Auf ein Glas mit … Claudio Del Principe

Seine Lehrer trauten Claudio Del Principe nicht viel zu. Doch heute ist der gebürtige Italiener aus Basel ein begnadeter Texter und Kochbuchautor, der auch leidenschaftlich gerne in den Kochtöpfen rührt. Bei einem Glas Wein im Delinat-Weindepot Basel unterhielten wir uns mit ihm über gute Küche und feine Tropfen.

Wie sieht ein normaler Arbeitstag im Leben des Claudio Del Principe aus?
Claudio Del Principe: Ich arbeite zu Hause, bin also sehr privilegiert. Mein erster Gedanke nach dem Aufstehen: Was koche ich heute? Und dann mischt sich alles und fliesst ineinander: Texten, Einkaufen, Kochen, Telefonieren und wieder zurück in die Küche.

Sie schreiben also nicht nur, sondern kochen auch oft?
Wir kochen in unserer Familie zweimal pro Tag. Meine Frau und ich teilen uns das auf. Unsere beiden 15- und 18-jährigen Söhne freuen sich immer, zu Hause einen gedeckten Tisch vorzufinden. Auch alles, was in meinen Kochbüchern vorkommt, rezeptiere, koche und fotografiere ich selber. Meine Bücher sind von A bis Z aus eigener Hand.

Claudio Del Principe – Kochen und Schreiben sind seine beiden Leidenschaften, die er zum Beruf gemacht hat.

Woher kommt denn diese Passion für das Kochen?
Als Italiener wurde mir das irgendwie in die Wiege gelegt. Später hat sich das stark entwickelt und auch aufs Schreiben übertragen. Als Partner in einer Werbeagentur habe ich zusammen mit einem befreundeten Grafiker den Blog «Anonyme Köche» gegründet, so quasi als Pendant zur Gruppe «Anonyme Alkoholiker ». Das hat sofort riesigen Anklang gefunden.

Wodurch unterscheiden sich Ihre Kochbücher von anderen?
Einerseits durch das sehr Persönliche, andererseits durch die textliche Qualität. Es steckt sehr viel von mir selber drin, es sind eigentliche Lesebücher. Ich erzähle gerne kleine Anekdoten, versuche, humorvoll zu schreiben, aber auch nachdenklich, befasse mich mit Gesellschaft, Kultur und Trends. Das sind alles Sachen, die ich in meine Bücher reinpacke.

Irgendwo haben wir gelesen, Sie seien ein schlechter Schüler gewesen. Woher kommt denn Ihre Schreibkunst?
Vielleicht wollte ich einfach beweisen, dass ich es trotzdem kann. Ich hatte meist Lehrer, die nicht an mich geglaubt haben. Zum Texten bin ich allerdings erst relativ spät als Quereinsteiger gekommen. Mein Ziel war es immer, frei schreiben zu können. Diesbezüglich kam mir der Blog sehr entgegen, da er einem viel Narrenfreiheit lässt.

Was macht für Sie eine gute Küche aus?
Die Sorgfalt. Das beginnt schon beim Einkaufen. Wenn ich bewusst ein gutes Produkt kaufe, habe ich bereits sehr viel richtig gemacht. Und wenn ich es dann noch sorgfältig, mit dem nötigen Knowhow und handwerklich gekonnt zubereite, stimmt vieles.

Ihr neustes Kochbuch «A Casa» verstehen Sie als Gegenentwurf zur schnellen Küche. Was haben Sie gegen die schnelle Küche?
Sie lügt uns an. Ich empfinde es als Beschiss, wenn uns Medien und TV-Sendungen sagen, kochen sei total easy, und man könne ganz schnell etwas Gutes herbeizaubern. Kochen ist Handwerk, bei dem Zeit die wichtigste Zutat ist. Wo Zeit gespart wird, bleibt der Geschmack auf der Strecke.

Ist ein gutes Essen ohne Wein für Sie vorstellbar?
Ja. Tagsüber trinke ich eher selten Wein. Aber grundsätzlich ist es natürlich ideal, wenn man ein feines Essen mit einem guten Wein kombinieren kann.

Beim Backen kommt der Maestro in Schwung.

Welche Ansprüche haben Sie an Wein?
Ich lasse mich gerne überraschen von der Geschichte, die hinter einem Wein steckt, und bevorzuge Wein von kleinen Gütern, die handwerklich nach biologischen oder biodynamischen Kriterien arbeiten. Wie beim Essen versuche ich auch hier, die Massenprodukte zu meiden.

Wo liegen Ihre Vorlieben?
Sicherlich Italien, weil diese Weine halt ausgezeichnet zu dem passen, was ich koche. Weisswein mag ich zum Aperitif, aber beim Essen schreit es dann bei mir nach Rotwein.

Sehen Sie Gemeinsamkeiten zwischen Delinat-Wein und der Küche, die Sie propagieren?
Wir teilen das Credo, Sorge zu tragen zum Boden, zu den Pflanzen, zu jedem einzelnen Schritt. Auch bei Delinat versucht man ja nicht, irgendwelche Abkürzungen zu nehmen, um den Wein billiger und schneller zu produzieren.

Wohin geht die nächste kulinarische Reise des Claudio Del Principe?
Im Herbst erscheint bereits wieder ein neues Kochbuch. Es heisst «Al Forno». Alles tolle Gerichte aus dem Ofen. Angefangen von kleinen Snacks über Gemüse, Fisch, Fleisch bis hin zu süssen Gebäcken. Für mich ist der Ofen etwas Magisches. Alles, was aus dem Ofen kommt, ist irgendwie immer gut. In der Pfanne ist die Chance, dass auch mal was misslingt, grösser.

Was steht sonst noch auf Ihrer Löffelliste?
Ich möchte den Anteil an freien Schreibarbeiten, der jetzt etwa 50 Prozent ausmacht, noch erhöhen. Ich träume davon, eines Tages als Schriftsteller spannende Romane zu schreiben. Ein schönes Vorbild ist Martin Suter, der ja wie ich ursprünglich auch Werbetexter war.

Weintipp Claudio Del Principe
Eine Rebsorte, die ich besonders mag, ist die Nero d’Avola aus Sizilien. Mit Sorgfalt gekeltert entstehen aus ihr gleichzeitig kraftvolle wie elegante Tropfen von bezaubernder Fruchtfülle. Bestes Beispiel ist der Mignechi von Massimo Maggio. Der im Barrique ausgebaute Wein passt vorzüglich zu herzhafter Pasta, rotem Fleisch und würzigen Saucen.

Mignechi Nero d’Avola
Sicilia IGT 2015
www.delinat.com/3308.15

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10 Fragen an Delinat-Kundin Christine Jordi

Christine Jordi lebt in Belp in der Nähe der Aare, einem schönen Berner Naherholungsgebiet. Die kontaktfreudige Versicherungsberaterin ist in ihrer Freizeit oft sportlich unterwegs (Joggen, Biken, Skifahren und Segeln). So richtig Fan von Delinat-Weinen wurde sie letztes Jahr, als sie auf der Spanienreise mit dabei war und etwa auf dem Weingut Albet i Noya im Penedès die feinen Tropfen direkt vor Ort degustieren konnte.

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Zur Feier des Tages … Zu einem feinen Essen mit Freunden. Zum Entschleunigen am Cheminéefeuer – ein gutes Buch lesen und ein schönes Glas Rotwein geniessen.

Was hat Wein mit Kultur zu tun?
Die Herstellung von Wein ist ein sehr altes Handwerk. Leider gab es Zeiten, wo Quantität vor Qualität gestellt wurde. Zum Glück gibt es heute sehr viele Weinbauern auf der ganzen Welt, die mit viel Herzblut, Leidenschaft und Arbeit versuchen, aus ihren Trauben jedes Jahr ein neues Kunstwerk herzustellen.

«Bio» bedeutet für Sie?
Viel Arbeit, Wertschätzung für die Natur, Gesundheit für die Menschen, Innovation der Bauern, nicht nur der Weinbauern. Zusammenspiel mit der Natur und dem Wetter.

Weshalb trinken Sie Delinat-Weine?
Ich bin durch Zufall zu Delinat-Wein gekommen. Eine Kollegin hat mich zu einer Weinreise nach Spanien überredet. Es war ein super Erlebnis mit vielen Eindrücken und Degustationen auf verschiedenen Weingütern. Unglaublich die Arbeit, die hinter diesen Weinen steckt. Delinat stellt hohe Anforderungen an ihre Winzer, deshalb brauchen diese viel Leidenschaft, das kann man im Wein schmecken.

Ihr Lieblingstropfen?
Ich habe noch keinen Lieblingstropfen gefunden. Aber sehr gerne mag ich zwei Weine vom spanischen Weingut Albet i Noya, das wir auf besagter Reise besucht haben. Weisswein: Macabeu, Rotwein: Reserva Martí.

Verraten Sie uns ein spezielles Erlebnis im Zusammenhang mit Delinat?
Auf unserer Reise haben wir unter anderem ein Weingut besucht, wo wir mithelfen konnten, einen Tank mit Trester zu leeren. Auch auf dem Feld konnten wir etwas Hand anlegen. Am Abend gab es ein super gemütliches Barbecue mit regionalen Produkten, feinen Weinen und einem sehr eindrücklichen Sonnenuntergang.

Was bedeutet für Sie Glück?
Gesundheit, gute Freunde, schöne Wanderungen in den Bergen, Freude am Beruf, Frieden und Freiheit, wie wir es in der Schweiz kennen und schätzen.

Ihre Helden der Gegenwart?
Leute, die mit ihrer Tätigkeit anderen Menschen zu mehr Lebensqualität verhelfen, zum Beispiel in der Altenpflege, in der Arbeit mit Behinderten oder Kindern aus schwierigen Verhältnissen.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne einmal ein glas Wein trinken?
Bode Miller oder George Clooney. Ich denke, das sind beides Genussmenschen mit einem guten Herz und spannendem Alltag.

Wofür soll sich Delinat Ihrer Meinung nach noch stärker einsetzen?
Das Konzept von Delinat finde ich sehr beeindruckend, die Weingüter, die ich gesehen habe, sind sehr gepflegt, die Winzer innovativ, auch alte Rebsorten werden wieder neu entdeckt. Vielleicht sollten auch kleinere Winzer eine Chance erhalten, falls das noch nicht so ist. Leider habe ich zu wenig Wissen, um hier eine klare Meinung zu vertreten.

Auf ein Glas mit … Ruth Fleuchaus

Dr. Ruth Fleuchaus beschäftigt sich als Professorin im Studiengang Weinbetriebswirtschaft an der Hochschule Heilbronn intensiv mit Marktforschung und Marketing. Wir sprachen mit der Weinmarktexpertin über die Bedeutung und die Zukunft des biologischen Weinbaus und PIWI-Rebsorten.

Weinmarktexpertin Ruth Fleuchaus glaubt, dass nachhaltiger Weinbau dereinst zur Regel wird.

Vor 30 Jahren haben Sie an der Hochschule Geisenheim Weinbau und Önologie studiert. War damals «Bio» ein Thema?
Ruth Fleuchaus: Biologischen Weinbau gab es schon damals, aber nicht in der Form und der Breite wie heute. Während meines Studiums in Geisenheim lag der Schwerpunkt auf dem integrierten Weinbau. Im ökologischen Bereich beschäftigten wir uns höchstens mit Fragen zur Begrünung, zu den Vor- und Nachteilen und zur Biodiversität im Weinberg.

Verbindliche Anforderungen an Begrünung, Artenvielfalt und nachhaltigkeit gab es damals noch nicht. Delinat hat deshalb schon in den 1980er Jahren eigene Richtlinien erlassen und diese ständig weiterentwickelt. Wie wichtig sind strenge ökologische Richtlinien für den zukünftigen Weinbau?
Sehr wichtig. Die Probleme mit unbekannten Schädlingen nahmen in den letzten Jahren massiv zu, ebenso akzentuierte sich die Schädlichkeit des Pilzbefalls. Wenn man sich nun die riesigen Mengen Pflanzenschutzmittel, die zur Behandlung dieser Krankheiten eingesetzt werden, vor Augen führt, dann wird augenfällig, dass die Zukunft des Weinbaus in einem anderen Bereich liegt. Er muss wieder viel naturnaher betrieben werden können.

Persönlich

Ruth Fleuchaus wurde 1963 in Gerlachsheim, einem kleinen Ort im Taubertal in Nordbaden, geboren, wo sie in einer Winzerfamilie aufwuchs. Nach dem Abitur absolvierte sie eine Winzerlehre. Danach studierte sie in Geisenheim Weinbau und Önologie. Zwischen 1990 und 1994 promovierte sie im Fachgebiet Betriebswirtschaft und Marktforschung der Forschungsanstalt Geisenheim und am Institut für Agrarpolitik und Marktforschung der Justus- Liebig-Universität in Giessen.

Seit 2004 ist sie Professorin an der Hochschule Heilbronn im Studiengang Weinbetriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing, Marktforschung und Betriebswirtschaftslehre. Seit 2008 ist sie auch Prorektorin der Hochschule Heilbronn. Sie ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt in Ludwigsburg. Energie tankt sie am liebsten bei einem guten Buch und einem feinen Glas Wein.

Wo sehen Sie die grossen Herausforderungen im biologischen Weinbau?
Ich sehe diese vorab im Bereich der Kupferreduktion und der Wirkung der biologischen Behandlungsmittel. Wie kann man zum Beispiel der Kirschessigfliege wirkungsvoll mit biologischen Mitteln begegnen? Antworten auf solche Fragen müssen auch betriebswirtschaftlichen Perspektiven standhalten, sonst stagniert die Ausdehnung der Bio-Rebfläche.

«Immer mehr Winzer glauben, dass ein weiterer Qualitätsanstieg
nur mit dem biologischen Weinbau möglich ist.»
Ruth Fleuchaus

Was sagen sie zum Argument, biologische Bewirtschaftung sei im Vergleich zum konventionellen Anbau viel teurer und aufwendiger?
Die biologische Produktion ist nur vordergründig teurer als die konventionelle. Wenn man sich all die indirekten Umweltkosten der konventionellen Produktion vor Augen führt, dann bietet die biologische Produktionsweise deutliche Vorteile.

Sie arbeiten derzeit am Projekt «novisys – Weinbau mit Zukunft». Worum geht es da?
Es geht darum, Lösungen zu finden, wie man den Weinbau generell zukunftsfähiger gestalten kann. Eine der Fragen ist: Wie kann man dem hohen Bedarf an Pflanzenschutz, der auch durch klimatische Veränderungen verursacht ist, entgegenwirken?

Ein Lösungsansatz könnte im Anbau von pilzwiderstandsfähigen Traubensorten (PIWI) liegen …
Ja, zahlreiche PIWI-Sorten befinden sich ja schon im Anbau, leider noch auf sehr kleinen Flächen, aber sie zeigen grosses Potenzial, und sie müssen nicht oder nur sehr wenig gespritzt werden; das spart Zeit und Geld und schont dazu die Umwelt. Aufgrund des geringeren Traktoreinsatzes im Weinberg werden dazu Bodenbelastung und CO2-Ausstoss deutlich reduziert.

Das Problem ist, dass sich PIWI-Weine nur schwer vermarkten lassen …
Wir versuchen in der Marktforschung durch Konsumentenbefragungen herauszufinden, weshalb das so ist, welche Kaufmotive für solche Weine bestehen und wie man diese den Weinkonsumenten näherbringt. Ich glaube, ein grosser Teil des Problems liegt bei der Namensgebung der PIWI-Sorten. Viele Namen wirken abstrakt, nichtssagend und machen keine Lust, diese Weine zu probieren. Es gibt aber auch gute Beispiele wie Souvignier Gris oder Cabernet Blanc. Diese Namen ähneln denjenigen klassischer Rebsorten und werden von den Konsumenten akzeptiert.

PIWI-Weine überzeugten früher oft geschmacklich nicht. Wie sehen Sie das heute?
Da es sich um genetisch andere Traubensorten handelt, entsprachen sie oft nicht den gängigen Geschmacksprofilen. Die neueren PIWI-Sorten wurden züchterisch deutlich weiterentwickelt und können geschmacklich problemlos mit den etablierten Traubensorten mithalten. Ich finde PIWI-Weine jedenfalls sehr spannend und probiere mich gerne durch.

Wie beurteilen Sie die Chancen, dass biologischer und nachhaltiger Weinbau zur Regel wird?
Langfristig wird das der Fall sein. Je nachdem, welche Auswirkungen der Klimawandel mittelfristig zeigt und welche Lösungen wir seitens der Forschung auf offene Fragen der Bewirtschaftung und des Pflanzenschutzes liefern können, ist diese Transformation früher oder etwas später abgeschlossen. Grundsätzlich spüre ich eine grosse Dynamik in der Weinbranche. Immer mehr Winzer glauben, dass ein weiterer Qualitätsanstieg nur mit dem biologischen Weinbau möglich ist.

Weintipp Ruth Fleuchaus
Mein Lieblingswein von Delinat ist der Casa Benasal von Pago Casa Gran aus Valencia. Mich begeistern an diesem Rotwein die beerige Aromatik, der feine, gehaltvolle Geschmack und das überragende Preis-Leistungs-Verhältnis.

Casa Benasal
Valencia DO 2016
www.delinat.com/3675.16

Auf ein Glas mit… Martin Walker

Der schottische Krimiautor Martin Walker mag gutes Essen und biologische Weine. Im Sommer können Delinat-Kunden ihm auf der Wein- und Genussreise im Périgord bei einem literarischen Diner begegnen. Wir trafen den prominenten Schriftsteller vor einer Lesung in Stuttgart zu einem Gespräch bei einem Glas Wein.

Als «love wine» bezeichnet Martin Walker den Châteauneuf-du-Pape von Delinat.

Martin Walker, als Schotte, worauf würden Sie eher verzichten: Whiskey oder Wein?
Martin Walker: Auf Wein. Whiskey ist für mich ein sehr spezielles Getränk, das ich gerne in Gesellschaft trinke.

Wein mögen Sie aber auch. Wie sind Sie zum Weinliebhaber geworden?
Schon als Student habe ich Wein getrunken, allerdings nur billige Massenware. Rosé aus Portugal und Cabernet Sauvignon aus Bulgarien, das waren meine ersten Erfahrungen mit Wein.

Und trotzdem sind Sie zum Weinliebhaber geworden?
Ja. Meine Frau Julia und ich haben später oft Ferien in Frankreich gemacht. Da bin ich auf den Geschmack gekommen, vor allem dank der Bordeaux-Weine. Die guten waren aber schon vor 20 Jahren sehr teuer. Als wir dann ins Périgord gezogen sind, habe ich die Bergerac-Weine entdeckt. Das sind heute immer noch meine Lieblingsweine.

Persönlich

Martin Walker, geboren 1947 in Schottland, ist Schriftsteller, Historiker und politischer Journalist. 25 Jahre war er als Journalist der britischen Tageszeitung «The Guardian» in der ganzen Welt unterwegs. 1999 ist er mit seiner Familie nach Frankreich ins Périgord gezogen. Hier begann seine Karriere als Krimiautor. Seine mittlerweile neun Kriminalromane um den Dorfpolizisten Bruno erscheinen in 17 Sprachen und erzielen eine Millionenauflage.

Martin Walker lebt mit seiner Frau Julia vier Monate im Jahr in Washington und fünf Monate im Périgord. Die restliche Zeit ist er auf Buchtour oder in Schottland und England unterwegs. Martin Walkers «Bruno»-Romane erscheinen im Schweizer Verlag Diogenes.
www.diogenes.ch

Weshalb sind Sie überhaupt ins Périgord ausgewandert?
1970 war ich für «The Guardian» als Kriegsberichterstatter im Libanon. Hier habe ich mit einem französischen Journalisten zusammengearbeitet. Er hat uns mehrmals eingeladen, Ferien bei sich zu Hause im Périgord zu machen. Das Essen hat uns hier so begeistert, dass meine Frau unbedingt ein eigenes Haus im Périgord wollte.

Und da haben Sie sofort eingewilligt?
Ich habe gesagt: Okay, schauen wir mal. Dann war ich in Washington im Weissen Haus, um den damaligen Präsidenten Bill Clinton zu interviewen. Ich wartete im Vorraum des Oval Office auf den Präsidenten, als mein Handy klingelte. Es war Julia, meine Frau. Sie sagte: Du musst sofort ins nächste Flugzeug steigen, ich habe unser Haus gefunden. Ein paar Tage später war ich in Frankreich, und wir haben das Haus gekauft.

Martin Walker beim Büchersignieren.

Und dann sind Sie hier zum Krimiautor geworden …
Ich habe schon vorher politische, eher ein bisschen langweilige Bücher geschrieben. Das Périgord als Schlaraffenland mit den weltberühmten prähistorischen Höhlen von Lascaux hat mich dann zu spannenderen Büchern inspiriert. Auf die Idee, Kriminalromane zu schreiben, hat mich mein Tennispartner Pierrot gebracht. Er ist gleichzeitig Dorfpolizist, Feinschmecker und ein sehr guter Koch. Ein ideales Vorbild für meine Romanfigur Bruno, Chef de police.

Ihre Krimis haben das Périgord in der ganzen Welt bekannt gemacht, sodass Sie von den Winzern der Region zu einer Art Ehrenbotschafter ernannt worden sind.
Ja, es sind immer mehr Touristen ins Périgord gekommen, sodass ich als erster Schotte zum Grand Consul ernannt wurde.

Wie viel von der Romanfigur Bruno steckt in Martin Walker?
Nicht so viel. Aber ich möchte gerne so gut kochen können wie Bruno.

Aber Sie können doch sicher gut kochen.Sie haben ja auch ein Kochbuch geschrieben.
Ja, ich kann kochen. Jedes Rezept, das in meinem Kochbuch und in den Romanen vorkommt, habe ich selber gekocht, aber mit der Hilfe meiner Frau Julia, sie ist die Expertin.

Ist es Ihnen als Weinliebhaber wichtig, ob Wein ökologisch erzeugt wird?
Ich kenne viele ältere Winzer im Bordeaux und in Bergerac, die sind sehr krank, weil sie immer mit Chemie und Kunstdünger gearbeitet haben. Dann denke ich: Oh mein Gott, was haben wir da getrunken? Ich bin deshalb sehr froh, dass immer mehr Weine biologisch erzeugt werden.

Finden Sie solche Weine auch gut?
Das Wichtigste für einen guten Wein ist das Terroir. Und wenn dieses Terroir nicht mit Pestiziden beeinträchtigt wird, umso besser. Ich kenne viele Biowinzer, die machen wunderschöne Weine.

Wo liegen Ihre persönlichen Vorlieben beim Wein?
Ich habe Wein auf der ganzen Welt getrunken. Wenn ich nur Wein aus einer Region trinken könnte, würde ich Bergerac wählen. Für mich stimmt hier das Verhältnis Qualität-Preis am besten. Aber ich mag auch Weine aus Deutschland und Österreich, zum Beispiel Grünen Veltliner.

Inspiriert Sie der Wein auch für Ihre Kriminalromane?
Ja, ich habe oft ein Glas Wein auf dem Schreibtisch, wenn ich schreibe. In meinen Bruno-Romanen «Grand Cru» und «Eskapaden» spielt Wein eine wichtige Rolle. Auch in meinem nächsten Roman, der 2019 auf Deutsch erscheint, geht es um eine Kochschule und Wein.

Lernen Sie Martin Walker auf unserer Wein- und Krimireise Bordeaux/Périgord persönlich kennen: www.delinat.com/weinreisen

Weintipp Martin Walker

Wir haben zum Interview eine Flasche Anthémis de Beaurenard aus dem Delinat-Sortiment kredenzt. «Ein love wine», schwärmt Martin Walker schon nach dem ersten Schluck. «Ich wusste gar nicht, dass es einen Châteauneuf-du-Pape aus biologischem Anbau gibt. Ein wunderschöner Wein, der das mediterrane Klima, in dem er reift, wunderbar ausdrückt.»

Anthémis de Beaurenard
Châteauneuf-du-Pape AOP 2014
www.delinat.com/2474.14

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Auf ein Glas mit… Ubbo de Witt

Unternehmer Ubbo de Witt gehört zu den Pionieren der Windenergie in Deutschland. Als Inhaber und Geschäftsführer der Projekt Firmengruppe entwickelt und realisiert er Windparks im In- und Ausland. Neben Wind gehört Wein zu seinen Leidenschaften. Wir trafen ihn auf ein Glas im Café Blätterteich in Oldenburg.

Ubbo de Witt schätzt Delinat-Wein. Winzer und Philosophie, die dahinterstecken, lernte er auf der Schiffreise mit der Sea Cloud II näher kennen.
Persönlich
Der gebürtige Ostfriese Ubbo de Witt lebt gemeinsam mit seiner Lebens- und Geschäftspartnerin Heike Kröger in Oldenburg, wo das Unternehmerpaar vier Kinder grossgezogen hat. Nach dem Abitur absolvierte Ubbo de Witt an der Universität Oldenburg ein Physikstudium. 1993 gründet er die Projekt GmbH, die sich mit der Projektierung und Realisierung von Windenergieanlagen befasst. Die Projekt GmbH figuriert heute zusammen mit mehreren Tochterfirmen unter dem Dach der Projekt Firmengruppe. Domizil ist seit 2011 ein Bürogebäude im Passivhaus-Standard in Oldenburg. In seiner Freizeit geniesst Ubbo de Witt am liebsten Aktivitäten in freier Natur im Kreis der Familie: Fahrradfahren, Segeln, Teetrinken und Strandspaziergänge in Brasilien, wo Ubbo de Witt und Heike Kröger seit über zehn Jahren über eine Tochterfirma Windenergieprojekte entwickeln und auf über 200 Hektar nachhaltige Forstwirtschaft und Aufforstung betreiben.

Ubbo de Witt, Sie gehören zu den Windenergie-Pionieren, Delinat nimmt für sich eine solche Rolle beim biologischen Weinbau in Anspruch – eine Art Seelenverwandtschaft?
Pioniere verbindet ja oft die Vorstellung von einer besseren Welt, und zum Zeitpunkt der Entwicklung dieser Vision müssen sie sich oft die Frage stellen lassen, ob sie «nichts Sinnvolleres» im Kopf hätten, da ihre Mitmenschen die Realität nicht wie sie wahrnehmen. Ja, ich fühle eine Art Seelenverwandtschaft.

Sie beschäftigen sich seit bald 30 Jahren mit Windenergie. Wie ist es dazu gekommen?
Heinrich Timm, einer der letzten alten Emsfischer, hatte seinen Fischkutter nach meinem im Krieg gefallenen Opa, Ubbo de Witt, benannt. Gemeinsam mit meiner Oma hatte ich das Glück, viele Tage mit ihm auf dem Wasser zu verbringen, Tag und Nacht den Elementen ausgesetzt. Als Segler habe ich diese Passion fortgesetzt. So war es nur konsequent, in der Arbeitsgruppe Physik regenerativer Energiequellen in Oldenburg das Physikstudium aufzunehmen und gemeinsam mit vielen fortschrittlichen Professoren an der Carl von Ossietzky Universität diese Berufung für eine bessere Welt auch auf anderer Ebene fortzusetzen.

Wie viele Windparkanlagen haben Sie bisher realisiert?
Die technische Entwicklung der Windenergie hat mir hier den Weg vorgegeben. Anfänglich waren es erste Hofanlagen zur Mitnutzung des erzeugten Stroms in der Landwirtschaft. Zwischenzeitlich sind viele Windparks in Deutschland, Frankreich, Polen und Brasilien mit über 1000 MW dazugekommen.

Welches ist der wichtigste?
Auf einer Sandbank in der Nordsee haben wir 2001 die Planung für unseren ersten Offshore-Windpark begonnen. Hier sollte 24 Stunden am Tag umweltfreundlicher Strom produziert werden. Der Name des Projekts war geboren: Sandbank 24. Heute ist der Windpark gebaut und produziert mit 72 Windenergieanlagen der 4-Megawatt-Klasse (288 MW) genug Strom, um mehr als 400 000 Haushalte zu versorgen.

Deutsche Windenergie-Pioniere: Ubbo de Witt und Partnerin Heike Kröger.

Sie entwickeln On- und Offshore-Windparks. Welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?
Unsere Kulturlandschaft ist einem stetigen Veränderungsprozess unterworfen. Landwirte sind heute auch (dezentrale) Energiewirte. Sowohl Offshore-Anlagen an der Küste mit «dem Fuss im Wasser» wie auch Onshore-Anlagen an Land können nach Ablauf ihrer Betriebszeit rückstandsfrei zurückgebaut werden. Die Kosten dafür sind kalkulierbar und müssen vom Betreiber vor Baubeginn in Form von Bürgschaften hinterlegt werden. Der Teufel steckt jedoch wie immer im Detail, zum Beispiel einer naturverträglichen Planung unter Einbindung der Anwohner auf dem Festland oder der umfangreichen Abwägung möglicher Auswirkungen auf die See- und Zugvögel sowie die Schweinswale während der Bauphase und des Betriebs offshore.

Die grossen Offshore-Windparks haben den Vorteil, dass sie unseren unmittelbar wahrgenommenen Lebens- und Erholungsraum nicht so stark beeinträchtigen wie die Onshore-Windparks, an deren Erscheinung im Landschaftsbild viele Menschen sich erst noch gewöhnen müssen. Offshore ist die Energieerzeugung zudem wesentlich verlässlicher, der Wind weht nahezu immer, der Ertrag ist mehr als doppelt so hoch wie onshore.

Welche Bedeutung kommt der Windenergie in Zukunft zu?
Die Windenergie ist die kostengünstigste erneuerbare Energie und wird weiterhin einen grossen Anteil an der Stromerzeugung und zur Erreichung der Klimaziele wahrnehmen. Persönlich würde ich es begrüssen, wenn es gelingen würde, den grünen Strom direkt an die Steckdosen der Verbraucher abzugeben.

Worauf legen Sie als Weinliebhaber wert?
Es ist für mich wie bei einem guten Musikstück: Der Text und die Noten müssen zusammenpassen. Deshalb habe ich mich gefreut, Delinat kennenzulernen, und damit so überzeugende Winzer wie den Katalanen Josep Maria Albet i Noya, der die gemeinsame Überzeugung und Vision ebenfalls lebt.

Wann und wie haben Sie Bekanntschaft mit Delinat gemacht?
Eine Zugfahrt und ein zufällig gefundener Flyer haben mich auf Delinat aufmerksam gemacht. Die lieben Menschen und Überzeugungstäter hinter Delinat habe ich auf einer gemeinsamen Segelreise kennengelernt.

Das war 2016. Sie waren mit Ihrer Familie an Bord der Sea Cloud II, die als Delinat-Weinschiff im Mittelmeer unterwegs war. Wie ist Ihnen diese Reise in Erinnerung geblieben?
Windstärke neun, ein grosses Erlebnis gemeinsam mit weiteren Weinbegeisterten und meiner Familie, nicht nur wegen des gemeinsam erlebten und überstandenen Extremereignisses. Eine grandiose Annäherung an schöne Hafenstädte im Mittelmeer und an Weingüter der Delinat-Familie.

Weintipp Ubbo de Witt
Auf der Reise mit der Sea Cloud II haben wir den katalanischen Winzer Josep Maria Albet i Noya kennengelernt. Er lebt seine Überzeugung und Vision beim Wein genau so, wie wir das beim Wind tun. Sein Spitzenwein Reserva Martí ist im Geschmack kräftig, aber zugleich samtig und leicht fruchtig mit der richtigen Abstimmung des Geschmacks nach Kräutern.

Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2011
www.delinat.com/1643.11

 

 

Auf ein Glas mit… Erica Bänziger

Erica Bänziger ist leidenschaftliche Naturköchin und schreibt seit über 20 Jahren Kochbücher. Sie lebt im Tessiner «Dimitri- Dorf» Verscio und führt dort ihr Gesundheitsstudio Olivo. Bei einem guten Tropfen verrät sie, dass sie nicht nur beim Essen, sondern auch beim Wein auf Bio setzt.

Als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin, Kochbuchautorin, Kursleiterin, Dozentin, Journalistin und Wildkräutersammlerin sind Sie eine vielbeschäftigte Frau. Was machen Sie am liebsten?
Erica Bänziger: Am liebsten beschäftige ich mich in der Natur mit essbaren Kräutern, Heilpflanzen und Bäumen. Ich liebe es, mit Kindern und meinen Eseln dem Fluss Melezza entlang zu wandern und den Leuten das Wesen der liebenswürdigen Esel und die Kräutervielfalt näherzubringen.

Wie bringen Sie alle Ihre Tätigkeiten unter einen Hut?
Na ja, das ist nicht so kompliziert. An einem oder zwei Wochenenden im Monat arbeite ich als Dozentin an der Apamed Fachschule in Jona. Als Leiterin von Koch- und Ernährungskursen bin ich vorwiegend abends tätig. Dazwischen schreibe ich Kochbücher, bin als freie Journalistin tätig, oft in der Natur unterwegs und koche für meine Söhne Filippo und Oliver. Dabei wird auch viel getestet und Neues ausprobiert.

Was ist Ihnen wichtig bei all Ihrem Tun?
Ich bin eine echte «Bio-Gans», und das seit über 25 Jahren. Bio, Nachhaltigkeit und Natur sind mir schon in meiner Jugend in Berlin wichtig gewesen. Ich liebe die Natur und möchte sie so schonend und respektvoll wie möglich behandeln, daran richte ich meine Aktivitäten aus.

Persönlich
Erica Bänziger hat ihre Wurzeln im Appenzellischen. Geboren wurde sie 1963 aber in der Nähe von München, aufgewachsen ist sie in Berlin. Seit 1997 lebt die diplomierte Ernährungs- und Gesundheitsberaterin im Tessin. In Verscio führt sie das Gesundheitsstudio Olivo, wo sie Leute bei der Ernährungsoptimierung begleitet. Ferner arbeitet sie als selbständige Referentin und Ausbildnerin.

Seit 20 Jahren verhilft sie als erfolgreiche Kochbuchautorin vergessenen Lebensmitteln zum Comeback und begeistert ihre Leser mit ihrer einfachen Küche für jeden Tag. Die Köchin aus Leidenschaft beweist mit ihren Rezepten immer wieder, wie lustvoll gesunder Genuss sein kann. Weitere Infos: www.ericabänziger.ch

Wie konsequent sind Sie dabei?
Bio ist ein Muss, und trotz aller Unkenrufe von Gegnern ist es für mich eigentlich unmöglich, nicht Bio einzukaufen. Wobei ich auch von Freunden und Bauern einkaufe, die aus Kostengründen nicht zertifiziert sind, die ich aber kenne und von denen ich weiss, wie sie wirtschaften.

Fein duftende Kräuter holt sich Erica Bänziger draussen in der Natur.

Weshalb leben Sie im Tessin?
Weil es mir der Süden und die etwas mediterranere Lebensart angetan haben. Hier kann ich zwei Esel halten und meiner Kreativität freien Lauf lassen. Künstler und Schreiber hat es ja immer schon in den Süden gezogen.

Ein im vergangenen Sommer verstorbener Künstler lebte in Ihrer Nachbarschaft. Kannten Sie den berühmten Clown Dimitri persönlich?
Ja, ich wohne ja unmittelbar neben seinem Theater, wo ich viele grossartige Aufführungen miterlebt habe. Für eine Reportage «Kochen mit Prominenten» einer Zeitschrift habe ich bei ihm zu Hause eine Polenta gekocht. Dimitri war eine sehr charismatische Person, die wir in Verscio sehr vermissen.

Wie stehen Sie als Ernährungs- und Gesundheitsberaterin zum Wein?
Ich liebe feine Rotweine, aber auch mal einen Rosé, wenn es heiss ist, oder ein Glas Prosecco. Gesund ist Wein ja auch wegen des Resveratrols. So gesehen gehört er zum mediterranen Lebensstil und zu meiner geliebten mediterranen Küche. Was wäre ein feines Essen mit Kräutern, Olivenöl ohne ein gutes Glas Biowein? Zurzeit beschäftige ich mich auch mit der Prävention von Alzheimer, und da gehört moderater Weinkonsum erfreulicherweise auch dazu.

Wo liegen Ihre Vorlieben?
Als Wahltessinerin mag ich Weine, die aus dem Süden kommen, Spanien, Italien, Portugal! Es dürfen auch leichtere, aber trotz allem gehaltvolle Rotweine sein. Ich finde, da hat Delinat, ohne zu schmeicheln, eine sehr schöne Auswahl, und es gibt immer wieder auch im Degu-Abo tolle Entdeckungen.

Wie kamen Sie auf Delinat?
Das ist lange her. Als ich in der Vita-Sana- Klinik in Breganzona als Ernährungsberaterin und ein Jahr auch als Gerantin des Sanotels tätig war, hatten wir Delinat-Weine im Sortiment. Seither kenne ich auch Astrid und Karl Schefer, die beide auch schon mit mir auf Kräutertour waren. Delinat ist für mich der Inbegriff für Biowein schlechthin! Auch an unseren Kochretreats mit meinen Ernährungsstudenten gehört Delinat-Wein immer dazu!

Ein Wunsch für die Zukunft?
Umziehen ist ein Muss. Super wäre eine kleine Bio-Pension oder ein eigenes B&B, wenn meine beiden 13- und 17- jährigen Jungs flügge oder ausgebildet sind. Einer macht eventuell eine Kochlehre. Wer weiss, was dann wird …

Weintipp Erica Bänziger

Ich liebe gehaltvolle Weine aus südlichen Ländern. Im Delinat-Sortiment finde ich diesbezüglich eine breite Auswahl. Zu meinen Lieblingsweinen gehört der Altos del Cierzo der Winzerbrüder Alberto und Santiago Ramírez vom Weingut Las Cepas. Er mundet mir sehr, auch weil er gut zu meiner eher einfachen, aber lustvollen Küche passt. Ein dichter, würziger und wunderbar geschmeidiger Rioja.

Altos del Cierzo
Rioja DOCa 2015
www.delinat.com/2664.15

 

Auf ein Glas mit … Monika Griefahn

Monika Griefahn engagiert sich seit weit über 30 Jahren für die Umwelt. Die ehemalige Greenpeace-Aktivistin und Umweltministerin aus Niedersachsen macht sich heute für eine Welt ohne Abfall (Cradle to Cradle) stark. Wir trafen sie am Rande eines Kongresses in Lüneburg zum Gespräch bei einem Glas Delinat-Wein.

Sie haben 1980 das deutsche Greenpeace-Büro in Hamburg mit aufgebaut. Im gleichen Jahr gründete Karl Schefer Delinat. War die Zeit reif für ökologisches Engagement?
Monika Griefahn: Ich glaube schon. Die Anti-Atomkraft-Bewegung nahm damals ihren Anfang. Auch der saure Regen in den 70er Jahren erzeugte ein Bewusstsein für die Umwelt. Wir wollten nicht nur protestieren, sondern die Zukunft aktiv gestalten und Alternativen entwickeln – wie auch Karl Schefer. Greenpeace hat zum Beispiel damals schon das Ein-Liter-Auto und den FCKW-freien Kühlschrank propagiert.

Monika Griefahn Anfang der 80er Jahre bei einer Greenpeace-Aktion …
Monika Griefahn Anfang der 80er Jahre bei einer Greenpeace-Aktion …

Persönlich
Dr. Monika Griefahn ist Gründungsmitglied von Greenpeace Deutschland. Von 1980 bis 1990 organisierte sie Kampagnen für den Schutz der Nordsee und gegen die chemische Verschmutzung der Meere und Flüsse. Von 1990 bis 1998 war sie Umweltministerin in Niedersachsen. Damals wie heute setzt sie sich ein für erneuerbare Energien sowie für eine nach Cradle to Cradle optimierte Produktion – also für eine Welt ohne Abfall. Bis 2009 war Monika Griefahn Mitglied des Deutschen Bundestags.

2012 gründete sie die Monika Griefahn GmbH institut für medien umwelt kultur. Bei einem Kreuzfahrtunternehmen ist sie seit 2012 für den Bereich Umwelt und Gesellschaft verantwortlich. Monika Griefahn ist vielfältig ehrenamtlich tätig – unter anderem in der Right Livelihood Award Foundation (Alternativer Nobelpreis) und im Verein Cradle to Cradle.

Greenpeace war und ist bekannt für (manchmal umstrittene) medienwirksame Aktionen. Welche war die spektakulärste Kampagne, bei der Sie mitwirken konnten?
Da gab es einiges … Am spektakulärsten war die Kampagne gegen Dünnsäureverklappung in der Nordsee. Aber solche Aktionen müssen Teil einer Kampagne sein, für sich alleine bringen sie nichts.

Nach Ihrer Zeit bei Greenpeace waren Sie als niedersächsische Umweltministerin tätig. Wo konnten Sie mehr für die Umwelt bewirken?
Wenn man sich engagiert, kann man an jedem Ort viel bewegen, auch in der Politik. Wenn ich aus dieser Zeit etwas herausheben soll, dann die Tatsache, dass wir in Niedersachsen bereits Anfang der 1990er Jahre die Basis für den späteren Atomausstieg bereiten konnten.

… und im September 2016 am Rand des Cradle-to-Cradle- Kongresses in Lüneburg.
… und im September 2016 am Rand des Cradle-to-Cradle-Kongresses in Lüneburg.

Kreuzfahrtschiffe gelten nicht unbedingt als umweltfreundlich. Wie passt da Ihre derzeitige Tätigkeit bei einem grossen Kreuzfahrtunternehmen ins Bild?
Als Umweltdirektorin hat mich die Frage gereizt, wie man Kreuzfahrten so gestalten kann, dass sie einen positiven ökologischen Fussabdruck haben. Wir arbeiten daran, dass wir sauberes Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff einsetzen können. In einigen Häfen ist das bereits möglich. Natürlich ist auch bei der Inneneinrichtung der Schiffe und in vielen anderen Bereichen ökologisches Engagement nötig. Hier versuche ich, mit der Cradle-to-Cradle-Denkschule anzusetzen.

Für Cradle to Cradle engagieren Sie sich bereits seit einigen Jahren. Können Sie in drei Sätzen erklären, worum es dabei geht?
Es gibt drei Prinzipien: 1. Abfall ist Nahrung: Alles wird zu Nahrung oder Nährstoffen umgewandelt. 2. Alles wird von erneuerbaren Energien gespeist. 3. Preisung der Biodiversität und der kulturellen Vielfalt. Ich möchte hinzufügen: Cradle to Cradle ist schön, sinnlich, gesund und ökologisch.

Wie können Unternehmen das Prinzip von Cradle to Cradle anwenden?
Cradle to Cradle ist die Idee, alle Produkte neu zu erfinden. Das Design der Produkte muss also von vornherein so gewählt werden, dass entweder die Materialien biologisch abbaubar sind oder demontiert und wiederverwendet werden können. Ganz wesentlich ist das in der Baubranche: Gebäude werden dadurch zu Materiallagern!

Wie setzen Sie das Prinzip im Alltag um? Kann man Cradle to Cradle auch als Privatperson anwenden?
Natürlich. Über das Einkaufsverhalten hat man als Verbraucher grossen Einfluss. Lebensmittel kaufe ich fast ausschliesslich im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt: auch hier fast immer bio, weil es besser schmeckt! Auch bei Haushaltsprodukten, Kleidung oder Einrichtung ist es inzwischen möglich, Cradle to Cradle zu berücksichtigen.

Mir scheint es einige Gemeinsamkeiten zu geben zwischen der Delinat-Philosophie und dem Cradle-to- Cradle-Prinzip. Wo kann sich Delinat Ihrer Meinung nach verbessern?
Was Cradle to Cradle angeht: Da fällt mir nichts ein! Im Gegenteil: Ich lese jede WeinLese ganz gründlich und bin ganz begeistert über die vielen Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Privat wünschte ich mir von Delinat mehr Angebote im Norden, da ich ja in der Nähe von Hamburg wohne. Ich meine nicht nur Weinkurse, sondern ungezwungene Veranstaltungen, bei denen man degustieren und andere Kunden treffen kann. Vielleicht eine Art kleine Hausmesse?

Bei welchen Anlässen trinken Sie Wein?
Wenn die Familie sich trifft, kochen wir gut, gerne und oft. Das feiern wir mit einem Wein. Ansonsten auch mal ein Glas zum Ausklang der Woche.

Wo liegen Ihre Vorlieben?
Ganz klar bei Rotweinen! Und von diesen die gehaltvollen, vollmundigen, sie dürfen auch etwas Tannin haben. Mediterrane Weine eben.

Weintipp Monika Griefahn
2047

Ich habe schon viele Delinat-Weine probiert, aber einen habe ich immer im Haus: Das ist der Château Coulon Sélection spéciale. Ein Südfranzose, genau, wie ich ihn schätze. «Ihre Gäste werden begeistert sein» steht in der Weinbeschreibung – und genau so ist es. Wenn ich meinen Kindern eine Freude machen will, schicke ich ihnen einen Karton Château Coulon!

Château Coulon Sélection spéciale
Corbières AOP 2014
www.delinat.com/2047.14

Auf ein Glas mit… Kurt Gibel

1994 hat der Zürcher Weinfreak Kurt Gibel den Führer «Weine degustieren – leicht und spielend» herausgegeben. Es wurde ein Bestseller, der bis heute Zehntausenden von Weinliebhabern Zugang zum Weindegustieren verschafft hat. Wir trafen den Autor zum Gespräch auf ein Glas Wein im Delinat-Shop in Zürich.

Wie kommen Sie als administrativer Leiter einer Zürcher Anwaltskanzlei dazu, den Leuten das Degustieren von Wein beizubringen?
Kurt Gibel: Als ich in den frühen Neunzigerjahren als Weinliebhaber selber einen Degustierkurs besuchte, kam mir das Ganze ziemlich chaotisch vor. Ich hatte Mühe, all die Informationen richtig zu ordnen. Zu dieser Zeit kam in der Schweiz gerade das Mindmapping auf. Mich packte der Ehrgeiz, mit dieser neuen Methode das Degustationswissen systematisch und übersichtlich aufzubereiten. 1994 kam im Eigenverlag meine kleine Weinfibel heraus.

Kurt Gibel im Delinat-Shop Zürich City.
Kurt Gibel im Delinat-Shop Zürich City.

Und wurde sofort ein Bestseller …
Ich liess 5000 Exemplare drucken. Das hat mich damals einen halben Mercedes oder einen rechten Teil unseres Familienvermögens gekostet. Meine Frau hat mir schnell klargemacht, dass diese Broschüren nicht im Keller vergammeln dürfen. Also habe ich überallhin, auch an Weinhändler, für 20 Franken Probeexemplare verschickt. Erstaunlicherweise lief das wie geschmiert. Nach einem Jahr waren 3000 Exemplare verkauft. Dadurch wurde der Hallwag-Verlag auf mich aufmerksam und übernahm ab der 2. Auflage den Vertrieb. Wir sind jetzt bei der 16. Auflage und rund 90 000 verkauften Exemplaren.

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Auf ein Glas mit… Johannes Muntwyler

Seit über 15 Jahren begleiten Delinat-Weine den Schweizer Circus Monti auf seiner Tournee. Zwischen August und November ist die Monti-Truppe wieder unterwegs und macht an neun Gastspielorten mit dem neuen Programm Halt. Wir trafen Zirkusdirektor Johannes Muntwyler vor dem Start in Wohlen zu einem Glas Wein.

Johannes Muntwyler
Johannes Muntwyler ist kein «Bio-Funid». Aber für einen guten Wein aus nachhaltigem Weinbau zahlt er gerne etwas mehr.

Seit vielen Jahren wird das Premiere-Publikum an grösseren Gastspielorten mit einem Glas Delinat-Wein begrüsst. Erinnern Sie sich noch, wie es zu dieser Partnerschaft kam?
Johannes Muntwyler: Nein, nicht mehr genau. Das hat noch unser Vater gemacht. Ich habe nur mitbekommen, dass es immer eine sehr angenehme und faire Zusammenarbeit war. Delinat und Monti, das passt sehr gut zusammen.

Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten?
Delinat-Weine sind speziell. Sie stammen aus nachhaltigem Weinbau, sind sehr ökologisch hergestellt. Leute, die solche Weine trinken, tun dies bewusst. Ähnlich ist es bei uns. Wir bieten ebenfalls ein sehr spezielles Programm. Die meisten Leute, die zu uns kommen, gehen nicht einfach in den Zirkus, sondern ganz bewusst in den Circus Monti.

Persönlich

Johannes Muntwyler lebt zusammen mit seinen beiden jüngeren Söhnen und seiner Partnerin Armelle Fouqueray in Wohlen, wo er 1964 auch geboren wurde und zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Sein Vater war ein zirkusbegeisterter Lehrer, der mit seiner Familie mehrere Jahre mit dem Circus Olympia auf Tournee ging, ehe er 1984 den eigenen Circus Monti gründete. Johannes Muntwyler liess sich vom Zirkusfieber anstecken und machte eine Ausbildung als Jongleur. Bis zu seinem 50. Altersjahr brillierte er mit verschiedenen Darbietungen – unter anderem atemberaubenden Jongliernummern – in der Manege. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 2004 die Zirkusdirektion und führt das Unternehmen seither zusammen mit seiner Familie weiter. Die Monti-Tournee 2015 führt zwischen dem 7. August und dem 22. November in neun Schweizer Städte. Alles über das aktuelle Programm und den Tourneeplan: www.circus-monti.ch

Bei Monti ist 2015 einiges anders: Die Tournee dauert nur noch von August bis November, statt 40 gibt es nur noch 9 Gastspielorte. Weshalb diese massive Kürzung?
Es sind verschiedene Gründe, aber wirtschaftliche gehören nicht dazu. Der Hauptgrund ist: Wir haben in unserer Familie alle extrem Freude am Zirkus. Bisher haben wir ausschliesslich dafür gelebt. Es gibt aber noch viel anderes auf der Welt, das im Leben Platz haben sollte. Deshalb sind wir innerhalb der Familie zum Schluss gekommen, in Zukunft nicht mehr nur einzig und alleine für den Zirkus da zu sein, nicht zuletzt, um die Freude am Zirkus nicht zu verlieren.

Circus Monti
Der Zirkusdirektor mitten in seiner Artistenfamilie.

Viele kleinere Orte werden nicht mehr besucht. Da werden Sie Monti- Fans vom Land enttäuschen …
Das ist sicher so. Es gab auch schon entsprechende Rückmeldungen aus betroffenen Dörfern. Solche Reaktionen sind für mich verständlich, ich wäre sogar enttäuscht, wenn es den Leuten wurst wäre, dass wir nicht mehr kommen. Dann hätten wir in den letzten 30 Jahren etwas falsch gemacht. Wenn wir den Leuten erklären, weshalb wir die Tournee gekürzt haben, zeigen sie Verständnis und sind auch bereit, in die nächstgrössere Ortschaft zu reisen, um unser neues Programm zu sehen.

Mit wie viel Publikum rechnen Sie im Vergleich zu früher?
Konkrete Publikumszahlen geben wir nicht bekannt. Das ist im Zirkusbusiness ein Tabu. Ich kann aber so viel sagen: Wenn es uns gelingt, mit der Hälfte der bisherigen Vorstellungen 65 bis 70 Prozent des bisherigen Publikums abzuholen, wäre das super. Es ist unser Ziel, die einzelnen Vorstellungen noch besser auszulasten.

Es ist erstaunlich, wie ein so aufwändiges Unternehmen wie ein Zirkus in der heutigen Zeit finanziell noch über die Runden kommt. Was braucht es, um Erfolg zu haben?
Es sind viele kleine Dinge, die zusammenspielen müssen. Es braucht insbesondere ein motiviertes Team, das es versteht, das Publikum zu begeistern und ihm eine Freude zu bereiten. Letztlich ist die gesamte Ausstrahlung des Zirkus entscheidend.

Sie selber sind gelernter Jongleur. Treten Sie im neuen Programm wieder auf?
Nein, die Zeit, mit einer grossen Jongliernummer aufzutreten, ist für mich im Alter von über 50 Jahren vorbei. Es gibt ja nichts Traurigeres, als alternde Artisten, bei denen die Leute das Gefühl haben, es wäre jetzt Zeit, abzutreten. Ich schliesse nicht aus, später vielleicht nochmals mit einer kleinen Zauberei oder etwas Ähnlichem in die Manege zurückzukehren, falls es mich kribbelt. Aber im Moment konzentriere ich mich darauf, die Leute als Zirkusdirektor willkommen zu heissen und nach der Vorstellung wieder zu verabschieden.

Wie kommt die Idee an, das Premiere-Publikum mit einem Glas Delinat-Wein willkommen zu heissen?
Sehr gut. Es gibt Leute, die nehmen die Partnerschaft von Delinat und Monti ganz bewusst wahr und freuen sich explizit darüber. Andere geniessen einfach das Glas Wein, das ihnen Delinat offeriert.

Weintipp Johannes Muntwyler

Am liebsten mag ich Weisswein. Auch zum Essen kann ich mich problemlos mit einem Weissen anfreunden. Aber es gibt natürlich auch Rotweine, die ich gerne habe. Aus dem Delinat-Sortiment möchte ich speziell La Colle des Lignères empfehlen. Dieser gehaltvolle, fruchtige und doch kräftige Rotwein aus Südfrankreich hat eine schöne Fülle und strahlt für mich eine grosse Harmonie aus.

La Colle des Lignères
Corbières AOP 2012
Domaine Lignères
La Colle des Lignères

Ihre persönliche Beziehung zu Wein?
Ich habe während vieler Jahre keinen Wein getrunken. In jungen Jahren mochte ich Wein nicht besonders. Als Profi-Jongleur habe ich darauf verzichtet, weil meine Arbeit ja eine Art Spitzensport war, wo man jeden Tag bereit sein musste, um Höchstleistungen zu erbringen. Der Verzicht ist mir aber nie schwergefallen. Heute trinke ich bei speziellen Gelegenheiten oder zusammen mit Freunde jedoch gerne ein Glas Wein. Ich bin aber nach wie vor nicht jemand, der jeden Abend Wein trinkt.

Sind Ihnen Weine aus biologischem Anbau wichtig?
Ich gehöre nicht zu jenen, bei denen alles Bio sein muss. Aber wir achten beim Einkaufen doch deutlich stärker auf regionale und nachhaltig produzierte Produkte als auf den Preis. Bei Delinat gefällt mir, dass die Nachhaltigkeit höher gewichtet wird als die Profitmaximierung. Das trifft sich sehr gut mit meiner persönlichen Einstellung.

 

Auf ein Glas mit… Judith Schönenberger

Bunte Farbtupfer reihen sich traubenförmig aneinander: Mit dieser Idee hat Judith Schönenberger aus Bern den Etikettenwettbewerb für die Delinat-Biodiversitätsweine 2015 gewonnen. Bei einem Glas Wein im Weindepot Bern gab sie Einblick in ihre Arbeit und ihre Beziehung zu Wein und Natur.

Judith Schönenberger
Ein gutes Glas Wein gehört für Judith Schönenberger zu ihrem Kulturverständnis.

Der weisse Biodiversitätswein von Albet i Noya mit Ihrer Etikette ist abgefüllt. Haben Sie ihn schon probiert?
Ja, ich habe den Weisswein probiert. Er schmeckt sehr gut, ich habe grosse Freude daran. Albet i Noya gehört zu meinen Lieblingswinzern.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, an diesem Gestaltungswettbewerb mitzumachen?
Im Moment bin ich beruflich stark als Dozentin für Bildnerisches Gestalten engagiert, ich unterrichte relativ viel. Dieser Wettbewerb war für mich eine gute Abwechslung zu meiner Unterrichtstätigkeit.

Was bedeutet für Sie Biodiversität?
Vielfalt innerhalb und zwischen den Arten. Für mich steht Biodiversität für ein buntes Nebeneinander, für Heterogenität, für Variation, Verspieltheit, Kreativität…

Hat Sie das Thema besonders angesprochen?
Mich hat vor allem das Thema «Weinetiketten entwerfen» angesprochen. Biodiversität hat dann ein Bild ausgelöst. Etwas schwierig war, dass ich nicht wusste, für welche Winzer und Weine die Etiketten gedacht sind. Ich habe mich für abstrahierte, farblich unterschiedene Traubenbeeren entschieden. Die kühleren Farbtöne passen zum Weisswein, die wärmeren zum Rotwein.

Persönlich

Judith Schönenberger, geboren 1977 in Zürich, lebt und arbeitet als Künstlerin, freischaffende Fotografin und Dozentin für Bildnerisches Gestalten und Fotografie in Bern. Ihre Arbeiten wurden schon mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Stadt Bern angekauft. Auch waren ihre fotografischen Werke an zahlreichen Einzelmund Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Derzeit ist sie hauptberuflich als Gymnasiallehrerin für Bildnerisches Gestalten am Gymnasium Muristalden in Bern tätig. Als Ausgleich zur Unterrichtstätigkeit beschäftigt sie sich mit Auftrags- und freien Arbeiten.

www.judithschönenberger.ch

Wären Ihre Entwürfe anders herausgekommen, wenn Sie vorher gewusst hätten, dass der weisse Biodiversitätswein von Albet i Noya und der rote von Massimo Maggio stammt?
Ja, ich glaube schon. Ich wäre spezifischer auf die Winzer eingegangen und hätte mich vom Land und der Region anregen lassen, aus denen die Weine kommen.

Waren Sie überrascht, dass die Delinat-Kunden Ihre Entwürfe in einer Online-Abstimmung auf den ersten Rang gesetzt haben?
Ich konnte meine Chancen nicht richtig einschätzen. Einerseits spricht die Aquarelltechnik viele Leute an. Sie ist zugänglich, die vielen Farben und das Zusammenspiel gefallen. Andererseits habe ich gesehen, dass viele gute Konkurrenzentwürfe mit im Rennen sind. Da ich niemandem erzählt habe, dass ich mitmache, dachte ich, es sei schwierig, ohne «Heimvorteil» zu gewinnen. Umso grösser war die Freude, dass es trotzdem zum Sieg gereicht hat.

Biodiversitätsweine
Die siegreichen Etiketten für den Biodiversitätswein: abstrahierte Trauben in kühlen Farbtönen für den Weisswein und in warmen für den Rotwein.

Gab es im Nachhinein viele Reaktionen?
Jemand aus meinem Freundeskreis hat zufällig gesehen, dass ich gewonnen habe, und hat das auf Facebook gepostet. Danach erhielt ich sehr viele positive Rückmeldungen.

Und alle haben sich schon angemeldet, um mit Ihnen auf den Gewinn von 120 Flaschen Biodiversitätswein anzustossen…
Ja, vor allem meine Verwandtschaft. Diese freut sich schon auf das nächste Familienfest, weil ich allen eine Flasche versprochen habe. Und auch meine Schule werde ich mit einem Apéro überraschen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe Gestaltung, Kunst und Kultur. Dazu gehört auch ein guter Wein. Alles geht ineinander über. Mir ist aber auch wichtig, dass man respektvoll umgeht mit der Natur, mit den Tieren und den Menschen, dass man nachhaltig arbeitet und konsumiert.

Trinken Sie ausschliesslich biologischen Wein?
Wenn ich eingeladen bin, trinke ich auch konventionelle Weine. Ich selber kaufe aus Überzeugung und aus Respekt vor der Natur aber nur biologische Weine. Das gilt auch für die Lebensmittel.

Persönlich

Ich liebe schwere, fruchtige Rotweine. Meine Favoriten sind Ribera del Duero, Amarone, die Weine von Albet i Noya und solche aus Südfrankreich. Der Roches d’Aric ist im Moment mein Lieblings-Delinatwein. Ich mag seinen beerigen, fruchtigen Geschmack und seinen kräftigen, komplexen Körper. Ganz besonders toll finde ich, dass er auf biodynamische Anbauweise erzeugt wird. Ich fände es toll, wenn Delinat noch mehr auf Demeter-Weine setzen würde.

Roches d’Aric
Corbières AOP 2011
Domaine Lignères
www.delinat.com/2338.11

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Meine Partnerin und ich haben eine Regelung, wonach wir erst ab Freitag Wein trinken dürfen. Am Sonntagabend öffnen wir jeweils extra noch eine Flasche, damit wir sie am Montag austrinken können. Und dann gibt es noch eine Ausnahme: Wenn es Pasta gibt, darf man trotzdem eine Flasche öffnen. Deshalb kochen wir von Dienstag bis Donnerstag oft Pasta … (lacht).

Gestaltung, Kunst und Kultur sind Ihre Welt. Gibt es noch ein Projekt, das Sie verwirklichen möchten?
Ich würde sehr gerne mal ein Kochbuch machen. Ich könnte mir das gut gemeinsam mit Delinat vorstellen. Ein Kochbuch mit feinen Gerichten und Delinat-Weinen, die dazu passen!

Josep Maria Albet i Noya und Massimo Maggio sind unsere Biodiversitätswinzer des Jahres 2015. Setzen Sie ein Zeichen für mehr Artenvielfalt im Weinberg und bestellen Sie unser spezielles Probierpaket zum Delinat-Tag der Biodiversität (22. Mai). Es enthält drei Flaschen Weisswein von Albet i Noya und drei Flaschen Rotwein von Maggio. Sie erhalten die Weine zum Sonderpreis von CHF 12.70 statt 13.50 / € 9.20 statt 9.90. ->Zum Angebot

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