenn der Imker einen Teil davon abzweigt. Unsere Produzenten verzichten auf sonst übliche Hilfsstoffe zur Behandlung kranker Völker, auch wenn sie damit ein grösseres Risiko eingehen und weniger ernten.

Die steigende Nachfrage nach Honig ruft aber auch zwielichtige Anbieter auf den Plan. Umso wichtiger ist es, die Imker persönlich zu kennen und ihre Arbeit zu begleiten. Ziel sind möglichst unbelastete, natürliche und schmackhafte Honige, so weit das in der zunehmend belasteten Umwelt überhaupt noch möglich ist.

Gefährdete Wildbienen

Die Bienen leiden an mangelndem Blütenangebot, an eingeschleppten Parasiten, an Pestiziden und Umweltgiften. Noch schlechter als den Honigbienen ergeht es den Wildbienen, um die sich niemand kümmert. Rund die Hälfte aller Wildbienenarten ist entweder schon ausgestorben oder kurz davor. Die Honigbienen stehen je nach Blütenangebot tatsächlich in Konkurrenz zu den Wildbienen.

Wildbiene auf dem Weingut Hirschhof

Auch das ist ein Grund, warum wir von Delinat-Imkern eine sorgfältige Auswahl der Standorte ihrer Bienen verlangen. Abseits von Industrie, intensiver Landwirtschaft und anderer Verschmutzung gibt es ein reichhaltiges Angebot für alle Insekten.

Nektar und Pollen ohne Umweltgifte sind nicht nur für Bienen überlebenswichtig, sondern auch Bedingung für gesunden Honig. Damit Sie qualitativ hochwertigen Honig geniessen können, wird Delinat-Honig zusätzlich zu den Biorichtlinien durch aufwendige Analysen geprüft. Lesen Sie mehr zu den Grundlagen der Delinat-Imkerei

Geniessen Sie unseren Honig mit Bedacht. Er ist ein ganz aussergewöhnliches Lebensmittel, das höchsten Respekt verdient.

-> Zu unserem Honig-Sortiment

Green Friday: Herzlichen Dank

Die Resonanz auf unsere «Green Friday»-Spendenaktion hat unsere Erwartungen übertroffen. Herzlichen Dank für all die Zuschriften und ermutigenden Worte! Sie bestärken uns, den Weg konsequent weiter zu gehen.

Trotz höheren Verkaufspreisen sind am «grünen Freitag» sogar mehr Bestellungen als üblich eingegangen. Ganz herzlichen Dank für diese grossartige Unterstützung!

Aus dem 10%-Aufpreis ist ein Mehrerlös von 8’270.40 Franken respektive 4’354.42 Euro entstanden. Wie angekündigt werden wir diesen Betrag verdoppeln. Wir freuen uns sehr, nächste Woche im Namen der Delinat-Kundinnen und Kunden folgende Spendenbeträge überweisen zu können:

Schweiz: Initative für Sauberes Trinkwasser CHF 16’540.80

Deutschland «Bienen und Bauern retten!» EUR 8’708.84

Green Friday: Alles 10% teurer!

Am Freitag, 27. November ist es wieder so weit: Tausende Geschäfte und Online-Händler buhlen mit knalliger Werbung und nervös blinkenden Online-Bannern um die Gunst des Schnäppchen-Jägers: Endlich wieder Black Friday! Endlich können wir wieder all die Dinge kaufen, die wir nicht brauchen.

Der Kampf wird in diesem von der Corona-Krise gebeutelten Jahr neue Dimensionen annehmen. Händler überbieten sich mit Preisnachlässen, Schnäppchen und Rabatten, die Logistik wird Rekorde brechen. Dass dabei nicht jedes Schnäppchen auch wirklich eines ist, liegt auf der Hand.

Black Friday ist vor allem aber eines: ein rabenschwarzer Tag für die Umwelt. Allein die Verpackung der Waren macht fast die Hälfte des Mülls aus. Ein Drittel der Waren wird zurück geschickt und zum Teil vernichtet. Was für eine respektlose Vergeudung wertvoller Ressourcen!

Natürlich ist auch Delinat auf Verkaufserfolg angewiesen. Wenn wir weiterhin Weinberge in blühende Paradiese verwandeln wollen, müssen wir möglichst viel verkaufen. Punkt. Dazu ordnen wir uns auch gewissen Markt-Mechanismen unter. Allerdings mit Grenzen und ökologischer Weitsicht.

Deshalb machen wir aus dem Black Friday einen Green Friday. Am Freitag, 27. November bezahlen Sie für jedes Produkt, das Sie bei uns bestellen, 10% mehr.

Ohne Ausnahme. In der Schweiz spenden wir den Erlös aus dem Aufpreis der Initiative für sauberes Trinkwasser. Und legen aus eigener Tasche noch einmal die gleiche Summe hinzu. Die Initiative kommt nächstes Jahr vors Schweizer Volk und hat das Zeug, die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zur führen.

In Deutschland spenden wir den Erlös an die Europäische Bürgerinitiative «Bienen und Bauern retten!», welche sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft ohne Pestizide und eine konsequente Förderung der Biodiversität einsetzt. Auch hier werden wir den zusätzlichen Erlös aus eigener Tasche verdoppeln.

Wir hoffen, mit dieser Massnahme den schwarzen Freitag zumindest ein wenig nachhaltiger zu machen.

Ab Samstag, 28. November gelten wieder die gewohnten Preise.

-> Zum Webshop

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