Zeit für Frühlingsgenüsse

Es riecht nach Frühling! Wir freuen uns auf knackige Salate, junges, zartes Gemüse und aromatische Kräuter. Da kommen die ersten Weissweine mit Jahrgang 2016 gerade recht: Diese sind jetzt so richtig frisch und riechen extrem nach Frühling. Mit ihren ausgeprägten, jugendlichen Fruchtaromen sind sie ideale Apéro- und Feierabendweine. Genau so viel Spass machen sie aber zu passenden Speisen. Ich habe ein wenig in meiner Rezeptsammlung gestöbert und dabei ein paar erfrischende und spannende Kombinationen entdeckt.

Weisswein im Frühling

 

Der Riesling Terra Rossa vom traditionsreichen Hirschhof in Rheinhessen ist geprägt durch aromatische Fülle und harmonisches Süsse-Säurespiel. Damit passt er ausgezeichnet zu einer Gemüsegratin mit Sbrinz und frischen Kräutern. Die fruchtigen Aromen nehmen die Kräuter (Petersilie, Kerbel) auf und die dezente Restsüsse pfuffert die Würzigkeit des Käses bestens.

Gemüse-Couscous mit Auberginen verlangt nach einem Weisswein mit frischer, lebendiger Säure, welche die Röstaromen der Aubergine elegant begleiten. Der dezent blumig-würzige Soave La Casetta aus dem Hause Fasoli im Veneto ist hier eine gute Wahl.

Auf die erste Spargeltarte der Saison freue ich mich schon jetzt. Hier fällt meine Wahl auf den Villa Veredus blanc. Der sehr aromatische Sauvignon Blanc mit Aromen von Zitrusfrüchten und Johannisbeerblüten unterstützt die grünlichen Aromen vom Spargel. Und die angenehme Säure des Weines belebt die Eier-Käsefüllung und den Mürbeteig.

Die mediterran gefüllten Hühnchenfilets wecken bei mir erste Feriengefühle. Der Maison Coulon Chardonnay aus dem südfranzösischen Languedoc verstärkt diese noch. Die würzige und reiffruchtige Aromatik des Weines wird von der frischen und aromatischen Füllung (Zitronenthymian und getrocknete Tomaten) belebt. Im Gegenzug nimmt der Wein die würzige und röstige Aromatik des Hühnchens sehr gut auf.

Ein dampfender Teller Spaghetti macht das ganze Jahr über Spass. Eine Variante, die besonders gut zum Frühling passt: Zitronenspaghetti mit Kräutergarnelen. Klar dass dazu ein Italiener her muss: Der leichte und frische Grillo Zibibbo von Massimo Maggio aus Sizilien passt wunderbar. Seine dezenten Muskatnoten harmonieren sowohl mit den Zitronenaromen in der Sauce als auch mit den Garnelen.

Bis ich meine ersten Zucchini im Hausgarten ernten kann, dauert es noch eine Weile. Doch der Albet i Noya Xarel.lo aus Katalonien, den ich zu einer Zucchini-Feta-Tarte mit Minze zu kredenzen gedenke, liegt im Keller parat. Die feine Zitrusnote und der Blütenduft des Weines harmonieren perfekt mit der Würze der Tarte und die frische Säure pfuffert die Salzigkeit des Fetakäses hervorragend.

Ich wünsche Ihnen einen genussvollen Frühling mit diesen oder eigenen Kombinationen.

Auf ein Glas mit… Annemarie Dietrich

Die Kundennummer 1010 ist eine ganz besondere: Sie gehört Annemarie Dietrich aus Langnau im Emmental. Seit über 25 Jahren hat die rüstige, 83-jährige Weinliebhaberin alle sechs verschiedenen DegustierService-Pakete abonniert. Ausserdem beschenkt sie rund ein Dutzend Familienmitglieder und Bekannte damit. Wir trafen sie zu Hause in Langnau auf ein Glas Wein.

Annemarie Dietrich hat seit vielen Jahren an jedem DegustierService-Paket ihre helle Freude.
Annemarie Dietrich hat seit vielen Jahren an jedem DegustierService-Paket ihre helle Freude.

Frau Dietrich, Sie gehören zu den treusten Delinat-Kundinnen. Wie kam es dazu?
Annemarie Dietrich: In den 1980er- Jahren war ich mit unserer Tochter Dorothea in Luzern an einer Messe. Dort haben wir an einem Stand Bekanntschaft mit dem Delinat-DegustierService gemacht. Mir gefiel die Idee, mittels regelmässig zugeschickter Pakete biologische Weine kennenzulernen, und ich fand die Sache unterstützungswürdig.

Persönlich

Delinat-Wein hält jung: Bestes Beispiel dafür ist Annemarie Dietrich. Die 83-jährige gelernte Krankenschwester wohnt mit ihrem Mann Jürg, einem pensionierten Arzt, in Langnau im Emmental. Während er keinen Alkohol verträgt, genehmigt sie sich jeden Abend ein Glas Rotwein.

Annemarie und Jürg Dietrich haben eine erwachsene Tochter. Während über einem Vierteljahrhundert führte das Ehepaar bis 1994 in Langnau eine Arztpraxis. Seither geniesst es den Ruhestand im Emmental oder in der schön gelegenen Ferienwohnung in Sundlauenen am Thunersee.

Sie haben gleich alle verschiedenen Pakete aus dem DegustierService abonniert?
Ja, aber nicht nur das. Delinat war ja am Anfang noch auf Geldsuche. Also haben wir dieses Pionierunternehmen auch noch mit einem Darlehen unterstützt.

Sie haben Delinat finanziell unterstützt, obwohl Ihr Mann keinen Wein trinkt?
Ja. Mein Mann kriegt vom Alkohol Kopfschmerzen und trinkt deshalb keinen Wein. Ich selber geniesse jeden Tag ein Glas Rotwein zum Nachtessen. Der persönliche Umgang von Delinat mit mir als Kundin hat mir immer sehr imponiert. Ausserdem wurde das Darlehen ja gut verzinst. Als es ein paar Jahre später zurückbezahlt wurde, war ich fast ein wenig traurig, weil die grosszügigen Zinszahlungen ausblieben.

Gab es auch Enttäuschungen mit Delinat-Wein?
Nein. Mir schmecken die Weine ausgezeichnet. Seit vielen Jahren beziehe ich alle sechs DegustierService-Angebote. Hin und wieder gibt es eine Flasche mit Zapfen, aber die werden immer anstandslos ersetzt, manchmal gibt es sogar eine obendrauf. Nahe Familienangehörige und Bekannte, denen ich den DegustierService schenke, sind ebenfalls immer des Lobes voll über dieses Weinpaket.

Jürg Dietrich verträgt keinen Wein. Seiner Frau schenkt er aber gerne ab und zu ein Glas ein.
Jürg Dietrich verträgt keinen Wein. Seiner Frau schenkt er aber gerne ab und zu ein Glas ein.

Wie kamen Sie auf die Idee, den DegustierService zu verschenken?
Schon früher stellte ich immer Delinat-Wein auf, wenn wir Gäste hatten. Wenn die Besucher den Wein genügend lobten, habe ich ihnen sogleich ein DegustierService-Abonnement geschenkt. Deshalb müssen meine Tochter, alle Nichten und Neffen und ein paar gute Bekannte heute auch Delinat-Wein trinken. Die positiven Reaktionen zeigen mir aber, dass es kein Müssen ist. Die Geschenkidee kommt überall sehr gut an – zumal man nicht bloss feinen Wein bekommt, sondern auch noch etwas Gutes für die Umwelt tut, wenn man sich für biologische Tropfen entscheidet. Ich selber habe jedes Mal eine Riesenfreude, wenn wieder ein Paket eintrifft.

Haben Sie im Verlauf der Jahre auch schon Weinperlen entdeckt, die es Ihnen besonders angetan haben?
Wenn mir ein Wein besonders gut gefällt, bestelle ich ein paar Flaschen nach. Wir haben im Dorf Sundlauenen am Thunersee eine Ferienwohnung. Dort hat es immer einen schönen Vorrat an Delinat-Weinen. Im Familienkreis werden die Weine hier zu einem guten Essen richtiggehend zelebriert. Einen besonderen Stellenwert geniesst dabei die Reserva Martí von Albet i Noya. Wir nennen ihn einfach «Händli-Wy», weil auf der Etikette zwei kleine Hände aufgedruckt sind. Das Regal mit diesem wertvollen Wein ist mit einem Schild «Händli weg» versehen. Persönlich mag ich aber auch den günstigeren Vinya Laia von Albet i Noya sehr gerne.

Was könnte Delinat besser machen?
Früher war bei Delinat vieles sehr persönlich und handgestrickt. Das ist bei mir immer sehr sympathisch rübergekommen. So hat mich der Chauffeur, der jeweils den Wein brachte, immer zuerst angerufen und gefragt, ob er nach Langnau oder in die Ferienwohnung nach Sundlauenen liefern soll. Einmal hat er sogar am Sonntagmorgen noch Wein geliefert, den wir für eine Familienfeier zu spät bestellt hatten. Mit dem starken Wachstum von Delinat ist dieses Familiäre verständlicherweise etwas in den Hintergrund gerückt. Mir ist es aber ein Anliegen, dass die unkomplizierte persönliche Beziehung möglichst erhalten bleibt.

DegustierService
1987 führte Delinat den Degustier- Service (DS) ein. Das Angebot in sechs verschiedenen Varianten ist das erfolgreichste Weinpaket Europas. Sieben von zehn Delinat- Kunden haben eines oder mehrere Pakete abonniert. Am beliebtesten ist das Rotweinpaket. Daneben gibt es Pakete mit exklusivem Rotwein, Weisswein, Schaumwein, Rosé sowie das Überraschungspaket Surprise zu Weihnachten.

Je nach gewählter Sorte wird zwei- bis viermal pro Jahr automatisch ein Paket mit drei oder ein Doppelpaket mit sechs Flaschen zum Vorzugspreis und portofrei ins Haus geliefert. Das Abonnement ist jederzeit ohne Kostenfolge modifizier- oder kündbar. Dank vielen Hintergrundinformationen und Tipps kommt jedes Paket als «flüssiger Weinkurs» daher und bietet so nicht nur Genuss, sondern steigert langsam, aber stetig das Weinwissen.

Das gesamte DS-Angebot finden Sie unter www.delinat.com/degustierservice.

 

«Wir wollen die besten Winzer für unsere Ideen gewinnen»

Delinat-Chef Karl Schefer legte am Winzermeeting 2014 in Österreich seine Visionen für die Zukunft dar. Im folgenden Interview zeigt er auf, wohin Delinat steuert, was er von den Winzern erwartet und mit welchen Gegenleistungen sie rechnen können.

30 Jahre lang war Delinat fast der einzige Anbieter von Weinen aus kontrolliert biologischem Anbau und hatte damit Erfolg. Heute ist Bio fast allgegenwärtig. Auch die Grossverteiler setzen immer stärker auf Biowein. Was nun?
Karl Schefer: Die Unterschiede zwischen Supermarkt-Bio und Delinat-Bio sind gewaltig. Delinat wird nicht umhinkommen, diese Unterschiede stärker in den Fokus der Kommunikation zu rücken.

Worin unterscheiden sich Delinat-Weine von Bioweinen aus dem Supermarkt?
Unsere Definition von Bio war schon immer eine andere als die übliche. Wer den verbotenen chemischen Giftsack einfach durch einen «biologisch akzeptablen» austauscht, der hat nichts begriffen. Solange Monokultur vorherrscht, gibts im Weinberg kein Gleichgewicht. Deshalb setzen die Delinat-Richtlinien auf Biodiversität. Je grösser die Vielfalt, desto stabiler das ökologische Gleichgewicht, desto gesünder die Reben, desto gehaltvoller die Weine.

«Je grösser die Vielfalt, desto stabiler das Gleichgewicht»

Bei Gemüse und Obst scheint Bio eine höhere Akzeptanz zu haben als beim Wein. Wo liegt der Grund?

Delinat-Chef Karl Schefer
Delinat-Chef Karl Schefer

Es gibt zwei Gründe: Erstens kann man sich bei einem Salat, einer Tomate oder einem Apfel sehr gut vorstellen, dass die gespritzten Pestizide nicht gut für die Gesundheit sind. Allein die Vorstellung, dass das, was man sich genüsslich in den Mund stecken will, kontaminiert sein könnte, führt zum Griff ins Bio-Regal. Bei verarbeiteten Produkten wie Tomatensauce und Wein tritt dieses psychologische Element in den Hintergrund. Der zweite Grund: Wein ist ein Genussmittel. Man will sich etwas Gutes gönnen, Essen und Wein geniessen. Gedanken in Richtung Gesundheit lassen Skepsis über Qualität und geschmackliche Güte aufkommen und schmälern den Genuss. Dass frühere Bioweine oft ziemlich saure Tropfen waren (und zum Teil noch heute sind), hilft auch nicht gerade. Daher ist es für Delinat doppelt wichtig, nur die besten Winzer und Weine zu tolerieren.

Kürzlich hat die «Berner Zeitung» in einer Online-Umfrage gefragt: Setzen Sie beim Kauf von Wein auf Bio? 88 Prozent der gut tausend Abstimmenden haben Nein gesagt. Ein niederschmetterndes Ergebnis?
Ganz im Gegenteil: Es bestätigt unsere Erkenntnisse, und das Ergebnis der Umfrage beruhigt mich. Denn es bedeutet, dass das Potenzial für Delinat riesig ist. Mit jedem Weinskandal, und diese kommen in erschreckender Regelmässigkeit, wird es mehr Weingeniesser geben, die erwachen. Delinat ist gut gerüstet, diese abzuholen und mit besten Weinen zu verwöhnen.

«Das Potenzial für Delinat ist riesig»

Wie wollen Sie den Leuten klar machen, dass Weine aus Rebbergen mit grosser Biodiversität besser sind als alle andern?
Selbstverständlich treten wir am liebsten den Beweis per Degustation an. Wer den Unterschied schmeckt, kann am besten überzeugt werden. Für viele reicht dieser Beleg aber nicht – Geschmack ist ja persönlich und subjektiv. Daher wollen wir auch einen wissenschaftlichen Beweis erbringen. Ein erster, dreijähriger Versuch auf unserem Forschungsweingut Château Duvivier hat signifikante Unterschiede bei Inhaltsstoffen gezeigt. Dieser Versuch wird nun für weitere drei Jahre fortgesetzt, begleitet von zusätzlichen Wissenschaftlern, die der Frage nachgehen, welche Stoffe von den Unterschieden besonders betroffen sind.

Sind denn die Unterschiede im Weinglas auch spürbar?
Ja, auf jeden Fall. Nur ist eben die Wahrnehmung je nach Nase und Gaumen unterschiedlich. Manche schmecken das deutlich, andere tun sich schon schwer damit, verschiedene Traubensorten unterscheiden zu können. Und natürlich darf man nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Für einen korrekten Vergleich müssen die Weine von den gleichen Lagen, denselben Traubensorten und vom gleichen Jahrgang stammen und identisch ausgebaut sein.

Welche Anforderungen werden künftig an Partnerweingüter gestellt?
Biodiversität steht an oberster Stelle. Wo das Bekenntnis und der Wille zu mehr Artenvielfalt im Weinberg fehlen, wird es schwierig. Delinat-Winzer müssen aber auch generell innovativ sein: Sie werden zum Beispiel angehalten, robuste neue Traubensorten zu testen, mit dem Ziel, hervorragenden Wein ohne oder mit sehr geringen Pflanzenschutzmassnahmen herstellen zu können. Wir wollen Partner, die nie zufrieden sind, die unermüdlich Neues ausprobieren, im Weinberg wie auch im Keller, und die wie wir an das Credo glauben: Qualität dank Biodiversität.

«Biodiversität steht an oberster Stelle»

Und was hat Delinat seinen Winzern zu bieten?
Delinat-Winzer bekommen eine umfassende Beratung, können die Versuche hautnah miterleben und werden von Delinat laufend weitergebildet. Fünf Jahre nach Beginn der Zusammenarbeit sieht das Weingut völlig anders aus. Allein dieser Mehrwert lohnt sich für engagierte Winzer. Hinzu kommt aber natürlich der wirtschaftliche Nutzen: Solange ein Winzer die hohen Anforderungen erfüllt und zuverlässig biodiverse, gehaltvolle Weine erzeugt, ist Delinat ein ebenso zuverlässiger Abnehmer, der Sicherheit dank langfristiger Planung bietet, pünktlich und faire Preise bezahlt.

Konkret auf den Punkt gebracht: Wohin steuert Delinat in Zukunft?
Wir werden unseren Weg konsequent weitergehen, am Weinbau der Zukunft forschen und kompromisslos in Biodiversität, ökologisches Gleichgewicht und Weinqualität investieren. Winzer, die diesen beschwerlichen Weg beherzt gehen, unterstützen und fördern wir, Zweifler und Zauderer kommen für eine Zusammenarbeit nicht in Frage. Auf dem Weg zur Perfektion scheiden jährlich fünf bis acht Betriebe aus. Und bis zu zehn neue kommen hinzu. Wir wollen die besten Winzer für unsere Ideen gewinnen.

Osoti investiert in die Zukunft

Das neue Empfangs- und Bürogebäude auf dem Weingut Osoti

Osoti-Winzer Francisco Ruiz investiert in der Rioja gleich an mehreren Fronten in die Zukunft. Das neue Empfangs- und Bürogebäude (Bild) wertet das zuvor eher nüchtern wirkende Kellereigebäude auch optisch stark auf. Der zweiteilige Neubau wird durch eine Pergola verbunden. Bald werden Kletterpflanzen das Holzgerüst überwuchern. Sichtbare Veränderungen gibt es auch im Weinberg: Rund um die heranwachsenden Reben im neuen Weinberg Plana de Turras zeugen Hunderte von gepflanzten Olivenbäumen, Wacholderbüschen und Zypressen vom grossen Verständnis für eine reiche Biodiversität. Innerhalb einer regionalen Vereinigung von Bio-Landwirten engagiert sich Francisco Ruiz mit Betriebsbesuchen für Schulklassen auch dafür, dass das Bewusstsein für Biolandwirtschaft und Nachhaltigkeit bereits in den Schulen Fuss fasst.

Auf ein Glas mit… Algiona Rauch und Renato Vitalini

Das Wohlfühlhotel Curuna in Scuol ist wohl der einzige Gastrobetrieb im Engadin, der konsequent auf biologische Küche setzt. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch Delinat-Weine. Wir trafen Gastwirtin Algiona Rauch und ihren Sohn Renato Vitalini auf ein Glas Wein und unterhielten uns über persönliche Vorlieben und das Wohlgefühl.

Algiona Rauch und Renato Vitalini
Algiona Rauch und ihr Sohn Renato setzen in ihrem Gastrobetrieb seit Jahren auf Delinat-Weine.

Sie bezeichnen das Curuna als Wohlfühlhotel. Was verstehen Sie darunter?
Renato Vitalini: Wir sind ein kleines Hotel, in dem man sich wie in einer Familie zu Hause fühlen soll. Ein wichtiger Wohlfühlaspekt sind Essen und Trinken. Wir setzen in unserer edel ausgestatteten Pizzeria Giovanni auf reine Bioküche mit italienischen Spezialitäten. Wir gehen also nicht den hier üblichen Weg mit Bündner-Spezialitäten wie Capuns und Maluns, die in typischer Arvenstübli-Atmosphäre serviert werden.

Persönlich
Algiona Rauch und ihr Sohn Renato Vitalini sind waschechte Engadiner. Die Familie stammt aus Scuol und führt das Wohlfühlhotel Curuna im Herzen des bekannten Bündner Ferienorts in dritter und vierter Generation. Gekauft hat es der Grossvater von Algiona Rauch im Jahr 1920. Zum kleinen Familienhotel gehört die Pizzeria Giovanni, die einzige Pizzeria der Schweiz, die als Bio Goût Mieux zertifiziert ist. Ständig frische und saisonale Küche ist eine Selbstverständlichkeit. Die Weinkarte besteht zu 100 Prozent aus biologischen Weinen aus der Schweiz, Italien, Spanien, Portugal und Österreich. Ein grosser Teil davon kommt aus dem Delinat-Sortiment. Renatos Frau Michaela arbeitet ebenfalls im Curuna mit. Familiäre Atmosphäre, Komfort und Einfachheit werden hier grossgeschrieben. www.curuna.ch
Renato Vitalini als Pizzaiolo
Hat der Pizzaiolo mal frei, wird Renato Vitalini selbst zum Pizzabäcker.

Was ist am Curuna sonst noch speziell?
Algiona Rauch: Wir haben alle 19 Hotelzimmer nach Feng Shui gestaltet. Die aus China stammende Lehre orientiert sich an Wind und Wasser. Ziel ist es, mit Feng Shui im ganzen Haus die positiven Energieflüsse zu stärken. Zudem arbeiten wir mit ätherischen Ölen. Das Hotel duftet jeden Tag nach einem andern Öl. Abwechslungsweise kommen 15 verschiedene Duftessenzen, allesamt aus biologischer Herkunft, zum Zug. So duftet es im Hotel mal nach Orange, mal nach Zitrone, Limette oder nach Zirbelkiefer. Der höchstgelegene Arvenwald Europas liegt ja direkt vor unserer Haustüre. Als ausgebildete Ayurveda-Spezialistin biete ich unseren Hausgästen auch ayurvedische Massagen an, die den Energiefluss fördern, gegen Stress und Nervosität wirken und wohltuend für Geist und Seele wirken.

Sie setzen sowohl beim Essen wie bei der Weinkarte voll auf biologische Produkte. Weshalb?
Algiona Rauch: Ich selber ernähre mich schon lange mit biologischen Produkten, ganz einfach, weil sie besser schmecken und zu meinem Wohlbefinden beitragen. Dank dem DegustierService-Rotwein von Delinat habe ich die biologischen Weine entdeckt. Nach und nach haben wir so auch in unserem Gastronomiebetrieb Küche und Weinkarte vollständig auf Bio umgestellt.

«Bei Delinat kriegt man gute Weine für wenig Geld.»
Renato Vitalini

Haben das die Gäste auf Anhieb akzeptiert?
Algiona Rauch: Am Anfang wurden wir dafür belächelt. Und es gab tatsächlich Stammgäste, die uns deswegen den Rücken gekehrt haben. Vielleicht hatten sie Angst, sie könnten sich allzu gesund ernähren. Auf der andern Seite haben wir sehr viele neue Gäste dazugewonnen. Mittlerweile haben wir wieder eine sehr grosse Stammkundschaft. Es sind sogar schon einige Skeptiker zurückgekommen. Wohl wegen der immer grösseren Akzeptanz von biologischen Produkten und weil sie gemerkt haben, dass die Produkte, die wir in unserer Küche verwenden, einfach noch etwas besser sind.

Wein aus biologischem Anbau hat gerade bei sogenannten Weinkennern noch immer einen schweren Stand. Stellen Sie das auch fest?
Renato Vitalini: Ja, die Skeptiker gegenüber biologischen Weinen existieren noch immer. Wenn sie dann aber unsere Weine trinken, sind sie von Preis und Qualität vielfach sehr positiv überrascht. Es ist eine Tatsache: Die Weine aus biologischem Anbau werden immer besser.

«Dank dem DegustierService habe ich
die biologischen Weine entdeckt.»
Algiona Rauch

Was überzeugt an den Delinat-Weinen besonders?
Renato Vitalini: Bei Delinat kriegt man gute Weine für wenig Geld. So können wir den Wein im Restaurant zu einem guten Preis anbieten. Bei uns bekommt man eine gute Flasche für 40 bis 60 Franken. Im Curuna wird übrigens sehr viel Wein getrunken. Er macht bei uns den Hauptumsatz bei den Getränken aus.

Wo liegen Ihre persönlichen Vorlieben?
Renato Vitalini: Ich stehe besonders auf die Spanier. Irgendwie habe ich mich in die Tempranillo-Traube verliebt. Zu meinen Favoriten gehört der San Domingo Indigo aus Katalonien. Algiona Rauch: Ich mag am liebsten die italienischen Weine. Eine spezielle Vorliebe habe ich für das Südtirol und die Sorte Merlot. Aber es kann auch ein Wein aus der Toskana sein. Von Delinat mag ich auch die Sizilianer sehr gerne, etwa den Nero d’Avola Corrado.

Weintipp Algiona Rauch
Den Valdega Reserva aus der Navarra haben wir gerade neu entdeckt. Für uns gab es zwei Gründe, diesen Wein zu probieren: Zum einen ist es eine Cuvée, die aus unseren Lieblingssorten Tempranillo und Merlot gekeltert ist, zum andern hat uns der Wein angesprochen, weil die Trauben am spanischen Jakobsweg wachsen. Ein sehr feiner, geschmeidiger und harmonischer Tropfen, der es wohl demnächst auf unsere Weinkarte schafft.

Valdega Reserva
Navarra DO 2009
Bodegas y Viñedos Quaderna Via
www.delinat.com/1771.09

Wetterextreme fordern Winzer heraus

RegenbogenVon den rund hundert Weingütern, mit denen Delinat in ganz Europa zusammenarbeitet, liegt jenes von Timo Dienhart in der Mosel am nördlichsten. Delinats «Nordpol- Winzer» spürt den Klimawandel. Er sagt aber auch: «Wir sind recht gut gegen die immer unberechenbareren Wetterextreme gerüstet.» Generell stellt er fest: «Die Trocken- und die Regenphasen werden länger und heftiger.» Für die Mosel ist statistisch gesichert, dass die Blütezeit der Reben aufgrund der wärmeren Temperaturen in den vergangenen 30 Jahren um ein paar Tage vorgerückt ist und die Regenmengen und die Temperaturen leicht gestiegen sind. Timo Dienhart: «In unseren Breitengraden ist das für den Weinbau qualitativ teilweise ein Vorteil. Generell betrachte ich den Klimawandel aber mit kritischem Auge, weil die Gefahr von Fehlernten steigt.» Ursache für Fehlernten können die öfter vorkommenden Hagelschläge, sintflutartige Regenfälle, bisher kaum gekannte Trockenphasen oder gar Frost sein. Aktuell bereitet Timo Dienhart die starke Neigung zu häufigen Regenfällen in der Blüteperiode und in der Erntephase am meisten Sorgen. «Pilzkrankheiten gezielt und zurückhaltend zu bekämpfen, wird im Steilhang sehr anstrengend.»

Begrünung im Weinberg von Römerkelter
Timo Dienhart schützt seine Weinberge mit spezifischer Begrünung.
kahler Weinberg ist der Erosion ausgesetzt
Die konventionell bewirtschaftete Nachbarparzelle ist der Erosion ausgesetzt.

Wenn der biologisch wirtschaftende Mosel-Winzer in seinen Weinbergen steht und zu seinem konventionell arbeitenden Nachbar hinüberblickt, stellt er mit Genugtuung fest: «Mit unserem intakten Ökosystem sind wir deutlich besser gegen Klimaextreme gerüstet.» Seine Böden haben mehr Humus und ein aktiveres Bodenleben. Sie sind besser austariert und wirken selbstkorrigierend. Wird es sehr trocken, stirbt der Kräuter- und Pflanzenteppich zwischen den Rebzeilen ganz langsam ab und schützt den Boden vor Austrocknung. Wird es über Gebühr nass, findet keine Erosion statt, und die wertvollen Nährstoffe bleiben im Boden. Insgesamt erleiden die Trauben so weniger Stress und reifen harmonischer. «Das bringt echte Weinqualität, denn der Rebe bekommen Fressorgien und Durststrecken genauso schlecht wie dem menschlichen Stoffwechsel. Sie mag es zwar durchaus sportlich, will dafür aber ausreichend mit Nähr- und Vitalstoffen versorgt sein», erklärt Timo Dienhart.

Timo Dienhart vom Weingut Römerkelter
«Mit unserem intakten Ökosystem sind wir besser gegen Klimaextreme gerüstet.» Timo Dienhart

Weinbau wandert nordwärts

Eine Jahresdurchschnittstemperatur zwischen 10 und 20 °C gilt als grobe untere und obere Grenze für qualitativ hochwertigen Weinbau. Deshalb konzentrierte sich der Anbau von Weinreben auf der Nordhalbkugel lange Zeit auf Gebiete zwischen dem 30. und 50. Breitengrad.

Höhere Temperaturen

Seit 1950 ist in Europa die Durchschnittstemperatur während der Vegetationsperiode der Rebe (April bis Oktober) um rund 2 °C angestiegen. Diese Klimaerwärmung führt dazu, dass der Weinbau immer mehr nordwärts wandert. Gehörte einst die auf dem 50. Breitengrad gelegene Mosel zu den nördlichsten Weinbaugebieten Europas, wird heute auch in Dänemark, Norwegen, Schweden und Grossbritannien Wein angebaut.

Zu rasche Traubenreife

Allgemein kann davon ausgegangen werden, dass sich mit der Erwärmung die Weinqualität verbessert. Das gilt jedoch vor allem für die mittleren und nördlichen Anbaugebiete. In sehr südlichen Regionen kann es zu heiss für einen hochwertigen Weinanbau werden. Besonders während der Reifezeit sind warme Temperaturen wichtig. Sie sorgen für die Bildung von Zucker, Farbstoffen und Aromen. Bei einem Überschreiten des Temperaturoptimums nimmt der positive Effekt wieder ab. Übermässige Hitzperioden führen dazu, dass die Trauben zu früh reif sind und geerntet werden müssen, bevor sie sich im Spätsommer oder Frühherbst mit den essenziellen Inhaltsstoffen anreichern können. Das wirkt sich negativ auf die Weinqualität aus.

Wetterphänomene

Laut Hans-Peter Schmidt vom Schweizer Ithaka-Institut, das sich mit Grundlagenforschung für klimaneutrale Landwirtschaft und Weinbau befasst, werden die mit dem Klimawandel einhergehenden Wetterextreme mit unregelmässigen Niederschlägen zur grössten Herausforderung für Winzer auf allen Breitengraden. Laut Schmidt verändern sich sowohl die jahreszeitliche wie die lokale Niederschlagsverteilung. So ist es öfter lange trocken. Regen fällt weniger regelmässig, dafür gehäuft in sintflutartiger Form. Beides ist für den Weinbau besonders verhängnisvoll. Denn kaum eine andere Kulturpflanze reagiert so empfindlich auf klimatische Bedingungen wie die Weinrebe.

Italien: Tornados und tropische Unwetter

Vermag man in nördlichen Gefilden dem Klimawandel wegen der damit einhergehenden höheren Temperaturen zumindest teilweise auch positive Seiten abzugewinnen, ist dies im Süden nicht der Fall. «In unserer Gegend sehe ich keinerlei Vorteile», sagt Massimo Maggio, der in Sizilien das südlichste Weingut aller Delinat-Partner bewirtschaftet. Der «Südpol-Winzer» spricht von gehäuften Phänomenen, die früher selten oder überhaupt nicht vorkamen: «Vor zwei Jahren gab es in unserer Gegend einen Tornado, die Regenfälle kommen oft wie tropische Unwetter daher, lange Regenperioden wechseln mit heissen Trockenperioden ab.» Dank Begrünung bleiben seine Weinberge bei sintflutartigen Regenfällen vor Erosionsschäden verschont, und bei starker Trockenheit hält sich die Verdunstung in Grenzen. «Biologischer Weinbau und ein intaktes, artenreiches Ökosystem bieten die besten Voraussetzungen, um solchen Extremen zu trotzen», ist Massimo Maggio überzeugt. Umso mehr ist ihm unbegreiflich, dass ein grosser Teil des Territoriums in Sizilien nach wie vor ohne Respekt vor der Natur bewirtschaftet wird.

In der Toskana bereitet «die tendenzielle Verdichtung der verschiedenen Witterungen» auch Walter Fromm vom Weingut Vignano einiges Kopfzerbrechen. «Ausgedehnte Regenperioden im Winter und Frühjahr und längere Trockenperioden im Sommer und Herbst bergen die Gefahr von Erdrutschen in den Weinbergen und von unharmonischem, mit hohen Zuckergehalten versetztem Traubengut. » Kurzfristig begegnet Walter Fromm solchen Gefahren mit der Einsaat von Tiefwurzlern in den Rebgassen und mit vorgezogenen Erntezeiten. Längerfristig fasst er die Erstellung von Drainagen und weniger hohe Drahtgerüste ins Auge. Letzteres bewirkt eine geringere Assimilations- oder Blattfläche, wodurch Wachstum und Reife der Trauben verlangsamt werden. Sind die Trauben allzu früh reif, fehlt es ihnen an Gehalt, Aromatik und Mineralität.

Südfrankreich: Hagel als neues Phänomen

Genau gleich schildert Volker Weindel die Auswirkungen von Wetterextremen für sein Weingut La Tour des Vidaux in Südfrankreich. Neben sintflutartigen Regenfällen im Winter und zu Sommerbeginn kämpft man in der Provence neuerdings auch mit heftigen Hagelunwettern. Volker Weindel: «Das kam hier bis vor drei Jahren nie vor, wie mir auch alteingesessene Winzer bestätigen.» Trockenheit und Hitze erschweren den Weinbau zusätzlich. Der Winzer mit dem langen wilden Bart begegnet den klimatischen Herausforderungen mit Begrünung der Rebberge. Ausserdem hat er ein Wasservorratsbecken ausgebaggert. «So können grosse Regenmengen gespeichert und während Trockenperioden für die Bewässerung der Reben genutzt werden.»

Mit Regenwasse gefüllter See
Bei anhaltender Hitze bringen mit Regenwasser gefüllte Teiche Linderung für die Reben.

Spanien: Ernte bis zu einem Monat früher

Den Klimawandel stark zu spüren bekommen auch die Winzer in Spanien. Francisco Ruiz vom Weingut Osoti in der Rioja: «Die Wetterphänomene treten in immer kürzeren Abständen auf. So bleibt den Reben kaum Zeit, sich an die jeweiligen Verhältnisse anzupassen.» Bei extremer Hitze stellt die Pflanze ihren Stoffwechsel auf Standby. Der Reifeprozess verlangsamt oder wird ganz eingestellt. «Die Trauben sind wohl zuckersüss, auch der potenzielle Alkoholgehalt mag stimmen, nicht aber die phenolische Reife», sagt Francisco Ruiz. So geerntete Trauben sind der Weinqualität alles andere als förderlich. «Ich schätze, dass sich der Erntezeitpunkt bei uns um einen ganzen Monat vorverschoben hat.» Der Osoti-Winzer begegnet diesem Problem vorab mit der Wahl anderer Traubensorten. Dabei setzt er mit Vorliebe auf alte, autochthone Sorten, die früher in der Rioja Baja vorherrschend waren. Garnacha, Graciano und Maturana Tinta ertragen Hitzeextreme besser als etwa die Tempranillo. Eine weitere Massnahme ist die Bewässerung der Reben. «Früher kam ich gänzlich ohne aus, heute ist sie unverzichtbar. Dank einer hohen Biodiversität in meinen Weinbergen kann ich sie aber punktuell und sehr zurückhaltend einsetzen.»

Dürreperiode in der Rioja
Dürreperioden machen Francisco Ruiz in der Rioja zu schaffen: Ohne geeignete Massnahmen reifen die Trauben zu schnell und sind so weniger gehaltvoll.

Machen dem Rioja-Winzer insbesondere Hitze- und Trockenperioden zu schaffen, ist die Problematik weiter südlich für Winzer Carlos Laso ambivalenter. Auf seinem Weingut Pago Casa Gran im Hinterland von Valencia fällt die Traubenernte nicht grundsätzlich früher an: «Die Zeitpunkte schwanken stark. Letztes Jahr hatten wir den kühlsten Sommer seit 30 Jahren. Dementsprechend verzögerte sich die Ernte bis in den späten Herbst.» Ferner muss Carlos Laso mit der Tatsache leben, dass die Regenfälle auch in seiner Gegend konzentrierter und heftiger ausfallen. Diesem Problem begegnet er einerseits mit einer saugfähigen Begrünung und dem Bau von Abflussrinnen, die in ein Rückhaltebecken münden, welches das Regenwasser für trockene Zeiten zwischenspeichert. Für ihn ist klar, dass ein funktionierendes Ökosystem am besten hilft, Auswirkungen des Klimawandels wie Bodenerosion oder Verarmung und Austrocknung der Böden abzufedern. «Mit dieser Überzeugung werden wir auch in Zukunft in Biodiversität und Wassermanagement investieren.»

Portugal: Trauben mit Sonnenbrand

Hitzeschäden an den Trauben während der Vegetationsperiode, unregelmässige Traubenreife, verfrühter oder verspäteter Erntebeginn: Das sind die Hauptprobleme, mit denen Dietmar Ochsenreiter auf dem Weingut Vale de Camelos im Alentejo kämpft. Heiss und trocken war es in der Kornkammer Portugals schon immer. Wassermangel wegen unregelmässiger, auf die Wintermonate beschränkter Niederschläge sowie Hitzewellen von Ende Frühjahr bis Anfang Herbst sind nicht neu. «Das Ganze hat sich aber akzentuiert», sagt Dietmar Ochsenreiter. Statistische Erhebungen zeigen, dass sich der Erntezeitpunkt in den letzten Jahrzehnten im Alentejo um zwei bis drei Wochen nach vorne verschoben hat. «Allerdings treten durch hitzebedingte Vegetationsschäden immer wieder auch Reifeverzögerungen auf», weiss der gebürtige Allgäuer, der seit über 40 Jahren in Portugal lebt.

verbrannte Trauben
Ungeschützte Trauben erleiden Sonnenbrand und reifen nicht mehr aus.

Mit dem Bau von Stauseen, in denen Regenwasser für die Bewässerung der Reben gesammelt wird, begrünten Weinbergen und Aufforstungen mit autochthonen Gehölzen wie Johannisbrotbäumen, Stein- und Korkeichen, Pinien und Oliven am Rande der Reben werden Mikroklima und Biodiversität positiv beeinflusst, sodass trotz klimatischer Extreme ausgezeichnete Weine möglich sind. Nichtsdestotrotz: Dietmar Ochsenreiter mag dem Klimawandel keine positive Seite abzugewinnen – wie alle andern befragten Winzerkollegen in den südlichen Weinbauländern auch.

Sonnenkönige

Solaranlage auf dem WeingutDelinat-Winzer sind Sonnenkönige – allerdings nicht im Sinne des höfischen Absolutismus von Louis XIV (L’État, c’est moi!), sondern als Vorreiter eines klimaneutralen Weinbaus. Viele setzen auch ausserhalb ihrer Weinberge mit Solarstrom und anderen grünen Energiequellen Zeichen gegen den Klimawandel. Im grossen Stil tut dies Mosel-Winzer Timo Dienhart. Mit einem umfassenden Betriebsumbau ist er seinem Ziel eines energieautarken Weinhofs schon sehr nahe gekommen. Mit eigener Solaranlage und einer Eisspeicherheizung, die im Sommer auch Kühlungszwecke erfüllt, hat er ein zukunftsweisendes Energiekonzept umgesetzt. Auf dem portugiesischen Weingut Vale de Camelos im Alentejo wurden gleich vier Solaranlagen in Betrieb genommen. Sie produzieren weit mehr nachhaltige Energie, als für den gesamten Betrieb benötigt wird. Walter Fromm richtet seine Azienda Vignano in der Toskana ebenfalls vollständig auf alternative Energie aus. In dieselbe Richtung geht Massimo Maggio in Sizilien. Volker Weindel in der Provence ist ebenfalls dabei, ein Solarprojekt umzusetzen. Die Brüder Jean und Paul Lignères aus dem Languedoc haben sich zwecks alternativer Energiegewinnung an einem lokalen Windpark beteiligt.

Hurra, der Lenz ist da!

Dass der Beginn der Partnerschaft mit Delinat just auf das 20-Jahr-Jubiläum des Weinguts fällt, kommt Roland Lenz (44) gerade recht: «Es ist ein weiterer Meilenstein in unserer abwechslungsreichen Geschichte. Wir teilen die Philosophie von Delinat, Trauben in Weinbergen mit grosser Biodiversität und möglichst ohne Pflanzenschutzmittel zu kultivieren, voll und ganz.» Alleine schon der Sortenspiegel macht deutlich, dass das keine leeren Worte sind: Neben den in der Ostschweiz verbreiteten Trauben Pinot Noir (rot) und Müller-Thurgau (weiss) wachsen auf einem Drittel der 14 Hektar umfassenden Rebflächen verschiedene pilzresistente Sorten, sogenannte Piwi-Trauben. Tendenz zunehmend: «Wir machen mit diesen Rebsorten, die keinen oder nur wenig Pflanzenschutz brauchen, sehr gute Erfahrungen. Unsere Weine stossen auf Begeisterung. Am liebsten würde ich nur noch Piwis anbauen», sagt Roland Lenz. Doch da hat Ehefrau Karin auch noch ein Wörtchen mitzureden: «Pinot Noir gehört einfach zu unserer Gegend.»

Karin und Roland Lenz
Delinat arbeitet neu mit Karin und Roland Lenz zusammen.

Rückschlag weggesteckt

Die ersten Kontakte zwischen Delinat und dem innovativen Winzerpaar liegen gut zwei Jahre zurück. Damals degustierte Einkäufer David Rodriguez an der Ostschweizer Weinmesse die Lenz-Gewächse: «Die Weine sind mir sofort durch ihre klare Linie und die aussergewöhnliche Qualität aufgefallen.» Weil auch Philosophie in Weinberg und Keller stimmen, kam man rasch ins Geschäft. «Jetzt sind wir das allererste Schweizer Weingut, das nach den besonders anspruchsvollen Delinat-Richtlinien zertifiziert ist», freut sich Roland Lenz. Dass die Familie Lenz dem biologischen Weinbau heute aus Überzeugung die Stange hält, ist nicht selbstverständlich. Schon kurz nach der Gründung des Weinguts 1994 setzten Roland und Karin Lenz auf biologischen Anbau. «1999 war dann aber wettermässig ein derart schlimmes Jahr, dass wir finanziell nicht überlebt hätten, wenn wir beim Pflanzenschutz nicht umgestellt hätten.» Der Schock war so gross, dass sie noch im selben Jahr in Chile ein zweites Weingut eröffneten. «Wir kannten dieses Land von Reisen vor unserer aktiven Winzerzeit und sind seither begeistert davon», erklärt Karin Lenz. Hier ist biologischer Weinbau kein Problem.

Wiese mit hoher Biodiversität
«Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir zurück zur Natur.»
Roland Lenz

Dieses zweite Standbein, das von ihrem Partner Ruedi Rüesch geführt wird, gab ihnen Mumm, es auch in der Schweiz nochmals zu versuchen. Roland Lenz: «Für mich war immer klar: Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, müssen wir zurück zur Natur.» 2006 wurde die schwierigste Parzelle wieder umgestellt, um zu schauen, ob es funktioniert. Es klappte: Nach und nach wurden alle andern Parzellen ebenfalls biologisch bewirtschaftet, sodass seit 2010 der ganze Hof biozertifiziert ist. «2010 und 2012 waren ähnlich schwierige Jahre wie 1999. Doch dank zusätzlichem Know-how und mehr Erfahrung sind wir nie mehr in ernsthafte Schwierigkeiten geraten», erklärt Roland Lenz.

Dachs als Namenspatron

Im vergangenen Februar wurde der erste Lenz-Wein für Delinat abgefüllt. Der Weisswein mit dem kurligen Namen Grimbart ist eine Cuvée aus Pinot Noir, Müller-Thurgau und der Piwi- Sorte Solaris. Die roten Pinot-Noir-Trauben wurden als Blanc de Noirs, also ohne Traubenhäute, zu einem Federweissen vergoren. Entstanden ist eine charmante, fruchtig-süffige Cuvée mit moderatem Alkoholgehalt. Der Name Grimbart ist eine Reminiszenz an den Dachs in Goethes Fabel «Reinecke Fuchs». Eine Parzelle mit Müller-Thurgau-Reben liegt in der Nähe eines Waldes, aus dem sich Füchse und Dachse jeweils kurz vor der Erntezeit anschleichen und sich an den zuckersüssen Trauben gütlich tun.

PIWI Sorten
Pilzresistente Traubensorten (Piwi) brauchen kaum Pflanzenschutz.

Mit dem Lenz Grimbart 2013 hat erstmals seit vielen Jahren wieder ein Schweizer Wein die hohen Hürden für die Aufnahme in den Delinat-DegustierService (DS) geschafft. Auch wer nicht zur Gilde der DS-Kunden gehört, muss nicht verzichten. Ein paar Flaschen sind noch übrig!

Zu Besuch beim Biowinzer

Weingut Roland und Karin Lenz, Iselisberg bei Frauenfeld:

Donnerstag, 19. Juni 2014. Bei einer Führung durch die Weinberge steht die Bedeutung der Biodiversität im Vordergrund. Weitere Höhepunkte sind der Rundgang durch den Keller und die Degustation der Lenz-Weine.

Weingut Hirschhof in Westhofen, Rheinhessen:

Samstag, 14. Juni 2014 (1. Teil), und Samstag, 6. September 2014 (2. Teil). Weinseminar mit Winzer Tobias Zimmer und Diplom-Sommelier Dirk Wasilewski.

Mehr zu allen Delinat-Veranstaltungen unter www.delinat.com/veranstaltungen

Der Rebberg als vielfältige Mischkultur

Es gibt Weingüter, deren Rebberge in eine wilde, nahezu unberührte Natur eingebettet sind und so quasi mit einer gottgegebenen Biodiversität auftrumpfen können. Bei Massimo Maggio im Süden von Sizilien war dies nicht der Fall. Als er Anfang der Neunzigerjahre die Weinkellerei seines Vaters am Stadtrand von Vittoria übernahm, traf er eine komplett strukturierte Kulturlandschaft an, in welcher Vielfalt und Elemente der freien Natur weitgehend fehlten. Von Anfang an auf Qualitätsproduktion bedacht, war für ihn sofort klar, dass das traditionelle Schema des gemischten Anbaus zu einem Eckpfeiler seines biologischen Wirtschaftens werden müsse.

Massimo Maggio bei der Olivenernte
Massimo Maggio bei der Olivenernte

Angespornt von den Delinat-Richtlinien, die auf eine grosse Artenvielfalt abzielen, hat Massimo Maggio in den vergangenen 20 Jahren nicht nur alle seine Kulturen in die biologische Wirtschaftsweise überführt, sondern auch die Biodiversität vorbildlich gefördert. «Der erste Schritt war, bestehende Kulturen wie Agrumen und Olivenbäume am Rande unserer Rebberge zu erhalten und zu kultivieren. Dann haben wir angefangen, andere Bäume und Büsche zu pflanzen. Unser Ziel war es, so nahe wie möglich an die höchste Stufe der anspruchsvollen Delinat-Richtlinien heranzukommen», erklärt der naturverbundene Winzer.

Vielfalt im Weinberg

Das ist ihm hervorragend gelungen. Im grossen Stil wechseln in seinen Weingärten, die sich zum Teil über Dutzende von Hektaren in der Ebene ausdehnen, Reben ab mit Fruchtbaumreihen, Olivenhainen und Zitrusbäumen. Pinien, Nussbäume, Akazien, vereinzelt auch Zypressen setzen mit ihren hohen Kronen Akzente. Ökologische Hotspots mit aromatischen Wild- und Kulturkräutern, Bienenkästen, Steinhaufen, alles ist vorhanden. Zwischen den Rebzeilen fördert Massimo Maggio die Biodiversität mit der Einsaat von zahlreichen Leguminose-Arten. Er respektiert den Blühzyklus der verschiedenen Pflanzenarten und erhöht so ständig die Zahl der pflanzlichen Spezies in den Gassen. Verschiedene Parzellen werden nicht mehr gepflügt, um auch den Bodenmikroorganismen die Möglichkeit zur Vermehrung zu geben. Zusätzlich verbessert wird die mikrobiologische Bodenflora mit dem Einsatz von Pflanzenkohle. Diese wird auf dem eigenen Betrieb aus Schnittholzabfällen von Bäumen hergestellt und als gereifter Kohlekompost an in den Weinberg ausgebracht.

Landschaft und Wein profitieren

Schon heute erfüllt der Weinbau von Massimo Maggio das höchste Niveau der Delinat-Anforderungen. Für den Patron keine Grund, die Hände in den Schoss zu legen. «Wir werden weiterhin neue Bäume in den Rebbergen pflanzen und Ökoinseln anlegen“, sagt er. Auch ist der Winzer auf der Suche nach alten lokalen Fruchtsorten. „Wir wollen einen Bauerngarten anlegen mit Früchten und Gemüse, die eine schöne alte Tradition haben, aber leider fast gänzlich von den Tischen der Konsumenten verschwunden sind.»

Mit seinen intensiven Massnahmen zur Aufwertung der Biodiversität hat Massimo Maggio nicht nur das Landschaftsbild seiner Region optisch aufgewertet. Für ihn ist klar, dass auch die Weine davon profitieren: «Wir sind überzeugt, dass der biologische Anbau und die Biodiversität die Qualität unserer Weine verbessert. Wenn die Reben im Wettbewerb stehen zu anderen Arten und diversen Mikroorganismen, werden sie gestärkt. So sind sie in der Lage, ohne grosse Eingriffe durch Menschenhand gesunde, aromatische Trauben zu produzieren, die vielschichtige, authentische Weine hervorbringen.»

Ökologie funktioniert auch bei «Grossen»

Das Weingut Maggio ist der Beweis dafür, dass selbst ein Grossbetrieb mit über 100 Hektar auf höchstes ökologisches Niveau gebracht und wirtschaftlich erfolgreich geführt werden kann. Massimo Maggio hat das Delinat-Ideal der Biodiversität und Mischkulturen zu einem umfassenden Konzept entwickelt. Alle Bäume, Büsche, Kräuter und sogar Begrünungsmischungen wurden mit der Hintergrundplanung einer wirtschaftlichen Nutzung angelegt. So kann das Weingut heute neben feinen Weinen viele andere biologische Produkte anbieten. Aus eigenem Getreide entstehen feine Pasta, die Oliven werde zu einem Premium-Öl extra vergine verarbeitet, aus Orangen entsteht leckere Konfitüre nach einem alten Rezept der Grossmutter und die Kräuter aus den Ökoinseln in den Weinbergen werden zusammen mit Meersalz aus den Salinen der Gegend zu würzigen Kräutersalzen verarbeitet. Aus dem noch um einiges breiteren Produktesortiment von Massimo Maggio hat Delinat ein attraktives Biodiversitätspaket geschnürt, das ab sofort bestellt werden kann.

Auf ein Glas mit… Künstler Wetz

Der Luzerner Künstler Wetz hat den legendären Landessender Beromünster zu einem Gesamtkunstwerk umfunktioniert. Regional, national und international bekannte Künstler stellen hier aus. Auch die Weinkultur kommt nicht zu kurz. Wir unterhielten uns mit Wetz bei einem guten Tropfen über sein Lebenswerk, seine Meinung zu Wein aus biologischem Anbau und seine persönlichen Vorlieben.

Wetz

Als der Schweizerische Landessender Beromünster Ende 2008 stillgelegt wurde, konnten Sie das alte Sendegebäude übernehmen. Das war bestimmt ein guter Grund, mit einem feinen Glas Wein anzustossen…
Wetz: Ja, das kann man wohl sagen. Das Kunst- und Kulturzentrum Beromünster kommt mir heute vor wie ein Wunder. Es ist für mich zu einem Lebenswerk geworden und immer wieder ein Glas Wein wert.

Persönlich
Der Luzerner Künstler Wetz wurde 1961 in Wolhusen als Werner Zihlmann geboren. Als gelernter Hochbauzeichner und Psychiatriepfleger bildete er sich an der Kunstgewerbeschule Luzern und an der Hochschule der Künste in Berlin sowie bei anderen Gelegenheiten zum freischaffenden Künstler weiter. Von 2003 bis 2010 führte er zusammen mit Bauer Bernhard Zemp das KKL Uffikon, ein ländliches Kulturzentrum, das weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Als dieses aus politischen Gründen geschlossen werden musste, baute er im alten Sendegebäude des stillgelegten Landessenders Beromünster das «Gesamtkunstwerk » Kunst und Kultur Landessender Beromünster auf. Wetz hat sich auch als praktizierender Maler, Skulptur- und Performance-Künstler einen internationalen Namen geschaffen.

Wie kam es überhaupt dazu?
Der Landessender Beromünster hatte international eine riesige Ausstrahlung. Im zweiten Weltkrieg hat er als unabhängiger Nachrichtensender Tausende von Menschenleben gerettet. Später, in der modernen Radiolandschaft, nahm seine Bedeutung ab. Und als festgestellt wurde, dass mit der ständig ausgebauten Sendeleistung die Abstrahlungsgrenzwerte überschritten wurden und die Kühe des benachbarten Bauern deswegen plötzlich keine Milch mehr gaben, wurde der politische Druck zu gross. Der Sender musste Ende 2008 stillgelegt werden.

Und dann kamen Sie mit der Idee, im alten Sendegebäude ein Kunst- und Kulturzentrum einzurichten?
Wir mussten zu dieser Zeit gerade unser sehr erfolgreiches Kunstund Kulturzentrum im kleinen Luzerner Bauerndorf Uffikon aus politischen Gründen aufgeben. Das Bedauern darüber war so gross, dass wir viele Anfragen aus dem In- und Ausland erhielten, etwas Ähnliches an einem andern Ort aufzubauen. Wir entschieden uns dann für das alte Sendegebäude vom Landessender Beromünster.

«Radio Beromünster» hatte einst eine Ausstrahlung ins ganze deutschsprachige Europa. Wie gross ist heute die Ausstrahlung von Kunst und Kultur Landessender Beromünster (KKLB)?
Mit dem Landessender Beromünster und Wetz sind zwei bekannte Marken zusammengekommen. Das war ein Glücksfall und hat dazu geführt, dass das neue Kulturhaus sofort sehr erfolgreich war.

Was wird konkret geboten?
Wir zeigen Ausstellungen von international, national und regional renommierten Künstlern. Das KKLB kann aber auch für Seminare und Anlässe gebucht werden. Und jeden Sonntag um 14 Uhr gibt es öffentliche Führungen. So sprechen wir einerseits ein begeistertes Fachpublikum und gleichzeitig breite Bevölkerungsschichten an.

Hat auch Weinkultur Platz?
Weinkultur ist bei uns ein wichtiger Aspekt. Wir sind ja nicht einfach ein Museum, wo man kommt, schaut und wieder geht. Sondern wir sind ein Kulturhaus, wo man verweilt. Kunst und Kultur werden durch Führungen hautnah vermittelt, und danach bleibt immer Zeit für ein Glas Wein in unseren sehr schön gestalteten Räumen.

Sie betonen, dass Ökologie im KKLB generell eine wichtige Rolle spielt. Wie kommt das konkret zum Ausdruck?
Wir betrachten das KKLB als Gesamtkunstwerk, bei dem die Ökologie eine wichtige Rolle spielt. In der Art, wie wir Kunst und Kultur betreiben, brauchen wir sehr viel Strom. Wir stellen diesen mit Solarenergie vollständig selber her. Auch bei den Speisen und Getränken, die wir anbieten, achten wir stark auf regionale und ökologische Herkunft.

Wie sieht es denn beim Wein aus?
Wir haben nur ein kleines Weinangebot. Hier zählt vor allem die Regionalität. Es gibt Wein aus dem Kanton Luzern, aber natürlich auch aus dem nahen Ausland, etwa Italien. Biowein ist schon länger ein Thema, bisher hat sich aber niemand richtig darum gekümmert. Persönlich finde ich zum Beispiel den Massonero aus der Toskana von Delinat sensationell. Ich glaube, den sollten wir in unser Angebot aufnehmen…

Was halten Sie generell von Wein aus biologischem Anbau?
Ich behaupte, dass biologische Weine andere übertrumpfen. Ein sanfter Umgang mit der Natur ist nicht nur besser für unsere Umwelt, es wirkt sich letztlich auch positiv auf den Geschmack eines Weines aus, wenn auf Chemie verzichtet wird.

Sie nicht nur Chef des KKLB, sondern auch praktizierender Künstler. Hilft ein Glas Wein beim Malen weiter?
Bei der Kunstproduktion spielt Wein bei vielen Künstlern eine wichtige Rolle, kann aber auch zu grossen Alkoholproblemen führen. Meine Devise: Zur Betrachtung des geschaffenen Werks passt ein Glas Wein hervorragend, aber nicht bei der Produktion. Da wird es gefährlich.

Wo liegen Ihre Vorlieben beim Wein?
Ich bin kein Weinkenner. Grundsätzlich sagen mir aber vor allem Italiener zu, und zwar solche, die nicht zu viel Widerstand leisten. Weiche, geschmeidige, fruchtbetonte Weine aus der Mittelklasse mag ich am liebsten.

Welches war der beste Wein, den Sie je getrunken haben?
Das war ein ganz einfacher Italiener. An den Namen erinnere ich mich nicht mehr, denn ausschlaggebend war nicht der Wein, sondern die Umstände, die ihn unvergesslich machten. Ich trank ihn an einem Tanzabend, an dem ich meine Frau Olivia kennenlernte.

Wetz‘ Weintipp:
Der Massonero ist ein Italiener, wie ich sie mag. Mit seiner geschmeidigen und harmonischen Art bietet er kaum Widerstand und wirkt am Gaumen wunderschön rund und fast schon ein bisschen lieblich. Ein toller Wein, den ich am liebsten zu einem guten Biersau- Kotelett aus dem Nachbarstall trinke.

Massonero
Chianti Colli Fiorentini DOCG 2011
Tenuta San Vito
www.delinat.com/3346.11

Jagd auf Traubenwickler und Mäuse

Das Fledermaus-Projekt von Albet i Noya in Katalonien hat Schule gemacht: Jetzt hat auch Winzer Carlos Laso vom Weingut Pago Casa Gran im Hinterland von Valencia einen Nistkasten für Fledermäuse aufgestellt. Die nachtaktiven Jäger sollen den im Weinbau gefürchteten Traubenwickler – ein Falter, der grosse Schäden anrichten kann – in Schach halten.

Nistkästen für Fledermäuse bei Albet i Noya

Zuoberst auf dem Pfahl hat Carlos noch einen Greifvogelsitz platziert. Ein idealer Stützpunkt für Bussard & Co., um Jagd auf Mäuse zu machen.