WeinLese 53: Editorial

Neapel sei ein auf die Erde gefallenes Stück Himmel, sagen die Italiener. Neben Chaos, Abfallbergen und Mafia gibt es hier unbestritten auch unheimlich viel Schönes zu entdecken. Also muss man, bevor man stirbt, Neapel erlebt haben. So viel zur Interpretation von «Neapel sehen und sterben».

«Vedi Napoli e poi muori.»
«Neapel sehen und sterben.» (geflügeltes Wort)

Martina Korak (Önologin und Einkäuferin), Claudio Del Principe (Autor) und Yvonne Berardi (Fotografin) haben Neapel als Ausgangspunkt unserer Reportage «Symbiose des Südens» gewählt. Gemeinsam mit Delinat-Winzern begann hier eine kulinarische und kulturelle Reise durch Kampanien und Apulien.

Was das Reportageteam erlebte, hat alle hellauf begeistert. Unglaublich, mit welcher Leidenschaft und Hingabe naturverbundene Winzer, Bauern, Bäcker und Käser mit Respekt vor der Natur schmackhafte, authentische Produkte erzeugen und so dafür sorgen, dass nicht nur Neapel, sondern auch das ländliche Süditalien wie ein auf die Erde gefallenes Stück Himmel erscheint.

Tauchen Sie ein in die bild- und wortstarke Reportage aus Süditalien. Für den Fall, dass Sie dabei Lust auf süditalienische Weine bekommen, haben wir wiederum ein spezielles Probierpaket geschnürt. Ich wünsche viel Lese- und Trinkspass.

WeinLese 53: Kurz & bündig

PIWI-Sorten im Aufwind

In Österreich sind vier neue Weisswein-Rebsorten für Qualitätswein zugelassen worden, drei davon sind PIWIs. Damit macht Österreich einen wichtigen Schritt Richtung Förderung pilzwiderstandsfähiger Sorten, die dank hoher Resistenz gegen Pilzkrankheiten wie Echter und Falscher Mehltau (Oidium und Peronospora) grosse ökologische Vorteile mit sich bringen: Verringerung der ausgebrachten Pflanzenschutzmittel und somit weniger Traktorfahrten. Dadurch werden wiederum Schadstoffemissionen verringert und die Bodenverdichtung reduziert. Bei den drei neu zugelassenen PIWI-Sorten handelt es sich um Blütenmuskateller, Muscaris und Souvignier Gris. In Österreich, wo über 10 Prozent der Rebflächen biologisch bewirtschaftet werden, machen sich PIWI-Sorten in allen Weinbaugebieten bemerkbar. Daraus entstehen beachtliche Weine, wie internationale Bio- und PIWI-Weinprämierungen aufzeigen.

Generationenwechsel bei der Imkerei Gaupp

Vor über 40 Jahren wanderte das österreichische Paar Christoph und Silvia Gaupp-Berghausen nach Spanien aus und baute sich in einem ausgestorbenen Dorf in der Sierra de Guadalajara in Zentralspanien eine Bio-Imkerei auf. Seit vielen Jahren beliefern sie Delinat mit verschiedenen feinen Biohonigen. Jetzt haben sie die Imkerei in neue Hände übergeben: Tochter Malva Gaupp-Berghausen und ihr Mann David Nieto Jiménez führen sie im bisherigen Sinne weiter. Aufgrund des regenreichen Sommers war das Honigjahr 2018 in Spanien schwierig. So konnten Gaupps zum Beispiel keinen Rosmarinhonig ernten. Erfreulicherweise sind jedoch wieder Lavendel- und Wildblütenhonig aus Zentralspanien verfügbar. Klein sind die Erträge 2018 auch bei Luisa Fernández, unserer Bioimkerin in Asturien. Besser war es in Norditalien und Bulgarien, wo unsere Imker keine Ertragsausfälle vermelden.

Delinat-Weinlager an neuem Standort

Das Delinat-Zentrallager ist von Weil am Rhein nach Grenzach-Wyhlen umgezogen. Das neue Logistikzentrum in der Nähe von Basel wird seit dem 1. Januar 2019 nicht mehr von einem externen Dienstleister, sondern wie in früheren Jahren wieder von Delinat selber bewirtschaftet. Ein achtköpfiges Team unter der Leitung von Antje Obatolu ist bestrebt, einen möglichst schnellen, zuverlässigen und ökologisch vorbildlichen Lieferservice anzubieten. Ein ausführlicher Bericht über die neue Delinat-Logistik und die damit verbundenen Neuerungen ist für die WeinLese 54 vom kommenden Mai geplant.

Neues Weindepot in Winterthur

Anstelle des bisherigen Weinshops im Alnatura-Bio-Supermarkt wurde Ende Oktober 2018 an der Technoparkstrasse 5 das neue Delinat-Weindepot Winterthur eröffnet. Hier sind das gesamte Delinat-Sortiment sowie alle Dienstleistungen verfügbar, das heisst nebst den Weinen auch Olivenöle, Essige, Honige und Spirituosen sowie Gläserservice, Recyclingstation usw. Auch haben die Kunden die Möglichkeit, im Weinbistro ein Glas Wein zu geniessen. Das Weindepot ist offen von Montag bis Freitag zwischen 16 und 19 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 17 Uhr.

Zu Gast auf der Sea Cloud

Alle zwei Jahre wird die Sea Cloud II für eine Woche zum Delinat-Weinschiff. Bei diesen exklusiven Weinkreuzfahrten auf dem Mittelmeer sind jeweils bis zu 70 Weinliebhaber mit an Bord. Im vergangenen Oktober haben nun die Verantwortlichen der Sea Cloud Delinat eingeladen, eine Kreuzfahrt von Tarragona über Mahón, Palma de Mallorca nach Valencia zu begleiten. Sommelier Dirk Wasilewski brachte 18 Delinat-Weine mit an Bord, führte Kurse, Degustationen und einen Landausflug zum Weingut Mas Igneus (Priorat) durch. Delinat war den meisten der 55 Gäste bis dahin unbekannt. Umso schöner, dass sie praktisch ausnahmslos begeistert reagierten auf die Weine und die strengen biologischen Anforderungen, die dahinterstehen. Im Mai 2020 wird dann die Sea Cloud II wieder zum Delinat-Weinschiff. Anmeldungen für die Kreuzfahrt von Rom nach Nizza: www.delinat.com/weinreisen

Auf ein Glas mit … Günter Faltin

1985 hat Wirtschaftsprofessor Günter Faltin das Unternehmen Teekampagne gegründet. Der heute grösste Teeversandhändler Deutschlands verkauft ausschliesslich echten, fair produzierten Darjeeling-Tee aus biologischem Anbau. Im Interview erzählte uns der Hochschulprofessor seine Erfolgsgeschichte.

Indische Pflückerinnen ernten für die Teekampagne zu fairen Konditionen biologischen Darjeeling-Tee.

Sie haben 1985 das Unternehmen Teekampagne gegründet. Wie ist es dazu gekommen?
Günter Faltin: Ich wollte meinen Studenten am praktischen Beispiel zeigen, dass man ein Unternehmen gründen kann, das gleichermassen fair gegenüber Produzenten und Konsumenten ist. Die Erzeuger bekommen gute Preise für hochwertigen Tee, und die Verbraucher müssen dank unseres Kampagnenprinzips, das Wege und Material einspart, für diese hohe Qualität nicht tief in die Tasche greifen.

Sie waren damals Wirtschaftsprofessor an der Freien Universität in Berlin. Gaben ökonomische Anliegen den Ausschlag für die Gründung?
Auf meiner Seite gab das nicht den Ausschlag, ich hatte ja mein Einkommen als Hochschullehrer. Ich hatte recherchiert, dass sich der Direkteinkauf des Tees in Indien ab einer Menge von zwei Tonnen lohnt. Unsere Standardverpackung ist die 1-kg-Tüte, das heisst, auch der Aufwand für Material war überschaubar. Bei dem hervorragenden Preis, den wir den Kunden bieten konnten, waren wir rasch ausverkauft. Ökonomische Gewinner waren und sind bis heute die Kunden, die plötzlich feinen Darjeeling zu einem enorm günstigen Preis bekamen.

Welchen Stellenwert hatte damals die Ökologie für Sie?
Damals gab es kaum ein Verbrauchermagazin, das nicht über besorgniserregende Pestizidrückstände berichtete. Wir haben die Produzenten von Anfang an ermutigt, auf chemische Dünge- und Pflanzenschutzmittel zu verzichten. Wir waren die Ersten, die nicht nur auf Rückstände kontrollieren liessen, sondern die Ergebnisse der Rückstandsanalyse sogar auf der Packung veröffentlichten. Und auch die Ersten, die ein Wiederaufforstungsprogramm in Darjeeling starteten, das wir bis heute allein finanzieren.

Welche Ziele verfolgten Sie mit der Teekampagne genau?
Ziel war und ist es, viel mehr Menschen für das Thema Gründung zu begeistern. Wenn man nicht den Konventionen folgt, ergeben sich oft neue, günstigere Kombinationen. Tee gab es schon lange und Grosspackungen auch, aber Teehandel nur mit einer einzigen Teesorte, dafür aber direkt vom Erzeugerland und in Grosspackungen, um sie besonders preisgünstig anbieten zu können – das war 1985 neu.

Sie fokussierten sich von allem Anfang an auf eine einzige Teesorte: Weshalb musste es Darjeeling sein?
Wenn man nur eine Sorte anbietet, dann muss das ein guter Tee sein. In den Teebüchern las ich, dass Darjeeling als der «Champagner unter den Tees» gilt. Deshalb ist es Darjeeling geworden.

Persönlich

Günter Faltin: «Tagsüber trinke ich meistens Tee. Abends aber ist ein Glas Wein wunderbar.»

Günter Faltin wurde am 25. November 1944 in Bamberg (DE) geboren. Von 1964 bis 1968 studierte er Volkswirtschaft in St. Gallen und Tübingen. 1972 promovierte er an der Universität Konstanz. 1977 wurde er als Professor an die Freie Universität Berlin berufen, wo er den Arbeitsbereich Entrepreneurship aufbaute. 1985 initiierte er das Unternehmen Teekampagne. Hintergrund der Unternehmensgründung: Als Hochschulprofessor wollte er seinen Studenten an der Freien Universität Berlin zeigen, dass eine nachhaltige, faire und intelligente Art des Wirtschaftens möglich ist. Heute ist die Teekampagne die grösste Importeurin von Darjeeling-Tee aus Indien und das grösste Teeversandhaus Deutschlands. Die Teekampagne hat heute ihren Sitz in Potsdam. 20 Mitarbeiter kümmern sich dort um die Wünsche der mittlerweile rund 200 000 Kunden. Mit Delinat besteht eine Partnerschaft, deren Ziel es ist, in Sachen Nachhaltigkeit und Transparenz neue Massstäbe zu setzen.

www.teekampagne.de

Was ist das Besondere an diesem Tee?
Aufgrund der geografischen Besonderheiten – der steilen Hänge, der hohen Lage, der intensiven Sonneneinstrahlung und des kühlen Bergklimas – schmeckt dieser Tee sehr fein und blumig. Es sind nur 87 Teegärten, die zur Region Darjeeling gehören, und die jährliche Produktionsmenge ist mit 9000 Tonnen sehr überschaubar. Kein Wunder, dass er zu jenen Tees zählt, die häufig und viel gefälscht werden. Darum haben wir ein System der Rückverfolgbarkeit initiiert.

Die Teekampagne zeigt, dass sich Ökonomie und Ökologie gut vertragen. Spüren Sie eine Art Seelenverwandtschaft mit Delinat-Gründer Karl Schefer?
Auf jeden Fall, ich glaube, wir haben beide schon nachhaltig agiert, als dieser Begriff noch nicht seine heutige Popularität besass. Karl Schefer ist ein Pionier des Bioanbaus von Wein, hat Richtlinien entwickelt und fördert Biodiversität. Wir sind ebenfalls Pioniere im Hinblick auf transparenten Teehandel. Ich finde, da gibt es viele Parallelen.

Tee oder Wein: Was ziehen Sie vor?
Das hängt eindeutig von der Uhrzeit ab. Tagsüber trinke ich meistens Tee. Abends aber finde ich ein Glas Wein wunderbar.

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Wenn ich mich am Abend mit Freunden treffe, dann diskutieren wir gerne bei einem Glas Wein. Auch zu Käse, finde ich, ist Wein ein idealer Begleiter.

Worauf achten Sie, wenn Sie eine Flasche Wein kaufen?
Ich achte auf hohe Qualität und auf ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Mir liegt nicht so sehr an einem klangvollen Namen oder einem schönen Etikett, sondern an den Informationen, die man dort findet, wie Herkunft, Jahrgang usw. – das haben wir übrigens auch für unsere Etiketten übernommen!

Weshalb sollen Delinat-Weinliebhaber Darjeeling von der Teekampagne trinken?
Die Delinat-Kunden sind einen hohen Standard gewöhnt – in Bezug auf Qualität, Bio-Anbau, Transparenz und Nachhaltigkeit. Es sind auch die Standards der Teekampagne. Unsere Unternehmensphilosophie ist sehr ähnlich, nur die Art unserer Produkte unterscheidet sich.

Weintipp Günter Faltin

Besonders überzeugt hat mich der Château Coulon von Delinat. Ein wunderbar fruchtiger Wein, ausgewogen im Hinblick auf Gerbstoffe und Säure. Ein toller Biowein zu einem günstigen Preis.

Château Coulon Sélection spéciale
Corbières AOP 2016
www.delinat.com/2047.16

10 Fragen an die Delinat-Kunden Brigitte und Benedikt Mahr

Brigitte und Benedikt Mahr leben in Mammendorf, im Westen von München, und geniessen die herrliche Landschaft des Voralpenlands. Benedikt ist in der Weinregion Unterfranken in Veitshöchheim aufgewachsen und hat dort die Liebe zum Wein schon früh entdeckt. Damit konnte er auch seine Frau Brigitte begeistern. Bei Reisen mit Delinat, etwa auf Château Duvivier in der Provence, auf der Sea Cloud II oder im Piemont (wo dieses Bild entstanden ist), erweiterten sie ihr Weinwissen.

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Zu gutem Essen, in geselligen Runden oder beim Degustieren zu zweit.

Was hat Wein mit Kultur zu tun?
Kultur bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Gerade beim Wein ist es faszinierend, was Jahr für Jahr unter unterschiedlichsten Bedingungen für tolle Tropfen entstehen. Wir sind begeistert, wie alte Methoden wiederentdeckt und eingesetzt werden.

Bio bedeutet für Sie?
Bio bedeutet für uns, im Einklang mit der Natur zu leben, die Natur zu verstehen und uns danach auszurichten.

Weshalb trinken Sie Delinat-Weine?
Wir sind von den Delinat-Richtlinien – und wie diese mit den Winzern umgesetzt werden – begeistert! Davon konnten wir uns schon auf vielen Besuchen auf Delinat-Weingütern überzeugen. Das Resultat sind hervorragende Weine, die wir gerne regelmässig degustieren und bei denen das Preis-Leistungs-Verhältnis passt.

Ihr Lieblingstropfen?
Reserva Martí von Albet i Noya.

Verraten Sie uns ein spezielles Erlebnis im Zusammenhang mit dem DegustierService oder allgemein mit Delinat?
Highlight war für uns die einwöchige Reise auf der Sea Cloud II von Mallorca nach Nizza im Jahr 2016! Hier hat einfach alles gepasst! Das Schiff, die Reisegruppe, die Ausflugsprogramme zu den Winzern und die kulinarischen Erlebnisse an Bord!

Was bedeutet für Sie Glück?
Glück bedeutet für uns, in Partnerschaft bei bester Gesundheit das Leben geniessen zu können.

Ihre Helden der Gegenwart?
Papst Franziskus.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne einmal ein Glas Wein trinken?
Wir trinken gerne Wein mit Leuten, die einen guten Wein wertschätzen. Die müssen nicht berühmt sein!

Eine Kritik an die Adresse von Delinat?
Wir können nicht ganz verstehen, warum Delinat allen Winzern vor schreibt, die Flaschen mit Kork zu verschliessen. Gerade bei Weiss- oder Rosé-Weinen, die nicht lange lagerfähig sind, könnten andere Verschlüsse verwendet und so die ohnehin knappen Korkressourcen geschont werden.

WeinLese 52: Editorial

«Ein Gedicht von einem Wein», heisst es hin und wieder, wenn ein edler und gehaltvoller Wein kredenzt wird. Ja, Wein kann in speziellen Situationen zu Poesie aus der Flasche werden – etwa bei der Lektüre eines guten Buches im bequemen Fauteuil, bei einer philosophischen Plauderrunde rund ums wärmende Kaminfeuer oder in geselliger Runde an der gedeckten Tafel.

In solchen Momenten spürt man die Magie eines Spitzenweins. Er scheint uns seine eigene Geschichte erzählen zu wollen. Von seiner Herkunft, seiner Entstehung, seinem Reife- und Lagerpotenzial, seinen Besonderheiten – alles Dinge, die seinen etwas höheren Preis gerechtfertigt erscheinen lassen.

Unser Gastautor Stefan Keller, ein profunder Weinkenner und bewusster Geniesser, weiss um die magische Wirkung von Spitzengewächsen. Einer Inspiration folgend, reiste er zu sechs Delinat-Winzern, um ihnen die Geheimnisse zu entlocken, die hinter grossen Weinen stecken.

Lassen Sie sich durch seine Geschichte auf die bevorstehenden Festtage und lange Winterabende vor dem Kaminfeuer einstimmen. Ich wünsche viel Wein- und Lesespass.

WeinLese 52: Kurz & bündig

Verluste wegen Mehltau

Verkehrte Weinwelt: Während die Winzer in nördlichen Gebieten 2018 mit viel Sonne und warmen Temperaturen verwöhnt wurden, mussten jene im Süden erneut grosse Ernteverluste in Kauf nehmen. Wegen starker Niederschläge und hoher Luftfeuchtigkeit in der besonders heiklen Phase der Blüte entwickelte sich im Süden hoher Krankheitsdruck durch Falschen Mehltau. Grosse Ernteeinbussen mit Verlusten von 20 bis 50 Prozent gab es vor allem in Südfrankreich, wo zum Teil auch unsere Winzer betroffen sind. Laut Daniel Coulon vom Weingut Beaurenard gab es in den letzten 50 Jahren in Südfrankreich noch nie eine so heftige Infektion. Auch deshalb fördert Delinat pilzwiderstandsfähige Rebsorten (PIWIs).

Neuausrichtung der Delinat-Shops

Die Delinat-Weindepots und -bars in der Schweiz eignen sich hervorragend für Kurse, Degustationen und andere Aktivitäten. Immer öfter werden sie von Firmen, Vereinen und Privaten gebucht, um ein Jubiläum oder einen runden Geburtstag mit einer unterhaltsamen Weindegustation zu feiern. Diese Möglichkeiten boten die beiden bisherigen kleinen Weinshops in Zürich und Winterthur nicht. Zu eng der Raum, zu eingeschränkt die Möglichkeiten innerhalb des Alnatura-Supermarkts. Daher wurden die bisherigen Standorte in Zürich und Winterthur geschlossen und durch zwei neue Lokale ersetzt, die die Anforderungen optimal erfüllen. In Zürich hat im September in der Nähe des Hauptbahnhofs ein kleiner, aber feiner Delinat-Shop seine Tore geöffnet. An der Technoparkstrasse in Winterthur wird dieser Tage ein neues Weindepot mit kleinem Bistro eröffnet.

www.delinat.com/weinshop-zuerich
www.delinat.com/weindepot-winterthur

Noch nie so früh geerntet

Noch nie in der traditionsreichen Geschichte des Weinguts Hirschhof in Rheinhessen begann die Weinlese so früh wie in diesem Jahr: Erntestart war bereits am 22. August 2018. Die zahlreichen Delinat-Kundinnen und -Kunden, die am diesjährigen Weintag vom 8. September auf dem Hirschhof teilnahmen, konnten deshalb kräftig mit anpacken – sehr zur Freude von Winzer Tobias Zimmer: «Wir haben seit Jahren nicht so schöne Trauben gelesen». Aus den geernteten St.-Laurent-Trauben wird übrigens ein Blanc-de-Noir-Schaumwein für den Delinat-DegustierService gekeltert.

Zehnmal Gold

An der Mundus-Vini-Sommerverkostung 2018 im deutschen Neustadt wurden Ende August über 4300 Weine blind verkostet, kritisch geprüft und bewertet. Die Medaillenvergabe war auf 40 Prozent der eingereichten Weine beschränkt. Für Delinat resultierte eine wahre Medaillenflut. Mit Gold ausgezeichnet wurden: Pastoret 2015 (Katalonien); Conterocca 2015 (Toskana); Casa Benasal Elegant 2015 (Valencia); Albet i Noya Reserva Martí (Penedès); Saxum Sauvignon Blanc 2017 (Rueda); Château Coulon Sélection spéciale 2016 (Corbières); Osoti Vendimia Seleccionada 2015 (Rioja); Dominio Basconcillos Roble 2016 (Ribera del Duero). Silber gab es für Château Duvivier Les Mûriers 2013 (Provence) und Valdega Reserva 2012 (Navarra). Die Weine Château Coulon Sélection spéciale und Osoti Vendimia waren zuvor schon an der 25. Internationalen Weinprämierung Zürich 2018 mit Gold ausgezeichnet worden.

Eine Übersicht aller Medaillengewinner finden Sie in unserem Webshop.

Wein aus reicher Natur auf der Rigi

Delinat-Weine erobern die Rigi, einen der beliebtesten Ausflugsberge der Schweiz. Das Hotel-Restaurant Zum Goldenen Hirschen auf Rigi-Klösterli setzt nicht nur auf der Speisekarte auf regionale und biologische Produkte, sondern neuerdings auch auf der Weinkarte. Vorerst werden sieben verschiedene Weine von Delinat-Winzern aus verschiedenen Ländern Europas angeboten. «Es ist uns ein Anliegen, möglichst regionale biologische Produkte und solche mit Fairtrade-Label zu verwenden», begründen Wally Begemann und ihr Team die Zusammenarbeit mit Delinat.

Auf ein Glas mit… Franziska Herren

Die 51-jährige Fitnesstrainerin und Mutter Franziska Herren kämpft für eine pestizidfreie Schweizer Landwirtschaft. Bevor das Schweizer Volk voraussichtlich im Frühjahr 2020 über die von ihr initiierte Initiative «Für sauberes Trinkwasser» abstimmt, trafen wir die Bernerin zum Gespräch bei einem Glas Wein im Delinat Weindepot Olten.

Franziska Herren: «Den Weg, den wir vorschlagen, lebt Delinat seit Jahrzehnten vor – mit grossem Erfolg.»

Franziska Herren, bei welcher Gelegenheit trinken Sie Wein?
Den Tag lasse ich gerne mit einem Glas Wein ausklingen. Und natürlich zu einem feinen Essen. Ich mag Schweizer PIWI-Weine, etwa von Bruno Martin in Ligerz am Bielersee oder von Roland Lenz aus der Ostschweiz.

Oder wenn es etwas zu feiern gibt, zum Beispiel die mit rund 114 000 Unterschriften zustande gekommene Volksinitiative «Für sauberes Trinkwasser»?
Ja genau. Nach zehn intensiven Monaten haben wir diesen Tag mit vielen Helferinnen und Helfern bei einem Teller Suppe, Brot und Wein gefeiert.

Wie kommt eine Fitnesstrainerin dazu, für sauberes Wasser zu kämpfen?
Auslöser war eine Begegnung im Jahr 2011 mit einer Kuh, der man das Kalb weggenommen hatte, damit sie mehr Milch gibt. Sie stand auf der Weide und hat laut nach ihrem Kälbchen gerufen. Ich werde ihre verzweifelten Augen nie vergessen. Danach begann ich zu recherchieren, wie unsere Lebensmittel hergestellt werden. Dabei bin ich sofort auf das Thema Gewässerverschmutzung durch die Landwirtschaft gestossen. Das Thema hat mich nicht mehr losgelassen, und dadurch ist die Initiative entstanden.

Aber der Ruf des Schweizer Trinkwassers ist doch sehr gut …
Ja, der Ruf gilt als sehr gut. 70 Prozent unseres Trinkwassers werden heute naturnah und ohne aufwändige Aufbereitung gewonnen. Durch den hohen Pestizideinsatz, die masslosen Futtermittelimporte und den Antibiotikaeinsatz in der Landwirtschaft ist diese naturnahe Trinkwassergewinnung aber akut bedroht. Es braucht ein massives Umdenken.

Ihre Initiative soll diesen neuen Weg weisen?
Ja. Wir fordern, dass nur noch Landwirtschaftsbetriebe Direktzahlungen erhalten, die pestizidfrei produzieren, keine prophylaktischen Antibiotika einsetzen und nur so viele Tiere halten, wie sie mit eigenem Futter ernähren können, also ohne Importfutter.

Ihre Forderungen tönen logisch. Was würde eine Annahme der Initiative aus Ihrer Sicht konkret bewirken?
Einen kompletten Richtungswechsel: weg von industrieller, umweltbelastender Produktion – hin zu einer pestizidfreien, aus eigenen Ressourcen produzierenden Landwirtschaft.

Die ökologischen Vorteile wird kaum jemand bestreiten. Aber ist der von Ihnen vorgesehene Weg auch ökonomisch tragbar? Der Schweizer Bauernverband jedenfalls befürchtet das Aus für die Landwirtschaft.
Es gibt nichts Ökologischeres und Ökonomischeres als eine Landwirtschaft, die giftfrei mit den eigenen Ressourcen produziert. Die durch die heutige Landwirtschaft verursachten Umweltkosten werden zurzeit mit jährlich 7,2 Milliarden Franken beziffert. Der grösste Teil dieser Umweltkosten fällt nicht mehr an, wenn wir im Sinne der Initiative produzieren.

Übergabe der Volksinitiative in Bern.

Gleichwohl bekämpft der Bauernverband die Initiative heftig. Wo sehen Sie die Gründe dafür?
Aus Imagegründen. Die immense Umweltbelastung, die die heutige Landwirtschaft hinterlässt, ist in der breiten Bevölkerung nur wenig bekannt. Jetzt prangern wir diese umweltschädigende Produktion an und verlangen, dass in eine solche Landwirtschaft nicht mehr investiert wird. Damit tangieren wir starke Interessengruppen und Milliarden von Franken. Dass Widerstand entsteht, wenn dieses Geld anders investiert werden soll, ist verständlich, zumal bei den betroffenen Interessengruppen nicht primär die Gesundheit der Bevölkerung, sondern das eigene Portemonnaie im Vordergrund steht.

Hätte die Initiative auch Auswirkungen auf den Weinbau?
Ja, aber nicht für jenen, den Delinat propagiert. Ihr seid da ja Vorreiter, etwa mit den Bestrebungen, den Kupfereinsatz zu reduzieren und pilzresistente Rebsorten zu fördern. Für den biologischen Anbau generell brächte die Initiative Fortschritte in genau diese Richtung.

Wie gross schätzen Sie die Chance ein, dass das Schweizervolk der Initiative zustimmt?
Ich bin überzeugt, dass wir Chancen haben, wenn es uns gelingt, die Leute noch stärker zu sensibilisieren. Die heutige, industriell produzierende Landwirtschaft ist nicht tragbar. Der Weg, den wir vorschlagen, wird schon seit Jahrzehnten vorgelebt – mit grossem Erfolg, wie Delinat zeigt. Es ist ein konsequenter Weg, aber auch ein logischer, denn unser Leben hängt von sauberem Trinkwasser ab.

Persönlich
Franziska Herren, am 6. März 1967 im Kanton Bern geboren und aufgewachsen, ist Mutter einer Tochter (25) und eines Sohnes (18). Beruflich ist sie seit 24 Jahren als Fitnesstrainerin tätig. An ihrem Wohnort Widlisbach BE führt sie ein eigenes Fitnessstudio und arbeitet als selbstständige Unternehmerin im Bereich von Umweltprojekten.

Eines dieser Projekte ist die Initiative für sauberes Trinkwasser. Die Initiative verlangt, dass in der Schweiz nur noch diejenigen Landwirtschaftsbetriebe mit Direktzahlungen oder Subventionen unterstützt werden, die keine Pestizide einsetzen, die in ihrer Tierhaltung ohne prophylaktischen Antibiotikaeinsatz auskommen und die nur so viele Tiere halten, wie sie ohne Futtermittelimporte ernähren können. Gleichzeitig sollen die landwirtschaftliche Forschung, Beratung und Ausbildung sowie Investitionshilfen vom Bund nur noch finanziell unterstützt werden, wenn sie die neuen Auflagen berücksichtigen.

www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch

10 Fragen an Delinat-Kundin Yvonne Christen

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
In Gesellschaft, zu einem guten Essen zu Hause oder auch im Restaurant.

Was hat Wein mit Kultur zu tun?
Schöne Momente zu geniessen, Geschmacksknospen anzuregen und Gespräche auszukosten.

Yvonne Christen lebt in Neuheim im Kanton Zug, umgeben von schöner Moränenlandschaft. Die vielseitige Informatikerin, Laufbahnberaterin und Spielgruppenleiterin mag das Unterwegssein, sei es zu Fuss oder auf Reisen. Ihr Interesse an Wein und an der Herstellung des edlen Safts wurde 1991 bei einem längeren Aufenthalt in Bordeaux geweckt. Später war sie Weinkursleiterin bei der Klubschule Migros. Delinat kennt sie seit über 25 Jahren.

«Bio» bedeutet für Sie?
Verantwortungsvoll mit der Natur umzugehen und schonend zu produzieren.

Weshalb trinken Sie Delinat-Weine?
Das ist eine etwas längere Geschichte: Ich reise fürs Leben gerne. Vor über 25 Jahren hat mir mein Kollege Urs Kern vom Château Duvivier erzählt. Kurz darauf habe ich eine Aktie gezeichnet, das Château besucht und die Weinwelt von Delinat kennengelernt.

Ihr Lieblingstropfen?
Albet i Noya Reserva Martí, entdeckt 1997 in den Ferien auf Sass da Grüm. Und auf einer Delinat-Weinreise habe ich sogar ein persönliches Autogramm vom Winzer bekommen.

Verraten Sie uns ein spezielles Erlebnis im Zusammenhang mit dem DegustierService oder allgemein mit Delinat?
Der Vergleich von sogenannten Spitzenweinen am Weinseminar «Königsklasse» war aufschlussreich und sehr spannend. Bio-Weine können sich sehen lassen!

Was bedeutet für Sie Glück?
Mit allen Sinnen durch die Welt ziehen zu können, Neues zu entdecken und Bekanntes wertzuschätzen.

Ihre Helden der Gegenwart?
All die Menschen, die engagiert Freiwilligenarbeit leisten.

Mit welcher berühmten Person würden Sie gerne einmal ein Glas Wein trinken?
Mit dem Kabarettisten Emil Steinberger, das wäre witzig.

Eine Kritik an die Adresse von Delinat?
Weniger wäre für mich mehr: etwas weniger Newsletter, weniger Verpackung und weniger Essen auf den Weinreisen.

Auf zu neuen Ufern – neue Reisen zu Delinat-Winzern

Delinat baut nicht nur das Kurs-, sondern auch das Reiseprogramm ständig weiter aus. 2019 werden gleich drei neue, attraktive Reisen angeboten: eine Frühlingsreise ins Piemont, eine Permakulturreise nach Portugal sowie eine Rundreise ab Bilbao in Nordspanien.

Die Herbstreise ins Piemont gehört zu den beliebtesten Delinat-Wein- und Genussreisen und wurde in den vergangenen Jahren wegen der grossen Nachfrage immer doppelt geführt. Erstmals bieten wir nun im Mai 2019 die Frühlingsreise «Piemont Primavera» an. Hauptgrund für diese Zusatzreise ist das Weingut La Luna del Rospo von Renate Schütz. Wir besuchen dieses Naturparadies auch auf unseren Herbstreisen, nur ist Ende Oktober / Anfang November von der grossartigen Naturvielfalt, die hier herrscht, nicht mehr viel zu sehen. Im Mai ist das ganz anders: Da erwartet uns zwischen den Reben eine unglaubliche Blütenpracht! Geplant sind ferner Besuche auf einer sagenumwobenen Reisfarm und beim Grappa-Brenner.

Die Permakultur entdecken

Permakultur ist die wegweisende, ökologische Antwort auf die Herausforderungen des Klimawandels. Auf der neuen Wein- und Kulturreise Portugal im Juni 2019 besuchen wir das Ökodorf Tamera im Süden Portugals und lernen dort das von Permakultur-Pionier Sepp Holzer umgesetzte Konzept eines natürlich funktionierenden Naturkreislaufs kennen. Später erfahren Sie auf dem Delinat-Weingut Vale de Camelos, wie hier die Weinbauzukunft mithilfe der Permakultur eingeläutet wird. Ferner bietet die Reise ab Lissabon Einblick in die biologische Honigerzeugung und in die für Portugal so wichtigen Korkeichenwälder.

Rundreise durch Nordspanien

Unsere neue Rundreise durch Nordspanien im September 2019 nennen wir intern «Bio Bio». Der Name steht nicht in erster Linie für biologischen Weinbau, sondern für den Start- und Endpunkt der Reise: Es ist Bilbao, die pulsierende baskische Metropole mit dem berühmten Guggenheim-Museum. Wir sind unterwegs durch grossartige Landschaften und begegnen herzlichen, naturverbundenen Delinat-Winzern in der Rioja und der Navarra. Zu den Höhepunkten gehört ein Tag mit freier Programmwahl auf dem Weingut Azul y Garanza: Sie können auf dem Feld oder im Keller mitarbeiten, im Garten beim süssen Nichtstun entspannen oder einen Ausflug in die bizarre und wilde Naturlandschaft der Bardenas Reales mitmachen.

Über diese drei neuen Reisen hinaus enthält das Angebot 2019 alle bisherigen «Reise-Klassiker». Ein Comeback feiern nach einjährigem Unterbruch zudem die Wein- und Genussreise Barcelona zu Delinat-Weingütern im Penedès (Albet i Noya), Priorat (Mas Igneus) und Valencia (Pago Casa Gran) sowie die Wein- und Kulturreise Veneto, wo in der Arena von Verona mit Anna Netrebko in der Oper «Il Trovatore» ein besonderer Kulturleckerbissen auf dem Programm steht. Einen Überblick über das aktuelle Reiseangebot von Delinat finden Sie auf www.delinat.com/weinreisen.

WeinLese 51: Editorial

Weinreben sind etwas Wunderbares. Doch leider geben sie in der Regel nur Trauben, wenn sie mit chemisch-synthetischen oder biologischen Spritzmitteln vor Krankheiten und Schädlingen geschützt werden.

«Ein wirklich ökologischer Weinbau ist nur mit Reben möglich, die sich selber wehren können», sagt Valentin Blattner. Seit rund 40 Jahren beschäftigt er sich mit der Züchtung von neuen, pilzwiderstandsfähigen Rebsorten. Diese sogenannten PIWI-Reben müssen nicht oder nur minimal behandelt werden.

Blattner gehört zusammen mit Pierre Basler, einem ehemaligen wissenschaftlichen Mitarbeiter der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst und Weinbau Wädenswil (heute Agroscope), zu den PIWI-Pionieren. Mit Pierre Basler arbeitete Delinat schon 1995 zusammen, als auf Château Duvivier in der Provence ein PIWI-Pilotprojekt gestartet wurde. Und jetzt unterstützen wir Valentin Blattner und Winzer wie Albet i Noya oder Karin und Roland Lenz, damit den PIWIs der Durchbruch gelingt.

Ich wünsche Ihnen spannende Lektüre. Und lassen Sie sich von unseren feinen PIWI-Weinen überraschen.

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