Das meinen Winzer der ersten Stunde …

40 Jahre Delinat: Fünf langjährige Partnerwinzer aus verschiedenen Weinländern Europas schildern, wie sie die Zusammenarbeit mit Delinat erleben.

Josep Maria Albet i Noya, Bodega Albet i Noya, Penedès

Josep Maria Albet i Noya
Josep Maria Albet i Noya, Bodega Albet i Noya, Penedès

Den allerersten Kontakt mit Karl Schefer hatte ich, als er auf seiner Fahrradtour durch den Süden Kataloniens einen Zwischenstopp bei uns einlegte. Wir waren 1978 wahrscheinlich das erste und einzige Bioweingut Spaniens. Bioweine waren damals also noch kaum erhältlich, geschweige denn nachgefragt, aber dieser radelnde Schweizer hatte die verrückte Idee, einen Weinhandel ausschliesslich mit Bioweinen zu eröffnen. Ich war begeistert von Karls Enthusiasmus, seiner Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit. Und so lieferten wir schliesslich 1983 unsere ersten Weine in die Schweiz. Der Erfolg von Delinat hat auch uns Auftrieb gegeben. Delinat und Albet i Noya sind quasi zusammen gross geworden. In dieser Zeit sind nicht nur viele wunderbare Weine entstanden, sondern auch enge Freundschaften geknüpft worden. Etwa auch mit Pierre Basler, einem PIWI-Pionier aus der Schweiz. Gemeinsam mit ihm und Delinat begannen wir bereits 1999 damit, resistente Sorten anzubauen – und das obwohl der Anbau solcher Sorten in Spanien verboten war. Was irrsinnigerweise bis heute der Fall ist. Heute werden in ganz Katalonien 20 000 Hektar Reben biologisch bewirtschaftet. Die intensive Zusammenarbeit mit Delinat hat wesentlich dazu beigetragen.

Tobias Zimmer, Weingut Hirschhof, Rheinhessen

Tobias Zimmer, Weingut Hirschhof, Rheinhessen
Tobias Zimmer,
Weingut Hirschhof, Rheinhessen

Es war 1992 als wir unseren allerersten Weisswein – einen 91er Kerner Kabinett trocken – an Delinat liefern konnten. Mein Vater Walter hatte ein Jahr zuvor Peter Hilden, damals Leiter von Delinat Deutschland, kennengelernt und war sofort Feuer und Flamme für eine Zusammenarbeit. Wahrscheinlich hätte damals keiner der beiden gedacht, dass diese 30 Jahre andauern würde. Heute sind wir stolz, mit dem Riesling Terra Rossa und dem Schäumer DELSECCO zwei der beliebtesten Weine für Delinat keltern zu dürfen. In all den Jahren konnten wir nicht nur viele Weinfreunde für unsere Tropfen begeistern, sondern auch viele andere Weingüter für den biologischen Anbau motivieren. Alleine in unserer Gemeinde Westhofen haben mittlerweile sechs andere Weingüter umgestellt. Kein Wunder: Denn wer einmal verstanden hat, welche Vorteile ein in schönster Biodiversität blühender Weinberg nach der Delinat-Methode hat, wird sich die Frage stellen, warum er nicht schon immer so angebaut hat.

Louis Fabre, Château Coulon, Corbières

Louis Fabre, Château Coulon, Corbières
Louis Fabre,
Château Coulon, Corbières

Seit über 20 Jahren arbeiten wir nun schon mit Delinat zusammen. Dabei pflegt Delinat eine Beziehung, die weit über das Lieferantenverhältnis hinausgeht. Das zeigt sich beispielsweise besonders an den jährlichen Winzerseminaren. Dieser länderübergreifende Erfahrungsaustausch ist nicht nur äusserst lehrreich, sondern liefert auch faszinierende Geschichten und Erfolgserlebnisse von Winzer-Kollegen – und damit viele Inspirationen für meine eigene Arbeit. Diese Anregungen geben mir Auftrieb für meine eigene Vision: Über alle Weinberge ein verbundenes Ökosystem zu schaffen, das echte biologische Vielfalt ermöglicht, aus dem unverfälschte Terroir-Weine entstehen. Die Delinat-Richtlinien sind sehr anspruchsvoll und mit unserer heutigen Struktur sind wir leider noch nicht in der Lage einen Delinat-Wein in der höchsten Stufe, also drei Schnecken, zu erzeugen. Die Winzerseminare, aber auch die Erkenntnisse aus der Weinbauforschung und die Hilfe von Delinat-Berater Daniel Wyss werden uns helfen, auch dieses Ziel zu erreichen.

François Meyer, Domaine Eugène Meyer, Bergholtz

François Meyer, Domaine Eugène Meyer, Bergholtz
François Meyer,
Domaine Eugène Meyer, Bergholtz

Unser gemeinsames Abenteuer begann im Jahr 2000. Delinat war damals auf der Suche nach einem Bio-Crémant und die Qualität unserer Weine hat überzeugt. Allerdings erfüllten wir im Weinbau damals gerademal die damals gängigen Bio-Standards. Das hat sich in der Zusammenarbeit mit Delinat grundlegend verändert. Mit der Schaffung von ökologischen Hotspots mit dem Pflanzen von Bäumen, Sträuchern, Hecken und Rosenbüschen sowie dem Installieren von Nistkästen haben sich unsere Parzellen wieder in Naturparadiese verwandelt. Und auch dank der standortgerechten Begrünung ist es uns gelungen, unseren Boden zu beleben und den Schwefel- und Kupfereinsatz auf ein Minimum zu reduzieren. Noch heute ist das Elsass ein Meer von Reben in Monokultur – mit dem Pflanzen von Bäumen und Büschen mittem im Weinberg gelten wir immer noch als Exoten. Aber wir arbeiten gemeinsam mit Delinat weiter daran, dass unsere Art des Weinbaus zur Norm wird.

Natalino Fasoli, Azienda Fasoli Gino, Veneto

Natalino Fasoli, Azienda Fasoli Gino, Veneto
Natalino Fasoli,
Azienda Fasoli Gino, Veneto

Es war an einer Vinitaly-Messe vor 30 Jahren, als da ein Schweizer Betrieb namens Delinat eifrig nach Bioweinen suchte. Wir hatten damals zwar bereits mit dem biologischen Anbau begonnen, aber ein Markt für solche Weine gab es praktisch nicht. Ein Unternehmen kennenzulernen, das ausschliesslich Biowein vertrieb, kam für uns deshalb fast einem Wunder gleich. In der Folge entstand eine sehr konstruktive Zusammenarbeit, die uns erlaubte, sowohl unseren biologischen Weinbau als auch die Weinqualität weiterzuentwickeln. Rasch konnten wir Delinat alle bekannten Veneto-Weine (Amarone, Ripasso, Soave & Co.) in bester Bio-Qualität liefern. Ich arbeite auch nach 30 Jahren gerne mit Delinat zusammen. Die in immer höherem Detaillierungsgrad formulierten Delinat-Richtlinien helfen bei der Weiterentwicklung unseres Betriebes. Auch wenn gewisse Richtlinienpunkte so anspruchsvoll sind, dass es nicht immer möglich ist, in allen Bereichen das Maximum von drei Delinat-Schnecken zu erreichen.

Hans Wüst
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4 comments

    1. mir geht es auch so. Wenn ich eingeladen bin, bringe ich immer einen Delinat-Wein mit.
      Ich freue mich sehrmund bin dankbar, dass Delinat sich so gut entwickeln konnte, und das in einer Zeit als man,frau noch ausgelacht wurde, wenn man sich für bio entschied usw……………..

  1. Als langjähriger Kunde möchte ich Delinat, allen Winzern und Winzerinnen sowie allen Mitarbeiter_innen von Delinat auch im Namen meiner Frau zum Jubiläum gratulieren! Auch das eine oder andere Weingut konnten wir auf unseren Reisen durch Südeuropa schon besuchen und insbesondere der Besuch auf Chateau Coulon bleibt uns in sehr guter Erinnerung – insbesondere die Führung durch das Chateau durch H.Fabre und die Möglichkeit, dass unsere beiden Mädels römische Funde von den Weinbergen in die Hände nehmen konnten, hat auch bei den beiden einen tiefen Eindruck hinterlassen.
    Die sehr weit reichenden Ideen von Delinat bewundere ich sehr und ich freue mich schon darauf, das in München geplante Depot zu besuchen.
    Macht weiter so – im Weinberg und auch ausserhalb des Weinbergs !
    Viele Grüsse
    Thomas Eder

  2. Wenn man im wahrsten Sinne vier Jahrzehnte auf dem Buckel hat, wenigstens einen Teil der monoton angelegten Wingerte in Bio-Terroirs zu überführen, dann ist einem der Dank der Natur gewiss. Und wir Genießer eines guten Tröpfchens wissen dies zu schätzen.

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