Ja zu sauberem Trinkwasser: Es braucht Ihre Unterstützung.

Am 13. Juni 2021 haben wir die Chance, die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zu führen. Jüngste Umfragen zeigen, dass die Zeichen für ein «Ja» zur Trinkwasser-Initiative gut sind. Weil sie ohne Verbote einfach das fordert, was in geltenden Umwelt- und Gewässerschutzgesetzen vorgeschrieben ist, geniesst sie grosse Sympathien auch weit in liberale Kreise hinein.

Wir haben die Chance, die Landwirtschaft in eine saubere Zukunft zu führen

Trotzdem wird es knapp. Einflussreiche und mächtige Gegner schüren Angst, investieren Millionen von Franken in gezielte Falschinformationen und Halbwahrheiten, die unter anderem auch durch eine Armada von Schreiberlingen auf allen erdenklichen Plattformen verbreitet werden. Klar, dass eine Bürger-Initiative, die den Abstimmungskampf hauptsächlich durch Spendengelder finanzieren muss, hier das Nachsehen hat.

Die Fakten stehen jedoch klar auf Seiten der Initianten. Die Trinkwasserinitiative ist umsetzbar und keineswegs extrem. Das beweisen wir, unsere Winzer und tausende von engagierten Bio-Bauern jeden Tag.

Wir haben unten die häufigsten Einwände der Gegnerschaft aufgeführt. Diese werden Ihnen auf allen erdenklichen Social-Media-Plattformen, in Blog-Kommentaren und Online-Kolumnen oder auch im Gespräch in verschiedensten Variationen begegnen. Die Vorwürfe sind immer dieselben. Und sie können mit ein paar Fakten ganz einfach widerlegt werden.

Unsere Bitte an Sie: Wenn Sie sich auf diesen Plattformen und im Thema wohl fühlen, schalten Sie sich in Diskussionen ein, stellen sie Falschaussagen und Behauptungen richtig. Auf Facebook, auf Twitter, in Kommentar-Spalten von News-Portalen. Die untenstehenden Antworten bieten eine Hilfestellung. Mit Ihrem Engagement helfen Sie, das «Ja» am 13. Juni Realität werden zu lassen. Herzlichen Dank!

Haben Sie weitere Ideen, wie wir der Trinkwasser-Initiative zum Erfolg verhelfen können? Schreiben Sie uns Ihre Gedanken unten in die Kommentare.

PS: 4aqua, ein Zusammenschluss von WasserexpertInnen, hat diese Woche einen Faktencheck erstellt, der die wichtigsten Fehlinformationen im Zusammenhang mit der Trinkwasserinitiativen ebenfalls richtigstellt und auf zahlreiche wissenschaftliche Quellen verweist.

Die Einwände der Gegner der Trinkwasserinitiative – und wie Sie sie entkräften können

Die Landwirtschaft in der Schweiz ist die sauberste in ganz Europa, unser Trinkwasser ist bereits gut geschützt. Die Initiative braucht es gar nicht.

Antwort: Das ist leider ein Trugschluss. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit einem besonders hohen Pestizideinsatz. 85% der Pestizide werden in der Landwirtschaft eingesetzt. Bereits heute trinken über 1 Million Schweizerinnen und Schweizer Trinkwasser, das die Pestizid-Grenzwerte überschreitet. Die Belastungen des Trinkwassers durch Pestizide und Nitrat sind bereits so ausgeprägt, dass es Jahrzehnte dauern wird, bis sie verschwinden.

Und was macht der Bund? Statt das Problem an den Wurzeln zu packen, investiert er weitere Steuergelder in reine Symptom-Bekämpfung, in dem er etwa im Jura mit Bohrungen nach sauberem Trinkwasser sucht.

Weiterführende Links:
Pestizid-Verbrauch: Die Statistiken zeigen nur die halbe Wahrheit (SRF)
Faktenblatt Landwirtschaft und Umwelt (Agrarlobby stoppen)
Wegen Pestiziden: Bund sucht neues Trinkwasser (SRF)

Die Trinkwasser-Initiative führt zu mehr Importen.

Erstens: Die Initiative macht uns unabhängiger vom Ausland. Bei der heutigen Lebensmittelproduktion importieren wir zwei Kalorien, um eine Kalorie zu produzieren. Wir importieren alleine 1,2 Millionen Tonnen an Futtermitteln aus dem Ausland. Jedes Jahr ein Zug mit gefüllten Güterwagen in der Länge von Bregenz bis Genf. Diese Futtermittel führen zu enormen Gülleüberschüssen mit vielfältigen Folgeproblemen für Biodiversität und intaktes Grundwasser.

Zweitens: Eine Untersuchung an 1500 Produktions-Standorten weltweit kommt zum Schluss, dass Erträge bei Mischkulturen um fast 30% höher sind. Es braucht also weniger Fläche, um die gleiche Menge wie heute zu produzieren.

Drittens: Die Schweiz hat internationale Verpflichtungen, wonach sie den Food Waste bis 2030 um 50% halbieren muss. Die Initiative sieht eine Übergangsfrist von 8 Jahren vor. Bis zum Inkrafttreten würde der Food Waste also so stark reduziert, dass ohnehin deutlich weniger Lebensmittel importiert werden müssen.

Weiterführende Links:
Die Minus-Kalorien der Schweizer Landwirtschaft (TagesWoches)
Je höher die Artenvielfalt, desto mehr Ertrag in der Landwirtschaft (Agroscope)
Biodiversität rechnet sich (ETH Zürich)
Lebensmittelabfälle (Bundesamt für Umwelt)

Die Umweltverschmutzung wird einfach ins Ausland verlagert.

Siehe Frage 2. Aber ganz unabhängig von der Entwicklung der Importe ist auch diese Aussage irreführend.

Erstens: Gemäss dem Verfassungsartikel zur Ernährungssicherheit, welcher 2017 von 70% der Schweizer Bevölkerung angenommen wurde, müssen Importe nachhaltig sein. Die Gegner gehen in ihrer Argumentation also davon aus, dass dieser Volksentscheid einfach ignoriert wird.

Zweitens: Zu glauben, dass im Ausland giftiger produziert wird, ist ein Trugschluss. Die Schweiz nimmt beim Artenverlust einen traurigen Spitzenplatz ein. Die intensive Landwirtschaft wird als einer der grössten Treiber für den Rückgang der Biodiversität identifiziert. Dabei gehören die überbordenden Futtermittelimporte und die Pestizide zu den wichtigsten Ursachen.

Weiterführende Links:
Ernährungssicherheit (Bundesverfassung)
Ernährungssicherheit in der Verfassung verankern (ernaehrungssicherheit.ch)
Wie der Kuhmelker zum Giftbauern wurde (Blick)
Kaum in einem anderen Land versprüht die Landwirtschaft so viele Pflanzenschutzmittel wie in der Schweiz (NZZ)

Die Preise für Lebensmittel werden stark ansteigen.

Erstens: Untersuchungen beweisen, dass der Anbau mit hoher Biodiversität produktiver ist und sich auszahlt. Einerseits weil die Kosten für teure chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel wegfallen, andererseits weil es in einem stabilen Ökosystem weniger Ernteausfälle gibt.

Zweitens: Höhere Marktpreise sind auch aus volkswirtschaftlicher Sicht ein Trugschluss. Wenn Bio zum Standard wird, erhöht sich auch das Angebot und die Preise gleichen sich an.
Drittens: Ist es dann nicht erstaunlich, dass Bio Suisse gegen die Initiative ist, weil sie befürchtet, dass Preise für Bio-Lebensmittel sinken könnten?

Viertens: Addiert man zu den 3 Milliarden Direktzahlungen noch die externen Kosten (nochmals 3,6 Milliarden), die heute durch die Allgemeinheit getragen werden, gibt es nur eine Schlussfolgerung: Konventionelle Produkte kosten uns deutlich mehr als biologische.

Weiterführende Links:
Studie: Biodiversität lohnt sich finanziell auf intensiven Flächen (Bauern Zeitung)
Neue Studie: Biolandbau ist so produktiv wie konventionelle Landwirtschaft (Biorama)
Kosten und Finanzierung der Landwirtschaft (Vision Landwirtschaft)
Agrarpolitik kostet 20 Milliarden (Schweizer Bauer)
Erst kommt die Kasse, dann die Natur – auch bei Bio Suisse (Infosperber)

Ein pestizidfreier Anbau führt zu starken Ernteausfällen.

Es gibt heute tausende von Bio-Bauern, welche Tag für Tag beweisen, wie nachhaltige Lebensmittel mit gutem Ertrag, herausragender Qualität und marktfähigen Preisen ohne Pestizide produziert werden können. Sogar ein vollständiger Verzicht auf Pflanzenschutzmittel ist zum Greifen nah: Robuste Sorten, die bis zu 60% tiefere Umweltauswirkungen haben, gibt es schon längst für verschiedene Kulturen wie Kartoffeln, Salate, Tomaten, Äpfel, Wein. Die Politik müsste sie nur konsequent fördern – daher sind Investitionen in Innovation ein Kernelement der Trinkwasserinitiative.

Nationale und internationale Untersuchungen kommen ausserdem zum Schluss, dass Bio-Anbau weit produktiver ist und die Welt ernähren könnte.

Weiterführende Links:
PIWI: widerstandsfähige Reben statt Spritzmittel (SRF)
Neue Studie: Bio kann die Welt ernähren, aber weniger Fleischkonsum nötig (Weltagrarbericht)

Biologische Pflanzenschutzmittel werden mit der Initiative auch verboten.

Ein unabhängiges juristisches Gutachten bestätigt, dass unter einer «pestizidfreien Produktion» eine Lebensmittelproduktion verstanden wird, die keine chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmittel einsetzt. Biologische Pflanzenschutzmittel dürften demnach nach wie vor eingesetzt werden.

Weiterführende Links:
Hintergrund und Tragweite der Trinkwasserinitiative (rechtliches Gutachten)

Es darf kein Futtermittel mehr zugekauft werden.

Sowohl der Bundesrat wie auch ein unabhängiges juristisches Gutachten kommen zum Schluss, dass der Futtermittel-Tausch innerhalb von Betriebsgemeinschaften und je nach Auslegung auch regional nach wie vor möglich sein wird. Und zwar innerhalb des Rahmens, wie es etwa die Bio Suisse-Richtlinien ohnehin vorschreiben.

Weiterführende Links:
Hintergrund und Tragweite der Trinkwasserinitiative (rechtliches Gutachten)
Botschaft zur Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser» (Bundesrat)

Schweizer Fleisch wird schon heute zu 85% mit Schweizer Futtermitteln produziert.

Lassen Sie sich von der Werbung nicht blenden. Verantwortlich für den enormen Gülleausstoss ist nicht das Gewicht des Futters, wie es etwa die steuerfinanzierte Proviande zur Berechnung heranzieht, sondern die Nährwerte. Weil die 15% Importfutter einen so hohen Nährwert haben, werden damit 50% des Schweizer Fleisches und 70% der Schweizer Eier hergestellt.

Weiterführende Links:
Mythos Ernährungssicherheit (Wirtschaftsmagazin ECO)
Zu viel Gülle (Initiative für sauberes Trinkwasser)

Es ist ein klares Zeichen, wenn sogar Bio Suisse gegen die Initiative ist.

Dieser Entscheid ist tatsächlich nicht nachvollziehbar. Zumal die Initiative im Kern nichts anderes fordert als die Gründungsväter von Bio Suisse verlangt haben. Der Entscheid ist ganz offensichtlich wirtschaftlich motiviert. Es wird befürchtet, dass (zu) viele Betriebe nach einer Annahme auf Bio umstellen und dadurch die Knospe an Wert verlieren würde. Das wäre aber weder im Interesse von Bio Suisse noch der Grosshändler, die Knospe-Produkte mit sehr lukrativen Margen verkaufen können. Viele Bio-Bauern können die Nein-Parole indessen nicht nachvollziehen.

Weiterführende Links:
Kommentierte Aussagen zur Trinkwasserinitiative (Vision Landwirtschaft)
Erst kommt die Kasse, dann die Natur – auch bei Bio Suisse (Infosperber)
Korrespondez zwischen Delinat-Gründer Karl Schefer und Bio-Suisse Präsident Urs Brändli (Delinat WeinLese-Blog)
Biobauern kritisieren Vorstand von Bio Suisse (SRF)

Bauern, die auf Direktzahlungen verzichten, werden einfach ihre Produktion intensivieren und noch mehr Pflanzenschutzmittel einsetzen.

Zahlreiche Umwelt- und Gewässerschutzgesetze werden schon heute nicht eingehalten. Diese sind jedoch für alle verbindlich, ganz unabhängig davon, ob Direktzahlungen bezogen werden oder nicht. Die Gegner kündigen also an, dass bei Annahme der Initiative die Bauern-Betriebe bewusst die Gesetze brechen werden. Welch absurde Argumentation!

Weiterführende Links:
Kleine Fliessgewässer stark verschmutzt (Schweizer Bauer)
Faktenblatt zur Ernährungssicherheit (Bundesamt für Landwirtschaft)

Die Initiative streicht den Bauernfamilien von heute auf morgen die Direktzahlungen.

Durch die Initiative wird kein einziger Steuerfranken gekürzt. Stattdessen werden diejenigen Betriebe mit Direktzahlungen gefördert, die sich an geltende Gesetze halten und die Natur schützen und nicht zerstören. Nachhaltig wirtschaftende Bauernbetriebe profitieren deshalb von der Initiative. Innovative Bäuerinnen und Bauern haben sich in einem Pro-Komitee zusammengeschlossen und kämpfen gemeinsam für die Trinkwasserinitiative.

Die Initiative sieht zudem eine Übergangsfrist von 8 Jahren vor. Genügend Zeit für Betriebe, auf ökologischen Anbau umzustellen.

Weiterführende Links:
Initiativtext (Initiative für sauberes Trinkwasser)
Ja zur Trinkwasserinitiative (Bäuerliches Komitee für die Trinkwasserinitiative)


Spargel – bio oder konventionell?

Kulinarisch gehört Spargel für mich zu den sehnlichst erwarteten Frühlingsboten. Schon im März hätte ich die Möglichkeit, Spargel aus Peru, Spanien oder Griechenland zu kaufen. Auch wenn es zuweilen schwerfällt: Als umweltbewusster Liebhaber von möglichst frischem Spargel warte ich bis Mitte oder gar Ende April zu. Gerade aus Peru eingeflogener Spargel hat nicht nur eine miserable CO2-Bilanz, der Anbau in den trockenen Regionen verbraucht auch enorme Mengen an Wasser, das den Einheimischen fehlt. Vor diesem Hintergrund lohnt sich das Warten auf Spargel aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, zumal alle drei Länder über Regionen verfügen, die von April bis Juni hervorragende Qualität auf den Markt bringen. Ob weisser, grüner oder gar violetter Spargel ist mir einerlei. Bei der Farbe zählt die Abwechslung.

Lohnt sich der Mehrpreis für Bio-Spargel?

Spargel

Wichtig neben der regionalen Herkunft ist für mich der Anbau. Ich kaufe wenn immer möglich Spargel aus biologischem Anbau. Der ist zwar teurer als konventionell angebaute Stangen. Diesem Nachteil stehen aber lauter Vorteile gegenüber. Biobauern verzichten beim Spargelanbau genauso wie im Weinbau auf chemisch-synthetische Dünger und Spritzmittel. Unerwünschtes «Unkraut» wird von Hand entfernt. Um Pilzbefall vorzubeugen, werden die Spargelpflanzen weiter auseinander gesetzt – Mindererträge werden in Kauf genommen. Sind Spritzmittel gleichwohl nötig, kommen Kupferlösungen oder noch besser Pflanzen stärkende Kräutertees zum Einsatz.
Solche Massnahmen rechtfertigen den Mehrpreis, weil sie Boden, Wasser und Umwelt schonen, aber auch garantieren, dass nur Spargel ohne Pestizidrückstände auf den Tisch kommt.
Mein persönliches Fazit: Wer Umwelt, Klima und Menschen nicht schaden möchte, sollte Spargel aus fernen Ländern meiden, sich in Geduld üben und dann während der kurzen Saison auf regionalen Bio-Spargel setzen

Biodiversität auf dem Teller und im Glas

Dieses Jahr freue ich mich noch aus einem anderen Grund auf vielfältige Spargelgerichte. Mein bevorzugter Wein zu diesem herrlichen Frühlingsgemüse ist der Grüne Veltliner. Andreas Harm, der in der Wachau und im Kremstal Weissweintrauben kultiviert, ist von Delinat für seine grossen Anstrengungen zugunsten artenreicher Rebberge zum Biodiversitätswinzer 2021 gewählt worden. Er revanchiert sich dafür mit einer Spezialabfüllung. Bei seinem Biodiversitätswein mit bunter, frühlingshafter Etikette handelt es sich um einen Grünen Veltliner aus der Lage Goldbühel über dem Ort Krustetten im Kremstal. Ein Glas «Harm Biodiversität» und frischer Spargel von der Donau, aus Baden oder dem Schweizer Mittelland in Bioqualität, und die Welt ist für mich auch in pandemiebedingt schwierigen Zeiten schwer in Ordnung.

Bio Suisse will kein Bio für alle

Nun ist das Undenkbare Realität geworden. Die Delegierten-Versammlung der Bio Suisse hat heute Vormittag die Nein-Parole zur «Initiative für sauberes Trinkwasser» beschlossen. Die Delegierten folgen damit nicht nur blind den hanebüchenen Schein-Argumenten des Bauernverbandes, sie beugen sich offensichtlich auch dem Druck der grossen Detailhändler. Und sie setzen ein eindeutiges Zeichen gegen mehr Bio.

Wir können es immer noch nicht fassen. Die «Initiative für sauberes Trinkwasser» bringt alles mit, um die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zu führen. Sie unterbindet die milliardenschwere, steuerfinanzierte Umweltverschmutzung, macht Bio zum Standard und damit erschwinglich für alle. Zu alldem sagt der grösste Schweizer Bio-Verband nein. Ein Verrat an den eigenen Werten.

Dieser Beschluss wird zu tiefen Gräben innerhalb der Bio Suisse führen und noch lange nach der Abstimmung nachhallen. Falls wir verunsicherte Bio-Bauern mit Rat unterstützen können, werden wir das gerne tun. Teilen Sie uns Ihre Gedanken in den Blog-Kommentaren mit oder schreiben Sie an bio@delinat.com.

Weiterführende Links:

  • Einen Briefwechsel mit Urs Brändli (Präsident von Bio Suisse) finden Sie hier: ->Link auf PDF
  • Den Kassensturz-Beitrag des Schweizer Fernsehens können Sie sich hier ansehen: ->Link auf Video
  • Der WeinLese-Beitrag «Nach uns die Sintflut» erklärt, weshalb ein «Ja» zur Initiative alternativlos ist: ->Link auf Beitrag

«Delinat daheim online» – das virtuelle Weinerlebnis

Delinat Kursleiter Dirk Wasilewski im Weinshop Hamburg

Ich sitze im Delinat-Shop in Hamburg vor meinem Computer. Mit Wehmut denke ich zurück an die Zeit vor Covid-19, als meine Kollegen und ich an vielen Orten in Deutschland und der Schweiz zu Gast waren bei Delinat-Kunden. Diese hatten zuvor ein paar gute Freunde zusammengetrommelt und uns als «fliegende» Kursleiter für das Weinseminar «Delinat daheim» in den eigenen vier Wänden gebucht. In geselligem Rahmen wurde eine bunte Auswahl an Delinat-Weinen degustiert, und die Gastgeber reichten feine Häppchen dazu, so dass stets ein rund um gelungenes Weinerlebnis gespickt mit viel Spass und Weinwissen zustandekam. Schade: Weil wir in Zeiten der Pandemie nicht mehr auf Reise gehen können, ist das im Moment leider nicht mehr möglich!

Verkostung auf Distanz

Begrüssung der Teilnehmer über Zoom

Not macht bekanntlich erfinderisch. Also haben wir eine Alternative ausgeheckt, die sich bereits bewährt und guten Anklang gefunden hat. Wir bieten «Delinat daheim» jetzt einfach online an. Ich sitze nun also vor dem Bildschirm. Aus verschiedenen Orten schalten sich Teilnehmende zu. Die Person, welche die Online-Degustation gebucht hat, hat das Basisweinpaket gewählt. Wir starten mit dem Schaumwein Espriu von Albet i Noya. Der frische Schäumer aus Katalonien begeistert die Teilnehmenden sofort. Gemeinsam versuchen wir dem Wein Aromen zuzuordnen. Die Weinsäure wird als ausgewogenen empfunden und die Kohlensäure ist präsent und erfrischend. Der Schaumwein reifte 15 Monate auf der Hefe – also so lang wie ein Champagner! Mit ein paar gesalzenen Mandeln oder einem Stück Manchego lässt sich dieser Prickler ganz unkompliziert geniessen.

Der zweite Wein ist der Riesling Terra Rossa vom Weingut Hirschhof aus Rheinhessen. Durch die zahlreichen Besuche auf dem Weingut im Rahmen der Delinat-Weintage habe ich zum Winzerpaar Ellen und Tobias Zimmer mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis. Der Riesling Terra Rossa überzeugt die Teilnehmenden durch das ausgewogene Süsse-/Säurespiel und macht Lust auf mehr. Er kann unkompliziert solo genossen werden. Mit einem Stück mildem Brie oder Camembert gewinnt der Wein noch deutlich und aus dem Off kommt von einer Teilnehmenden: «Perfekt»!

Drei Weine werden während dem Abend gemeinsam verkostet

Weiter geht es mit dem Provence-Rotwein Château Duvivier Les Hirondelles. Winzer Erik Bergmann hat hier eine wunderbare Cuvée in die Flasche gezaubert. Ein Teilnehmer beschreibt den Geruch «mit einer Fahrt in einem alten Taxi» – im positiven Sinne! Ah, verstehe und übersetze es mit Leder. Neben Leder werden noch Aromen von Waldbeeren, Holz und Pfeffer genannt. Ein Stück Zartbitterschokolade mit Fleur de Sel rundet nicht nur den Les Hirondelles perfekt ab, sondern versüsst auch den Online-Weinabend. Nach knapp zwei Stunden endet die Degustation. Ich verabschiede mich und verlasse die weinselige Runde per Mausklick. Natürlich geht die Nachverkostung der Delinat-Weine auch noch ohne mich in den Tiefen des Internets weiter.

So funktionierts

Delinat daheim online ist auch perfekt geeignet für Vereins- oder Firmenanlässe.

Das gewählte Paket (Basis oder Barrique) mit drei Weinen wird Ihnen von Delinat per Post zugestellt. Die Verkostung läuft über das Videoportal Zoom – der Link kommt direkt vom Kursleiter. Mehr als einen Korkenzieher sowie je ein Weisswein- und Rotweinglas pro Person brauchen Sie für diesen Weinabend mit Freunden nicht. Neben viel Weinwissen werden die richtige Degustiertechnik sowie wichtige Aspekte des biologischen Weinbaus nach der Delinat-Methode vermittelt.

«Delinat daheim online» eignet sich auch bestens als Vereins- und Firmenanlass sowie als Afterwork-Event. So kann der Feierabend-Wein in vertrauter Runde genossen werden.
Hier also mein Tipp: Trommeln Sie ein paar Freunde zusammen und wählen Sie ein Weinpaket aus: das feine Basis-Paket mit je einem frischfruchtigen und filigranen Weiss- und Rotwein sowie einem prickelnden Schaumwein. Oder das Barrique-Paket mit einem Weisswein und zwei Rotweinen, die mit eleganten Holznoten und Komplexität überzeugen. Alle weiteren Informationen zu Delinat daheim online und für eine unverbindlichen Anfrage finden Sie hier: -> «Delinat daheim online»

Zwei Pakete stehen zur Auswahl: Basis oder Barrique

Der Bio-Suisse-Vorstand sagt «Nein» zu mehr Bio

Am 13. Juni wird in der Schweiz über die «Initiative für sauberes Trinkwasser» abgestimmt. Damit hat die Schweizer Bevölkerung die historische Chance, die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zu führen. Die steuersubventionierte Umweltverschmutzung wird beendet, Bio soll zum Standard werden.

Wie Delinat-Gründer Karl Schefer schon früh zu Ohren gekommen ist, empfiehlt jetzt ausgerechnet der Vorstand der Bio Suisse ein «Nein» zur Initiative. Dies mit einer haarsträubenden Begründung: Bei einem «Ja» würden zuviele Betriebe auf «Bio» umstellen und die Preise könnten sich dadurch reduzieren. Kurz: Die grösste Schweizer Bio-Organisation will nicht, dass «Bio» erschwinglich wird für jedermann. Das Schreiben der Bio Suisse sowie Karl Schefers Antwort darauf finden Sie unten. Ebenso den Kassensturz-Beitrag vom Schweizer Fernsehen.

Es ist zu hoffen, dass sich die Bio-Suisse-Delegierten anlässlich ihrer Versammlung vom 14. April gegen die Empfehlung aussprechen und klar und deutlich die Ja-Parole beschliessen. Alles andere wäre nicht erklärbar.

Weiterführende Links:

  • Den Briefwechsel zwischen Delinat-Gründer Karl Schefer und Urs Brändli (Präsident von Bio Suisse) finden Sie hier: ->Link auf PDF
  • Den Kassensturz-Beitrag des Schweizer Fernsehens können Sie sich hier ansehen: ->Link auf Video
  • Im WeinLese-Beitrag «Nach uns die Sintflut» erklärt Karl Schefer, weshalb ein «Ja» zur Initiative alternativlos ist: ->Link auf Beitrag

Honig verdient höchsten Respekt

Honigbiene auf Sonnenblume

Honig galt schon in der Antike als Quelle der Weisheit und Gesundheit. Heute weiss man mehr. Mit jedem Besuch bei einem Imker steigt meine Wertschätzung für Honig. Wild- und Honigbienen sorgen als Bestäuber für den Fortbestand vieler Kulturpflanzen. 200’000 Kilometer fliegen die Bienen, um den Nektar für 1 kg Honig zu sammeln. Im Honig stecken wertvolle Spurenelemente in ausgewogener Form, besser als in künstlich erzeugten Nahrungs-Ergänzungsmitteln. Er ist nicht nur Energiespender, er enthält auch wertvolle Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe, Eiweisse, Botenstoffe, Gerbstoffe und er wirkt antibakteriell. Honig ist gesund – für Biene und Mensch. 

Honig braucht intakte Biodiversität

Honigbiene im Weinberg

Was für eine wunderbare Einrichtung der Natur: In intakter Biodiversität finden die Bienen genügend Nektar und Pollen, um damit den Winter zu überstehen, auch wenn der Imker einen Teil davon abzweigt. Unsere Produzenten verzichten auf sonst übliche Hilfsstoffe zur Behandlung kranker Völker, auch wenn sie damit ein grösseres Risiko eingehen und weniger ernten.

Die steigende Nachfrage nach Honig ruft aber auch zwielichtige Anbieter auf den Plan. Umso wichtiger ist es, die Imker persönlich zu kennen und ihre Arbeit zu begleiten. Ziel sind möglichst unbelastete, natürliche und schmackhafte Honige, so weit das in der zunehmend belasteten Umwelt überhaupt noch möglich ist.

Gefährdete Wildbienen

Die Bienen leiden an mangelndem Blütenangebot, an eingeschleppten Parasiten, an Pestiziden und Umweltgiften. Noch schlechter als den Honigbienen ergeht es den Wildbienen, um die sich niemand kümmert. Rund die Hälfte aller Wildbienenarten ist entweder schon ausgestorben oder kurz davor. Die Honigbienen stehen je nach Blütenangebot tatsächlich in Konkurrenz zu den Wildbienen.

Wildbiene auf dem Weingut Hirschhof

Auch das ist ein Grund, warum wir von Delinat-Imkern eine sorgfältige Auswahl der Standorte ihrer Bienen verlangen. Abseits von Industrie, intensiver Landwirtschaft und anderer Verschmutzung gibt es ein reichhaltiges Angebot für alle Insekten.

Nektar und Pollen ohne Umweltgifte sind nicht nur für Bienen überlebenswichtig, sondern auch Bedingung für gesunden Honig. Damit Sie qualitativ hochwertigen Honig geniessen können, wird Delinat-Honig zusätzlich zu den Biorichtlinien durch aufwendige Analysen geprüft. Lesen Sie mehr zu den Grundlagen der Delinat-Imkerei

Geniessen Sie unseren Honig mit Bedacht. Er ist ein ganz aussergewöhnliches Lebensmittel, das höchsten Respekt verdient.

-> Zu unserem Honig-Sortiment

Wein beschreiben leicht gemacht

Profis beschreiben Weine oft wortgewaltig – mit grenzenloser Fantasie. Normalen Weingeniessern hingegen fällt es meist schwer, einen Wein in Worte zu fassen. Wie schmeckt dir der Wein? «Hm, lecker.» Für eine ausführlichere Beschreibung braucht es bloss ein paar Anhaltspunkte.

Eine kurze Weinnotiz ermöglicht es dem Geniesser, Weine zu kategorisieren: «Dieser Rotwein ist unheimlich dunkel, beinahe schwarz, aber in der Nase überrascht er mit einer frischen Frucht, und am Gaumen ist er warm, beinahe süsslich, angenehm weich mit einer erfrischenden Säure. Ein harmonischer Wein, der mir sehr gefällt.»

Für eine einfache Beschreibung reicht es, sich auf vier Eigenschaften des Weins zu konzentrieren: Aromen, Süsse, Säure, Tannin. Gefragt ist Harmonie. Doch gerade Weine mit Lagerpotenzial fallen in ihrer Jugend auf durch Säure und Tannin. (Auf Bild Klicken zum Vergrössern)
Für eine einfache Beschreibung reicht es, sich auf vier Eigenschaften des Weins zu konzentrieren: Aromen, Süsse, Säure, Tannin. Gefragt ist Harmonie. Doch gerade Weine mit Lagerpotenzial fallen in ihrer Jugend auf durch Säure und Tannin. (Auf Bild Klicken zum Vergrössern.)

Wie gelangen wir zu dieser Degustationsnotiz? Um einen Wein beschreiben zu können, müssen wir uns konzentrieren. Ein, zwei ruhige Minuten sind schon nötig. Vor der eigentlichen Degustation sagt uns ein kurzer Blick ins Glas, ob der Wein optisch einwandfrei ist: Farbe, Glanz, Dichte und Klarheit – hier also «dunkles Rot, beinahe schwarz».

Riechen und schmecken

Die Aromen nehmen wir vielfältig wahr: Ein erstes Schnuppern am ungeschwenkten Glas lässt uns die feinflüchtigen Aromen entdecken. Nach kurzem Schwenk entströmen dem Glas weitere Düfte. Ob wir gleich die Früchte und Blumen benennen wollen, ist Ansichtssache; hier notieren wir «frische Frucht».

Den Geschmack eines Weines prüfen wir mit Zunge und Gaumen. Hier sind es vor allem Süsse, Säure und Tannin (herb-bitter), die auffallen. Die zwei anderen Geschmackseindrücke Salz und Umami spielen bei Wein eine untergeordnete Rolle. Umami ist ein fleischähnlicher Geschmack, bekannt auch aus asiatischen Gerichten (Glutamat).

Süsse muss nicht unbedingt Zucker bedeuten. Auch Alkohol, zum Beispiel Glyzerin, wirkt süsslich oder hier «warm, beinahe süsslich». «Angenehm weich» lässt auf feine, reife Gerbstoffe (Tannin) schliessen – im Gegensatz zu rauen Gerbstoffen von jungen Lagerweinen. Meist an den hinteren Zungenrändern spüren wir die Säure eines Weines: kaum merklich, frisch, rassig oder gar sauer? In unserem Beispiel stellen wir eine «erfrischende Säure» fest.

Wein weckt Gefühle

Am Gaumen registrieren wir auch Empfindungen, die nicht primär dem Geschmack zugeordnet werden: Temperatur und taktile Eindrücke wie kratziges Tannin, Feststoffe im Wein (Weinstein, ausgefällte Gerbstoffe). All dies fassen wir nun zum Gesamturteil zusammen: Dieser Rotwein ist unheimlich dunkel, beinahe schwarz, aber in der Nase überrascht er mit einer frischen Frucht, und am Gaumen ist er samtig weich mit einer angenehmen Säure. Die feinen Gerbstoffe spürt man erst nach ein paar Sekunden – ein harmonischer Wein, der mir sehr gefällt.

Aus dem «lecker» ist nun eine anschauliche kurze Beschreibung geworden. Sie hilft uns, Weine zu kategorisieren. Beispielsweise in dunkle Weine (Südeuropa oder dunkle Traubensorten wie Tempranillo, Nero d’Avola, Dornfelder, Tannat) und eher helle Rotweine (z. B. Pinot Noir). Frische Frucht lässt auf einen jungen, einwandfrei vinifizierten Wein schliessen. Samtig weich am Gaumen sind gehaltvolle Weine, meist schon ein paar Jahre gelagert – und sicher keine billigen Schnäppchen. Sind Süsse, Säure und Tannin im Gleichgewicht, sprechen wir von einem harmonischen Wein. Diese Degustationsnotiz speichern wir in unserem Hirn, zusammen mit dem Wein, hier könnte es ein guter Nero d’Avola aus Sizilien sein. Nach einem halben Dutzend solcher Weinbeschreibungen verfügen wir schon über ein Wissen, das uns die Weinauswahl wesentlich erleichtert: Wissen macht Spass.

Falls Ihnen dieser Artikel gefallen hat, legen wir Ihnen den Delinat-DegustierService ans Herzen. Dieses Weinabo bietet regelmässig neue Weine aus den ökologisch wertvollsten Rebbergen Europas. Die feinen Tropfen aus reicher Natur bieten nicht nur höchsten Genuss, sondern eignen sich dank mitgelieferten Hintergrundinfos zu Wein und Winzer sowie einem Kapitel zu unterschiedlichen Weinwissen-Themen auch hervorragend, um das gekonnte Beschreiben von Weinen regelmässig zu üben und den eigenen Weinhorizont zu erweitern. Alle Infos zu unseren verschiedenen Weinabos finden Sie unter: www.delinat.com/weinabo.

(Hinweis: Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der 37. Ausgabe der «WeinLese». Das Delinat-Kundenmagazin erscheint 4x pro Jahr und ist Bestandteil des Weinabos «DegustierService Rotwein».)

Die unterschätzte Bedrohung

Um es vorweg zu nehmen: Das verrückte Pandemie-Jahr hat auch Dinge in Bewegung gebracht, die man sich zuvor kaum vorstellen konnte. Ja, das Virus hat viele Opfer gefordert und die Menschheit in Schranken gewiesen. Aber eben auch mobilisiert und mutige Entscheidungen erzwungen. Plötzlich wurde möglich, was bisher undenkbar war.

Das ist der positive Aspekt dieses schwierigen Jahres. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft haben bewiesen, dass sehr schnelle Veränderungen möglich sind, wenn der Druck gross genug ist. Wenn die Katastrophe vor der Tür steht, wenn die Zeichen sicht- und spürbar werden.

Natürlich löst ein tödliches Virus, das unmittelbar jeden befallen kann, grössere Ängste aus als z.B. die Folgen des Klimawandels. Und natürlich stehen Politiker stärker unter Handlungszwang, wenn die eigene Bevölkerung direkt und unmittelbar bedroht wird, als wenn in X Jahren Dürren und Stürme drohen, deren Ausmass man sich noch nicht einmal annähernd vorstellen kann. Dass wir aber fähig sind zu handeln, Entbehrungen auf uns zu nehmen und Vorschriften zu akzeptieren, die man nur aus Geschichtsbüchern oder von Diktaturen kennt, das ist schon eine erstaunliche Erfahrung.

Nun sollten wir aber aus dem Staunen erwachen und überlegen, wie die viel grösseren Gefahren für die Menschheit sichtbar gemacht werden könnten, so dass vorstellbar wird, was uns droht, wenn wir weiterhin das Sterben der Arten untätig hinnehmen. Wenn wir weitere Jahrzehnte Kohle und Öl verbrennen, Wälder abholzen und unbeschwert durch die Welt jetten. Die Vorstellung dessen, was passiert, wenn die Systeme kippen, ist offenbar bei nur sehr wenigen Menschen vorhanden. Man sagt, über 90% nähmen an, dass das Wetter «lediglich ein bisschen mehr verrückt spielen und das Meer ein paar cm steigen wird…, na und?».

Vergleicht man die Massnahmen gegen die Pandemie mit jenen gegen Artensterben und Klimawandel, so müsste das Verhältnis genau umgekehrt sein. Mit jedem Jahr, das ohne harte Einschnitte vergeht, wird der Aufwand, um künftige Katastrophen zu überleben, grösser. Und zwar exponentiell, so wie beim Virus, wenn es sich ungebremst verbreiten kann. Ich hatte im Frühling schon einmal angeregt, darüber nachzudenken.

Nun will ich aber wie Ende Jahr üblich einen kurzen Rück- und Ausblick zu Delinat geben:

Die Pandemie traf zusammen mit dem 40. Delinat-Geburtstag – ein Zufall, der uns doppelt gefordert hat. Trotz vieler Hindernisse wurden zwei weitere Standorte in München und Romanshorn eröffnet, die natürlich nur auf Sparflamme laufen und auf bessere Zeiten warten. Ganz anders war es beim Versand, der auch infolge geschlossener Restaurants mehr als üblich verschickte. Zum Glück, denn dadurch konnten wir Winzern, die auf Gastro-Weinen sitzen blieben, helfen und in einer «Solidaritätsaktion» 25 zusätzliche Weinsorten absetzen.

Weinshop Romanshorn
Trotz Hindernissen konnte der neue Weinshop in Romanshorn im Dezember eröffnet werden.

Sehr erfolgreich verlief die Einführung der neuen Marke «Rebbel» mit 5 Weinen von resistenten Rebsorten des Thurgauer Weinguts Karin und Roland Lenz. Leider waren die Mengen zu gering, so dass schon drei Monate nach Einführung Schluss war. Da aber immer mehr Delinat-Winzer neue Rebsorten anbauen, werden wir bald über deutlich mehr «PIWIs» verfügen.

Der Ausbau des Mehrweg-Kreislaufs mit Kartonagen und Flaschen in Deutschland blieb infolge der Pandemie weitgehend auf der Strecke. Nur einzelne kleine Tests waren möglich. Der Ausblick hingegen ist gut, denn inzwischen konnten wir eine neue Halle beziehen, in der später die Flaschenwaschanlage untergebracht werden kann. Die Kartonrücknahme in der Schweiz läuft inzwischen hervorragend. Die Kartons gehen bis zu 6 Mal auf die Reise.

Auf unserem Weg zur Klimaneutralität kommen wir Schritt für Schritt voran. Ab 2021 produzieren alle Delinat-Weingüter mindestens 30% der benötigten Energie selbst. Diese Quote wird fortlaufend angehoben, so dass die Betriebe in einigen Jahren energieneutral wirtschaften werden. Parallel dazu bauen wir die Elektrifizierung im Vertrieb aus und binden Flaschen und Verpackungen in ein Mehrwegsystem ein. Ziel ist Klimaneutralität und wo immer möglich Kreislaufwirtschaft.

erneuerbare Energien sind ab 2021 in den Richtlinien verankert.
Die Delinat-Richtlinien schreiben ab 2021 vor, dass mindestens 30% der benötigten Energie eines Weinguts selbst produziert wird.

Eine sehr schöne Erfahrung in diesem Jahr durften wir vor wenigen Wochen erleben, als wir uns der inzwischen normal gewordenen November-Rabattschlacht verweigert hatten und anstelle des Black Friday den Green Friday gefeiert haben. An diesem Tag waren alle Delinat-Produkte 10% teurer als normal. Den Aufpreis haben wir wohltätigen Institutionen gespendet und noch einmal den gleichen Betrag aus eigener Tasche oben drauf gelegt. So erhielten diese beiden Initiativen ein nettes Überraschungsgeschenk:

  • Bienen und Bauern retten, Deutschland: 8 708,84 Euro
  • Initiative für sauberes Trinkwasser, Schweiz: 16 540.80 Franken

Wir haben zwar gehofft, dass unsere Kundinnen und Kunden uns diese unkonventionelle Aktion nicht übel nehmen und ihren Einkauf vielleicht einfach einen Tag später zu normalen Bedingungen durchführen würden. Doch das Gegenteil ist eingetreten – man hat uns gratuliert und erst recht eingekauft. Das Verständnis und die Solidarität hat uns wahnsinnig gefreut und bestätigt, dass viele Menschen genug vom Konsumwahn und zweifelhaften Rabatten haben.

Wie immer gehört unser aufrichtiger Dank Ihnen. Ohne Sie und die vielen anderen Weinfreunde, die Delinat-Wein bevorzugen und damit Genuss und Naturverbundenheit zu verbinden wissen, würden wir scheitern. Es ist schön zu sehen, dass 40 lange Delinat-Jahre eine Gemeinschaft im Denken entstehen liess, die weit mehr bedeutet als der Begriff «Kundentreue» auszudrücken vermag. Vielen Dank, dass Sie ein Teil davon sind!

Auch im Namen des ganzen Teams, aller Delinat-Winzerinnen und Produzenten und natürlich auch und insbesondere der Milliarden von kleinen, kleinsten und grösseren Lebewesen, die im Delinat-Paradies eine Heimat finden, wünsche ich Ihnen alles Gute!

Green Friday: Herzlichen Dank

Die Resonanz auf unsere «Green Friday»-Spendenaktion hat unsere Erwartungen übertroffen. Herzlichen Dank für all die Zuschriften und ermutigenden Worte! Sie bestärken uns, den Weg konsequent weiter zu gehen.

Trotz höheren Verkaufspreisen sind am «grünen Freitag» sogar mehr Bestellungen als üblich eingegangen. Ganz herzlichen Dank für diese grossartige Unterstützung!

Aus dem 10%-Aufpreis ist ein Mehrerlös von 8’270.40 Franken respektive 4’354.42 Euro entstanden. Wie angekündigt werden wir diesen Betrag verdoppeln. Wir freuen uns sehr, nächste Woche im Namen der Delinat-Kundinnen und Kunden folgende Spendenbeträge überweisen zu können:

Schweiz: Initative für Sauberes Trinkwasser CHF 16’540.80

Deutschland «Bienen und Bauern retten!» EUR 8’708.84

Green Friday: Alles 10% teurer!

Am Freitag, 27. November ist es wieder so weit: Tausende Geschäfte und Online-Händler buhlen mit knalliger Werbung und nervös blinkenden Online-Bannern um die Gunst des Schnäppchen-Jägers: Endlich wieder Black Friday! Endlich können wir wieder all die Dinge kaufen, die wir nicht brauchen.

Der Kampf wird in diesem von der Corona-Krise gebeutelten Jahr neue Dimensionen annehmen. Händler überbieten sich mit Preisnachlässen, Schnäppchen und Rabatten, die Logistik wird Rekorde brechen. Dass dabei nicht jedes Schnäppchen auch wirklich eines ist, liegt auf der Hand.

Black Friday ist vor allem aber eines: ein rabenschwarzer Tag für die Umwelt. Allein die Verpackung der Waren macht fast die Hälfte des Mülls aus. Ein Drittel der Waren wird zurück geschickt und zum Teil vernichtet. Was für eine respektlose Vergeudung wertvoller Ressourcen!

Natürlich ist auch Delinat auf Verkaufserfolg angewiesen. Wenn wir weiterhin Weinberge in blühende Paradiese verwandeln wollen, müssen wir möglichst viel verkaufen. Punkt. Dazu ordnen wir uns auch gewissen Markt-Mechanismen unter. Allerdings mit Grenzen und ökologischer Weitsicht.

Deshalb machen wir aus dem Black Friday einen Green Friday. Am Freitag, 27. November bezahlen Sie für jedes Produkt, das Sie bei uns bestellen, 10% mehr.

Ohne Ausnahme. In der Schweiz spenden wir den Erlös aus dem Aufpreis der Initiative für sauberes Trinkwasser. Und legen aus eigener Tasche noch einmal die gleiche Summe hinzu. Die Initiative kommt nächstes Jahr vors Schweizer Volk und hat das Zeug, die Landwirtschaft endlich in eine saubere Zukunft zur führen.

In Deutschland spenden wir den Erlös an die Europäische Bürgerinitiative «Bienen und Bauern retten!», welche sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft ohne Pestizide und eine konsequente Förderung der Biodiversität einsetzt. Auch hier werden wir den zusätzlichen Erlös aus eigener Tasche verdoppeln.

Wir hoffen, mit dieser Massnahme den schwarzen Freitag zumindest ein wenig nachhaltiger zu machen.

Ab Samstag, 28. November gelten wieder die gewohnten Preise.

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