Weine wie Glockengeläut

Vom Wesen eines Meditationsweins

Was zeichnet edle, langlebige Weine aus, die ein Festessen perfekt begleiten oder zum Meditieren am Kaminfeuer einladen? Unser Gastautor Stefan Keller weiss um die magische Wirkung von Spitzengewächsen. Inspiriert durch einen Aufenthalt in einem Hotelklassiker in den Schweizer Alpen, hat er sich zu einer Reise zu verschiedenen Delinat-Winzern aufgemacht.

Ich habe ein zwiespältiges Verhältnis zum Monat Dezember. Wenn die Tage verrinnen wie die letzten Körner in der Sanduhr, fühlt es sich für mich an, als würde sich alles nochmals beschleunigen, wie ein Wasserstrudel, kurz bevor das Becken leer ist. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, und was an eigener Zeit bleibt, ist nochmals weniger als das, was schon gewesen ist. Immerhin besteht gute Hoffnung, dass Ende Jahr die Sanduhr gewendet werden kann und die Körner wieder rieseln.

Ich mag es, in den dunkelsten Tagen des Jahres ans Licht zu reisen, nach Sils- Maria im Engadin etwa. In diesem Tal, das eher einer Hochebene gleicht, liegt dann schon Schnee und erhellt sogar die schwärzeste Nacht. Und wenn an einem hoffentlich sternenklaren Dezembertag der Vollmond scheint, dann werden die Berge leuchten und sich in den noch nicht zugefrorenen Seen spiegeln.

Über dem Dorf thronend, im Waldhaus, spielt nachmittags in der Hotelhalle ein Trio klassische Salonmusik. In den weichen Sofas lässt sich gut lesen und sinnieren, bei Kaffee und Kuchen oder Fingersandwichs und einem Glas Wein. Eine ganze Tasche ungelesener Artikel liegt neben mir, und ich stosse auf ein Interview mit Axel Heinz, dem Önologen des italienischen Kultweins Ornellaia. Auf die Frage, was er unter einem grossen Wein verstehe, antwortet dieser: «Grosse Weine haben viele Nuancen und strahlen eine Art von Magie aus. Sie schaffen es, intensiv zu sein, ohne über die Schnur zu hauen. Es ist einfach, kraftvolle Weine zu machen, die beeindrucken, aber es ist schwierig, Weine herzustellen, die im gleichen Moment ausgeglichen und doch intensiv sind. Grosse Weine haben zudem die Eigenschaft, sich über eine gewisse Zeit zu entwickeln und einen zu überraschen ‒ manchmal auch im Negativen. Doch letztlich weckt ein grosser Wein immer Emotionen.»

Axel Heinz spricht mir aus dem Herzen. Vielschichtigkeit ‒ Aura ‒ Harmonie ‒ Entwicklungsfähigkeit. Das alles erfüllt ein grosser Wein. Der Aspekt der Entwicklungsfähigkeit scheint mir besonders wesentlich, und ich denke, dazu gehört auch die Langlebigkeit. Sie ist eine alte Sehnsucht, wie man ihr auch hier im Hotel auf Schritt und Tritt begegnet. Seit über hundert Jahren werden Gäste aus aller Welt von derselben Familie empfangen.

Der Mediziner Christoph Wilhelm Hufeland, zu dessen Patienten Schiller und Goethe zählten, hat die Langlebigkeit in seinem damals vielbeachteten Werk «Makrobiotik. Die Kunst, das menschliche Leben zu verlängern» zum Thema gemacht. Der Begriff der Makrobiotik, der heute auch für eine bestimmte Ernährungsweise steht, hatte er dem hippokratischen Aphorismus «ho bios brachys, he de techne makre» entlehnt. In der gängigen lateinischen Übersetzung meint dies «vita brevis – ars longa» oder zu Deutsch: «Das Leben ist kurz, die Kunst (indes) lang.» Hufeland nennt die Langlebigkeit auch «Longävität», und damit sind wir beim französischen «longévité » ‒ einem Begriff, der in der französischen Weinsprache von Bedeutung ist.

Spätestens seit mit Wein gehandelt wird, ist seine Langlebigkeit bei vielen Erzeugern ein Ziel, denn eine rasche Verderblichkeit ist unerwünscht. Auch der Händler freut sich, wenn sein Wein am Lager ihn nicht unter Zeitdruck setzt. Der Liebhaber indes hat andere Motive: Er weiss, dass sich die Spreu vom Weizen oft erst nach Jahren trennt, dann, wenn der Wein in seiner Persönlichkeit gereift ist.

Edle Spitzenweine wie die Reserva Martí zeichnen sich nicht nur durch vielschichtige Aromen und harmonische Reife, sondern auch durch Langlebigkeit aus.

Unterdessen hat es eingedunkelt, der Kaffee ist leergetrunken, und auf dem Kuchenteller liegen nur noch ein paar Krümel. Das Trio setzt zu Franz Schuberts «Opus 100 andante con moto» an und stimmt mich dabei angenehm melancholisch. In solchen Momenten kommen mir oft reife Rotweine in den Sinn, und so bitte ich den Kellner, mir die Weinkarte zu bringen. Ich blättere durchs dicke Buch, bis ich auf einen Châteauneuf- du-Pape aus dem Jahr 2008 stosse. Ich bitte ihn, mir die Flasche im Kaminfeuerzimmer zu servieren, und nun sitze ich im holzverkleideten Raum, versinke im bauchigen Ledersessel und schaue vergnügt zu, wie Flammen das Holz umzüngeln. Das «Kostschluckerl» war schon vielversprechend, doch jetzt, wo der Wein beginnt, sich im Glaskelch wohlzufühlen, steigt auch meine Betriebstemperatur. Bilde ich mir nur ein, dass der Wein mir von seinem Leben erzählt? Von seiner Heimat Châteauneuf-du-Pape mit den von grossen, runden Steinen übersäten Parzellen, den uralten Buschreben, den vielen Sorten, die im selben Weingarten wachsen? Kaum meine ich, einen Duft oder Geschmack erhascht zu haben, ändert meine Wahrnehmung. Es ist, als rolle mir der Wein einen seidenen Teppich aus, über den ich mit nackten Füssen gehen kann.

Die Zeit scheint für einen Augenblick stillzustehen. Eine Täuschung: Das Holz ist zur Glut und die Glut zur Asche geworden. Ein letzter Schluck. Wie Glockengeläut klingt er lange, sehr lange nach.

Auf der Suche nach dem Ursprung

Il Conventino, Montepulciano

Das Sinneserlebnis stimuliert mich zu einer Reise. Ich möchte erfahren, weshalb es Weine gibt, die mehr zu erzählen haben als andere. Als Erstes fahre ich in die Toskana in ein Hügelstädtchen. Seine Vorzüge trägt dessen Wein schon im Namen: Vino Nobile di Montepulciano. «Wie kam es zu dieser Auszeichnung?», will ich von Alberto Brini wissen, der hier das Weingut Il Conventino betreibt. Der studierte Jurist kennt sich auch in der Geschichte aus. «Die Poliziani verdanken den Namen des Weines zwei Päpsten: Paul III. und Sixtus V. Beide rühmten den lokalen Roten als «den perfektesten Wein Italiens», erklärt Alberto. «Und wie kamen sie zu dieser Einschätzung? », frage ich. Alberto macht eine ausladende Handbewegung. «Schau dir die Landschaft an. Weinberge, Olivenhaine, Hecken und Wälder, man hat das Gefühl, es habe hier nie anders ausgesehen. Seit Jahrhunderten bauen die Winzer die Sangiovese-Rebe an, wir nennen sie Prugnolo Gentile, weil sie hier doch ein bisschen einen anderen Charakter hat als etwa in Montalcino oder im Chianti Classico. Prugnolo prägt meine Riserva, die beiden anderen Sorten Canaiolo und Mammolo sind die Farbtupfer darin».

«Man nehme 90 Prugnolo Gentile und je 5 Prozent Canaiolo und Mammolo, lasse den Wein mindestens drei Jahre lang reifen, und fertig ist die feine Riserva Vino Nobile di Montepulciano. Wenn es denn so einfach wäre… Auch mit dem besten Rezept kocht man nicht wie Massimo Bottura in seiner Osteria Francescana in Modena. Es sind die Trauben unserer Rebberge, die einen Wein wie den Nobile Il Conventino Riserva 2013 entstehen lassen.»
Alberto Brini, Podere Il Conventino, Montepulciano

Domaine de Beaurenard, Châteauneuf-du-Pape

Der Klerus und der Wein – eine heilige Allianz. Der höchste Pro-Kopf-Konsum beim Wein fällt in keinem Staat höher aus als im Vatikan, wobei man fairerweise sagen muss, dass dies vor allem aufgrund der Demografie geschieht. Was passt nach Alberto Brinis Schwärmerei besser, als noch nach Châteauneuf- du-Pape zu reisen? Papst Johannes XXII., der hier residierte, liess zu Beginn des 14. Jahrhunderts in den besten Lagen Rebberge anlegen. Die lange Tradition des Weinbaus trug dazu bei, dass Châteauneuf-du-Pape 1936 als einer der ersten französischen Weine mit einer Appellation d’Origine AOC ausgestattet wurde. Voraussetzung dafür ist, dass im Produkt eine klar abgrenzbare, auf der Herkunft beruhende Identität erkennbar ist und diese der lokalen Tradition verpflichtet ist.

Auf der Domaine de Beaurenard erwarten mich die Gebrüder Coulon. Sie führen den Betrieb erst in siebter Generation und können folglich nicht wissen, wie der Wein geschmeckt hat, der auf Geheiss von Papst Johannes XXII. gekeltert wurde. Aber wir können davon ausgehen, dass der Pontifex an einem Roten wie Coulons Anthémis de Beaurenard seine helle Freude gehabt hätte. «Wir keltern ihn aus allen 13 Sorten, die das Reglement der AOC dafür zulässt», sagt Frédéric Coulon. «Und zwar aus Weissen wie aus Roten», ergänzt Daniel. Diese Vielfalt ist Teil des Faszinosums der Weine von Châteauneuf-du-Pape. Der «Guide Hachette des Vins» schreibt zur Domaine de Beaurenard: «Ein sicherer Wert im südlichen Rhonetal.» Das Einzige, was man falsch machen kann, ist, ihn zu früh zu trinken.

«Manchmal frage ich mich, ob sich diese Mühe lohnt. Die Pflege der alten Rebstöcke, zu denen man sich hinunterbücken muss. Knorrige Gesellen, die mit Trauben geizen. Die vielen eigenwilligen Sorten. Der steinige Boden. Wenn ich dann aber eine Flasche Anthémis de Beaurenard öffne, in die Weinkelche ausschenke, wir einander zuprosten, ich wenig später in glückliche Gesichter schaue, dann weiss ich die Antwort.»
Frédéric Coulon, Domaine de Beaurenard, Châteauneuf-du-Pape

Château Duvivier, Pontevès

Zwischen der Domaine de Beaurenard und dem Château Duvivier in der Provence liegen 150 Kilometer. Das Weingut liegt in Pontevès, einer verträumten Ecke weitab von den Touristenströmen. Die Gebäude mit den dazugehörenden Weingärten sind umgeben von Eichenwäldern und Naturwiesen mit duftendem Thymian, Lavendel und Rosmarin. 1991 übernahm Delinat das heruntergekommene Anwesen und hat es seither zu einem Modellbetrieb geformt, dessen Ausstrahlung weit über die Provence hinausreicht. Bis 2016 war Antoine Kaufmann die treibende Kraft auf Château Duvivier. Es ist sympathisch, dass sein Nachfolger Erik Bergmann nach der Jungweinverkostung auch ein paar reifere Jahrgänge öffnet und damit seinem Vorgänger die Reverenz erweist. Schluss- und zugleich Höhepunkt bildet die Abfüllung Les Mûriers aus dem Jahr 2014, eine Cuvée, die hauptsächlich aus Syrah sowie einem Drittel Cabernet Sauvignon und etwas Grenache besteht. Die Hälfte des Weins reifte nach der Gärung während 18 Monaten in Barriques, die beiden andern Viertel im grossen Holzfass und im Betontank. Jetzt, vier Jahre nach der Ernte, scheint dieser eindrückliche Rotwein am Eintritt zum Erwachsenenalter.

«Ich empfinde es als Privileg, die Arbeit von Antoine Kaufmann weiterführen zu können. Was er über lange Jahre aufgebaut hat, ist einzigartig. Davon wird Château Duvivier auch über meine Zeit hinaus profitieren. So ist das beim Weinbau: Jede Generation fügt der Bestehenden etwas Neues hinzu. Mit der Abfüllung Les Mûriers 2014 hat Antoine die Latte allerdings hoch gesetzt. Aber ich mag ja Herausforderungen.»
Erik Bergmann, Château Duvivier, Pontevès

Albet i Noya, Sant Pau d’Ordal

Partir c’est mourir un peu», ganz gewiss, wenn man von Château Duvivier Abschied nehmen muss. Was dabei hilft, ist ein verlockendes nächstes Ziel vor Augen, etwa Albet i Noya in Sant Pau d’Ordal. Das Gut ist von Barcelona in einer Stunde erreichbar. Seit den 1980er-Jahren setzt sich hier der Katalane Josep Maria Albet i Noya mit hohem Engagement für die Biodiversität ein. Sie ist für ihn Voraussetzung für hochwertige Penedès-Weine. Zusammen mit seiner Kellermeisterin Marga Torres gelingt es ihm mit eindrücklicher Konstanz, bewährte Schaum-, Weiss- und Rotweine jahrgangstypisch und qualitativ hochstehend abzufüllen, womit hohe Bewertungen und Auszeichnungen nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind. Fortlaufend wird auch Neues gewagt, etwa der Anbau pilzwiderstandsfähiger Sorten; auch damit gehört Albet i Noya zu den Vorreitern Spaniens. Sein Flaggschiff unter den Weinen ist die Reserva Martí. Die Cuvée aus Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon und Tempranillo wurde 1994 erstmals gekeltert und hat mittlerweile unzählige Goldmedaillen eingeheimst. Ich bat Josep Maria und Marga, eine Vertikaldegustation dieses Weines vorzubereiten, weil ich erfahren wollte, wie dieser reift. «Welche Idee steckt hinter der Reserva Martí?», frage ich, bevor wir uns an den Tisch setzen. «Ursprünglich dienten die besten Bordeaux als Vorbild. Aber sie zu kopieren, war kein Thema, schon deshalb nicht, weil auch Syrah und Tempranillo mit im Spiel sind. Aber lass uns doch den Wein versuchen, du wirst es gleich spüren», sagt Josep Maria. So brechen wir auf die Zeitreise auf. Sie zeigt, dass die Reserva Martí ausgezeichnet zu reifen vermag und dass bei allen Jahrgangsunterschieden doch grosse Gemeinsamkeiten erkennbar sind – man könnte dies Stil nennen. «Und was bedeuten, lieber Josep Maria, diese beiden Hände auf der Etikette? », frage ich, bevor ich aufbreche. «Es sind die Abdrücke von Martí, meinem damals zweijährigen Sohn.»

«Ich kanns kaum glauben. Schon mehr als 20 Jahrgänge Reserva Martí haben wir gekeltert. Für diese Cuvée standen die grossen Weine aus dem Bordelais Vorbild. Wir wollten aber nicht kopieren, sondern besinnen uns auf unsere katalanischen Wurzeln. Reserva Martí ist ein Wein aus Penedès ‒ so schmeckt er auch. Den Jahrgang 2011 stufe ich generell als sehr gut ein. Er beginnt langsam, seine ganze Klasse auszuspielen».
Josep Maria Albet i Noya, Albet i Noya, Sant Pau d’Ordal

Las Cepas, Uruñuela

Die Reise geht weiter nördlich in die Rioja. Von hier stammen die bekanntesten spanischen Rotweine, und das muss einen Grund haben. Entlang des Flusses Ebro dehnen sich, über eine Strecke von 120 Kilometern, Weinberge aus. Sie werden durch den Gebirgszug Sierra de Cantabria von den feuchten Atlantikwinden abgeschirmt. Die Reben stehen in Höhenlagen zwischen 300 und 800 Metern auf Lehm- oder Schwemmlandböden oder Mischformen. In den meisten Abfüllungen gibt die Sorte Tempranillo den Ton an, und in keinem anderen Gebiet wird daraus so Subtiles gekeltert – die Traube fühlt sich hier einfach ganz besonders wohl.

Auch auf Las Cepas kommt der Tempranillo-Traube grosse Bedeutung zu. Sie prägt viele der Gewächse von Alberto und Santiago Ramírez. Aber, wie mir die beiden verraten, schlägt ihr Herz auch für Graciano. Aus einer Parzelle, die schon die Grosseltern gepflegt hatten, selektionierten sie während der Ernte 2014 Trauben und bauten den Wein separat und sortenrein aus. 15 Monate dauerte der Barriqueausbau, dann folgte eine weitere Reifung im Tank und in der Flasche. Und nun wird der Legado Decand in die weite Welt geschickt. Man darf gespannt sein, wie dieser untypische Rioja seinen Weg machen wird. So, wie er sich jetzt präsentiert, hat er das Zeug zu einem Langstreckenläufer.

«Die Rioja ist voller Traditionen und ungeschriebener Gesetze. Das hat seine Vor-, aber auch seine Nachteile. Dass ich mit Rebstöcken arbeiten kann, die meine Grosseltern grossgezogen haben, ist ein Glück. Und dass es sich dabei um die Sorte Graciano handelt – doppeltes Glück. Daraus keltere ich den Legado Decand, einen untypischen Rioja, weil weder Tempranillo noch andere Sorten mit im Spiel sind. So entsteht aus alten Reben Neues.»
Alberto Ramírez, Las Cepas, Uruñuela

Weingut Ökonomierat Rebholz, Siebeldingen

So schön es auch ist, durch die weite Weinwelt zu reisen, von Könnern ihres Fachs zu erfahren, wie sie ihren Wein zum Klingen bringen ‒ das Unterwegssein fordert mir auch ganz schön viel ab. Zum Schluss will ich mich also etwas verwöhnen, und das gelingt fast immer ganz besonders gut mit Pinot Noir. In Deutschland erlebt die Sorte als Spätburgunder grosse Erfolge. Ob im badischen Kaiserstuhl, in der Pfalz oder an der Ahr, überall entstehen eigenständige Rote, und es fällt nicht leicht, mich zu entscheiden. Ich mache mich zu einem Klassiker auf, zum Weingut Ökonomierat Rebholz in Siebeldingen. Die Familiengeschichte geht bis ins 16. Jahrhundert zurück, Tradition wird grossgeschrieben, weshalb der Betrieb auch Mitglied beim Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter VDP ist. Birgit und Hansjörg Rebholz führen das Gut nach wie vor, doch die nächste Generation arbeitet bereits mit. Um den prächtigen Spätburgunder aus dem Hause Rebholz muss man sich auch in Zukunft keine Sorgen machen. Den Zwillingen Hans und Valentin ist mit dem Lagenwein Arzheimer Rosenberg 2013 ein Erstling nach Mass geglückt; er zeigt sich jetzt schon in bester Verfassung und ist zugleich ein Versprechen für die Zukunft. In der Pfalz endet das Auf-der-Walz-sein, jedenfalls bis zur nächsten Reise. Es gibt den etwas dümmlichen Spruch, dass das Leben zu kurz sei, um schlechten Wein zu trinken. Spätestens nach einem Besuch bei Alberto Brini, den Gebrüdern Coulon, Erik Bergmann, Josep Maria Albet i Noya, Alberto Ramírez und der Familie Rebholz wird jedem klar: Auch mit dem besten Wein ist das Leben zu kurz.

«Zusammen mit meinem Bruder Valentin versuchten wir 2013 einen Spätburgunder nach unseren Vorstellungen zu keltern. Wir wählten dafür die Lage Arzheimer Rosenberg und verzichteten während der Vegetationszeit aufs Wipfeln. Ob dies dazu geführt hat, dass der Wein ausgesprochen finessenreich und duftig ausfiel? Er wird jedenfalls seinem Namen Rosenberg gerecht.»
Hans Rebholz, Weingut Ökonomierat Rebholz, Siebeldingen

WeinLese-Angebot: Weine wie Glockengeläut

Für spezielle Momente oder zu den Festtagen kann man sich auch mal etwas Besonderes gönnen. Wir haben für Sie ein Probierpaket mit jenen Genuss weinen geschnürt, deren Geheimnisse unser Gastautor Stefan auf seiner Reise zu sechs Delinat-Winzern zu ergründen suchte. Die edlen Rotwein-Preziosen sind nicht nur ideale Begleiter jeder geselligen Tafelrunde, sie bieten als Meditationsweine auch Hochgenuss in entspannter Kaminfeuer-Atmosphäre.

Das Paket mit 6 × 1 Flasche kostet CHF 193.– / € 161.–
(Ø CHF 4.29 pro dl, € 35,78 pro l)
-> Zum Probierpaket

Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2011

Waldbeeren, Fruchtkompott, Lebkuchengewürz, Kaffee und Schokolade – das Flaggschiff von Albet i Noya schmeckt wie Weihnachten. Der 24 Monate im Barrique gereifte Gaumenschmeichler überzeugt mit feinem Tannin, perfekt eingebundenen Röstaromen und einem Nachklang wie festliches Glockengeläut. Hochgenuss bis mindestens 2022.
www.delinat.com/1643.11

Château Duvivier Les Mûriers
Coteaux Varois en Provence AOP 2014

Kraft und Würze, typische Aromen nach dunklem Steinobst, Lakritze und grüner Paprika klingen in diesem Spitzengewächs aus der Provence zusammen wie das Instrumentalwerk in einer Sinfonie von Franz Schubert. Der Wein präsentiert sich fünf Jahre nach der Ernte in Hochform, die noch ein paar Jahre anhalten dürfte.
www.delinat.com/3727.14

Il Conventino Vino Nobile Riserva
Montepulciano DOCG 2013

Der Klerus und der Wein – eine heilige Allianz. Feine Kirscharomen, gepaart mit Leder und balsamischen Noten entlocken diesem Vino Nobile ein Halleluja, das erst im langen Finale ausklingt. Dank gehaltvollem Traubengut und dreijähriger, harmonischer Reife im grossen Holzfass bis mindestens 2022 lagerfähig.
www.delinat.com/1546.13

Anthémis de Beaurenard
Châteauneuf-du-Pape AOP 2015

Alle 13 für Châteauneuf-du-Pape erlaubten Traubensorten stecken in diesem Meditationswein. Traubenvielfalt und 15-monatiger Ausbau im kleinen und grossen Holz sorgen für unglaubliche Aromavielfalt mit Noten von Waldbeeren, Kirschen, Pfeffer, Kaffee und Mokka. Ein Langstreckenläufer, der mindestens bis 2028 durchhält. www.delinat.com/2474.15

Legado Decand
Rioja DOCa 2014

Trauben von alten Graciano-Reben geben dem Wein seine dichte Farbe und die konzentrierten Steinfruchtaromen. 15 Monate Reife im Barrique verleihen ihm zusätzlich feine Gerbstoffe und zarte Röstaromen. Ein Monument jenseits der klassischen Rioja-Stilistik, das jetzt schon und auch noch in Jahren hohen Trinkgenuss bietet.
www.delinat.com/2378.14

H&V Rebholz Spätburgunder 1. Lage
Arzheimer Rosenberg, Pfalz 2013

Dieser filigrane, leicht verspielte Pinot Noir mit ausgeprägten Beeren-Noten ist das Gesellenstück von Hans und Valentin, der jüngsten Rebholz-Generation. Die Trauben stammen aus einer Einzellage und ergeben – 18 Monate im Barrique ausgebaut – einen eleganten, komplexen und mindestens bis 2022 lagerfähigen Festtagswein.
www.delinat.com/3171.13

«Reben müssen sich selber wehren können»

Für Valentin Blattner sind Pinot Noir, Merlot, Chardonnay & Co. in Europa eigentlich fehl am Platz. Weil sie krankheitsanfällig sind, müssen sie zu oft gespritzt werden. «Reben müssen sich selber wehren können», sagt er. Deshalb züchtet er seit mehr als 30 Jahren resistente Rebsorten.

Valentin Blattner in seinem Wintergarten im Jura, wo er neue, resistente Sorten züchtet.

Valentin Blattner ist ein friedliebender, naturverbundener Mensch. Doch er kann auch ganz schön poltern und polarisieren, besonders, wenn es um die Wahl der richtigen Rebsorten im europäischen Weinbau geht. «All die bekannten europäischen Reben wie Cabernet Sauvignon, Pinot Noir, Merlot und Chardonnay passen eigentlich nicht hierher. Sie vertragen unser Klima nicht und sind deshalb krankheitsanfällig. Trauben geben sie nur, wenn man sie mit chemisch-synthetischen oder biologischen Mitteln spritzt», sagt Blattner und versteht nicht, weshalb noch immer an solchen Sorten festgehalten wird. Umso mehr, weil es Alternativen in Form von neuen, pilzresistenten Rebsorten gibt, die kaum oder nur minim behandelt werden müssen. Bis heute haben solche PIWI-Sorten den grossen Durchbruch nicht geschafft. Aber die Akzeptanz wird immer besser, die Auswahl an resistenten Sorten immer grösser. Das ist insbesondere Valentin Blattner zu verdanken.

In jungen Jahren hat der gebürtige Basler in der Westschweiz im Weinberg gearbeitet. «Hier wurde mir bewusst, dass Reben etwas Tolles sind, das Spritzen aber nicht.» Als Sohn eines Biologielehrers habe er schon damals gewusst, wie das laufe in der Natur. Für ihn war klar: «Es gibt nur eine Lösung – es braucht Reben, die sich gegen drohende Krankheiten selber wehren können.» Der Mensch könne der Rebe dabei behilflich sein, indem er ihr jene genetischen Grundlagen gebe, die sie in ihrem Umfeld überlebensfähig machen: «Das macht man mit Züchtung, was nichts anderes ist, als die Selektion guter Gene.» Genau das tut er seit bald 30 Jahren auf seinem abgelegenen Weingut ausserhalb des jurassischen Dorfes Soyhières. Dort, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen und nie zuvor Weinbau betrieben wurde, hat er 1991 für seine Familie nach eigenen Plänen ein Holzhaus mit grossem Wintergarten, eigener Wasserversorgung und Solarzellen auf dem Dach erstellen lassen. Seither tüftelt er hier an neuen Rebsorten, die ohne Hilfe von chemisch-synthetischen und biologischen Spritzmitteln wie Kupfer und Schwefel schmackhafte Trauben ergeben. Dass er dies in einem Gebiet tut, wo bisher niemand anders auf die Idee kam, Reben anzubauen, erachtet er für sein Vorhaben als ideal: «Reben, die in unserem feuchten Mikroklima ohne Krankheiten gedeihen, schaffen das in den meisten Weingebieten erst recht.»

Wie entsteht eine PIWI-Rebe?

«Ganz einfach», sagt Valentin Blattner. «Man kreuzt zwei Reben. Die eine muss ein Qualitätsgen haben, die andere ein oder mehrere Resistenzgene.» Als Beispiel: Cabernet Sauvignon (Qualitätsgen) wird mit einer amerikanischen oder asiatischen Sorte (Resistenzgen) gekreuzt. «Wichtig ist, dass verschiedene Abwehrmechanismen miteinander kombiniert werden, sonst bleibt die Rebe nicht lange krankheitsresistent», erklärt Blattner. Und ebenso wichtig: Die neue Rebe muss gute, geschmackvolle Trauben liefern. Im Verlaufe der Jahre sind ihm schon etliche erfolgreiche Neuzüchtungen gelungen, die heute von qualitäts- und umweltbewussten Winzern angepflanzt werden. Dazu gehören etwa Cabernet Jura, Pinotin, Cabernet Blanc oder Réselle, andere tragen neben Blattners Kürzel VB erst Zuchtnummern wie 32-7 oder 26-28.

Nach der Bestäubung wird die Traube in einen Papierbeutel «verpackt», um eine weitere spontane Befruchtung zu verhindern.

Valentin Blattner weist darauf hin, dass auch für eine PIWI-Rebe das Umfeld im Rebberg stimmen muss, damit sie frei von Krankheiten gedeihen kann. So wählt er in seinen Weinbergen beispielsweise eine hohe Erziehungsform, damit Blätter und Trauben möglichst geringer Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Zentral ist auch die Begrünung: «Damit die Rebe in der Balance bleibt, ist ein natürlicher Nährstoffkreislauf nötig, der Auswüchse bezüglich Nährstoffüberschuss oder -knappheit verhindert. Mit einer richtigen Begrünung kann die Ernährungssicherheit für die Rebe gesteuert und gesichert werden.»

Projekt bei Albet i Noya

Valentin Blattner und Josep Maria Albet i Noya setzen gemeinsam ein ambitiöses PIWI-Projekt um.

Zurzeit arbeitet Valentin Blattner auf dem Delinat-Weingut Albet i Noya in Katalonien an einem wegweisenden PIWI-Projekt. Josep Maria Albet i Noya hat auf seiner Bodega seit Längerem mit Belat und Rión zwei alte Rebsorten, die gute Resistenzen gegen Pilzkrankheiten aufweisen. «Wenn du siehst, was für hervorragende Weine aus diesen Sorten möglich sind, willst du keine Reben mehr, die nicht resistent sind», sagt der Schweizer PIWI-Züchter, der regelmässige wochenweise ins Penedès fährt und zusammen mit dem Winzer das Projekt vorantreibt. «Konkret kreuzen wir die bekannten und beliebten spanischen Weissweinsorten Xarello, Macabeu und Parellada mit den resistenten Genen von Belat und Rión», verrät Blattner. Wie die dadurch entstehenden neuen Rebsorten dereinst heissen werden, ist noch nicht klar. «Vielleicht nennen wir sie Pep Macabeo, Pep Xarello und Pep Parellada», schmunzelt Josep Maria Albet i Noya. Pep ist die spanische Kurzform von Josep.

Alle Artikel der WeinLese 51:

Aus der Schatzkammer der Delinat-Winzer

Premium-Rotwein heisst das neue Wein-Abo. Es handelt sich um limitierte Liebhaberweine aus den Schatzkammern der Delinat-Winzer. Das Startpaket enthält drei edle Raritäten aus Italien, Spanien und Frankreich.

Immer wieder stossen die Delinat-Einkäufer bei den Winzern auf Raritäten und Spitzencrus aus besonderen Lagen und Jahrgängen. Gleichzeitig ist seit Längerem bei vielen Kundinnen und Kunden der Wunsch nach Weinen im Premium- Segment spürbar. So entstand die Idee für das neue Abo Premium-Rotwein. Diese Spitzencrus müssen, wie alle Delinat- Weine, den strengen Selektionsprozess durchlaufen und Delinat-zertifiziert sein. Zahlreiche Blind- und Vergleichsdegustationen mit Konkurrenzweinen in höheren Preislagen haben gezeigt, dass auch in diesem Segment viel Potenzial für ein überdurchschnittliches Preis-Genuss-Verhältnis vorhanden ist. Das neu zusammengestellte Startpaket mit drei streng selektionierten Raritäten aus Spitzenlagen, mit grossem Aufwand und Können erzeugt, in edelstem Holz gereift und nur in kleinen Mengen verfügbar.

Ein «Merlot-Amarone»

Der Orgno aus dem Hause Fasoli im Veneto wird wie ein Amarone hergestellt. Die besten Merlot-Trauben von 40-jährigen Rebstöcken werden nach der Handlese fast drei Monate auf Strohmatten im gut durchlüfteten Dachstock getrocknet. Die Saftausbeute wird klein, doch in den Beeren entwickeln sich konzentrierte, unvergleichliche Aromen. Durch eine lange und aufwändige, gleichzeitig aber sanfte Vinifikation wird diese Aromatik auf den Wein übertragen. Nach 15-monatiger Reife im Barrique entsteht ein vielschichtiger, kraft- und gehaltvoller Tropfen, von dem man sich wünschte, die Flasche möge nie leer werden.

Frankophiler Spanier

«Grosse Weine entstehen nur in grossen Jahren.» Getreu diesem Motto stellt Josep Maria Albet i Noya seine neue Spitzencru Verol nur in ausgezeichneten Jahren her. 2013 war das im Penedès der Fall. Die perfekt gereiften Cabernet- Sauvignon- und Syrah-Trauben der Toplagen Ton Gulart und Can Simón wurden als Letzte geerntet. «Es war im wahrsten Sinne des Wortes ein Rosinenpicken», blickt Josep Maria zurück. Gereift ist der edle Tropfen schliesslich zwei Jahre in neuen Eichenfässern verschiedener renommierter französischer Tonneliers. Die unterschiedliche Machart und die Toastungsgrade der Fässer erlaubten ein subtiles Spiel mit den Röstaromen. Wichtig war Josep Maria eine optimale Balance zwischen Frucht- und Röstaromen. Das ist hervorragend gelungen: ein komplexer, grossartiger Wein der schon jetzt, aber auch in vielen Jahren noch unvergleichlichen Trinkgenuss bietet.

Châteauneuf-du-Pape der Extraklasse

Die Brüder Daniel und Frédéric Coulon führen mit viel Liebe zur Natur in siebter Generation die renommierte Domaine de Beaurenard in Châteauneuf-du-Pape.

Die Spitzenlage Boisrenard gehört schon seit 1695 zum traditionsreichen Weingut und wird heute ausschliesslich mit dem Pferd bearbeitet. So wird jegliche Verdichtung des wertvollen Bodens vermieden. Die knorrigen, 70- bis 100-jährigen Rebstöcke ergeben nur noch kleine Erträge, aber die Trauben bestechen durch aussergewöhnliche Aromatik. Alle 13 für einen Châteauneuf-du-Pape zugelassenen Traubensorten werden bei optimaler Reife von Hand gelesen, sorgfältig selektioniert und gemeinsam im grossen Holzbottich vergoren. Nach 18-monatiger Reife im Eichenholzfass wird der Wein ungeschönt und unfiltriert auf die Flasche gezogen.

Ein Châteauneuf-du-Pape der Extraklasse – kraftvoll, aromatisch, terroirbetont und mit grossem Lagerpotenzial!

Das Weinpaket mit jeweils drei Raritäten wird zweimal im Jahr, jeweils vor Ostern und Weihnachten, direkt und portofrei an die Haustüre geliefert. Der Preis liegt zwischen 100 und 150 Franken, bzw. 90 und 130 Euro pro Paket.

Weitere Informationen: www.delinat.com/weinabo

Auf zu neuen Ufern

Das kleine, aber feine Delinat-Reiseprogramm erhält Zuwachs: Neue Destinationen im 2017 sind die Region Bodensee-Zürichsee, das Veneto sowie Nordspanien. Alle drei Reisen bieten viel Genuss und direkten Einblick in den anspruchsvollen Weinbau nach der Delinat-Methode.

Weinberg Lenz mit Weitblick ins Thurtal.

Das Weingut Lenz in Iselisberg in der Ostschweiz hat sich zum ökologischen Vorzeigeweingut gemausert. 2015 konnte ein neuer Weinkeller mit Verkostungsraum und Weinlounge in Betrieb genommen werden. Dabei wurde so viel in erneuerbare Energien (Sonne, Erdwärme) investiert, dass Lenz heute als erstes energieautonomes Weingut der Schweiz dasteht. Es wird auf dem Betrieb sogar mehr Energie produziert, als für den Eigenbedarf benötigt wird. Ebenfalls 2015 wurde der Betrieb von Karin und Roland Lenz vom Weinmagazin «Vinum» zum «Schweizer Bioweingut des Jahres» gekürt. Das Weingut steht neben verschiedenen Slowfood-Produzenten im Zentrum der neuen Reise «See.Land.Fluss … Genuss». Die viertägige Wein- und Genussreise vom 21. bis 25. Juni 2017 bietet unter anderem spannende Begegnungen mit dem Bodensee und seinen Fischen, der Slowfood-Arche Höri-Bülle (rote Speisezwiebel vom Bodensee), dem Weingut Lenz, dem Kloster Fischingen und den Bergkartoffeln von Freddy Christandl in Rapperswil.

Valpolicella und Prosecco

Die grosse Nachfrage nach den beiden Italien-Reisen in die Toskana und ins Piemont hat dazu geführt, dass in diesem Jahr erstmals eine dritte Destination angeboten wird: das Veneto. Ausgangspunkt der viertägigen Reise vom 6. bis 10. August 2017 ist die Opernstadt Verona, wo in der prachtvollen Arena eine eindrückliche Inszenierung von Giuseppe Verdis «Aida» wartet. Weinfreunde machen Bekanntschaft mit den beiden Biopionieren Amadio und Natalino Fasoli, deren Weine sich weit über die Bioszene hinaus grosser Beliebtheit erfreuen. Die beiden Winzerbrüder geben nicht nur Einblick in ihre Erfolgsgeschichte und ihren vorbildlich ökologischen Weinbau, sie zeigen uns auch die kulturellen und landschaftlichen Reize des Valpolicella-Gebiets und geben gute Tipps für einen Ausflug in den Lessinia-Naturpark. Die Reise führt bis ins Prosecco-Gebiet, wo Winzer William Savian einen beeindruckenden Pakt mit der Sonne geschlossen hat: Der ganze Betrieb funktioniert mithilfe von Solaranlagen energieautark.

Von Barcelona nach Bilbao

Windpark in Nordspanien

Albet i Noya, das erfolgreichste Bioweingut Spaniens, ist seit Jahren der grosse Renner bei der Wein- und Genussreise Katalonien. Da die Reise immer rasch ausgebucht ist, hat zusätzlich eine siebentägige Reise «Von Barcelona nach Bilbao» vom 25. September bis 1. Oktober 2017 Eingang ins Programm gefunden. Fast einen ganzen Tag lang geben Winzer Josep Maria Albet i Noya und Kellermeisterin Marga Torres Einblick in ihr ökologisches Vorzeigeweingut und präsentieren eine facettenreiche Weinpalette. Auf der Reise nordwärts Richtung Bilbao gibt es weitere spannende Zwischenhalte bei Delinat-Winzern: bei Azul y Garanza in der geheimnisvollen Navarra-Halbwüste Bardenas Reales mit ihren bizarren Felsformationen; bei Osoti-Winzer Francisco Ruíz in der Rioja und bei Raúl und Jorge Ripa Zudaire auf der Bodega Quaderna Via am berühmten Jakobsweg nach Santiago de Compostela.

Mehr Impressionen von den Weinreisen und Anmeldung: www.delinat.com/weinreisen

Forschungsarbeit live bei Albet i Noya

Höhepunkt einer jeden Katalonien-Reise ist der Besuch bei Josep Maria Albet i Noya, dem erfolgreichsten Biowinzer Spaniens. Viele Kundinnen und Kunden kennen seine Weine seit vielen Jahren und freuen sich auf ein persönliches Kennenlernen. Josep weiss das zu schätzen: «Wenn Gäste von Delinat hier sind, führe ich die Gruppe persönlich durch die Weingärten».

Gäste von Delinat geniessen eine persönliche Weinbergs-Führung durch Josep Albet i Noya.
Gäste von Delinat geniessen eine persönliche Führung durch die Weinberge (vorne im Bild: Josep Maria Albet i Noya).

Als charismatisches Energiebündel hat der Chef  viel zu erzählen. Sein Weingut entwickelt sich stetig weiter, zahlreiche Programme und Projekte sind in Umsetzung: Ansiedlung von Fledermäusen, Erhöhung der Biodiversität, der «neue Cava», Trockensteinmauern, Verbesserung des Wasserhaushaltes und die Forschungsarbeiten für neue Traubensorten.

Überraschender Besuch aus der Schweiz

Bei der letzten Reise erlebte die Delinat-Gruppe eine Überraschung: Bereits auf dem Weingut sorgte ein Auto mit Schweizer Nummernschild für ein Raunen im Bus. Im Versuchsweingarten löste sich dann das Rätsel: Der bekannte Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner selektioniert bei Albet die widerstandsfähigsten und stärksten Traubenstöcke neugezüchteter Traubensorten. Die jetzt drei Jahre alten Reben wurden in diesem Jahr auf eine harte Probe gestellt – 2016 wird in Katalonien als extrem trockenes Jahr in die Geschichte eingehen. Bei unserem Besuch am 5. September kletterte das Thermometer immer noch auf über 40 °C. Die selektionierten Rebstöcke scheinen besonders hitze- und trockenresistent zu sein, im Hinblick auf eine Klimaerwärmung eine sehr gefragte Eigenschaft. Im nächsten Jahr soll erstmals Wein von diesen Stöcken gekeltert werden. Dann wird sich zeigen, ob die geernteten Trauben auch mit guten sensorischen Eigenschaften überzeugen.

PIWI-Experte und Forscher

Seit vielen Jahren arbeitet Valentin Blattner mit der Schweizer Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil und PIWI International zusammen. Viele seiner Rebsorten tragen noch gar keine Namen und werden als Zuchtnummer mit seinen Initialen «VB» gehandelt, z.B. VB 91-26-19. Vor allem bei pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWI) hat er sich einen Namen gemacht. Viele heute etablierte Rebsorten, wie beispielsweise Birstaler Muskat, Cabernet Blanc, Réselle, Pinotin oder Cabernet Jura, gehen auf Blattners Zuchterfolge zurück.

Der Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner (rechts) hilft auf dem Weingut Albet i Noya bei der Selektion widerstandsfähiger Traubensorten.
Der Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner (rechts) hilft auf dem Weingut Albet i Noya bei der Selektion widerstandsfähiger Traubensorten.

Der Forschungsweingarten bei Albet i Noya ist eines von Blattners Lieblingsprojekten. Forscher und Winzer arbeiten seit Jahrzehnten zusammen und verstehen sich bestens. Ihr gemeinsames Ziel ist es, alte, fast vergessene Sorten und Neuzüchtungen zu finden, die resistent gegen verschiedene Krankheiten und Pilzbefall sind. So können die Reben natürlicher und gesünder bearbeitet werden.

Diskussionen beim Abendessen

Mit diesen Informationen in Deutsch und aus erster Hand verzog sich die Gruppe mit Josep Maria Albet i Noya in den kühleren Keller. Derweil der Rebenzüchter noch weitere vier Stunden an der Sonne weiter arbeitete… Beim Abendessen auf dem schattigen Plaça del Rei (Königsplatz) im sympathischen Römerstädtchen Tarragona kam dann auch Valentin Blattner zur wohlverdienten Abkühlung und zur königlichen Stärkung aus der Slow Food-Küche des Restaurants Llagut.

Beim gemeinsamen Abendessen mit dem Winzer entstanden interessante Diskussionen.
Beim gemeinsamen Abendessen mit Albet i Noya und dem Schweizer Rebenzüchter Valentin Blattner entstanden interessante Diskussionen.

Zusammen mit Josep Maria Albet i Noya erzählte er weiter von diesem zukunftsträchtigen Projekt, dessen Weine wir wohl frühestens in 10 Jahren im Glas haben werden. Oder auch nicht: Sollte der Wein aus den neuen Rebsorten sensorisch durchfallen, war die ganze Arbeit war für die Katz. Hoffentlich nicht!

Den erfolgreichen Bio-Pionier Albet i Noya können Sie 2017 auf zwei verschiedenen Delinat-Weinreisen besuchen und auf der Plaça del Rei in Tarragona entspannt kennenlernen:

Wein- und Genussreise Albet i Noya und Mas Igneus. 14. bis 17. Mai 2017. Ausgehend von der beschaulichen Küstenstadt Tarragona (80km südwestlich von Barcelona) besuchen wir den Biopionier Albet i Noya und das aufstrebende Weingebiet Mas Igneus im Priorat. Diese Reise eignet sich vorzüglich als Anschlussprogramm zu Ihrem individuellen Aufenthalt im quirligen Barcelona.

Wein- und Genussreise Von Barcelona bis Bilbao. Montag, 25. September bis Sonntag, 1. Oktober 2017. Das pulsierende Barcelona und seine kulinarischen Spezialitäten. Zu Besuch bei Albet i Noya im Penedès, dem erfolgreichsten Biowinzer Spaniens. Zu Gast bei Delinat-Winzern in der Rioja und Navarra. Küstenfahrt nach Bilbao. Auf den Spuren des Weissweins Txakoli.

Mehr Infos: www.delinat.com/weinreisen

Unvergesslicher Besuch im El Celler de Can Roca

Die Freude über den Gewinn des Delinat-Wettbewerbs für ein exklusives Wochenende rund um Barcelona ist gross. Ein Tisch im weltbesten Restaurant, dem El Celler de Can Roca, ein Besuch auf dem Weingut Albet i Noya und eine Erkundungstour durch Barcelona, los gehts!

Zugfahrt mit Aussicht auf die Rebberge am GenferseeIm Zug westwärts Richtung Spanien, bei ungemütlichen 15 °C und Regen, freuen wir uns auf Sonne und sommerliche Temperaturen. Nach kurzer Fahrt erblicken wir bereits die ersten Rebberge am Genfersee, die pefekte Einstimmung auf unser Wochenende.

Streik in Frankreich

Wir geniessen die stressfreie Reise im Zug, lesen und frischen unser Spanisch ein wenig auf. In Frankreich ist es dann vorbei mit der Ruhe, das Zugpersonal streikt und nichts geht mehr. Nach bangen Minuten geht die Reise dann doch weiter, unserem Dinner im Can Roca steht nichts mehr im Wege.

Restaruant El Celler De Can Rocca

Wir treffen in Girona ein, eine kurze Dusche und schon stehen wir vor dem Eingang des El Celler de Can Roca. Kein Protz, kein Prunk am Eingangstor, wird sind gespannt, was uns erwartet.

Menu_WeinkarteEin persönliches Menu und eine eigens darauf abgestimmte Weinkarte – das verspricht schon mal Grosses!

El Celler de Can Roca Brut Reserva von Albet i Noya

Zum Auftakt geniessen wir ein Glas vom „El Celler de Can Roca Brut Reserva“, welcher Albet i Noya ausschliesslich für das Spitzenrestarant und Delinat herstellt.

Ausgefallene Farben, Forme, GeschmäckerDann gehts los mit dem Festmahl. Es erwarten uns ausgefallene Formen …

Herrliche Gerüche...… herrliche Gerüche …

... einzigartiges Geschmackserlebnis… einzigartige Geschmackserlebnisse …

und noch etwas für den Nachhauseweg… und noch etwas für den Nachhauseweg – schlicht ein fantastischer Abend.

Besuch bei Albet i Noya - in den Reben...

Am nächsten Morgen gehts zum Weingut Albet i Noya, wo uns Josep Maria persönlich empfängt. Er führt uns durch die Reben. Wir philosophieren über die Geschichte des Weinbaus, seine Bodega und die Arbeit im Einklang mit der Natur.

... und im Keller

Er zeigt uns seinen beeindruckenden Weinkeller …

Kunstwerk bei Albet i Noya

… präsentiert uns das imposante Treppenhaus-Kunstwerk, an welchem ein befreundeter Künstler über drei Jahre lang gearbeitet hat …

Mittagessen mit der nächsten Generation

… und zum Abschluss speisen wir in seinem Stammlokal Cal Xim gemeinsam mit der nächsten Winzer-Generation.

Tapas-Tour in Barcelona

Nun wartet schon das Finale in Barcelona. Wir stürzen uns ins Nachtleben und schlemmen in verschiedenen Tapas-Bars.

Frittierte Sardinen und Bier

Nach reichlich Wein und exquisiter Haute Cuisine geniessen wir auch gerne wieder mal ein Bier zu frittierten Sardinen.

Ausklingen der Reise in Barcelonas Altstadt

Nach einer letzten Nacht im Zentrum von Barcelona lassen wir unser Wochenende in der Altstadt ausklingen …

Auf dem Markt

… und besuchen in den Markthallen den bunten Mercat de la Boqueria.

Nach einer letzten Paella...

Nach einer letzten Paella …

DIe Zimmermanns hoch über Barcelona

… gehts mit vollem Magen und vielen fantatsischen Erinnerungen im Gepäck zurück in die Heimat.

Ein Wochenende voller kulinarischer, kultureller und persönlicher Highlights, das wir noch lange in Erinnerung behalten werden. Herzlichen Dank Delinat!

Gewinnen Sie ein exklusives Wochenende in Barcelona

Das preisgekrönte katalanische Restaurant «El Celler de Can Roca» in Girona nennt nicht nur drei Sterne im Guide Michelin sein eigen, es gilt auch als eines der weltbesten Restaurants der Welt. Schon seit 30 Jahren führen drei Brüder das Restaurant: Joan wirkt als Chef de Cuisine, Jordi wurde 2015 als bester Pâtissier der Welt ausgezeichnet und Josep sorgt als Sommelier für Harmonie und Spannung zwischen Weinen und Speisen. 30 Köche sorgen für das Wohl der 45 Gäste.

Auch optisch ein Genuss: das Celler de Can Roca
Auch optisch ein Genuss: El Celler de Can Roca

Sommelier Josep Roca setzt nicht aus Zufall auf Weine von Albet i Noya – im Can Roca ist nur das Beste gut genug. Darum werden alle Gäste mit einem Glas Schaumwein von Albet i Noya begrüsst. Seit Jahren ist der Ökopionier aus Katalonien Hoflieferant bei den Roca-Brüdern (wir berichteten). So konnte Albet einen der raren und stets ausgebuchten Tische reservieren – einen Tisch für Sie mit Ihrer Begleitung!

Ein Tisch im Can Roca und ein Besuch bei Albet i Noya – für Sie?

Diesen exklusiven Restaurantbesuch verlosen wir einmal für 2 Personen! Dem glücklichen Gewinner offerieren wir zusätzlich die Anreise und ein Rahmenprogramm mit einem Besuch auf dem Weingut Albet i Noya. Unten finden Sie das detaillierte Reiseprogramm, das Delinat-Reiseleiter und Genussexperte Martin Schäppi in bewährter Manier sorgfältig ausgearbeitet hat.

Befragen Sie also gleich Ihren Terminkalender: Können Sie sich vom 9. bis 11. Juni 2016 frei machen – und Ihre Begleitperson ebenfalls? Dann beantworten Sie diese Frage –  und hoffen Sie aufs Losglück!

Der bei Delinat-Kundinnen und -Kunden beliebteste Schäumer von Albet i Noya wird aus drei typischen katalanischen Rebsorten gekeltert. Welche Rebsorten sind das?

(Ein Tipp: Mit Hilfe der Weinsuche im Webshop kommen Sie schnell zur Lösung!)

Senden Sie ein Email mit Betreff «Can Roca» an can-roca@delinat.com. Geben Sie bis spätestens 8. Mai die korrekte Antwort und für die Reise bitte Ihre Kontaktdaten und die Ihrer Begleitung an:  vollständige Namen, Adressen, Telefon und Geburtsdaten. Ihre Daten werden nur für diese Verlosung verwendet und danach gelöscht. Die Gewinner werden am 9. Mai 2016 gezogen und hier veröffentlicht.

Teilnahmebedingungen:

  • Sie haben das 18. Lebensjahr vollendet.
  • Sie garantieren, dass Sie und Ihre Begleitung sich vom 9. bis zum 11. Juni 2016 Zeit nehmen können und die Reise antreten werden, falls Sie ausgelost werden.
  • Eine Auszahlung des Reisewertes ist nicht möglich.
  • Alle richtigen Antworten, die bis einschliesslich 8. Mai 2016 eingehen, nehmen an der Verlosung teil.
  • Wir können nur Einsendungen mit vollständigen Kontaktdaten berücksichtigen, da wir direkt nach der Verlosung  Hotels und Flüge buchen müssen.
  • Der Gewinner wird per Email benachrichtigt und hier auf dem Blog bekannt gegeben.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Für die Vorfreude: Ihr Reiseprogramm

Donnerstag, 9. Juni 2016:

  • Direktflug ab dem nächstliegenden Flughafen nach Barcelona Zugfahrt nach Barcelona
  • Transfer in Ihr Hotel in Girona, rund 130 km östlich von Barcelona (Fahrzeit ca. 1h 30 min), Zimmerbezug
  • Ab 21 Uhr geniessen Sie ein Degustations-Menü der Superlative im Restaurant Can Roca – für diesen Abend füllen wir EUR 500 in Ihre Reisekasse
  • Übernachtung mit Frühstück

Freitag, 10. Juni 2016

  • Transfer zum Weingut Albet i Noya, rund 50 km westlich von Barcelona (Fahrzeit ca. 1h 50m)
  • Sie besuchen das Weingut Albet i Noya und lernen den wohl erfolgreichsten Biowinzer Spaniens kennen. Vor Ort erfahren Sie, was einen Weinberg mit schönster Biodiversität ausmacht.
  • Transfer in Ihr Hotel in der Innenstadt Barcelona (Fahrzeit ca. 1h)
  • Sie logieren so zentral, dass Sie die Stadt zu Fuss erkunden können.
  • Abends schlendern Sie mit dem deutschsprachigen Gastro-Journalist Dirk Engelhardt (oder einem Mitarbeitenden aus seinem Team) durch 5 Restaurants und geniessen so etappenweise ein ausgedehntes Abendessen in 5 Akten. Natürlich erhaschen Sie dazwischen auch Blicke auf die Sehenswürdigkeiten von Barcelona.
  • Übernachtung mit Frühstück.

Samstag, 11. Juni 2016

  • Zeit für Ihre individuellen Barcelona-Entdeckungen
  • Rückreise – oder Ihre individuelle Verlängerung auf Ihre Kosten.

Update: Der Gewinner steht fest!

Das exklusive Wochenende in Barcelona mit einem Essen im «El Celler de Can Roca» und einem Besuch bei Albet i Noya ist wohl für viele Kundinnen und Kunden ein Traumausflug: Es sind fast 2’000 Einsendungen auf unsere Verlosung eingegangen!

Auch der gesuchte Schaumwein von Albet i Noya war noch beliebter als gedacht: Scheinbar haben alle Verlosungsteilnehmer gleich ein paar Flaschen vom «Espriu» bestellt – und schnell war der begehrte Tropfen ausverkauft. Die Antwort auf die Gewinnfrage wurde so etwas schwieriger und erforderte genaues Recherchieren – oder eine Flasche «Espriu» im Keller!

Die meisten Kundinnen und Kunden kamen dann auch auf die korrekte Antwort. Die gesuchten Rebsorten sind:
Macabeu, Parellada und Xarel.lo
(Im aktuell verfügbaren Albet-Schaumwein «Saltiró» ist auch etwas Chardonnay enthalten. Um die Gewinnchancen gerecht zu verteilen, haben wir auch diese – eigentlich nicht ganz korrekte – Antwort zugelassen.)

So konnten wir die Glücksfee (einen Zufallsgenerator) aus fast allen Einsendungen ziehen lassen. Der Gewinner ist Markus Zimmermann aus Ringgenberg – mit einer korrekten Antwort. Herzlichen Glückwunsch!

Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya

Der Mistral bläst uns mit 8 Beaufort um die Ohren. Auf dem geschützten Lido-Deck sitzen interessierte Gäste in warmen Jacken um die Tische und hören gespannt zu, wie Marga Torres (Kellermeisterin auf dem Weingut Albet i Noya) einen geschichtlichen Überblick über die Konservierung von Wein gibt. Wie die alten Ägypter mit konservierenden Pflanzen arbeiteten. Wie die Griechen den Wein mit Baumharzen versetzten (eine Methode, die beim Retsina auch heute noch praktiziert wird), die Römer schliesslich Schwefel verbrannten und wie im mittelalterlichen Europa Blei hinzugefügt wurde. Oder auch wie Mönche in der Champagne Zucker anstatt Blei verwendeten, dieser in der Flasche nachgärte und ganz nebenbei die Herstellung des Champagners erfunden wurde.

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Zum Glück muss Marga auf keine dieser Methoden zurückgreifen, um ihren schwefelfreien Wein zu machen. Nachfolgend die wichtigsten Punkte:

  1. Auswahl einer der besten Xarel.lo-Parzellen
  2. Absolut gesundes Traubengut
  3. sorgfältig ausgewählter Erntezeitpunkt. Die Trauben dürfen weder zu grün noch allzu reif sein (wichtig für die Säurestruktur)
  4. hygienische Verarbeitung
  5. Pressung der Trauben unter Ausschluss von Sauerstoff
  6. Mostklärung unter CO2 Atmosphäre
  7. Ausbau im Barrique auf der Feinhefe
  8. Barrique wird spundvoll gemacht und verschlossen
  9. Barrique wird regelmässig gedreht, damit die Feinhefen sich mit dem Wein vermischen
  10. Nach dem Ausgabu folgt eine leichte Filtration und anschliessend die Abfüllung

Eine andere Möglichkeit ist, dem Jungwein Zucker und Hefe beizusetzen und ihn in eine Schauweinflasche zu füllen, wo eine Flaschengärung stattfindet und so ein Schaumwein ohne Zusatz von Sulfiten entsteht.

Überrascht sind die Gäste von den knackigen Mustern ohne Sulfite, welche Marga mitgebracht hat. Die Säure, so Marga, ist ein unterstützendes Element bei der Haltbarkeit der Weine. Leider haben wir aktuell noch keine schwefelfreien Weine von Albet i Noya und Marga Torres im Sortiment.

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Wie Marga ausführt, gibt es auch noch eine andere Methode, die auf dem entgegengesetzten Prinzip funktioniert. Der Wein wird absichtlich mit Sauerstoff versetzt. Dadurch oxidieren entsprechende Inhaltsstoffe und der Trub wird an die Oberfläche geschwemmt, wo er abgeschöpft wird. Nun beginnt die Gärung und der Wein kann je nach Stilwunsch im Stahltank oder im Barrique ausgebaut werden. Diese als Hyperoxidation bezeichnete Methode hat den Vorteil, dass der Wein bereits oxidationsstabil ist und deshalb keine Sulfite mehr benötigt. Allerdings verändert sich das Aromabild des Weins doch sehr. Besonders gelungene Vetreter dieser Methode sind der NOSSO der Bodega Menade und der Castello Tassarolo Titouan – Senza SO2 vom Weingut Castello di Tassarolo (beide Weine an Lager).

Und schon klingelt der Bordsteward zum Aperitif!

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
  9. Aller Abschied fällt schwer

Alle Bilder der Reise

Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya

Dunkle, schwere Wolken hängen über der SeaCloud beim Anlegen im Hafen von Barcelona. Und dann setzt Regen ein. Doch an Bord herrscht munteres Treiben und die Gäste sitzen unbeeindruckt beim köstlichen Frühstücksbuffet. Wie auf Bestellung hört der Regen auf. Wir starten pünktlich um 10.00 Uhr den Ausflug zu Albet i Noya.

Regen in Barcelona
Regen bei der Ankunft in Barcelona

In der Ferne sieht man deutlich die gezackte Silhouette von Montserrat. Bald tauchen auch die grossen Cava-Kellereien von Sant Sadurni d’Anoia auf und schon fahren wir auf dem Weinhof von Albet i Noya ein. Mit einem breiten Lächeln empfängt uns Josep Maria Albet i Noya. Auch Marga Torres, Önologin und Kellermeisterin, kommt dazu. In zwei Gruppen besichtigen wir das Weingut.

Josep Maria Albet i Noya (vorne rechts) mit Roman Herzog von Delinat
Josep Maria Albet i Noya (vorne rechts) mit Roman Herzog von Delinat

Josep Maria Albet i Noya führt eine Gruppe durch seine begrünten Reben, erzählt lebhaft von seinen Versuchen mit Fledermaushäuschen in den Weinbergen. Er beschreibt, welche klimatischen Tücken um diese Jahreszeit die Trauben noch beschädigen könnten und erklärt, wie er anhand der reichen Biodiversität auf drei Delinat-Richtlinien-Schnecken kommt. Und nicht zuletzt, wie er sich über den kurzen Regenguss freut, der die Gruppe unter der Pinienallee Schutz suchen lässt.

Die andere Gruppe folgt Marga Torres in den Keller. Dort erfahren wir alles über den Ablauf der Weinbereitung, von der Traubenannahme bis zur Flaschenabfüllung. Grosses Staunen beim Eintritt in den alten Keller, als wir die vielen Stahltanks sehen. Immerhin werden hier 20 Traubensorten zu fast 30 verschiedenen Weinen verarbeitet. Jede Sorte wird separat vinifiziert und ausgebaut.  «Aus diesem Grund benötigen wir viele kleine Tanks» erklärt Marga.

Der Autor demonstriert das Weissweintrinken aus dem traditionellen katalanischen Porrón.
Der Autor demonstriert das Weissweintrinken aus dem traditionellen katalanischen Porrón.

Bevor wir in den Barrique-Keller steigen, lässt uns Marga den neuen «Cafeter» (voraussichtlich ab Juni erhältlich) aus dem Tank verkosten. Die Cuvée aus Chardonnay und Macabeu schmeckt herrlich fruchtig mit dezenten Vanillearomen, die vom Ausbau im Barrique herrühren. Am Gaumen zeigt sich der Wein anregend frisch – und doch geschmeidig mit einer leicht rauchigen Note.

Önologin Marga Torres zieht eine Fassprobe des Reserva Marti aus dem Barrique.
Önologin Marga Torres zieht eine Fassprobe des Reserva Marti aus dem Barrique.

Danach zeigt uns Marga, wo und wie ihre Spitzenweine gekeltert werden und wir verfolgen den Weg der Weine in den Barriquekeller. In diesem Gewölbekeller riecht es nach Eichenholz. Die gestapelten Fässer machen einen majästetischen Eindruck. Hier reifen auch die Schaumweine heran.

Marga zieht eine Probe direkt aus dem Barriquefass – Albets Top-Cuvée, die er exklusiv für Delinat keltert: Reserva Marti 2014! Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Tempranillo sind hier perfekt vermählt. Es wird deutlich, dass solche Traumweine viel Zeit brauchen. Noch wild und ungestüm zeigt sich der Reserva Marti, das Tannin noch bissig. «Er braucht noch viel Zeit» meint Marga.

Im Degustationsraum serviert uns Albet schliesslich ein leckeres Menue aus typisch regionalen Gerichten, begleitet von einem Macabeu, Rosé und einer Probe des Reserva Marti 2011. Was will man mehr!

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
  9. Aller Abschied fällt schwer

Alle Bilder der Reise

Wein- und Genussreise Katalonien: Trauben naschen in Spanien

Für einmal war an sich Verbotenes erlaubt: «Ja, Sie dürfen Trauben direkt ab Stock naschen!» ermunterte Josep Maria Albet i Noya die gut gelaunte Gästeschar, die zwischen dem 6. und 9. September auf der Delinat Wein- und Genussreise in Katalonien unterwegs war. Der Zeitpunkt für einen Besuch beim erfolgreichen katalonischen Biowein-Pionier hätte besser nicht sein können. Die Ernte hatte gerade so richtig begonnen und war im vollen Gange. Trotzdem nahm sich der Chef persönlich Zeit, die wissbegierigen Delinat-Kunden durch seine Rebberge zu führen. Die Hauptarbeit musste an diesem Tag halt Kellermeisterin Marga Torres bewältigen. Verständlich, dass sie nur kurz an uns vorbeihuschte.

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Mittagessen bei Albet i Noya inmitten der Reben.

Der Besuch auf dem Weingut Mas Igneus im landschaftlich spektakulären Priorat war ebenfalls geprägt vom Traubennaschen – alle waren schliesslich unterdessen Experten geworden im Beurteilen des Zucker- und Gerbstoffgehaltes: «In 10 Tagen kann geerntet werden», war der neckische «Expertenrat» an die sympathische Önologin Yolanda Carazo. Yolanda hat uns denn auch versichert, dass der Jahrgang 2015 das Zeug für eine aussergewöhnliche Qualität hat.

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Önologin Yolanda Carazo gewährt einen Blick in das Fass, in dem der Wein auf der Maische gärt.

Auf der Reise drehte sich natürlich nicht nur alles um Trauben. Gutes Essen und feine Weine hatten ebenfalls einen hohen Stellenwert – ganz besonders unter dem Stichwort «Slow Food». Auf dem kleinen Weingut Vega de Ribes zeigte uns Enric Bartra wie er im Rahmen eines Slow Food Presidi die alten Traubensorte Malvasia de Sitges hegt und pflegt.

Malvasia-Degustation
Enric Bartra bot Weine aus der alten Traubensorte Malvasia zur Degustation an.

Und an einem Abend haben wir sogar ein sogenanntes «Null-Kilometer-Menu» genossen: Alle Zutaten stammten aus der engsten Umgebung des Restaurants. Astrid, die Restaurantbesitzerin, musste im Vorfeld der Reise speziell davon überzeugt werden, das wir Weine von Albet i Noya dazu geniessen durften: «Das Weingut kenne und schätze ich wohl. Aber es liegt mit 50 km Distanz eigentlich deutlich zu weit weg», meinte sie lachend, drückte dann aber für die Delinat-Gäste schon mal beide Augen zu …

priorat
Im kleinen Dorf Siurana im Priorat wurde ein Besichtigungsstopp eingelegt.

Weitere Bildimpressionen von dieser Reise finden Sie auf Flickr.

Auf der nächsten Wein- und Genussreise Barcelona/Katalonien vom 4. bis 7. September 2016 können Sie auch dabei sein: www.delinat.com/weinreisen