10 Fragen an die Delinat-Kunden Bettina Hailer und Jörg Janich

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Bei vielen Gelegenheiten, am allerliebsten abends am Kaminfeuer oder gemeinsam mit guten Freundinnen und Freunden bei einem feinen Essen.

Was hat Wein mit Kultur zu tun?
Für uns ist Wein Teil einer fröhlichen und beschwingten Lebenskultur.

Welche Werte sind Ihnen wichtig im Leben?
Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Freundschaft und fröhlich das Leben geniessen.

«Bio» bedeutet für Sie?
Freude an guten Lebensmitteln und unsere Lebensgrundlagen für die nächste Generation erhalten.

Weshalb trinken Sie Delinat-Weine?
Delinat hat eine gute Auswahl an leckeren Weinen in Bioqualität, ein sympathisches, ehrliches Geschäftsmodell und genauso sympathisch-engagierte Mitarbeiter.

Ihre Lieblingstropfen?
Wir mögen die Weine von Albet i Noya und hierbei besonders den Reserva Martí.

Verraten Sie uns ein spezielles Erlebnis im Zusammenhang mit Delinat?
Ganz besonders war die wundervolle, bestens organisierte Reise auf der Sea Cloud II. Auf dem Schiff hat uns Delinat mit einer kleinen Feier zu unserem Hochzeitstag überrascht.

Glück ist, wenn man …
… in einer wundervollen Partnerschaft lebt! Hilfreich sind zudem Gesundheit, gute Freundinnen und Freunde und ein gut gefüllter Weinkeller.

Mit welcher berühmten Person würden sie gerne einmal ein Glas Wein trinken?
Barack Obama wäre toll. Falls dieser keine Zeit hat, würde uns ein Glas Wein mit Karl Schefer, dem Delinat-Gründer, auch freuen. Wir wären neugierig auf die Herausforderungen, die er seit der Delinat-Gründung zu bewältigen hatte, und seine Visionen für die Zukunft.

Wofür soll sich Delinat Ihrer Meinung nach noch stärker einsetzen?
Alles bestens. Delinat ist für uns, insbesondere bezüglich Qualität und Biodiversität, sehr gut unterwegs.

Jörg Janich, Geschäftsführer in der Immobilienbranche, und Dr. Bettina Hailer, Trainerin, Beraterin und Coach, feierten im Mai 2018 anlässlich der Delinat-Weinkreuzfahrt auf der Sea Cloud II ihren 30. Hochzeitstag. Sie leben in Giengen an der Brenz in der Nähe von Ulm. Reisen in ferne Länder gehören genauso zu ihren Leidenschaften wie Fernwanderungen in den Alpen, Yoga und ein gutes Glas Wein.

Alle Artikel der WeinLese 51:

Auf ein Glas mit… Ubbo de Witt

Unternehmer Ubbo de Witt gehört zu den Pionieren der Windenergie in Deutschland. Als Inhaber und Geschäftsführer der Projekt Firmengruppe entwickelt und realisiert er Windparks im In- und Ausland. Neben Wind gehört Wein zu seinen Leidenschaften. Wir trafen ihn auf ein Glas im Café Blätterteich in Oldenburg.

Ubbo de Witt schätzt Delinat-Wein. Winzer und Philosophie, die dahinterstecken, lernte er auf der Schiffreise mit der Sea Cloud II näher kennen.
Persönlich
Der gebürtige Ostfriese Ubbo de Witt lebt gemeinsam mit seiner Lebens- und Geschäftspartnerin Heike Kröger in Oldenburg, wo das Unternehmerpaar vier Kinder grossgezogen hat. Nach dem Abitur absolvierte Ubbo de Witt an der Universität Oldenburg ein Physikstudium. 1993 gründet er die Projekt GmbH, die sich mit der Projektierung und Realisierung von Windenergieanlagen befasst. Die Projekt GmbH figuriert heute zusammen mit mehreren Tochterfirmen unter dem Dach der Projekt Firmengruppe. Domizil ist seit 2011 ein Bürogebäude im Passivhaus-Standard in Oldenburg. In seiner Freizeit geniesst Ubbo de Witt am liebsten Aktivitäten in freier Natur im Kreis der Familie: Fahrradfahren, Segeln, Teetrinken und Strandspaziergänge in Brasilien, wo Ubbo de Witt und Heike Kröger seit über zehn Jahren über eine Tochterfirma Windenergieprojekte entwickeln und auf über 200 Hektar nachhaltige Forstwirtschaft und Aufforstung betreiben.

Ubbo de Witt, Sie gehören zu den Windenergie-Pionieren, Delinat nimmt für sich eine solche Rolle beim biologischen Weinbau in Anspruch – eine Art Seelenverwandtschaft?
Pioniere verbindet ja oft die Vorstellung von einer besseren Welt, und zum Zeitpunkt der Entwicklung dieser Vision müssen sie sich oft die Frage stellen lassen, ob sie «nichts Sinnvolleres» im Kopf hätten, da ihre Mitmenschen die Realität nicht wie sie wahrnehmen. Ja, ich fühle eine Art Seelenverwandtschaft.

Sie beschäftigen sich seit bald 30 Jahren mit Windenergie. Wie ist es dazu gekommen?
Heinrich Timm, einer der letzten alten Emsfischer, hatte seinen Fischkutter nach meinem im Krieg gefallenen Opa, Ubbo de Witt, benannt. Gemeinsam mit meiner Oma hatte ich das Glück, viele Tage mit ihm auf dem Wasser zu verbringen, Tag und Nacht den Elementen ausgesetzt. Als Segler habe ich diese Passion fortgesetzt. So war es nur konsequent, in der Arbeitsgruppe Physik regenerativer Energiequellen in Oldenburg das Physikstudium aufzunehmen und gemeinsam mit vielen fortschrittlichen Professoren an der Carl von Ossietzky Universität diese Berufung für eine bessere Welt auch auf anderer Ebene fortzusetzen.

Wie viele Windparkanlagen haben Sie bisher realisiert?
Die technische Entwicklung der Windenergie hat mir hier den Weg vorgegeben. Anfänglich waren es erste Hofanlagen zur Mitnutzung des erzeugten Stroms in der Landwirtschaft. Zwischenzeitlich sind viele Windparks in Deutschland, Frankreich, Polen und Brasilien mit über 1000 MW dazugekommen.

Welches ist der wichtigste?
Auf einer Sandbank in der Nordsee haben wir 2001 die Planung für unseren ersten Offshore-Windpark begonnen. Hier sollte 24 Stunden am Tag umweltfreundlicher Strom produziert werden. Der Name des Projekts war geboren: Sandbank 24. Heute ist der Windpark gebaut und produziert mit 72 Windenergieanlagen der 4-Megawatt-Klasse (288 MW) genug Strom, um mehr als 400 000 Haushalte zu versorgen.

Deutsche Windenergie-Pioniere: Ubbo de Witt und Partnerin Heike Kröger.

Sie entwickeln On- und Offshore-Windparks. Welches sind die Vor- und Nachteile der beiden Varianten?
Unsere Kulturlandschaft ist einem stetigen Veränderungsprozess unterworfen. Landwirte sind heute auch (dezentrale) Energiewirte. Sowohl Offshore-Anlagen an der Küste mit «dem Fuss im Wasser» wie auch Onshore-Anlagen an Land können nach Ablauf ihrer Betriebszeit rückstandsfrei zurückgebaut werden. Die Kosten dafür sind kalkulierbar und müssen vom Betreiber vor Baubeginn in Form von Bürgschaften hinterlegt werden. Der Teufel steckt jedoch wie immer im Detail, zum Beispiel einer naturverträglichen Planung unter Einbindung der Anwohner auf dem Festland oder der umfangreichen Abwägung möglicher Auswirkungen auf die See- und Zugvögel sowie die Schweinswale während der Bauphase und des Betriebs offshore.

Die grossen Offshore-Windparks haben den Vorteil, dass sie unseren unmittelbar wahrgenommenen Lebens- und Erholungsraum nicht so stark beeinträchtigen wie die Onshore-Windparks, an deren Erscheinung im Landschaftsbild viele Menschen sich erst noch gewöhnen müssen. Offshore ist die Energieerzeugung zudem wesentlich verlässlicher, der Wind weht nahezu immer, der Ertrag ist mehr als doppelt so hoch wie onshore.

Welche Bedeutung kommt der Windenergie in Zukunft zu?
Die Windenergie ist die kostengünstigste erneuerbare Energie und wird weiterhin einen grossen Anteil an der Stromerzeugung und zur Erreichung der Klimaziele wahrnehmen. Persönlich würde ich es begrüssen, wenn es gelingen würde, den grünen Strom direkt an die Steckdosen der Verbraucher abzugeben.

Worauf legen Sie als Weinliebhaber wert?
Es ist für mich wie bei einem guten Musikstück: Der Text und die Noten müssen zusammenpassen. Deshalb habe ich mich gefreut, Delinat kennenzulernen, und damit so überzeugende Winzer wie den Katalanen Josep Maria Albet i Noya, der die gemeinsame Überzeugung und Vision ebenfalls lebt.

Wann und wie haben Sie Bekanntschaft mit Delinat gemacht?
Eine Zugfahrt und ein zufällig gefundener Flyer haben mich auf Delinat aufmerksam gemacht. Die lieben Menschen und Überzeugungstäter hinter Delinat habe ich auf einer gemeinsamen Segelreise kennengelernt.

Das war 2016. Sie waren mit Ihrer Familie an Bord der Sea Cloud II, die als Delinat-Weinschiff im Mittelmeer unterwegs war. Wie ist Ihnen diese Reise in Erinnerung geblieben?
Windstärke neun, ein grosses Erlebnis gemeinsam mit weiteren Weinbegeisterten und meiner Familie, nicht nur wegen des gemeinsam erlebten und überstandenen Extremereignisses. Eine grandiose Annäherung an schöne Hafenstädte im Mittelmeer und an Weingüter der Delinat-Familie.

Weintipp Ubbo de Witt
Auf der Reise mit der Sea Cloud II haben wir den katalanischen Winzer Josep Maria Albet i Noya kennengelernt. Er lebt seine Überzeugung und Vision beim Wein genau so, wie wir das beim Wind tun. Sein Spitzenwein Reserva Martí ist im Geschmack kräftig, aber zugleich samtig und leicht fruchtig mit der richtigen Abstimmung des Geschmacks nach Kräutern.

Albet i Noya Reserva Martí
Penedès DO 2011
www.delinat.com/1643.11

 

 

«Wir mussten lernen, polarisierende Weine zu meiden»

Der Anfang war hart und zäh. Doch dann entwickelte sich der DegustierService zum erfolgreichsten Weinabo Europas. Delinat-Gründer Karl Schefer gibt im Interview Einblick in die bewegte 30-jährige Geschichte dieser einfachen, aber bestechenden Idee.

30 Jahre DegustierService: ein Grund für den Delinat-Gründer, eine gute Flasche zu öffnen?
Karl Schefer: Ja, definitiv. Das Jubiläum feiern wir im Kreise unserer loyalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle sind stolz auf den nachhaltigen Erfolg dieser einfachen Idee.

Karl Schefer, Bio-Pionier und Delinat-Gründer.

Welche Idee steckt hinter dem Weinabo?
Am Anfang verstanden wir sie anders als heute. Da muss ich etwas ausholen: Weine, die vor allem im Weinberg entstehen und im Keller kaum noch «bearbeitet» werden, sind stark vom Wetter des jeweiligen Jahrgangs geprägt. Ihr Charakter, die Aromatik und der Gehalt variieren stärker von Jahr zu Jahr als bei «zurechtgebogenen» konventionellen Weinen. Unser Gedanke war, dass man neue Jahrgänge vor dem Bestellen probieren sollte. Mit einem Abo war das am einfachsten zu lösen. Bald haben wir festgestellt, dass die Hauptmotivation unserer Kunden aber eine andere war: Nicht das Probieren zum Zweck einer Bestellung war das schlagende Argument, sondern die bequeme Art von Grundversorgung mit immer wieder neuen Weinen, die entdeckt werden wollen. Und so ist das bis heute geblieben. Die meisten Kunden lassen sich vom DegustierService bedienen, um immer mal eine Flasche Wein parat zu haben. Nur etwa jeder zweite Kunde nutzt den Service mit dem Ziel, die am besten mundenden Weine zu bestellen.

«Das beliebte Abo hat auch der Natur geholfen.»
Karl Schefer

War es schwierig, die Idee umzusetzen?
Der Anfang hatte es in sich. Es galt, einen guten Karton zu entwerfen, der nicht nur vor Bruch schützt, sondern auch noch mit einem erträglichen Mass an Aufwand gefaltet und verpackt werden konnte. Auch der hohe Preis bei den anfangs kleinen Auflagen war ein Problem. Dann galt es, die Idee zu verkaufen, und auch das war nicht ganz einfach. Insgesamt brauchten wir zwei Jahre, bis die kritische Anzahl an Abonnenten erreicht war, damit der Versand wirtschaftlich tragbar wurde.

1987 wurde es konkret: Wie muss man sich den Anfang vorstellen?
Nun ja, das ganze Team, etwa zehn Leute waren wir damals, gab Auskunft über das neue Abo, packte Kartons, schrieb Rechnungen, erfand täglich neue Abläufe und diskutierte Ideen. Viele Kundinnen und Kunden haben uns in dieser Anfangszeit mit wertvollen Ratschlägen und Wohlwollen geholfen. Ohne die liebenswerte Unterstützung begeisterter Kunden hätten wir den DegustierService nicht zum Fliegen gebracht.

Welche DegustierService-Weine machen im Rückblick am meisten Freude?
Da gibt es wirklich so viele, dass jede Aufzählung ungerecht wäre. Fast in jedem Paket gibts ein Highlight, eine überraschende oder überragende Qualität, eine Entdeckung. Genau das ist unser Ziel: zu überraschen und zu begeistern.

Gab es auch Flops?
Ja, natürlich. Es gab einen Wein, der in der Flasche eine zweite Gärung begonnen hatte, gerade als er in den Versand kam. Ein anderer entwickelte ein extrem feines Depot, das auch durch Dekantieren kaum zu trennen war. Und viele Weine haben polarisiert, vermochten die einen zu begeistern, die anderen zu enttäuschen. Es gibt nicht immer Klarheit über die Grenze zwischen Besonderheit und Weinfehler. Es galt, die Balance zu finden zwischen unkompliziertem Trinkvergnügen und komplexen Gewächsen, die man oft erst beim zweiten Schluck versteht. Wir mussten lernen, stark polarisierende Weine im DegustierService zu meiden. Es ist nicht lustig, wenn hunderte von Reklamationen fast gleichzeitig eintreffen. Was aber sicher auch zu unserem Erfolg beigetragen hat: Wir diskutieren nicht. Wenn die Kundin reklamiert, hat sie Recht und bekommt Ersatz, basta.

«Insgesamt brauchten wir zwei Jahre, bis die kritische
Anzahl an Abonnenten erreicht war.»
Karl Schefer

Hat das Weinabo mehr bewirkt, als Delinat zu einem erfolgreichen Unternehmen zu machen?
Der DegustierService hat zu vielen Empfehlungen geführt, die beste Art, neue Kunden zu gewinnen. Wenn man mit Gästen die Weine aus dem «Delinat- Päckli» probiert und dazu die informativen Unterlagen zeigt, dann kommt es häufig vor, dass daraus neue Kunden entstehen. Der DegustierService ist unser Multiplikator, unser «Verkäufer». Aber auch ganz wichtig: Das beliebte Abo hat auch der Natur geholfen: Es ist seinem Erfolg und der Plansicherheit zu verdanken, dass über 3000 Hektar Weinberge sich in vielfältige und reichhaltige Naturparadiese gewandelt haben, quer durch Europa.

Wo vor 30 Jahren alles begann: ein kleines, eingeschworenes Team im Haus zur Glocke in Heiden bei Vorbereitungsarbeiten für den DegustierService.

Was genau macht den Erfolg über drei Jahrzehnte aus?
Da gibt es keine eindeutige Antwort. Sicher hängt der Erfolg mit der allgemeinen Stossrichtung zusammen. Seit der Gründung 1980 sind wir unseren Delinat-Grundsätzen treu geblieben, haben allen Verlockungen getrotzt und unsere Qualitätsanforderungen gegen den Strom immer weiter verschärft. Damit haben wir eine sehr treue Kundschaft gewinnen können, die sich deutlich von gängigen Weinkäufern abhebt. Der DegustierService unterstreicht unsere Philosophie mit jedem Paket durch Transparenz (Analytik und Anbaudetails), Emotionen (in packenden Geschichten) und Herzblut (die Passion für Wein und Ökologie, die Lebensfreude). Dass man das Abo jederzeit kündigen kann und dass es kein Kleingedrucktes gibt, gehört ebenfalls zum Erfolgsgeheimnis. Aber auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis der Weine und die portofreie Lieferung tragen dazu bei, dass dem Abo die Treue gehalten wird.

Dem Umstand, dass mehrmals pro Jahr ein Weinpaket direkt an die Haustür geliefert wird, haftet etwas Nostalgisches an. Sprechen junge Leute noch auf ein solches Konzept an, oder muss man sich da bald etwas Neues überlegen?
Abos galten lange als verpönt, und noch heute gibt es Leute, die eine richtige Angst davor haben. Hingegen liegen neue Modelle im Trend – es gibt inzwischen fast alles, was man im Abo beziehen kann, von Socken bis zu Brot, von Kaffee bis zu Rasierklingen. So entdecken junge Weingeniesserinnen und Weingeniesser den DegustierService mit grosser Freude. Im Unterschied zu reiferen Weingeniessern wechseln sie die Sorten öfter und probieren mal dies und jenes. Nein, wir glauben nicht, dass wir viel ändern sollten. Die langjährige Konstanz und die Verlässlichkeit gehören zu den Erfolgsfaktoren des DegustierService, und das soll so bleiben.

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Auf ein Glas mit… Reinhold Messner

Der Extrembergsteiger Reinhold Messner aus dem Südtirol ist mit seinem Vortrag «Überleben» in der Schweiz, in Deutschland und Österreich auf Tournee. Wir trafen den prominenten Pionier, Eroberer und Naturschützer im Januar in Luzern zum Gespräch bei einem Glas Wein.

Reinhold Messner, Sie gehören zu den berühmtesten Bergsteigern der Welt. Wie haben Sie das geschafft?
Reinhold Messner: Es gab und gibt in jeder Generation Bergsteiger, die über die anderen strahlen. Es sind jene, denen etwas gelingt, was die andern nicht können oder für unmöglich halten. Vor mir war das Sir Edmund Hillary, dem zusammen mit dem Sherpa Tenzing Norgay 1953 die Erstbesteigung des Mount Everest gelang. Bei mir waren die Erstbesteigungen von Achttausendern im Alleingang und ohne Sauerstoffflasche das Aussergewöhnliche. Heute ist es vielleicht die Speedkletterei des Schweizers Ueli Steck.

Sie haben Expeditionen immer auch gut vermarktet …
Ja, Storytelling ist wichtig. Die Fähigkeit, den Leuten mitzuteilen, was man in solchen Extremsituationen erlebt hat, fördert die Bekanntheit. Ich habe das von Anfang an gemacht, habe Vorträge gehalten und Bücher geschrieben.

Persönlich
Extrembergsteiger, Aben teurer, Eroberer, Buchautor, Naturschützer und grüner Politiker: Das alles ist oder war der 1944 in Brixen, Süd tirol, geborene Reinhold Messner. Der heute 72-jährige Italiener ist noch immer einer der bekanntesten Bergsteiger der Welt. 1978 hat er zusammen mit Peter Habeler als erster Mensch den 8848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest ohne Flaschensauerstoff erreicht. Er war auch der Erste, der zwischen 1970 und 1986 alle 14 Acht tausender bestiegen hatte. 1989/1990 durchquerte er die Antarktis, 1993 Grönland und 2004 die Wüste Gobi. Von Anfang an berichtet er an Vorträgen oder in Büchern über seine Expeditionen. Auch heute noch ist er mit Live-Vorträgen auf Tournee, in denen er aus seinem spektakulären Leben erzählt.

Reinhold Messner bewirtschaftet im Südtirol verschiedene Bergbauernhöfe und ein Weingut. In den letzten 15 Jahren hat er an sechs dezentralen Standorten im Südtirol das Messner Mountain Museum (MMM) realisiert. Es ist dem Berg und seiner Kultur gewidmet.

Hätten Sie heute noch Lust, auf den Everest zu steigen?
Nein. Zu meiner Zeit war Alpinismus nicht nur eine sportliche, sondern auch eine kulturelle Erscheinung. Es war eine Auseinandersetzung zwischen Mensch und Natur, ohne grosse Hilfsmittel. Heute bauen hunderte Sherpas am Everest eine Piste mit abgehängten Seilen und Brücken über die Spalten. Alles ist präpariert, sodass einigermassen fitte Touristen auf den Berg kommen.

Tourismus statt Alpinismus?
Wo Infrastruktur ist, ist Tourismus. Wo keine Infrastruktur ist, ist Alpinismus. Ich habe nichts gegen den Tourismus. Dieser ist zwingend, wenn wir als Bergler überleben wollen. Im oberen Bereich der Berge sollte der Mensch aber keinen präparierten Zugang haben. Nur jene, die es ohne Infrastruktur wie Bahnen und Lifte schaffen, sollen höher hinauf.

Sie sind jetzt 72. Steigen Sie noch immer auf Berge?
Ja, aber meine Ziele sind heute ganz andere. Ich bin schon in den 1980er- Jahren von vertikalen auf horizontale Abenteuer wie Polarexpeditionen und Wüstendurchquerungen umgestiegen. In den letzten 15 Jahren habe ich mich vor allem mit meinem Museum beschäftigt. Und heute bin ich mehr Bergbauer als Bergsteiger. Als interessierter Alpenbewohner betreibe ich mehrere Bauernhöfe mit dem Ziel, Tourismus und Landwirtschaft so miteinander zu verzahnen, dass die Landschaftspflege in den Alpen auch in Zukunft garantiert werden kann.

Gehört bei Ihnen ein Gipfelwein in den Rucksack?
Schon lange nicht mehr. Aber der Brauch, der aus der Zeit des Eroberungsalpinismus im 19. Jahrhunderts stammt, hat sich lange gehalten. Die reichen Engländer kamen in die Alpen, um als Erste die Viertausender zu besteigen. Es war damals üblich, sich auf dem Gipfel zuzuprosten und dann eine Visitenkarte in die leere Weinflasche zu stecken und diese als Beweis, dass man auf dem Gipfel war, zu deponieren.

Wirklich keinen Champagner dabeigehabt, als Sie 1978 zusammen mit Peter Habeler den Gipfel des Mount Everest als erster Mensch ohne Flaschensauerstoff erreicht haben?
Nein. Das wäre in dieser Höhe auch gar nicht möglich gewesen. Sekt oder Wein wären beim Aufstieg gefroren, und die Flasche wäre geborsten, lange bevor wir auf dem Gipfel angekommen waren.

Aber Sie mögen Wein?
Ja, ich bin ein Rotweinliebhaber. Die Weinkultur ist vor allem in Europa eine grosse Kraft. Deshalb habe ich vor vielen Jahren im Südtirol das kleine Weingut Unterortel auf dem Juvaler Hügel gekauft. Ich bin also auch Weinproduzent. Ich habe damals den genialen Weinmacher Martin Aurich aus Berlin getroffen, der das Gut bis heute führt und exzellente Rieslinge und Blauburgunder erzeugt.

Sie haben sich schon in den 1980er- Jahren stark für den Umweltschutz engagiert. Werden Ihre Reben biologisch bewirtschaftet?
Leider noch nicht, aber wir arbeiten daran. Unsere Reben stehen am Ende eines Gletscherbergs. Die Bedingungen für biologischen Weinbau sind hier schwierig. Ziel bleibt aber Bio.

Was macht guten Weinbau aus?
Wir versuchen, die für unseren Boden bestmöglichen Reben zu halten. Uns geht es darum, so sauber und naturnah wie möglich zu wirtschaften. Die Natur macht bekanntlich keine Fehler, Fehler macht nur der Mensch. Deshalb sollte man auch beim Weinbau so viel wie möglich der Natur überlassen.

Auf ein Glas mit … Monika Griefahn

Monika Griefahn engagiert sich seit weit über 30 Jahren für die Umwelt. Die ehemalige Greenpeace-Aktivistin und Umweltministerin aus Niedersachsen macht sich heute für eine Welt ohne Abfall (Cradle to Cradle) stark. Wir trafen sie am Rande eines Kongresses in Lüneburg zum Gespräch bei einem Glas Delinat-Wein.

Sie haben 1980 das deutsche Greenpeace-Büro in Hamburg mit aufgebaut. Im gleichen Jahr gründete Karl Schefer Delinat. War die Zeit reif für ökologisches Engagement?
Monika Griefahn: Ich glaube schon. Die Anti-Atomkraft-Bewegung nahm damals ihren Anfang. Auch der saure Regen in den 70er Jahren erzeugte ein Bewusstsein für die Umwelt. Wir wollten nicht nur protestieren, sondern die Zukunft aktiv gestalten und Alternativen entwickeln – wie auch Karl Schefer. Greenpeace hat zum Beispiel damals schon das Ein-Liter-Auto und den FCKW-freien Kühlschrank propagiert.

Monika Griefahn Anfang der 80er Jahre bei einer Greenpeace-Aktion …
Monika Griefahn Anfang der 80er Jahre bei einer Greenpeace-Aktion …

Persönlich
Dr. Monika Griefahn ist Gründungsmitglied von Greenpeace Deutschland. Von 1980 bis 1990 organisierte sie Kampagnen für den Schutz der Nordsee und gegen die chemische Verschmutzung der Meere und Flüsse. Von 1990 bis 1998 war sie Umweltministerin in Niedersachsen. Damals wie heute setzt sie sich ein für erneuerbare Energien sowie für eine nach Cradle to Cradle optimierte Produktion – also für eine Welt ohne Abfall. Bis 2009 war Monika Griefahn Mitglied des Deutschen Bundestags.

2012 gründete sie die Monika Griefahn GmbH institut für medien umwelt kultur. Bei einem Kreuzfahrtunternehmen ist sie seit 2012 für den Bereich Umwelt und Gesellschaft verantwortlich. Monika Griefahn ist vielfältig ehrenamtlich tätig – unter anderem in der Right Livelihood Award Foundation (Alternativer Nobelpreis) und im Verein Cradle to Cradle.

Greenpeace war und ist bekannt für (manchmal umstrittene) medienwirksame Aktionen. Welche war die spektakulärste Kampagne, bei der Sie mitwirken konnten?
Da gab es einiges … Am spektakulärsten war die Kampagne gegen Dünnsäureverklappung in der Nordsee. Aber solche Aktionen müssen Teil einer Kampagne sein, für sich alleine bringen sie nichts.

Nach Ihrer Zeit bei Greenpeace waren Sie als niedersächsische Umweltministerin tätig. Wo konnten Sie mehr für die Umwelt bewirken?
Wenn man sich engagiert, kann man an jedem Ort viel bewegen, auch in der Politik. Wenn ich aus dieser Zeit etwas herausheben soll, dann die Tatsache, dass wir in Niedersachsen bereits Anfang der 1990er Jahre die Basis für den späteren Atomausstieg bereiten konnten.

… und im September 2016 am Rand des Cradle-to-Cradle- Kongresses in Lüneburg.
… und im September 2016 am Rand des Cradle-to-Cradle-Kongresses in Lüneburg.

Kreuzfahrtschiffe gelten nicht unbedingt als umweltfreundlich. Wie passt da Ihre derzeitige Tätigkeit bei einem grossen Kreuzfahrtunternehmen ins Bild?
Als Umweltdirektorin hat mich die Frage gereizt, wie man Kreuzfahrten so gestalten kann, dass sie einen positiven ökologischen Fussabdruck haben. Wir arbeiten daran, dass wir sauberes Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff einsetzen können. In einigen Häfen ist das bereits möglich. Natürlich ist auch bei der Inneneinrichtung der Schiffe und in vielen anderen Bereichen ökologisches Engagement nötig. Hier versuche ich, mit der Cradle-to-Cradle-Denkschule anzusetzen.

Für Cradle to Cradle engagieren Sie sich bereits seit einigen Jahren. Können Sie in drei Sätzen erklären, worum es dabei geht?
Es gibt drei Prinzipien: 1. Abfall ist Nahrung: Alles wird zu Nahrung oder Nährstoffen umgewandelt. 2. Alles wird von erneuerbaren Energien gespeist. 3. Preisung der Biodiversität und der kulturellen Vielfalt. Ich möchte hinzufügen: Cradle to Cradle ist schön, sinnlich, gesund und ökologisch.

Wie können Unternehmen das Prinzip von Cradle to Cradle anwenden?
Cradle to Cradle ist die Idee, alle Produkte neu zu erfinden. Das Design der Produkte muss also von vornherein so gewählt werden, dass entweder die Materialien biologisch abbaubar sind oder demontiert und wiederverwendet werden können. Ganz wesentlich ist das in der Baubranche: Gebäude werden dadurch zu Materiallagern!

Wie setzen Sie das Prinzip im Alltag um? Kann man Cradle to Cradle auch als Privatperson anwenden?
Natürlich. Über das Einkaufsverhalten hat man als Verbraucher grossen Einfluss. Lebensmittel kaufe ich fast ausschliesslich im Bioladen oder auf dem Wochenmarkt: auch hier fast immer bio, weil es besser schmeckt! Auch bei Haushaltsprodukten, Kleidung oder Einrichtung ist es inzwischen möglich, Cradle to Cradle zu berücksichtigen.

Mir scheint es einige Gemeinsamkeiten zu geben zwischen der Delinat-Philosophie und dem Cradle-to- Cradle-Prinzip. Wo kann sich Delinat Ihrer Meinung nach verbessern?
Was Cradle to Cradle angeht: Da fällt mir nichts ein! Im Gegenteil: Ich lese jede WeinLese ganz gründlich und bin ganz begeistert über die vielen Projekte zur Steigerung der Biodiversität. Privat wünschte ich mir von Delinat mehr Angebote im Norden, da ich ja in der Nähe von Hamburg wohne. Ich meine nicht nur Weinkurse, sondern ungezwungene Veranstaltungen, bei denen man degustieren und andere Kunden treffen kann. Vielleicht eine Art kleine Hausmesse?

Bei welchen Anlässen trinken Sie Wein?
Wenn die Familie sich trifft, kochen wir gut, gerne und oft. Das feiern wir mit einem Wein. Ansonsten auch mal ein Glas zum Ausklang der Woche.

Wo liegen Ihre Vorlieben?
Ganz klar bei Rotweinen! Und von diesen die gehaltvollen, vollmundigen, sie dürfen auch etwas Tannin haben. Mediterrane Weine eben.

Weintipp Monika Griefahn
2047

Ich habe schon viele Delinat-Weine probiert, aber einen habe ich immer im Haus: Das ist der Château Coulon Sélection spéciale. Ein Südfranzose, genau, wie ich ihn schätze. «Ihre Gäste werden begeistert sein» steht in der Weinbeschreibung – und genau so ist es. Wenn ich meinen Kindern eine Freude machen will, schicke ich ihnen einen Karton Château Coulon!

Château Coulon Sélection spéciale
Corbières AOP 2014
www.delinat.com/2047.14

Auf ein Glas mit… Kurt Gibel

1994 hat der Zürcher Weinfreak Kurt Gibel den Führer «Weine degustieren – leicht und spielend» herausgegeben. Es wurde ein Bestseller, der bis heute Zehntausenden von Weinliebhabern Zugang zum Weindegustieren verschafft hat. Wir trafen den Autor zum Gespräch auf ein Glas Wein im Delinat-Shop in Zürich.

Wie kommen Sie als administrativer Leiter einer Zürcher Anwaltskanzlei dazu, den Leuten das Degustieren von Wein beizubringen?
Kurt Gibel: Als ich in den frühen Neunzigerjahren als Weinliebhaber selber einen Degustierkurs besuchte, kam mir das Ganze ziemlich chaotisch vor. Ich hatte Mühe, all die Informationen richtig zu ordnen. Zu dieser Zeit kam in der Schweiz gerade das Mindmapping auf. Mich packte der Ehrgeiz, mit dieser neuen Methode das Degustationswissen systematisch und übersichtlich aufzubereiten. 1994 kam im Eigenverlag meine kleine Weinfibel heraus.

Kurt Gibel im Delinat-Shop Zürich City.
Kurt Gibel im Delinat-Shop Zürich City.

Und wurde sofort ein Bestseller …
Ich liess 5000 Exemplare drucken. Das hat mich damals einen halben Mercedes oder einen rechten Teil unseres Familienvermögens gekostet. Meine Frau hat mir schnell klargemacht, dass diese Broschüren nicht im Keller vergammeln dürfen. Also habe ich überallhin, auch an Weinhändler, für 20 Franken Probeexemplare verschickt. Erstaunlicherweise lief das wie geschmiert. Nach einem Jahr waren 3000 Exemplare verkauft. Dadurch wurde der Hallwag-Verlag auf mich aufmerksam und übernahm ab der 2. Auflage den Vertrieb. Wir sind jetzt bei der 16. Auflage und rund 90 000 verkauften Exemplaren.

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Auf ein Glas mit… Simone Niggli

Simone Niggli gilt nicht nur als weltbeste Orientierungsläuferin aller Zeiten, sie ist auch eine überzeugte Botschafterin für biologische Produkte und gesunde Ernährung. Die Biologin und ehemalige Spitzensportlerin war im Delinat-Weindepot Bern auf ein Interview bei einem Glas Wein zu Gast.

Wie erklären Sie jemandem, der keine Ahnung hat, in zwei Sätzen, was Orientierungslauf ist?
Simone Niggli: Es geht darum, draussen in der Natur auf einem vorgegebenen Parcours per Karte mehrere Posten anzulaufen. Das Wichtigste dabei ist, die Balance zwischen schnellem Rennen und Kartenlesen zu finden.

Simone Niggli
Beim OL-Wettkampf im Wald.

Als x-fache Welt- und Europameisterin haben Sie haufenweise Goldmedaillen gewonnen. Da gibt es eine Gemeinsamkeit mit Delinat- Weinen, die auch immer wieder Gold holen. Was bedeuten Ihnen solche Medaillen?
Sie sind eine schöne Belohnung für etwas, auf das man intensiv hingearbeitet hat. Jede meiner Medaille hat ihre Geschichte, die mit einer unvergesslichen Erinnerung verbunden ist. Deshalb liegen sie auch nicht in einem Tresor, sondern sind bei uns im Büro an der Wand aufgehängt. Und sie sind ein beliebtes Spielzeug für unsere Kinder.

Persönlich

Simone Niggli-Luder, 1978 in Burgdorf geboren, gilt als beste Orientierungsläuferin aller Zeiten. Bis zu ihrem Rücktritt 2013 gewann sie 23 Weltmeister- und zehn Europameistertitel sowie neunmal den Gesamtweltcup. In den Jahren 2003, 2005 und 2007 wurde sie zur Schweizer Sportlerin des Jahres gewählt. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann Matthias Niggli und ihren drei Kindern in Münsingen bei Bern.

Der OL-Sport liegt ihr weiterhin am Herzen. Nach Lust und Laune ist sie weiterhin aktiv an Wettkämpfen mit Kompass und Karte unterwegs. Sie betreut verschiedene Athletinnen und wirkt als Event Director bei der Organisation der OL-Junioren-Weltmeisterschaften 2016 im Engadin mit. Darüber hinaus engagiert sie sich als Botschafterin für verschiedene gemeinnützige Organisationen. So etwa für Biovision, eine Stiftung für ökologische Entwicklung.

Worauf führen Sie Ihre grosse Überlegenheit während Ihrer aktiven OL-Karriere zurück?
Da kann ich keine abschliessende Antwort geben. Sicherlich hat bei mir das Zusammenspiel von Kartenlesen und Rennen sehr gut gepasst, und ich konnte mich immer sehr schnell auf verschiedene Geländetypen einstellen. Ein ganz grosses Plus bei mir waren aber sicher meine Freude und die Motivation für den OL-Sport, die bis heute geblieben sind.

«Ich finde es gut, dass es biologische
Weine wie jene von Delinat gibt.»

Welche Rolle spielte die Ernährung?
Die Ernährung ist ein Puzzleteil vom Ganzen. Ich musste allerdings nicht gross umstellen, als ich auf Spitzensport gesetzt habe, denn ich hatte das Glück, schon von meinen Eltern eine gesunde, ausgewogene Ernährung mitbekommen zu haben.

Sport und Wein – verträgt sich das?
Wie bei allen Genussmitteln ist es eine Frage des Masses. Es heisst ja, ein Glas Wein soll gesund sein. Auch während meiner Sportkarriere hatten ein Schluck Wein oder ein paar Süssigkeiten Platz. Vielleicht nicht am Vorabend eines Wettkampfs, obwohl das vielleicht gar nichts ausgemacht hätte. Das war halt Einstellungssache.

Simone Niggli degustiert im Weindepot Bern ein paar Delinat-Weine.
Simone Niggli degustiert im Weindepot Bern ein paar Delinat-Weine.

Worauf achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln?
Ich schaue vor allem auf saisongerechte, regionale Produkte. Biologische sind mir auch wichtig, ich kaufe aber nicht ausschliesslich solche. Wenn ich etwa zwischen biologischen Äpfeln aus Argentinien oder nicht biologischen aus der Region entscheiden muss, hat das Regionale eher Vorrang.

Was kommt bei Ihnen auf den Familientisch?
Beim Essen sparen wir in unserer Familie nicht. Hier ist Vielfalt Trumpf, auch wenn das den Kindern nicht immer gefällt. Ich finde es aber wichtig, sie mit einer möglichst vielfältigen, gesunden Kost vertraut zu machen. Fleisch gibt es eher wenig, Vegetarier sind wir aber nicht. Wichtig ist, dass beste Produkte auf den Tisch kommen. Vor allem bei Gemüse, Fleisch, Eiern und Milch aus der Region achte ich auf Bio. Ich finde es auch gut, dass es biologische Weine wie jene von Delinat gibt, damit Weinliebhaber die Wahl haben.

Bei welcher Gelegenheit trinken Sie ein Glas Wein?
Mein Mann und ich öffnen selten eine Flasche Wein. Aber zu einem schönen Essen mit Freunden finde ich Wein etwas sehr Feines.

«Auch während meiner Sportkarriere hatten ein
Schluck Wein und ein paar Süssigkeiten Platz.»

Wo liegen Ihre Vorlieben?
Bei eher leichten, etwas süsslichen Rotweinen.

Kannten Sie Delinat, bevor wir Sie für dieses Interview angefragt haben?
Ehrlich gesagt, nein. Erstens bin ich keine Weinkennerin, und zweitens haben wir in unserem sehr kleinen Weinkeller viele geschenkte Weine. Zudem habe ich ein Umfeld, das sich beim Wein besser auskennt als ich.

Gleichwohl haben Sie für die WeinLese zugesagt, obwohl Sie sicher noch immer jede Menge Interviewanfragen erhalten. Weshalb?
Weil ich mich gerne für biologische Produkte und eine gesunde Ernährung einsetze. Ich versuche das auch an meine Kinder weiterzugeben.

Weintipp Simone Niggli

2874.09Die aromatische Fruchtsüsse und die schöne Ausgewogenheit gefallen mir beim Vale de Camelos Reserva besonders gut. Ein sehr feiner Tropfen, der Erinnerungen an eine Region weckt, die ich aus meiner Sportkarriere kenne. Das Alentejo habe ich mehrmals im Frühling als schöne und ideale Gegend für den OL-Sport erlebt.

Vale de Camelos Reserva
Vinho Regional Alentejano 2013
www.delinat.com/2874.13

 

Auf ein Glas mit… Johannes Muntwyler

Seit über 15 Jahren begleiten Delinat-Weine den Schweizer Circus Monti auf seiner Tournee. Zwischen August und November ist die Monti-Truppe wieder unterwegs und macht an neun Gastspielorten mit dem neuen Programm Halt. Wir trafen Zirkusdirektor Johannes Muntwyler vor dem Start in Wohlen zu einem Glas Wein.

Johannes Muntwyler
Johannes Muntwyler ist kein «Bio-Funid». Aber für einen guten Wein aus nachhaltigem Weinbau zahlt er gerne etwas mehr.

Seit vielen Jahren wird das Premiere-Publikum an grösseren Gastspielorten mit einem Glas Delinat-Wein begrüsst. Erinnern Sie sich noch, wie es zu dieser Partnerschaft kam?
Johannes Muntwyler: Nein, nicht mehr genau. Das hat noch unser Vater gemacht. Ich habe nur mitbekommen, dass es immer eine sehr angenehme und faire Zusammenarbeit war. Delinat und Monti, das passt sehr gut zusammen.

Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten?
Delinat-Weine sind speziell. Sie stammen aus nachhaltigem Weinbau, sind sehr ökologisch hergestellt. Leute, die solche Weine trinken, tun dies bewusst. Ähnlich ist es bei uns. Wir bieten ebenfalls ein sehr spezielles Programm. Die meisten Leute, die zu uns kommen, gehen nicht einfach in den Zirkus, sondern ganz bewusst in den Circus Monti.

Persönlich

Johannes Muntwyler lebt zusammen mit seinen beiden jüngeren Söhnen und seiner Partnerin Armelle Fouqueray in Wohlen, wo er 1964 auch geboren wurde und zusammen mit zwei Brüdern und einer Schwester aufwuchs. Sein Vater war ein zirkusbegeisterter Lehrer, der mit seiner Familie mehrere Jahre mit dem Circus Olympia auf Tournee ging, ehe er 1984 den eigenen Circus Monti gründete. Johannes Muntwyler liess sich vom Zirkusfieber anstecken und machte eine Ausbildung als Jongleur. Bis zu seinem 50. Altersjahr brillierte er mit verschiedenen Darbietungen – unter anderem atemberaubenden Jongliernummern – in der Manege. Nach dem Tod seines Vaters übernahm er 2004 die Zirkusdirektion und führt das Unternehmen seither zusammen mit seiner Familie weiter. Die Monti-Tournee 2015 führt zwischen dem 7. August und dem 22. November in neun Schweizer Städte. Alles über das aktuelle Programm und den Tourneeplan: www.circus-monti.ch

Bei Monti ist 2015 einiges anders: Die Tournee dauert nur noch von August bis November, statt 40 gibt es nur noch 9 Gastspielorte. Weshalb diese massive Kürzung?
Es sind verschiedene Gründe, aber wirtschaftliche gehören nicht dazu. Der Hauptgrund ist: Wir haben in unserer Familie alle extrem Freude am Zirkus. Bisher haben wir ausschliesslich dafür gelebt. Es gibt aber noch viel anderes auf der Welt, das im Leben Platz haben sollte. Deshalb sind wir innerhalb der Familie zum Schluss gekommen, in Zukunft nicht mehr nur einzig und alleine für den Zirkus da zu sein, nicht zuletzt, um die Freude am Zirkus nicht zu verlieren.

Circus Monti
Der Zirkusdirektor mitten in seiner Artistenfamilie.

Viele kleinere Orte werden nicht mehr besucht. Da werden Sie Monti- Fans vom Land enttäuschen …
Das ist sicher so. Es gab auch schon entsprechende Rückmeldungen aus betroffenen Dörfern. Solche Reaktionen sind für mich verständlich, ich wäre sogar enttäuscht, wenn es den Leuten wurst wäre, dass wir nicht mehr kommen. Dann hätten wir in den letzten 30 Jahren etwas falsch gemacht. Wenn wir den Leuten erklären, weshalb wir die Tournee gekürzt haben, zeigen sie Verständnis und sind auch bereit, in die nächstgrössere Ortschaft zu reisen, um unser neues Programm zu sehen.

Mit wie viel Publikum rechnen Sie im Vergleich zu früher?
Konkrete Publikumszahlen geben wir nicht bekannt. Das ist im Zirkusbusiness ein Tabu. Ich kann aber so viel sagen: Wenn es uns gelingt, mit der Hälfte der bisherigen Vorstellungen 65 bis 70 Prozent des bisherigen Publikums abzuholen, wäre das super. Es ist unser Ziel, die einzelnen Vorstellungen noch besser auszulasten.

Es ist erstaunlich, wie ein so aufwändiges Unternehmen wie ein Zirkus in der heutigen Zeit finanziell noch über die Runden kommt. Was braucht es, um Erfolg zu haben?
Es sind viele kleine Dinge, die zusammenspielen müssen. Es braucht insbesondere ein motiviertes Team, das es versteht, das Publikum zu begeistern und ihm eine Freude zu bereiten. Letztlich ist die gesamte Ausstrahlung des Zirkus entscheidend.

Sie selber sind gelernter Jongleur. Treten Sie im neuen Programm wieder auf?
Nein, die Zeit, mit einer grossen Jongliernummer aufzutreten, ist für mich im Alter von über 50 Jahren vorbei. Es gibt ja nichts Traurigeres, als alternde Artisten, bei denen die Leute das Gefühl haben, es wäre jetzt Zeit, abzutreten. Ich schliesse nicht aus, später vielleicht nochmals mit einer kleinen Zauberei oder etwas Ähnlichem in die Manege zurückzukehren, falls es mich kribbelt. Aber im Moment konzentriere ich mich darauf, die Leute als Zirkusdirektor willkommen zu heissen und nach der Vorstellung wieder zu verabschieden.

Wie kommt die Idee an, das Premiere-Publikum mit einem Glas Delinat-Wein willkommen zu heissen?
Sehr gut. Es gibt Leute, die nehmen die Partnerschaft von Delinat und Monti ganz bewusst wahr und freuen sich explizit darüber. Andere geniessen einfach das Glas Wein, das ihnen Delinat offeriert.

Weintipp Johannes Muntwyler

Am liebsten mag ich Weisswein. Auch zum Essen kann ich mich problemlos mit einem Weissen anfreunden. Aber es gibt natürlich auch Rotweine, die ich gerne habe. Aus dem Delinat-Sortiment möchte ich speziell La Colle des Lignères empfehlen. Dieser gehaltvolle, fruchtige und doch kräftige Rotwein aus Südfrankreich hat eine schöne Fülle und strahlt für mich eine grosse Harmonie aus.

La Colle des Lignères
Corbières AOP 2012
Domaine Lignères
La Colle des Lignères

Ihre persönliche Beziehung zu Wein?
Ich habe während vieler Jahre keinen Wein getrunken. In jungen Jahren mochte ich Wein nicht besonders. Als Profi-Jongleur habe ich darauf verzichtet, weil meine Arbeit ja eine Art Spitzensport war, wo man jeden Tag bereit sein musste, um Höchstleistungen zu erbringen. Der Verzicht ist mir aber nie schwergefallen. Heute trinke ich bei speziellen Gelegenheiten oder zusammen mit Freunde jedoch gerne ein Glas Wein. Ich bin aber nach wie vor nicht jemand, der jeden Abend Wein trinkt.

Sind Ihnen Weine aus biologischem Anbau wichtig?
Ich gehöre nicht zu jenen, bei denen alles Bio sein muss. Aber wir achten beim Einkaufen doch deutlich stärker auf regionale und nachhaltig produzierte Produkte als auf den Preis. Bei Delinat gefällt mir, dass die Nachhaltigkeit höher gewichtet wird als die Profitmaximierung. Das trifft sich sehr gut mit meiner persönlichen Einstellung.

 

Auf ein Glas mit… Judith Schönenberger

Bunte Farbtupfer reihen sich traubenförmig aneinander: Mit dieser Idee hat Judith Schönenberger aus Bern den Etikettenwettbewerb für die Delinat-Biodiversitätsweine 2015 gewonnen. Bei einem Glas Wein im Weindepot Bern gab sie Einblick in ihre Arbeit und ihre Beziehung zu Wein und Natur.

Judith Schönenberger
Ein gutes Glas Wein gehört für Judith Schönenberger zu ihrem Kulturverständnis.

Der weisse Biodiversitätswein von Albet i Noya mit Ihrer Etikette ist abgefüllt. Haben Sie ihn schon probiert?
Ja, ich habe den Weisswein probiert. Er schmeckt sehr gut, ich habe grosse Freude daran. Albet i Noya gehört zu meinen Lieblingswinzern.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, an diesem Gestaltungswettbewerb mitzumachen?
Im Moment bin ich beruflich stark als Dozentin für Bildnerisches Gestalten engagiert, ich unterrichte relativ viel. Dieser Wettbewerb war für mich eine gute Abwechslung zu meiner Unterrichtstätigkeit.

Was bedeutet für Sie Biodiversität?
Vielfalt innerhalb und zwischen den Arten. Für mich steht Biodiversität für ein buntes Nebeneinander, für Heterogenität, für Variation, Verspieltheit, Kreativität…

Hat Sie das Thema besonders angesprochen?
Mich hat vor allem das Thema «Weinetiketten entwerfen» angesprochen. Biodiversität hat dann ein Bild ausgelöst. Etwas schwierig war, dass ich nicht wusste, für welche Winzer und Weine die Etiketten gedacht sind. Ich habe mich für abstrahierte, farblich unterschiedene Traubenbeeren entschieden. Die kühleren Farbtöne passen zum Weisswein, die wärmeren zum Rotwein.

Persönlich

Judith Schönenberger, geboren 1977 in Zürich, lebt und arbeitet als Künstlerin, freischaffende Fotografin und Dozentin für Bildnerisches Gestalten und Fotografie in Bern. Ihre Arbeiten wurden schon mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und von der Stadt Bern angekauft. Auch waren ihre fotografischen Werke an zahlreichen Einzelmund Gruppenausstellungen im In- und Ausland zu sehen. Derzeit ist sie hauptberuflich als Gymnasiallehrerin für Bildnerisches Gestalten am Gymnasium Muristalden in Bern tätig. Als Ausgleich zur Unterrichtstätigkeit beschäftigt sie sich mit Auftrags- und freien Arbeiten.

www.judithschönenberger.ch

Wären Ihre Entwürfe anders herausgekommen, wenn Sie vorher gewusst hätten, dass der weisse Biodiversitätswein von Albet i Noya und der rote von Massimo Maggio stammt?
Ja, ich glaube schon. Ich wäre spezifischer auf die Winzer eingegangen und hätte mich vom Land und der Region anregen lassen, aus denen die Weine kommen.

Waren Sie überrascht, dass die Delinat-Kunden Ihre Entwürfe in einer Online-Abstimmung auf den ersten Rang gesetzt haben?
Ich konnte meine Chancen nicht richtig einschätzen. Einerseits spricht die Aquarelltechnik viele Leute an. Sie ist zugänglich, die vielen Farben und das Zusammenspiel gefallen. Andererseits habe ich gesehen, dass viele gute Konkurrenzentwürfe mit im Rennen sind. Da ich niemandem erzählt habe, dass ich mitmache, dachte ich, es sei schwierig, ohne «Heimvorteil» zu gewinnen. Umso grösser war die Freude, dass es trotzdem zum Sieg gereicht hat.

Biodiversitätsweine
Die siegreichen Etiketten für den Biodiversitätswein: abstrahierte Trauben in kühlen Farbtönen für den Weisswein und in warmen für den Rotwein.

Gab es im Nachhinein viele Reaktionen?
Jemand aus meinem Freundeskreis hat zufällig gesehen, dass ich gewonnen habe, und hat das auf Facebook gepostet. Danach erhielt ich sehr viele positive Rückmeldungen.

Und alle haben sich schon angemeldet, um mit Ihnen auf den Gewinn von 120 Flaschen Biodiversitätswein anzustossen…
Ja, vor allem meine Verwandtschaft. Diese freut sich schon auf das nächste Familienfest, weil ich allen eine Flasche versprochen habe. Und auch meine Schule werde ich mit einem Apéro überraschen.

Was ist Ihnen wichtig im Leben?
Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe Gestaltung, Kunst und Kultur. Dazu gehört auch ein guter Wein. Alles geht ineinander über. Mir ist aber auch wichtig, dass man respektvoll umgeht mit der Natur, mit den Tieren und den Menschen, dass man nachhaltig arbeitet und konsumiert.

Trinken Sie ausschliesslich biologischen Wein?
Wenn ich eingeladen bin, trinke ich auch konventionelle Weine. Ich selber kaufe aus Überzeugung und aus Respekt vor der Natur aber nur biologische Weine. Das gilt auch für die Lebensmittel.

Persönlich

Ich liebe schwere, fruchtige Rotweine. Meine Favoriten sind Ribera del Duero, Amarone, die Weine von Albet i Noya und solche aus Südfrankreich. Der Roches d’Aric ist im Moment mein Lieblings-Delinatwein. Ich mag seinen beerigen, fruchtigen Geschmack und seinen kräftigen, komplexen Körper. Ganz besonders toll finde ich, dass er auf biodynamische Anbauweise erzeugt wird. Ich fände es toll, wenn Delinat noch mehr auf Demeter-Weine setzen würde.

Roches d’Aric
Corbières AOP 2011
Domaine Lignères
www.delinat.com/2338.11

Bei welchen Gelegenheiten trinken Sie Wein?
Meine Partnerin und ich haben eine Regelung, wonach wir erst ab Freitag Wein trinken dürfen. Am Sonntagabend öffnen wir jeweils extra noch eine Flasche, damit wir sie am Montag austrinken können. Und dann gibt es noch eine Ausnahme: Wenn es Pasta gibt, darf man trotzdem eine Flasche öffnen. Deshalb kochen wir von Dienstag bis Donnerstag oft Pasta … (lacht).

Gestaltung, Kunst und Kultur sind Ihre Welt. Gibt es noch ein Projekt, das Sie verwirklichen möchten?
Ich würde sehr gerne mal ein Kochbuch machen. Ich könnte mir das gut gemeinsam mit Delinat vorstellen. Ein Kochbuch mit feinen Gerichten und Delinat-Weinen, die dazu passen!

Josep Maria Albet i Noya und Massimo Maggio sind unsere Biodiversitätswinzer des Jahres 2015. Setzen Sie ein Zeichen für mehr Artenvielfalt im Weinberg und bestellen Sie unser spezielles Probierpaket zum Delinat-Tag der Biodiversität (22. Mai). Es enthält drei Flaschen Weisswein von Albet i Noya und drei Flaschen Rotwein von Maggio. Sie erhalten die Weine zum Sonderpreis von CHF 12.70 statt 13.50 / € 9.20 statt 9.90. ->Zum Angebot

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Zwei Winzer – eine Philosophie

Ihre Weingüter liegen 1200 Kilometer Luftlinie auseinander. Doch Josep Maria Albet i Noya im Hinterland von Barcelona und Massimo Maggio im sizilianischen Vittoria haben eine gemeinsame Philosophie: Sie unternehmen alles, damit ihre Weinberge in bunter Vielfalt blühen. Sie sind unsere Biodiversitätswinzer des Jahres 2015.

Albet i Noya
Josep Maria Albet i Noya legt grossen Wert auf die Erhaltung von Trockensteinmauern.

Die Artenvielfalt auf unserem Planeten nimmt Tag für Tag weiter ab. Daran erinnert seit dem Jahr 2000 der Internationale Tag der biologischen Vielfalt, der jeweils am 22. Mai begangen wird. Um diesem Tag mehr Beachtung zu verschaffen, lancierte Delinat im Frühling 2014 einen Kundenwettbewerb. Gefragt waren Vorschläge, wie Delinat den Tag der Biodiversität wirkungsvoll feiern soll. Die zündende kam von Fritz Aebi aus Lützelflüh im Emmental: «Küren Sie jedes Jahr die besten Winzer, die am meisten für Biodiversität unternommen haben.» Voilà, hier sind sie – die ersten Delinat-Biodiversitätswinzer des Jahres. Die Wahl für 2015 fiel auf zwei langjährige Partnerwinzer, die in der Vergangenheit nicht nur enorm viel zugunsten einer grossen Vielfalt in ihren Rebbergen unternommen haben, sondern mit ihren Weinen auch durchwegs überzeugen: Josep Maria Albet i Noya aus dem spanischen Penedès und Massimo Maggio von der italienischen Sonneninsel Sizilien. Im Gespräch geben sie Einblick in ihre Weinbau-Philosophie.

Weshalb ist Ihnen Biodiversität im Weinberg wichtig?
Josep Maria Albet i Noya: Weil wir festgestellt haben, dass die Biodiversität für ein ökologisches Gleichgewicht sorgt. Monokulturen bewirken gerade das Gegenteil. Ein Beispiel: Früher hatten wir grosse Probleme beim Chardonnay. Dieser wurde regelmässig von Blattkäfern befallen. Dieses Problem haben wir nicht mehr.
Massimo Maggio: Biodiversität ist lebendige Natur. Sie ist nicht nur im und auf dem Boden wichtig, wo sie dafür sorgt, dass sich die Reben besser entwickeln und weniger krankheitsanfällig sind. Vielfalt gilt es auch bei den Reben selber aufrechtzuerhalten. Im Weinberg sollten möglichst viele unterschiedliche Klone vorhanden sein.

Massimo Maggio
Massimo Maggios Weinberge zeichnen sich durch schöne Bestände alter Fruchtbäume aus.

Wodurch unterscheiden sich Ihre Rebberge von andern?
Albet: Wir passen unsere Begrünungsstrategie von Jahr zu Jahr an, je nach Wetterverhältnissen und Nährstoffverfügbarkeit im Boden. Wir ergänzen die Spontanbegrünung gezielt mit Leguminosen und Blühpflanzen, tief und weniger tiefwurzelnden Pflanzen. Auf diese Weise entsteht eine vielfältige Begrünung fast das ganze Jahr über.
Maggio: Wir haben verschiedene Reben, die fast 50 Jahre alt sind. Sie sind unser Kapital für eine reiche Biodiversität. Neben der Rebenvielfalt zeichnen sich unsere Weinberge durch Obstbäume alter Sorten und durch aromatische Pflanzen- und Kräutergärten aus, die Schmetterlinge und Bienen anlocken.

Welche Vor- und Nachteile bringt eine grosse Artenvielfalt im Rebberg für den Winzer mit sich?
Albet: Ein biodiverser Weinberg verlangt viel Aufmerksamkeit, bietet im Gegenzug aber durch eine intensive Auseinandersetzung mit der Natur schöne Erfolgserlebnisse. So sind zum Beispiel unsere Versuche mit den Fledermäusen äusserst positiv ausgefallen. Sie halten tatsächlich die Schädlinge in Schach. Dies führt zu gesunden und auch resistenteren Reben. Was noch bleibt, ist die Herausforderung, die Fledermäuse permanent und ganzflächig anzusiedeln. Sobald nicht genügend Futter vorhanden ist, wechseln sie ihr Revier.
Maggio: Der Vorteil der Biodiversität liegt auf der Hand: Sie macht den Rebberg zu einem funktionierenden Ökosystem. Nachteile gibt es höchstens am Anfang, wenn es gilt, Massnahmen für mehr Biodiversität zu ergreifen. Diese verursachen Mehrarbeit, verlangen Geduld, denn es braucht Zeit, bis eine beeinträchtigte Natur ihr Gleichgewicht wiedergefunden hat.

Wo sehen Sie noch Verbesserungspotenzial?
Albet: Es gibt noch viele Möglichkeiten. Eines unserer längerfristigen Projekte sind die Restaurierung und die Errichtung von Trockensteinmauern. Ausserdem beteiligen wir uns am Projekt Biodivine, das alleine in diesem Jahr die Pflanzung von 200 Büschen und Bäumen vorsieht.
Maggio: Ich träume von einem Rebberg, in dem alle Rebsorten vorkommen, die ursprünglich in Sizilien angebaut wurden. Auch zusätzliche Gemüse- und Kräutergärten innerhalb unserer Rebparzellen sind ein erklärtes Ziel.

Josep Maria Albet i Noya und Massimo Maggio sind unsere Biodiversitätswinzer des Jahres 2015. Setzen Sie ein Zeichen für mehr Artenvielfalt im Weinberg und bestellen Sie unser spezielles Probierpaket zum Delinat-Tag der Biodiversität (22. Mai). Es enthält drei Flaschen Weisswein von Albet i Noya und drei Flaschen Rotwein von Maggio. Sie erhalten die Weine zum Sonderpreis von CHF 12.70 statt 13.50 / € 9.20 statt 9.90. ->Zum Angebot

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