2022 | Alsace AC
Seit drei Generationen setzt die Winzerfamilie Meyer in Bergholtz auf ökologischen Weinbau – aus Überzeugung, aus Erfahrung und mit dem Blick nach vorn. Ob feiner Crémant d’Alsace, duftender Riesling oder bald PIWI-Weine: Hier treffen elsässische Tradition und nachhaltige Innovation auf genussvolle Weise zusammen.
Eugène Meyer, der Grossvater von Xavier und Vater von François, hatte vor über 60 Jahren im Winzerdorf Bergholtz auf halbem Weg zwischen Mulhouse und Colmar ein Weingut übernommen, auf dem schon seit dem Jahr 1620 Weinbau betrieben wird. Heute sind François und Xavier die treibenden Kräfte.
Die Familie Meyer pflegt die typisch elsässischen Sorten Riesling und Gewürztraminer. Aber auch Pinot Blanc, Pinot Gris und Pinot Noir wachsen in den Weingärten. Eine besondere Spezialität ist ihr Crémant d’Alsace.
Ein Crémant d’Alsace ist ein hochwertiger Schaumwein aus dem Elsass, der – wie der Champagner – nach der «Méthode traditionelle» hergestellt wird. Das bedeutet: Der Wein gärt ein zweites Mal in der Flasche, wodurch die feinen Perlen entstehen. Danach reift er mindestens 9 Monate auf der Hefe, was ihm seine feine Struktur verleiht.
Beim Crémant dürfen auch andere Rebsorten wie Pinot Blanc, Riesling oder Auxerrois verwendet werden, während Champagner meist aus Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier besteht. Preislich ist Crémant oft etwas günstiger, bietet aber dennoch viel Qualität und Eleganz.
Der Grund für die Umstellung auf eine ökologische Bewirtschaftung war die vorübergehende Erblindung von Eugène Meyer wegen eines Giftes, das er gegen die rote Spinne spritzte. Durch eine homöopathische Behandlung gewann er seine Sehkraft zurück. Seither kommen zur Stärkung und zum Schutz der Trauben nur noch Naturpräparate wie Kuhmistkompost und Hornkiesel, ein Pflanzentee aus Schachtelhalm, Brennnessel, Schafgarbe und Farn sowie geringe Dosen von Kupfer und Schwefel bei Meyers zum Einsatz.
«Damit haben wir nicht nur die Rebkrankheiten gut im Griff, sondern zusammen mit einer Dauerbegrünung im Rebberg auch eine ausreichende Nährstoffversorgung sowie eine gute Grundlage für mehr Biodiversität», erklärt François Meyer. Während sie vor 40 Jahren in der Region noch als «Brennnessel-Meyer» und «Spinner» verhöhnt wurden, sind sie heute im Elsass als Biowinzer bestens etabliert.
Und Xavier Meyer möchte noch einen Schritt weiter gehen: Sein Ziel ist es, dereinst auch neue PIWI-Sorten im traditionsbehafteten Elsass anzubauen. Sobald die Regeln für den Anbau und die Weinzubereitung für diese Sorten gelockert werden, werden Meyers wohl zu den ersten Elsässer Weinbaubetrieben gehören, welche auch neue ökologische Rebsorten anpflanzen.