Mein Tipp von der Winzerreise: Chianti aus dem Kloster

Auf diesen Besuch hatte ich mich schon vor der Reise gefreut: Badia a Colitibuono (deutsch «Abtei der guten Ernte») ist eines der Top-Weingüter im Chianti Classico. Im imposanten Weinkeller lagern Chianti bis zum Jahrgang 1937! Bereits 1985 stellte man hier auf biologischen Weinbau um. Auf ruppigen Schieferböden kann der Sangiovese hier seine grosse Vielfalt wunderbar entfalten.

Kochkurs Badia a Coltibuono
Kulinarische Freuden im alten Kloster: Kochkurs und Chianti in Badia a Coltibuono

Das Kloster ist fast 1000 Jahre alt, man kann dort auch wunderbare Ferien verbringen. Die Küchenchefin lädt uns zum Kochkurs ein und führt uns in die Geheimnisse der Pastaherstellung ein. Im Kamin nebenan prasselt ein Feuer. Beim Kochen und beim Essen dürfen wir die wunderbaren Chianti des Weinguts degustieren. In dieser Atmosphäre kommt fast jeder Wein gut zur Geltung. Einer aber nimmt mich besonders gefangen:

Der L’Abbazzia aus 100% Sangiovese verwöhnt das Auge mit einem hellen Rubinrot. Er duftet nach roten Johannisbeeren, Cranberries und Flieder. Es folgen würzig-erdige Noten mit Anklängen von Gewürznelken. Im Gaumen ist der l’Abbazia ausgewogen, die Gerbstoffe sind schon gut eingebunden und ein frischer Ausklang bereitet Freude.

Zu diesem feinen Tropfen passen natürlich (fast) alle Pastagerichte. Empfehlen kann ich aber auch eine Pappa al pomodoro (Suppe aus altem Brot mit Tomaten und Gewürzen) und die Ribollita (toskanische Bohnensuppe), Wildschweinragout mit Kräutern, Kaninchen mit Peperoni und viele weitere Köstlichkeiten.

Schade, verlassen wir diesen geschichtsträchtigen und genussreichen Ort am nächsten Tag schon wieder!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Mein Favorit aus Norditalien: ein Valpolicella Ripasso

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier der Favorit von Robin Bazo, Depotleiter in Olten:

Die Brüder Fasoli arbeiten mit grosser Leidenschaft am Weinberg der Zukunft. Schon jetzt haben sie im Valpolicella ein kleines Paradies erschaffen. Mit dieser Motivation und ihren Erfolgen sind sie dabei, auch die konventionellen Nachbarn überzeugen: Ich habe den Eindruck gewonnen, dass diese schon bald mitmachen werden und einen Weinbau in reicher Biodiversität verfolgen.

Winzer und Depotleiter im Weinberg. Von links nach rechts: Amadio Fasoli, Pirmin Muoth und der Autor
Winzer und Depotleiter im Weinberg. Von links nach rechts: Amadio Fasoli, Pirmin Muoth und der Autor

Auf ihrem Weingut La Casetta erzeugen die Brüder eine grosse Vielfalt von Weinen, vom fruchtigen und leichten Valpolicella bis zum komplexen und wuchtigen Amarone. Was mich beeindruckt hat: Hier werden alle Weine gleich behandelt – mit viel Liebe nämlich! Zum Beispiel werden bei der Ernte die Trauben in mehreren Durchgängen gelesen und selektioniert, um nur reife Trauben zu ernten.

Ganz besonders fein finde ich den Ripasso La Casetta. Der Valpolicella Ripasso entsteht aus den gleichen Traubensorten wie der berühmte Amarone. Dem eher hellen Wein werden nach der Gärung ungepresste Traubenschalen aus der Amarone-Erzeugung beigefügt. So erhält er mehr Farbe, Tiefe und Dichte. Danach wird der Ripasso in grossen Holzfässern ausgebaut.  Mit seiner schönen Frucht und den würzigen Noten passt der Ripasso hervorragend zu frisch gemachter Pasta all’Arrabiata. Die hatten die Brüder Fasoli uns am Abend zu diesem Wein serviert. In der Nase und im Geschmack hat der Ripasso wirklich Ähnlichkeit mit dem Amarone, ist aber alltagstauglich: ein kräftiger Tropfen für jeden Tag, den man unkompliziert zu vielen (Pasta-)Gerichten kombinieren kann.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Meine Weinempfehlung von der Winzerreise: Chianti Spigo d’Oro

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Michele Greco vom Delinat-Shop Zürich-City:

Als ehemaliges privates Jagdgut des Industriellen Roberto Drighi liegt die Tenuta San Vito idyllisch auf einer Hügelkuppel in den Colli Fiorentini, unweit der toskanischen Metropole Florenz. Schon seit den 80er-Jahren haben sich die Besitzer kompromislos und mit grossem Engagement dem biologischen Weinanbau verschrieben und dies mit einer imposanten Biodiversität. Neben Wäldern, Zypressen, Wiesen und Seen wird auf dem 126 ha grossen Gut auch ein vorzügliches Olivenöl extra vergine hergestellt, das einen guten Ruf geniesst. Die Besitzerfamilie bietet auch schöne und stilvolle Unterkünfte in Form des Agriturismo an, zudem kann man sich im hauseigenen Shop mit mit Produkten «fatta in casa» eindecken und einige Flaschen Wein mitnehmen. Beeindruckt hat mich die herrliche und entspannende Lage mit Weitsicht ins Umland und die sehr gepflegten Weinberge.

San Vito Chianti
Rechts der Autor, der sich fleissig Notizen macht.

Nach Verkostung aller Weine habe ich den Spigo d’Oro zu meinem ganz persönlichen Favoriten erkoren. Er besteht aus 90% Sangiovese und 10% Canaiolo. Am besten kommt er zur Geltung, wenn er jung getrunken wird. Sein fruchtiges Bukett nach Süssholz und Kirsche und sein feines Tannin harmonieren wunderbar – ein würziger Abgang macht den Trinkgenuss eines jungen Weines perfekt. Weil mir schöne Etiketten wichtig sind, hat diese bestimmt auch zu meiner Wahl beigetragen – die edle Gestaltung mit einem Schuss Blau macht auf dem Tisch einen einladenden Eindruck und lässt mich vom italienischen «dolce far niente» träumen … Mit einem Glas Spigo d’Oro hat man immer etwas «Italianità» zu Hause.

Chianti Spigo d'Oro

Ich koche sehr gerne selber und «oute» mich hiermit als Genussmensch. Daher sind mir einfache Gerichte mit ausgezeichneten regionalen Produkten wichtig, wie sie gerade die italienische Küche bietet. Für meine Gäste tische ich den Spigo d’Oro gerne mit einer grossen Platte «antipasto misto» auf: fein geschnittene Salami, Prosciutto und Mortadella, dazu Hartkäse wie Pecorino oder Parmigiano. Dazu passt am besten ein Ciabatta-Brot. Der Spigo d’Oro ist auch ein guter Essensbegleiter zu geschmortem Fleisch und Pasta mit würzigen Saucen. Buon Apetito!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Das Beste von der Norditalien-Reise: Rosso di Montepulciano

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Naemi Herzog-Ilg, Kundenberaterin in St. Gallen:

Podere il Conventino, das Weingut von Alberto Brini liegt mitten in Montepulciano in der Toskana. Das Anwesen war früher ein kleines Kloster – man fühlt sich sofort gut aufgehoben. Heute beherbergt das ehemalige Koster neben dem Weingut auch ein Agroturismo, wo man wunderschöne Ferien verbringen kann. Wir wurden sehr herzlich von Alberto begrüsst und konnten zusammen mit ihm die in reiche Natur eingebetteten Weinberge sowie den eindrucksvollen Weinkeller besichtigen.

Il Conventino Rosso di Montepulciano
Links Winzer Alberto Brini, rechts die Autorin. In der Mitte hört auch Kundenberater Kevin Benz gespannt zu.

Die anschliessende Weindegustation wurden von leckeren ortstypischen Antipasti und viel toskanischem Flair begleitet. Sie wird mir sicher noch lange in Erinnerung bleiben, genau wie ein Wein: Der Il Conventino Rosso di Montepulciano (aktuell nur noch im Paket «Giro d’Italia» erhältlich!) gefällt mir sehr mit seiner feinen Würze, der Note von Zwetschgenkompott und dem weichen Tannin. Im Abgang klingt dieser Rosso di Montepulciano harmonisch und lang anhaltend aus. Er wird aus 85% Sangiovese gekeltert, ergänzt von etwas Canaiolo und Mammolo, genau wie sein nobler, «grosser Bruder», der Il Conventino Vino Nobile Riserva. Die Verbindung ist auch geschmacklich augenfällig.

Der Wein passt hervorragend zu Wild- und Pilzgerichten – und der Herbst steht schon fast vor der Tür! Da wird der Il Conventino bei uns die Herzen höher schlagen lassen und genussvolle Abende um vinophile Höhepunkte bereichern.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

 

Meine Empfehlung: Conterocca vom Weingut Salustri

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Hier die persönliche Empfehlung von Kevin Benz, Kundenberater in St. Gallen:

Das Weingut Salustri liegt mitten in der wild-romantischen Landschaft der Hochmaremma, im noch jungen DOCG-Gebiet Montecucco. Dort wurden wir von Leonardo und seinem Sohn Marco herzlich begrüsst.  Signor Salustri senior führte uns gleich  in sein Fachgebiet ein, den Rebberg. Auch hier sind die Weinberge von Hecken, Büschen und Bäumen umgeben – ein Naturparadies! Dort durften wir seinen eigenen Sangiovese-Klon, den er vor vielen Jahren in einem alten Rebberg entdeckt hatte, begutachten. Eingebettet in eine traumhafte Pflanzenvielfalt ist dieser spezielle Klon seine Trumpfkarte für die hervorragenden Weine.

Salustri
Links Leonardo Salustri, rechts der Autor. Im Hintergund hören weitere Bildungsreisende gespannt zu.

Nach dem Rundgang ging es zur Verkostung. Wir degustierten die gesamte Palette der Salustri-Weine durch. Es war ein herrliches Vergnügen! Jeder Wein wurde von einer spannenden Geschichte und wohlriechenden Speisen begleitet.

Einer zog mich besonders in seinen Bann: Der Conterocca, ein authentischer Toskaner, wird aus den regionstypischen Trauben Sangiovese und Ciliegiolo gekeltert. Mich überzeugte er durch den Duft nach frischen dunklen Beeren, Steinobst und Kaffee. Im Gaumen erlebt man einen knackigen Auftakt, gefolgt von einem samtigen leicht herben Gaumengefühl und einem fruchtig-würzigen Abgang. Ein Wein mit viel Charakter.

Durch die frische und angenehme Säure, gepaart mit seiner Würzigkeit und dem angenehm spürbaren Tannin, ist der Conterocca ein perfekter Begleiter zu Speisen, welche reich an Kohlenhydraten sind, wie einem klassischen herzhaften Ragú Bolognese mit Pancetta. En Guete!

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Mein Favorit von der Norditalien-Reise: Barbera Cecilia Zucca

Mit vielen neuen Erfahrungen und einem Rucksack voller Weinwissen kam das Team des Kundenservice im Mai von der Weiterbildungsreise aus Italien zurück. Aus den vielen Degustationen haben die Bildungsreisenden ihre sechs Favoriten ausgewählt, die im neuen Probierpaket «Giro d’Italia» gebündelt erhältlich sind. Pirmin Muoth, Depotleiter in Bern, stellt hier seinen persönlichen Favoriten vor:

Schon der erste Eindruck bei der Ankunft im Weingut Poggio Ridente im Monferrato überzeugte mich: kleinparzellige Rebflächen und reiche Biodiversität drum herum mit vielen Büschen, Bäumen und Hecken. Später erfuhren wir, dass Cecilia Zucca dort fast unbekannte, autochthone Sorten wie Albarossa und Busanello kultiviert. Die lebendige Winzerin beeindruckte mich dann noch mehr.  Ihre Liebe zum nachhaltigem Weinbau trotz klimatisch eher schwieriger Bedingungen wirkt durch und durch authentisch. Dabei hat sie sich ihre Freude am Experimentieren bewahrt – im Versuchsanbau wächst bei ihr Viognier und sogar Riesling!

Barbera Cecilia Zucca
Links Cecilia Zucca, rechts der Autor beim Rundgang durch die Reben. In der Mitte: Barbera Cecilia Zucca.

Den Barbera von Cecilia Zucca degustierten wir im altehrwürdigen Kellergewölbe des Weingutes in Cocconato. Die Fruchtigkeit dieses Weines mit seinen Noten von Sauerkirschen gefällt mir sehr, perfekt gepaart mit seinen erdigen Noten von Teer und Waldboden. Die Struktur dieses jugendlichen Barbera ist eher leicht und filigran, die Tannine sehr schön eingebunden und der Abgang von einer lebendigen Frische gekennzeichnet. So muss Barbera schmecken!

Zum Nachtessen tischte die Winzerin ein Vitello tonnato auf, das zusammen mit dem Barbera herrlich mundete. Auch eine Pasta mit Ragout oder eine Gemüsequiche ist ein perfektes Match. Mein Tipp: Der Barbera sollte leicht gekühlt getrunken werden, dann kommt die schöne Fruchtigkeit und die Beschwingtheit des Weines sehr gut zur Geltung.

Weitere Empfehlungen der Bildungsreisenden:

Wie viel ist ein Wein wert?

Das Spektrum der Weinpreise ist enorm: Es reicht von unter 3 bis zu mehreren tausend Franken bzw. Euro pro Flasche. Was macht diese riesigen Unterschiede aus?

Weine im Billigstsegment stammen meist aus Massenproduktion und kommen nach einer Vinifikation im Schnellzugstempo möglichst rasch auf den Markt. Weine am andern Ende der Preisskala sind meist gehaltvolle, aufwändig produzierte Gewächse aus kleinen Erträgen. Da bestimmt oft der Markt den Preis: Renommée, Prestige, knappe Menge und geschicktes Marketing steigern die Nachfrage und treiben damit den Preis in astronomische Höhen.

Weinkeller im Château Duvivier
Lagerung im kleinen Barrique oder gar im Beton-Ei macht die Wein-Herstellung aufwändiger. Im Bild der Weinkeller von Château Duvivier.

Ich behaupte: Jede Flasche Wein, die mehr als 60 Franken kostet, ist im Prinzip zu teuer. Selbst bei den besten Tropfen belaufen sich die reinen Produktionskosten kaum je über 20 Franken. Nur in Ausnahmefällen – etwa bei ganz kleinen Mengen oder bei besonders aufwändigen Produktionsmethoden (Amarone) – können sie deutlich höher ausfallen.

Bei Delinat gibt es keine Weine aus den beiden erwähnten extremen Preissegmenten. Es zählen weder Masse noch berühmte Namen und Prestige, sondern ein optimales Preis-Genuss-Verhältnis. Aber auch bei unseren Winzerweinen aus vorwiegend familiären Betrieben, die sich einem konsequent ökologischen Weinbau verschrieben haben, gibt es deutliche Preisunterschiede. Diese ergeben sich aus vielen verschiedenen Faktoren. Aussergewöhnliche Jahrgänge steigern Nachfrage und Preis. Wein aus eher unbekannten Regionen wie Corbières, Navarra oder Sizilien ist meist günstiger zu haben, als aus berühmten Appellationen wie Bordeaux, Ribera del Duero oder Bolgheri.

Steillage Mosel
Steillagen wie hier im Urstromtal der Mosel bei Timo Dienhart erfordern Handarbeit im Weinberg.

Auswirkungen auf den Preis hat auch die Lage des Weinbergs: Top- oder Steillagen mit optimaler Sonneneinstrahlung, vielfältiger Geologie und reicher Biodiversität ergeben eine bessere Traubenqualität als überdüngte Böden im Flachland. Ein wichtiger Faktor ist die Arbeit des Winzers: Kleinstrukturierter Weinbau mit grosser Naturvielfalt verlangt mehr Handarbeit als eine grossflächige Rebplantage, wo Maschinen eine zeitsparende und rationelle Bearbeitung ermöglichen. Winzer, die ihre Erträge zugunsten der Qualität tief halten, dürfen zu Recht mit besseren Preisen rechnen. Schliesslich beeinflussen Kellerausstattung, Qualität der verwendeten Gebinde (alte oder neue Barriques; Qualität des Eichenholzes) sowie Dauer der Reife- und Lagerzeit den Preis.

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Im schönsten Altweibersommer

Die Sommertage werden kürzer und die morgendliche Frische kündigt untrüglich den Herbst an. Er ist auch die Ankündigung eines sich schliessenden Zyklus: Die Natur bereitet sich auf eine erholsame Ruhezeit vor, um dann im Frühling mit neuer Kraft zu erwachen.

marienkafer

Ähnlich ist der Lebenszyklus eines Weines. Vom ungestümen Jungwein mit frischer Frucht und noch wilder Struktur, einem Wildbach gleichend, verliert er allmählich sperrige Ecken und Kanten, wird geschmeidiger, harmonischer und zugänglicher, einem ruhigen dahinfliessenden Fluss gleich. Auf dem Genussplateau angekommen, kann er sich halten bis sich die junge Frucht langsam in reifere Kompottaromen verwandelt und würzige Noten das Bukett prägen. Die Tannine werden durch die Reifung im Barrique und in der Flasche samtig und weich.

Pasión Delinat
Reifung im Barrique-Keller: Pasión Delinat

In diesem reifen Stadium, vergleichbar mit einem herrlichen Altweibersommer, befindet sich der Pasión Delinat 2010. Die kürzlich im Team durchgeführte Verkostung hat zu folgender Degustationsnotiz geführt: «Intensives Rubinrot; im Bukett Aromen von Beerenkompott, Gewürznoten sowie Anklänge von Zedernholz, Tabak und Schwarztee; geschmeidiger Auftakt, ausgewogen und saftig am Gaumen, getragen von reif-würzigen Geschmacksaromen, feines Tannin; geschmeidig und langsam abklingend».

Wein und Tapas
Wenn es ein Rotwein zu Tapas sein soll, ist der Pasión Delinat erste Wahl.

Der Pasión Delinat 2010 hat sich also überdurchschnittlich schön entwickelt. Er bleibt ein sicherer Wert als Begleiter einer vielseitigen Tapas-Küche, harmoniert aber auch bestens zu kräftigen Gerichten, wie sie die bald aktuell werdende Herbstküche auf den Tisch zaubert.

Den Pasión Delinat 2010 finden Sie für EUR 7,30 / CHF 9.80 in unserem Webshop.

Der Reifeprozess beim Wein

Die durch Hefen ausgelöste Gärung verwandelt Traubensaft in Wein. Es entsteht ein rohes, noch wenig schmackhaftes Getränk, das reifen muss, bevor es echten Trinkgenuss bietet. Der Reifeprozess dauert je nach Wein unterschiedlich lange. Letztlich ist er nichts anderes als die Lagerung des Weins unter kontrollierter Zufuhr von Sauerstoff.

Weinkeller
Raritäten im Weinkeller von Château Coulon

Sauerstoff ist ein Feind des Weines. In ungezügelter Menge nimmt er ihm die Frische, lässt ihn oxidieren und verdirbt ihn schliesslich. Ganz ohne geht es aber nicht. Die grosse Kunst des Kellermeisters besteht darin, jeden Wein bei optimalem Sauerstoffkontakt reifen zu lassen.

Grundsätzlich wird zwischen einem reduktiven und einem oxidativen Ausbau unterschieden. Reduktiv ausgebauter Wein kommt mit praktisch keinem oder nur sehr wenig Sauerstoff in Kontakt. Das Ziel sind frische, fruchtige Weine, die jung getrunken werden. Der ideale Behälter für den Ausbau solcher Weine ist der luftundurchlässige Stahltank.

Beim oxidativen Ausbau, der bei hochwertigen, lagerfähigen Rotweinen eine wichtige Rolle spielt, wird ein stärkerer Sauerstoffkontakt zugelassen – allerdings in minutiös kontrollierter und dosierter Form. Ein optimaler Sauerstoffeinsatz hilft mit, die Farbe zu stabilisieren, den Geschmack harmonisch zu intensivieren und die Lagerfähigkeit zu steigern. Bei dieser Ausbauweise kommt der indirekten Sauerstoffzufuhr über die Behälter eine grosse Bedeutung zu. Qualitätsbewusste Kellermeister spielen gerne mit verschiedenen Gebinde-Typen.

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Premiere: Sommerfest im Weindepot Bern

Zum ersten Mal konnten wir am letzten Wochenende zum Sommerfest im Delinat-Weindepot Bern einladen. Um es vorweg zu nehmen: Das Fest wurde ein Riesenerfolg! Wir waren im wahrsten Sinne des Wortes überwältigt, wie viele Kundinnen und Kunden den Weg ins Weindepot gefunden hatten, degustierten, diskutierten und sich an den vorbereiteten Köstlichkeiten erfreuten.

Sommerfest im Weindepot Bern
Gut besucht: Sommerfest im Weindepot Bern.

Die Attraktion war unser Aromaparcours: An 8 Stationen mussten Aromen erschnüffelt werden, die im Wein vorkommen. So manche «Supernase» lag da auch mal daneben… Viele Kundinnen und Kunden hatten aber doch den richtigen Riecher – gut, denn es gab attraktive Preise zu gewinnen. Der Hauptgewinner konnte sich über einen Gutschein für den Kurs «Wein & Käse» für 2 Personen freuen, der zweite wird bald eine Magnumflasche Reserva Marti geniessen können – herzlichen Glückwunsch! Auch wenn es noch einige weitere Preise zu gewinnen gab, stand doch der Spass im Vordergrund.

Aromaparcours
Viele Kundinnen und Kunden nutzen die Gelegenheit, ihre Nase zu überprüfen – und attraktive Preise zu gewinnen.

Natürlich boten wir die beliebtesten Sommerweine zur Degustation an. Wenig überraschend war, dass der Vinya Laia einmal mehr zu den Favoriten zählte. Auch der Weisswein Macabeu & Rion von Albet i Noya begeisterte. Besonders freute mich auch, dass einige Kunden den Zweigelt vom Holzfass von Sepp Moser zum Sieger erklärten – ein weniger bekannter Delinat-Wein, der sich die Aufmerksamkeit redlich verdient hat!

Auch die Olivenöl-Degustation war beliebt – Favoriten hier waren das griechische Jefira– und das sizilianische Bonarossa-Öl. Ein schmackhaftes italienisches Buffet und eine Sirup- und Limonadenbar für die kleineren Gäste rundeten das Angebot ab. Um 16.30 Uhr verliessen die letzten Kunden das Weindepot – und hinterliessen zwei müde, aber glückliche Delinat-Mitarbeiter.

Tipp für Kundinnen und Kunden im Raum Basel, Olten oder St. Gallen: Am Samstag, dem 20. August feiern wir in den dortigen Weindepots Sommerfeste. Weitere Infos erhalten Sie im Newsletter.