Weshalb Biohonig besser schmeckt

Unterwegs in Asturien, der spanischen Schweiz. Wir lassen Wein für einmal Wein sein und besuchen die Bioimkerei Artesanos de Cuevas in Felechosa, wo uns die Besitzerin Luisa Fernández Alonso einen herzlichen Empfang bereitet.

Imkerei Artesanos
Die Bioimkerei Artesanos de Cuevas erzeugt unter anderem feinsten Kastanienhonig.

Mit welchen Problemen ist eine passionierte Bioimkerin im dünnbesiedelten, hügeligen Hinterland am kantabrischen Meer konfrontiert? Worin unterscheidet sich ihre Bienenzucht von der konventionellen? Was macht die ausserordentliche Qualität ihres Honigs aus? Das sind Fragen, mit denen wir Luisa Fernández Alonso (52) konfrontieren. Sie erzählt: «Bevor ich 1997 als Hobbyimkerin anfing, hatte ich keine Ahnung von der Materie. Ich begann mit 20 Völkern und war rasch fasziniert von der Bienenwelt.» Das führte dazu, dass die studierte Betriebswirtschafterin in Spanien, Frankreich und Argentinien Imkerkurse besuchte und die neue Passion zum Beruf machte. 2006 eröffnete sie kurz vor dem San-Isidoro-Pass die heutige, modern eingerichtete Imkerei. Auf Bio hatte sie zwei Jahre zuvor umgestellt. «Vorher gab es nur wenige Zertifizierungsstellen, und die Nachfrage nach Biohonig war nicht da.» Das hat sich mittlerweile geändert. Ihre qualitativ hochwertigen Honige sind weitherum gefragt. Zwei langjährige Mitarbeiter betreuen heute fast tausend Bienenvölker in einer Region, die dank Abgeschiedenheit und dünner Besiedelung abseits von Industrie und Verkehr ausgezeichnete Bedingungen für die Bioimkerei bietet. Luisa selber konzentriert sich wegen einer im Laufe der Jahre aufgetretenen Bienengiftallergie heute fast ausschliesslich auf den Verkauf. Sie lässt es sich aber nicht nehmen, Besucher persönlich zu den Beuten zu bringen. Dort allerdings hält sie verständlicherweise einen gewissen Abstand zu ihren summenden Freunden.

Luisa Fernández Alonso nimmt eine Honigprobe.
Luisa Fernández Alonso nimmt eine Honigprobe.

Starke, gesunde Völker als Basis

Zu schaffen machen ihr auch die Varroa-Milbe und die Asiatische Wespe. Die biologischen Mittel, die ihr zur Behandlung und zur Vorbeugung gegen diese Schädlinge zur Verfügung stehen, wirken nicht so einfach und schnell wie chemisch-synthetische Mittel, die in der konventionellen Bienenzucht zum Einsatz kommen. Und wenn die natürlichen Futterreserven bei überlangen und sehr kalten Wintern nicht ausreichen, kann für die Zusatzfütterung nicht einfach auf günstiges Zuckerwasser zurückgegriffen werden. «Wir setzen dafür ausschliesslich eigenen Biohonig ein», versichert sie. Das ist zwar viel teurer, hat aber den Vorteil, dass die Abwehrkräfte der Bienenvölker gestärkt werden. «Wir achten darauf, nur starke und gesunde Völker mit eigenen Königinnen zu vermehren.» Zur Reinheit und Qualität ihrer Honige trägt auch bei, dass für den Wabenbau ausschliesslich eigener Wachs verwendet wird. Die grösste Bedeutung hat bei Luisa Fernández Alonso die Erzeugung von Kastanienhonig. Darüber hinaus produziert sie Eukalyptus-, Heide- und Tausendblütenhonig. Alle ihre hochwertigen Honige sind bei Delinat erhältlich.

Das Rührwerk macht den Honig schön cremig.
Das Rührwerk macht den Honig schön cremig.

Einen Überblick über das gesamte Delinat-Honigsortiment finden Sie unter: www.delinat.com/honig

Tagebuch einer lehrreichen Weinreise

Vorab zwei Bemerkungen. Als Kundenberater fiel mir die Ehre zu, Delinat-Chef Karl Schefer, seine Gattin Astrid und Einkäufer David Rodriguez auf meiner diesjährigen Weiterbildungsreise zu bewährten Delinat-Winzern und neuen, potenziellen Anwärtern zu begleiten. Auf dem Programm stand eine spannende Reise durch Nordspanien. Eindrücklich erlebte ich, dass das sonnenverwöhnte Spanien auch im Sommer vor Wetterkapriolen nicht verschont bleibt.

Montag, 8. Juni, Vormittag
Rueda, 16 °C, sonnig
Unsere Reise beginnt in der aufstrebenden Weissweinregion Rueda in Kastilien. Hier bewirtschaften die Geschwister Alexandra, Marco und Richard Sanz das Weingut Menade in sechster Generation. Wir werden im modern gestalteten Verkaufsraum mit Showroom und Bar empfangen, wo neben Wein auch andere regionale Produkte, unter anderem ein hauseigenes Bier, angeboten werden. In der alten Kellerei degustieren wir die neuen Jahrgänge der Weissweine Saxum Sauvignon Blanc, Saxum Verdejo, den ganz ohne Schwefelzusatz erzeugten Nosso Verdejo Natural sowie ein paar rare Tropfen, die im Barrique ausgebaut werden. Danach geht es im Geländewagen hinaus in die Weinberge. Mit ihren steinigen Böden, der Begrünung mit regionstypischen Kräutern und Sträuchern wirken sogar die Rebflächen für mich irgendwie ästhetisch. Besonders imponiert mir ein mobiler Hotspot, mit welchem man versucht herauszufinden, welche Pflanzen sich als Begrünung besonders eignen.

Richard Sanz und Karl Schefer
Richard Sanz (Bodegas Menade) und Karl Schefer vor der Vinothek des Weinguts.

Montag, 8. Juni, Nachmittag
Gumiel de Izan, 26 °C, sonnig
Wir reisen weiter in die benachbarte, hochgelobte Rotweinregion Ribera del Duero. Auf rund 1000 m ü.M. liegt das Weingut Basconcillos. Wir werden von Betriebsleiterin Maria José und Kellermeister Francisco Barona empfangen. Franciscos Begeisterung für den biologischen Weinbau ist ansteckend. Er erklärt uns die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit auf engstem Raum. Aufgrund seiner Ausführungen können wir gut nachvollziehen, weshalb die Rebparzellen nicht ganzflächig, sondern nur partiell begrünt sind. Die Weinberge wirken wie aus dem Bilderbuch, mit Hilfe modernster technischer Hilfsmittel wird hier nichts dem Zufall überlassen. Der Rundgang durch den Weinkeller lässt dann erst recht das Herz jedes Weinliebhabers höher schlagen. Hier entstehen der Dominio Basconcillos Roble und zahlreiche weitere Weine. Die Fassproben der neuen Jahrgänge sprechen für sich. Besonders spannend ist der Vergleich zwischen Weinen, die auf verschiedenen Böden reifen.

Im Barrique-Keller von Basconcillos lagern einige edle Tropfen.
Im Barrique-Keller von Basconcillos lagern einige edle Tropfen.

Dienstag, 9. Juni
Felechosa, 21 °C, regnerisch
Heute lassen wir Wein für einmal Wein sein, fahren weiter nordwärts und besuchen in Asturien Luisa Fernandez Alonso, Besitzerin der Bio-Imkerei Artesanos de Cuevas in Felechosa. Von hier stammen verschiedene feine Honige im Delinat-Sortiment: der Edelkastanienhonig, der Tausendblütenhonig, der Eukalyptushonig und der Heidehonig. Die Gegend erinnert mich ein wenig an die waldigen Täler im Tessin. Es ist kühl und bewölkt in Felechosa. Bevor eine Gewitterwolke allzu bedrohliche Dimensionen annimmt, fahren wir auf steinigen und holprigen Strassen durch die Hügel zu den Bienenstöcken. Wir sehen nur vereinzelt Bienen, es ist zu kalt und zu nass. Das Wetter bereite Luisa heuer Sorgen. Sie befürchtet Ernteausfälle. Bis zu 30 Prozent sei keine Seltenheit, sagt sie. Wir nehmen nochmals ein Brise von der frischen Bergluft und fahren dann zurück ins Tal, wo uns Luisa zeigt, wie der Honig produziert wird.

Atencion Abejas - Vorsicht Bienen!
Atencion Abejas – Vorsicht Bienen!

Mittwoch, 10. Juni
Zamora, 18 °C, stürmisch
Wir widmen uns wieder unserem Kerngeschäft, dem Wein. Ein Blick in den Himmel verheisst auch heute nichts Gutes – Hundewetter ist angesagt. In Zamora empfängt uns Winzerin Maria Alfonso vom Weingut Volvoreta und führt uns durch die romantische Altstadt. An Zamoras ehemaliger Partymeile hat sich Maria mit einer Bar ein zweites Standbein geschaffen. Hier werden wir mit einem Glas Wein und feinen Häppchen verwöhnt. Später degustieren wir im Keller noch den Volvoreta Probus – ein Wein der selbst Weinguru Robert Parker ins Schwärmen gebracht hat. Auf einen Besuch der Weinberge müssen wir leider verzichten. Stürmische Regenschauer machen das Gelände unzugänglich.

Donnerstag, 11. Juni
Fermoselle und Villanueva del Conde, 20 °C, bewölkt
Zum Abschluss unserer Reise besuchen wir westlich von Zamora hart an der Grenze zu Portugal und weiter südlich in der Provinz Salamanca noch zwei neue, potenzielle Delinat-Weingüter. Die Zukunft wird zeigen, ob es Weine dieser Winzer ins Delinat-Sortiment schaffen. Ich bin gespannt.

Am nächsten Tag setzen Astrid und Karl Schefer ihre Winzerreise durch Portugal fort. Zusammen mit David Rodriguez trete ich die Heimreise ab Salamanca an. Ich nehme viele Eindrücke und Erkenntnisse mit nach Hause, die mir für meine Tätigkeit im Delinat-Kundendienst sehr nützlich sein werden.

Bienenparadies Amalfiküste

Wenn im milden Klima der spektakulären Amalfiküste die Zitronenbäume blühen, summen bei Angela Ronca die Bienen. Sie sammeln mitunter aromatischen Nektar für einen zartduftenden Zitronenblütenhonig. Eine Neuheit bei Delinat!

Zitronenblüten
Die Zitronenblüten ergeben einen zartduftenden Honig.

Das Leben eines Bienenzüchters ist kein einfaches: Nach der mageren Honigernte 2013 war das Wetterglück Bienen und Imkern in weiten Teilen Europas auch 2014 nicht hold. Doch dadurch lässt sich eine geerdete Naturfreundin wie Angela Ronca nicht verdriessen. Auch bei ihr ist die jüngste Honigernte alles andere als üppig ausgefallen. Doch ein Leben ohne ihre 300 Bienenvölker kann sie sich im wilden Hinterland der berühmten Amalfiküste gar nicht mehr vorstellen: «Die Arbeit mit den Bienen bereitet uns viel Freude, fordert uns aber auch täglich heraus. Bienen sind anspruchsvoll, das Wissen um die besten Weideplätze ist für sie von unschätzbarem Wert», weiss die Bioimkerin. Dieses Wissen hat sie sich beharrlich während 30 Jahren erarbeitet. Angefangen hat alles damit, dass sie aus Freude an den Bienen und im Bewusstsein um ihren hohen Nutzen für die Natur einem alten Imker vier Bienenbeuten abgekauft hatte. «Damals hielten wir auch Geflügel, Rinder und Kaninchen. Doch fiel es uns zunehmend schwerer, die Tiere zum Metzger zu bringen», erzählt Angela Ronca. So kam es, dass sie sich bald nur noch um Bienenzucht kümmerte und die Bioimkerei La Bottega delle Api aufbaute.

Bienenparadies Amalfiküste

AmalfiküsteDie reichhaltige mediterrane Flora in den Milchbergen (Monti Lattari) Kampaniens, in nahen Gebieten der Amalfiküste und der angrenzenden Region Basilikata bietet paradiesische Bedingungen für Bienen. Angela Ronca sorgt mit optimaler Standortwahl der Bienenstöcke dafür, dass die fleissigen Nektarsammler hier ihre Futterplätze finden. «Bei uns sagen die Leute: Je besser es den Bienen geht, umso besser geht es den Imkern. In diesem Bewusstsein lassen wir den Bienen immer auch ausreichend eigenen Honig, damit sie die strengen Wintermonate gesund überstehen», erklärt Angela Ronca.

Erstmalig: Zitronenhonig

Für Delinat hat sie nun erstmals drei köstliche Honige reserviert: einen aromatischen Tausendblütenhonig mit dem kräftigen Geschmack von Klee, Disteln, Thymian und vielen andern Pflanzen, einen zartduftenden Zitronenhonig von der Amalfiküste sowie einen wohlschmeckenden Süsskleehonig aus der Basilikata. Die Honige von Angela Ronca ergänzen das bisherige Honigsortiment. Dank guten und langjährigen Beziehungen zu allen Imkern kann praktisch die ganze Angebotsvielfalt aus Bulgarien, Italien und Spanien trotz mickrigen Ernten aufrechterhalten werden.

Interessante Links:
Alle Delinat-Honigsorten finden Sie unter: www.delinat.com/honig.
Im Artikel «Die Hoffnungen ruhen auf den Bio-Imkern» beschreibt Bio-Imker Dr. Marc-Wilhelm Kohfink anschaulich die Probleme der Imkerei.

Schüler bauen Bienenkästen

Die im Herbst 2012 auf Initiative der Winzerfamilie Michlits eröffnete Waldorfschule Pannonia in Pamhagen erfreut sich grosser Beliebtheit. Bereits über 30 Kinder werden hier im Burgenland nach der anthroposophischen Lehre von Rudolf Steiner unterrichtet.

Meinklang - Schulprojekt mit BienenSchülerinnen und Schüler der Waldorfschule in Pamhagen im Burgenland haben mit grossem Eifer Bienenbeuten gebastelt. Die Bienenkästen werden in den Obst- und Weingärten der Familie Michlits aufgestellt, wo sie nicht nur guten Anschauungsunterricht bieten, sondern auch die Biodiversität bereichern. Anhand der sieben Bienenvölker vom Weingut Meinklang wird den Kindern vermittelt, wie wichtig die Bienen für Natur und Umwelt sind. Die Waldorfschüler durchwandern mit dem Lehrer im Verlauf eines Jahres vom Bau der Beute bis hin zum fertig gefüllten Honigglas alle Stufen der Honigbereitung. Der Verkauf des Honigs dient der Förderung des Waldorfvereins.

Die Familie Michlits unterstützt die Waldorfschule in Pamhagen nicht nur mit Ihren Bienenkästen, sondern stellt ihr ausserdem ein Hofgebäude als Schulraum zur Verfügung sowie eine Scheune und den Garten. Kinder aus Österreich und Ungarn werden in dieser Schule schon früh mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur und einer gesunden Ernährung vertraut gemacht.

Hier finden Sie mehr zum Thema «Bienenhonig».

Liebhaberhonig aus Asturien

Mit seiner dunklen Farbe, dem würzigen Charakter und seiner leicht herben Note wird Edelkastanienhonig besonders von Kennern geschätzt. Ein echter Liebhaberhonig. Bisher kam der Delinat- Edelkastanienhonig aus den blühenden Kastanienwäldern Norditaliens.

Bio-Imker Flavio Piovesan scheut seit Jahren keine Mühe, seine Bienenvölker an die besten Standorte der abgelegenen, voralpinen Kastanienwälder Venetiens zu fahren. Im vergangenen Jahr war aber auch er machtlos: Ungünstiges Wetter und eine mysteriöse Krankheit haben in Italien zu einem totalen Ernteausfall beim Kastanienhonig geführt.

Ersatz aus Spanien

Liebhaber von Edelkastanienhonig kommen aber weiterhin auf ihre Kosten. Luisa Fernández Alonso, eine erfahrene Bio-Imkerin aus Asturien, konnte bei der jüngsten Kastanienhonigernte zwar ebenfalls nicht aus dem Vollen schöpfen: «Die Ernte fiel auch bei uns witterungsbedingt etwas schwächer aus als in anderen Jahren. Mit der Qualität sind wir aber sehr zufrieden.»

Bienenvölker in Asturien
Imkerin Luisa Fernández Alonso betreut in Asturien tausend Bienenvölker.

Die Krux mit den Bienen

Wie fast überall auf der Welt ist die Imkerei auch in Spanien generell schwierig geworden. Nicht nur Wetterkapriolen, auch das weltweit anhaltende Bienensterben macht vor Bio-Imkern nicht Halt. «Wir kämpfen insbesondere gegen Varroabefall, Nosemose (Verstopfungskrankheit) zunehmende Pestizideinsätze in der Landwirtschaft, den Verlust von Bienenweiden durch Waldbrände sowie klimatische Extreme», klagt Luisa Fernández. So blieb etwa im vergangenen Sommer der in Asturien übliche und besonders für das Heidekraut wichtige Sommerregen Orbayu aus, was sich zusammen mit der Trockenheit negativ auf die Nektarbildung auswirkte. Luisa: «Beim Heidekrauthonig konnten wir nur etwa 30 Prozent eines Normaljahres ernten.»

Immerhin noch genug, dass für das Delinat-Sortiment etwas übrig blieb. Zusammen mit dem Eukalyptus- und dem Tausendblütenhonig steuert Luisa Fernández somit vier Honige aus Asturien bei. Sie betreut insgesamt rund tausend Bienenvölker. Mit gut der Hälfte davon geht sie je nach Blütezeit auf Wanderschaft. So kennt die leidenschaftliche Imkerin die hintersten Winkel der wilden «Suiza española» (spanische Schweiz), wie Asturien auch genannt wird.


Imkerin bei der Arbeit

Was ist anders bei Biohonig?

Bioimker unterscheiden sich von konventionellen Bienenzüchtern in wesentlichen Punkten. Für Luisa Fernández Alonso sind vier Punkte zentral:

Standort der Bienenstöcke
Diese müssen fernab von Verschmutzungsquellen (Autobahnen, Industriezonen, intensiven Landwirtschaftszonen, Städte) liegen.

Pflege und Unterhalt
Wir verwenden in unseren Bienenstöcken ausschliesslich eigenen Wachs für die Mittelwände in den Beuten.

Krankheitsbekämpfung
Zur Behandlung von Krankheiten setzen wir nur von den Bio- Kontrollstellen autorisierte natürliche Mittel wie Ameisen-, Essig-, Milch- und Oxalsäure sowie ätherische Öle ein.

Winterfütterung
Wir überlassen den Bienen genügend eigenen Honig als Winternahrung. Nur im äussersten Notfall füttern wir die Bienen mit einem Sirup, der aber nicht aus Zucker, sondern aus eigenem Honig hergestellt wird.

 Das gesamte Honigsortiment von Delinat unter: www.delinat.com/honig

Die Hoffnungen ruhen auf den Bio-Imkern

Die Imkerei steckt in einer tiefen Krise. Vor 3 Jahrzehnten wurde die Varroamilbe nach Europa verschleppt und hat sich über den ganzen Kontinent ausgebreitet. Die Milbe, die in Ostasien als harmloser Parasit auf dem «Pelz» der krankheitsresistenten Östlichen Honigbiene lebt, bringt den europäischen Bienen den Tod. Sie setzt sich auf der Bienenbrut fest, schwächt die Völker und ist für das weltweite Bienensterben mit verantwortlich.

Diese Bienen müssen nicht hungern: In der reichhaltigen Biodiversität der Mythopia-Weinberge gibt es genug Nahrung.
Diese Bienen müssen nicht hungern: In der reichhaltigen Biodiversität der Mythopia-Weinberge gibt es genug Nahrung.

Die Milbe ist aber nicht der einzige Übeltäter: Chemische Pestizide, vor allem in der Landwirtschaft, vergiften die Nahrungsquellen der Bienen. Die zunehmende Industrialisierung in der Landwirtschaft und die wachsenden Monokulturen verringern ihr Nahrungsangebot. Zudem gibt es immer mehr Versuchsflächen mit gentechnisch veränderten Pflanzen, deren Wirkung auf die Bienen noch viel zu wenig bekannt ist.

Es wundert nicht, dass es vor allem im deutschsprachigen Raum immer weniger Imker gibt: Die Probleme verleiden die Freude an der faszinierenden Bienenhaltung und schmälern den Ertrag des Berufsimkers. In den letzten Jahren gibt es allerdings Anlass zur Hoffnung: In den Städten, wo die Biodiversität inzwischen oft höher ist als auf dem Land, entsteht eine neue Imkerbewegung – die Stadtimker kommen!

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink ist Sozialwissenschaftler, Wirtschaftsjournalist und Bioland-Imker in Berlin. Er beschäftigt sich intensiv mit der Problematik. Wir befragten ihn zu den Ursachen und Lösungsansätzen.

Dr. Marc-Wilhelm Kohfink am Bienenstand
Dr. Marc-Wilhelm Kohfink am Bienenstand

Herr Dr. Kohfink, was sind aus Ihrer Sicht die Gründe für das weltweite Bienensterben?
Dr. Kohfink:
Leider ist das nicht so einfach zu beantworten. Es gibt nicht die zwei oder drei Gründe, welche die Bienen weltweit umbringen. Es ist vielmehr ein ganzes Bündel, das da zusammenkommt. Die Gründe können ganz verschieden sein und unterscheiden sich von Jahr zu Jahr. Trotzdem lassen sich einige allgemeine Aussagen machen. Die Varroa-Milbe und die mit ihr übertragenen Virenerkrankungen schwächen die Bienen, so dass sie anfälliger werden. Die harten Winter der letzten Jahre führen ebenfalls zu einer höheren Sterblichkeit. Die ausgeräumte Landschaft und die Dominanz von Mais für die Erzeugung von Bio-Gas lassen die Bienen auf dem Land hungern. Wo Bienen wie in den USA vor allem der Bestäubung von riesigen Monokulturen dienen, schwächt die einseitige Ernährung die Bienen. Hinzu kommen langfristig wirkende oder unsachgemäß angewandte Pestizide, die immer wieder für ein Bienensterben sorgen. Es sind also viele Einflüsse, welche die Bienen schwächen. Nicht zuletzt sind es auch ökonomische und soziale Gründe, dass es weniger Honigbienen gibt. Es gibt nämlich einfachere Möglichkeiten seinen Lebensunterhalt zu verdienen oder seinen Lebensabend zu gestalten als mit Bienen. Weniger Imker bedeuten auch weniger Bienen.

Bringen die Zuchten der Bio-Imkerei vitalere und widerstandsfähigere Bienen hervor?
Es gibt nicht die Biobiene. Bioimker arbeiten überwiegend mit den gleichen Bienen wie konventionelle Imker. Das liegt am Paarungsverhalten der Bienenköniginnen, die auf ihrem Hochzeitsflug keinen Unterschied machen zwischen Bio-Drohnen und konventionellen Drohnen. Künstliche Besamung, die eine gezielte Zucht ermöglichte, ist in der Bio-Imkerei verboten. So unterscheidet sich die Bio-Betriebsweise vor allem in den Prozessen, die zum Biohonig führen von der konventionellen Imkerei. Wie konventionelle Imker müssen wir vor allem darauf schauen, dass wir die Belastung mit Milben gering und die Bienen so vital halten. Dafür haben wir andere Methoden zur Verfügung, die einen rückstandsfreien Bio-Honig garantieren. Außerdem machen wir einen großen Bogen um konventionelle Obstplantagen, weil die dort ausgebrachten Spritzmittel unsere Bienen gefährden würden.

Sie imkern in der Grossstadt Berlin. Ist die Biodiversität und damit die Lebensgrundlage der Bienen in der Stadt inzwischen besser als auf dem Land?
Beides kann ganz klar mit «Ja» beantwortet werden. Das hängt damit zusammen, dass die Stadtnatur nicht in erster Linie der Volksernährung dient sondern auch der Erholung und der Freizeitgestaltung. In Berliner Stadthonig werden im Durchschnitt 26 verschiedene Pollen gefunden, in Honig vom Land rund 20. In städtischen Gärten und an städtischen Straßen blüht eben auch manches exotische Gewächs wie z. B. der japanische Schnurbaum. Hinzu kommen allerlei Wildkräuter auf Brachflächen und Pflanzen in schwierigen Biotopen z. B. auf begrünten Dachflächen. Um den Bienen auf dem Land das Überleben zu sichern, werden dort jetzt Blühstreifen angelegt und gefördert. Dabei geht es aber nicht nur um Bienen sondern auch um Überlebensräume für Niederwild wie z. B. den Feldhasen. Solche Krücken brauchen wir in der Stadt nicht.

Hans-Peter Schmidt, Leiter des Delinat-Instituts, empfiehlt die Anlage von Fenstergärten, um die Biodiversität im unmittelbaren Lebensumfeld zu fördern. Können auch Bienen von Fenstergärten profitieren?
Das können sie auf jeden Fall. Viele Balkonkästen mit Geranien sind für die Bienen nichts mehr als eine bunte Wüste. Es gibt im Handel Saatmischungen, die unter anderem Kornblumen-, Buchweizen- und Sonnenblumensamen enthalten. Sie blühen kontinuierlich den ganzen Sommer hindurch. Gute Bienenweidepflanzen sind alle Korbblütler und Blumen mit ungefüllten Blüten. Außerdem empfiehlt sich statt der beliebten Knospenheide besser Heidekraut, das richtig aufblüht. Bienenfreundlich angelegt, lockt ein solcher Fenstergarten auch noch andere Blütenbesucher an wie z. B. Schmetterlinge und Schwebfliegen.

Delinat-Winzer engagieren sich für die Biodiversität im Weinberg. Gibt es weitere Lösungsansätze in der Landwirtschaft?
Die gibt es glücklicherweise. An Biodiversität interessierte Landwirte arbeiten heute an Alternativen zur Maiswüste. So können z. B. Sonnenblumen als Untersaat verwendet werden. Außerdem scheint die Pflanze mit dem sympathischen Namen „Durchwachsende Silphie“ eine vielversprechende Alternative zum Mais zu sein. Die schnellwachsende Robinie ist eine ideale Kultur für Kurzumtriebsplantagen, die zur Herstellung von Holzhackschnitzeln genutzt werden. Anders als die Pappel ist sie eine erstklassige Bienenweide. Außerdem nutzt der Trend zur Biolandwirtschaft unseren Bienen, indem z. B. Biolandwirte keine Pflanzenschutzmittel gegen Beikräuter im Getreide einsetzen und die Kornblumen blühen lassen. Es ist also nicht alles verloren.

Würden Sie interessierte Menschen dazu ermuntern, selbst (Hobby-)Imker zu werden? Und wenn ja, womit sollten sie anfangen?
Generell sind mehr Imker wünschenswert, wobei besonders auf dem Land Imker gebraucht werden. Interesse indes allein reicht nicht. Imker zu sein, heißt auch Verantwortung zu übernehmen. Außerdem erfordert eine Imkerei auch einige Investitionen. Mit einer Leine, einer Schüssel und einer Bürste wie beim Hund ist es da nicht getan. Ich empfehle, zunächst einen Kurs zu besuchen und parallel dazu ein Einsteigerbuch zu lesen. Beim Kurs ist es ganz wichtig, dass die Interessenten auch direkt an den Bienen arbeiten dürfen, um zu erkennen, ob das etwas für sie ist oder nicht. Ideal ist ein Imkerpate in den ersten Jahren. Erfahrungen zeigen, dass fünf Jahre notwendig sind, um richtig imkern zu können. Aber ein Imker lernt eigentlich nie aus. Die Bienen überraschen einen immer wieder.

Vielen Dank, Dr. Kohfink. Allen Leser/innen, die sich mehr mit dem Thema beschäftigen möchten, empfehlen wir gern Ihr Blog und Ihr Buch «Bienen halten in der Stadt».

Bio-Honig aus drei Ländern

Während sich die Honigbienen in ihrem Winterquartier noch dicht gedrängt um die Königin scharen und dem Frühling entgegenfiebern, sind die Früchte ihrer letztjährigen Fleissarbeit bei uns eingetroffen: 12 gesunde und aromatische Bio-Honige aus Italien, Spanien und Bulgarien. Neben zahlreichen bewährten Honigen können wir Ihnen endlich auch wieder den zartduftenden Orangenblütenhonig aus Kalabrien anbieten. Dieser war aufgrund des schwierigen Erntejahres 2010 in Süditalien vorübergehend aus unserem Sortiment gefallen. Jetzt ist er in bestechender Qualität zurück. Persönlich nutze diese aromatische Delikatesse gerne auch als Zutat für Süssspeisen und Marinaden.

Neu: Luzerneblütenhonig

Erstmals im Sortiment ist der milde Luzerneblütenhonig aus Norditalien. Das fruchtbare Po-Delta bietet hervorragende Bedingungen für die Luzerne (Medicago Sativa) – die attraktive Königin unter den Futterpflanzen. Unser Bio-Imker Falvio Piovesan nutzt die blühenden Kulturen zur Honiggewinnung. Dass er dabei manchmal mit den Bauern reden muss, damit diese nicht zu früh mähen, nimmt er gerne in Kauf.

Luzerne mit Schmetterling

Nicht nur Bienen, auch Schmetterlinge (hier ein Taubenschwänzchen) mögen den Nektar aus der blühenden Luzerne.

Die Brücke zum Weinbau

Der Luzerneblütenhonig schlägt eine spezielle Brücke zum Weinbau. Die Luzerne gehört zu den Leguminosen und eignet sich hervorragend als Bestandteil hochwachsender Grünsaaten in den Fahrgassen der Weinberge. Hier bindet sie Stickstoff aus der Luft und stellt diesen den Rebstöcken als Gratisnahrung zur Verfügung. Ausserdem wurzelt die Luzerne tief und hilft so mit, den Boden locker und lebendig zu halten.

Bienen fördern die Biodiversität im Rebberg und tragen so zur Stabilisierung des Ökosystems bei. Es freut mich deshalb jedes Mal, wenn ich auf meinen Reisen Bienenstöcke als schöne und wertvolle Bereicherung in Rebkulturen antreffe. Ich wünsche Ihnen ein gesundes Jahr mit unserer neuen Honigvielfalt und empfehle Ihnen, gleich einen kleinen Vorrat anzulegen. Das gesamte Sortiment finden sie hier.