So macht Wein Spass

Es hat sich herumgesprochen: Ein guter Wein muss gelagert werden; und je besser der Wein, umso grösser das Glas. Chianti passt zu Spaghetti, Sauvignon Blanc zu Spargeln, und Grilladen vertragen sich gut mit einem Barriquewein. Doch, was ist ein guter Wein, welches Glas ist richtig, und gibt es auch Speisen, die gar nicht zu Wein passen? Wir erzählen Ihnen, was wirklich hinter den bekannten Weinregeln steckt und welche Sie getrost ignorieren dürfen.

Wein ist Geschmackssache, jeder hat seine eigenen Vorlieben und ein jeder ein anderes Geschmacksempfinden. So nehmen nicht alle Schärfe, Säure, Süsse oder Salz gleich stark wahr. Was einem selber schmeckt, muss nicht allen schmecken. Sie entscheiden, was Ihnen schmeckt, das ist die Grundvoraussetzung für Spass am Wein. Trotzdem gibt es einige Regeln, wie Sie den Weigenuss noch steigern können – wählen Sie selbst aus, welche für Sie stimmen.

«Das Glas dient nur in Kriminalfilmen
zur Sicherung von Fingerabdrücken.»
Peter Kropf

Die Sache mit dem Alter

Ah, ein Bordeaux, den musst du ein paar Jahre lagern. Stimmt – vielleicht. Doch einfache, im Stahltank ausgebaute rote Bordeaux (und auch andere Rotweine) schmecken in ihrer Jugend am besten. Die meisten Weine sind beim Kauf trinkreif. Nur bei Rotwein mit reifem, präsentem Tannin lohnt es sich, ein oder zwei Jahre zu warten – ebenso bei gutem Weisswein mit kräftiger Säure wie beispielsweise Riesling oder Chenin (Loire). Nur Spitzengewächse müssen jahrelang gelagert werden, bis sie ihr Potenzial entfalten. Im Zweifelsfall weiss der Winzer oder der kompetente Weinhändler Bescheid.

Braucht Wein Luft?

Oft lohnt es sich, vor allem jungem, frisch geöffnetem Wein etwas Luft zu gönnen. Wir schenken uns ein Glas ein, um ihn zu prüfen. Jetzt ist in der Flasche genug Luft, damit er sich in einer oder zwei Stunden entfalten kann. Bloss die Flasche Wein zu entkorken und ihn während mehrerer Stunden stehen zu lassen, bringt übrigens gar nichts. Und Vorsicht: Ein gereifter Wein kann bei zu viel Luft innert Stunden oxidieren. Deshalb ist es nicht ratsam, jeden Wein zu dekantieren, also in eine Karaffe umzugiessen. Jedoch bilden sich bei gehaltvollen Gewächsen nach ein paar Jahren Rückstände. Nur Freaks mögen das Knirschen zwischen den Zähnen beim Kauen dieses Depots. Es kann durch langsames Umgiessen in der Flasche zurückgehalten werden.

Dekantieren verschafft jungen Weinen Luft und befreit alte vom Depot.
Dekantieren verschafft jungen Weinen Luft und befreit alte vom Depot.

Wie war das mit der Zimmertemperatur?

Voll zur Geltung kommt ein Wein erst mit der richtigen Temperatur, doch auch hier sind strikte Regeln nicht angebracht, jeder Gaumen empfindet Temperaturen anders. Ab und zu lesen wir, Rotwein solle mit Zimmertemperatur ausgeschenkt werden – allerdings zu solcher von früher, als die Räume noch nicht auf über 20 Grad geheizt wurden, also bei rund 18 Grad. Tendenziell schmeckt jedoch ein einfacher, zu warmer Rotwein matt; Frucht und Frische kommen nicht zur Geltung. 17 bis 19 Grad sind für gehaltvolle Rotweine richtig. Aber auch nach unten gibt es Grenzen, denn bei einem Weisswein unter 7, 8 Grad riechen wir die Weinaromen kaum mehr. Unbestritten ist jedoch, dass ein Wein in einer angebrochenen Flasche kühl gelagert werden soll, damit er auch am nächsten Tag noch Spass bereitet.

mehr ...

Wein beschreiben leicht gemacht

Profis beschreiben Weine oft wortgewaltig – mit grenzenloser Fantasie. Normalen Weingeniessern hingegen fällt es meist schwer, einen Wein in Worte zu fassen. Wie schmeckt dir der Wein? «Hm, lecker.» Für eine ausführlichere Beschreibung braucht es bloss ein paar Anhaltspunkte.

Eine kurze Weinnotiz ermöglicht es dem Geniesser, Weine zu kategorisieren: «Dieser Rotwein ist unheimlich dunkel, beinahe schwarz, aber in der Nase überrascht er mit einer frischen Frucht, und am Gaumen ist er warm, beinahe süsslich, angenehm weich mit einer erfrischenden Säure. Ein harmonischer Wein, der mir sehr gefällt.»

Für eine einfache Beschreibung reicht es, sich auf vier Eigenschaften des Weins zu konzentrieren: Aromen, Süsse, Säure, Tannin. Gefragt ist Harmonie. Doch gerade Weine mit Lagerpotenzial fallen in ihrer Jugend auf durch Säure und Tannin. (Auf Bild Klicken zum Vergrössern)
Für eine einfache Beschreibung reicht es, sich auf vier Eigenschaften des Weins zu konzentrieren: Aromen, Süsse, Säure, Tannin. Gefragt ist Harmonie. Doch gerade Weine mit Lagerpotenzial fallen in ihrer Jugend auf durch Säure und Tannin. (Auf Bild Klicken zum Vergrössern)

Wie gelangen wir zu dieser Degustationsnotiz? Um einen Wein beschreiben zu können, müssen wir uns konzentrieren. Ein, zwei ruhige Minuten sind schon nötig. Vor der eigentlichen Degustation sagt uns ein kurzer Blick ins Glas, ob der Wein optisch einwandfrei ist: Farbe, Glanz, Dichte und Klarheit – hier also «dunkles Rot, beinahe schwarz».

Riechen und schmecken

Die Aromen nehmen wir vielfältig wahr: Ein erstes Schnuppern am ungeschwenkten Glas lässt uns die feinflüchtigen Aromen entdecken. Nach kurzem Schwenk entströmen dem Glas weitere Düfte. Ob wir gleich die Früchte und Blumen benennen wollen, ist Ansichtssache; hier notieren wir «frische Frucht».

Den Geschmack eines Weines prüfen wir mit Zunge und Gaumen. Hier sind es vor allem Süsse, Säure und Tannin (herb-bitter), die auff allen. Die zwei anderen Geschmackseindrücke Salz und Umami spielen bei Wein eine untergeordnete Rolle. Umami ist ein fleischähnlicher Geschmack, bekannt auch aus asiatischen Gerichten (Glutamat).

Süsse muss nicht unbedingt Zucker bedeuten. Auch Alkohol, zum Beispiel Glyzerin, wirkt süsslich oder hier «warm, beinahe süsslich». «Angenehm weich» lässt auf feine, reife Gerbstoffe (Tannin) schliessen – im Gegensatz zu rauen Gerbstoffen von jungen Lagerweinen. Meist an den hinteren Zungenrändern spüren wir die Säure eines Weines: kaum merklich, frisch, rassig oder gar sauer? In unserem Beispiel stellen wir eine «erfrischende Säure» fest.

Wein weckt Gefühle

Am Gaumen registrieren wir auch Empfindungen, die nicht primär dem Geschmack zugeordnet werden: Temperatur und taktile Eindrücke wie kratziges Tannin, Feststoffe im Wein (Weinstein, ausgefällte Gerbstoffe). All dies fassen wir nun zum Gesamturteil zusammen: Dieser Rotwein ist unheimlich dunkel, beinahe schwarz, aber in der Nase überrascht er mit einer frischen Frucht, und am Gaumen ist er samtig weich mit einer angenehmen Säure. Die feinen Gerbstoffe spürt man erst nach ein paar Sekunden – ein harmonischer Wein, der mir sehr gefällt.

Aus dem «lecker» ist nun eine anschauliche kurze Beschreibung geworden. Sie hilft uns, Weine zu kategorisieren. Beispielsweise in dunkle Weine (Südeuropa oder dunkle Traubensorten wie Tempranillo, Nero d’Avola, Dornfelder, Tannat) und eher helle Rotweine (z. B. Pinot Noir). Frische Frucht lässt auf einen jungen, einwandfrei vinifizierten Wein schliessen. Samtig weich am Gaumen sind gehaltvolle Weine, meist schon ein paar Jahre gelagert – und sicher keine billigen Schnäppchen. Sind Süsse, Säure und Tannin im Gleichgewicht, sprechen wir von einem harmonischen Wein. Diese Degustationsnotiz speichern wir in unserem Hirn, zusammen mit dem Wein, hier könnte es ein guter Nero d’Avola aus Sizilien sein. Nach einem halben Dutzend solcher Weinbeschreibungen verfügen wir schon über ein Wissen, das uns die Weinauswahl wesentlich erleichtert: Wissen macht Spass.

Der DegustierService ist übrigens der einfachste und bequemste Weg, um die neuen Entdeckungen unserer Weinexperten zu degustieren und dabei stetig sein Weinwissen zu verbessern. Weitere Informationen zum DegustierService und den attraktiven Begrüssungspaketen finden Sie hier.

Falls Ihnen dieser Artikel gefallen hat, legen wir Ihnen auch den Beitrag «Weniger ist mehr» aus der WeinLese 36 ans Herzen.

Weniger ist mehr

«Unbändige Kraft wie von einem bengalischen Tiger beim Angriff.» Eine kuriose Weinbeschreibung kann Interesse wecken – aber auch abschrecken. Degustationsnotizen sind als Hilfe gedacht, führen aber oft in kryptische Dunstwolken.

Weine sind vielfältig mit entsprechend unterschiedlichen Eigenschaften. Wo Herkunft, Traubensorte, Jahrgang und Preis nicht genügen, versehen Weinhändler ihr Angebot oft mit einer kurzen Beschreibung als Entscheidungshilfe für den Kauf: «sehr geschmeidig, stoffig.» Doch kann sich der Laie unter «stoffig» etwas vorstellen? Und was ist wohl gemeint mit «am Gaumen sehr saftig und dicht mit hoher Struktur»? Von einem Getränk erwarte ich eh, dass es flüssig und somit saftig ist – aber in welche Gläser füllt man einen Wein mit hoher Struktur? Und riecht ein Wein nach «nassem Aschenbecher», verkehrt der Degustator wohl oft in dunklen Spelunken.

«Seidiger Gaumenfluss» und «kalter Rauch»

Die grosse Mehrheit der Kundinnen und Kunden verwendet ein ganz einfaches Vokabular, wenn sie einen Wein beschreibt: Der schmeckt mir, der passt, ein feiner Tropfen oder ein schöner Wein. Zu oft hört man auch ein banales «lecker». Oder dann «nichts für mich», «sauer», «schwer». Wäre es da nicht angebracht, dass auch Winzer und Weinhändler ihre Weine mit ähnlich einfachen Ausdrücken beschreiben? Oder ist es so, dass sich der Laie zwar einfach ausdrückt, wenn er einen Wein beschreiben muss, wortreiche Beschreibungen aber durchaus schätzt – und die Verfasser solcher Duftund Geschmacksorgien heimlich bewundert? «Karamellisierte Mandarinenschalen, seidiger Gaumenfluss » oder «kalter Rauch, Speck und dunkle Rosen mit getrockneten Veilchen » können durchaus die Fantasie anregen.

In Fachkreisen kam irgendwann einmal der Wunsch auf, Weine mit einheitlichen Begriffen zu beschreiben (siehe Infografik). Doch dem sind Grenzen gesetzt, denn nicht jede Person riecht und schmeckt dasselbe. Jancis Robinson schreibt in ihrem «Oxford Weinlexikon»: «Der Geruchssinn ist ein ausserordentlich persönliches Wahrnehmungsorgan, für das es keinen gemeinsamen, in klaren Normen fassbaren Massstab gibt. Es ist deshalb ratsam, bei Weinbeschreibungen nicht zu sehr ins Detail zu gehen, insbesondere bei Geruch und Geschmack: fruchtig, blumig, würzig genügt, einzelne Früchte, Blumen und Gewürze sind individuelle Eindrücke und nicht immer nachvollziehbar. » «Am Gaumen wilde schwarze und blaue Fruchtaromen» erschliesst uns eher den Charakter des Degustators als des Weines.

Weinsprache Infografik
Klicken Sie auf die Infografik um sie vergrössern zu lassen.

Fantasiegeplagte Verkoster

Fantasievolle Beschreibungen sollen Lust auf den Wein wecken. Das mag wohl gelingen, löst aber ebenso oft Kopfschütteln aus: Wer sich für einen Chardonnay zu 4.70 Franken mit «komplexem Körper, guter Struktur und feinem Abgang» überreden lässt, ist selber schuld. Genauso, wer beim «frischen Rosé mit Aromen voller Finesse » für 2.99 zugreift. Und «ein schlankes Kraftbündel, das wie eine Feder über die Zunge streicht» hinterlässt wohl manchen Leser sprachlos. Ob es sich beim «sagenhaft raffinierten Filigrantänzer, der schwerelos über die Zunge tänzelt» tatsächlich um einen Wein handelt und nicht eher um den fantasiegeplagten Verkoster, sei dahingestellt.

Erotik im Wein

Dass Wein auch erotisierend wirken kann, ist bekannt. Das bestätigen Degustationsnotizen wie «eng gewobener Körper, geschmeidige Muskeln », «agil, so richtig zischend, mit maskuliner Eleganz» oder gar «wollüstig reife Frucht». Wenig hilfreich ist auch die «vibrierende mineralische Spannung», die eher auf ein bevorstehendes Erdbeben hinweist. Voll und ganz einverstanden bin ich mit dem «wunderbar fröhlichen Wein», spätestens nach dem vierten Glas. Und endgültig die Endstation erreicht hat, wer sich an ein Glas des Weines wagt, bei dem es «am Gaumen bumm macht».

Begriffe, die verwirren, weil sie für uns nicht verständlich sind, führen zu negativen Gefühlen, einer sogenannt kognitiven Dissonanz. So kann eine an sich positive Weinbeschreibung dennoch vom Kauf abschrecken. Bleiben wir also dabei: Weniger ist mehr.

Der DegustierService ist übrigens der einfachste und bequemste Weg, um als erster die neuen Entdeckungen unserer Weinexperten zu degustieren und dabei stetig sein Weinwissen zu verbessern. Weitere Informationen zum DegustierService und den attraktiven Begrüssungspaketen mit bis zu 53% Rabatt finden Sie hier.

Falls Ihnen dieser Artikel gefallen hat, legen wir Ihnen auch den Beitrag «Wein beschreiben leicht gemacht» aus der WeinLese 37 ans Herzen.

Filtration ja oder nein?

Unter Filtration versteht man das Entfernen von Partikelchen (Trubstoffen) aus dem jungen Wein mithilfe von Filtern. Innert kurzer Zeit gelingt es so, den Wein klar und rein zu machen. Filtration hat aber nicht nur Vorteile: Weil die feinen Partikel und Schwebeteilchen auch Geschmacksträger sind, müssen Verluste von Aromastoffen in Kauf genommen werden. Wein lässt sich auch auf natürliche Weise klären. Wenn man ihm genügend Zeit lässt, setzen sich die festen Partikel von alleine auf dem Tank oder Fassboden ab. Die Filtration von Wein ist deshalb nicht unumstritten und wird auch von Delinat-Winzern unterschiedlich gehandhabt. Jean Lignères aus dem Languedoc verzichtet, während Massimo Maggio aus Sizilien für eine sanfte Filtration plädiert.

Kontra Filtration: Jean Lignères, Languedoc

«Nicht filtrierte Weine sind natürlicher und wahrhaftiger.» Jean Lignères
«Nicht filtrierte Weine sind natürlicher und wahrhaftiger.»
Jean Lignères

«Geschönt und filtriert; nur geschönt, weder filtriert noch geschönt: Diese drei Varianten haben wir bei unseren Weinen bereits in den 1990er Jahren miteinander verglichen. Rasch war klar, dass jene Weine, bei denen wir auf beide Verfahren verzichtet haben, die wahrhaftigsten, natürlichsten und charakterstärksten waren.

Wein lässt sich auch auf natürliche Weise klären und stabilisieren. Dafür muss man ihm aber genügend Zeit lassen. Unsere Rotweine benötigen für eine völlige Klärung und eine harmonische Abrundung der Tannine zwei Winter. Wer auf eine Filtration verzichtet, muss also über einen Keller mit grosser Lagerkapazität verfügen. Diese Art der Vinifikation bedingt auch, dass man die Weine im Keller ständig beobachten, verkosten und deren Entwicklung exakt mitverfolgen muss. Diesen Mehraufwand und die Mehrkosten, welche vor allem durch die längeren Reife und Lagerzeiten entstehen, nehmen wir aber gerne in Kauf.

Kleine Probleme mit dem Filtrationsverzicht hatten wir anfangs beim Weisswein mit Kunden, die höchsten Wert auf absolute Transparenz und Klarheit des Weines legen. Noch immer gibt es Leute, die sich an einer leichten Depotbildung in der Flasche stören, die bei unfiltrierten Weinen logischerweise eher vorkommt. Auf die Weinqualität haben solche natürlichen Rückstände überhaupt keinen Einfluss. Im Gegenteil: Bei Filtrationsverzicht bleiben Geschmack, Mineralität und Identität eines Weines authentischer.»

Pro Filtration: Massimo Maggio, Sizilien

«Gekonnte Filtration führt nicht zu Geschmackseinbussen.» Massimo Maggio
«Gekonnte Filtration führt nicht zu Geschmackseinbussen.» Massimo Maggio

«Ehrlich gesagt: Wenn sich alle unsere Kunden bewusst wären, dass das Depot in der Weinflasche natürliche Rückstände eines natürlichen Prozesses sind, würden wir die wenigsten unserer Weine filtrieren.

Dem ist leider nicht so. Vor allem Leute, die jugendliche, frische und fruchtige Weine mögen, legen grossen Wert auf eine absolut klare, brillante Farbe ohne Depotbildung auf dem Flaschenboden. Deshalb filtrieren wir vor allem jene Weine, die rasch in die Flaschen abgefüllt und jung konsumiert werden. Die Filtration erfolgt nach der Kältestabilisation. So lassen sich Kristalle entfernen, die später zu Depotrückständen in der Flasche führen würden.

Sowohl bei den Rot- wie bei den Weissweinen setzen wir Filter ein, die eine sanfte Behandlung ermöglichen und den Wein nicht stressen. Unsere Erfahrungen zeigen: Wenn man zurückhaltend und mit dem nötigen Feingefühl filtriert, ergeben sich beim Wein keine Geschmacks- und Qualitätseinbussen. Gekonnte Filtration wirkt sich auch auf die Haltbarkeit der Weine nicht negativ aus. Man muss jedoch auf der Hut sein, dass der Wein beim Filtrationsprozess möglichst wenig mit Sauerstoff in Berührung kommt, sonst altert er relativ schnell. Für Weine, die für eine längere Reifezeit vorgesehen sind, verzichten wir auf eine Filtration.»

Wie halten Sie es? Geniessen Sie lieber filtrierte oder eher unfiltrierte Weine? Danke für Ihre Meinung gleich hier unten im Kommentarfeld.

Ist degustieren eine Kunst?

Hamburg, im Februar: -4 Grad Celsius, Glühwein geschwängerte Luft: Die Aussenalster ist gefroren, das letzte Mal gab es das 1997! Volksfeststimmung, 1 Million Menschen werden erwartet. Am Rande dieses Grossereignisses ein kleiner, sympathischer Anlass: 34 Weinliebhaber treffen sich im Culturhaus SternChance am Basisweinkurs von Delinat. «Ist degustieren eine Kunst?», fragen sich viele, hören interessiert zu, schnuppern, schlürfen und versuchen, vom Ehrgeiz gepackt, den Geheimnissen von Riesling, Pasión Delinat, Roches d’Aric, Reserva Martí und Bonarossa auf die Spur zu kommen.

Weinkurs Degustation

Auf Grund des Erfolges in den Delinat-Weindepots finden jetzt immer mehr Weinkurse an anderen Orten statt.

Stuttgart im März: Frühlingshafte Temperaturen, Müssiggänger schlürfen Espresso in den Strassencafés, das Hauptgebäude des Hauptbahnhofs steht noch. Ein Katzensprung davon entfernt – im Bio-Restaurant Lässig – gleicher Event wie in Hamburg mit 20 anderen Weingeniessern. Der Schwabe ist allgemein fleissig und ordentlich und so wird  diszipliniert degustiert und intensiv nachgefragt. Drei Weingläser später kommen auch der Witz und der Spass des Schwaben zum Vorschein und die Begeisterung für Riesling, Pasión, Roches d’Aric und Reserva Martí ist allgegenwärtig. 23 Uhr: Das Restaurant Lässig schliesst, die letzten Teilnehmer leeren ihre Gläser und entschwinden in die immer noch laue Nacht. Die Kunst des Degustierens ist kein Buch mit 7 Siegeln mehr – gleichzeitig bleibt die Erkenntnis: Wein ist in erster Linie Gemacksache.

Die nächsten Kurse

2012 wird wahrscheinlich wieder ein gutes Weinjahr, auch in Hamburg und Stuttgart. Und wohl auch in Berlin, München, Wien, Olten, Bern und St. Gallen, wo die nächsten Delinat-Basisweinkurse stattfinden. Wer dabei sein möchte, sollte sich beeilen. Die Veranstaltungen sind meist rasch ausgebucht. Detaillierte Informationen und Anmeldung finden Sie in den Veranstaltungs-Seiten. Ich freue mich auf neugierige Weinliebhaber.

Zweigelt und Grüner Veltliner

Manchmal braucht es einen dramatischen Tiefschlag, um so richtig in Schwung zu kommen. 1985 hatte der Glykol-Skandal zum Zusammenbruch des österreichischen Weinmarktes geführt. Ein neues, strenges Weingesetz und eine junge, qualitätsorientierte Winzergeneration brachten die Wende: Österreichs Weine sind im Aufwind und – besonders erfreulich – kein anderes europäisches Weinland hat heute einen höheren Bio-Anteil. Über 8 Prozent der rund 45 000 Hektar Weinberge werden hier biologisch bewirtschaftet. Neben fortschrittlichen Winzern, zu denen die Delinat-Weingüter Meinklang im Burgenland, Mehofer am Wagram und Harm in der Wachau gehören, sind vor allem zwei einheimische Rebsorten für den Aufschwung verantwortlich: Zweigelt und Grüner Veltliner.

ZweigeltGrüner Veltliner

Zweigelt – erfolgreiche Neuzüchtung

Die rote Sorte Zweigelt schuf 1922 Friedrich Zweigelt aus den beiden autochthonen österreichischen Sorten St. Laurent und Blaufränkisch. Ursprünglich war Zweigelt eine eher einfache, genügsame und ertragsreiche Bauernrebe, welche nicht an die feine Aromatik ihrer «Eltern» herankam. Erst als in den frühen 1990er Jahren vermehrt Ertragsreduktionen zur Qualitätssteigerung unternommen wurden, bemerkte man ihr Potenzial für fruchtbetonte Weine mit schöner Säure, weicher Tanninstruktur und guter Lagerfähigkeit. Danach hat sich Zweigelt rasch zur meist angebauten roten Traubensorte und damit zum Aushängeschild von Österreichs Rotweinen entwickelt

Grüner Veltliner – der Wein mit Pfeffer

Grüner Veltliner ist eine urtypische österreichische Traubensorte – entstanden aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer x St. Georgen. Während sie in andern Ländern keine grosse Bedeutung hat, ist sie in Österreich unbestritten die Nummer 1 bei den weissen Sorten. Die meisten klassischen Grünen Veltliner wachsen auf den porösen Lössböden der Wachau, am Wagram und im Weinviertel. Im Burgenland hatte sie früher grössere Verbreitung als heute. Ihr typisches Markenzeichen ist das sogenannte Pfefferl – ein pfeffrig-würzige Note.

Wenn Sie mehr über Rebsorten und die daraus entstehenden Weine wissen möchten, empfehlen wir Ihnen unseren DegustierService als «flüssigen» Weinkurs.

Viel Vergnügen mit den beiden Lieblingen aus Österreich und anderen Bioweinen aus Europas besten Lagen.

Jetzt kommt der «flüssige» Weinkurs

An welchen Düften erkennt man einen Riesling? Wie schmeckt ein junger Pinot noir? Welche typische Aromatik entlarvt Bordeaux-Weine und wie wirken Gerbstoffe auf Zunge und Gaumen? Diese Fragen können Bücher nicht beantworten. Nur persönliche Geruchs- und Geschmackserlebnisse können das schaffen.

Weinwissen im DegustierService

Die neue Weinkunde im DS bezieht sich konkret auf einen im Paket enthaltenen Wein – und steigert so nicht nur das Weinwissen, sondern auch den Genuss.

Der DegustierService hat eine neue Dimension bekommen: In jedem Paket kann jetzt ein Wissensthema nicht nur gelernt, sondern anhand eines Weins auch «gerochen» und «geschmeckt» werden. Diese direkte Verknüpfung ist ein oft geäusserter Kundenwunsch. Und nachvollziehbar, denn trockene Weinbücher gibt es genug. Was fehlt, ist die persönliche Sensorik-Erfahrung. So, wie es beim Winzer zu erleben ist, wenn er zur Degustation seine Weine erklärt, die Traubensorten, die Lagen, das Terroir, die Anbau- und Ausbaumethoden. Wenn zum Gelesenen das Riechen und Schmecken hinzu kommen, dann prägt sich das Wissen ein und man entwickelt sich mit jeder «degustierten Lektion» mehr und mehr zum Kenner.

In vier Jahren zum Kenner

Ab jetzt bietet jedes DegustierService-Paket nicht nur wie gewohnt Freude und Genuss, sondern auch eine Wissenslektion, die sitzt. Zugegeben, bei Lektionen im Rhythmus des DegustierService braucht es Zeit, um sich zum Kenner zu entwickeln. Wir rechnen mit vier Jahren, um die Weine der wichtigsten Traubensorten und Anbaugebiete riechen und schmecken zu lernen. Doch die Ausdauer lohnt sich. Wer sich die Sinnes-Erlebnisse merken kann, wird Art und Herkunft der Weine bald blind erkennen können. Und gelernt haben, welcher Wein zu welchen Gerichten passt und warum das so ist. Kurz: Auf sehr angenehme und entspannte Art entwickelt man sich über die Jahre zum Weinkenner.

Das ist eine grossartige Erweiterung des DegustierService, die dank Kundenanregung entstanden ist. Wir danken an dieser Stelle all den animierenden und fordernden Stimmen, die zu diese Idee geführt haben. Die Umsetzung war zwar aufwändig und nicht ganz einfach, doch Sie werden sehen: es hat sich gelohnt.

2012 geht es los. Die erste flüssige Lektion bringt der DegustierService Exklusiv im Januar. Wer das Paket verpasst hat, kann es nachbestellen, so lange Vorrat verfügbar ist. Und wer künftig keine Lektion verpassen möchte, kann sich hier zum DegustierService anmelden.

«Ich hatte nahezu kein Weinwissen»

 Das Delinat-Weinquiz ein Fall nur für Weinprofis? Mitnichten. Manuel Roth aus Tübingen beweist, dass auch Weineinsteiger mit Ausdauer und Fleiss Lorbeeren holen können. Er war einer der ersten Monatssieger nach dem Neustart des Weinquiz im vergangenen Frühling. Wie er das geschafft hat, erzählt er im Interview.

Manuel Roth, wie sind Sie auf Delinat gekommen?
Manuel Roth: Zum Geburtstag erhielt ich von meinem Vater ein Kennenlernpaket. Von den Weinen war ich sofort begeistert und wollte mehr über Weine und ihre Anbauweise erfahren.

Und wie Sie auf das Weinquiz gestossen?
Beim Stöbern auf der Delinat-Homepage bin ich eher zufällig über das Weinquiz «gestolpert».

Manuel Roth, Gewinner des Weinquiz

Manuel Roth ist mit Hilfe des Weinquiz und Delinat-Weinen auf dem Weg zum Weinkenner.

Wie war das, als Sie das Quiz zum ersten Mal gespielt haben?
Ich hatte nahezu kein Weinwissen. Dementsprechend waren die meisten Fragen, die relativ speziell waren, zu Beginn recht schwer zu beantworten.

Manche sagen, das Quiz berge Suchtgefahr. Haben Sie das auch so erlebt?
Definitiv! Durch die Verlinkung zu den ensprechenden Stellen im Weinlexikon bei falsch beantworteten Fragen lernt man schnell dazu und kann seine Punktezahl beständig erhöhen. Wenn man dann noch sieht, dass man in der Reihenfolge der Top 10 immer höher steigt, spornt das zusätzlich an. Aber diese Sucht ist eine durchaus angenehme, da sie das Schöne mit Erweiterung des Wissens über Weine verbindet!

Wie oft haben Sie das Quiz gespielt, bis Sie die Punktezahl erreicht haben, die zum Gewinn des Monatspreises ausreichte?
Dies kann ich leider nicht mehr genau sagen, aber es war schon sehr oft.

Spielen Sie weiterhin regelmässig mit?
Nachdem ich den Monatspreis gewonnen hatte, konnte ich bedauerlicherweise nicht mehr so oft an dem Quiz teilnehmen, weil ich mitten in meiner Abschlussarbeit steckte. Mittlerweile spiele ich immer wieder mehrmals pro Woche.

Halten Sie das Delinat-Weinquiz für ein geeignetes Instrument, um zu einem umfassenden Weinwissen zu kommen?
Mein generelles Weinwissen hat durch das Weinquiz auf jeden Fall stark zugenommen. Es gibt jedoch auch viele Fragen, die sehr delinatspezifisch sind, z.B. über bestimmte Delinat-Winzer, Delinat-Weine usw. Dies führt dazu, dass man zusätzlich zu einem umfassenden Delinat-Weinwissen kommt.

Was schätzen Sie höher ein, den Spass- oder den Lernfaktor?
Als ich auf das Quiz gestossen bin, wollte ich an erster Stelle etwas über Wein lernen. Aber ohne den Spass, den einem das Quiz bereitet, wäre ich vermutlich nicht so weit gekommen. Darum würde ich den Spassfaktor höher einschätzen.

Kompaktes Büchlein statt lose Blätter

Wenn Sie zu unseren DegustierService-Kundinnen und -Kunden gehören, kennen Sie die wertvollen Unterlagen, die jeweils unsere Weinpakete begleiten: Die verschiedenen Blätter mit allen wichtigen Angaben und Tipps zum Wein und einem Kurzporträt der Weingutes auf der Rückseite; mit einem passenden Gourmet-Tipp und einem Weinkunde-Beitrag zu einem interessanten Thema aus der Weinwelt.

Büchlein DegustierService

Weinwissen kompakt: Zum ersten Mal als kleines Büchlein beim DegustierService Weisswein im Juni 2011.

Statt lose Einzelblätter…

Während Jahren haben Sie diese Unterlagen in Form von mehreren losen, vorgelochten Blättern bekommen. Das hatte den Vorteil, dass diese Einzelblätter ganz einfach in einem speziell für den DegustierService geschaffenen Sammelordner archiviert werden konnten. Andererseits konnten sie aber auch leicht in alle Windrichtungen entfliegen, wenn man das Papierband entfernte, das sie provisorisch zusammenhielt.

… ein attraktives Büchlein

Die bisherige Lösung hatte also Vorteile, war aber trotzdem nicht der Weisheit letzter Schluss. Deshalb machten wir uns auf die Suche nach einer besseren Lösung. Diese liegt jetzt vor: Neu erhalten Sie alle Unterlagen zu den Weinen, zum Gourmet-Tipp und zur Weinkunde als kleine, kompakte Broschüre (hier ein Muster im PDF-Format) mit einem attraktiven Umschlagsbild. Die einzelnen Seiten sind vorgelocht und perforiert. So können sie leicht herausgetrennt und bei Bedarf weiterhin einfach und bequem im Sammelordner abgelegt werden. Das Schöne daran: Das neue Format ist nicht teurer und bleibt auch ökologisch eine gute Lösung. Wir drucken wie bisher auf ungestrichenes Papier, hergestellt aus 100 Prozent Altpapier.

Das neue DegustierService-Büchlein nimmt also die bisherigen Vorteile mit, kommt aber gleichzeitig ästhetischer und handlicher daher. Sehen Sie das auch so? Teilen Sie uns unten im Kommentarfeld mit, wie Ihnen die neue Aufmachung der DS-Unterlagen gefällt. Und vielleicht haben Sie noch Anregungen für weitere Verbesserungen. Vielen Dank.

Mehr Spass mit dem neuen Weinquiz

Spielen macht Spass – und im Fall des Delinat-Weinquiz auch noch schlau. Viele von Ihnen haben schon in der Vergangenheit auf unserer Homepage munter mitgespielt. Leider hatte der Spass immer dann ein Ende, wenn eine Frage falsch beantwortet wurde.

Weinquiz

Beim neuen Weinquiz erweitern Sie spielerisch Ihr Weinwissen und gewinnen mit etwas Glück ein Überraschungspaket – oder gar die Magnum-Flasche Château Duvivier!

Jetzt haben wir das Weinquiz neu konzipiert, den Spassfaktor ausgebaut und den Zugang zu den richtigen Antworten und damit zu mehr Weinwissen vereinfacht. Neu dauert jedes Spiel genau drei Minuten. Es fliegt niemand mehr raus. Nach Ablauf der Zeit wird abgerechnet: Auf einen Blick ist ersichtlich, wie viele Fragen richtig beantwortet wurden und welche Punktezahl daraus resultiert.

Gute Gewinnchancen für alle

Egal welches Tempo beim Spiel angeschlagen wird – alle die es schaffen, ausschliesslich richtige Antworten anzuklicken, haben Aussicht auf eines der Delinat-Überraschungspakete, die jeden Monat verlost werden. Zusätzlich wird ein «tempofester» Monatssieger gekürt: Wer die höchste Punktezahl erzielt, erhält eine Magnum-Flasche Château Duvivier mit Wert von CHF 73,- bzw. EUR 46,-.

Auf los gehts los: Probieren Sie das neue Delinat-Weinquiz jetzt aus.  Aber aufgepasst: es droht Suchtgefahr!