WeinLese 62: Kurz & bündig

Drohne statt Traktor

Auf dem Bioweingut von Roland und Karin Lenz in der Ostschweiz kommen schon heute nur geringe Mengen an biologischen Spritzmitteln zum Einsatz. Der Grund: Auf dem Gut dominieren pilzresistente Sorten (PIWIs), die nicht oder nur minimal gegen Krankheiten geschützt werden müssen. Gleichwohl geht Roland Lenz auch in diesem Bereich in die Offensive: Im vergangenen Herbst haben Versuche mit Drohnen stattgefunden. Statt mit Traktor und Spritzgerät durch die Rebgassen zu fahren, wurden Sprühtests aus der Luft gemacht. Für Roland Lenz liegen die Vorteile einer Drohne auf der Hand: «Weniger Traktorfahrten bedeuten weniger Bodenverdichtung und Einsparung von Treibstoff. Die Drohne ist ausserdem schnell und präzis, was nicht nur zu Zeiteinsparungen führt, sondern auch zu weniger Spritzmittelverbrauch.» Derzeit erfolgen erste Ernsteinsätze mit der Drohne. Vier Hektar PIWI-Reben werden mit Pflanzenextrakten, Tees und Backpulver sowie zwei Hektar konventionelle Sorten wie Pinot Noir und Zweigelt mit traditionellen Biospritzlösungen aus der Luft behandelt. Ausserdem hat Roland Lenz damit begonnen, seine Weinberge in Mischkulturen zu verwandeln. Zu den Reben gesellen sich neu Haselnüsse, Mandeln und Weinbergpfirsiche. Bis 2022 entsteht so vorerst auf einer Rebfläche von 0,7 Hektar eine Mischkultur mit verschiedenen Früchten.

Delinat daheim: die virtuelle Variante

Ein paar Freunde zusammentrommeln und den Delinat-Weinexperten buchen: Das ist der beliebte Event «Delinat daheim», bei dem bei Ihnen zu Hause ein spielerischer Einstieg in die Degustiertechnik geboten wird. Weil dies derzeit pandemiebedingt nicht möglich ist, gibt es neu auch die virtuelle Variante «Delinat daheim online». Der Kurs wird ab 10 Personen/Haushalt angeboten, dauert ca. 1,5 Stunden und bietet neben einer professionellen Einführung ins Degustieren einen Einblick in die faszinierende Delinat-Methode. Zur Wahl stehen zwei Weinpakete (Basis oder Barrique), die vor dem Anlass per Post zugestellt werden. Die Kurskosten belaufen sich pauschal auf CHF 120.– / € 100,–. Hinzu kommen die Kosten für die benötigten Weinpakete.

Weitere Infos und Buchung: www.delinat.com/online-weinkurs

Biodiversitätsoffensive auf dem Hirschhof

Nach guten Erfahrungen mit den bisher gepflanzten Bäumen, Sträuchern und Kräutern investiert Hirschhof-Winzer Tobias Zimmer in Rheinhessen weiter in die Biodiversität. Diesen Frühling legt er einen neuen biologischen Hotspot mit heimischen Bäumen und Sträuchern wie Mandelbaum, Weinbergpfirsich, Felsenbirne, Schneeball, Blasenstrauch und Hundsrose (Weinrose) an. Ergänzend kommen Stein- und Totholzhaufen hinzu, die Kleintieren Unterschlupf bieten.

Winzerseminare online

Auch in Zeiten der Pandemie finden die jährlichen länderspezifischen Delinat-Winzerseminare statt, und zwar in Form von Online-Konferenzen. Im Dezember vergangenen Jahres haben 25 französisch sprechende Winzer am Seminar zum Thema «Agroforst und Weinbau» teilgenommen. Konkret ging es um den Einfluss von Bäumen im Rebberg auf Bodenfruchtbarkeit und Biodiversität. Bäume sind Lebensraum für viele verschiedene Vögel und Insekten. Fledermäusen dienen Bäume in den Reben als Orientierungshilfe bei der Jagd nach dem schädlichen Traubenwickler. Im Februar 2021 befassten sich 15 spanisch sprechende Winzer mit dem Thema «Erneuerbare Energie». Es ging darum aufzuzeigen, wo die Winzer im Keller und im Feld am meisten Energie einsparen können und welche Formen der erneuerbaren Energie auf einem Weinbaubetrieb installiert werden können. Weitere Online-Seminare zu Themen wie «Agrarökologie», «Agroforst » und «Schafe im Weinberg» sind in Planung.

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Hans Wüst
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