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Die lächelnde Cecilia und ihr Gespür für feine Weine

Im pittoresken Hügeldorf Cocconato im Monferrato Basso steht die Azienda Poggio Ridente (lachender Hügel). Die zierliche Frau, die hier im Einklang mit der Natur und einem liebenswürdigen Lächeln auf den Lippen gemeinsam mit ihrer Familie authentische Piemonteser Weine erzeugt, heisst Cecilia Zucca.

Text

Hans Wüst
Redaktor
05.08.2025

Poggio Ridente heisst übersetzt lächelnder Hügel. Ein bisschen ist der Weingutsname aber auch auf die gewinnenden Art der Winzerin, Cecilia Zucca, zurück zu führen.
Poggio Ridente heisst übersetzt lächelnder Hügel. Ein bisschen ist der Weingutsname aber auch auf die gewinnenden Art der Winzerin, Cecilia Zucca, zurück zu führen.

Ob sie denn nie mit Cecilia Ridente angesprochen werde, fragen wir die sympathische Winzerin und dreifache Mutter und ernten dafür genau jenes freundliche Lächeln, mit dem uns Cecilia Zucca schon so oft auf ihrem Weingut Poggio Ridente empfangen hat. «Ja, das kommt schon mal vor. So fragte mich etwa der Präfekt von Asti bei Preisverleihung des Douja d‘Or, ob der Name unseres Unternehmens von meinem Lächeln herrühre. »

Cecilia Zucca führt den Familienbetrieb mit Unterstützung ihres Mannes Luigi Dezzani, der sich hauptsächlich seiner Weinkellerei Dezzani widmet, welche die Trauben zahlreicher Weinbauern der Region zu Wein verarbeitet.

Die neue Generation rückt nach

Glücklich sind Cecilia und Luigi, dass sich ihr Sohn Romolo und ihre beiden Töchter Maria Sole und Eleonora alle der Weinbranche verschrieben haben und gewillt sind, die Azienda Poggio Ridente mit Elan und Kreativität als innovativen Biobetrieb in die Zukunft zu führen. Während Romolo nach sieben Jahren im Ausland gerade nach Hause zurückgekehrt ist, sind die beiden Töchter noch mit dem Önologie- Studium beschäftigt. Eleonora hat allerdings bereits einen Abschluss in Agrarwissenschaft in der Tasche und kümmert sich schon jetzt um die Bewirtschaftung der Weinberge.

Winzerin Cecilia Zucca mit ihren beiden Töchtern Eleonora und Maria Sole.
Winzerin Cecilia Zucca mit ihren beiden Töchtern Eleonora und Maria Sole.

Gerade eben hat sie einen neuen Nebbiolo-Rebberg angelegt, den sie nach der Simonit- und Sirch-Methode bewirtschaften will. Die nach zwei Weinfachleuten aus dem Friaul benannte Methode sieht einen innovativen, sanften Rebschnitt vor, der darauf abzielt, die Widerstandsfähigkeit und die Langlebigkeit der Weinreben zu verbessern. «Diese sanfte Methode des Rebschnitts wird heute von Spitzenweingütern auf der ganzen Welt angewandt», erklärt Eleonora.

Barbera-Weine aus reicher Natur

Im Zentrum des Weinguts steht allerdings nicht die Nebbiolo-Traube, sondern die für das Monferrato typische Barbera. «Das ist der Wein, mit dem ich aufgewachsen bin und den ich auch heute noch bevorzuge», sagt Cecilia, während wir durch die steilen Rebberge mit einer vielfältigen Begrünung streifen. «Die Verbesserung der Biodiversität in unseren Weinbergen ist etwas, das wir zu einem grossen Teil Delinat verdanken», sagt die Winzerin. Seit 2012 arbeitet sie nach den strengen Delinat-Biorichtlinien. «Diese haben uns viele wertvolle Erkenntnisse und Vorteile in verschiedenen Bereichen gebracht.»

Cecilia Zucca schätzt die neuen Impulse, wie jüngst etwa im Bereich der Regenwassernutzung. Aber auch der regelmässige Erfahrungsaustausch mit anderen Delinat-Winzern aus ganz Europa im Rahmen von Winzerseminaren sei äusserst wertvoll. Zurück zum Barbera: Der einstige Bauernwein aus dem Piemont hat sich längst zu einem vielseitigen, salonfähigen Gewächs gemausert. «Aus der Barbera- Traube lassen sich sowohl fruchtige, jugendlich- frische wie auch gehaltvolle, lagerfähige Weine keltern», sagt Cecilia.

Wie unterschiedlich und eigenständig die beiden Weintypen im Glas daherkommen, zeigen der im Stahltank ausgebaute Barbera Piemonte Cecilia Zucca und der im Barrique gereifte Cecilia Zucca San Sebastiano. Viel Freude bereiten der Winzerin aber auch zwei weniger bekannte autochthone Piemonteser Rebsorten: Ruchè und Albarossa. Letzteren kombiniert Cecilia mit Barbera zu einem teils im Stahltank, teils im Holzfass ausgebauten Charakterwein. Auch dieser Wein ist als Cecilia Zucca Barbera Albarossa bei Delinat erhältlich und der einzige im Holzfass ausgebaute Wein dieser Art aus dem Piemont.

Schon als Kind mit der Natur verbunden

Dass Cecilia Zucca von allem Anfang auf biologischen Weinbau gesetzt hat, hängt mit ihrer Herkunft zusammen. «Ich bin in einer Bauernfamilie aufgewachsen, die zu 90 Prozent Selbstversorger war. Es ging immer darum, uns so gesund wie möglich zu ernähren und der Natur mit dem notwendigen Respekt zu begegnen.» Daran hat sich für sie und ihre Familie bis heute nichts geändert. Klimabedingte Phänomene wie Dürre oder Starkregen zählt sie zu den grössten Herausforderungen im biologischen Weinbau.

Für sie ist klar: «Die Zukunft des Weinbaus beruht auf Innovation, Konsumentensensibilisierung und einem gemeinsamen Engagement für eine nachhaltige Landwirtschaft.»

Nach rund zwei Stunden beenden wir unseren Rundgang durch die vielfältigen und gepflegten Rebberge. Im Dorfzentrum von Cocconato gönnen wir uns im familieneigenen, altehrwürdigen Locanda Martelletti eine Erfrischung. Und da, in dieser Oase der Ruhe und Schönheit, wo Gäste kulinarisch verwöhnt werden und in historischem Gemäuer stilvolle Unterkünfte finden, ist es wieder, dieses zufriedene und einzigartige Lächeln der Winzerin Cecilia Zucca. Ci vediamo, alla prossima!

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Ein Besuch in Cocconato-Paradise
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Über die Autorin

Hans Wüst

Hans Wüst, Redaktor

Die Natur fasziniert mich. Und Wein, als eine Facette davon, ganz besonders. Bei Delinat gibts beides in einer wunderbaren Symbiose.

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