Marion Dönhoff Preis 2015 in Hamburg

Jedes Jahr am ersten Advent wird im Hamburger Schauspielhaus der Marion Dönhoff Preis für internationale Verständigung und Versöhnung verliehen. Wie jedes Jahr stiftete Delinat den Wein zum anschliessenden Empfang und konnte auch wieder einige Kundinnen und Kunden einladen. Die begehrten Plätze wurden durch Verlosung unter DegustierService-Kunden im Raum Hamburg vergeben. Kundin Angelika Wollermann liess es sich nicht nehmen, einen Bericht über die eindrucksvolle Veranstaltung zu schreiben:

Weder bei Preisausschreiben, noch bei Tombolas, ganz zu schweigen im Lotto habe ich jemals etwas gewonnen. Deshalb hatte ich schon vor Jahren aufgegeben, an so etwas teilzunehmen.

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Gespannte Aufmerksamkeit im Hamburger Schauspielhaus (alle Fotos (c) Felix Matthies)

Doch als ich bei Delinat las, dass es Karten für die Verleihung des Marion Dönhoff Preises im Hamburger Schauspielhaus zu gewinnen gab, wollte ich mein Glück herausfordern. Vielleicht war es die Mischung aus Qualitätsjournalismus und Qualitätswein (ich bin seit langer Zeit sowohl Zeit-Leserin als auch Delinat-Weintrinkerin oder vielleicht sollte man lieber sagen Weingenießerin), die mich ansprach. Und natürlich war die Aussicht, Laura Poitras (ich hatte gerade ihren Dokumentarfilm Citizenfour über Edward Snowden gesehen), Hans-Dietrich Genscher, Gerhart Baum und Claudia Roth live erleben zu können, den Versuch allemal wert.

Es hat geklappt

Mein Mann holte seinen Anzug aus dem Schrank, ich zog mein bestes Kleid an und wir begaben uns am 29.11. ins Schauspielhaus. Die zwei Stunden, die die Preisverleihung dauerte, waren keine Sekunde langweilig. Das lag an der gelungenen Mischung aus Klaviermusik, kurzen Filmen und Redebeiträgen, die immer wieder einen Bogen schlugen zwischen der moralischen Instanz, Marion Dönhoff, und den heutigen politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

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Preisträgerin Laura Poitras mit Laudator Gerhart Baum

Da war zum einen die unerschrockene Laura Poitras, die daran appellierte, dass auch im Angesicht des Terrors der demokratische Grundwert auf Schutz der Privatsphäre nicht ausgehebelt werden dürfe. Beeindruckend war es zu sehen, wie der betagte, im Rollstuhl sitzende Hans-Dietrich Genscher mit kräftiger Stimme darauf hinwies, was Europa uns an Verständigung gebracht habe. Dr. Khoury, ein in Bayern lebender syrischen Arzt, der die Barada Syrienhilfe ins Leben gerufen hat, verdeutlichte eindringlich, wie sehr sein geschundenes Land Hilfe braucht.

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Eindrucksvolle Rede im hohen Alter: Hans-Dietrich Genscher. Im Hintergrund Claudia Roth und Laura Poitras (v.l.)

Eine Filmsequenz, in der gezeigt wurde, wie in einem Flüchtlingslager in der Türkei die kriegstraumatisierten Kinder durch Clowns endlich einmal wieder zum Lachen gebracht werden konnten, hat mich sehr angerührt. Politiker wirken auf mich häufig wenig authentisch. Das war an diesem Vormittag bei keinem der Anwesenden der Fall, sondern ich hatte das Gefühl, auch die Menschen hinter den Politikern Claudia Roth und Gerhart Baum, die die Laudatio hielten, sehen zu können. Das hat mit dazu beigetragen, dass diese Veranstaltung viel in mir und meinem Mann bewegt hat.

Nach der Preisverleihung: Empfang im Hamburger Schauspielhaus - mit Wein von Delinat.
Nach der Preisverleihung: Empfang im Hamburger Schauspielhaus – mit Wein von Delinat.

Und wie schön war es, sich bei dem anschließenden Empfang mit Herrn Metze von Delinat und den anderen Delinat-Kunden bei einem Glas Espriu  über die Eindrücke angeregt austauschen zu können. Vielen Dank an Delinat für einen besonderen 1. Advent!

Wein- und Genussreise Katalonien: Trauben naschen in Spanien

Für einmal war an sich Verbotenes erlaubt: «Ja, Sie dürfen Trauben direkt ab Stock naschen!» ermunterte Josep Maria Albet i Noya die gut gelaunte Gästeschar, die zwischen dem 6. und 9. September auf der Delinat Wein- und Genussreise in Katalonien unterwegs war. Der Zeitpunkt für einen Besuch beim erfolgreichen katalonischen Biowein-Pionier hätte besser nicht sein können. Die Ernte hatte gerade so richtig begonnen und war im vollen Gange. Trotzdem nahm sich der Chef persönlich Zeit, die wissbegierigen Delinat-Kunden durch seine Rebberge zu führen. Die Hauptarbeit musste an diesem Tag halt Kellermeisterin Marga Torres bewältigen. Verständlich, dass sie nur kurz an uns vorbeihuschte.

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Mittagessen bei Albet i Noya inmitten der Reben.

Der Besuch auf dem Weingut Mas Igneus im landschaftlich spektakulären Priorat war ebenfalls geprägt vom Traubennaschen – alle waren schliesslich unterdessen Experten geworden im Beurteilen des Zucker- und Gerbstoffgehaltes: «In 10 Tagen kann geerntet werden», war der neckische «Expertenrat» an die sympathische Önologin Yolanda Carazo. Yolanda hat uns denn auch versichert, dass der Jahrgang 2015 das Zeug für eine aussergewöhnliche Qualität hat.

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Önologin Yolanda Carazo gewährt einen Blick in das Fass, in dem der Wein auf der Maische gärt.

Auf der Reise drehte sich natürlich nicht nur alles um Trauben. Gutes Essen und feine Weine hatten ebenfalls einen hohen Stellenwert – ganz besonders unter dem Stichwort «Slow Food». Auf dem kleinen Weingut Vega de Ribes zeigte uns Enric Bartra wie er im Rahmen eines Slow Food Presidi die alten Traubensorte Malvasia de Sitges hegt und pflegt.

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Enric Bartra bot Weine aus der alten Traubensorte Malvasia zur Degustation an.

Und an einem Abend haben wir sogar ein sogenanntes «Null-Kilometer-Menu» genossen: Alle Zutaten stammten aus der engsten Umgebung des Restaurants. Astrid, die Restaurantbesitzerin, musste im Vorfeld der Reise speziell davon überzeugt werden, das wir Weine von Albet i Noya dazu geniessen durften: «Das Weingut kenne und schätze ich wohl. Aber es liegt mit 50 km Distanz eigentlich deutlich zu weit weg», meinte sie lachend, drückte dann aber für die Delinat-Gäste schon mal beide Augen zu …

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Im kleinen Dorf Siurana im Priorat wurde ein Besichtigungsstopp eingelegt.

Weitere Bildimpressionen von dieser Reise finden Sie auf Flickr.

Auf der nächsten Wein- und Genussreise Barcelona/Katalonien vom 4. bis 7. September 2016 können Sie auch dabei sein: www.delinat.com/weinreisen

Biodiversitätsfest im Fledermaushaus Hohenburg

Fledermaushäuser gibt es mehrere im deutschsprachigen Raum und auch weltweit. Doch in Hohenburg in der Oberpfalz steht ein ganz besonderes: Es beherbergt die letzte Kolonie der Grossen Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum) in ganz Deutschland.

Die letzte Wochenstube (die Weibchen bringen hier ihre Jungen zur Welt) der Grossen Hufeisennase in ganz Deutschland liegt in Hohenburg.
Die letzte Wochenstube (die Weibchen bringen hier ihre Jungen zur Welt) der Grossen Hufeisennase in ganz Deutschland liegt in Hohenburg.

Die Grosse Hufeisennase ist Symbol für eine hohe Biodiversität: In den grossflächigen Monokulturen der industriellen Landwirtschaft können nur wenige anspruchslose Arten überleben. Die Grosse Hufeisennase kommt nur in sehr strukturreichen Landschaften mit ökologischer Landnutzung vor. Im westlichen Mitteleuropa hat sie nur mehr mit je einer Kolonie in Deutschland, Österreich und Luxemburg sowie mit drei Kolonien in der Schweiz überlebt.

Das Vorkommen in Hohenburg wurde 1992 in einem leer stehenden landwirtschaftlichen Anwesen entdeckt. Dieses wurde saniert und als «Fledermaushaus» für Besucher geöffnet. Mit Hilfe von Infrarotkameras bekommt man hier Einblicke in das Leben dieser besonderen Fledermausart. Über die Grosse Hufeisennase lässt sich sehr gut vermitteln, welche weitreichenden negativen Auswirkungen die konventionelle Landwirtschaft auf die Umwelt, die Artenvielfalt und letztlich auch auf den Menschen hat.

22. Mai 2015: In Hohenburg wird die Biodiversität gefeiert.
22. Mai 2015: In Hohenburg wird die Biodiversität gefeiert.

Das Fledermaushaus ist also ein idealer Ort, um die Biodiversität zu feiern! So wurde das Biodiversitätsfest am 22. Mai mit Unterstützung von Delinat zu einem grossen Erfolg. Bei bestem Wetter war der ganze Hof des Fledermaushauses gefüllt und es herrschte eine fröhliche Stimmung – nicht zuletzt wegen der beiden hervorragenden Biodiversitätsweine, dem weissen Biodiversidad von Albet i Noya aus Katalonien und dem roten Biodiversità von Massimo Maggio aus Sizilien.

Aber auch die ausgesuchten Speisen trugen zur guten Stimmung bei. Einige Gäste meinten, sie hätten noch niemals so ein gutes Brot und so guten Käse gegessen. So konnten sich alle Besucher davon überzeugen, dass Lebensmittel aus Landschaften mit einer hohen Biodiversität ein absoluter Genuss sind.

Die Lebensfreude an diesem Abend hat es gezeigt (der Wein wurde bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken!). Lediglich unseren Hufeisennasen war der Trubel in «ihrem» Innenhof zu gross, so dass der Ausflug in die Jagdgebiete ziemlich zügig erfolgte und weniger spektakulär war als sonst. Am nächsten Morgen aber waren sie fast alle wieder da und inzwischen sind sie wieder vollzählig.

Ein ganz grosser Dank an Delinat!

Das verführerische Piemont entdecken

Es ist zu einem schönen Brauch geworden, dass sich einmal im Jahr eine gute Handvoll Delinatler aus verschiedenen Abteilungen auf privater Basis und eigene Kosten zu einem mehrtägigen Ausflug trifft. Vor drei Jahren führte die Reise ins Piemont.

Delinatler im Piemont
Gesellige Delinat-Runde im Feinschmeckerparadies Piemont.

Mir selber ist diese Region durch viele Besuche seit Jahren bestens vertraut. Für die meisten meiner Kolleginnen und Kollegen aber war es Neuland. Die herrliche Landschaft, die Herzlichkeit der Leute, kulinarische Köstlichkeiten wie direkt auf Stoffservietten servierte Pasta, herrlich duftende Trüffelgerichte und köstliche Amaretti, hervorragende Weine, die Besuche auf verschiedenen Weingütern – das alles sorgte für eine riesige Begeisterung. Sie war so nachhaltig, dass wir uns entschlossen, das Piemont neu in unser kleines aber feines Reiseprogramm aufzunehmen.

Herbstliches Piemont
Im Herbst leuchten die Farben des Piemonts am schönsten.

Im Spätherbst 2015 ist es soweit. Wenn der grosse Rummel vorüber ist, die Rebblätter bunt leuchten und erste mystische Nebelschwaden über die hügelige Landschaft schleichen, ist das Piemont am schönsten. In dieser Jahreszeit sind auch die Trüffelsucher mit ihren Hunden in den weitläufigen Eichenwäldern unterwegs und spüren dem famosen, sündhaft teuren weissen Trüffel (Tuber Magnatum Pico) nach. Eine rund zweistündige Trüffelsuche mit anschliessendem Trüffelessen gehört zu den Höhepunkten unserer viertägigen Reise von Anfang November 2015. Ausgangspunkt ist die pittoreske Altstadt Alba, wo wir in einem alten, schön restaurierten Palazzo logieren. Auf dem Weingut La Luna del Rospo lernen Sie unsere Winzerin Renata Schütz und ihre feinen Barbera-Weine kennen. Und die piemontesische Frohnatur Gianfranco Torelli hat uns auf seiner Azienda eine exklusive Moscato-Degustation in Begleitung der besten Amaretti aus dem Piemont versprochen, sofern er nicht an eine Weinmesse in Kanada gerufen wird, die just in dieser Woche stattfindet.

Feine Aperohäppchen
Vielerorts werden zu einem Glas Wein feine Aperohäppchen serviert.

Wenn Sie Lust haben, dem November-Blues zu entfliehen, kommen Sie mit ins Piemont. Alle Details zu dieser und allen andern Wein- und Genussreisen von Delinat finden Sie hier.

«Dem Biowinzer über die Schulter schauen»

«Wege zum Wein» – das ist das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe des Magazins Verträglich Reisen. Für die Recherche war Chefredakteurin Regine Gwinner im letzten Jahr auf Château Duvivier zu Gast, wo sie an einem einwöchigen Weinkurs von Delinat-Sommelier Dirk Wasilewski teilnahm – und dem «Biowinzer über die Schulter schauen» konnte.

Regine Gwinner im Weinkeller
Im Weinkeller: Regine Gwinner macht sich Notizen.

Wie sie das Château und den Weinkurs erlebt hat, ist in ihrem Artikel Weinkurs im Château nachzulesen. Wir haben ihr darüber hinaus einige Fragen gestellt:

Delinat: Sie sind ohne Auto zum Château Duvivier gereist. Was haben Sie auf der Reise erlebt?

Regine Gwinner: Die Anreise war schon ein Erlebnis für sich. Nachtzug nach Marseille, dann im Fernbus von Marseille nach Brignoles. Auf der Fahrt konnte ich schon mal mit einer sehr netten älteren Dame mein eingerostetes Französisch reaktivieren. In Brignoles habe ich in einem sehr schönen Strassencafé gefrühstückt und dabei den Tagesbeginn in der Provence genossen. Danach fuhr mich Busfahrer Omar im Nahverkehrsbus bis nach Barjols. Der Bus war leer, so dass wir uns gut unterhalten konnten. Omar sagte mir, was ich mir in der Region unbedingt anschauen muss und zeigte mir, wo Angelina Jolie ihr Anwesen hat. Mit Taxi-Barjols ging es dann die letzten Kilometer bis zum Château. Die Reise von Marseille bis zum Château kostete mich ca. 50 Euro.

Château Duvivier
Weinkurs mitten in den Weinbergen von Château Duvivier: Näher an der Praxis geht nicht.

Wie empfanden Sie während der Woche den Mix von Kursen und «Freizeit»? Gerade richtig, oder hätten Sie gern mehr Ausflüge unternommen oder mehr Zeit am Pool verbracht?

Kursbeginn war meistens um 16 Uhr oder 16 Uhr 30. Wenn man morgens gerne ausschläft und lange frühstückt, bleibt nicht so viel Zeit für große Ausflüge. Ich war meistens mit einem der hauseigenen Räder unterwegs. Da kann man schon mal in Stress kommen, wenn man feststellt, dass es auf dem Rückweg doch mehr bergauf geht als gedacht. Aber ich wäre ja auch nicht geköpft worden, wenn ich zu spät gekommen wäre oder einen Kurs hätte ausfallen lassen.

Was war Ihr spannendstes (Wein-)Erlebnis auf Château Duvivier?

Jeder Kurs für sich war spannend. Es gab viele Aha-Erlebnisse wie zum Beispiel die Erfahrung, wie sehr sich der Geschmack von Wein verändert, wenn man andere Speisen dazu kombiniert. Das Cuvée-Mischen hat viel Spass gemacht und natürlich die Blindverkostungen.

Praktischer Weinkurs Château Duvivier
Jeder Teilnehmer konnte seine eigene Cuvée kreieren.

Sie haben das Forschungs-Weingut Château Duvivier als ein leuchtendes Beispiel für Biodiversität kennengelernt. Können Sie jetzt einen Unterschied schmecken zwischen konventionellen Wein und einem Wein, der in solch üppiger Biodiversität gewachsen ist?

Ich kann das nicht, da fehlt mir noch etwas Erfahrung. Das war eine der Erkenntnisse bei der Blindverkostung. Aber nachdem ich gesehen habe, mit wie viel Liebe der Wein dort angebaut wurde, kommt mir kein konventioneller Wein mehr ins Haus.

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Immer wieder degustieren: Im Lauf der Woche konnten die Teilnehmer so einige Entdeckungen machen.

Und Ihr Lieblingswein dieser Woche war …?

Nachdem ich jahrelang nur Rotweine getrunken habe, war für mich die Wiederentdeckung des Weissweins schön. Es gab so viele gute Weissweine, dass es mir schwer fällt, einen hervorzuheben. Ein Riesling vom Weingut Battenfeld Spanier aus Rheinhessen ist mir aber in sehr guter Erinnerung geblieben.

Was Regine Gwinner noch in der Kurswoche auf Château Duvivier erlebt hat, ist in Ihrem Artikel auf «Verträglich Reisen» nachzulesen: Weinkurs im Château.

Weitere interessante Links:
Ferien auf Château Duvivier
Alle Delinat-Weinreisen

David gegen Goliath

Delinat-Weindepot St. Gallen – ein vorsommerlicher Abend Anfang Juni: Ruhige Konzentration liegt auf den Gesichtern. Die Frauen und Männer halten das Glas gegen das Licht, sie schnuppern, sie denken, dann schlürfen sie. Ein paar schnelle Notizen auf ein Blatt, dann kommt der nächste Wein. Gelingt es, die 100 und mehr Franken teuren Prestige-Weine herauszufinden, die sich hier mit einigen der besten Tropfen aus biologischem Anbau für weniger als 40 Franken messen?

Blinddegustation

Grosser Andrang

Vor zwei Jahren entstand die Idee, Delinat-Spitzengewächse in einer Blinddegustation mit teuren Kultweinen aus konventionellem Anbau zu vergleichen. Eine gute Idee, wie sich bald herausstellte. Die «Königsklasse» wird in den Delinat-Weindepots in Basel, Bern, Olten und St. Gallen zweimal jährlich angeboten und ist immer schnell ausgebucht. «Jeder Teilnehmer soll für sich den Wert eines Weines einschätzen», erklärt Dirk Wasilewski das Ziel der Veranstaltung. Der Diplom-Sommelier stellt die Auswahl der Weine zusammen und führt durch die Degustation. Zwölf Flaschen Wein im Wert von rund 1000 Franken kommen dabei auf den Tisch. Darunter so weltbekannte Marken wie der Opus One aus dem Napa Valley oder der Tignanello aus der Toskana.

«Königsklasse» – ein spannender Rätselabend in geselliger Runde: riechen, probieren, notieren, diskutieren und staunen, wenn Kursleiter Dirk Wasilewski am Ende der Verkostungsrunde das Geheimnis um Prestige-Gewächs oder Delinat-Wein lüftet.
«Königsklasse» – ein spannender Rätselabend in geselliger Runde: riechen, probieren, notieren, diskutieren und staunen, wenn Kursleiter Dirk Wasilewski am Ende der Verkostungsrunde das Geheimnis um Prestige-Gewächs oder Delinat-Wein lüftet.

Verkostet wird in fünf Runden zu je zwei bis drei Weinen, die möglichst gut vergleichbar sind in Traubenzusammenstellung, Herkunft und Jahrgang. Mit dabei in jeder Runde ist ein Delinat-Spitzenwein wie der Conventino Vino Nobile di Montepulciano aus der Toskana oder die Reserva Martí von Albet i Noya aus dem Penedès.

«Wie viel würden Sie für diesen Wein ausgeben?», lautet die Frage an die Teilnehmer, wenn sie die ersten zwei Gläser vor sich stehen haben. Heute Abend steht das erste Angebot nach anfänglichem Zögern bei 25 Franken. Die Überraschung ist perfekt, als das Geheimnis gelüftet wird, denn tatsächlich kostet der probierte Spanier, ein Spitzengewächs aus der Ribera del Duero, 135 Franken. Der Delinat-Wein in derselben Runde (Valdega Reserva Navarra) wird mit 20 Franken etwas höher bewertet als sein wirklicher Preis (17 Franken). «Das ist schon interessant», sagt Katarina Böni, die zusammen mit ihrem Mann Daniel zum ersten Mal an einer solchen Degustation teilnimmt. «Man richtet den Preis nach seinen persönlichen Vorlieben. Wenn der Wein schmeckt, ist man auch bereit, mehr dafür zu bezahlen.»

Staunende Gesichter

Mit voller Konzentration bei der DegustationDas Staunen über die riesigen Preisunterschiede zieht sich durch den ganzen Probierabend. Mit grosser Spannung wird die letzte Runde erwartet. Würde man den mit 275 Franken teuersten Wein herausschmecken können? Es wird probiert, nochmals probiert, verglichen, abgewogen – am Ende tippt nur einer der 16 Teilnehmer richtig auf den Opus One in Glas drei. Für das Delinat-Spitzengewächs Reserva Martí hätten die Teilnehmer bis zu 80 Franken ausgegeben, kosten tut er 36.

«Ich hab schon wieder nicht gemerkt, welches der teuerste Wein war», sagt Hans Jakob Nold und lacht. Der langjährige Delinat-Kunde ist mit seiner Frau Simone gekommen. «Unser Lieblingswein ist die Reserva Martí von Albet i Noya. Und der hat bestanden, auch neben dem Opus One», stellen die beiden zufrieden fest.

Die nächsten Degustationen «Königsklasse» finden im Dezember in den Delinat-Weindepots in Basel, Bern, Olten und St. Gallen statt. Bern und St. Gallen sind bereits ausgebucht. Für die Degustationen im April 2016 können Sie sich aber bereits anmelden.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.delinat.com/veranstaltungen

 

Auf grosser Fahrt

Nobler Windjammer: Sea Cloud II.
Nobler Windjammer:
Sea Cloud II.

Die Sea Cloud II ist eine Majestät. Wenn der imposante Dreimaster mit voll geblähten Segeln in See sticht, schlagen die Herzen von Segelfans höher. Lagern im Bauch der noblen Jacht auch noch tausend Flaschen von den besten und fortschrittlichsten Biowinzern Spaniens und Frankreichs, gibt es auch bei bekennenden (Delinat-)Weinfreunden kein Halten mehr: Rund 70 von ihnen gingen am 7. Mai 2014 in der katalonischen Hafenstadt Barcelona an Bord Ihrer Majestät.

Martin Schäppi, passionierter Meer-, Schiff und Weinliebhaber und im Nebenamt Delinat-Reiseleiter, hat den imposanten Windjammer für eine siebentägige Kreuzfahrt auf dem Mittelmeer samt 60-köpfiger Schiffscrew gechartert. Während fast zweier Jahre hat er die exklusive Reise minutiös vorbereitet. Dass das Segelschiff kurz nach dem Auslaufen in Barcelona während ein paar Minuten von zwei erhaben dahingleitenden, Fontänen spritzenden Walen begleitet wird, hatte er nicht planen können. Doch das zufällige Naturspektakel ist der perfekte Auftakt zu einer unvergesslichen Woche, während der Natur, Wind, Wasser, Wein und feine Kost die Hauptrollen spielen.

Nahe bei den Winzern

Aus allen Ecken Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sind sie angereist, um auf der zum Weinschiff gewordenen Sea Cloud II von Barcelona nach Nizza zu segeln und zwischendurch auf Landausflügen jene Winzer und Weingüter näher kennenzulernen, von denen sie zu Hause vielleicht schon so manche gute Flasche genossen haben.

Willkommensdrink aus dem Hause Albet i Noya.
Willkommensdrink aus dem Hause Albet i Noya.

Gross ist der Andrang zum Ausflug ins Penedès, wo der erfolgreichste Biowinzer Spaniens zu Hause ist. «Ich verfolge Albet i Noya schon seit 25 Jahren via Delinat und bin völlig fasziniert von diesen Weinen. Jetzt, wo ich den Winzer persönlich kennengelernt und das Weingut gesehen habe, das mir wie eine Oase vorkommt, bin ich ein noch grösserer Fan geworden », freut sich Monica Ferrari-Zanetti aus Weingarten. Zusammen mit ihrem Mann Fredy geniesst sie sieben unbeschwerte Tage auf dem Schiff. Ähnlich beeindruckt zeigt sich Arnd Knopke aus Wil: «Ich war schon auf vielen Weingütern. Bei Albet i Noya beeindruckt mich vor allem, dass mit alten, autochthonen Sorten experimentiert wird, die mit weniger Pflanzenschutzmitteln auskommen sollen. Dieses spanische Weingut entspricht meiner Idealvorstellung.»

Dass die beiden Winzerbrüder Josep Maria und Toni Albet i Noya samt Önologin Marga Torres – wie alle andern besuchten Winzer auch – ebenfalls für ein oder zwei Tage an Bord steigen, gefällt den Passagieren: «Die Idee, die Winzer ein Stück mitreisen zu lassen, ist genial. So lassen sich persönliche Kontakte knüpfen, und man bekommt aus erster Hand Einblick in deren Philosophie», freut sich Jörg Wilhelm aus Bremgarten. Überhaupt findet er die Kombination von Delinat-Wein und Segeln passend: «Beides steht für Langsamkeit. Das tut gut in unserer hektischen Alltagswelt.» Auch Winzer Josep Maria Albet i Noya gibt sich begeistert: «Das ist eine unglaubliche Reise. Zwei Tage lang in entspannter Atmosphäre über diese blaue, glatte See zu segeln – es könnte keinen schöneren Rahmen geben, um unsere Weine zusammen mit Kunden zu geniessen und den Geist von Delinat und Albet i Noya zu würdigen. Ich geniesse es in vollen Zügen.»

Entspannt mit an Bord: Josep Maria Albet i Noya und Önologin Marga Torres.
Entspannt mit an Bord: Josep Maria Albet i Noya und Önologin Marga Torres.

Die Bodegas Mas Igneus im Priorat ist mit den beiden Önologinnen Mireia Pujol und Chaxiraxi Velázquez fest in Frauenhand. Auch dieser Ausflug hinterlässt nachhaltige Eindrücke. Alois Schuler, pensionierter Winzer aus Altdorf: «Ich bin begeistert und fasziniert vom Priorat und den Weinen von Mas Igneus. Einfach gewaltig.» Bernhard Weber aus Schmitten findet ebenfalls Gefallen: «Die Steillagen im Priorat erinnern mich ein bisschen an die Mosel. Beeindruckt bin ich von der Pflanzenvielfalt auf Mas Igneus.»

Abwechslungsreiches Bordleben

An Bord dreht sich ebenfalls vieles um ökologischen Weinbau, wie ihn Delinat und ihre Winzer verstehen. Zum einen begleiten die Weine der besuchten Winzer die fürstlichen Tafelrunden aus der Sea-Cloud-Küche, zum andern werden sie im Rahmen von Wein- und Winzerseminaren degustiert. Bei dieser Gelegenheit wird viel Wissenswertes über die richtige Kombination von Wein und Speisen sowie über den Weinbau der Zukunft vermittelt. Das «Delinat-Konzept» komme gut rüber, findet Ilona Arns Hermle aus Erlach. «Die Begegnungen mit den Winzern und die Ausdruckskraft ihrer Weine sind sehr überzeugend.»

Nächtliches Philosophieren über Gott und die (Wein-)Welt.
Nächtliches Philosophieren über Gott und die (Wein-)Welt.

Zwischendurch sorgen die Matrosen auf dem Deck für Spektakel und Abwechslung: Wagemutig klettern sie an den drei Masten in den blauen Himmel und setzen mir roher Manneskraft die Segel. Die ersten Tage vergehen im Fluge. Schon ist die kleine, pittoreske südfranzösische Hafenstadt Sète in Sicht. Zeit für neue Winzerbesuche. «Von Château Coulon sind wir etwas enttäuscht. Unter einem Château stellt man sich etwas anderes vor als diese alten Kellereigebäude. Aber die Weine sind dafür ausgezeichnet », sagt Karin Näf aus Ebnat-Kappel, und ihr Freund Marco Moser stimmt zu. Eigentlich wollten die beiden auf der Sea Cloud heiraten. Doch dann haben sie gemerkt, dass ihre lieben Angehörigen ja gar nicht dabei sind. Marco Moser: «Jetzt ist daraus halt eine vorgezogene Hochzeitsreise geworden.»

Immer gut drauf: Winzerin Anne Lignères.
Immer gut drauf: Winzerin
Anne Lignères.

Auf der Domaine Lignères in den Corbières sorgen 120-jährige Carignan-Rebstöcke, die in die wilde Garrigue-Landschaft eingebetteten Weinberge für grosse Augen. Beim Kellerrundgang stossen ohne Schwefelzugabe erzeugte Naturweine und Wein aus der Amphore auf reges Interesse. Einen Einblick in einen Weinbau, der auf einem funktionierenden Ökosystem mit reicher Biodiversität basiert, liefert der Besuch auf dem Delinat-Modellweingut Château Duvivier. Winzer Antoine Kaufmann ist jeweils in seinem Element, wenn er die ausgetüftelte Begrünung zwischen den Rebzeilen und die ökologischen Hotspots mit Kräuterinseln, Bäumen, Bienenhotels und Steinhaufen als Unterschlupf für Reptilien erläutert. Doch heute führt er durch den Keller und gibt Einblick in sanfte Vinifikationsverfahren. Den Part im Feld übernimmt derweil Delinat-Ökologe Daniel Wyss.

Die Domaine Mon Rêve am Lac du Salagou, die Domaine Pierre André in Châteauneuf-du-Pape und das Weingut La Tour des Vidaux in der Provence sind weitere begehrte Ausflugsziele auf dieser Reise. Sie liefern alle ähnlich eindrucksvollen Anschauungsunterricht, was einen Weinbau mit reicher Biodiversität ausmacht.

Dreht sich da auf dieser Reise vielleicht ein bisschen gar viel um Wein und Winzer? «Kein Problem, es wird ja immer auch ein Stadtausflug als Alternative angeboten», sagt Anni Tanner aus Liestal, eines von drei Geburtstagskindern während dieser Sea-Cloud-Woche. Und schon beginnt sie von Tarragona zu schwärmen: «Eine Stadt, die ich überhaupt nicht gekannt habe, die mich mit ihren vielen römischen Baudenkmälern und dem lokalen Markt jetzt völlig begeistert.»

Auf Wiedersehn in Sizilien?

Dann, am siebten Tag, läuft die Sea Cloud II im Hafen von Nizza ein. Die erste Delinat-Weinkreuzfahrt ist Geschichte. Zurück bleiben unvergessliche Erinnerungen. «Diese Reise war eine wunderbare Idee. Die Sea Cloud und Delinat sind beide auf schöne und sympathische Weise altmodisch. Das gefällt uns. Wir hoffen auf eine Wiederholung auf einer neuen Route», sind sich Marianne und Ulrich Müller-Herold aus Stallikon einig. Reiseleiter Martin Schäppi nickt zufrieden: «Schön zu sehen, wie die Verbindung von Lebens- und Genussfreude, Sorge zur Natur und Biodiversität zusammen mit einem Hauch Windjammer-Romantik alle in ihren Bann gezogen haben.» Gibt es eine Fortsetzung? Martin Schäppi: «Gut möglich … ich vertiefe mich bereits in die Geografie Siziliens und träume von einer Inselumrundung auf der Sea Cloud II im Jahr 2017 …»

Lesen Sie auch den Artikel «Der Zauberer in der Bordküche» und erfahren Sie mehr über die kulinarischen Höhepunkte während der einwöchigen «Sea Cloud»-Reise.

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann werfen Sie doch auch einen Blick auf unsere zukünftigen Weinreisen.

Weinerlebnisse in familiärer Atmosphäre

Bioweinbau in der Praxis – das konnten die Teilnehmer des Weinseminars am Weingut Hirschhof letzte Woche erleben.  Der erste Hirschhof-Weintag 2014 stand unter einem besonders familiären Stern: Die Probierstube der Familie Zimmer wird zurzeit umgebaut und renoviert. Kurzerhand verlegte ich meinen Basis-Weinkurs in das Wohnzimmer der Familie Zimmer. So genossen die Teilnehmenden in heimeliger Atmosphäre zuerst ein Glas Delsecco  und wurden dann mit einem Glas Riesling Terra Rossa in die Kunst des Degustierens eingeführt. Im Anschluss servierte ein lokaler Bio-Caterer ein leckeres Mittagsbuffet. Zum Dessert durfte natürlich der schon fast legendären Rotweinkuchen von Ellen Zimmer nicht fehlen.

Eine ganz private Einladung - Mittagessen im Wohnzimmer der Familie Zimmer.
Eine ganz private Einladung – Degustation im Wohnzimmer der Familie Zimmer.

Bei einem Spaziergang durch die Reben konnten die Weinfreunde die üppige Biodiversität bewundern. Und nach einer fachmännischen Einführung durch Winzer Tobias Zimmer in die Kunst der Vinifikation wurden die feinen Hirschhof-Weine gleich vor Ort degustiert. Der nächste praxisorientierte Hirschhof-Weintag findet am 6. September 2014 in der frisch renovierten Probierstube statt –  kurz vor der Ernte. Dann kann der Stand der Reben begutachtet werden. Mit dabei ist Winzerberater Daniel Wyss, der über die Umsetzung der strengen Delinat-Richtlinien bei den Winzern berichtet. Ein Wildkräuterexperte gibt eine Einführung in die Wildkräuterkunde.

Premiere bei Lenz

Zum ersten Mal fand fünf Tage später ein Weinabend auf dem Weingut Lenz im Thurgau statt. Das Winzerpaar Roland und Karin Lenz führt in Iselisberg bei Frauenfeld das grösste biologische Weingut der Deutschschweiz. Ein Drittel aller Rebsorten sind sogenannte «Piwis» wie z.B. Solaris, Maréchal Foch und Cabernet Jura.

Roland Lenz führte durch den Weinberg mit seinen Piwi-Sorten.
Roland Lenz führte durch den Weinberg mit seinen Piwi-Sorten.

Diese Sorten sind pilzwiderstandsfähig und benötigen nur wenig Pflanzenschutz. Dass auch diese neuen Sorten als Wein wunderbar schmecken können, davon konnten sich die Teilnehmenden direkt vor Ort bei der Kellerbesichtigung mit Fassprobe und der anschliessenden Degustation überzeugen. Der Weissherbst Lenz Grimbart 2013 schmeckt den Delinat-Kunden so gut, das er leider bereits ausverkauft ist. Der intensiv duftende Cabernet Jura mit seinem feinkörnigen Tannin, eine Neuzüchtung des Schweizer Piwi-Spezialisten Valentin Blattner, fand bei meinem Basisweinkurs ebenfalls hohen Zuspruch. Zum Abschluss des Lenz-Weinabends wurden bei einem Glas Wein und einem köstlichen Imbiss die Gespräche rund um die Themen Biodiversität im Weinbau und pilzwiderstandsfähige Rebsorten vertieft.

«Königsklasse» – Reserva Martí vs. Opus One

Ruhige Konzentration liegt in den Gesichtern. Die Frauen und Männer halten das Glas gegen das Licht, sie schnuppern, sie denken, dann schlürfen sie. Ein paar schnelle Notizen auf ein Blatt, dann kommt der nächste Wein.

Konzentriertes Schnuppern, Vergleichen und Schlürfen
Konzentriertes Schnuppern, Vergleichen und Schlürfen

Vor zwei Jahren entstand die Idee, die Spitzengewächse aus gesunder Natur von Delinat in einer Blinddegustation mit teuren Kultweinen zu vergleichen. Eine gute Idee, wie sich bald heraus stellte. Die «Königsklasse»-Degustationen werden in den Delinat-Weindepots zweimal jährlich angeboten und sind immer schnell ausgebucht. «Jeder Teilnehmer soll für sich den Wert eines Weines einschätzen» erklärt Dirk Wasilewski das Ziel der Veranstaltung. Der Delinat-Sommelier stellt die exklusive Wein-Auswahl zusammen und führt durch die Degustation. Zwölf Flaschen Wein im Wert von rund 1’000 Franken kommen dabei auf den Tisch. Darunter so weltbekannte Marken wie der Opus One aus dem Napa Valley oder der Tignanello aus der Toskana.

Helfen die Notizen, den Delinat-Wein zu erkennen?
Helfen die Notizen, den Delinat-Wein zu erkennen?

Verkostet wird in fünf Runden zu je zwei bis drei Weinen, möglichst vergleichbar nach Rebsorten, Herkunft und Jahrgang. In jeder Runde ist ein Spitzenwein von Delinat vertreten, zum Beispiel die reich prämierten Il Conventino Vino Nobile de Montepulciano aus der Toskana oder die Reserva Martí von Albet i Noya aus dem Penedès.

«Wie viel würden Sie für diesen Wein bezahlen?» lautet die Frage an die Teilnehmer, wenn sie die ersten zwei Gläser vor sich stehen haben. Nach anfänglichem Zögern lautet das erste Angebot «25 Franken». Die erste Überraschung des Abends, denn tatsächlich kostet der probierte Wein – ein Spitzengewächs aus dem Ribera del Duero – 135 Franken. Der Delinat-Wein in der selben Runde, wurde mit 20 Franken etwas höher bewertet als sein wirklicher Preis, der bei 17 Franken liegt.

«Das ist schon interessant», sagt Katarina Böni, die an diesem Abend im Weindepot St. Gallen zusammen mit ihrem Mann Daniel zum ersten Mal an einer solchen Degustation teilnimmt. «Man richtet den Preis nach seinen persönlichen Vorlieben. Wenn der Wein schmeckt ist man auch bereit mehr dafür zu bezahlen.»

Kult: Dirk Wasilewski deckt den Reserva Martí auf, der exklusiv bei Delinat erhältlich ist.
Kultwein: Dirk Wasilewski deckt den Reserva Martí auf, der exklusiv bei Delinat erhältlich ist.

Das Staunen über die riesigen Preisunterschiede zog sich durch den ganzen Degustierabend. Mit grosser Spannung wurde die letzte Runde erwartet. Würde man den mit 275 Franken teuersten Wein herausschmecken können? Es wurde probiert, nochmals probiert, verglichen, abgewogen – am Ende tippte nur einer der 16 Teilnehmer richtig auf den Opus One in Glas 3. Für den Delinat-Kultwein Reserva Martí hätten die Teilnehmer bis zu 80 Franken ausgegeben – kosten tut er 36.50 Franken (EUR 29.50).

«Ich hab schon wieder nicht gemerkt, welches der teuerste Wein war», sagt Hans Jakob Nold und lacht. Der langjährige Delinat-Kunde war mit seiner Frau Simone gekommen. Ihrer beider Lieblingswein ist die Reserva Martí von Albet i Noya. «Und der hat bestanden, auch neben dem Opus One.»

Die nächsten Termine für den «Königsklasse»-Event finden Sie in unserem Veranstaltungskalender: www.delinat.com/veranstaltungen

Château Duvivier – Oase für Weingeniesser und «Bio-Hexen»

Gibt es ein schöneres Kompliment als jenes von Barbara und Wolfgang Friedmann aus Friedberg: «Was kann einem langjährigen Weingeniesser und einer bekennenden ‹Bio-Hexe› Schöneres gelingen, als ein Urlaub, in dem beide voll auf ihre Kosten kommen? Die Woche auf Château Duvivier war ein Erlebnis der Extraklasse für alle Sinne.»

Antonine Kaufmann
Winzer und Önologe Antoine Kaufmann ist seit 1998 die treibende Kraft auf dem Weingut von Château Duvivier.

Das Ehepaar Friedmann war unter den 24 Gästen, die sich im September 2013 von Dirk Wasilewski während einer Woche auf Château Duvivier praxisnah in die fantastische Welt des biologischen Weinbaus einführen liessen. «Wir werden noch lange von diesen Tagen voll Genuss, Entspannung und Magie schwärmen», sind die beiden noch immer begeistert. Sie sind nicht die Einzigen: «Diese Weinwochen erfreuen sich so grosser Beliebtheit, dass wir sie auch in diesem Jahr im Juni und September wieder durchführen», sagt Kursleiter Wasilewski. Sein Anspruch ist es, in entspannter Atmosphäre Weinwissen praxisbezogen, kompetent und spielerisch zu vermitteln. Gleichzeitig werden die Gäste in die Kunst des Degustierens und der Kombination von Wein und Speisen (Wine & Food Pairing) eingeführt. Dafür stehen nicht nur die feinen Château-Weine zur Verfügung, sondern auch eine ganze Reihe anderer Perlen aus dem breiten Delinat-Sortiment. Einer der Höhepunkte ist die Degustation «Königsklasse». In einer Blindverkostung treten sündhaft teure konventionelle Weine gegen exklusive Delinat-Perlen aus biologischem Anbau an. Mit Winzer Antoine Kaufmann durch die Reben streifen, im Keller ein eigenes Cuvée kreieren und allabendlich die kulinarischen Highlights aus der Duvivier-Küche geniessen: Das sind weitere Glanzlichter dieser Weinwochen.

Gemüse fürs Abendessen auf Château Duvivier
Das tägliche Abendessen hergestellt aus frischen Zutaten aus der Region gehört zu den Highlights.

Viel Zeit zum Ausspannen

Kurse und Degustationen finden immer zu Randzeiten statt. So bleibt viel Zeit zum Ausspannen auf dem idyllischen Château-Gelände oder für Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung. Das malerische Städtchen Cotignac, von den Einheimischen stolz als «Saint-Tropez du Haut Var» bezeichnet, liegt ganz in der Nähe. Auch die Schlucht Gorges du Verdon, ein spektakuläres Naturwunder, und das Bilderbuchdorf Moustiers Sainte-Marie, eine Hochburg der Fayence-Kunst, liegen in knapp einstündiger Fahrdistanz. Und selbst eine Fahrt ans Mittelmeer dauert kaum mehr als 60 Minuten.

Cotignac
Nur ein Katzensprung von Château Duvivier entfernt: Im malerischen Städtchen Cotignac herrscht immer reger Betrieb.

Reisen und Kurse 2014

Praxisnaher Weinkurs mit Dirk Wasilewski
28. Juni – 5. Juli sowie 11. – 18. Oktober 2014

Wein- und Kulturreise mit Martin Schäppi
5. – 12. Juli sowie 18. – 25. Oktober 2014

Buchung dieser Reisen oder individuelle Ferienaufenthalte auf Château Duvivier unter: www.chateau-duvivier.com

Informationen über das gesamte Angebot an Weinkursen und Weinreisen unter: www.delinat.com/veranstaltungen

Die Provence entdecken

Wer all diese Sehenswürdigkeiten und noch viel mehr auf einer geführten Reise durch die Provence erleben möchte, der kann als Alternative zu den Weinwochen eine der beiden Wein- und Kulturreisen mit Martin Schäppi buchen. «Château Duvivier ist für uns der Ausgangsort für spannende Entdeckungstouren durch die Provence», sagt der erfahrene Reiseleiter. Zu den Höhepunkten gehören die Trüffelsuche mit Eric und seiner Hündin La Belle, die Fahrt zum Grand Canyon du Verdon, ein Besuch im Fayence-Atelier Bondil in Moustiers; eine Visite bei Volker Paul Weindel, dem Winzer mit dem wilden Bart, auf der Domaine La Tour des Vidaux sowie die Erkundung der schroffen Felslandschaft Les Calanques bei Marseille per Boot. Wer zwischendurch mal lieber ausspannen will, kann einen individuellen Ruhetag auf Château Duvivier einlegen.

Volker Paul Weindel
Winzer und Naturbursche Volker Paul Weindel vom Weingut La Tour des Vidaux mit seiner Frau Marlena.

Ein spannender Rundgang durch die Reben und den Keller von Winzer Antoine Kaufmann gehört auf diesen Wein- und Kulturreisen genauso dazu wie die beliebten Abendessen im schmucken Château-Restaurant oder draussen auf der lauschigen Gartenterrasse. Chefkoch Uwe Fahs setzt auf regionale, mediterrane Küche, in der die Kräuter der Provence eine wichtige Rolle spielen. Und Gastgeberin Sylvia Fahs liest ihren Gästen fast alle Wünsche von den Lippen ab.