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Bodega Las Cepas

Frischer Wind in der traditionellen Rioja-Region: Mit Rock-Attitüde, alten Graciano-Reben und einem Hang zur Innovation sorgen die Brüder Ramírez vom Weingut Las Cepas für überraschend unkonventionelle Weine.

Mit der hünenhaften Statur eines Nordländers und seiner Vorliebe für Heavy-Metal-Rockmusik will der wortgewaltige Alberto Ramírez nicht so recht ins Bild eines typischen spanischen Winzers passen. Sein Bruder Santiago entspricht solchen Vorstellungen schon eher: Der bedächtige Rebmeister ist der ruhende Pol auf dem Rioja-Weingut Las Cepas. Er sorgt dafür, dass draussen in den steinigen Weinbergen qualitativ hochwertige Trauben heranreifen, die Bruder Alberto dann als Kellermeister in ausdrucksstarke Weine verwandelt.

Das Brudergespann funktioniert in dieser Form seit 2006. Zuvor hatte die Familie Ramírez ihre Trauben während Jahrzehnten an eine Kooperative verkauft. Als dann Mutter Carmén ihre Söhne ermunterte, auf chemische Spritzmittel zu verzichten und die Reben biologisch zu bewirtschaften, willigten diese sofort ein. Damit war für die beiden aber auch klar, dass sie fortan ihre eigenen Weine keltern wollten.

Unkonventionelle Rioja-Weine und Faszination für neue Sorten (PIWIs)

Nicht, dass Albert und Santiago seither den Rioja neu erfunden hätten. Doch sind sie innovativ genug, um auch mal ausgetretene Pfade zu verlassen. An ihren alten Graciano-Rebstöcken liegt ihnen derart viel, dass sie diese anderswo unterschätzte Sorte gegenüber der Rioja-Leitsorte Tempranillo stark aufgewertet haben. Das hängt damit zusammen, dass die Graciano in der warmen und trockenen Rioja Baja, wo das Weingut liegt, besonders gut gedeiht. Vor wenigen Jahren haben sie Rebflächen in der höhergelegenen Rioja neu gepflanzt, um für die Klimaveränderungen gewappnet zu sein.

Auch die Entwicklung bei neuen robusten Rebsorten verfolgen die Ramírez-Brüder mit grossem Interesse und sie könnten schon bald eines der ersten Rioja-Weingüter sein, welche PIWI-Weine im Angebot haben. 2021 haben die Brüder zudem in einen neuen Keller investiert, was den sonst schon charaktervollen Weinen nochmals einen gehörigen Qualitätsschub gegeben hat. Inzwischen gehören ihre Cuvées wie „Gotaladron“ zu den beliebtesten im Delinat-Sortiment und heben sich in ihrer Stilistik von so ziemlich allen anderen Rioja-Weinen wohltuend ab.