Bienen im Weinberg

„Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Dieses Zitat von Albert Einstein ist durchaus umstritten; dass Bienen aber nicht nur den süssen Honig produzieren, sondern für Land- und Volkswirtschaft immensen Nutzen bringen, ist schon lange erwiesen.

Biodiversität braucht Bienen

Bienenvolk im Weinberg
Bienenvolk im Weinberg

Die Ansiedelung von Bienenstöcken inmitten der Reben ist Bestandteil der Charta für Biodiversität zwischen den Rebkulturen, mindestens Bienenvolk pro Hektar. Winzer sind da oft skeptisch: Zwar ist das Imker-Handwerk auch nicht jedermanns Sache, aber vor allem bestehen Bedenken, weil Bienen gern den süßen Saft aus den Trauben saugen – und der soll ja eigentlich für den Wein verwendet werden.

Doch diese Bedenken sollen ausgeräumt werden: In Versuchen wurden 8 Bienenstöcke inmitten der Rebzeilen des Versuchsgutes im Wallis aufgestellt – in Rebzeilen mit umfangreicher, auch spät blühender Begrünung. Tatsächlich konnten selbst kurz vor der Ernte bei bestem Flugwetter kaum an Trauben saugende Bienen gefunden werden: Wahrscheinlich nimmt die Attraktivität der Trauben ab, wenn durch die artenreiche Begrünung reichlich andere Tracht vorhanden ist.

Die Biene als Honiglieferant und Nützling

Der eigentliche Zweck des Versuchs: Es sollte nachgewiesen werden, dass sich durch die Anwesenheit der Bienen der Befall durch Traubenwickler reduzieren lässt. Dieser Nachweis ist offensichtlich schwierig zu führen; dennoch ziehen die Wissenschaftler eine positive Bilanz: „Bienen fördern die Biodiversität im Weinberg und tragen damit zur Stabilisierung des Ökosystems bei. Zudem ist Honig ein schmackhaftes, gesundes Naturprodukt und Bienenstöcke nicht zuletzt deshalb eine schöne Bereicherung der Rebkulturen.“

Lesen Sie mehr dazu im Ithaka-Journal im Artikel von Claudio Niggli und Fabian Nürnberger.

Matthias Metze

Webmaster bei Delinat
Bio heisst vor allem Genuss - gerade beim Wein. Bio ist zudem ein Genuss für die Natur: Leben statt Ödnis in den Weinbergen! Bei Delinat kann ich für beides arbeiten - und das ist mir wichtig.
Matthias Metze

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5 comments

  1. A propos Bienen. Viele merken, daß es kaum Bienen gibt. Allenfalls paar Hummeln u.Wildbienen. Sind Ihnen eine oder mehrere Ursachen bekannt ? Notabene -Siehe oben- das Wort Einsteins. Finde Ihre Beiträge stets sehr interessant u.aufschlußreich. Weiter so !! Besten Dank.

  2. Dass es immer weniger Bienen gibt, hat viele Gründe: Die Monokultur in der Landwirtschaft ist sicher ein ganz gewichtiger Grund und auch die Varroamilbe hat einen Anteil daran. Zusätzlich gibt es immer weniger (Hobby-)Imker.

    Mehr Informationen dazu bekommen Sie beim Netzwerk Blühende Landschaft; auch die Delinat-Charta für Biodiversität fördert das Vorkommen von Honig- und Wildbienen.

    Die Gründe für das Bienensterben, das in den letzten Jahren vermehrt beobachtet wurde, sind noch nicht vollständig erforscht; in Verdacht stehen hier der Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft, gentechnisch veränderte Pflanzen und auch hier die Schwächung der Bienenvölker durch die Varroamilbe. Einen guten Überblick gibt dieser Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Colony_Collapse_Disorder

  3. Honigbienen in Europa sind gezüchtete Haustiere, die ohne menschliche Betreuung wegen der Parasiten heute bei uns in freier Natur eingehen. Die Bestäubungsleistung aber von Wildbienen, zu denen auch Hummeln zählen, sollte man nicht unterschätzen, dienn diese kommen überall vor, im Gegensatz zur „Hausbiene“. Daher ist der Fokus auf Biodiversität und Alternativen zur Giftspritze wichtig und eigentlich nicht der Fokus auf Hausbienen, auch wenn diese in Plantagen wichtige Arbeit leisten können. Hausbienenzüchtungen, weil die Zahl der Wildinsekten abgenommen hat?

    1. Ich kapiere auch nicht was alle immer mit den doofen Honigbienen wollen… Vögel und Käfer bestäuben übrigends auch…. Das Problem sind die riesigen Monokulturen dort kann kein insekt überleben… Große teile im jahr sind diese flächen kaum lebenswerter wie eine asphaltierte fläche….

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