Nach uns die Sintflut?

Delinat-Gründer Karl Schefer über die Trinkwasserinitiative

Während die Schattenseiten der industriellen Entwicklung bis Mitte des letzten Jahrhunderts noch kaum sicht- und spürbar waren, so offensichtlich und beängstigend wurden sie es danach. Die Ausrede, es nicht besser gewusst zu haben, gilt seit Langem nicht mehr. Wenn unsere Enkel dereinst Bilanz über die «Errungenschaften» unserer Generation ziehen werden, dann dürfte diese wenig schmeichelhaft ausfallen.

Schon in den 1950ern war klar, dass das weit verbreitete Insektizid DDT verheerende Umweltschäden verursacht, Tiere und Menschen vergiftet. Und trotzdem wurde es in der Schweiz erst 1972 verboten, danach in Entwicklungsländern aber noch ein halbes Jahrhundert munter weiter gesprüht. Ebenfalls in den 1970ern wurde klar, dass der gigantische CO₂-Ausstoss nicht ohne Folgen bleiben wird. Auch der exponentiell ansteigende Schwund der Arten wurde vor mehr als einem halben Jahrhundert wahrgenommen. Und seit drei Jahrzehnten ist bekannt, wie gefährlich Kunststoffabfall und Mikroplastik in der Natur sind. All das hat aber nicht etwa zu einem Kurswechsel geführt. Obwohl Ursachen und Alternativen schon früh bekannt waren.

Ja-Parole zur Initiative für sauberes Trinkwasser

Wir sind die erste Generation von Menschen, die nicht nur all diese Zusammenhänge kennt, sondern auch Lösungen für sämtliche der anstehenden Probleme hätte. Und die trotzdem offenen Auges ihren zerstörerischen Weg weitergeht. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen globalen Kollaps vielleicht noch verhindern kann. Wie verrückt sind wir eigentlich? Warum tun wir so, als ob es kein Morgen gäbe? Oder ist uns tatsächlich egal, dass die Natur unheilbar zerstört wird und ob unsere Enkel noch überleben können?

Exemplarisch: die Landwirtschaft

Ein gutes Beispiel für diesen Irrsinn zeigt die Landwirtschaft. Es gibt mehr Kühe, Schweine und Hühner in der Schweiz als Menschen. Obwohl wir diese gar nicht ernähren können. Das Futter wird zum grossen Teil importiert. Die Zahl von 1,2 Millionen Tonnen kann sich niemand vorstellen. Das entspricht einem Konvoi von 48’000 der grössten 40-Tonnen- LKWs. Auch das unvorstellbar. Vielleicht aber so: Stossstange an Stossstange aneinandergereiht, würden sie die Strecke von St. Gallen nach Genf vier Mal belegen, alle vier Autobahnspuren voll. 1200 km Laster an Laster. Natürlich wird all dieses Futter verdaut und dabei jede Menge Dreck produziert. Das Treibhausgas Methan, 25 Mal schädlicher als CO₂, wird von den Kühen in grosser Menge gerülpst. Von der Gülle gibt es so viel, dass die Wiesen überdüngt und die Nitratwerte in Grundwasser und Bächen so hoch sind, dass mehrere Seen künstlich belüftet werden müssen, sonst würden sie kippen. Der Stickstoffüberschuss sorgt ausserdem dafür, dass Ammoniak und Stickoxide mit Wind und Wetter auch in entlegenste Regionen gelangen und Moore, Wälder, Weiden und Bergseen belasten. Resultat: Verarmung der Arten, die mit so viel Stickstoff nicht klarkommen. Wir zerstören systematisch unsere Lebensgrundlagen.

Die Zerstörung wird subventioniert

Doch der absolute Wahnsinn ist, dass die Vergiftung unserer schönen Natur von uns Steuerzahlern finanziert wird! 3’000’000’000 Franken fliessen jährlich in dieses falsche Anreizsystem. Und weil vier von fünf Steuerfranken in die Tierproduktion fliessen, darf man sich nicht wundern, dass die Ställe aus allen Nähten platzen. Das ist fatal, denn ausgerechnet Nutztiere sind bezüglich Umweltbelastung der schädlichste Sektor der Landwirtschaft. Wir können den Bauern aber keinen Vorwurf machen, denn die meisten haben gar keine Wahl. Die Politik hingegen hat sträflich versagt. Hat sich von der Agrarindustrie kaufen lassen. Immer wieder. Kein einziges Ziel der Landwirtschaft wird erreicht. Zu viel Pestizide, zu viel Nitrat, zu viel Antibiotika, zu wenig Biodiversität. Es ist ein Trauerspiel und ein veritabler Skandal. Und es wird höchste Zeit, dass die Bevölkerung dem Treiben Einhalt gebietet.

Am 13. Juni wird über die Trinkwasserinitiative abgestimmt. Und die Agrarindustrie wird mit Behauptungen und Falschmeldungen dafür sorgen, dass die Unsicherheit wächst. Umso wichtiger werden Stimmen von Menschen sein, die sich durch Fehlinformationen nicht beirren lassen und offen ihre Meinung kundtun.

Mächtige Gegner haben viel zu verlieren

Eine der Fehlinformationen zeigt schon grosse Wirkung: Gegner behaupten, dass bei Annahme der Initiative alle Lebensmittel teurer würden. Was für ein Blödsinn. Wir beweisen seit 40 Jahren, dass guter Wein, ökologisch und in Biodiversität gewachsen, kein bisschen teurer ist als konventioneller. Unsere Preisvergleiche in unabhängigen Weinwettbewerben zeigen eher das Gegenteil. Es fallen keine Kosten für teure Pestizide an, und wenn die richtigen Sorten gepflanzt werden, dann braucht es weniger Traktorfahrten. Ausserdem sind Ernteausfälle seltener. Insgesamt verdienen Delinat-Winzer deutlich mehr als ihre konventionellen Kollegen. Und das ausgerechnet in dem Landwirtschaftsbereich, in dem weltweit mit Abstand die meisten Pestizide eingesetzt werden! Nein, die Annahme der Initiative führt nicht zu Preisanstiegen. Und die Bauern brauchen auch keine Angst vor Preisverfall zu haben. Diese Ängste sind unbegründet und basieren auf gezielten Fehlinformationen.

Das Initiativkomitee hat die Argumente akribisch und wissenschaftlich zusammengetragen. Wenn Sie Fragen oder die leisesten Zweifel haben, dann informieren Sie sich bitte direkt bei: www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch.

Allen Mitdenkern und Mithelfern gehört mein aufrichtiger Dank. Packen wir es an: Der 13. Juni 2021 wird als historisch wichtiger Tag in Erinnerung bleiben. Sorgen wir dafür, dass dieser positiv wird. Nein zur subventionierten Umweltverschmutzung, ja zu nachhaltiger Landwirtschaft. Ja zu sauberem Trinkwasser!

Hier finden Sie alle Beiträge der WeinLese 62:

Karl Schefer

29 comments

  1. Danke Karl Schefer für diesen wahren Text! Es macht mich einfach nur traurig und bedenklich, dass die Menschen nichts daraus lernen, wir haben es in der Hand wie die Zukunft für unsere Kinder und Grosskinder……….aussehen wird. Trotzdem so eine Parole von der Seite des Bio-Verbandes. Unglaublich!!!!

  2. Mich macht die Entscheidung der Bio Suisse sprachlos. Wie kann ich diesem Label in Zukunft vertrauen, das die Augen vor der Realität verschliesst? Danke für den Beitrag. Es ist zwar keine „leichte“ Kost, aber so ist es und wir Alle wissen es bzw. können es wissen, wenn wir wollen.

  3. ebenfalls danke Karl Schäfer, Delinat ist für mich das beste Beispiel an Hand bester Dokumentatinon nachzuvollziehen, dass es funktionniert, die reiche Natur nachhaltig zu nutzen. Der Verrat an der Sache durch Biosuisse liegt auf der Hand! Das schlimme ist, Biosuisse kann man nicht einfach boykottieren, die Überzeugung vom falschen hinterlistigen Entscheid schwingt von nun an bei jedem Einkauf von biologischen Produkten einfach mit!

  4. Jetzt ist die rechte Zeit um Bio Suisse zu kündigen
    Eine Firma die die Natur so mit Füssen tritt, muss von der Bildfläche verschwinden
    Wenn sich jetzt die Biobauern die gegen Bio Suisse sind zusammentun, könnte man ein neues Label schaffen.
    Delinat leistet so eine super Arbeit im Weinsektor, warum nicht auch auf Lebensmittel?
    Besten Dank

    1. guten Tag Herr Schmucki, ich bin keine Landwirtin jedoch überzeugte Bio-Käuferin und -Gärtnerin. Falls Sie Produzent / Bauer sind, gründen Sie nach diesem beschämenden Entscheid einen alternativen Bioverband, ein echtes Biolabel. Ich bin sicher, Sie haben nicht nur meine sondern die Unterstützung vieler. Ich freue mich, von Ihnen und vielen gleichgesinnten Produzent/innen zu hören.

  5. Danke, Karl Schefer! Offensichtlich ist ZU vielen Menschen, auch von Bio-Suisse, die Dringlichkeit der Situation immer noch viel zu wenig bekannt. Die Angst vor „Verlusten“ und dem Eifluss von Bauernverband und Industrie ist offensichtlich grösser, als das Vertrauen in eine gesunde Natur – und in treue Verbündete. Dabei wäre ein klares JA zur Trinkwasserinitiative (oder mind. Stimmfreigabe) auch Marketingtechnsich klüger gewesen.
    Wir müssen dafür sorgen, dass mehr Menschen die Herausforderungen bzgl. unserer Mitwelt verstehen können. Ist dazu kann mein Buch eine Hilfe sein. Top-aktuell, voller Inspiration und praktischen Ideen für eine „bessere“ Welt – auch für Leader und Politiker! Titel: „ZUKUNFTS-KONFERENZ – DER LETZTE DOLLAR“. Weil „Zukunft“ inzwischen nicht mehr nur mit Geld, auch nicht mit dem sprichwörtlich letzten Dollar, bezahlt werden kann. Im Buchhandel. ISBN: 978-3-347-15290-8 Weitere Informationen beim Verlag: https://tredition.de/autoren/markus-j-j-jenni-34102/der-letzte-dollar-hardcover-141559/ Darin geht es natürlich um unser aller „ZUKUNFT“ – insbesondere, wenn wir so weiter machen. Auch um gesundes, sauberes Wasser! Dringendst empfohlen, um das Bewusstsein der Bevölkerung vor der Abstimmung auf dieses Thema zu sensibilisieren. „Pflichtlektüre“ meinte dazu eine bekannte Ärztin in ihrem Feedback… Ich bin -trzt allem – zuversichtlich…

    1. Danke für diese Information, leider ist es
      nicht nur in der Schweiz so.
      Ich wünsche den Schweizern das sie gegen diesen Wahnsinn stimmen und hoffe, dass sich Deutschland daran orientiert.

  6. Unglaublich!!
    Das muss Bio-Suisse mir erklären!
    Soll alles beim Alten bleiben?
    Wie soll ich weiterhin Vertrauen in dieses Label haben?
    Was sind meine Alternativen?
    Danke Karl Schefer, Danke Delinat für Eure jahrelange und konsequente Arbeit, deren Früchte wir in jeder Hinsicht geniessen.

  7. O je,vielen Dank, Herr Schefer. wer weiss da eine Alternative ?
    Bei uns gibt es solawi= solidarische Landwirtschaft.
    ein paar Biobauern haben sich in Möhlin zusammengetan. Eine Genossenschaft wurde letztes Jahr gegründet.und viele junge Familien beteiligen sich. Pro Ernteanteil= Abo wird ein gewisser Stundenanteil auf dem Feld mitgearbeitet, oder beim Sauerkrauteinmachen usw.
    <ich finde das eine ganz gute Sache. und es sind auch viele aufgestellte, jüngere Menschen mit dabei.

  8. Danke, Karl Schäfer! Ja – wir subventionieren heute unsere Vergiftung! Und selbst wenn Lebensmittel teurer würden und wir dabei gesund bleiben und die Enkel eine lebenswerte Umwelt erhalten, wäre das preiswert? – Zuviel ist nicht genug: zu viele Tiere, zu viele Menschen, zu viel Konsum, zu viel Wirtschaft, weil wir das das Falsche im Fokus haben: Mehr statt Optimal!

  9. Ich bin schockiert über die Entscheidung von Bio-Suisse! Aus Angst vor finanziellen Einbussen wollen sie nicht zu viele Bio-Produkte auf dem Markt! Das verschlägt mir die Sprache. Dabei könnten sich dann endlich auch weniger gut Verdienende endlich gesunde Nahrung leisten.
    Ich würde eine „Alternative Bio-Suisse“ Genossenschaft sehr begrüssen, die sich aus Überzeugung und nicht in erster Linie aus marktwirtschaftlicher Sicht engagiert.
    Danke Herr Schäfer für Ihr Engagement!

  10. ..Ob die Schreiber selbst Bauern sind und Wohl kaum , ich vermute , es sind meist ältere Leute , die nicht selbst pflanzen …,oder mur wenig für den eigene nutzen. .Das Gesetz ist zu extrem . deshalb nein . Es bräuchte eine weichere Alternative. Ausländisches Gemüse würde bevorzugt weil länger haltbar. .. Zudem wäre das ein unguter Zwang Richtung Diktatur ….
    Und : wir Alten sollen schuld an der Misere sein?! ( Enkel/ Urenkel..)
    …. schon ganze Familien reisen und jetten Jahr für Jahr in der Welt rum und genauso die Jungen. , und verursachen mehr Umweltgift als die Bauern !
    Ich bin älter und verstehe die Kommentare schon sehr gut.denn : Meine Elter waren schon Umweltschützer und gegen AKWs, Aber ohne Pestizide hätten wir wohl keine Selbstversorgung machen können , obwohl mein Vater nur sehr wenig eingesetzt hat , Kirschen, Zwetschgen , Äpfel voller Würmer .->! Mein eigener ungespritzter Zwetschgenbaum in Zürich hatte viele Zwetchgen dran , die Hälfte knapp fiel ungereift zu Boden wegen Wurmbefall und der kleine Rest zur Hälfte voller Würmer….jedes Jahr das Gleiche. Meine krasse Aktion , den Würmern keine Chance zu geben war, im Frühling alle Blüten gründlich abzuknipsen .! sie
    ,hat im nächsten Jahr keine Erfolg gebracht , alles wieder voller Würmer. Naja , es gab ja Zwetschgen in Aktion beim
    Grossverteiler ! nein nicht Bio … Aber wunderschöne !

    Ps Unsere Jungen waren schon mehrmals in Übersee. Nun sollen WIR schuld sein an der Misere ?! Sorry , Es sind unsereJungen selbst, die mehr Geld haben als wir je gehabt haben, Wochenende für Wochenende für Wochenende verbrauchen sie in Discos Geld, Strom.., Plasticflaschen, und generieren Abfall .. Streetparade etc) , anstatt mit Tee und Picnic im Wald oder in den Bergen am Wandern zu sein. , und machen Ferien mit dem Flugzeug in Mallorca/Übersee) . Das macht den Abfallberg und die Umweltverschmutzung auch aus.
    Wir waren noch anspruchsloser.
    Und : wir Rentner wollen auch endlich im der Welt rumreisen als Dank für unser Chrampfen und Sparen . , oder nicht ? endlich
    Nun wird das uns vergällt … Unsere eigenen Kinder waren mit zwanzig schon mehrmals in Übersee in den Ferien , wir das erste Mal in Kreta mit 35 … als Familie
    PS : Wir nehmen schon immer unsere eigene Tasche mit zum Einkaufen mit. Viele Junge wollen das nicht . Sie schämen sich für die Einkaufstasche …, Und lassen den Abfall einfach in der Natur liegen ….
    … Das neue Gesetz ist zu krass und extrem . Was ist mit Zink und Kupfer im Bio-Anbau ?!
    daher nein. Ich möchte lieber Gemüse aus der Schweiz das nicht 100% Bio ist als aus dem Ausland…. . Bio-Gemüse ist schneller welk und verfault schneller. Ich kaufe es zwar trotzdem manchmal aber es hat eben Nachteile.
    Delinat würde bei einer Annahme viel an Einkommen einbüssen , wenn es nur noch Bio gibt ..

    1. Liebe Rosanne, ich kann ihrer Argumentation nicht folgen. Vieles was Sie hier schreiben ist doch ziemlich wirr aber vor vor allem können Sie einen Fehler nicht mit einem anderen rechtfertigen. Lesen Sie doch bitte nochmals den oben stehenden Text von Karl Schefer und überlegen dann vielleicht nochmals Ihre Ansichten.

  11. Habe auch einen alten Zwetschgenbaum, 30 Jahre nicht gespritzt. Ja die Hälfte ist runtergefallen und die andere Hälfte ohne Würmer! Wunderbar zum Essen, Einmachen und gefrieren. Genug zum auch noch zu verschenken !
    Der Bio Verband ist anscheinend auch vom Wurm befallen!
    Ist der Vorstand vom Ritter und den Vögten bestochen worden?
    Sorry, anders kann ich mir es nicht erklären, wenn ja unser Trinkwasser mit Hilfe von 6 Milliarden Subventionen, ( Quelle NZZ ) verschmutzt wird.
    Bitte entwurmt euren Verein aber ohne Spritzmittel….

  12. Umweltschutz, nachhaltige Produkte zum Wohle der Menschen und Tiere waren in der DNA des Bio-Suisse-Knospe Labels. Mit der Empfehlung des Vorstandes 2x nein zu stimmen, entfernt sich der Vorstand von seinen eigenen Wurzeln. Wer sowas tut geht in die Unsicherheit, mit gezielten Fehlinformationen durch die Wirtschaft oder von wo auch immer, kann dann der Bio-Knospe noch mehr Schaden zugefügt werden. Ein Rückschritt um Jahre… währenddessen die Gegnerschaft in Ruhe überlegen kann, wo noch mehr Steine in den Weg gelegt werden können.
    Der Vorstand sollte zurücktreten!

  13. Je älter ich werde, desto mehr stelle ich fest, dass Säuhäfeli Säudeckeli nicht von ungefähr kommen. Da hilft wohl die Pharmaindustrie – Syngenta will auch verdienen. Weiter besteht schon die Gefahr, dass Geizhalskonsumenten dann erst recht irgendwelche lausig produzierte Produkte/Lebensmittel aus dem In-/Ausland kaufen, so dass diese noch billiger werden. Es ist leider eine Tatsache, dass viele nur über den Geldseckel einkaufen anstelle bewusster, weniger und gesünder. BIO Produkte müssten ein zigfaches subventioniert werden, damit der Anreiz da ist, giftfrei herzustellen. Sind wir ehrlich: wenn wir so weitermachen, schaffen wir uns selber ab.. vielleicht auch gut? (Überbevölkerung??)

  14. Mir fehlen die Worte…. so empört bin ich!!!!!!
    Ich werde weiterhin BIO unterstützen koste was es wolle.
    Bin voll überzeugt und natürlich werde ich mit „J A“ stimmen!.

  15. Ich bin zunehmend schockiert über die gehässigen bis hetzerischen Kommentare gegen BioSuisse. Kaum einer geht auf ihre Argumentation ein.
    – nicht der Vorstand von Biosuisse, sondern die Delegierten haben Nein gestimmt.
    – Den Nein-Stimmenden unter den BioSuisse-Delegierten einfach Geldgier zu unterstellen, ist sowas von Dreck, dass mir dazu die Worte fehlen.
    – Hätte Franziska Herren und Ihre Mitinitiierenden mit BioSuisse ernsthafte Gespräche über den Initiativtext geführt, wären die problematischen Textteile wohl angepasst worden.
    – Nährstoffbilanzen sollen schweizerisch, nicht kleinregional stimmen – natürlich unter Berücksichtigung des Gewässerschutzes! Pestizide hätten im Text klarer definiert werden müssen.
    – Die schon fast euphorisch beschworene Behauptung, dass dann das Parlament alles zum Guten richten werde, kann ich nicht nachvollziehen. Wir wissen alle schon lange, dass Initiativen der Auslegung bedürfen; nur wird diese Auslegung von einem bürgerlich dominierten Parlament gemacht werden – siehe letzten Agrarentscheide… 🙁

    Nun denn, ich werde weiterhin BioSuisse- und andere Bioprodukte geniessen und dafür einstehen.

    Meine Bitte: Kommt einfach mal runter und bleibt anständig.

  16. Die Vernichtung eines grossen Teils der Insekten zeigt überdeutlich die heute ablaufende Zerstörung der Natur und damit der Lebensgrundlage des Menschen. Die derzeitigen landwirtschaftlichen Praktiken müssen dringend überdacht werden. Wir brauchen eine drastische Verringerung des Pestizideinsatzes. Aber auch der fortschreitende Abbau von Lebensraumelementen wie Hecken, Bächen und Feuchtgebieten muss gestoppt und umgekehrt werden.
    Das Insektensterben ist zur Hauptsache eine direkte Folge der Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen und ihrer Vergiftung mit Insektiziden und Herbiziden.
    Müssten alle diese Kosten von den Verursachern getragen werden, könnte unsere Intensivlandwirtschaft bei einer volkswirtschaftlich richtigen Gesamtrechnung nicht mehr existieren.
    Bio Suisse täte sehr gut daran, die notwendigen tiefgreifenden Veränderungen innerhalb der vorgesehenen achtjährigen Übergangsfristen ernsthaft in Angriff zu nehmen und sich nicht nach momentanen wirtschaftlichen Vorteilen zu orientieren.

    1. Marcel O. -> OHNE KOPF?

      Warum wiederholen Sie Ihren krummen Kommentar hier wieder? Ich habe den schon im anderen Blog sehr fair beantwortet! Hier nochmals:

      „Marcel O., Sie schreiben u.a.: „… sowas von Dreck…“! Niemand sonst hat hier so geschrieben. Also kommen SIE mal runter und seien SIE anständig! Lesen Sie oben z.B. mein veröffentlichter Brief von Bio-Suisse und meine Antwort darauf.
      Sie schreiben von „Dreck“, aber die Konsumenten hier sind GEGEN Dreck: https://www.srf.ch/news/schweiz/zu-viele-gifte-im-wasser-grundwasser-durch-landwirtschaft-zunehmend-unter-druck
      Ich möchte mit Ihnen lieber auf einen sauberen Delinat-Tropfen anstossen, statt auf ein Glas Wasser mit CHLORTHALONIL! Wie arm müssen Sie sein …

  17. Alle hier und anderswo genannten Fakten und Ungeheuerlichkeiten sind mittlerweile allgemein bekannt, bzw. nachlesbar. Es geht um ein Umdenken, um einen geistigen Wandel, wie wir mit Zerstörung, Ausbeutung und Missbrauch umgehen. Die letztlich krankmachende Falle birgt eine Chance. Wir können niemals andere Menschen verändern, einzig sich selbst kann man verändern. So schwarz gemalt es klingt, doch wird es die grösste Aufgabe der wachen Geister sein (und war es schon immer): Loslösen von den mächtigen, korrupten und skrupellosen Herrschern in Konzernen, Medien und Politik, in Kirche, Wirtschaft und politischer Leitung. Natürlich müssen wir Kampagnen der Aufklärung führen, aber wird sollten unbedingt dafür Sorge tragen, dass unsere Seele, unser geistiges Wohl nicht beschädigt wird. Wir werden kränker und kränker werden, das Wasser wird giftiger, die Böden und die Nahrung auch. Aber unseren Geist, unser Denken und Handeln sollten wir davon unbeschadet weiter in Liebe und Zuneigung wachsen lassen. Nur so, gestalten wir eine sinnvolle Entwicklung unserer Gattung Mensch.
    Die Zeit von Empörung und Überzeugung ist vorbei. Die Vernunft beendet keine Kriege und auch keinen Klimakollaps. Selbst die Gerichte werden das Grauen nicht verhindern.
    Oder, um mit Friedrich Hölderlin zu sprechen: „An das Göttliche glauben die allein, die es selber sind.“

  18. Letzte Nacht wurde das Plakat für ein Ja zur Pestizid-Initiative von unserem Zaun weggerissen. Das Trinkwasser-Plakat hängt wohl nur noch, weil es schwer erreichbar an der Hausfassade montiert ist.
    So viel zur vielbeschworenen direkten Demokratie…

    1. Zur Aufklärung: Direkte Demokratie ermöglicht überhaupt diese Volks-Initiative. In der EU bleibt Ihnen nur übrig, die richtigen Politiker zu wählen. Auch das können wir hier in der Schweiz zusätzlich. Nur ist leider der „grüne Rutsch“ vom letzten Herbst eindeutig noch zu schwach! Was bei hnen passiert ist, ist ein Zeichen höchster Intoleranz. Sollte Ihr Zaun oder etwas von Ihnen beschädigt sein, sollten Sie unbedingt bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt machen.

  19. Ich schätze Menschen welche in diesen herausfordernden Zeiten eine klare Haltung einnehmen, zu ihrer Meinung stehen und Ungerechtigkeiten aufdecken und anprangern. Das braucht Mut und Kraft. Danke Karl Schefer für Ihre Haltung und die Arbeit für Delinat in all den Jahren. Ich schätze dies ausserordentlich und verstehe die Delegierten der Bio Suisse wirklich nicht.

  20. Ich bin auch für sauberes Trinkwasser, aber nicht so einseitig: nur die Bauern sollen was tun! Die höchsten Pestizid- und Düngerkonzentrationen findet man übrigens in Privatgärten!
    Die Initiativen sind extrem: es ist wie wenn jemand verlangt, man soll kein Wein trinken, denn da ist Alkohol drin, oder man soll keinen ausländischen Wein trinken, denn der muss weiter transportiert werden…
    Die Initiativen vertreten nicht die Konsumenten, so wie sie sind, sondern so wie sie sie haben möchten…
    Es ist eine Tatsache, dass viele Bauernbetriebe in der Schweiz mit dem hohen Lohnniveau und den eher kleinbäuerlichen Strukturen auf dem Zahnfleisch gehen und ohne Subventionen aufhören werden/müssen. Und das würde einfach bedeuten, dass dann mehr importiert werden müsste, und dabei ist es egal, wie es produziert wurde. Vieles kommt dann von Deutschland zu Dumpingpreisen, und sicher werden dann noch mehr Aldi- und Lidl-Filialen gebaut, und die Schweiz so weiter zubetoniert! Danke, liebe Deutsche!!!
    Ganz hirnverbrannt tönt es, wenn jetzt einige noch schreiben, man soll Schweizer Biobetriebe boykottieren…: was soll man denn noch kaufen?! Klar. Schrott aus dem Ausland, denn da ist es egal, wie es produziert wurde.
    Ich bin übrigens nicht bäuerlich, aber mit viel Einblick in die Landwirtschaft ( im Gegensatz zu vielen Kommentarschreibern) , und ich weiss, was die Bauern alles schon gemacht haben, und ich bin auch dafür, dass sie noch mehr machen, aber bitte fair!

    1. An Ott M: Es gibt hier sehr vernünftige Artikel wie oben z.B. von Röbi Guggenbühl, mit Sicht auf die aktuelle Situation. Nun stehen wir vor einer wichtigen Abstimmung, die vermutlich eh vom „Grossbauernverband SVP“ und der Giftindustrie gewonnen wird. Wenn aber ein sich auch auf diese Seite wendet, kann das vom ungenügend informierten Konsumenten schlicht nicht verstanden werden. Daher auch dieser Unmut. Was schlagen Sie vor, wenn die Initiative zusammen mit dem Zuviel an Spritzmillteln den Bach abgeht?

    2. …da oben in meinem Kommentar fehlte etwas, es sollte stehen:

      … Wenn aber ein Bio-Label sich auch auf diese Seite schlägt …

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