Genussvoll durch den Sommer
Im Sommer steigt die Lust auf leichte und fruchtige Terrassenweine. Sie sollen ein unbeschwertes Trinkvergnügen zum Aperitif, zum Picknick oder Barbecue bieten. Bei der Weinauswahl im Sommer sind daher ein paar Dinge zu beachten.
Text
Dirk Wasilewski
Diplom-Sommelier 30.06.2016
Vorsicht vor zu viel Alkohol
Bei Hitze ist gerade zum Aperitif ein frischer und eisgekühlter Secco bei 6 °C (zum Beispiel Delsecco) oder ein frisch-fruchtiger Weisswein wie der Maison Coulon Sauvignon Blanc besser geeignet. Nicht zu kräftig, nicht zu anspruchsvoll, aber trotzdem mit hohem Genuss- und Spassfaktor – dies sollte die Devise für den Sommer sein.
Ein Glas Wasser schadet nie
Alkoholische Getränke entziehen dem Körper Flüssigkeit. Wenn Sie ein Glas Wein trinken, schenken Sie sich dazu immer auch ein Glas Wasser ein. Gerade während der heissen Sommertagen ist diese Regel besonders wichtig, da durch das Schwitzen dem Körper zusätzlich Wasser entzogen wird.
Trinken Sie am Besten zweimal so viel Gläser Wasser wie Alkohol und ein großes Glas Wasser, bevor Sie schlafen gehen, um dem Austrocknen vorzubeugen. Trinken Sie kein Getränk mit Kohlensäure. Die Bläschen lassen den Alkohol schnell zu Kopf steigen.
Im Sommer nur gekühlt
In den Sommermonaten heisst es: Auch der leichte Rotwein gehört in den Kühlschrank! Servieren Sie ihn mit 12–14°C und haben Sie keine Angst ihn direkt nach dem Servieren in einen Weinkühler zu stellen oder eine Kühlmanschette zu benutzen. Im Weinglas wird der Tropfen schnell die richtige Temperatur erreichen. Besser nicht zu viel einschenken und die Weine immer etwa zwei Grad unter der gewünschten Trink- temperatur servieren.
Weiss, Rosé oder Rot? Gut ist, was gefällt
Nicht nur erfrischend sollten die Weine im Sommer sein. Idealerweise sollten sie auch zu den gewählten Speisen beim Picknick oder Barbecue kombinierbar sein und eine gewisse Komplexität besitzen. Ein Allrounder zu leichten Sommergerichten wie gegrillten Gemüsespiessen oder einer provenzialischen Tarte ist zum Beispiel der Timo Dienhart Riesling vom Schiefer. Seine Aromen von gelbem Steinobst und Zitrusfrüchten und seine elegante, saftige Struktur bieten viel Genuss und Trinkvergnügen.
Im Sommer ist für viele Weinliebhaber das Grillen eine Pflichtübung. Bei gegrillten Speisen kommen Röstaromen ins Spiel und verlangen so mehr Fülle im Wein. Passend dazu wählt man hier einen Weisswein mit dezenten Barriquenoten. Je würziger und kräftiger die Speise ist, desto komplexer und aromatischer darf der Weisswein sein.
Roséweine liegen im Trend und finden nicht nur in den Sommermonaten immer mehr Zuspruch. Gründe dafür sind die grössere Auswahl, eine ständig steigende Qualität und vor allem die besondere Herstellungsweise. Diese vereint bei Roséweinen den frischen Charakter eines Weissweines mit der geschmacklichen Fülle eines Rotweines. Gerade Rosés aus den Rebsorten Grenache und Syrah sind aufgrund Ihrer fruchtigen Aromen und ihrer Würzigkeit eine spannende Alternative.
Natürlich sind Weiss- und Roséweine im Sommer die erste Wahl, aber auch Rotweine bieten bei steigenden Temperaturen ein Trinkvergnügen. Wichtig ist hier, neben der richtigen Trinktemperatur, die Art des Rotweines. Der Sommer-Rotwein sollte frischfruchtig sein und wenig Gerbstoff besitzen.
Meine Sommer-Tipps aus dem Delinat-Sortiment
Als Start in den Sommerabend empfehle ich den KOO KUU Edelweiss. In der Nase betört er durch exotische Aromen, im Gaumen besticht seine Frische gepaart mit dezenter Restsüsse.
Im Trend und ein Klassiker ist der Rosé Cuvée des Amis von Château Duvivier. Für mich ist er wegen seiner Balance zwischen fruchtigen und würzigen Aromen der ideale Begleiter zu gegrilltem Fisch.
Einer meiner roten Sommerfavoriten ist der Alagea aus Valencia. Seine frische Beerenfrucht und seine eleganten Tannine machen einen lauen Sommerabend auf der Terrasse zu einem mediterranen Erlebnis.
Welche Terrassenweine geniessen und empfehlen Sie in diesem Sommer?
Über die Autorin
Dirk Wasilewski, Diplom-Sommelier
Als Sommelier stehen für mich Genuss und Qualität an erster Stelle. Für den Genuss ohne Reue brauchen wir aber ökologisches Denken und Handeln. Dies zu erreichen ist mein Wunsch und täglicher Antrieb.