Weinversand im Wandel

Im Laufe der 38 Delinat-Jahre wurde unser Lager- und Versandsystem viele Male neu erfunden. Anfangs war es das schnelle Wachstum, das unser Warenlager immer wieder aus den Nähten platzen liess. Später waren es vor allem neu angebotene Dienste und das Aufkommen des Internets, das unser Versandsystem beeinflusst hat. Es wurde schneller und sparsamer. Auch hat der Erfolg des DegustierService zu immer effizienteren Prozessen und Kostenreduktion geführt, so dass wir schliesslich eine portofreie Sendung anbieten konnten.

Das ist die einfachste Art, Weinflaschen zu transportieren: 600 bis 700 Flaschen passen auf eine Palette. Die Trennkartons werden im Anschluss zu wertvollem Stopfmaterial aufbereitet.

Das Internet beflügelt den Versandhandel und die Zustelldienste können mit ihren automatisierten Verteilzentren heute bessere Lösungen und Preise anbieten, als je zuvor. Diese Entwicklung hat allerdings nicht nur positive Seiten. Eine Herausforderung ist, dass die Bruchgefahr durch die Förderbänder und Sortieranlagen deutlich gestiegen ist. Weinflaschen können in normalen Kartons, wie sie die Winzer verwenden, kaum noch verschickt werden. In der Schweiz bietet die Post mit «VinoLog» einen Dienst an, bei dem die Pakete von Hand sortiert werden, so dass auf dickere Kartons verzichtet werden kann. In Deutschland kann Hermes ähnliches leisten. Allerdings haben beide Dienste auch Nachteile, z.B. sind sie relativ langsam, wenig flexibel und teuer. Ausserdem fehlen Alternativen – bei Engpässen oder Problemen können wir nicht ausweichen, ohne die Sendungen in posttaugliche, schwere Kartons umzupacken und dabei Unmengen von Karton-Müll zu produzieren, weil die Winzer-Kartons entsorgt werden müssen.

Seit zwanzig Jahren bewirtschaften externe Dienstleister das Delinat-Lager. Via Schnittstellen werden die Daten für die Versandaufträge übertragen. Diese Systeme waren früher ganz praktisch, weil sie skalierbar waren. Mit steigenden Anforderungen stossen sie aber immer mehr an ihre Grenzen und es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Anpassungen zu machen. Wir haben daher beschlossen, 2019 die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mit dem Ziel, einen zuverlässigen und schnellen Lieferdienst zu gewährleisten, vor allem aber einen ökologisch vorbildlichen.

Ein Ausblick

Unser Ziel ist kein geringeres, als Weinflaschen sicher, schnell und ohne Verpackungsabfall in ganz Europa auszuliefern. Mit jedem ökologisch und sozial vertretbaren Paketdienst, mit und ohne Förderbänder. Mit Auslieferung nach Hause, an Packautomaten oder Abholstationen.

Ohne Abfall – wie soll das gehen? Es braucht natürlich nach wie vor ein Gebinde. Und Karton aus Recycling-Papier ist aus unserer Sicht nach wie vor die ideale Verpackung. Anstelle aber auf möglichst leichte Einweg-Kartons zu setzen, und damit Bruch zu riskieren, machen wir das Gegenteil: Unsere neuen Versandkartons werden stärker als die bisherigen sein, so dass sie jede Art von Transport überstehen und die Weinflaschen perfekt schützen. Sie werden so gut sein, dass sie im Durchschnitt ein halbes Dutzend Mal auf die Reise geschickt werden können.

Eine Variante der Rollwagen, in denen die leeren Kartons gesammelt werden. Sie sind zusammenlegbar und nehmen 40 bis 100 Leerkartons auf, je nach Grösse. Gesammelt werden ausser den kleinen DegustierService-Kartons auch die ab Januar 2019 genutzten hochwerting 6er, 9er und 12-Kartons.

Das bedeutet aber, dass die Kartons irgendwie zu uns zurück finden müssen. Dies soll auf zwei Wegen möglich werden: In Städten und Agglomerationen wollen wir 2019 Sammelstellen einrichten und mehrmals pro Jahr Sammelwochen durchführen. Für jede Region wird es einen Sammelkalender geben und Delinat-Kunden können sich per Mail oder SMS daran erinnern lassen. Für Leute auf dem Land wird es die Möglichkeit geben, die Kartons in einem Sammelbehälter auf unsere Kosten zurückschicken zu können.

Ab Januar 2019 wird ein neues Team von etwa 10 Delinat-Angestellten unser modern eingerichtetes Lager in Grenzach-Wyhlen bewirtschaften und die Pakete packen. Die Logistik-Leiterin ist eingestellt, weitere Stellen haben wir soeben ausgeschrieben. Die Stellenbeschreibungen finden Sie hier.

Karton-Sammelstellen

In Städten und Agglomerationen suchen wir an guter Verkehrslage Standplätze für Rollcontainer zum Sammeln von leeren Kartons. Die Rollwagen müssen jeweils alle drei Monate für eine Woche von Delinat-Kunden zugänglich sein, um die leeren Kartons darin zu verstauen. Die Rollbehälter haben eine Grundfläche von etwa 1,4 x 1,0 m und eine Höhe von etwa 2 m. Die Platzierung muss vor Niederschlägen und Sturm geschützt sein. Falls Sie selbst einen passenden Unterstand haben, den Sie vier Mal jährlich für eine Woche zur Verfügung stellen können, dann melden Sie sich bitte hier. Die «Miete» für den Standplatz wird mit einem Einkaufsgutschein honoriert. Beim Abholen wird der volle Rollbehälter jeweils durch einen leeren ersetzt, der sich zusammengeklappt auf kleinstem Raum aufbewahren lässt, bis er drei Monate später zum Einsatz kommt.

Die nachhaltigste Art, Wein zu kaufen

Im Weinbau ist die Delinat-Methode nicht nur zu einem Begriff, sondern auch zum Vorbild für viele Winzer geworden. Einzigartig ist die zwingende Verknüpfung von Biodiversität mit Qualität und wirtschaftlichem Erfolg. Dass bei grosser Vielfalt die Gefahr vor Schädlingen und Epidemien geringer ist als in tristen Monokulturen, konnte hinreichend bewiesen werden. Und dass es sich auch wirtschaftlich lohnt, können 100 Winzerfamilien bezeugen, die seit Jahren nach der Delinat-Methode arbeiten. Auch aus ökologischer Sicht gibt es keine bessere Alternative.

Vier solcher Elektro-Lieferwagen sind rund um die Weindepots in der Schweiz im Einsatz. Den Strom produziert Delinat mit einer 530 kW-PV-Anlage – mehr als ausreichend für Fahrzeuge, Büro und Lager.

Es wäre zu kurz gedacht, wenn sich die Nachhaltigkeit lediglich auf den Weinbau beschränken würde. Auch der Transport der Flaschen zum Weinfreund gehört in eine ganzheitliche Sichtweise. So sollten die Transportstrecken möglichst kurz gehalten und die Fahrzeuge möglichst schadstoffarm und ausgelastet fahren. Bei langen Strecken setzen wir nach wie vor auf die Bahn, die eine deutlich bessere Ökobilanz als der Diesel-LKW aufweist. Auch auf dem Weg zum Verbraucher setzen wir auf die kürzesten und effektivsten Transporte. In der Schweiz rollen bereits vier eigene Elektro-Lieferwagen und einige Paketdienste sind auch schon elektrisch unterwegs. Noch aber gibt es auch bei Delinat Verbesserungspotenzial.

Die Rollcontainer mit Leerkartons werden ab 2020 elektrisch zurück ins Delinat-Lager bei Basel transportiert. Die Ökobilanz bei Wiederverwendung der Kartons ist an sich schon deutlich besser – mit Elektrifizierung des Transports nimmt der Effekt noch weiter zu.

Zum Beispiel LKW: Für dieselbe Strecke, die heute 100 Liter Diesel verpufft, benötigt ein elektrisch betriebenes Fahrzeug lediglich das Energie-Äquivalent von 20 Liter. Das ist sogar sparsamer als die Bahn, die allein zum Unterhalt der Infrastruktur viel Energie verbraucht.

Wahrscheinlich kann Delinat heute schon die beste Transport-Ökobilanz im Weinhandel vorweisen. Doch mit der neuen abfallfreien Auslieferung und der Optimierung auf der Strasse wird sich diese ab 2019 noch deutlich verbessern. So bald die Änderungen umgesetzt sind, werden wir den ökologischen Fussabdruck von neutraler Stelle erneut bilanzieren lassen.

 

Karl Schefer

Karl Schefer

Geschäftsleiter bei Delinat
Delinat ist für mich Hobby, Berufung und Beruf. Was gibt es schöneres, als sich für eine gesunde Natur einzusetzen und dafür mit köstlichem Wein belohnt zu werden?
Karl Schefer

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45 comments

  1. Da ich seeehr auf dem Land wohne (200 Einwohner.Dorf) bin ich sehr gespannt. Sammelbehälter? Und die kommen wie? na abwarten…
    Prima, dass Ihr Euch da Gedanken macht!!!

    1. Ich sammle die Kartons bereits seit vielen Jahren, weil sie mir zu schade zum Weg-
      werfen waren. Ich habe sie dann in eine große Schachtel gepackt und auf eigene Kosten zurückgeschickt. Wenn es dafür Punke gäbe wäre es evtl. auch für andere Kunden ein Anreiz auch so zu verfahren.

    1. Was aber im Gebrauch nicht schlimm ist, wenn das Fahrzeug mit abfallstämmigem Biomethan befeuert wird – dann ist es nämlich mindestens genauso sauber, wenn nicht noch sauberer und klimaneutraler als ein E-Auto, das bei der Herstellung erst einmal immense Ressourcen verschlingt.

      Mehr zum Thema CNG-Mobilität gibt es hier: http://www.gibgas.de und natürlich beim http://www.cng-club.de
      Und noch etwas Kritisches zur vielbeschworenen E-Mobilität:
      https://www.aktiv-gegen-kinderarbeit.de/2017/11/dr-kongo-deutsche-automobilindustrie-profitiert-von-ausbeutung-und-kinderarbeit/

    2. Dass im Bild ein CNG-Auto abgebildet ist, passt zwar nicht zur Bildunterschrift, freut mich als CNG-Fahrer aber besonders. Biogas ist regenerativ und kann abfallstämmig erzeugt werden. Somit kann auf Mais- und andere Monokulturen und industrielle Landwirtschaft verzichtet werden. Mehr Infos dazu gibt es auf http://www.cng-club.de, http://www.gibgas.de und http://www.verbiogas.de

      Klimaneutrale und nahezu emissionsfreie Mobilität wird eben nicht nur durch E-Fahrzeuge, sondern auch durch CNG-Mobilität erreicht, die im Gegensatz zur E-Mobilität weniger bis keine Kinderarbeit generiert.
      was bei E-Mobilität immer gerne vergessen wird, ist der hohe Energieverbrauch bei der Akkuherstellung, der den Vorteil oftmals fast wieder auffrisst. Da muss ein E-Mobil schon sehr sehr lange unterwehgs sein, um das wieder einzusparen. Bei Delinat funktioniert das mit einer eigenen Solaranlage gut.

  2. Das sind gute Aussichten, vor allem der Elektro-LKW und die Elektolieferwagen mit Strom vom eigenen Dach sind eine tolle innovative Idee. Aber da ich nur 45 Velominuten vom Delinat-Weindepot in Olten entfernt wohne, werde ich mir in Zukunft den Wein ohne Verpackung direkt mit dem Velo dort abholen, das ist noch umweltschonender. Ich habe das am Dienstag rekognosziert.

    Leider hab ich in ins Aug gefasstes Sonderangebot verpasst, sonst würde ich das bereits diesen Freitag zum ersten mal umsetzen. Könnte man sich Sonderangebote zum Abholen in einem bestimmten Weindepot auch reservieren lassen?

  3. Ich habe mich immer wieder über die Kartons geärgert.
    Wollte in der nächsten Zeit kündigen und nur noch bei Memo bestellen oder hier im Bioladen kaufen.
    Gute Idee.

  4. Ich habe die Kartons gerne auch weiterverwendet, wenn ich etwas verschicke, da die Kartons sehr stabil sind. Einen bis zwei halte ich daher normalerweise immer vorrätig, nur was ich nicht benötige, wanderte ins Altpapier.

    Ich freue mich aber natürlich auch über ein Rückgabesystem, auch wenn ich nicht sicher bin, wie sinnig das letztlich in der Gesamtbilanz ist, denn die Post dieselt die Leerkartons durch die Lande.

  5. Prima Ideen – bin gespannt wie sich das verwirklichen lässt.
    Da ich hin-und wieder in Weil am Rhein oder in Basel bin, hätte ich gerne die Möglichkeit, meine Delinat-Weine oder sonstige Delinat-Waren dort abholen zu können.

  6. Das ganze zeigt, wie weit Delinat denkt und schon immer gedacht hat. Diese Riesenaufgabe anzugehen ist sehr mutig und ich hoffe, von Erfolg gekrönt.
    Die hochwertigen Kartons werden bei mir meist weiterverwendet, aber nicht immer gelingt es, den Gang in den Papiercontainer zu verhindern. Wenn eine Wiederverwendung der Verpackungen realisiert würde, wäre das ein großer Schritt und ein Gewinn für uns alle! Ich bedanke mich deshalb bei Delinat dafür unf wünsche viel Erfolg!

  7. Eine super nachhaltige Idee, und wenn ihr jetzt noch die Alubanderole am Ende vom Flaschenhals durch eine ökologisch vertretbare ersetzt sind wir umweltmäßig wieder ein kleines Stück weiter.

  8. Habe mich bisher nicht nur über die Weine gefreut sondern auch über die Kartons, in denen diese verschickt wurden. Kann die Kartons in dieser Form bestens selber sehr nützlich verwenden. Hoffe, das bleibt so.

  9. Die Idee ist lobenswert. Ich hoffe aber auch, dass sich der zusätzliche Aufwand in Logistik und eigenem Personal nicht auf den Preis auswirkt.
    Denn nicht jeder kann sich den qualitativ sehr guten Bio Wein leisten.
    Und Delinat sollte nicht nur für elitäre Kreise erschwinglich sein.

  10. Die Idee finde ich super. Für mich ändert jedoch nichts, da ich 5 km vom Depot St. Gallen weg wohne, meinen Wein immer dort persönlich hole bringe ich meine Schachteln (und meine Korkzapfen) jeweils ins Depot zurück, was auch immer geschätzt wird.

  11. Klingt auf den ersten Blick sinnvoll gut.
    Dank für das dahinter stehende Engagement!
    Was mich sehr irritiert ist die Aussage „So bald die Änderungen umgesetzt sind, werden wir den ökologischen Fussabdruck von neutraler Stelle erneut bilanzieren lassen“.

    Vor dem Hintergrund des sehr hohen Einflusses der transportbedingten Klima- und Umweltbelastung in der Gesamt-Ökobilanz eines Produktes erscheint mir dieses vorgehen mehr als fragwürdig. Was passiert wenn sich nach der massiven Investition in dieses neue System herausstellt, dass die Ökobilanz gar nicht besser geworden ist ?

    Sinnvollerweise sollte die Ökobilanz des Systems im Vorfeld erstellt werden. Dies bietet den Vorteil das entscheidende Stellen erkannt und ggf bereits im Vorfeld optimiert werden können, bis hin zum Vermeiden von Fehlinvestitionen in Systemkomponenten die für die Gesamtbilanz ggf eine Verschlechterung der Ökobilanz gegenüber dem aktuellen Stand bedeuten.
    das ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung in Heidelberg ist die erste Adresse bezüglich solcher Ökobilanzen.

    1. Danke für den Einwand. Es ist natürlich nicht so, dass wir mit unserem Projekt etwas tun, wovon wir nicht wissen, ob es sich positiv oder negativ auswirken könnte. Aus früheren Studien kennen wir die Schwächen des aktuellen Systems genau und alle Massnahmen zielen darauf ab, diese zu beheben oder abzumildern. Wir wissen daher, dass die neue Ökobilanz deutlich besser sein wird, doch wir wollen messen, wie stark dieser Effekt ist.

  12. Einweg ist Irrweg. Ich habe vor zig Jahren als Auslieferungsfahrer für Getränke bereits den Irrsinn der individuellen Flaschen und Kästen rapide ansteigen sehen, weil jeder seine eigene Flaschenform und Branding haben wollte. Ich finde es gut was Delinat macht, hoffe aber das die Menschheit sich bald auf standardisierte Behältnisse für „alles“ einigt. Milch, Wein, Bier, Wassser, Konserven … alles in DIN/ISO genormten Behältern. Dann kann man alles überall zurückgeben, Rohstoffverschwendung wird minimiert, Wege verkürzt und es ist für den Verbraucher wesentlich bequemer. Merke, es kommt nicht auf die Verpackung an, sondern auf den Inhalt.

  13. Verwunderlich: die Kommentare scheinen nur von Neu-Kunden zu kommen, denn es gab ja vor einigen Jahren den „Rück-Sack“, den man mit 6 Leerkartons bestückt dann einfach bei der Post/DHL aufgeben konnte. Als das Retourverfahren dann von Delinat eingestelltt wurde, da wohl DHL plötzlich Schwierigkeiten machte, habe ich protestiert (4. Sept. 2012) und, da das erfolglos blieb, mein Wein-Abo gekündigt.
    Ich hatte auch angeregt, sich über andere Lieferdienste als DHL um ein Retourdienst zu bemühen, denn Delinat als Großkunde hat da sicherlich Verhandlungsspielraum. Auch das leider ohne substantielle Resonanz – sondern es wurde folgende „schnelle“ aber höchst unbefriedingende Lösung gefunden: Einweg-Leichtkartons!

    Ihr Herr Schefer schrieb mir am 5.9.2012:

    Natürlich waren wir seit der Rücksack-Problematik nicht tatenlos, im Gegenteil. Viele Kundinnen und Kunden haben auf unseren Hilferuf mit wertvollen Anregungen geantwortet. Von einigen Hundert Ideen haben wir rund zwei Dutzend geprüft.

    Die Sofortlösung war dann eine ganz andere als ursprünglich angepeilt: Anstelle des Einsammelns von schweren und starken Kartons, die auch die Post-Förderbänder überleben, haben wir mit Hermes eine sanftere Versandart gefunden (im Blog haben wir mehrmals darüber berichtet). Diese ermöglicht uns, die Kartonmenge auf rund die Hälfte des Gewichts zu reduzieren und die Kartons falt- und zusammenlegbar zu gestalten. Das Rücksenden dieser Leichtkartons ist daher nicht mehr sinnvoll, weder aus ökologischer noch aus ökonomischer Sicht. Das Kartonagevolumen pro Weinflasche entspricht jetzt in etwa dem gleichen Verhältnis wie bei Original-Winzerkartons.

    Wir sind aber trotzdem noch immer wachsam und würden auch andere Ideen gerne prüfen. Haben Sie vielleicht Anregungen?

    Herzliche Grüsse
    Karl Schefer

    Um so mehr freue ich mich nun nun, dass es – fast 6 Jahre später – eine auch ökologisch bessere Lösung geben wird! Vielen Dank dafür.

    Beste Grüße
    rk
    (ehem. Kunde, Nr. 3319318)

  14. Bin gespannt, wie dann letztendlich die Lösung aussehen wird. Ich wohne in einem Vorort von Köln, benötige kein Auto mehr wegen guter Anbindung an die Stadt. Was dann aber bedeutet, wie bekomme ich sperrige Kartons wieder an einen Sammelort? Die Delinat-Degustierpakete sind definitiv zu schade für den Müll, ich werde sie ab jetzt sammeln. Egal, wie die Diskussion ausgeht, ich werde Delinat-Kundin bleiben, weil die Weine wunderbar sind und ich mich jedes Mal freue, wenn ein Degustierpaket ankommt.

  15. Gerade kam wieder ein Degustierpaket.
    Die bislang eingesetzten Kartonagen sind überstabil. Hier könnte man reduzieren
    ohne dass die Flaschen leiden. Das funktioniert ja auch bei anderen Versendern!
    Die Bedruckung der Kartonagen kann man sich sparen. Wo ist der Nutzen?
    Eine Rückgabe – gerade wenn man auf dem Land wohnt – ist nur möglich so die
    Kartons für die Rückgabe bzw. Rücksendung flach gelegt werden können. Hier
    muss man auf Systemkartonagen umsteigen die das ermöglichen.
    Nicht jedermann hat entsprechend Platz die „aufgestellten“ Kartons zu sammeln.
    So lange die neue Lager-Kartonage billiger ist als die Rücknahme – wie auch immer –
    wird sich am Versand-Prinzip nichts ändern. Dieser Punkt wurde auch schon mit
    anderen Versendern angesprochen. Das Handling ist zu „kompliziert“ und außerdem
    gibt keiner der Versender einen Bonus für die Rücksendung !

  16. „Bonus für die Rücksendung“? So würde ich nicht denken. Als Bonus reicht mir das gute Gefühl, die Wegwerfgesellschaft ein kleines bisschen zu entschärfen. Jedes Mal, wenn ein intakter Versandkarton (von welchem Versender auch immer) bei mir ins Altpapier wandert, blutet mein Umweltherz. Gern würde ich alle Kartons zurückgeben, dafür müsste man mich nicht „bezahlen“. Dass Delinat sich so sehr für einen respektvollen Umgang mit der Natur einsetzt, ist beispiellos. Das sollten wir alle unterstützen. Weiter so!

  17. Jede Verbesserung ist super. Auch wir sammeln jeweils Kartons, haben aber nicht immer Gelegenheit, diese zurück zu geben und müssen sie dann teilweise schweren Herzens dem Altkarton übergeben. Wir sind gespannt auf die neue Lösung und werden auf jeden Fall unser Bestes dazu tun.
    Die Delinat-Weine sind nach wie vor grossartig und daher die Verpackung und das System dazu wichtig. Herzlichen Dank für alle Bemühungen.
    A. + L. Meyer

  18. Die Idee ist respektabel, was die Ziele betrifft. Aber: Schnelligkeit der Auslieferung ist für mich kein Wert – 2 oder 4 oder 6 Tage für die Auslieferung: egal. Die Kartons haben bei mir immer eine gute Wiederverwertung gefunden – ich werde keine zurückgeben. Und die Rückgabe auf 4 Mal eine Woche pro Jahr zu konzentrieren, dürfte auf mittlere Sicht nur von einem (zu) geringen Anteil der Kunden umgesetzt werden. Geben Sie in 2-3 Jahren die Ergebnisse bekannt!

  19. Als Maler sende ich für meine 10 Enkel und für meine Freunde zu ihren Geburtstagen gerne eine persönlich gestaltete Karte. Da kommen mir die Delinat-Versandschachteln gerade recht für eine Versandverpackung. Sie sind stabil und lassen sich fast vollständig für diesen Zweck zerteilen. So könnte ich mir vorstellen, dass es noch verschiedene Möglichkeiten für ein „Zweitleben“ dieser Schachteln gäbe …

  20. Ich finde Ihre Initiative ist ein Schritt in die richtige Richtung. Hatte schon immer ein schlechtes Gewissen beim „Plattmachen“ der stabilen Degustierkartons.

  21. Kann den Kommentaren nur zustimmen und bin gespannt auf die neue Lösung. Ich finde es immer sehr schade, die guten Kartons in die Tonne zu werfen.

  22. Es ist wirklich schade, wenn man die guten und robusten Kartonschachteln einfach wegwirft oder aufstapelt, anstatt sie der Wiedervervendung zuzuführen. Ganz früher konnte man sie in Säcke verpacken und gratis per Post zurückschicken. Als das aus mir unbekannten Gründen nicht mehr möglich war, konnte ich die Schachteln flachfalten, ziemlich unförmig zusammenbinden und auf dem Bahnhofskiosk zum Rücktransport abgeben. Die allerneuesten Schachteln kann man nicht mehr so gut flachfalten. Aber als Hauptproblem erscheint mir, wie aus vielen von den obigen Kommentarzuschriften hervorgeht, dass manche Kunden gar nicht wissen, dass man die Schachteln zurückgeben kann. Ich glaube, mehr, und immer wiederholte Information darüber würde Wunder wirken!

  23. Wir finden es auch immer schade die Kartons in der allg. Kartonsammlung zu entsorgen.
    Aber für uns ist es schwierig die Kartons schadlos zu falten. Gibt es einen Trick wie man das machen kann? Das Problem ist noch, dass wir beide behindert sind. Meine Frau ist im Rollstuhl und ich bin halbseitengelähmt.

  24. Hallo Delinat.
    ich habe die Kartons auch immer gesammelt um dann zu erfahren, dass das früher
    mögliche Zurücksenden abgeschafft wurde. Warum? Schweren Herzens habe ich sie
    dann in der Papiertonne entsorgt, aber nun stapeln sich schon wieder einige…
    Ich finde die Kartons überstabil und bekomme sie sehr schwer auseinander –
    könnte man da nicht etwas ändern, damit man sie dann flachgelegt in passendem
    Behältnis (Sack?) an ein oder zwei Sammelstellen im jeweiligen Bezugsland
    zurückschickt?
    Aber gut, dass das Thema angepackt wird.
    Schöne Grüße
    barbara Braun

  25. Als langjähriger Kunde habe ich die stabilen Kartons schon immer nach Möglichkeit privat recycelt, ich schätze mal zu 50 Prozent. Das ist ausbaufähig. Wie wäre es mit „alt gegen neu“? D.h. Hermes nimmt bei jeder neuen Lieferung den alten Karton zurück. Lagermöglichkeiten sollten bei Hermes vorhanden sein, und das Rücksendevolumen Richtung Delinat könnte relativ hoch angesetzt erden.

  26. Einige Kundinnen und Kunden fragen, ob sie die Kartons auch heute schon zur Wiederverwendung zurück senden können. Die Antwort lautet ja – aktuell allerdings nur in der Schweiz und nur die Weinabo-Pakete: https://www.delinat.com/rueckpack.html

    Das ist ja einer der Gründe, dass wir die Logistik nun wieder selbst in die Hand nehmen: Ab 2019 werden – wie oben beschrieben – stabilere Kartons über Sammelstellen den Weg zurück zu uns finden, wo sie bis zu 6 mal wieder verwendet werden können. Und kein Karton muss dann noch gefaltet werden.

  27. Delinat möchte nun also „mit jedem ökologisch und sozial vertretbaren Paketdienst“ zusammenarbeiten und in Deutschland die derzeitige alleinige Bindung an den Hermes-Versand beenden. Ich kann mir schon bei der Beschränkung auf einen einzigen Versanddienstleister nur wenig vorstellen, dass Delinat in ökologischer und sozialer Hinsicht einen nennenswerten Druck auf diesen Versanddienstleister ausüben konnte. Delinats „Marktmacht“ wird sich weiter verdünnen, wenn sein gleichgebliebenes Kundengewicht sich auf mehrere Dienstleister verteilt.
    Nun, ich persönlich habe keinen ausreichenden Einblick, um Unterschiede der Anbieter im Hinblick auf ihre ökologische und soziale Verträglichkeit überhaupt ausmachen zu können. Mir ist es daher gleich, mit welchem Paketdienst die Ware kommt (solange nicht mit Amazon!).
    Nebenbei: Eine gute Möglichkeit, die soziale Lage der Versandmitarbeiter der letzten Meile (der Sub“unternehmer“) zu verbessern, ist, ein gescheites Trinkgeld zu geben.

    Es wird also nun wieder Umverpackungen aus den leichteren Winzerkartons in schwere Kartonagen geben, die jeden Paket-Zielweitwurf der Zustelldienste überstehen. Da ist die Rückgabemöglichkeit eine gute Idee.
    Wäre es vielleicht dann eine ebenfalls gute Idee, statt die Kosten des Versands irgendwie in die Warenpreise einzukalkulieren, generell Versandkosten zu berechnen? Mein Vorschlag wäre, Versandkosten je Karton anzusetzen. Das würde es für den Kunden attraktiv machen, größere Mengen – also größere Kartons – zu bestellen. Das spart Kartonagen. Mit diesem Vorschlag verbinde ich einen weiteren: Wenn die zurückgegebenen Kartons dann wieder im Lager zur Wiederverwendung eintrudeln, müssen sie doch sicherlich einzeln in die Hand genommen werden: Aus den Versandwägen entnommen, auf Wiederverwendbarkeit geprüft, nach Größen sortiert gestapelt. Wäre es nicht sinnvoll, auf den Weinpaketen beim Versand an die Kunden (vielleicht geschieht das eh schon) eine scanner-lesbare Kundenkennung aufzubringen, die nachher, beim Einsortieren der zurückgekommenen Pappen, erneut abgescannt und automatisch im Kundenkonto vermerkt wird? (Wenn wiederverwendbar.) Der Scan könnte im Kundenkonto eine Gutschrift der Versandkosten bewirken, so dass bei der nächsten Bestellung die Versandkosten insoweit nicht anfallen. Dies (zunächst generell Versandkosten pro Karton, dann aber bei Rückgabe Gutschrift je Karton) könnte die Bereitschaft, das Rückgabesystem tatsächlich zu nutzen, doch sehr erhöhen.

    Soweit meine zwei Cent. Herzliche Grüße an die Firma mit der ökologischen Empathie.

    1. Vielleicht noch eine Ergänzung:
      Auch bei meinem Vorschlag (Versandkosten je Karton, aber Gutschrift der Versandkosten bei Rückgabe des Kartons) würden (gerade die treuen Kunden) auf die Dauer kaum Versandkosten zu zahlen haben. Die Versandkosten müssten also auch bei diesem Modell mehr oder weniger von den Warenpreisen mit abgedeckt werden. Jedoch mit dem Unterschied: Zu späteren versandkostenfreien Bestellungen ist die vorherige Rückgabe zuvor gelieferter Kartons erforderlich – ein Anreiz zum ökologischen Handeln.
      Es könnte aber auch so geregelt werden, dass bei Kartonrückgabe nur ein Teil der Versandkosten für die nächste Bestellung gutgeschrieben wird. Dann fallen auch bei der nächsten Bestellung die Versandkosten (reduziert) wieder an. Ich würde dieses Modell bevorzugen. Es schadet nicht, wenn der Kunde sieht: Versandhandel verursacht spezielle Kosten (auch für die Umwelt). Der Unterschied zwischen „versandkostenfrei“ und „Versandkostenanrechnung“ ist ohnehin nur ein psychologischer, aber eben ein erwünschter: Versandkosten sollen auffallen. Rein kostenmäßig dürfte für den Kunden kaum ein Unterschied bestehen: Grob gesagt: Bei „versandkostenfrei“ sind die Versandkosten halt in die Ware eingepreist.

  28. Lieber Herr Wasielewski,

    vielen Dank für Ihre Gedanken, die wir nachvollziehen können. In Ergänzung dazu folgendes:

    Da beim Verkauf immer Kosten anfallen, ist auch immer ein Betrag dafür im Verkaufspreis inbegriffen. Beim Vertrieb über stationäre Läden fallen Mietzins und Kosten für Verkaufspersonal an. Beim Versand fallen Kosten für Kartonage und Paketdienste an. Früher war der stationäre Verkauf im Vorteil, weil der Versand deutlich teurer war, so dass es ganz normal war, für den Versand einen Aufpreis zu verlangen.
    Das ändert sich zunehmend, weil in den letzten Jahrzehnten die Versandlogistik dank steigendem Volumen stark automatisiert werden konnte und die Versandkosten dadurch gesunken sind.

    Auf der anderen Seite sind die Kosten im stationären Verkauf stetig gestiegen (Miet- und Personalkosten). Das bedeutet, dass langfristig die im Verkaufspreis eingepreisten Vertriebskosten den Versandaufwand in vielen Fällen abdecken werden, so dass dem Kunden keine Versandkosten mehr verrechnet werden müssen. Aus diesem Grund wird Delinat in Kürze die Lieferkonditionen neu definieren.

    1. Lieber Herr Metze,

      vielen Dank für die informativen Erläuterungen zu den Entwicklungen der Versandkosten im Versandhandel.
      Mein Ansatz in meinem Vorschlag (Rückgabe-Gutschrift) war der Gedanke, dem Kunden für die Rückgabe irgendeinen Bonus zu gewähren, als Anreiz, das geplante Rückgabesystem auch zu nutzen. Wenn dazu das Instrument „Versandkostenanrechnung“ eher nicht geeignet erscheint, dann halt in anderer Formt. Denkbar wäre, meine ich, dabei etwa das bereits bestehende Treuepunkte-System zu nutzen. Es könnte als Bonuspunkte-System fungieren. Bonuspunkte – wie bisher – als Treuepunkte bei jeder Bestellung, daneben als „Ökopunkte“ oder wie auch immer benannt bei der Rückgabe von Kartonagen.
      Es denkt halt nicht jeder so wie
      Sabine Szimanski
      15. Juli 2018 um 8:16 Uhr:
      „„Bonus für die Rücksendung“? So würde ich nicht denken. Als Bonus reicht mir das gute Gefühl, die Wegwerfgesellschaft ein kleines bisschen zu entschärfen.“
      Edel, ich glaube aber, so mancher würde doch so denken (ich schließe mich da ein): Kleiner Bonus, wenn auch mehr symbolisch, würde meinem Gewissen doch durchaus noch etwas nachhelfen!

  29. Vielen Dank, das ist ein sympathischer Gedanke. Allerdings wollen die meisten Delinat-Kunden von sich aus einen Beitrag für Abfallvermeidung leisten und viele würden sich wohl gar weigern, dafür eine Prämie zu akzeptieren. Ausserdem gibt es für Kunden ja auch einen echten Vorteil, denn die sperrigen Kartons müssen dann nicht entsorgt werden.

    Die zurückgenommenen Kartons sind für Delinat in jedem Fall teurer – wie viel, wird sich beim neuen System noch zeigen müssen. Wenn dazu noch Kosten für die Verwaltung der zurück geschickten Kartons und für Prämien anfallen, dann geht die Rechnung wahrscheinlich gar nicht mehr auf.

    Trotzdem – ganz ausschliessen wollen wir solche Optionen nicht.

  30. Seit mindestens Anfang des Jahrtausends bin ich Delinatkundin, bestreite meinen recht absehnlichen Weinkonsum fast ausschließlich mit Delinatweinen und habe noch nie einen der Kartons zurückgeschickt oder gar entsorgt (es sei denn nach Wasserschaden o.ä. natürlich). Die Kartons eigneten sich dank Format, Stabilität und Mechanismus für sehr viele Zwecke und gingen so gut wie nie kaputt. Ich weiß noch von anderen Kunden, die das ähnlich sagen. Ich hatte die Kartons schon vermisst und würde mich über eine Wiederkehr (gern ohne Bonus, denn sonst wird man ja für die vielleicht noch umweltfreundlichere Eigennutzung bestraft…) freuen!

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