WeinLese 58: Kurz & bündig

Hälfte der Rebfläche in Gefahr

Weltweit ist mehr als die Hälfte der Rebfläche vom Klimawandel bedroht. Bei einer Erwärmung von 2 Grad, wie vom Pariser Abkommen vorgesehen, könnten 56 Prozent der aktuellen Weinregionen verschwinden. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und französische Forscher vom Nationalen Forschungsinstitut für Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt, wie aus einem Bericht der amerikanischen Zeitschrift PNAS hervorgeht. Am stärksten betroffen wären Regionen mit bereits warmem Klima wie Italien und Spanien, wo 65 Prozent der Rebflächen gefährdet sind. Die Forscher weisen darauf hin, dass die Verluste durch Ausweichen auf hitzebeständigere Sorten gemildert werden können und gleichzeitig durch den Klimawandel an anderen Orten neue Weinbaugebiete entstehen könnten. Die Autoren der Studie gehen zum Beispiel davon aus, dass im Burgund der traditionelle Pinot Noir etwa durch Mourvèdre oder Grenache ersetzt werden könnte, Rebsorten, die Hitze mögen. Die Delinat-Winzer werden sich mit dem Thema im Rahmen eines Winzerseminars beschäftigen.

«Wasserschlange» im Piemont

Teich auf dem Weingut La Luna del Rospo

Auf der Azienda La Luna del Rospo im Piemont hat Winzerin Renate Schütz mithilfe von Permakultur-Spezialist Jens Kalkhof vor ihrem Weinkeller einen Teich ausgehoben, um anfallendes Regenwasser zu speichern und damit die neu geschaffene Gemüseterrasse sowie die angrenzenden Reben mit Bodenfeuchtigkeit zu versorgen. Von der Wirkung der neuen «Wasserschlange von La Luna del Rospo», wie die Winzerin ihren Teich nennt, ist sie ganz begeistert: «Auch bei starken Regenfällen bewährt sie sich fantastisch. Der Überlauf funktioniert wie geplant, auch wenn den Wirsingköpfen zuweilen das Wasser bis zum Hals steht …»

Barolo-Partnerwinzer für Delinat

Enrico Rivetto

Im Piemont ist der biologische Weinbau noch wenig verbreitet, erst recht im prestigeträchtigen Barolo-Gebiet. Einer, der seit 2009 konsequent auf ökologischen Anbau setzt und jetzt neu mit Delinat zusammenarbeitet, ist Enrico Rivetto in Serralunga d‘Alba. Er hat in der jüngeren Vergangenheit stark in die Biodiversität investiert und über 500 Bäume (Eichen, Eiben, Ahorn, Limetten, Birken, Kastanien, Kaki, Walnuss) sowie verschiedene Sträucher (Rosmarin, Salbei) gepflanzt. Ab dem Jahrgang 2019 tragen die Rivetto-Weine nun auch das Demeter-Label. Enrico ist damit der erste biodynamische Barolo-Winzer. Von der eigenen Wirtschaftsweise ist der neue Delinat-Partnerwinzer mittlerweile so überzeugt, dass er sagt: «Ich hoffe, dass sich der biologische und biodynamische Weinbau in den Langhe-Hügeln von Barolo und Barbaresco rasch ausbreitet.»

Beliebte Weinkurse

Die Delinat-Weinkurse, allen voran der Basiskurs, erfreuen sich weiterhin grosser Beliebtheit. Noch nie wurden in der Schweiz und in Deutschland so viele Kurse durchgeführt wie 2019. An den insgesamt 151 Weinkursen (Vorjahr: 127) nahmen 2145 Personen teil (Vorjahr: 1747). Besonders erfreulich: Es gelang, vermehrt auch ein jüngeres Publikum für die verschiedenen Weinthemen zu begeistern. Auch im laufenden Jahr hält die grosse Nachfrage an. Das Delinat- Kursangebot ist unter www.delinat.com/veranstaltungen zu finden.

Erneut schwieriges Honigjahr

2019 war für Imker ein schweres Jahr

Die schlechten Honigjahre halten europaweit an: 2019 war auch für die Delinat-Imker das dritte Jahr in Folge mit magerer Ernte. In Bulgarien war das Frühjahr regnerisch und kühl, was die Erntemenge von Akazienhonig drastisch reduzierte. In Kalabrien gab es wetterbedingte Probleme während der Zitronenblüte. In Spanien litten die Bienen bereits im Frühjahr unter starker Trockenheit. Diese hielt lange an und hatte Folgen für die Lavendelblüte, was wiederum zu einer sehr kleinen Lavendelhonigernte führte. Einzig in Norditalien fielen die Erntemengen halbwegs zufriedenstellend aus. Aufgrund langjähriger Beziehungen konnte sich Delinat die gewünschten Mengen an qualitativ hochwertigen, handwerklich hergestellten Biohonigen gleichwohl sichern, sodass keine Lücken im vielfältigen Sortiment entstanden.

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WeinLese 57: Kurz & bündig

Winzer des Jahres im Languedoc

Delinat-Winzer Louis Fabre von Château Coulon

«Le Guide Hachette des Vins», der älteste und meistverkaufte Weinführer Frankreichs, hat Delinat-Winzer Louis Fabre von Château Coulon zum Winzer des Jahres 2020 im Languedoc gekürt. Louis Fabre repräsentiert eine der ältesten Winzerfamilien im Languedoc – ihre Geschichte geht bis auf das Jahr 1605 zurück. Mit der Auszeichnung zum Winzer des Jahres werden vor allem das über 30-jährige Engagement für den biologischen Weinbau sowie die Verdienste als Botschafter der Weine aus dem Languedoc gewürdigt. «Wir freuen uns sehr über diese Auszeichnung. Es ermuntert uns, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen», erklärt Louis Fabre.

Aufstieg in die Weltklasse

 Oliver und Carolin Spanier-Gillot

Die beiden biodynamischen Weingüter Battenfeld-Spanier und Kühling-Gillot in Rheinhessen, die vom Ehepaar Oliver und Carolin Spanier-Gillot geführt werden, gehören schon länger zur deutschen Weinelite. Im November 2019 wurden sie und ihre Riesling-Weine vom Weinguide «Gault&Millau» mit neuen Lorbeeren überschüttet. Battenfeld-Spanier erhielt die höchste Auszeichnung von 5 Trauben und steigt damit zum Weltklasse-Weingut auf. Kühling-Gillot wurde mit 4 Trauben ausgezeichnet (deutsches Spitzenweingut). Delinat arbeitet seit rund fünf Jahren mit Oliver Spanier und Carolin Spanier-Gillot zusammen.

Rückhaltebecken überflutet

Unermüdlich hat Winzer Carlos Laso auf seinem Weingut Pago Casa Gran im Hinterland von Valencia in den vergangenen Jahren im Sinne der Permakultur viele Retentionsflächen für Regenwasser geschaffen. Im vergangenen September wurden nach überaus heftigen Gewittern alle Rückhalteflächen überflutet, mit Sedimenten gefüllt und teilweise beschädigt. Dank den Permakulturmassnahmen konnten noch grössere Schäden durch Überschwemmungen und Erosion verhindert werden. Das Wetterphänomen «La Gota Fría» ist an der spanischen Ostküste bekannt; so hart wie im vergangenen Herbst traf es die Region aber seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Carlos Laso will nun noch mehr und noch grössere Retentionsflächen realisieren, um für solche Ereignisse besser gerüstet zu sein und auch in langen Trockenperioden über genügend Wasserreserven für seine Reben zu verfügen.

Tragisches Insektensterben

Krefelder Insektenstudie

Seit der weltweit beachteten «Krefelder Insektenstudie» ist bekannt, dass der Bestand an Fluginsekten selbst in Naturschutzgebieten in den letzten 30 Jahren um über 70 Prozent zurückgegangen ist. Neuste Ergebnisse einer Studie der Technischen Universität München mit einem internationalen Forscherteam zeigen ein noch schlimmeres Bild: Alleine in den letzten neun Jahren ging in den jährlich erprobten Gründlandstandorten die Biomasse um 67 Prozent, die Individuenzahl um 78 Prozent und die Artenzahl um 34 Prozent zurück. Betroffen sind auch die Insekten im Wald. Hier ging die Insektenmasse zwischen 2008 und 2017 um 41 Prozent zurück, und die Artenvielfalt sank um 36 Prozent. Laut Studie steht das Insektensterben in direktem Zusammenhang mit der heute praktizierten Landund Forstwirtschaft. Die an der Studie beteiligten Wissenschaftler fordern einen Paradigmenwechsel in der Naturschutzund Landnutzungspolitik auf nationaler und internationaler Ebene. Es besteht der Verdacht, dass das Insektensterben verheerende Folgen für die Bodenfruchtbarkeit und die Befruchtung von Obst-, Gemüse- und Feldkulturen hat. Diesbezüglich liegen aber noch zu wenig konkrete Forschungsergebnisse vor.

Naturkork im Aufwind

Korkindustrie Trier, ein deutscher Veredelungsbetrieb für Naturweinkorken und Sektkorken im hochwertigen Bereich, feiert 2020 das 10-jährige Jubiläum des OrganiQork. Dieser Naturkorken kommt ganz ohne Bleichung und synthetische Behandlungsmittel wie Silikon und Paraffin aus. Der ungebleichte Korken wird nur mit Bienenwachs und pflanzlichen Ölen beschichtet. Mittlerweile umfasst diese ökologische Korklinie ein Drittel der Produktion von Korkindustrie Trier. Delinat verwendet diese Korken seit rund fünf Jahren.

WeinLese 55: Kurz & bündig

Nachhaltigkeitspreis

Seit 2014 vergibt Delinat jedes Jahr an langjährige und besonders verdienstvolle Mitarbeitende den Nachhaltigkeitspreis. Dieses Jahr fiel die Wahl auf Elena Ivanova. Delinat-Chef Karl Schefer überreichte Elena, die trotz Muskeldystrophie seit Jahren mit grossem Einsatz in der Debitorenbuchhaltung arbeitet, den Nachhaltigkeitspreis. «Dieser Preis bedeutet mir sehr viel und ich freue mich riesig darüber», kommentierte die völlig überraschte Geehrte anlässlich der Preisübergabe im Juni 2019 am Delinat-Hauptsitz in St. Gallen. «Es ist schön, in einem Unternehmen zu arbeiten, das meine Fähigkeiten schätzt, mich genauso behandelt wie meine Arbeitskollegen ohne Handicap und sich für die Natur einsetzt.»

Neuer Weinshop in Hamburg

In Deutschland sind Delinat-Weine bisher ausschliesslich über den Versandhandel verfügbar. Doch schon bald können sich Delinat-Kunden in Hamburg vor Ort von den Tropfen aus reicher Natur überzeugen. Im Herbst/Winter 2019 öffnet der erste Standort in den umgebauten Städthöfen im Herzen von Hamburg seine Türen. Im ersten Delinat-Weinshop Deutschlands warten 100 Weine darauf, entdeckt zu werden. Im angrenzenden Weinbistro können Weinfreunde die charakterreichen Tropfen degustieren und vergleichen, aber auch fachsimpeln, diskutieren. Ergänzt wird das Angebot mit einem sehr einfach gehaltenen, Tapas-ähnlichen Food-Angebot – natürlich alles in bester Bio-Qualität. An wöchentlich durchgeführten Weinkursen und geführten Vergleichsdegustationen wird der Gast zudem noch tiefer in die Delinat-Welt eintauchen können. Delinat plant für 2020 weitere Weinshops in München und Stuttgart.

Innovationen am Winzerseminar

Ende März und Anfang April 2019 fanden in Italien und Spanien Delinat-Winzerseminare statt, an denen fast sämtliche Delinat-Weingüter vertreten waren. Die diesjährigen Themen waren Änderungen der Richtlinien, Präsentation der umgesetzten Permakulturmassnahmen auf Château Duvivier und Strategien zur Reduktion des Kupfereinsatzes gegen Falschen Mehltau. In Spanien fand zusätzlich ein Tagesseminar zum Keyline Management statt. Keyline ist ein Konzept aus der Permakultur. Es geht darum, durch eine ausgeklügelte Bodenbearbeitung das Regenwasser am Abfliessen zu hindern und maximal für die Kulturen zu nutzen. Die praktische Ausführung im Feld wurde mithilfe eines speziellen Geräts (Untergrundlockerer) demonstriert.

Brand bei Maggio Vini

Das Delinat-Weingut Maggio Vini in Sizilien wurde Mitte Juni von einer Feuersbrunst heimgesucht. Der Brand verwüstete zwei Hallen und alle Erntewerkzeuge. «Zum Glück waren weder Rebberge noch das Weinlager betroffen», erklärt Winzer Massimo Maggio, der auch Präsident des Konsortiums Cerasuolo di Vittoria DOCG ist. Gleichwohl entstand aber ein Sachschaden von 100 000 Euro. Die Brandursache stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Brandstiftung wird aber ausgeschlossen.

Gegen den Klimawandel

«Das Magazin», eine Wochenendbeilage von vier Schweizer Tageszeitungen, hat seine Märzausgabe 2019 dem Thema «Klimawandel» gewidmet. Der Wissenschaftsjournalist Mathias Plüss listet in diesem Heft 75 Dinge auf, die jede und jeder von uns tun kann, um einen Beitrag zu leisten zur Senkung des CO2-Ausstosses. Eine der Massnahmen ist dem Wein gewidmet. Der Autor weist darauf hin, dass 60 Prozent der Fungizide gegen Pilzkrankheiten in Europa in Rebbergen ausgebracht werden, obwohl diese nur 5 Prozent der Anbaufläche ausmachen. Um diesen Pestizideinsatz zu reduzieren, empfiehlt der Autor den Konsum von Wein aus neu entwickelten, pilzwiderstandsfähigen Traubensorten. Die Umstellung auf PIWI könne die Umweltfolgen des Weinkonsums halbieren, schreibt er. «Wem die Artenvielfalt wichtig ist, der achtet zusätzlich auf das Label Delinat», empfiehlt der Wissenschaftsjournalist weiter.

Kupfer bleibt erlaubt

Die Verwendung von Kupfer als Pflanzenschutzmittel bleibt im biologischen Anbau erlaubt: Der ständige Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel in Brüssel hat einer Verlängerung der Zulassung von Kupfer um sieben Jahre zugestimmt. Während des siebenjährigen Zulassungszeitraums dürfen die landwirtschaftlichen Betriebe insgesamt eine Höchstmenge von 28 kg reines Kupfer pro Hektar ausbringen, im Schnitt pro Jahr also 4 kg. Diese Regelung tritt ab 2021 in Kraft. Bis dahin sind weiterhin 6 kg/ha und Jahr erlaubt. Unabhängig davon gibt es in einzelnen Ländern wie Deutschland und Österreich bereits tiefere Werte. Delinat erlaubt max. 3,4 kg/ha (1 Schnecke), 2,9 kg/ha (2 Schnecken) und 2,4 kg/ha (3 Schnecken). Diese Werte sinken künftig pro Jahr weiter um jeweils 0,1 kg/ha.

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WeinLese 54: Kurz & bündig

Genussferien auf Château Duvivier

Mitte März begann die neue Feriensaison auf Château Duvivier in der Provence. Einzelne Wochen sind bereits ausgebucht, andere bieten noch genügend Platz für eine abwechslungsund lehrreiche Ferienwoche. Im charmanten Schloss bieten 17 individuell gestaltete Zimmer in ruhiger idyllischer Landschaft eine behagliche Unterkunft. Neuer Gastgeber ist Hans Wagenhaus, ein Gastro-Profi mit 40 Jahren Erfahrung in 17 Ländern. Abends verwöhnt er mit einem saisonalen, marktfrischen Mehrgangmenü und einer reichen Weinauswahl aus dem Delinat-Sortiment. Zum neuen Ferienangebot gehören wöchentliche Rebberg-Rundgänge mit Winzer Erik Bergmann sowie verschiedene Kurse zu den Themen Wein, Wine and Food Pairing und Permakultur. Details und Buchungen unter www.chateau-duvivier.com

Beliebt: Kurse und Reisen

Das Kurs- und Reiseangebot von Delinat erfreute sich 2018 grosser Beliebtheit. Die Zahl der in der Schweiz und in Deutschland angebotenen Kurse und die Teilnehmerzahlen erreichten Rekordwerte. Insgesamt nahmen in zahlreichen Städten der Schweiz und Deutschlands rund 1800 Personen an über 140 Kursen zu verschiedenen Themen rund um Wein und Speisen teil. Besonders erfreulich: Es sind auch immer mehr junge Kursteilnehmer mit von der Partie.

Die Wein- und Genussreisen waren fast alle ausgebucht: Rund 200 Teilnehmer erlebten auf neun Reisen in verschiedenen Weingebieten Europas die Delinat-Methode hautnah und lernten die sympathischen Winzerfamilien persönlich kennen. Rund ein Drittel der Reisegäste entfiel auf die Weinkreuzfahrt mit der Sea Cloud II im Frühling 2018 von Barcelona nach Nizza. Das aktuelle Kurs- und Reiseprogramm 2019 finden Sie unter www.delinat.com/veranstaltungen

Beethoven bei Osoti

In absoluter Stille und Ruhe, nur begleitet von Ludwig van Beethovens klassischer Musik wie «silencio» und «Mondscheinsonate», reifen neuerdings die edlen Barriqueweine von Francisco Ruiz. Der Rioja-Winzer hat auf seinem Weingut Osoti einen neuen Barriquekeller in Betrieb genommen. Um den mächtigen Betonbau störungsfrei zu halten, hat der Winzer bewusst auf Wasser und Stromanschluss verzichtet. Bequeme Sessel laden zum Musikhören und Verweilen. Ein begrüntes Dach sorgt für ideales Klima im oberirdischen Keller. Vorgelagert ist ein kleiner Park, wo an warmen Tagen verschiedene Weinanlässe stattfinden.

Pilotversuche mit Bienen

Wie beim Wein legt Delinat auch bei der Honigproduktion strenge biologische Massstäbe an. Doch es gibt Möglichkeiten, die Bienenhaltung noch nachhaltiger und naturnaher zu gestalten. Klare Vorstellungen davon hat der kleine Schweizer Verein Free the bees. Er kämpft mutig für eine artgerechte Bienenhaltung, bei der nicht nur die Honigproduktion, sondern auch das Wohl der Bienen im Vordergrund steht. An einem von Delinat initiierten Seminar in Zürich liessen sich professionelle Imker aus Spanien, Italien und Bulgarien auf die Philosophie von Free the bees ein. Diese gründet auf der Zeidlerei, dem gewerbsmässigen Sammeln von Honig wilder und halbwilder Bienenvölker, wie es im Mittelalter verbreitet war. Die Delinat-Imker beteiligen sich nun während eines Jahres mit je etwa zehn Bienenvölkern an verschiedenen Pilotversuchen. Diese zielen nicht auf eine Rückkehr zur Zeidlerei ab, sondern auf eine extensivere Honigproduktion mit positiven Auswirkungen auf Natur, Ökologie und Gesundheit der Bienen.

Bodenfruchtbarkeit verbessern

Eine dem Standort angepasste, optimale Bodenfruchtbarkeit muss Ziel aller Delinat-Winzer sein, denn fruchtbare Böden können mehr Wasser und Nährstoffe speichern. Zudem gewährleistet eine optimale Bodenfruchtbarkeit die Ertragssicherheit und eine gute phenolische Reife der Trauben. Entscheidend für die Bodenfruchtbarkeit sind eine möglichst kontinuierliche Bodenfeuchtigkeit und ein hoher Humusgehalt. Delinat-Consulting hat ein neues Merkblatt in fünf Sprachen veröffentlicht, das den Winzern aufzeigt, mit welchen konkreten Massnahmen die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden kann. Dazu gehören eine zurückhaltende Bodenbearbeitung, eine optimale Begrünung mit Leguminosen und regelmässige Zufuhr organischer Substanzen (Mulch und Kompost).

WeinLese 53: Kurz & bündig

PIWI-Sorten im Aufwind

In Österreich sind vier neue Weisswein-Rebsorten für Qualitätswein zugelassen worden, drei davon sind PIWIs. Damit macht Österreich einen wichtigen Schritt Richtung Förderung pilzwiderstandsfähiger Sorten, die dank hoher Resistenz gegen Pilzkrankheiten wie Echter und Falscher Mehltau (Oidium und Peronospora) grosse ökologische Vorteile mit sich bringen: Verringerung der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel und somit weniger Traktorfahrten. Dadurch werden wiederum Schadstoffemissionen verringert und die Bodenverdichtung reduziert. Bei den drei neu zugelassenen PIWI-Sorten handelt es sich um Blütenmuskateller, Muscaris und Souvignier Gris. In Österreich, wo über 10 Prozent der Rebflächen biologisch bewirtschaftet werden, machen sich PIWI-Sorten in allen Weinbaugebieten bemerkbar. Daraus entstehen beachtliche Weine, wie internationale Bio- und PIWI-Weinprämierungen aufzeigen.

Generationenwechsel bei der Imkerei Gaupp

Vor über 40 Jahren wanderte das österreichische Paar Christoph und Silvia Gaupp-Berghausen nach Spanien aus und baute sich in einem ausgestorbenen Dorf in der Sierra de Guadalajara in Zentralspanien eine Bio-Imkerei auf. Seit vielen Jahren beliefern sie Delinat mit verschiedenen feinen Biohonigen. Jetzt haben sie die Imkerei in neue Hände übergeben: Tochter Malva Gaupp-Berghausen und ihr Mann David Nieto Jiménez führen sie im bisherigen Sinne weiter. Aufgrund des regenreichen Sommers war das Honigjahr 2018 in Spanien schwierig. So konnten Gaupps zum Beispiel keinen Rosmarinhonig ernten. Erfreulicherweise sind jedoch wieder Lavendel- und Wildblütenhonig aus Zentralspanien verfügbar. Klein sind die Erträge 2018 auch bei Luisa Fernández, unserer Bioimkerin in Asturien. Besser war es in Norditalien und Bulgarien, wo unsere Imker keine Ertragsausfälle vermelden.

Delinat-Weinlager an neuem Standort

Das Delinat-Zentrallager ist von Weil am Rhein nach Grenzach-Wyhlen umgezogen. Das neue Logistikzentrum in der Nähe von Basel wird seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr von einem externen Dienstleister, sondern wie in früheren Jahren wieder von Delinat selber bewirtschaftet. Ein achtköpfiges Team unter der Leitung von Antje Obatolu ist bestrebt, einen möglichst schnellen, zuverlässigen und ökologisch vorbildlichen Lieferservice anzubieten. Ein ausführlicher Bericht über die neue Delinat-Logistik und die damit verbundenen Neuerungen ist für die WeinLese 54 vom kommenden Mai geplant.

Neues Weindepot in Winterthur

Anstelle des bisherigen Weinshops im Alnatura-Bio-Supermarkt wurde Ende Oktober 2018 an der Technoparkstrasse 5 das neue Delinat-Weindepot Winterthur eröffnet. Hier sind das gesamte Delinat-Sortiment sowie alle Dienstleistungen verfügbar, das heisst nebst den Weinen auch Olivenöle, Essige, Honige und Spirituosen sowie Gläserservice, Recyclingstation usw. Auch haben die Kunden die Möglichkeit, im Weinbistro ein Glas Wein zu geniessen. Das Weindepot ist offen von Montag bis Freitag zwischen 16 und 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

Zu Gast auf der Sea Cloud

Alle zwei Jahre wird die Sea Cloud II für eine Woche zum Delinat-Weinschiff. Bei diesen exklusiven Weinkreuzfahrten auf dem Mittelmeer sind jeweils bis zu 70 Weinliebhaber mit an Bord. Im vergangenen Oktober haben nun die Verantwortlichen der Sea Cloud Delinat eingeladen, eine Kreuzfahrt von Tarragona über Mahón, Palma de Mallorca nach Valencia zu begleiten. Sommelier Dirk Wasilewski brachte 18 Delinat-Weine mit an Bord, führte Kurse, Degustationen und einen Landausflug zum Weingut Mas Igneus (Priorat) durch. Delinat war den meisten der 55 Gäste bis dahin unbekannt. Umso schöner, dass sie praktisch ausnahmslos begeistert reagierten auf die Weine und die strengen biologischen Anforderungen, die dahinterstehen. Im Mai 2020 wird dann die Sea Cloud II wieder zum Delinat-Weinschiff. Anmeldungen für die Kreuzfahrt von Rom nach Nizza: www.delinat.com/weinreisen

WeinLese 52: Kurz & bündig

Verluste wegen Mehltau

Verkehrte Weinwelt: Während die Winzer in nördlichen Gebieten 2018 mit viel Sonne und warmen Temperaturen verwöhnt wurden, mussten jene im Süden erneut grosse Ernteverluste in Kauf nehmen. Wegen starker Niederschläge und hoher Luftfeuchtigkeit in der besonders heiklen Phase der Blüte entwickelte sich im Süden hoher Krankheitsdruck durch Falschen Mehltau. Grosse Ernteeinbussen mit Verlusten von 20 bis 50 Prozent gab es vor allem in Südfrankreich, wo zum Teil auch unsere Winzer betroffen sind. Laut Daniel Coulon vom Weingut Beaurenard gab es in den letzten 50 Jahren in Südfrankreich noch nie eine so heftige Infektion. Auch deshalb fördert Delinat pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIs).

Neuausrichtung der Delinat-Shops

Die Delinat-Weindepots und -bars in der Schweiz eignen sich hervorragend für Kurse, Degustationen und andere Aktivitäten. Immer öfter werden sie von Firmen, Vereinen und Privaten gebucht, um ein Jubiläum oder einen runden Geburtstag mit einer unterhaltsamen Weindegustation zu feiern. Diese Möglichkeiten boten die beiden bisherigen kleinen Weinshops in Zürich und Winterthur nicht. Zu eng der Raum, zu eingeschränkt die Möglichkeiten innerhalb des Alnatura-Supermarkts. Daher wurden die bisherigen Standorte in Zürich und Winterthur geschlossen und durch zwei neue Lokale ersetzt, die die Anforderungen optimal erfüllen. In Zürich hat im September in der Nähe des Hauptbahnhofs ein kleiner, aber feiner Delinat-Shop seine Tore geöffnet. An der Technoparkstrasse in Winterthur wird dieser Tage ein neues Weindepot mit kleinem Bistro eröffnet.

www.delinat.com/weinshop-zuerich
www.delinat.com/weindepot-winterthur

Noch nie so früh geerntet

Noch nie in der traditionsreichen Geschichte des Weinguts Hirschhof in Rheinhessen begann die Weinlese so früh wie in diesem Jahr: Erntestart war bereits am 22. August 2018. Die zahlreichen Delinat-Kundinnen und -Kunden, die am diesjährigen Weintag vom 8. September auf dem Hirschhof teilnahmen, konnten deshalb kräftig mit anpacken – sehr zur Freude von Winzer Tobias Zimmer: «Wir haben seit Jahren nicht so schöne Trauben gelesen». Aus den geernteten St.-Laurent-Trauben wird übrigens ein Blanc-de-Noir-Schaumwein für den Delinat-DegustierService gekeltert.

Zehnmal Gold

An der Mundus-Vini-Sommerverkostung 2018 im deutschen Neustadt wurden Ende August über 4300 Weine blind verkostet, kritisch geprüft und bewertet. Die Medaillenvergabe war auf 40 Prozent der eingereichten Weine beschränkt. Für Delinat resultierte eine wahre Medaillenflut. Mit Gold ausgezeichnet wurden: Pastoret 2015 (Katalonien); Conterocca 2015 (Toskana); Casa Benasal Elegant 2015 (Valencia); Albet i Noya Reserva Martí (Penedès); Saxum Sauvignon Blanc 2017 (Rueda); Château Coulon Sélection spéciale 2016 (Corbières); Osoti Vendimia Seleccionada 2015 (Rioja); Dominio Basconcillos Roble 2016 (Ribera del Duero). Silber gab es für Château Duvivier Les Mûriers 2013 (Provence) und Valdega Reserva 2012 (Navarra). Die Weine Château Coulon Sélection spéciale und Osoti Vendimia waren zuvor schon an der 25. Internationalen Weinprämierung Zürich 2018 mit Gold ausgezeichnet worden.

Eine Übersicht aller Medaillengewinner finden Sie in unserem Webshop.

Wein aus reicher Natur auf der Rigi

Delinat-Weine erobern die Rigi, einen der beliebtesten Ausflugsberge der Schweiz. Das Hotel-Restaurant Zum Goldenen Hirschen auf Rigi-Klösterli setzt nicht nur auf der Speisekarte auf regionale und biologische Produkte, sondern neuerdings auch auf der Weinkarte. Vorerst werden sieben verschiedene Weine von Delinat-Winzern aus verschiedenen Ländern Europas angeboten. «Es ist uns ein Anliegen, möglichst regionale biologische Produkte und solche mit Fairtrade-Label zu verwenden», begründen Wally Begemann und ihr Team die Zusammenarbeit mit Delinat.

WeinLese 51: Kurz & bündig

Château Coulon expandiert

Louis Fabre von Château Coulon sorgt dafür, dass die nach der Delinat-Methode bewirtschaftete Rebfläche im Languedoc weiter zunimmt. Von seiner Cousine konnte er im Minervois, einem der ältesten Weinbaugebiete Frankreichs, einen 20 Hektar grossen Weinberg übernehmen. Sofort hat Louis Fabre hier mit der Umstellung auf biologischen Anbau begonnen. Nach der obligaten Umstellzeit von drei Jahren dürfte der eine oder andere Wein aus diesem Rebberg den Weg ins Delinat-Sortiment finden.

Erste Delinat-Weinbar eröffnet

Ende April 2018 wurde in Bern die erste Delinat-Weinbar eröffnet. In einem umgebauten Kellerlokal werden im Herzen der Altstadt über hundert Weine aus den ökologisch wertvollsten Rebbergen Europas ausgeschenkt. Dazu werden leckere Winzer-Plättli mit verschiedenen Fleisch- und Käsesorten aus der Region oder direkt vom Winzer serviert – alles in bester Bio-Qualität. Bewirtet werden die Gäste von einem Team um Marcel Lanz, der die Hotelfachschule absolviert und in verschiedenen Bars Erfahrungen gesammelt hat. «Der Standort Bern hat für uns Pilotcharakter. Wir können uns vorstellen, ähnliche Lokale in der Schweiz und in Deutschland zu eröffnen», erklärt Projektleiter Michel Fink. Die Delinat-Weinbar an der Spitalgasse 35 ist von Dienstag bis Samstag von 15 bis 22 Uhr geöffnet.

Stimmungsvolle Weinkreuzfahrt

Jedes zweite Jahr wird der stolze Windjammer Sea Cloud II zum Delinat-Weinschiff. Ende April 2018 war es wieder so weit: Nach 2014 und 2016 startete der imposante Dreimaster im Hafen von Barcelona mit rund 60 Gästen an Bord zur Weinkreuzfahrt 2018 Richtung Nizza. Unterwegs wurde in Sète und Marseille Halt gemacht. Landausflüge zu verschiedenen ökologischen Vorzeigeweingütern und ein reiches Kurs- und Degustationsangebot sowie Feierabendgespräche mit den Winzern auf dem Schiff gaben Einblick in die faszinierende Delinat-Weinwelt. Die nächste Delinat-Weinkreuzfahrt mit der Sea Cloud II ist für 2020 von Rom nach Nizza geplant. Mehr dazu ab Ende Oktober 2018 unter www.delinat.com/weinreisen

Weinversand im Wandel

Seit 20 Jahren bewirtschaften externe Dienstleister das Delinat-Lager in Weil am Rhein. Dieses System stösst an seine Grenzen und erfüllt die hohen Anforderungen, Wein sicher, schnell und möglichst ohne Verpackungsabfall auszuliefern, nicht mehr. Deshalb nimmt Delinat die Logistik ab 2019 wieder selber in die Hand. Wichtiger Teil des neuen Konzepts ist die Schaffung eines umfassenden Sammelstellennetzes für die Weinkartons. Erklärtes Ziel ist es, einen zuverlässigen, schnellen und vor allem noch ökologischeren Lieferdienst zu gewährleisten, bei dem Weinkartons im Durchschnitt rund sechs Mal verwendet werden können. Wie das neue Versandkonzept im Detail aussieht, erfahren Sie im Blog-Beitrag «Weinversand im Wandel».

Lenz: Biowinzer des Jahres

Nach 2015 kürte das Weinmagazin «Vinum» das Weingut von Roland und Karin Lenz in Uesslingen auch 2018 zum Schweizer Biowinzer des Jahres. Dieser Titel geht jeweils an jenen Winzer, der im Rahmen des Schweizer Bioweinpreises mit seinem bestklassierten Weiss- und Rotwein die höchste Durchschnittsnote erreicht. Insgesamt beteiligten sich diesmal 36 Winzerinnen und Winzer mit 175 Weinen am Wettbewerb. Die Weine wurden in einem zweistufigen Auswahlverfahren von einer Fachjury blind verkostet und bewertet. Das Weingut Lenz arbeitet eng mit Delinat zusammen. Roland Lenz: «Dass wir zum zweiten Mal zum Schweizer Biowinzer des Jahres gewählt wurden, macht uns doch ein wenig stolz.»

WeinLese 49: Kurz & bündig

Neue Winzer aus Frankreich

Drei namhafte Weingüter aus Frankreich arbeiten neu mit Delinat zusammen. In Châteauneuf-du-Pape führen die Brüder Daniel und Frédéric Coulon in siebter Generation die renommierte Domaine de Beaurenard. Das Weingut überzeugt mit typischen, oft preisgekrönten Châteauneuf-du-Pape-Weinen. Eine Besonderheit ist die Einzellage Boisrenard, die schon seit 1695 zur Domaine gehört und ausnahmslos mit dem Pferd bearbeitet wird.

Unweit des Städtchens Bergerac erzeugen Christophe und Bénédicte Piat auf Château Couronneau feine Bordeaux-Weine mit einem unglaublichen Preis-Genuss-Verhältnis. Die Reben erstrecken sich über 38 Hektar rund ums Schloss. Seit 1999 werden sie biologisch und seit 2009 biodynamisch bewirtschaftet. Auf den lehm- und kalkhaltigen Böden gedeiht vor allem Merlot.

In der wenig bekannten Appellation Cahors im Südwesten Frankreichs erzeugt die Familie Fournié auf Château Haut-Monplaisir Weine, die man sonst mit Argentinien in Verbindung bringt: Malbec ist aber die typische Rotweintraube dieser Region und ergibt hier überaus lebendige und finessenreiche Tropfen.

Mit diesen drei neuen Weingütern aus Frankreich steigt die in Europa nach der Delinat-Methode bewirtschaftete Weinbaufläche um rund 130 Hektar an.

Delinat-WeinMarkt und Slow Food

Auch in diesem Jahr wird der Delinat-Weinmarkt die Slow-Food-Messen in der Schweiz und in Deutschland bereichern. Die nächsten Delinat-WeinMärkte mit Winzern aus verschiedenen Weinländern finden vom 2. bis 4. März 2018 in der Halle 4 der Bernexpo sowie vom 5. bis 8. April an der Slow Food Messe in Stuttgart statt.

Traumpaar des deutschen Weinbaus

Carolin Spanier-Gillot und Oliver Spanier (auf dem Bild mit Emil Hauser von Delinat) sind vom «Vinum Weinguide Deutschland 2018» zum «Winzer des Jahres» gewählt worden. Das Ehepaar führt zwei Weingüter in verschiedenen Gebieten Rheinhessens (Kühling-Gillot und Battenfeld Spanier) und arbeitet schon seit mehreren Jahren mit Delinat zusammen. Die Redaktion des erstmals erschienenen «Vinum Weinguide» bezeichnet die beiden als «Traumpaar des deutschen Weinbaus». Für Carolin und Oliver geht ein Traum in Erfüllung: «Winzer des Jahres zu werden, ist sicher die grösste Auszeichnung, die in Deutschland vergeben wird, und so etwas wie ein Ehrenpreis für das Lebenswerk – auch wenn wir uns trotzdem noch jung fühlen.» Bereits im letztjährigen «Gault Millau Weinguide Deutschland» figurierten die beiden Weingüter unter den 25 besten Deutschlands. Und Carolin Spanier-Gillot war vom «Falstaff- Magazin Deutschland» bereits zur deutschen Winzerin 2015 gekürt worden.

Innovatives Bewässerungskonzept

In Rekordzeit hat Carlos Laso auf seinem Weingut Pago Casa Gran im Hinterland von Valencia das von Delinat angeregte Bewässerungskonzept (WeinLese Nr. 47) umgesetzt. Mit einem Wasserrückhaltebecken und mehreren horizontal verlaufenden Gräben entlang der Rebparzellen wird Regenwasser zurückgehalten. Langsam kann es von hier aus in den Boden versickern, sodass die Reben auch in langen Trockenzeiten mit Feuchtigkeit versorgt werden. Bis das Rückhaltebecken ganz gefüllt ist, dürften etwa drei Jahre vergehen. In dieser Zeit sollte auch der Grundwasserspiegel langsam wieder ansteigen. Spätestens dann dürften auch lange, trockene Sommer den Reben auf Pago Casa Gran kaum noch etwas anhaben können.

Bio kann die Welt ernähren

Biologischer Landbau könnte die Welt in Zukunft ernähren, wenn wir uns weniger Verschwendung leisten und weniger tierische Produkte konsumieren. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL. Eine weltweite Umstellung auf biologischen Landbau könne zu einem umfassend nachhaltigen Ernährungssystem beitragen, wenn sie mit weiteren Massnahmen kombiniert werde, heisst es in einer Medienmittelung des FiBL vom November 2017. So gilt es etwa, den hohen Konsum tierischer Produkte zu reduzieren, weniger Kraftfutter in der Tierhaltung einzusetzen und Nahrungsmittelabfälle zu vermeiden. Ein solches Ernährungssystem hätte positive Auswirkungen auf wichtige Umweltaspekte wie Treibhausgasemissionen, Überdüngung und Pestizidverbrauch – und würde laut Studie trotz biologischer Bewirtschaftung nicht zu einem höheren Landverbrauch führen.
Quelle: www.fibl.org

Weitere Beiträge aus der WeinLese 49:

WeinLese 47: Kurz & bündig

Grossandrang auf Duvivier

Die Ankündigung, dass Sylvia und Uwe Fahs 2017 die letzte Saison als Gastgeber auf Château Duvivier bestreiten (WeinLese Nr. 45), hat zu einem regelrechten Ansturm auf die Ferienresidenz geführt: Für das laufende Jahr sind sämtliche Zimmer ausgebucht. Damit erlebt das Gastgeberpaar nochmals eine strenge Zeit, bevor es Ende November in den wohlverdienten Ruhestand tritt. «Es wird uns warm ums Herz bei so viel Anerkennung», freuen sich Sylvia und Uwe Fahs über das ausgebuchte Haus. Und weiter: «Gibt es etwas Schöneres, als nochmals alle unsere lieben Gäste zu treffen, um auf Wiedersehen zu sagen und für die vielen Wochen, die sie bei uns zu Gast waren, zu danken? Merci beaucoup!»

Schweizer Bioweinpreis 2017

Beim vierten von der Weinzeitschrift Vinum organisierten Schweizer Bioweinpreis gab es eine Rekordbeteiligung: 53 Winzer reichten 213 Weine ein. Als Biowinzer des Jahres 2017 wurde Marco Casanova vom Walensee ausgezeichnet, dicht gefolgt vom Sieger im Jahr 2015, Roland Lenz aus dem thurgauischen Uesslingen. Roland Lenz, der eng mit Delinat zusammenarbeitet, war im Final mit nicht weniger als acht Weinen vertreten und erreichte von allen 53 Betrieben am meisten Spitzenplätze. Ebenfalls sehr gut abgeschnitten hat auch die Domaine de la Maison Carrée aus Auvernier am Neuenburgersee. Mit diesem Weingut arbeitet Delinat neu zusammen.

Frostschäden in ganz Europa

In weiten Teilen Europas hat Spätfrost im April grosse Schäden in den Rebbergen angerichtet. In der Ostschweiz sind auf dem Bioweingut von Roland Lenz rund 60 Prozent der Haupttriebe erfroren. Bei den deutschen Delinat-Winzern war das Weingut zur Römerkelter in der Mosel stark betroffen. «Ich rechne mit einem Ertragsausfall von gut 40 Prozent», meldet Timo Dienhart. Etwas weniger dramatisch ist die Lage beim Weingut Pflüger in der Pfalz, beim Weingut Hirschhof in Rheinhessen und bei den Winzern in Österreich. Ebenfalls glimpflich davongekommen sind die Domaine Lignères und Château Coulon in Südfrankreich. In Norditalien (Piemont und Veneto) hielten sich die Schäden ebenfalls in Grenzen. In der spanischen Ribera del Duero dagegen gab es Frostschäden, «wie man sie noch nie erlebt hat». Auf dem Weingut Basconcillos (rund 1000 m ü.M.) erlitten praktisch alle Rebstöcke Schäden.

Kostbares Regenwasser

Auf der Bodega Pago Casa Gran in der Region Valencia lässt Winzer Carlos Laso derzeit ein Retentionsbecken erstellen, in dem er wertvolles Regenwasser sammelt. Hauptziel des durchlässigen Beckens ist eine langsame Anhebung des Grundwasserspiegels, was sich auf die Umgebung der Weinberge und die Reben positiv auswirken wird. Gleichzeitig übernimmt das Rückhaltebecken die Funktion eines Biotops mit reicher Pflanzen- und Tierwelt. Innovativ gibt sich der Winzer auch in einem anderen Bereich: Mit der Anschaffung einer Ölpresse will er aus Traubenkernen ein Pflanzenöl gewinnen. Dieses ist als umweltfreundlicher Treibstoff für seine Traktoren vorgesehen.

Auf grosser Fahrt von Barcelona nach Nizza

Zum dritten Mal ist die Sea Cloud II zwischen Barcelona und Nizza als Delinat-Weinschiff unterwegs (Sonntag, 29. April, bis Donnerstag, 3. Mai 2018). Segelromantiker und Weinliebhaber kommen auf dieser exklusiven Reise gleichermassen auf ihre Kosten. Mehrmals werden die Segel des majestätischen Windjammers per Hand gesetzt. Und auf hoher See wird gehobene Küchen- und Weinkunst geboten. An Bord und auf Landgängen lernen Sie sympathische Delinat-Winzer und deren Weine aus reicher Natur kennen. Neben spannenden Degustationen vermitteln Winzer und Delinat-Team in packenden Vorträgen viel Wissenswertes über die Faszination des biologischen Weinbaus mit grosser Biodiversität. Dazwischen bleibt viel Zeit zum Ausspannen, Geniessen und Diskutieren in geselligem Kreis.

Zusätzlich zur Schiffsreise kann ein zweitägiges Vorprogramm gebucht werden. Von Barcelona aus besuchen wir unter anderem Josep Maria Albet i Noya, den erfolgreichsten Biowinzer Spaniens, sowie das Weingut Mas Igneus im Priorat, das für seine grossartigen Weine aus spektakulären Lagen bekannt ist.

Weitere Informationen und Buchung: www.delinat.com/weinreisen

Jubiläumspaket «Exklusive Rotweine» aus dem DegustierService

30 Jahre Delinat-DegustierService – ein Grund zum Feiern. Zum runden Geburtstag wollen wir unseren treuen Kundinnen und Kunden etwas Gutes tun. Wir haben ein Jubiläumspaket geschnürt mit drei exklusiven Rotweinen, die eine ganz besondere Geschichte erzählen und durch den DegustierService zu «Publikumslieblingen» geworden sind. Das Paket überlassen wir Ihnen mit einem Jubiläumsrabatt von 30 Prozent. Und weil Schenken Freude macht, legen wir auch noch einen Profi-Korkenzieher bei.

Allen Nicht-DegustierService-Kundinnen und -Kunden bieten wir das Jubiläumspaket als attraktiven Einstieg in unser exklusives Rotwein-Abo an: Sie erhalten in der Folge dreimal pro Jahr portofrei ein Paket mit sechs Flaschen. Der Preis pro Paket liegt zwischen 100 und 160 Franken bzw. zwischen 80 und 120 Euro.

Wenn Sie nur das Jubiläumspaket (ohne Abo) möchten, dann wählen Sie die Option «nur Jubiläumspaket». Wenn Sie das Abo wählen, können Sie jederzeit wieder aussteigen – wie immer genügt ein Anruf oder ein E-Mail.

–> Zum Angebot

WeinLese 46: Kurz & bündig

Viel Volk am Delinat-WeinMarkt

Der zweite Slow Food Market in Bern vom 10. bis 12. März hat wiederum gegen 10 000 Besucherinnen und Besucher angelockt. Knapp 200 Produzenten boten ihre ökologisch und handwerklich erzeugten Lebens- und Genussmittel zur Degustation und zum Kauf an. Viel Beachtung fand der Delinat-WeinMarkt im Zentrum der Messehalle mit seinen über 20 Biowinzern aus ganz Europa und den Wein-Workshops. «Es war schön, mit anzusehen, wie wir das Berner Publikum mit unseren Tropfen aus reicher Natur begeistern konnten», erklärt Delinat-Marketingleiter Michel Fink.

Preis für Karin Schweizer

Wir sind auf gutem Weg, aber es warten weitere grosse Herausforderungen, wenn wir das noch brachliegende Potenzial beim biologischen Weinbau nutzen wollen. Das ist, auf einen Satz reduziert, die Bilanz, die Delinat-Gründer und Geschäftsführer Karl Schefer beim Jahresanlass im Januar vor versammelter Belegschaft in seinem ausführlichen Rück- und Ausblick gezogen hat. Wie jedes Jahr wurde auch für 2016 ein Nachhaltigkeitspreis für langjährige und verdienstvolle Mitarbeit vergeben. Über den mit 10 000 Franken dotierten Preis konnte sich diesmal Karin Schweizer freuen – und zwar ausgerechnet an ihrem 45. Geburtstag. Seit 12 Jahren ist sie nach innen und nach aussen die gute und stets hilfsbereite Fee im Delinat-Kundenservice.

Winzerseminar zur Permakultur

52 Delinat-Winzer aus ganz Europa nehmen am Winzerseminar vom 24. bis 27. Mai 2017 in Portugal und Spanien teil. Im Zentrum steht das Thema Permakultur. Der Begriff setzt sich aus den Wörtern «permanent» und «Agrarkultur» zusammen. Die Permakultur ist eine Bewirtschaftung, mit der Ökosysteme gestärkt, Bodenfruchtbarkeit erhöht, Bearbeitung vereinfacht und Ertrag gesteigert werden kann. Vorbild ist die Natur mit ihren geschlossenen Kreisläufen. Die Australier Bill Mollison und David Holmgren haben in den 1970er Jahren die Grundgedanken und den Begriff der Permakultur begründet. Die Permakultur beschreibt interessante Methoden, um in trockenen Gebieten den Boden das ganze Jahr fruchtbar zu erhalten. In ausgeklügelter Weise wird Regenwasser zurückgehalten, damit in Trockenperioden die Erde noch feucht bleibt (Wasser retention). Erfolgreiche Projekte im Alentejo (Portugal) und in der Extremadura (Spanien) werden bei diesem Winzerseminar besucht und die praktische Umsetzung an einem Modell geübt. Eine ausführliche Reportage über dieses hochaktuelle Thema lesen Sie in der nächsten WeinLese.

Rebentheater an der Mosel

«Rebentheater». So nennt Timo Dienhart vom Weingut zur Römerkelter an der Mosel sein jährlich wiederkehrendes Sommerspektakel. An drei Wochenenden zwischen Juni und September fällt auf dem Weingut für angemeldete Gäste der Vorhang. Alles beginnt mit einem Sektempfang auf dem Weingut. Danach zeigt Timo den Keller und die moderne Heiz-/Kühlanlage. Dann gibt es Kaffee und Kuchen, bevor die belebten Steilhänge des Honigbergs erkundet werden. Unterwegs erlebt man, was biodynamische Reb kultur und Biodiversität im Weinberg bedeuten. Letzter Akt im Rebentheater ist ein Vier-Gang- Menü mit korrespondierenden Weinen. Weitere Informationen und Anmeldung: www.roemerkelter.de

Senatore Cappelli

Die Familie Salustri baut auf ihrem Weingut in der Hochmaremma (Toskana) neben Reben und Oliven neu auch die alte Getreidesorte Senatore Cappelli an. Daraus lässt sich ein glutenfreies Biomehl gewinnen. Die bekannte Pasta-Manufaktur Fabbri in Florenz stellt daraus biologische Nudeln und Makkaronen her. «Diese Pasta ist schon im Geschmack ganz anders, man riecht das Getreide geradezu», freut sich Leonardo Salustri. Speziell ist auch die Herstellung. Nudelspezialist Fabbri setzt eine Pastamaschine ein, deren Düsen aus Bronze oder Kupfer gefertigt sind. Dadurch erhält die Pasta eine poröse Oberfläche, die den Geschmack betont und die Sugo besser aufsaugt. Die neuen Teigwaren sollen dereinst zusammen mit andern hofeigenen Produkten auch auf dem Agriturismo von Salustri angeboten werden.