Stiftung Fintan und Staatskellerei Zürich, Rheinau

«Wer einmal den Rebensaft, der auf dem Chorb gedeiht, mit Überlegung gekostet, der vergisst sein nicht wieder.» Johann Viktor Scheffel (1826–1886, Autor des Romans «Ekkehard») schwärmte so in einem Brief nach seinem Besuch in Rheinau.

Die Benediktiner wussten um die geomantischen Kraftorte – sie gründeten im Jahr 778 das Kloster Rheinau auf der Insel in der einmalig gelegenen Rheinschlaufe.

Cabernet Jura und Monarch - pilzwiderstandsfähige Rebsorten

Vor 10 Jahren initiierte Delinat auf dem Klostergut Rheinau (Stiftung Fintan) einen Sortengarten mit neuen pilzwiderstandsfähigen («Piwi») Rebsorten. Treibende Kraft war Dr. Pierre Basler, der seine Forschertätigkeit ganz den Piwis gewidmet hat. Mehrere Dutzend Rebsorten wurden über Jahre getestet. Erstens galt es herauszufinden, wie gut ihre Resistenz gegen Krankheiten im Mikroklima Rheinau ist. Und zweitens wurde in zahllosen Mikrovinifikationen geprüft, was für Wein aus den einzelnen Sorten entstehen kann.

10 Jahre Entwicklung und unzählige Degustationen brachten Klarheit: Cabernet Jura und Monarch waren die Sorten der Wahl und wurden darauf im geschichtsträchtigen Rebberg «Chorb» auf 3,8 ha angepflanzt.

Thomas Striby ist nicht nur von Piwis überzeugt, sondern schwört ausserdem auf biodynamischen Anbau.

Heute wird der Weinberg von Rebmeister Thomas Striby liebevoll gepflegt. Für die Vinifizikation ist Werner Kuster zuständig, Kellermeister der Staatskellerei Zürich. Mehr zum Projekt Piwi-Weine aus Rheinau enthält diese Broschüre.

Biodynamischer Weinbau

Fintan betreibt Land- und Weinbau nach den Grundsätzen der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise. Die nachhaltige Methode sorgt dafür, dass die Humusschicht kontinuierlich wächst. Durch sorgfältige Mist- und Kompostdüngung sowie durch selbst hergestellte, feinstofflich wirkende Präparate aus Mist, Heilpflanzen und Mineralien wird die Bodenfruchtbarkeit nachhaltig gefördert. Das charakteristische Aroma der Lebensmittel wird voll entwickelt. Fintan erfüllt die Demeter-Richtlinien.

Die hofeigene Herstellung der Präparate braucht viel Wissen und Erfahrung. In Rheinau ist beides vorhanden. Das Ausbringen der Präparate erfolgt gezielt und in Handarbeit.

700'000 Liter Wein für den Klosterbetrieb

Spuren zuhauf aus jeder Zeitepoche: Reformation, Zentrum der Gegenreformation, dann der französische Einmarsch. 1803 gehen Land, Kloster und Städtchen Rheinau an den Kanton Zürich und dieser schliesst 1862 das Kloster endgültig. Der Kanton nutzt die Klostergebäude bis ins Jahr 2000 als kantonale Heil- und Pflegeanstalt. Die barocke Klosterkirche zählt heute zu den bedeutendsten Sakralbauten der Schweiz, der historischen Orgeln wegen besitzt Rheinau in Fachkreisen internationalen Ruf.

1744 wurde der Weinkeller als Zehnten-Keller erbaut. Darin lagerten 700'000 Liter Wein für den Eigengebrauch des Klosters. Das älteste erhaltene Fass stammt von 1811.

Der Weinkeller wurde 1744 als Zehnten-Keller zur Lagerung von 700'000 Liter Wein für den Eigengebrauch des Klosters erbaut. Das älteste erhaltene Fass (10'000 Liter) stammt von 1811, dieses ist aber nicht mehr in Betrieb. Auch die Heil- und Pflegeanstalt nutzte den Weinkeller: Zur heilenden Wirkung wurde «täglich einen Schoppen Wein (3,75 dl)» verschrieben.

Fintan Rheinau heute – unser Weinbau-Partner

Der Weinkeller wurde 1997 privatisiert und gehört zur Staatskellerei Zürich. Die Stiftung Fintan wurde Pächter der Ländereien und der historischen Gebäude.

Mit der Stiftung Fintan entstanden diese Betriebe:

  • Gut Rheinau GmbH; Biologisch-dynamische Land- und Rebwirtschaft; mit 140 ha ist dies heute der grösste landwirtschaftliche Betrieb des Kanton Zürich
  • Sativa Rheinau AG; ökologisches Pflanz- und Saatgut
  • Verein Sozialtherapie & Eingliederung; geschützte Wohn-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze
  • Hans+Wurst; Bio-Metzgerei
  • Fintan Fünf und Proteus Werkstatt; Forschungen, Therapien, Kunst und Kurse
  • Vermietung und Restauration; Führungen, Ausflüge, bio-dynamische Küche

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