Albet i Noya Reserva Martí

Reserva Marti

Anfänglich an einen feinen Bordeaux erinnernd, hat sich die Riserva Martí über die Jahre zu einer eigenständigen Spitzencuvée entwickelt. Durch die wechselnde Assemblage hat jeder Jahrgang für mich vorerst etwas Geheimnisvolles. Beim Jahrgang 2009 bilden Syrah und Cabernet Sauvignon eine Traumkombination. Der Wein ist schon überraschend zugänglich. Bei aller Komplexität kommen die fruchtigen Noten wunderschön zum Ausdruck. Ein faszinierender Wein, der für mich längst zum Klassiker geworden ist.

Albet i Noya Reserva Martí Penedès DO 2009Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2009
www.delinat.com/1643.09

Neue Generation – in den Fussstapfen der Väter

Generationenwechsel? Der ist bei uns seit 26 Jahren im Gang», lacht Winzer Leonardo Salustri (67). So lange arbeitet er schon mit seinem Sohn Marco (43) zusammen. «Bereits als 17-jähriger Jüngling packte ich auf unserem kleinen Familienweingut mit an und wusste, dass auch ich Weinbauer werden wollte», blickt Marco zurück. Seit ein paar Jahren führt er das Weingut in der wilden Hochmaremma im Hinterland von Grosseto gemeinsam mit seinem Vater. «Klar, gibt es manchmal unterschiedliche Meinungen und lebhafte Diskussionen. Aber wir sind ein Team, finden uns und treffen alle Entscheidungen gemeinsam», erzählt Leonardo am grossen Stubentisch bei einem guten Tropfen.

Bei Marco (links) und Leonardo Salustri hat der Generationenwechsel schon vor über 20 Jahren begonnen.
Bei Marco (links) und Leonardo Salustri hat der Generationenwechsel schon vor über 20 Jahren begonnen.

Marco betont, dass man grundsätzlich das Heu auf derselben Bühne habe: «Mein Vater und ich sind grosse Traditionalisten. Unsere Rebberge gehören zu den ältesten in der Toskana. Wir setzen auf autochthone Reben. Unsere Sangiovese-Varietät haben wird selber selektioniert und vermehrt.» Biologische Landwirtschaft sei für die ganze Familie eine Lebensart. «Etwas anderes können wir uns gar nicht vorstellen. Deshalb werde ich den von meinen Eltern eingeschlagenen Weg unbeirrt weitergehen. Immer mit dem Ziel, unsere Weine weiter zu verbessern.» Neben Wein ist Olivenöl für Marco zu einer grossen Leidenschaft geworden. «Mein Traum ist ein eigenes Familiengut, auf dem Wein, Öl und Früchte angebaut werden und ganz viele Tiere leben.» Viel davon ist bei den Salustris bereits Realität. Die Zusammenarbeit mit Delinat sei ihm ebenso wichtig wie seinem Vater, beteuert Marco. «Die strengen Richtlinien fordern heraus, treiben uns an und ermöglichen einen Gedankenaustausch mit andern Weingütern aus ganz Europa.»

«Ich werde den vorgegebenen Weg weitergehen. Immer mit dem Ziel, unsere Weine weiter zu verbessern.»
Marco Salustri

Während Kellerarbeit und Vinifikation heute Marcos Domäne sind, sorgt der Vater draussen in den Rebbergen für gesundes und reifes Traubengut. «Das ist das Allerwichtigste für die Weinerzeugung. Wenn du gute Trauben im Keller hast, ist die Vinifikation kein Problem. Da ist schon fast kontrolliertes Nichtstun gefragt, auf Hilfsmittel kannst du fast gänzlich verzichten», sagt Marco. Bis ein Wein perfekt ausgereift ist, braucht er Zeit. Diese lassen sich die Salustris auch bei der Wachablösung. «Ich möchte noch möglichst lange aktiv dabei sein. Ohne Arbeit im Weinberg würde mir etwas ganz Wichtiges fehlen», sagt Leonardo. Und auch Marco ist froh über den langsamen Ablösungsprozess: «So bleibt mir etwas mehr Zeit für meine kleine Tochter und meine Hobbys Fussball, Hunde und Poker.»

Aus dem Duo Fasoli wird ein Quartett

Weiter nördlich, im Veneto, ist auf dem Weingut Fasoli der Generationenwechsel ebenfalls im Gang. Zwar denken die beiden Brüder Amadio (62) und Natalino Fasoli (58) noch lange nicht ans Aufhören. Doch die Söhne Giordano (31) und Matteo (33) sind bereits im Geschäft. Sie kümmern sich vorab um den Export, um interne Betriebsabläufe und die ökologische Weiterentwicklung des Betriebs.

Familie Fasoli
Gut aufgestellt für die Zukunft: das Fasoli-Quartett Giordano, sein Vater Amadio, Natalino und Sohn Matteo.

Die junge Fasoli-Generation nimmt die Zukunft derzeit also gemeinsam mit ihren Vätern in Angriff. Und zwar ziemlich konfliktfrei, wenn man den vier Männern bei einem guten Glas Wein so zuhört: «Unser Lauf ist definiert. Wir sind Pioniere im biologischen Weinbau. Das ist auch heute noch für uns alle die einzig denkbare Art, Wein zu erzeugen», sagt Matteo, der Sohn von Natalino. Er und sein Cousin Giordano profitieren vom reichen Erfahrungsschatz ihrer Väter. «Auf diesem bauen wir auf und richten unseren Fokus noch stärker auf Weine aus gesunder Natur mit Terroircharakter.»

«Mein Ziel ist es, unseren Betrieb klimaneutral zu machen.»
Giordano Fasoli

Laut Matteo bedeutet das: sich ständig weiterentwickeln, im Weinberg schädliche Stoffe wie Kupfer und Schwefel noch zurückhaltender einsetzen und im Keller möglichst auf alle unnatürlichen Hilfsmittel verzichten. Giordano treibt gleichzeitig den Einsatz erneuerbarer Energien voran. «Mein Ziel ist es, unseren Betrieb klimaneutral zu machen.» Solche Worte aus dem Mund der jungen Generation sind Balsam auf die Seele ihrer Väter: «Ich glaube, wir könnten wirklich langsam etwas zurücklehnen», sagt Amadio augenzwinkernd zu Natalino. «Ja schon, aber die Arbeit und das Weingut – das gehört doch zu unserer Art zu leben. Ach, loslassen ist so verdammt schwierig…»

Albet i Noya: frühestens in zehn Jahren

Auf dem spanischen Pioniergut Albet i Noya unweit von Barcelona zeichnet sich die Wachablösung erst am fernen Horizont ab: Josep Maria Albet i Noya (56) ist noch voll im Saft und strotzt weiterhin vor Tatendrang. Immerhin: Sein Sohn Martí (20) ist in den Startlöchern. Er studiert im zweiten Jahr Önologie und legt in den Ferien Hand auf dem Familienweingut an. Dabei hatte es bis vor Kurzem nicht danach ausgesehen, als ob er in die grossen Fussstapfen seines Vaters treten wolle. «Ich habe lieber Bier als Wein», hatte er noch vor zwei Jahren als Maschineningenieur-Student erklärt. Dieses Studium hat ihn aber nie gefesselt. Deshalb hat er abgebrochen. «Stattdessen fand ich immer mehr Gefallen an der Arbeit im Weinberg», begründet er seinen Kurswechsel. Martí rechnet damit, dass er frühestens etwa in acht bis zehn Jahren auf dem Weingut seines Vaters und seines Onkels Toni voll einsteigt. Bis dann wird sich möglicherweise auch zeigen, ob Tonis noch kleine Söhne Adria und Lluc ebenfalls auf diesen Zug aufspringen.

Nach einem kleinen Umweg tritt Martí nun doch in die Fussstapfen seines Vaters Josep Maria Albet i Noya.
Nach einem kleinen Umweg tritt Martí nun doch in die Fussstapfen seines Vaters Josep Maria Albet i Noya.

Martí will die Zeit nach dem Studium (noch drei Jahre) für Praktika im Ausland nutzen, um Erfahrungen auf andern Weingütern zu sammeln. «Burgund, Bordeaux, Napa Valley und Australien reizen mich», sagt er. Vieles, was danach kommt, ist noch offen. «Biologischer Weinbau ist für mich aber eine Selbstverständlichkeit. Da hat mein Vater derart viel Vorarbeit geleistet, dass es dumm wäre, nicht in seinem Sinn weiterzumachen.» Ansonsten gibt sich der angehende Önologe experimentierfreudig: «Ich bin dabei, in meiner Freizeit einen alkoholarmen, aromatischen Wein zu keltern.»

«Biologischer Weinbau ist für mich eine Selbstverständlichkeit.»
Martí Albet i Noya

Auch mit Weisswein und Rosé hat er schon experimentiert. Eine besondere Beziehung hat er zum Reserva Martí: Der Wein trägt nicht nur seinen Namen, die Etikette ist auch mit Abdrücken seiner Kinderhände verziert. Er kann sich gut vorstellen, das Spitzencrus seines Vaters dereinst selbst zu keltern. Dieser freut sich natürlich darüber, dass sein Sohn doch noch den Weg zum Weinbau gefunden hat. «Das Wichtigste ist immer die Freude an der Arbeit», sagt Josep Maria. Bei ihm ist sie noch immer uneingeschränkt vorhanden. «Ich kann mir vorstellen, mit vielleicht 62 Jahren langsam kürzerzutreten und die Verantwortung fliessend abzugeben.»

Bel Air: Wo Arbeit Freude macht

Pierre Gauthier (55) ist ein Winzer wie aus dem Bilderbuch: sympathisch, bescheiden und erdverbunden, keltert er auf seiner Domaine du Bel Air am Nordufer der Loire seit Jahrzehnten elegante, authentische Weine aus einer einzigen Traubensorte: Cabernet Franc. Seine Passion für die Arbeit im Weinberg, für die Erzeugung hochwertiger Weine im Einklang mit der Natur ist ungebrochen. Gleichwohl denkt er daran, den Betrieb Schritt für Schritt seinem Sohne Rodolphe (28) zu übergeben. Vater Pierre ist es ein Anliegen, ihm das weiterzugeben, was er selber schon von seinem Vater vermittelt bekam: «Aufblühen in einem Metier, das harte Bauernarbeit, aber auch viel Freude in freier Natur und anspruchsvolle, aber zufriedene Kunden mit sich bringt.» Er wolle seinem Sohn ein Weingut übergeben, auf dem sich alle wohlfühlen, auch die angestellten Mitarbeiter. Pierre: «Es gibt ja so viele Leute, die sich bei ihrer Arbeit langweilen. Dabei ist Freude an der Arbeit und an der Natur etwas vom Wichtigsten im Leben.»

Belair
Stossen auf eine erfolgreiche Zukunft an: Rodolphe und Pierre Gauthier aus der Loire.

Die Domaine du Bel Air steht auf solidem Fundament und ist den meisten andern Betrieben an der Loire bezüglich eines nachhaltigen und fortschrittlichen Weinbaus um Meilen voraus. Kein Wunder, sieht Rodolphe keinen Bedarf für grosse Veränderungen. Es sind Details, bei denen er Verbesserungen anstrebt. Etwa eine pfluglose Bodenbewirtschaftung in den begrünten Weinbergen und zusätzliche Massnahmen zugunsten der Artenvielfalt. «Auch die Herstellung eines hofeigenen Komposts habe ich mir zum Ziel gesetzt.»

«Besonders beeindruckt mich bei Delinat die konsequente Förderung der Biodiversität.»
Rodolphe Gauthier

Dass er mit dem biologischen Weinbau auf dem richtigen Weg ist, weiss er schon lange. Aktuelle Beobachtungen in der direkten Umgebung bestätigen es zusätzlich: «Seit ein paar Jahren stelle ich fest, dass auch Nachbarn umstellen.» Er selber interessiert sich neuerdings vermehrt für biodynamischen Anbau. «Das wäre einerseits eine gute Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln. Andererseits bedingt diese Methode wegen der Berücksichtigung von Mondphase und Gestirnskonstellationen eine Anpassung aller Betriebsabläufe und noch mehr Handarbeit. Ich bin mir noch nicht ganz schlüssig, ob sich das lohnt.» Vorerst stehen für Rodolphe Optimierungen im Feld und im Keller im Vordergrund, die einfacher umzusetzen sind. «Dafür liefert uns Delinat wichtige Grundlagen. Besonders beeindruckt bin ich von der konsequenten Förderung der Biodiversität. Ein Konzept, das in unserer Region vollkommen unbekannt ist.»

Timo Dienhart – mit Elan in die Zukunft

«Meine Motivation auf dem Betrieb mitzuwirken ist nach wie vor sehr gross. Nur wollen die Knochen leider nicht mehr so wie früher», lacht Hans Dienhart (67) vom Weingut Römerkelter in der Mosel. Bereits 2007 haben er und seine Frau Maria den Betrieb offiziell ihrem Sohn Timo (32) übergeben. Und der gibt seither Vollgas: «Ich führe den eingeschlagenen Weg meiner Eltern mit viel neuem Wissen aus langer Ausbildung und zahlreichen Reisen weiter. Dabei unterstützen mich die beiden mit ihrer ganzen Erfahrung wo es nur geht», antwortet Timo auf die Frage wie er das familiäre Erbe weiterführt. «Tradition ist mir sehr wichtig. Ich verstehe darunter aber nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers». In diesem Sinn ist der Jungwinzer dabei, sein Traumweingut zu verwirklichen. Angefangen hat er damit in den Weinbergen, die über schönste Lagen im Urstromtal der Mosel erstrecken. Ein Meisterstück ist seine selbst komponierte Saatgutmischung, die nicht nur seine Weinberge zum Blühen bringt, sondern auch die Böden schützt und lebendig hält. Da klopfen immer wieder auch benachbarte Winzer für ein paar Kilo Saatgut an. Und Vater Hans Dienhart kann seither seinem speziellen Hobby, der Kräuter- und Bodenkunde noch intensiver frönen.

Tradition ist mir sehr wichtig. Ich verstehe darunter aber nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.
Tradition ist mir sehr wichtig. Ich verstehe darunter aber nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.

«Tradition ist mir sehr wichtig. Ich verstehe darunter aber nicht das Aufbewahren der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers.»
Timo Dienhart

Timos ökologischer Perfektionismus im Rebberg hat sich längst auch auf den Weinhof und den Keller übertragen. Mit grossem finanziellem und persönlichem Einsatz baut er seinen Betrieb um: Die neue Feldscheune ist mit einer Solaranlage ausgestattet. Ebenso Wohnhaus und Keller. Zusammen mit einer Eisspeicherheizung wird so ein autarker, geschlossener Energiekreislauf erreicht. «Ich möchte jeden Tag ein klein bisschen besser werden. Massstäbe setzen in puncto Weinqualität und Nachhaltigkeit», umschreibt Timo seinen Weg in die Zukunft. Vater Hans und Mutter Maria unterstützen ihn dabei nach Kräften: «Wichtig ist, dass Qualität, Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen», mahnt der Senior-Chef.

Harmonie auch in der Flasche – erfahren Sie mehr zu den Weinen der neuen Generation.

Önologin der ersten Stunde

Marga Torres (45) gehört zu den Önologinnen der ersten Stunde und damit zu den erfahrensten in ganz Spanien. Als sie 1989 ihr Studium an der Fachhochschule für Önologie und Weinbau in Sant Sadurní d’Anoia unweit von Barcelona begann, kämpften sich in ihrer Klasse 5 Frauen und 15 Männer durch den Lehrgang. Heute sind, wie andernorts auch, die Frauen in der Mehrheit. «Für viele ist es aber nach wie vor nicht einfach, nach dem Studium eine verantwortungsvolle Stelle als Chef-Önologin zu bekommen. Nur wenige Weingutsbesitzer trauen ihnen den Job als Kellermeisterin zu», bestätigt Marga die Feststellung von Berufskolleginnen.

Den ersten Vinya Laia kreierte Marga Torres kurz nach der Geburt ihrer Tochter Laia.

Ihr ging es anfänglich genauso. «Meine erste richtige Stelle als Önologin war ein reiner Laborjob. Und als ich 1992 bei Albet i Noya anfing, wurde ich ebenfalls fürs Labor angestellt, konnte aber nebenbei im Keller mithelfen.» Albet i Noya war damals noch allein auf weiter Flur mit biologischem Weinbau. Marga: «Bio war suspekt und verpönt. Die beiden Albet-Brüder galten als komische Kauze und Querdenker.»

Dass sie bei Albet i Noya eingestiegen ist, hat sie bis heute nie bereut. Nach und nach schaffte sie es zur Kellermeisterin und trug mit ihrem Können zum rasanten Aufstieg dieses katalanischen Pionierguts bei. Etwa mit dem Vinya Laia, einem Rotwein, der nicht nur ihre Handschrift, sondern auch den Namen ihrer älteren Tochter Laia trägt. Beim mittlerweile erfolgreichsten Biowinzer Spaniens die Verantwortung im Keller zu tragen, erachtet sie als grosses Privileg.

Machen Frauen andere Weine als Männer? «Das glaube ich nicht. Weinerzeugung ist keine Frage des Geschlechts. Wichtig sind neben einer soliden Grundausbildung sensorische Fähigkeiten und Erfahrung. Darüber können Männer genauso verfügen wie Frauen.» Marga hat eine spezielle Vorliebe für füllige, cremige, komplexe Weissweine mit leichtem Barriquegeschmack: «Was ich früher nur bei den Roten gesucht habe, gefällt mir immer mehr auch bei den Weissen.»

Margas Werk: Vinya Laia, Delinats bekanntester Wein.

Frauen wird eine feine Nase attestiert. Kein Wunder, setzen sie zum Sturm auf die Weinkeller an. In Spanien haben bereits auf rund der Hälfte aller Delinat-Partnerweingüter im Keller Önologinnen das Sagen. Wir haben vier von ihnen besucht und sie mit der Frage konfrontiert: Machen Frauen andere Weine als Männer?

  1. María Barrena, Azul y Garanza: Die Magie der Weinberge
  2. Yolanda Martínez, Quaderna Vía: Gespür für feine Weine
  3. Beatriz Izquierdo, Osoti Viñedos Ecológicos: Wein- und Kochkunst
  4. Marga Torres, Albet i Noya: Önologin der ersten Stunde

 

Albet i Noya im weltbesten Restaurant

Das englische Restaurant Magazine hat Celler de Can Roca in Girona (Katalonien) für 2013 zum besten Restaurant der Welt erkoren. Der spanische Biopionier Albet i Noya liefert dem Gourmettempel (3 Michelin- Sterne) seit Jahren den Haus-Cava. Jeder Gast wird im Celler de Can Roca mit einem Glas Albet-Cava willkommen geheissen. Der Schaumwein ist mit einer eigenen, goldenen Etikette versehen. «Wir liefern jedes Jahr 5000 Flaschen an diese Topadresse», freut sich Josep Maria Albet i Noya. Celler de Can Roca wird von Joan, Jordi und Josep Roca geführt. Die drei Brüder haben das Noma in Kopenhagen vom Thron gestossen, das in den vergangenen drei Jahren an der Spitze der weltbesten Restaurants stand.

Immun gegen Krankheiten

Der spanische Biopionier Josep Maria Albet i Noya glaubt an die Zukunft pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI).
Der spanische Biopionier Josep Maria Albet i Noya glaubt an die Zukunft pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI).

Der spanische Biopionier Josep Maria Albet i Noya glaubt an die Zukunft neuer, pilzwiderstandsfähiger Rebsorten (PIWI). Gemeinsam mit andern namhaften Kellereien hat er im Penedès ein Projekt lanciert, das zum Ziel hat, marktfähige Sorten zu züchten, die keine (oder fast keine) Behandlungen gegen Pilzkrankheiten mehr benötigen. Geleitet wird das Projekt vom Schweizer Winzer und PIWI-Spezialisten Valentin Blattner. Ob die Trauben der neuen Rebsorten für die Weinbereitung taugen, wird sich erst in ein paar Jahren zeigen

Geheimnisvolle Entdeckung aus Spanien

Als ich mit unserem Spanien-Experten David Rodriguez vor ein paar Jahren zum ersten Mal auf dem Weingut Albet i Noya im spanischen Penedès weilte, führte uns Josep Maria Albet i Noya durch einen imposanten Versuchsgarten. Hier testet der innovative Winzer alte, fast vergessene Sorten auf ihre Resistenz gegen Pilzkrankheiten. Trauben, die auch ohne oder nur mit minimem Einsatz von biologischen Pflanzenschutzmitteln gedeihen – davon träumt jeder naturverbundene Winzer.

Albet i Noya

Spaniens erfolgreichster Biowinzer Josep Maria Albet i Noya ist auf der Suche nach pilzresistenten Rebsorten fündig geworden.

Josep Maria ist fündig geworden. Eine weisse Sorte, die er in einem alten, verlassenen Weinberg entdeckt hat, zeigte sich während einer längeren Versuchsphase weitgehend resistent gegen Krankheiten. Albet wusste fast nichts über diese Rebe, weder Name noch Ursprung waren ihm bekannt. Daran änderten auch aufwändige DNA-Analysen nichts: Die Rebe gab ihre Geheimnisse trotz modernster Forschungstechnik nicht preis.

Marina Rion Traube

Aus einer alten, unbekannten Sorte keltert er die weisse Weinrarität Marina Rión.

Da Josep Maria glaubt, dass die Sorte aus der Zeit vor der Reblausplage (ab 1860) stammt und diese unbeschadet überstanden hat, gab er ihr einfach den Namen seiner Urgrossmutter, die zu jener Zeit gelebt hatte: Marina Rión. Er begann die Rebe zu vermehren und bepflanzte eine brachliegende Fläche damit.

Marina Rion Weinberg

Albet hat die fast ausgestorbene Rebe vermehrt und damit einen Weinberg mit schönster Biodiversität bestockt.

Heute reifen in diesem Weinberg gesunde, nur in absoluten Ausnahmefällen zurückhaltend behandelte Trauben, aus denen der Albet i Noya Rión gekeltert wird. Für mich gehört dieser herrlich frische und gleichzeitig vielschichtige Weisswein zu den schönsten Neuentdeckungen der jüngeren Vergangenheit. Eine weisse Rarität aus einer alten, fast vergessenen Rebsorte, die höchste Ansprüche an Qualität und Ökologie erfüllt und beweist, dass sich Experimentierfreude auszahlt.

Ein Weihnachtsgeschenk von Albet i Noya

Kurz vor den Festtagen kann ich Ihnen eine exklusive Rarität vom erfolgreichsten Bioweingut Spaniens anbieten: Aus der aromatischen Traubensorte Viognier hat Albet i Noya den Süsswein Les Timbes gekeltert. Insgesamt gibt es davon nur 1500 Flaschen (50 cl). Der exklusive Tropfen ist dem verführerisch duftenden Pfirsich von Ordal gewidmet, einer bekannten und beliebten Frucht aus der Heimat von Albet i Noya.

Albet i Noya Les Timbes

Ein Geschenk von Albet i Noya an seine «Fans» bei Delinat: Der Dolç Les Timbes ist ein Hochgenuss – und regulär nicht zu kaufen.

Aus rosinierten Trauben

Der Winzer liess die Traubenbeeren für den Dolç Les Timbes an den Stöcken langsam rosinieren, was zu einem enorm kleinen Ertrag geführt hat. Nach der späten Lese und einer sorgfältigen Selektion wurden die schönsten Trauben behutsam und kühl vinifiziert. Das ergab einen kostbaren Saft mit ausgesprochen delikaten Fruchtaromen. Dieser Süsswein hat nur 10,5 Volumenprozent Alkohol und eine ausgewogene Süsse, die perfekt zu Pfirsich-Dessertkreationen, Früchtekuchen oder Hefegebäck passt. Wichtig ist, dass der Wein kühl (bei 10 bis 12 Grad Celsius) getrunken wird. Dann bietet er auch ohne Begleitung höchsten Trinkgenuss.

Spezialangebot für Albet-Liebhaber

Solche Raritäten haben in der Regel ihren Preis. Auf Wunsch von Josep Maria Albet i Noya haben wir uns in diesem Fall für einen andern Weg entschieden und können unseren treuen Kundinnen und Albet-Liebhabern den edlen Tropfen zu einem höchst attraktiven Preis anbieten: Josep Maria liefert uns zu reinen Produktionskosten. Wir geben diese grosszügige Geste gerne ungeschmälert weiter.

Damit vom stark limitierte Angebot nicht nur eine paar wenige Schnellentschlossene profitieren, gilt folgendes Festtagsangebot: Bei einer Bestellung von mindestens 12 Weinen aus dem Hause Albet i Noya können Sie zusätzlich maximal drei Flaschen Les Timbes zum bescheidenen Preis von CHF 15.00/€ 11.90 pro Flasche ordern. Wer 24 Flaschen Albet-Weine bestellt, kann eine Original-Holzkiste mit 6 Flaschen Les Timbes bestellen. Greifen Sie zu – es hat, solange es hat!

Hier gehts zur Liste aller Albet-i-Noya-Weine.

Der beste Preis, den ich je gewonnen habe…

Als Jahressieger 2010 beim Delinat-Weinquiz durfte ich mir etwas Besonderes wünschen. So ging Mitte Oktober mein Traum in Erfüllung, das spanische Weingut Albet i Noya in Begleitung eines Delinat-Mitarbeiters zu besuchen.

Erste Degustation im Weinkeller: David Rodriguez (links), Josep Maria Albet i Noya (rechts) und in der Mitte der strahlende Autor.

 

Gemeinsam mit David Rodriguez, bei Delinat für das Weinland Spanien zuständig, flog ich nach Barcelona. Nach einem feinen Nachtessen und einer Nacht in einem stilvollen Hotel ging es am nächsten Morgen nach Pau d’Ordal, genauer zum Weingut Albet i Noya. David wurde als alter Bekannter herzlich begrüsst und mich erwartete dieselbe Herzlichkeit. Josep Maria Albet i Noya zeigte und erklärte uns den ganzen Betrieb und wir degustierten zahlreiche Weine. Zuerst neue Weissweine, die sich alle noch im «Sauser-Stadium» befanden. Trotzdem konnte man schon ganz verschiedene Aromen ausmachen.

Danach gingen wir mit Önologin Marga Torres in den Barrique-Keller, wo wir auch in den Genuss des Vinya Laia 2010 und der Reserva Martí 2009 kamen. Interessant bei diesen Weinen ist die Tatsache, dass sie in Fässern verschiedener Herkunft ausgebaut werden und erst am Schluss zu einem Ganzen «assembliert» werden. Das ergibt die grandiose Komplexität der Weine. Zum Abschluss degustierten wir noch Weisswein-Raritäten, die teilweise im Akazienholzfass ausgebaut werden.

Mittagessen im nahegelegen Restaurant Cal Xim – ein weiterer Höhepunkt dieser Reise.

 

Nach dem gemeinsamen Mittagessen zeigte uns Josep Maria seine Weinberge. Sein Wissen über Geschichte und Abläufe in der Natur ist umwerfend, ebenso sein Engagement. Das Pflücken von Kakis – die besten, die ich je gegessen habe – bildete den Abschluss dieser Weinbergstour.

Eindrucksvoll war der Rundgang durch die Weinberge von Albet i Noya.

 

Reich beschenkt, voll von Eindrücken, glücklich darüber, einen Tag mit einem Mann verbracht zu haben, der viel Gutes für unseren Planeten auf bescheidene, aber entschlossene Art tut, fuhr ich zurück nach Vilafranca. David Rodriguez hatte sich ebenfalls von mir verabschiedet, da er noch eine zehntägige Tour durch Spanien vor sich hatte. An den beiden folgenden Tagen besuchte ich auf eigene Faust noch das Kloster von Montserrat sowie – dank der Vermittlung von David – das Atelier von Felix Plantalech. Der bekannte Künstler gestaltet immer wieder Etiketten für die Weine von Albet i Noya.

Auf dem Rückflug in die Schweiz wurde mir bewusst, dass die vergangenen drei Tage der beste Preis waren, den ich je in einem Wettbewerb gewonnen habe; und ich habe schon etliche Preise gewonnen!

Vinya Laia erobert die Rambla

Was für ein faszinierender Kontrast: Von der ruhigen, ländlichen Idylle rund um das Restaurant Els Casals (Blog vom 14. Mai) führt unsere Spanienreise zum Schluss in die pulsierende katalanische Metropole Barcelona. Erstes Ziel: Die vibrierende Flaniermeile La Rambla. Inmitten von geschäftstüchtigen Getränke- und Blumenverkäufern, von kreativen Strassenkünstlern und der flanierenden Spaziergänger suchen wir ein geeignetes Sujet, um Albet i Noyas Rotwein Vinya Laia wirkungsvoll ins Bild zu setzen.

Pantomime mit Vinya Laia

Salud auf ein Glas Vinya Laia: Die lebenden Statuen sind eine Institution auf Barcelonas La Rambla, der berühmtesten Strasse von ganz Spanien.

Die Strasse der lebenden Statuen

Rasch kommt die Idee, eine der legendären lebenden Statuten einzuspannen, die hier seit vielen Jahren mit eigenwilligen Posen die Blicke unzähliger Flaneure auf sich ziehen. David Rodriguez hat schon mit seiner ersten Anfrage Erfolg. Eine junge Frau, die als anthrazitfarbene Statue auf einem Stuhl gerade Pause macht, ergreift beherzt die Flasche, schenkt sich ein Glas ein und posiert vor neugierigen Blicken mitten auf der Rambla: So leicht erobert der Vinya Laia nicht nur Weinliebhaber, sondern auch Spaniens berühmteste Strasse.

Pantomime mit David Rodriguez

David Rodriguez weiss, wie man den Pantomimen auf der Rambla einen herzlichen Gruss entlockt.

Avantgardistische Gastroadressen

Zweites Ziel: Zwei neue Gastroadressen, die Bio-Winzer Josep Maria Albet i Noya besonders gut gefallen. Das Mon Vinic und das Fast Vinic liegen Kopf an Kopf an einer eher ruhigen Strasse im Zentrum Barcelonas. Design und Konzept der beiden Restaurants sind ultra-modern. Schon das gefällt Joseph Maria. Was für ihn das Mon Vinic zu einem seiner Lieblingsrestaurants macht, sind aber insbesondere die kreativen Gerichte, die hier aus lokalen, ökologischen Produkten auf die Teller gezaubert werden. Und die riesige Auswahl an Weinen, die von kompetenten Sommeliers kredenzt werden. Natürlich fehlt im Mon Vinic auch Albets Reserva Martí nicht – wenn er nicht gerade ausverkauft ist, wie etwa bei unserem Besuch. Auch das Fast Vinic setzt auf Weine im Offenausschank und ökologische Kost, insbesondere in Form von frischen Sandwiches in allen Variationen.

Mon Vinic Weinkeller

Der imposante Weinkeller im Mon Vinic: David Rodriguez mit einem Sommelier.

Alle Artikel der Spanien-Reise:
Tag 1: Böse Überraschung im Weinberg
Tag 2: Die Zigarrenfabrik im Weinberg
Tag 3: Kulinarische Nagelprobe für Albet-Weine
Tag 4: Vinya Laia erobert die Rambla

Kulinarische Nagelprobe für Albet-Weine

Was passiert, wenn ein spanischer Sternekoch zu den beliebtesten Weinen von Albet i Noya Gerichte aus hofeigenen, ökologischen Produkten kocht? Die Antwort gab es heute, am dritten Tag unserer Reise durchs spanische Weinbaugebiet Penedès. Im Restaurant Els Casals im Hinterland von Barcelona wurde in illustrer Runde offenbar, zu welcher ausserordentlichen Symbiose Natur, Kreativität und Qualitätsbewusstsein im Stande sind.

Hotel-Restaurant Els Casals bei Barcelona

Das Hotel-Restaurant Els Casals liegt in ländlicher Umgebung rund 100 Kilometer landeinwärts von Barcelona.

Ein Sternekoch als Selbstversorger

Der 37-jährige Oriol Rovira kocht in seinem idyllisch gelegenen Hotel-Restaurant auf hohem Niveau. Hier kommt fast nur auf den Tisch, was mehr oder weniger vor der Haustüre heranwächst: Gemüse, Fleisch und Früchte stammen entweder vom familieneigenen Hof oder von befreundeten Nachbarn, die nach den Vorstellungen des mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten Kochs produzieren.

Oriol Rovira in der Küche des Els Casals

Oriol Rovira in seiner Küche: Hier fühlt sich der Sternekoch im Element.

Oriol Rovira legt zwar keinen Wert auf Biozertifikate. Seine ökologischen Anforderungen an die Produkte sind aber nicht minder gross: «Unsere Philosophie beruht auf Produkten, die in einem natürlichen Kreislauf entstehen.»

Kulinarische Runde im Els Casals

Die gesellige Runde geniesst die Kochkunst von Oriol Rovira und die passenden Weine von Albet i Noya.

Eine schöne Bestätigung für den Biowein-Pionier

Für Biowein-Pionier Josep Maria Albet i Noya und seine Önologin Marga Torres war der kulinarische Abend ebenso Genugtuung, wie für David Rodriguez von Delinat. Er zeigte nämlich eindrücklich, dass der Cava Espriu und die beiden beliebten Rotweine Vinya Laia und Reserva Martí die Nagelprobe, auch kulinarisch höchsten Ansprüchen gerecht zu werden, ohne Abstriche bestehen. Für alle andern Glücklichen am Tisch war es einfach ein kulinarisches Erlebnis, das noch lange nachhaltig in Erinnerung bleiben wird.

Felix Plantalech

Künstler Felix Plantalech, von dem die Etikette für den Cava Espriu stammt, war von der kulinarischen Kreativität im Els Casals angetan.

Alle Artikel der Spanien-Reise:
Tag 1: Böse Überraschung im Weinberg
Tag 2: Die Zigarrenfabrik im Weinberg
Tag 3: Kulinarische Nagelprobe für Albet-Weine
Tag 4: Vinya Laia erobert die Rambla