Aller Abschied fällt schwer

Völlig unbeeindruckt von der leicht zunehmenden Betriebsamkeit an Bord erheitert unser Schiffstrio die Gäste bis zur letzten Minute. Mit Schwung werden Koffer gepackt und bereitgestellt, um dann nochmals genussvoll das reichhaltige Frühstück zu geniessen. Doch die schwere Stunde des Abschieds ist irgendwann nicht mehr aufzuschieben… Es gilt, die Sea Cloud II zu verlassen – bereichert um traumhaft schöne Erinnerungen und Erlebnisse.

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Bei einfachen, aber leckeren Moules et Frites zieht das Delinat-Team in Nizzas Altstadt Bilanz: Die Rückmeldungen der Gäste sind durchweg sehr positiv bis begeistert – die aufwändigen Vorbereitungen haben sich also ausgezahlt! Für uns selbst waren es zwar strenge Tage an Bord der Sea Cloud. Aber der imposante Dreimaster war doch ein wunderschöner Arbeitsplatz – und alle im Team sind sich einig: Wir wären wieder dabei, sollte es eine dritte Reise mit der Sea Cloud geben!

Wer noch ein paar Tage Ferien anhängt, hat sich um 18 Uhr nochmals getroffen, um das Auslaufen der Sea Cloud II vom Land aus zu beobachten und «Byebye» zu winken. Ergreifend wirkt der Anblick und emotional der Augenblick – ich muss tatsächlich ein paar Tränen verdrücken.

Eine Übersicht kommender Delinat-Weinreisen finden Sie unter www.delinat.com/weinreisen

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
  9. Aller Abschied fällt schwer

Alle Bilder der Reise

Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez

Die meisten Gäste geniessen nochmals das Sonnendeck und alle Annehmlichkeiten des Schiffes. Bei Sonnenaufgang ist auch unser Musiktrio Streeo wieder im Einsatz und gibt den Takt beim Frühsport an.

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Die Umrundung der Sea Cloud II mit dem Schlauchboot lassen sich die unterdessen zu „Seebären“ gewordenen Gäste natürlich nicht entgehen – auch die erdverbundenen Winzer Lolita Roche und Erik Bergmann vom Château Duviver wechseln das Metier und geniessen die eindrückliche Sicht vom Wasser auf die Sea Cloud II.

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Das Führungsteam der Sea Cloud II sorgt dafür, dass sich unser Programm nahtlos mit der Bordroutine verweben lässt. Auch sie geniessen das angenehme Klima unter den gut gelauten Gästen. Christian Pfenninger, der Kapitän, die Kreuzfahrt-Direktorin Lisa Huijsers und der erste Offizier Vukota Stojanovic «überwachen» die Erstellung des Gruppenbildes.

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Während die Sea Cloud II vor St.Tropez auf Reede liegt, steht nachmittags ein Besuch auf dem Weingut La Tour des Vidaux und natürlich die Erkundung des schmucken Küstenstädtchens St. Tropez auf dem Programm. Beim Captains-Dinner am Abend zieht das Team in Küche und Service erneut alle Register um die Gaumen nochmals so richtig zu verwöhnen. Einen edlen Jahrgangs-Champagner aus einer Jéroboam (3 Liter Champagner-Flasche) in Anwesenheit der Winzerin Margane Fleury unseres Weingutes Fleury Pères & Fils auszuschenken, ist auch für den Service eine nicht alltägliche Freude!

Marseille, Bordmusik und Landausflüge

Der stark pustende Mistral macht das An- und Ablegen in Marseille vor der imposanten Kathedrale und dem modernen Kunstmuseum MUCEM zu einer echten Herausforderung. Höhepunkte des Tages: Die Landausflüge nach Château Duvivier, zur Domaine André nach Châteauneuf-du-Pape sowie der Stadtausflug in Marseille.

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Von der Kathedrale Notre Dame de la Garde aus geniessen die Reisenden eine überwältigende Aussicht auf Marseille.

Wer sich bei der Anmeldung für Marseille entschieden hatte, kommt am Mittag in den Genuss einer Bouillabaisse. Diese Fischsuppe war einst ein Arme-Leute-Essen. Heute ist sie berühmt und wird in den Restaurants von Marseille zu stolzen Preisen serviert.

Die auf einem Hügel gelegene Kathedrale Notre Dame de la Garde bietet einen fantastischen Ausblick über die Stadt, welche nicht nur die älteste von ganz Frankreich ist, sondern auch die zweitgrösste des Landes.

Nach dem Stadtrundgang war Ausspannen an Deck vor grandioser Kulisse angesagt.
Nach dem Stadtrundgang ist Ausspannen an Deck vor grandioser Kulisse angesagt.

Auf Château Duvivier begeistert das neue Winzerpaar Lolita Roche und Erik Bergmann die Gäste mit ihrer unbekümmerten und leidenschaftlichen Art. Rasch in die Herzen der Passagiere hat sich auch die Bordmusik Streeo gespielt. Mit ihren swingenden und jazzigen Klängen sorgt die mobile Band überall für gute Stimmung. Etwa beim Abendessen, das am Dienstag mit der sogenannten «Muppet-Show» garniert wird. Dabei wird die Sea-Cloud-Crew auf lockere und sympathische Art präsentiert.

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Die Band Streeo begeistert die Reisenden mit ihrer jazzigen Musik.

Ein Riesenapplaus der Gäste zeigt, wie zufrieden man mit der zuvorkommenden Arbeit der ganzen Crew ist. Nochmals zu absoluter Höchstform läuft das Musikertrio bei der anschliessenden Cognac-Degustation mit dem Brennerpaar Elisabeth und Bruno Arrivée auf.

Erst weit nach Mitternacht kehrte auf dem Deck der Sea Cloud Ruhe ein.

Wie jeden Abend kehrt auf dem Deck erst weit nach Mitternacht Ruhe ein, während das Schiff Kurs auf St. Tropez nimmt.

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
  9. Aller Abschied fällt schwer

Alle Bilder der Reise

Stürmisches Wetter und frische Austern

Nach einer unruhigen Nacht mit Windstärke 10 und starkem Wellengang strahlt die Sonne wieder – wie wenn nichts gewesen wäre. Überall wird «klar Schiff» gemacht, das Deck geschrubbt und die Fenster geputzt: Die Gischt der Nacht hat am ganzen Schiff deutliche Salzspuren hinterlassen. Vor Sète setzten wir die Segel, während die erste Gruppe mit Roman Herzog exklusive Weine der Königsklasse degustiert. Diese aussergewöhnliche Degustation («Opus One versus Reserva Martí») lässt sich übrigens auch an Land buchen!

Die spektakuläre Hafeneinfahrt in Sète
Die spektakuläre Hafeneinfahrt in Sète

Die Hafeneinfahrt in Sète lockt dann alle an Deck. Wir werden mit Hilfe von zwei Schleppern in den Hafen bugsiert: Der eine schiebt von hinten, der andere steuert vorne. Das ist selbst für erfahrene Seefahrer ein spektakuläres Bild. Da kann die obligate Glocke noch so freundlich zum Mittagessen läuten –  des Küchenchefs Spanferkel muss sich noch etwas auf die hungrigen Gäste gedulden.

Anne Lignères präsentiert Ihre alten Rebstöcke
Anne Lignères präsentiert Ihre Rebstöcke

Am Nachmittag stehen Ausflüge zu den Weinhöfen Château Coulon und Domain Lignères auf dem Programm. Der Ausflug in die Austernfarm von Florie er Romain Tarbouriech im Etang de Thau zieht Austernliebhaber und Austernskeptiker gleichermassen an, schliesslich muss die Qualität  intensiv getestet werden.

Sea Cloud II Küchenchef Michael Fietz in seinem Element
Michael Fietz, Küchenchef der Sea Cloud II in seinem Element

Doch schnell ist die Gruppe überzeugt und wir nehmen für alle Gäste Austern zum Apero mit – so frisch kriegt man Austern nicht so schnell wieder!

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  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
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Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya

Der Mistral bläst uns mit 8 Beaufort um die Ohren. Auf dem geschützten Lido-Deck sitzen interessierte Gäste in warmen Jacken um die Tische und hören gespannt zu, wie Marga Torres (Kellermeisterin auf dem Weingut Albet i Noya) einen geschichtlichen Überblick über die Konservierung von Wein gibt. Wie die alten Ägypter mit konservierenden Pflanzen arbeiteten. Wie die Griechen den Wein mit Baumharzen versetzten (eine Methode, die beim Retsina auch heute noch praktiziert wird), die Römer schliesslich Schwefel verbrannten und wie im mittelalterlichen Europa Blei hinzugefügt wurde. Oder auch wie Mönche in der Champagne Zucker anstatt Blei verwendeten, dieser in der Flasche nachgärte und ganz nebenbei die Herstellung des Champagners erfunden wurde.

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Zum Glück muss Marga auf keine dieser Methoden zurückgreifen, um ihren schwefelfreien Wein zu machen. Nachfolgend die wichtigsten Punkte:

  1. Auswahl einer der besten Xarel.lo-Parzellen
  2. Absolut gesundes Traubengut
  3. sorgfältig ausgewählter Erntezeitpunkt. Die Trauben dürfen weder zu grün noch allzu reif sein (wichtig für die Säurestruktur)
  4. hygienische Verarbeitung
  5. Pressung der Trauben unter Ausschluss von Sauerstoff
  6. Mostklärung unter CO2 Atmosphäre
  7. Ausbau im Barrique auf der Feinhefe
  8. Barrique wird spundvoll gemacht und verschlossen
  9. Barrique wird regelmässig gedreht, damit die Feinhefen sich mit dem Wein vermischen
  10. Nach dem Ausgabu folgt eine leichte Filtration und anschliessend die Abfüllung

Eine andere Möglichkeit ist, dem Jungwein Zucker und Hefe beizusetzen und ihn in eine Schauweinflasche zu füllen, wo eine Flaschengärung stattfindet und so ein Schaumwein ohne Zusatz von Sulfiten entsteht.

Überrascht sind die Gäste von den knackigen Mustern ohne Sulfite, welche Marga mitgebracht hat. Die Säure, so Marga, ist ein unterstützendes Element bei der Haltbarkeit der Weine. Leider haben wir aktuell noch keine schwefelfreien Weine von Albet i Noya und Marga Torres im Sortiment.

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Wie Marga ausführt, gibt es auch noch eine andere Methode, die auf dem entgegengesetzten Prinzip funktioniert. Der Wein wird absichtlich mit Sauerstoff versetzt. Dadurch oxidieren entsprechende Inhaltsstoffe und der Trub wird an die Oberfläche geschwemmt, wo er abgeschöpft wird. Nun beginnt die Gärung und der Wein kann je nach Stilwunsch im Stahltank oder im Barrique ausgebaut werden. Diese als Hyperoxidation bezeichnete Methode hat den Vorteil, dass der Wein bereits oxidationsstabil ist und deshalb keine Sulfite mehr benötigt. Allerdings verändert sich das Aromabild des Weins doch sehr. Besonders gelungene Vetreter dieser Methode sind der NOSSO der Bodega Menade und der Castello Tassarolo Titouan – Senza SO2 vom Weingut Castello di Tassarolo (beide Weine an Lager).

Und schon klingelt der Bordsteward zum Aperitif!

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
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Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya

Dunkle, schwere Wolken hängen über der SeaCloud beim Anlegen im Hafen von Barcelona. Und dann setzt Regen ein. Doch an Bord herrscht munteres Treiben und die Gäste sitzen unbeeindruckt beim köstlichen Frühstücksbuffet. Wie auf Bestellung hört der Regen auf. Wir starten pünktlich um 10.00 Uhr den Ausflug zu Albet i Noya.

Regen in Barcelona
Regen bei der Ankunft in Barcelona

In der Ferne sieht man deutlich die gezackte Silhouette von Montserrat. Bald tauchen auch die grossen Cava-Kellereien von Sant Sadurni d’Anoia auf und schon fahren wir auf dem Weinhof von Albet i Noya ein. Mit einem breiten Lächeln empfängt uns Josep Maria Albet i Noya. Auch Marga Torres, Önologin und Kellermeisterin, kommt dazu. In zwei Gruppen besichtigen wir das Weingut.

Josep Maria Albet i Noya (vorne rechts) mit Roman Herzog von Delinat
Josep Maria Albet i Noya (vorne rechts) mit Roman Herzog von Delinat

Josep Maria Albet i Noya führt eine Gruppe durch seine begrünten Reben, erzählt lebhaft von seinen Versuchen mit Fledermaushäuschen in den Weinbergen. Er beschreibt, welche klimatischen Tücken um diese Jahreszeit die Trauben noch beschädigen könnten und erklärt, wie er anhand der reichen Biodiversität auf drei Delinat-Richtlinien-Schnecken kommt. Und nicht zuletzt, wie er sich über den kurzen Regenguss freut, der die Gruppe unter der Pinienallee Schutz suchen lässt.

Die andere Gruppe folgt Marga Torres in den Keller. Dort erfahren wir alles über den Ablauf der Weinbereitung, von der Traubenannahme bis zur Flaschenabfüllung. Grosses Staunen beim Eintritt in den alten Keller, als wir die vielen Stahltanks sehen. Immerhin werden hier 20 Traubensorten zu fast 30 verschiedenen Weinen verarbeitet. Jede Sorte wird separat vinifiziert und ausgebaut.  «Aus diesem Grund benötigen wir viele kleine Tanks» erklärt Marga.

Der Autor demonstriert das Weissweintrinken aus dem traditionellen katalanischen Porrón.
Der Autor demonstriert das Weissweintrinken aus dem traditionellen katalanischen Porrón.

Bevor wir in den Barrique-Keller steigen, lässt uns Marga den neuen «Cafeter» (voraussichtlich ab Juni erhältlich) aus dem Tank verkosten. Die Cuvée aus Chardonnay und Macabeu schmeckt herrlich fruchtig mit dezenten Vanillearomen, die vom Ausbau im Barrique herrühren. Am Gaumen zeigt sich der Wein anregend frisch – und doch geschmeidig mit einer leicht rauchigen Note.

Önologin Marga Torres zieht eine Fassprobe des Reserva Marti aus dem Barrique.
Önologin Marga Torres zieht eine Fassprobe des Reserva Marti aus dem Barrique.

Danach zeigt uns Marga, wo und wie ihre Spitzenweine gekeltert werden und wir verfolgen den Weg der Weine in den Barriquekeller. In diesem Gewölbekeller riecht es nach Eichenholz. Die gestapelten Fässer machen einen majästetischen Eindruck. Hier reifen auch die Schaumweine heran.

Marga zieht eine Probe direkt aus dem Barriquefass – Albets Top-Cuvée, die er exklusiv für Delinat keltert: Reserva Marti 2014! Cabernet Sauvignon, Merlot, Syrah und Tempranillo sind hier perfekt vermählt. Es wird deutlich, dass solche Traumweine viel Zeit brauchen. Noch wild und ungestüm zeigt sich der Reserva Marti, das Tannin noch bissig. «Er braucht noch viel Zeit» meint Marga.

Im Degustationsraum serviert uns Albet schliesslich ein leckeres Menue aus typisch regionalen Gerichten, begleitet von einem Macabeu, Rosé und einer Probe des Reserva Marti 2011. Was will man mehr!

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
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Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen

Abschied von Palma: Ein Teil der Reisegruppe hat sich schon auf Mallorca auf die bevorstehende Seereise mit dem imposanten Dreimaster Sea Cloud II eingestimmt. Der Besuch der Salinas de Levante, des neuen Delinat-Weinguts Can Majoral und des Restaurants Sal de Cocó wären allein schon eine Reise wert gewesen. Inzwischen sind sind alle 75 Gäste eingetroffen.

28. April, 13.30 Uhr

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Abschied von Palma de Mallorca – wir segeln dem Wein aus reicher Natur entgegen!

Das Wiedersehen mit der Sea Cloud lässt mein Herz höher schlagen. Vor allem freue ich mich, einige vertraute Mitglieder der Crew, die bereits 2014 mitgesegelt sind, wieder an Bord vorzufinden. In dieser intensiven Reisewoche vor zwei Jahren waren sie mir ans Herz gewachsen. Sehr herzlich ist die Begegnung mit Lisa Huijsers, Kreuzfahrtsdirektorin und damit meine direkte Ansprechpartnerin. Auch Hoteldirektorin Elisabeth Vogel und Christian Pfenninger, «unser» Schweizer Kapitän sind wieder dabei. Und je später der Abend, desto wichtiger: «unser» Barkeeper Avelionio Saltarin. Die konstante Stammbesatzung ist in meinen Augen ein klares Qualitätsmerkmal der Sea Cloud II.

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Die beiden Kreuzfahrts-Direktoren: Lisa Huijsers (Sea Cloud) und der Autor

28. April, 16.00 Uhr

Trotz etwas Regen und einer kleinen Kältefront verläuft das Boarding zügig und routiniert. Das erste Staunen der Gäste (eine Menge «Ah und Oh» ist zu hören), die ersten Fotos mit der Sea Cloud II im Hintergrund – und wie es sich gehört: Die Delinat-Flagge am Hauptmast!

Vom Schiff aus nur schwer zu fotografieren: die Delinat-Flagge
Vom Schiff aus nur schwer zu fotografieren: die Delinat-Flagge

Nach der Rettungsübung mit Sicherheitsinstruktionen werden die Leinen losgemacht und es geht los: Wir segeln dem Wein aus reicher Natur entgegen! Der aufkommende Wind und der Wellengang sorgen dann allerdings während des Abendessens für etwas Unruhe in einigen Mägen und Gleichgewichtsorganen. Nicht immer ist das Mittelmeer spiegelglatt.

Maria Barrena Belzunegui von Azul y Garanza (Navarra) stellt Ihren Wein beim Abendessen vor.
Mit an Bord: Maria Barrena Belzunegui von Azul y Garanza stellt Ihren Wein beim Abendessen vor. Links im Hintergrund David Rodriguez (Delinat).

Trotzdem versäumen nur wenige Gäste die Degustation am späteren Abend: Wir verkosten einige Schätze aus dem privaten Weinkeller von Mireia Oliver – eine schöne Erinnerung an Mallorca und Can Majoral. Danach wird es literarisch: Weinkrimi-Autor Carsten Henn lädt in der Bordbibliothek zur (spannenden) Gutenacht-Geschichte.

29. April, 9.00 Uhr

Beim Frühstück sind wieder alle (Gäste, Delinat-Team und Crew) wohlgelaunt versammelt!

29. April, 11.00 Uhr

Die Sonne lacht vom Himmel. Die Temperaturen haben im Schatten sicherlich bereits 20 Grad erreicht, wenn nicht schon überschritten. Bald werden wir im Hafen von Tarragona anlegen.

Update:

29. April, 14.30h

Mittlerweile hat sich die Sonne durchgesetzt und alle Gäste sind auf Landausflügen. Ich geniesse «unser» Schiff fast ganz für mich alleine – zusammen mit der Crew: Da werden Gläser gespült, gekocht, geputzt, dies und jenes repariert und gewartet, Rost weggeschliffen, Farbe aufgetragen, Abfall entsorgt, Wasser gebunkert und was es sonst noch zu tun gibt. Auf 15h ist übrigens die Bieranlieferung terminiert…

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
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Genusserlebnisse auf Mallorca

Einstimmung auf die Traumreise:  22 Kundinnen und Kunden nutzen die einmalige Gelegenheit und nehmen noch vor dem Ablegen der Sea Cloud II in Palma de Mallorca am attraktiven und genussreichen Vorprogramm teil.

Salinas de Levante

Salinas de Levante
Salinas de Levante

Bei angenehmen 22 °C besuchen wir die Salinas de Levante im Südosten der Insel. Zunächst erfahren wir, wie das Meesalz gewonnen wird. Die Salinen bilden zusammen mit dem nahegelegenen geschützten Strand Es Trenc ein wertvolles Ökosystem. Sie beherbergen verschiedene Zugvögel sowie 12 Flamingos. Übrigens: Das Federkleid der Flamingos verfärbt sich rosa durch die kleinen Krebse, welche sich in den Salzwasserbecken von Mikroorganismen ernähren und Hauptnahrungsquelle der Flamingos sind.

Neben der Salzgewinnung (10’000 t/Jahr) wird auch das wertvolle Flor de Sal abgeschöpft, das durch ein Zusammenwirken von Sonneneinstrahlung, Temperatur und Salzgehalt entsteht. In der gehobenen Gastronomie wird dieses Salz wegen seiner natürlichen Geschmacksverstärkung hoch geschätzt. Der Besuch wird abgerundet durch eine Flor de Sal – Degustation mit perfekt abgestimmten Häppchen und Wein.

Can Majoral

Als nächstes steht der Besuch auf dem Bioweingut Can Majoral auf dem Programm. Seit der Gründung 1990 arbeitet Andreu Oliver biologisch – 1994 erhielt er als erster Winzer auf der Insel das Biozertifikat! Von Beginn an achtete er auf eine vielfältige Vegetation. Heute finden sich neben den Reben viele Mandelbäume, Johannisbrotbäume und Feigenbäume auf der Finca. Das Gut liegt in einer wunderschönen Naturlandschaft, umgeben von Pinienwäldern und wild wachsenden Sträuchern – ein kleines Paradies zu dem auch ein paar Schweine, freilaufende Hühner, Enten, Truthähne und zwei Esel gehören.

Im Keller von Can Majoral
Im Keller von Can Majoral

Seit mehreren Jahren wird Andreu durch seine Tochter unterstützt. Als Önologin führt sie uns durch den Keller und lädt uns zu einer Degustation zweier Callet-Jahrgänge ein. Callet ist eine autochthone Rebsorte auf Mallorca, die wohl zu den interessantesten der Insel gehört. Der erste Wein kommt direkt aus dem Holzfass, den anderen können wir nach seiner Reifezeit im Holzfass degustieren. Nach dem Weinbergsbesuch wird die Gruppe mit einer reichhaltig gedeckten Tafel überrascht. Selbst gebackene Gemüsetaschen, Tortilla aus Eiern der eigenen Hühner, Wurstwaren aus eigener Produktion, Gemüseeintopf aus dem Garten, Pa amb Oli, Gemüse-Coca begleitet von zwei köstlichen Weissweinen und einem Rotwein aus der autochthonen Sorte Gorgollassa.

Besuch bei Marta Roselló

Gaumenfreuden im Restaurant Sal de Coco
Seebrasse im Salzmantel: Gaumenfreuden im Restaurant Sal de Coco

Bereichert durch diese vielen Sinneseindrücke geht die Reise weiter an die Südküste nach Colonia St. Jordi, wo wir an der frischen, frühlingswarmen Meeresluft am Hafen Zeit für einen Spaziergang haben. Zum Nachtessen sind wir Gäste bei Marta Roselló. Bereits mit 21 Jahren führte sie ihr eigenes Restaurant. Heute – 9 Jahre später – betreibt sie ihr Restaurant Sal de Cocó in bester Lage direkt am Hafen. Die gefeierte Jungköchin lernte beim bekannten Koch Santi Santamaria vom Can Fabes. Für uns kocht sie an diesem Abend eine Seebrasse im Salzmantel, begleitet von einem Chardonnay-Riesling aus der Magnumflasche von Can Majoral. Ein Gedicht – und ein toller Auftakt zu den Genüssen, die uns in den nächsten Tagen auf der Reise mit der Sea Cloud II erwarten.

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

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  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
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Alle Bilder der Reise

Vorbereitung auf eine Traumreise

18 Monate Vorbereitung gehen nun zu Ende, die Phase der Umsetzung hat begonnen! Und die Nervosität steigt – auch in Anbetracht der Grösse dieses Unterfangens: 75 erwartungsvolle Gäste sind an Bord, wenn die Sea Cloud II in Palma de Mallorca in See stechen wird. Das Delinat-Team zählt acht Reisebegleiter und Weinexperten. Sie sind gefordert, auf jede Frage der wissbegierigen Gäste eine Antwort zu wissen. Vier Kabinen sind für die Delinat-Winzer und die Jazz-Musiker reserviert, die uns etappenweise begleiten werden. Die Besatzung der Sea Cloud II besteht aus 56 Frauen und Männer die in Nautik, Hotel, Küche und Service täglich ihr bestes geben werden.

Ein Bild von der letzten Seereise: die Sea Cloud im Hafen von Tarragona
Ein Bild von der letzten Seereise: die Sea Cloud im Hafen von Tarragona

Ende März: Delinat-Lager in Weil am Rhein

Drei Paletten voll mit Material machen sich via Hamburg auf den Weg nach Lissabon. Die Sea Cloud II wird dort mit Verbrauchsmaterialen, Ersatzteilen und Kleidern für die Crew versorgt. Mit dabei sind drei Paletten mit Delinat-Weinen, -Spirituosen, einigen Drucksachen und Degustationsutensilien.

20. April: E-Mail aus Lissabon

Alles wohlbehalten angekommen und bereits an Bord verstaut – das ist beruhigend. Doch die Ruhe währt nur kurz: «Was macht dieses Bier für die Sea Cloud II noch hier?» möchte jemand aus dem Delinat-Lager wissen. Das löst einige Aktivitäten aus –  wir einigen uns auf eine Nachlieferung nach Tarragona…

Detailplanung: Immer mehr Fragen

Je näher der Termin rückt, je detaillierter werden die Fragen: «Nein, mit einem 30-Plätzer Bus können wir nicht bis zu unserem Winzer fahren. Der Weg ist zu schmal.  Wir brauchen dazu exakt den 26-er Bus. Auch wenn uns das Busunternehmen mit einem Upgrade auf einen grösseren Bus eine Freude machen möchte…»

Mein Koffer ist gepackt

Nehmen alle Gäste soviel Gepäck mit wie ich, tragen wir rund 2 Tonnen Reisegepäck an Bord. Die 14-Tages Wettervorhersage sieht gut aus – Sonne und Wind, zwischen 12 und 20 Grad. Ist die Sonnenbrille dabei? Habe ich an alles gedacht, habe ich alle Vorbereitungen getroffen?

Meine Abreise und Ankunft auf Mallorca

Bestes Wetter auf Mallorca
Bestes Wetter auf Mallorca

Zu Hause Schneeschauer – nicht nur in den Bergen, sondern im Flachland! Es tut gut, die Wärme Palmas zu spüren. Und hier ist es breits sommerlich – sowohl auf dem Thermometer als auch in den Farben der Natur, die richtig leuchten! Doch es bleibt nicht viel Zeit, das wunderbare Wetter zu geniessen. Der angekündigte Streik auf deutschen Flughäfen sorgt für Unruhe – ich muss wieder «ins Büro»: Das ist zwar im Freien an der Wärme, aber auch hier stellen sich Herausforderungen…

Logbuch der «Sea Cloud»-Reise, April/Mai 2016

  1. Vorbereitung auf eine Traumreise
  2. Genusserlebnisse auf Mallorca
  3. Wiedersehen mit der Sea Cloud – neuen Ufern entgegen
  4. Live von der Sea Cloud: Besuch bei Albet i Noya
  5. Referat und Degustation «schwefelfreie Weine» mit Marga Torres und Josep Maria Albet i Noya
  6. Stürmisches Wetter und frische Austern
  7. Marseille, Bordmusik und Landausflüge
  8. Ein entspannter Genusstag vor St.Tropez
  9. Aller Abschied fällt schwer

Der Zauberer in der Bordküche

Was die 60-köpfige Besatzung unter dem Schweizer Kapitän Christian Pfenninger während der Delinat-Kreuzfahrt (siehe Artikel «Auf grosser Fahrt») leistete, hat alle Passagiere begeistert. «Noch nie haben wir in einer Woche so viele Weingläser poliert», meinte Lisa Huijsers, als Cruise Director die gute Fee an Bord, am Ende der Reise lachend. Doch mit dem Gläserpolieren war es natürlich nicht getan.

Küchenchef Daniel Göhler verrät eines seiner Lieblingsrezepte
Küchenchef Daniel Göhler verrät eines seiner Lieblingsrezepte

Die Qualität von Service und Essen ist zentral, um die Passagiere bei Laune zu halten. Mit Daniel Göhler ist ein Chef de Cuisine an Bord, der es versteht, mehrmals täglich bis zu 80 kulinarisch anspruchsvolle Gäste auf hohem Niveau zu bekochen. Was der Mainzer zusammen mit seinem Küchenteam auf die Teller zaubert, ist vom Feinsten. Wie schafft ein erst 29-jähriger Koch das? Daniel Göhler: «Erfahrung und Einsatz spielen eine wichtigere Rolle als das Alter. » Über beides verfügt der junge Mann reichlich. Seine Sporen als Spitzenkoch hat er in verschiedenen deutschen Sterne-Restaurants abverdient, ehe er Anfang 2013 als Souschef auf die Sea Cloud II kam. Ende Jahr übernahm er bereits das Zepter in der Schiffsküche.

Kulinarische Leckerbissen auf der Sea CloudWas reizt ihn an der Arbeit als Küchenchef auf einem Schiff? «Es ist viel Improvisationstalent gefragt», sagt er. Man müsse mit jenen Produkten arbeiten, die man unterwegs kriege. «Ich versuche immer möglichst viel direkt vor Ort einzukaufen.» Daniel Göhler steigt deshalb in den Hafenstädten jeweils in ein Taxi und lässt sich auf die lokalen Märkte chauffieren, wo er tagesfrische Produkte und lokale Spezialitäten einkauft. «Ich achte auf gute Qualität aus nachhaltiger Produktion», betont er. Denn wichtig für eine gute Küche seien der Geschmack, die Harmonie zwischen den verschiedenen Speisen, aber auch die Optik. Daniel Göhler: «Es muss alles stimmen. Der Gast sieht auf dem Teller sofort, ob mit Leidenschaft gekocht wird oder nicht.» Auf der Sea Cloud II ist das definitiv der Fall.

Kaffee-Orangen-gebeizter Bachsaibling

Für Delinat hat Daniel Göhler aus seinem persönlichen Rezeptbuch folgendes Hors d’oeuvre ausgesucht (für 4 Personen):

Aus dem Rezeptebuch des Küchenchefs

Kaffee-Orangen-gebeizter Bachsaibling.
Kaffee-Orangen-gebeizter
Bachsaibling.

Zutaten

  • 2 ganze Bachsaiblinge
  • 200 g Salz
  • 200 g Zucker
  • 2 Orangen
  • 50 g gemahlenen Kaffee
  • 10 Wacholderbeeren
  • 10 g weisser Pfeffer gemahlen
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 Zweig Dill
  • 5 g Fenchelsaat

Zubereitung

  • Fische waschen, filetieren, entgräten und auf einem Küchentuch abtropfen lassen
  • Orangen waschen und die Schale fein abreiben, zum Garnieren die Filets herausschneiden
  • Dill zupfen und fein hacken, mit den anderen Gewürzen in einem Mixer zerkleinern; anschliessend die Fischfilets mit dem Orangenabrieb marinieren
  • Fisch anschliessend in eine luftdichte Form legen, grosszügig mit Beize bedecken und 24 Stunden abgedeckt und kühl ziehen lassen
  • Nach dem Beizen die Fischfilets unter kaltem Wasser abspülen und abtropfen lassen
  • Entgegen der Faser schräg schneiden, um schöne Scheiben zu erhalten

Daniel Göhler
Chef de Cuisine, Sea Cloud II

Einen interessanten Bericht inklusive Foto-Galerie zur Delinat-Weinreise auf der «Sea Cloud II» im Mai 2014 finden Sie hier.