WeinLese 48: Editorial

Spanien hat sich im Verlauf der letzten Jahre zum Lieblingsweinland der Delinat-Kundinnen und -Kunden gemausert. Grossen Anteil daran hat Josep Maria Albet i Noya aus dem Penedès. Seit Jahrzehnten beweist der erfolgreichste Biowinzer Spaniens, welch grossartige Tropfen im Weinbau mit reicher Biodiversität möglich sind. Querer es poder – wollen ist können, oder: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Der Erfolg, den Albet i Noya mit Weinen aus reicher Natur hat, treibt auch Winzer in anderen spanischen Regionen an, diesen Weg zu gehen. So sorgen etwa in der wenig bekannten Region Kastilien und León im Nordosten von Spanien mehrere nach der Delinat-Methode arbeitende Winzer dafür, dass der Weinbau hier zunehmend an Kontur und Ansehen gewinnt.

«Wollen ist können.»
Spanisches Sprichwort

Davon liess sich auch Thomas Vaterlaus, Chefredaktor des Weinmagazins «Vinum», überzeugen, als er kürzlich mit Delinat-Einkäufer David Rodriguez in dieser aufstrebenden Region unterwegs war und vier Delinat-Weingüter mit grossem Potenzial besuchte. Ich wünsche Ihnen spannende Lektüre bei einem Glas Delinat-Wein, vielleicht aus Kastilien und León. España, olé!

Geschenke, die gut ankommen

Schenken macht Freude – an Weihnachten, zu Geburtstagen, Jubiläen und überhaupt das ganze Jahr. Delinat-Geschenke sind hochwertig und bieten ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis. Sie erfreuen nicht nur die Beschenkten, sondern sind auch Balsam für die Natur. Hier ein paar Geschenkideen, die immer gut ankommen!

Geschenktipp 1: DegustierService

Das Delinat-Weinabo ist das perfekte Geschenk für alle neugierigen Weinliebhaber. Weil die Pakete mit Entdeckungen aus den ökologisch wertvollsten Rebbergen Europas in Etappen zugestellt werden, hat der Beschenkte das ganze Jahr über etwas davon. Jedes Paket ist voller Überraschungen und ein Beitrag für mehr Biodiversität im Rebberg.
–> Delinat-Weinabo verschenken

Geschenktipp 2: Weingutschein

Damit punkten Sie zwar nicht gerade mit Originalität. Ein Delinat-Weingutschein hat aber den Vorteil, dass Sie den Wert selber bestimmen und die Beschenkten genau jene Weine aussuchen können, die sie am meisten ansprechen.
–> Zu den Delinat-Weingutscheinen

Geschenktipp 3: Wein- und Feinkostpakete

Neben ausgewählten Weinpaketen eignen sich auch verschiedene Feinkostpakete als originelle Geschenke. Zur Wahl steht ein kleines, aber feines Sortiment mit Honig, Olivenöl und Essig aus kontrolliert biologischem Anbau.

Geschenktipp 4: Kurse und Reisen

Wein nicht nur trinken, sondern mit allen Sinnen erfahren und dabei auch noch den Horizont erweitern: Das bietet ein Geschenk aus unserem abwechslungsreichen Kurs- und Reiseprogramm.
–> Zu den Weinreisen und Kursen

Geschenktipp 5: DegustierService «Surprise»

Das ultimative Weihnachtsgeschenk für Wein- und Feinkostliebhaber: Neben speziellen Wein-Raritäten enthält dieses Überraschungspaket zu Weihnachten immer auch ausgesuchte kulinarische Trouvaillen, die man nicht einfach so kaufen kann.
–> DegustierService «Surprise»

Mehr zu Geschenken aus reicher Natur, die Freude bereiten: www.delinat.com/geschenke

Auf ein Glas mit… Remo Hahn

Viele Berufsjahre hat Remo Hahn als Metzgermeister und Koch verbracht. Anfang 2017 ist er mit einem wagemutigen Projekt in die Elektromobilität eingestiegen. Seine Feelix AG vermietet Tesla- Autos zu einem Fixpreis von 250 Franken pro Tag. Wir trafen den Start-up-Unternehmer im Delinat Shop in Zürich auf ein Glas Wein.

Remo Hahn will bei der Elektromobilität eine Vorreiterrolle übernehmen.

Wie wird ein eidg. dipl. Metzgermeister Elektroauto-Vermieter?
Remo Hahn: Während 14 Jahren hatte ich eine Metzgerei in der Altstadt von Winterthur. Dann gab es im Rahmen eines Umbauprojekts Probleme mit dem Vermieter, und ich habe schweren Herzens beschlossen, aufzuhören. Über Umwege bin ich bei der Elektromobilität gelandet, ein Thema, das mich schon immer faszinierte. So richtig den Ärmel reingezogen hat es mir, als ich zum ersten Mal mit einem Tesla gefahren bin.

Das war dann der Anfang von Feelix?
Zuerst habe ich die Einzelfirma move-el gegründet, woraus 2017 die Feelix AG entstanden ist. Dieser Name ist Programm: «Feel» steht für gutes Gefühl, «Felix» ist der Glückliche. Genau das wollen wir unseren Kunden vermitteln.

Konkret vermieten Sie Elektrofahrzeuge der Marke Tesla. Wie gross ist die Fahrzeugflotte?
Zurzeit haben wir sechs Fahrzeuge. Diese verteilen sich auf die vier Standorte Flughafen Zürich, Basel, Luzern und Oerlikon. Geplant ist, die Fahrzeugflotte pro Jahr um zehn bis fünfzehn Elektroautos aufzustocken und die Standorte auf die ganze Schweiz auszuweiten.

Bleibts beim Tesla, oder kommen andere Marken hinzu?
Vorläufig wir es Tesla sein. Dieses Fahrzeug erfüllt derzeit unsere Ansprüche bezüglich Reichweite, Ladestationen und Ladezeitdauer mit Abstand am besten. Verbandelt mit der Marke sind wir aber nicht. Es kann sein, dass später auch andere Marken infrage kommen.

Sie bieten einen Tesla in Tagesmiete zu einem Fixpreis von 250 Franken an. Das scheint recht happig …
In dieser Fahrzeugkategorie wird man bei konventionellen Autovermietern kaum etwas Günstigeres finden. Bei uns ist alles, auch die Versicherung, in diesem Preis inbegriffen, egal, wie viele Kilometer man macht.

Bei der Übernahme eines Teslas.

Elektrofahrzeuge sind nicht so umweltfreundlich wie ihr Ruf. Sie werden meist nicht mit grünem Strom betankt, und die Produktion verschlingt enorme Ressourcen …
Man muss sich bewusst sein, dass individuelle Mobilität nicht ohne Umweltbelastung zu haben ist. Seit hundert Jahren fährt man mit Benzin und Diesel. Jetzt stellt man allmählich fest, dass solche Fahrzeuge am Ende ihrer Entwicklungsmöglichkeiten angelangt sind. Die heute geltenden gesetzlichen Umweltwerte können nur noch mit unlauteren Mitteln eingehalten werden. Auf gut Deutsch gesagt: Es geht nicht mehr ohne Beschiss. Die Elektromobilität bietet da einen Ausweg. Während des Fahrbetriebs entsteht kein CO2. Es gibt keinen Lärm, und beim Bremsen geht die Energie, die durch die Beschleunigung entsteht, nicht verloren, sondern kann in die Batterie zurückgeführt werden.

Am grossen Ressourcenverschleiss und an der Umweltbelastung durch die Fahrzeug- und Batterieherstellung ändert dies wenig …
Die Bilanz ist so schlecht nicht, wie es die Autolobby darstellt. Das zeigen zahlreiche Studien, eine Übersicht findet man hier: www.delinat.com/elektroantrieb. Und wir stehen ja erst am Anfang einer Entwicklung. Es wird immer bessere Fahrzeuge und Batterien geben, die mit weniger grauer Energie auskommen. Auch der Anteil aus erneuerbaren Energien wird ansteigen. Diese Tendenz ist in der Schweiz mit der Volksabstimmung zur Energiewende bestätigt worden.

Verstopfte Strassen und Staus ohne Ende: Ist der Individualverkehr nicht doch ein Auslaufmodell?
Nein, da bin ich ganz anderer Meinung. Die Entwicklung beim Individualverkehr geht Richtung autonomes Fahren. Elektroautos bieten da enorme Chancen. Sie sind in Zukunft autonom ohne Chauffeur unterwegs. Ich brauche also kein eigenes Auto mehr, sondern bestelle das Elektrofahrzeug per App. Es fährt auf den gewünschten Zeitpunkt bei mir vor, ich steige ein, fahre an den Arbeitsplatz, steige aus, das Auto fährt weiter, nimmt den nächsten Gast mit usw. Dieses Modell führt zu einer massiven Reduktion der Fahrzeuge, und es braucht kaum noch Parkhäuser.

Elektromobilität ist Ihre Leidenschaft, wie stehts mit dem Wein?
Ich bin kein grosser Weintrinker. Aber wenn wir Gäste haben, dann gehört ein guter Tropfen auf den Tisch.

Obwohl Sie kein Weinfreak sind, ist Delinat-Gründer Karl Schefer auf Sie aufmerksam geworden. Wie kam es dazu?
Als Karl Schefer von unserem Start-up-Unternehmen gehört hat, war er begeistert und hat uns gefragt wie er uns unterstützen könnte. Schliesslich hat er uns wie andere Geschäftsfreunde mit einem Darlehen geholfen und Kooperationsmöglichkeiten in Aussicht gestellt.

Gibt es gemeinsame Ansatzpunkte?
Sowohl Bioweine wie auch Elektrofahrzeuge haben gegen Vorurteile zu kämpfen. Auf beiden Seiten gibt es viele Skeptiker, die man mit guten Produkten und Dienstleistungen erst überzeugen muss. Hier können wir uns gegenseitig befruchten und unterstützten.

Weintipp Remo Hahn

«Ich trinke wenig Alkohol, aber zu einem feinen Essen in geselliger Runde schätze ich ein Glas Wein. Meine Vorlieben gehen Richtung schwerere Rotweine aus Italien und Spanien. Im Delinat- Sortiment habe ich jetzt aber gerade einen Südfranzosen entdeckt, der mir sehr gut schmeckt. Beim Les Hirondelles von Château Duvivier kommt die Frucht sehr schön zum Ausdruck, ein sehr gefälliger Tropfen!»

Duvivier Les Hirondelles
Pays du Var IGP 2012
www.delinat.com/1050.12

Meret Bissegger – Königin der Tavolata

Kaum jemand interpretiert die grosse Tafel origineller als die Tessiner Naturköchin Meret Bissegger. Zu Gast in der Casa Merogusto im Bleniotal für ein winterliches Festmahl mit den passenden Delinat-Weinen.

Gemüsevielfalt à la Meret Bissegger: Alte Sorten dominieren.

«Sala da Pranzo» steht auf einem blauen Emailschild über jener Tür, die direkt ins kulinarische Reich von Meret Bissegger führt. Eine grosszügige Kochinsel ist Verbindungselement von der offenen Küche zum gemütlichen Essraum. Hier steht ein grosser Tisch, an dem bis zu 22 Personen Platz finden. Die Kochinsel ist der perfekte Ort, um in eine «Tavolata a modo di Meret» einzusteigen. Wer ein paar Stunden früher auftaucht, kann hier beim Gemüserüsten Hand anlegen und bekommt beim Blick über die Schultern mit, wie die Tavolata entsteht. «Je mehr man weiss, desto besser versteht man, was gutes Essen ausmacht», sagt Meret Bissegger.

Wer lieber erst hereinspaziert, wenn die Düfte die Stube längst eingenommen haben, greift sich ein Glas Prosecco und lässt sich beim Stehapéro in die Geheimnisse der cucina naturale, wie Meret Bissegger ihre Bio-Küche nennt, einweihen. «Ich koche fast ausschliesslich mit biologischen Produkten», erzählt sie und rührt kräftig in verschiedenen Pfannen und Töpfen, in denen es brutzelt und dampft. Auf Nebenschauplätzen sorgt Küchenhilfe Paula dafür, dass nichts anbrennt oder verkocht.

Antipasto a modo mio: Die Gäste bedienen sich am reichhaltigen Vorspeisenbuffet.

Gemüse in allen Varianten steht bei Meret Bissegger im Vordergrund. Auf Luxusprodukte wie Gänseleber oder Austern verzichtet sie, Fleisch dagegen ist kein Tabu: «Wenn Fleisch, dann achte ich darauf, wie das Tier gehalten wurde, und versuche, möglichst viel davon zu verwerten, nicht nur die edlen Stücke», erklärt Meret. Mit einem Einkauf auf dem Markt könne sie leider nicht prahlen. «Bellinzona hat zwar einen schönen Wochenmarkt, aber nur einen einzigen Bio-Stand. Deshalb kaufe ich grösstenteils bei einem Bio-Grossisten ein, aber auch bei Nachbarn, die vielleicht nicht zertifiziert sind, bei denen ich aber genau weiss, wie sie ihr Gemüse oder Fleisch erzeugen.» Dann ist es Zeit, sich an den grossen Tisch zu setzen. Auf dem Weg dorthin bedient man sich am reichhaltigen Antipasti-Buffet. Dazu wird heute ein Riesling Terra Rossa gereicht. Die leichte Süsse und die frische Säure des Weines passen gut zu den erdigen und «süssen» Komponenten von Kürbis, Bohnen, Pilzen & Co.

Primo piatto: der Fischgang.

Unterdessen bereiten Meret und Paula in der Küche den Fischgang zu. Die geräucherte Brachse aus dem Zürichsee und die Bergkartoffeln aus dem Albulatal stossen 20 Minuten später auf einhellige Begeisterung. Gleiches gilt für den dazu servierten L’Amandier aus der Provence. Die weisse Spitzencuvée von Château Duvivier harmoniert mit ihren dezenten Holz- und Röstaromen wunderbar mit den Rauchnoten des Fisches.

Schliesslich steuert der gesellige Abend dem Hauptgang entgegen: Während 2,5 Stunden wurde die Hirschhuft aus dem Bleniotal im Vakuumbeutel im 60 Grad warmen Wasser gegart. «Das Fleisch wird mit dieser Zubereitungsart durchgehend rosa und zart wie Butter», schwärmt Meret Bissegger, bevor sich alle selber davon überzeugen können. Sie serviert das Wildgericht mit einem Trevisana-Risotto und einem würzig-exotischen Gemüsebukett. Diese alles in allem grosse geschmackliche Herausforderung auf dem Teller ruft nach einem komplexen, gehaltvollen Rotwein. Die Reserva Martí von Albet i Noya ist der richtige. Der schön ausbalancierte Wein nimmt die unterschiedlichen Aromen der Beilagen (bitter, süss, scharf) gut auf, und die Holz aromen begleiten den Wildgeschmack bestens.

Inspiration für ein Festmenü am grossen Tisch

Am 20. Dezember 2016 hat Meret Bissegger in ihrer Casa Merogusto im kleinen Tessiner Dorf Malvaglia im Bleniotal für Delinat und rund ein Dutzend Gäste eine herbstlich-winterliche Tavolata zubereitet. Diplom-Sommelier Dirk Wasilewski hat dazu die passenden Delinat-Weine ausgewählt. Hier als Anregung für ein geselliges Festmahl innerhalb der Familie oder mit Freunden am grossen Tisch das Menü und die Weinbegleitung.

TAVOLATA in der Casa Merogusto

Aperitivo
Rohes Gemüse mit verschiedenen Dips: Kürbis/Safran/Ingwer, Randen/Meerrettich, gelbe Karotten, Curry, Sellerie/Baumnussöl, Farina-bona-Creme, knackiger Blumenkohl, Chicorée-Chips
Wein: Prosecco Savian 2016, www.delinat.com/6356.17

Antipasto a modo mio
Kürbis-Terrine, Federkohl mit mariniertem Kürbis, Chayote und Pilze à la grèque, Kastanienfladen mit Lardo, Schwarze-Bohnen-Pâté, Haferwurzel, asiatischer Kürbissalat mit Algen, Kohlrabi-Carpaccio, Catalogna alla Ligure
Wein: Riesling Terra Rossa, Weingut Hirschhof, Deutscher Qualitätswein, Rheinhessen 2016, www.delinat.com/5968.16

Primo
Geräucherte Brachse (Das Pure), karamellisierte weisse Rande, Bergkartoffeln (Las Sorts), Apfelverjus-Safran-Sauce
Wein: L’Amandier, Château Duvivier, Coteaux Varois en Provence AOP 2016, www.delinat.com/7672.16

Secondo
Hirschhuft (Valle di Blenio), bei Niedertemperatur gegart, Risotto mit Trevisano, Ingwer-Karotten, Thai-Broccoli und Blumenkohl, gebratene Herbstrüben
Wein: Albet i Noya Reserva Martí, Penedès DO 2011, www.delinat.com/1643.11

Dolce
Kürbis-Mousse, Kastanienkuchen, Apfel- und Kürbiskompott Kaki-Sauce, würzige Streusel, Schokoladeneis
Wein: Lenz Grimbart Sunneberg, Weingut Roland und Karin Lenz, Schweizer Landwein 2016, www.delinat.com/5916.16

Secondo: der Hauptgang.

Unterdessen hat sich auch Meret Bissegger an den Tisch gesetzt und isst ein paar Bissen mit. Die Komplimente, die ihr entgegenfliegen, nimmt sie routiniert, aber mit echter Freude auf: «Ich experimentiere gerne. Viele Gerichte koche ich für eine Tavolata zum ersten Mal oder ändere sie immer wieder ein bisschen ab. Schief gegangen ist da zum Glück noch nie etwas», sprudelt es aus ihr heraus. Das verwundert kaum bei dem Erfahrungsschatz, den sie vorzuweisen hat. Angefangen hat alles in ihren Jugendjahren, als sie auf Reisen und bei Aufenthalten in London und Paris Bekanntschaft mit Speisen und Gewürzen aus fremden Kulturen machte. Diese Faszination und ihre Liebe zur Natur haben sie nie mehr losgelassen. Auto – didaktisch ist sie zur weltoffenen Naturköchin geworden. In den späten 1980er- Jahren führte sie in Verscio die Buvette des Teatro Dimitri und sorgte mit ihren «wilden» Gerichten immer wieder für staunende Gäste. Und dann erzählt sie noch, wie sie 1990 in Cavigliano das Restaurant Ponti dei Cavalli übernahm, es elf Jahre lang führte und sich mit konsequenter Bio- und Vollwertküche 14 Gault-Millau-Punkte erkochte. Mit 40 wollte sie nochmals was anderes machen. In Malvaglia im Bleniotal kaufte sie sich 2006 die herrschaftliche Villa Casa Merogusto, wo sie seither Kochkurse, Wildkräuterkurse und eben Tavolate anbietet.

An diesem Tag geht der kulinarische Abend mit einer winterlichen Dessertvariation zu Ende. Dazu wird ein feinherber Lenz Sunneberg aus dem Thurgau gereicht. Exotische Aromatik, Säure und die Restsüsse bilden einen spannenden Kontrast zu den erdigen und würzigen Aromen im Dessert. «Mit der Kombination von Wein und Tavolata- Gerichten habe ich mich bisher nur wenig befasst. Heute habe ich erlebt, wie spannend das sein kann», freut sich auch die Gastgeberin über den überaus gelungenen Abend.

Gemüsevielfalt

Meret Bissegger, leidenschaftliche Köchin und Pflanzenexpertin, ist auch Buchautorin. Viele Tipps und Ideen für eine festliche Tavolata liefert ihr Buch «Meine Gemüseküche für Herbst und Winter». Sie präsentiert in diesem vom Fotografen Hans-Peter Siffert reich bebilderten Werk über 40 einheimische Herbst- und Wintergemüse, darunter auch einige alte und wenig bekannte Sorten. Sie verrät Zubereitungs arten und Küchentricks. Über 150 einfache Rezepte zeigen die ganze Vielfalt an wunderbaren Gemüsegerichten für die kalte Jahreszeit. Reportagen über Anbau und Ernte geben Einblick in die Arbeitswelt von Kleinbetrieben wie auch von Grossproduzenten der biologischen Landwirtschaft. Spannende Hintergrund – texte zeigen die ökologischen und wirtschaftlichen Zusammenhänge auf.

Meine Gemüseküche für Herbst und Winter
erhältlich im Buchhandel oder direkt bei der Autorin
www.meretbissegger.ch
ISBN 978-3-03800-828-6

Typisch Merlot, Chardonnay & Co.

In den letzten Jahren wurden bei den Delinat-Weinkursen in der Schweiz und Deutschland nicht nur die Veranstaltungsorte ausgebaut, sondern auch das Themenangebot erweitert. Der Basiskurs steht auf der Beliebtheitsskala weiterhin auf Platz 1. Nun gibt es neu den Rebsorten-Kurs «Typisch Merlot, Chardonnay & Co.» als Aufbaukurs zum Basiskurs. Für den Besuch des Kurses sind Kenntnisse aus dem Basiskurs nicht zwingend nötig, jedoch von Vorteil.

Delinat-Kursleiter und Diplom-Sommelier Dirk Wasilewski führt durch eine Blinddegustation mit zehn reinsortigen Weinen, bei der die Kursteilnehmer ihre Sensorik testen und schärfen können. Er stellt die Frage: Kann man den Unterschied zwischen einem Merlot und einem Sangiovese riechen oder schmecken? Oder zwischen einem Sauvignon Blanc und einem Chardonnay? Ja, man kann, mit etwas Übung. Mit der Vier-Nasen-Methode (siehe Kasten) lässt sich nicht nur die Rebsorte herausfinden, sie bietet gleichzeitig eine Einführung in die Degustationstechnik. Beim Aromaparcours gilt es, die typischen Aromen der wichtigsten Rebsorten wie Sauvignon Blanc, Chardonnay oder Merlot zu erschnuppern und die sensorische Wahrnehmung zu trainieren. Daneben erfährt man Wissenswertes über die Ausbauarten in unterschiedlichen Gebinden (Stahl, Holz, Beton) und deren Einfluss auf das Geschmacksbild eines Weines.

Höhepunkt ist die Blindverkostung von zehn reinsortigen Weinen, bei der es darum geht, die jeweilige Traubensorte herauszufinden. Als Zugabe erfährt man Wissenswertes über die Herkunft und die Geschichte der wichtigsten Rebsorten. Eine bunte Auswahl an Häppchen rundet am Ende der spannenden Degustation den Kursabend ab.

Veranstaltungsorte, Anmeldung und mehr Informationen unter: www.delinat.com/rebsortenkurs

Die vier Nasen

Erste Nase. Leichtes Schnuppern am Glas, ohne das Glas zu schwenken. Die besonders leichtflüchtigen Aromen entweichen zuerst und geben einen Hinweis auf Art und Komplexität des Weins.

Zweite Nase. Riechen am Glas nach dem Schwenken (Belüften) des Weins. Jetzt kommen die Aromen im Bukett, aber auch allfällige Weinfehler prägnanter zum Ausdruck.

Dritte Nase. Mit dem ersten Schluck wird der Wein im Munde verteilt. Flüchtige, bisher nicht wahrgenommene Duftstoffe gelangen über eine Verbindung des Nasen-Rachen-Raums zur Riechschleimhaut und werden hier retronasal wahrgenommen.

Vierte Nase. Durch Nachriechen im leeren Glas werden letzte Geruchseindrücke gewonnen. Sie können frühere Eindrücke bestätigen oder stark haftende Aromen erst jetzt deutlich zum Ausdruck bringen.

WeinLese 47: Editorial

Für viele Weinbauern ist der Klimawandel die Herausforderung der Zukunft. Hauptproblem sind gehäufte Wetterextreme wie sturmartige Unwetter, sintflutartige Regenfälle, intensive Hitzeperioden und lange Trockenzeiten. Vor allem in südlichen Regionen droht wegen fehlender Wasserreserven Desertifikation. Immer mehr Böden werden unfruchtbar, die Wüste breitet sich ungehindert aus.

Ein probates Konzept, um dieser Tendenz entgegenzuwirken, ist die noch wenig bekannte Permakultur. Es handelt sich dabei um eine Bewirtschaftungsform, mit der Ökosysteme gestärkt, Bodenfruchtbarkeit erhöht, Bodenbearbeitung vereinfacht und der Ertrag gesteigert werden kann. Vorbild ist die Natur mit einem geschlossenen Nährstoffkreislauf. Frei nach der Erkenntnis des griechischen Philosophen Aristoteles: «Die Natur schafft immer von dem, was möglich ist, das Beste.»

Delinat-Winzer setzen sich intensiv mit der Permakultur auseinander. Über 50 von ihnen haben am diesjährigen internationalen Delinat-Winzerseminar in Portugal und Spanien teilgenommen und dabei eindrücklichen Anschauungsunterricht erhalten, wie die Reportage von Karl Schefer zeigt.

Ich wünsche Ihnen spannende Lektüre bei einem Glas Delinat-Wein.
Hans Wüst, Redaktor

WeinLese 47: Kurz & bündig

Grossandrang auf Duvivier

Die Ankündigung, dass Sylvia und Uwe Fahs 2017 die letzte Saison als Gastgeber auf Château Duvivier bestreiten (WeinLese Nr. 45), hat zu einem regelrechten Ansturm auf die Ferienresidenz geführt: Für das laufende Jahr sind sämtliche Zimmer ausgebucht. Damit erlebt das Gastgeberpaar nochmals eine strenge Zeit, bevor es Ende November in den wohlverdienten Ruhestand tritt. «Es wird uns warm ums Herz bei so viel Anerkennung», freuen sich Sylvia und Uwe Fahs über das ausgebuchte Haus. Und weiter: «Gibt es etwas Schöneres, als nochmals alle unsere lieben Gäste zu treffen, um auf Wiedersehen zu sagen und für die vielen Wochen, die sie bei uns zu Gast waren, zu danken? Merci beaucoup!»

Schweizer Bioweinpreis 2017

Beim vierten von der Weinzeitschrift Vinum organisierten Schweizer Bioweinpreis gab es eine Rekordbeteiligung: 53 Winzer reichten 213 Weine ein. Als Biowinzer des Jahres 2017 wurde Marco Casanova vom Walensee ausgezeichnet, dicht gefolgt vom Sieger im Jahr 2015, Roland Lenz aus dem thurgauischen Uesslingen. Roland Lenz, der eng mit Delinat zusammenarbeitet, war im Final mit nicht weniger als acht Weinen vertreten und erreichte von allen 53 Betrieben am meisten Spitzenplätze. Ebenfalls sehr gut abgeschnitten hat auch die Domaine de la Maison Carrée aus Auvernier am Neuenburgersee. Mit diesem Weingut arbeitet Delinat neu zusammen.

Frostschäden in ganz Europa

In weiten Teilen Europas hat Spätfrost im April grosse Schäden in den Rebbergen angerichtet. In der Ostschweiz sind auf dem Bioweingut von Roland Lenz rund 60 Prozent der Haupttriebe erfroren. Bei den deutschen Delinat-Winzern war das Weingut zur Römerkelter in der Mosel stark betroffen. «Ich rechne mit einem Ertragsausfall von gut 40 Prozent», meldet Timo Dienhart. Etwas weniger dramatisch ist die Lage beim Weingut Pflüger in der Pfalz, beim Weingut Hirschhof in Rheinhessen und bei den Winzern in Österreich. Ebenfalls glimpflich davongekommen sind die Domaine Lignères und Château Coulon in Südfrankreich. In Norditalien (Piemont und Veneto) hielten sich die Schäden ebenfalls in Grenzen. In der spanischen Ribera del Duero dagegen gab es Frostschäden, «wie man sie noch nie erlebt hat». Auf dem Weingut Basconcillos (rund 1000 m ü.M.) erlitten praktisch alle Rebstöcke Schäden.

Kostbares Regenwasser

Auf der Bodega Pago Casa Gran in der Region Valencia lässt Winzer Carlos Laso derzeit ein Retentionsbecken erstellen, in dem er wertvolles Regenwasser sammelt. Hauptziel des durchlässigen Beckens ist eine langsame Anhebung des Grundwasserspiegels, was sich auf die Umgebung der Weinberge und die Reben positiv auswirken wird. Gleichzeitig übernimmt das Rückhaltebecken die Funktion eines Biotops mit reicher Pflanzen- und Tierwelt. Innovativ gibt sich der Winzer auch in einem anderen Bereich: Mit der Anschaffung einer Ölpresse will er aus Traubenkernen ein Pflanzenöl gewinnen. Dieses ist als umweltfreundlicher Treibstoff für seine Traktoren vorgesehen.

Auf grosser Fahrt von Barcelona nach Nizza

Zum dritten Mal ist die Sea Cloud II zwischen Barcelona und Nizza als Delinat-Weinschiff unterwegs (Sonntag, 29. April, bis Donnerstag, 3. Mai 2018). Segelromantiker und Weinliebhaber kommen auf dieser exklusiven Reise gleichermassen auf ihre Kosten. Mehrmals werden die Segel des majestätischen Windjammers per Hand gesetzt. Und auf hoher See wird gehobene Küchen- und Weinkunst geboten. An Bord und auf Landgängen lernen Sie sympathische Delinat-Winzer und deren Weine aus reicher Natur kennen. Neben spannenden Degustationen vermitteln Winzer und Delinat-Team in packenden Vorträgen viel Wissenswertes über die Faszination des biologischen Weinbaus mit grosser Biodiversität. Dazwischen bleibt viel Zeit zum Ausspannen, Geniessen und Diskutieren in geselligem Kreis.

Zusätzlich zur Schiffsreise kann ein zweitägiges Vorprogramm gebucht werden. Von Barcelona aus besuchen wir unter anderem Josep Maria Albet i Noya, den erfolgreichsten Biowinzer Spaniens, sowie das Weingut Mas Igneus im Priorat, das für seine grossartigen Weine aus spektakulären Lagen bekannt ist.

Weitere Informationen und Buchung: www.delinat.com/weinreisen

Jubiläumspaket «Exklusive Rotweine» aus dem DegustierService

30 Jahre Delinat-DegustierService – ein Grund zum Feiern. Zum runden Geburtstag wollen wir unseren treuen Kundinnen und Kunden etwas Gutes tun. Wir haben ein Jubiläumspaket geschnürt mit drei exklusiven Rotweinen, die eine ganz besondere Geschichte erzählen und durch den DegustierService zu «Publikumslieblingen» geworden sind. Das Paket überlassen wir Ihnen mit einem Jubiläumsrabatt von 30 Prozent. Und weil Schenken Freude macht, legen wir auch noch einen Profi-Korkenzieher bei.

Allen Nicht-DegustierService-Kundinnen und -Kunden bieten wir das Jubiläumspaket als attraktiven Einstieg in unser exklusives Rotwein-Abo an: Sie erhalten in der Folge dreimal pro Jahr portofrei ein Paket mit sechs Flaschen. Der Preis pro Paket liegt zwischen 100 und 160 Franken bzw. zwischen 80 und 120 Euro.

Wenn Sie nur das Jubiläumspaket (ohne Abo) möchten, dann wählen Sie die Option «nur Jubiläumspaket». Wenn Sie das Abo wählen, können Sie jederzeit wieder aussteigen – wie immer genügt ein Anruf oder ein E-Mail.

–> Zum Angebot

Auf ein Glas mit… Ubbo de Witt

Unternehmer Ubbo de Witt gehört zu den Pionieren der Windenergie in Deutschland. Als Inhaber und Geschäftsführer der Projekt Firmengruppe entwickelt und realisiert er Windparks im In- und Ausland. Neben Wind gehört Wein zu seinen Leidenschaften. Wir trafen ihn auf ein Glas im Café Blätterteich in Oldenburg.

Ubbo de Witt schätzt Delinat-Wein. Winzer und Philosophie, die dahinterstecken, lernte er auf der Schiffreise mit der Sea Cloud II näher kennen.
Persönlich
Der gebürtige Ostfriese Ubbo de Witt lebt gemeinsam mit seiner Lebens- und Geschäftspartnerin Heike Kröger in Oldenburg, wo das Unternehmerpaar vier Kinder grossgezogen hat. Nach dem Abitur absolvierte Ubbo de Witt an der Universität Oldenburg ein Physikstudium. 1993 gründet er die Projekt GmbH, die sich mit der Projektierung und Realisierung von Windenergieanlagen befasst. Die Projekt GmbH figuriert heute zusammen mit mehreren Tochterfirmen unter dem Dach der Projekt Firmengruppe. Domizil ist seit 2011 ein Bürogebäude im Passivhaus-Standard in Oldenburg. In seiner Freizeit geniesst Ubbo de Witt am liebsten Aktivitäten in freier Natur im Kreis der Familie: Fahrradfahren, Segeln, Teetrinken und Strandspaziergänge in Brasilien, wo Ubbo de Witt und Heike Kröger seit über zehn Jahren über eine Tochterfirma Windenergieprojekte entwickeln und auf über 200 Hektar nachhaltige Forstwirtschaft und Aufforstung betreiben.

Ubbo de Witt, Sie gehören zu den Windenergie-Pionieren, Delinat nimmt für sich eine solche Rolle beim biologischen Weinbau in Anspruch – eine Art Seelenverwandtschaft?
Pioniere verbindet ja oft die Vorstellung von einer besseren Welt, und zum Zeitpunkt der Entwicklung dieser Vision müssen sie sich oft die Frage stellen lassen, ob sie «nichts Sinnvolleres» im Kopf hätten, da ihre Mitmenschen die Realität nicht wie sie wahrnehmen. Ja, ich fühle eine Art Seelenverwandtschaft.

Sie beschäftigen sich seit bald 30 Jahren mit Windenergie. Wie ist es dazu gekommen?
Heinrich Timm, einer der letzten alten Emsfischer, hatte seinen Fischkutter nach meinem im Krieg gefallenen Opa, Ubbo de Witt, benannt. Gemeinsam mit meiner Oma hatte ich das Glück, viele Tage mit ihm auf dem Wasser zu verbringen, Tag und Nacht den Elementen ausgesetzt. Als Segler habe ich diese Passion fortgesetzt. So war es nur konsequent, in der Arbeitsgruppe Physik regenerativer Energiequellen in Oldenburg das Physikstudium aufzunehmen und gemeinsam mit vielen fortschrittlichen Professoren an der Carl von Ossietzky Universität diese Berufung für eine bessere Welt auch auf anderer Ebene fortzusetzen.

Wie viele Windparkanlagen haben Sie bisher realisiert?
Die technische Entwicklung der Windenergie hat mir hier den Weg vorgegeben. Anfänglich waren es erste Hofanlagen zur Mitnutzung des erzeugten Stroms in der Landwirtschaft. Zwischenzeitlich sind viele Windparks in Deutschland, Frankreich, Polen und Brasilien mit über 1000 MW dazugekommen.

Welches ist der wichtigste?
Auf einer Sandbank in der Nordsee haben wir 2001 die Planung für unseren ersten Offshore-Windpark begonnen. Hier sollte 24 Stunden am Tag umweltfreundlicher Strom produziert werden. Der Name des Projekts war geboren: Sandbank 24. Heute ist der Windpark gebaut und produziert mit 72 Windenergieanlagen der 4-Megawatt-Klasse (288 MW) genug Strom, um mehr als 400 000 Haushalte zu versorgen.

Deutsche Windenergie-Pioniere: Ubbo de Witt und Partnerin Heike Kröger.

Sie entwickeln On- und Offshore-Windparks. Welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?
Unsere Kulturlandschaft ist einem stetigen Veränderungsprozess unterworfen. Landwirte sind heute auch (dezentrale) Energiewirte. Sowohl Offshore-Anlagen an der Küste mit «dem Fuss im Wasser» wie auch Onshore-Anlagen an Land können nach Ablauf ihrer Betriebszeit rückstandsfrei zurückgebaut werden. Die Kosten dafür sind kalkulierbar und müssen vom Betreiber vor Baubeginn in Form von Bürgschaften hinterlegt werden. Der Teufel steckt jedoch wie immer im Detail, zum Beispiel einer naturverträglichen Planung unter Einbindung der Anwohner auf dem Festland oder der umfangreichen Abwägung möglicher Auswirkungen auf die See- und Zugvögel sowie die Schweinswale während der Bauphase und des Betriebs offshore.

Die grossen Offshore-Windparks haben den Vorteil, dass sie unseren unmittelbar wahrgenommenen Lebens- und Erholungsraum nicht so stark beeinträchtigen wie die Onshore-Windparks, an deren Erscheinung im Landschaftsbild viele Menschen sich erst noch gewöhnen müssen. Offshore ist die Energieerzeugung zudem wesentlich verlässlicher, der Wind weht nahezu immer, der Ertrag ist mehr als doppelt so hoch wie onshore.

Welche Bedeutung kommt der Windenergie in Zukunft zu?
Die Windenergie ist die kostengünstigste erneuerbare Energie und wird weiterhin einen grossen Anteil an der Stromerzeugung und zur Erreichung der Klimaziele wahrnehmen. Persönlich würde ich es begrüssen, wenn es gelingen würde, den grünen Strom direkt an die Steckdosen der Verbraucher abzugeben.

Worauf legen Sie als Weinliebhaber wert?
Es ist für mich wie bei einem guten Musikstück: Der Text und die Noten müssen zusammenpassen. Deshalb habe ich mich gefreut, Delinat kennenzulernen, und damit so überzeugende Winzer wie den Katalanen Josep Maria Albet i Noya, der die gemeinsame Überzeugung und Vision ebenfalls lebt.

Wann und wie haben Sie Bekanntschaft mit Delinat gemacht?
Eine Zugfahrt und ein zufällig gefundener Flyer haben mich auf Delinat aufmerksam gemacht. Die lieben Menschen und Überzeugungstäter hinter Delinat habe ich auf einer gemeinsamen Segelreise kennengelernt.

Das war 2016. Sie waren mit Ihrer Familie an Bord der Sea Cloud II, die als Delinat-Weinschiff im Mittelmeer unterwegs war. Wie ist Ihnen diese Reise in Erinnerung geblieben?
Windstärke neun, ein grosses Erlebnis gemeinsam mit weiteren Weinbegeisterten und meiner Familie, nicht nur wegen des gemeinsam erlebten und überstandenen Extremereignisses. Eine grandiose Annäherung an schöne Hafenstädte im Mittelmeer und an Weingüter der Delinat-Familie.

Weintipp Ubbo de Witt
Auf der Reise mit der Sea Cloud II haben wir den katalanischen Winzer Josep Maria Albet i Noya kennengelernt. Er lebt seine Überzeugung und Vision beim Wein genau so, wie wir das beim Wind tun. Sein Spitzenwein Reserva Martí ist im Geschmack kräftig, aber zugleich samtig und leicht fruchtig mit der richtigen Abstimmung des Geschmacks nach Kräutern.

Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2011
www.delinat.com/1643.11

 

 

Begeisterung für Natur und Biodiversität

Im Mai 2017 besuchte das Delinat-Verkaufsteam auf einer Weiterbildungsreise mehrere Winzer in Spanien und Portugal, um sich vor Ort ein Bild über die Besonderheiten der Weingüter und die Umsetzung der Delinat-Methode zu machen. Stellvertretend schildern vier Reiseteilnehmer ihr persönliches Reise-Highlight, verbunden mit einem Weintipp.

Renate Göldi, Weinshop Zürich-City

Grün, so weit das Auge reicht. Im nördlichsten Teil Portugals liegt das Gebiet des bekannten Vinho Verde. Üppig spriesst die Vegetation in der mit vielen Niederschlägen gesegneten Region nördlich von Porto und des Flusses Douro.

Joaquim Reis besitzt hier das Weingut Casa do Quintal. Mittendrin befindet sich ein riesiger Garten, der das Herz eines jeden Naturliebhabers höherschlagen lässt. Ebenso beeindruckend ist die Herzlichkeit seiner Tochter Tatiana Alegria dos Reis und ihres Ehemanns Carlos Seixas, die uns empfangen und stolz durch das mit viel Liebe und Hingabe gepflegte Paradies geführt haben. Nebst dem grossen Gemüse-, Beeren- und Obstgarten sowie einer grossen Hühnerschar beeindrucken mich vor allem die beiden mit vielen Blumen und Gräsern bewachsenen Rebparzellen: Biodiversität pur!

Weintipp: In diesem Naturparadies reifen die Loureiro- und Azal-Trauben für den knackigen weissen alr Vinho Verde. Gekeltert wird der Wein von Joaquims Freund und Partner Antonio Lopes Ribeiro. Mit seinen spritzigfrischen Aromen passt dieser Vinho Verde perfekt zu leichten Salat-, Fisch-, Fleisch- und Pastagerichten. Mit 6 bis 8 Grad an einem warmen Sommertag serviert – da sage ich nur noch «saûde» (portugiesisch für Prost) und geniesse.

alr Vinho Verde
Vinho Verde DOC 2015
www.delinat.com/5216.15

Roman Herzog, Verkaufsleiter

Auf dem Weingut Casa de Mouraz im Dão-Gebiet in Portugal hat mich die grossartige Biodiversität in den klein strukturierten Rebgärten tief beeindruckt. Der Respekt gegenüber der Natur und die Passion von Sara Dionísio und António Lopes Ribeiro sind spürbar und ansteckend. Hier würde ich gerne einmal bei einer Traubenernte mithelfen, um die Atmosphäre live mitzuerleben.

Mit Elan und Kreativität setzt sich das Winzerpaar für nachhaltige Lösungen ein. Ein Beispiel: Um einen brachliegenden Rebberg vor der Verschandelung durch eine Eukalyptus-Aufforstung zu bewahren, wurden Familie und Freunde motiviert, sich am Kauf der Parzelle zu beteiligen. So ist ein Generationenprojekt entstanden. Für die Bepflanzung des exponierten Hanges kam nur eine einheimische Traubensorte in Frage. Die Wahl fiel auf die autochthone Rotweinrebe Baga. Der älteste Baga-Rebstock auf dem Betrieb Casa de Mouraz ist über 150-jährig. Dessen Erbmaterial wird zur Weiterveredelung verwendet, damit die wertvolle Traubensorte erhalten bleibt und daraus kraftvolle, typische Rotweine vinifiziert werden können.

Weintipp: Im Caruma Selecção ist die Baga nicht enthalten, dafür mit Touriga Nacional und Jaen de Dão zwei andere autochthone Sorten. Der intensiv duftende, gehaltvolle Rotwein beeindruckt durch tolle Würze, ätherische Noten, Lakritze, viel Schmelz, feinkörnige Tannine und einen vibrierenden Abgang.

Caruma Selecção
Dão DOC 2013
www.delinat.com/2812.13

Christoph Dienst, Leiter Weindepot Basel

Die grossen Distanzen in Spanien – etwa die Weite der La Mancha – haben mich stark beeindruckt. Jedes Weingebiet ist topografisch ganz anders. Zu den Höhepunkten gehörten für mich die kleinstrukturierten, steilen Terrassenlagen von Viñas del Cámbrico in der Sierra de Salamanca. Serpentinenartig führt ein Weg zu den verschiedenen, lediglich mit ein paar Dutzend Rebstöcken, einzelnen Olivenbäumen und üppigem Grün bewachsenen Parzellen. Spannend waren zuvor auch die Gebiete Rueda und Toro, wo wir auf unseren Weingütern Menade und Volvoreta in unterirdischen, in Fels gehauenen Kellern Weinschätze aus vergangenen Jahrzehnten verkosten durften, die leider unverkäuflich sind.

Weintipp: Verkäuflich dagegen, wenn auch zu einem stolzen Preis, ist der Cámbrico Rufete, mein Favorit auf dieser Reise. Am Anfang noch etwas zurückhaltend, wächst er am Gaumen nach kurzer Zeit zu voller Grösse: vielschichtig, elegant mit viel Druck und Länge. Das Gewächs aus der alten, vorab im nahen Portugal verbreiteten Traubensorte Rufete strahlt Ruhe und Kraft aus – ein Meditationswein!

Cámbrico Rufete
Sierra de Salamanca DOP 2009
www.delinat.com/3207.09

Jonas Trechsel, Kundenberater

Es war ein trauriger Anblick, der uns auf 1000 m ü. M. in den Rebbergen der Dominio Basconcillos in der aufstrebenden Weinregion Ribera del Duero erwartete: Die frischen Triebe waren fast alle dem Spätfrost zum Opfer gefallen, der in diesem Jahr auch Spanien heimgesucht hat. Zwei Rehe, die über die Wiesen davonsprengten, zauberten uns trotzdem ein Lächeln ins Gesicht.

Auf diesem Weingut imponierte mir die ausgeklügelte und moderne Technik, mit der zum Beispiel der Wasserhaushalt der Reben analysiert und optimiert wird. Auch im Keller herrscht penible Ordnung, und nichts wird dem Zufall überlassen. Mit Francisco Barona habe ich hier einen Winzer und Önologen kennengelernt, der Natur und moderne Technologie auf beeindruckende Art und Weise unter einen Hut bringt. Und die Basconcillos-Weine aus ökologisch vorbildlichem Anbau sind durchwegs hervorragend.

Weintipp: Der Basconcillos Roble etwa überzeugt mich mit seiner kräftigen Struktur, dem ausgewogenen Holzeinsatz und seiner intensiven Frucht. Trotz eher jugendlichem Alter weist er eine schöne Reife auf und eignet sich perfekt als Begleiter zu einer feinen Tafel oder zu geselligen Gesprächsrunden.

Dominio Basconcillos Roble
Ribera del Duero DO 2015
www.delinat.com/3184.15
Die Reiseroute

Die Reise startete in Valencia beim Weingut Pago Casa Gran, führte zur Dominio Basconcillos in der Ribera del Duero, zum Weingut Menade in der Rueda, zur Bodega Volvoreta im Toro sowie zu Viñas del Cámbrico in der Sierra de Salamanca. In Portugal wurden Casa de Mouraz im Dão und Vinho do Quintal im Minho besucht. Auf allen Betrieben wurde das Delinat-Team herzlich empfangen. Die Winzer führen mit grossem Enthusiasmus durch ihre Weingärten und Weinkeller. «Die Begeisterung für die Natur und mehr Biodiversität war auf allen Betrieben spürbar», sagt Delinat-Verkaufsleiter Roman Herzog.

WeinLese 46: Editorial

Seit 30 Jahren gibt es den Degustier Service. Das Weinabo, das regelmässig mit Entdeckungen aus den ökologisch intaktesten Rebbergen Europas aufwartet, ist eine Erfolgsgeschichte. Aber bis es so weit war, brauchte es Spürsinn, Kreativität, Ausdauer und Beharrlichkeit.

WeinLese-Redaktor Hans Wüst als Erntehelfer auf der Domaine Lignères.

Der Weg, den ein Wein vom Rebberg bis ins DegustierService-Paket zurücklegt, ist lang und steinig. Einkäufer Emil Hauser zeigt am Beispiel des Roches d’Aric aus Südfrankreich, wie zahlreich und anspruchsvoll die Hürden sind, die es zu meistern gilt. Delinat-Gründer Karl Schefer gibt derweil im Interview Einblick in die spannende Geschichte und Entwicklung des beliebten Weinabos.

Das Schwerpunktthema dieser Ausgabe bestätigt, dass noch kein Meister vom Himmel gefallen ist. Das Sprichwort gilt auch für den Extrembergsteiger, Pionier, Eroberer und Naturschützer Reinhold Messner. Er hat uns anlässlich seiner Vortrags-Tournee «Überleben» in Luzern zu einem Gespräch bei einem Glas Wein empfangen. Ich wünsche Ihnen vergnügliche Lesestunden bei einem Glas Delinat-Wein.

1 2 3 22