Neue Logistik

Seit Januar erfolgt der Versand aus dem eigenen Lager. Der Umzug und der Aufbau der Prozesse hat uns alles abverlangt – und trotzdem kam es zum Teil zu deutlich längeren Lieferfristen und leider auch zu Fehlern, wofür wir uns entschuldigen. Inzwischen funktioniert es schon deutlich besser. Wir optimieren mit Hochdruck, bis alles wieder so rund läuf wie Sie und wir uns das wünschen.

Noch warten viele Weine in Winzerkartons auf das Umpacken in die wiederverwendbaren neuen Versandkartons. Neu werden die Weine direkt nach der Abfüllung auf sogenannte Stapelpaletten gestellt, bei denen sich Flasche an Flasche reiht (Bild oben) und dadurch kaum Kartonabfall anfällt.

Ein wichtiges Ziel, das uns dazu bewogen hat, das Versandlager wieder selbst zu betreiben, ist die höhere Flexibilität beim Verschicken. Winzerkartons konnten in der Schweiz nur von VinoLog, einem Service der Post, in Deutschland nur von Hermes und in anderen Ländern gar nicht geliefert werden.
Die neuen Versandkartons sind deutlich stabiler und können von allen Zustelldiensten befördert werden. Das «Picken», wie das Zusammenstellen der Weinsendungen neudeutsch genannt wird, erfolgt elektronisch gesteuert mit modernsten Kommissionierwagen (Bild links). Im Unterschied zu früheren Systemen passieren so weniger Fehler und die Wege sind optimiert und deutlich kürzer.

Noch ist viel Handarbeit notwendig. Das wird sich mit dem automatischen Entladen der Kommissionierwagen und dem Sortieren nach Paketdienst ändern (August 2019). Dann wird zusätzlich eine Gewichtskontrolle helfen, Fehler zu vermeiden.

Free the Bees: kleiner Verein mit grossen Zielen

Obwohl Delinat bei der Imkerei strenge Vorgaben macht, gibt es Möglichkeiten, die Bienenhaltung noch nachhaltiger zu gestalten. Zusammen mit Fachleuten vom Schweizer Verein «Free the bees» sind wir derzeit dabei, neue Methoden und Richtlinien zu entwickeln. Unsere Imker freuen sich über die professionelle Hilfe und werden ab 2019 neue Methoden testen.

«Free the Bees» kämpft mutig für eine artgerechte Bienenhaltung. Der Verein vergleicht die aktuelle Imkerei mit der Landwirtschaft: Massentierhaltung, Mast, Medikamentenmissbrauch, Leistungszucht, Kastration, künstliche Vermehrung. Die Folgen sind Krankheiten, Seuchen und Parasiten, Verweichlichung, Degeneration, Resistenz gegen Medikamente. Honig ist in der Regel leider nicht (mehr) das ökologische Naturprodukt, als welches es angepriesen wird.

«Free the Bees» hat grosse Ziele und mächtige Gegner. Der kleine Verein verdient es, unterstützt zu werden. Delinat hat dies in den letzten Jahren tatkräftig getan und lädt Sie ein, es gleich zu tun: www.freethebees.ch/jetzt-unterstuetzen

Ein neuer «Schlossgeist»

23 Jahre lang wurde der Ferienbetrieb Château Duvivier von Sylvia und Uwe Fahs erfolgreich geführt. Sie haben das Château geprägt und eine treue Gästeschaft aufgebaut. Ende 2017 gingen sie in den wohlverdienten Ruhestand.

Château Duvivier – eine gemütliche, ruhig gelegene Ferienoase in der Provence.

Der erste Versuch, eine würdige Nachfolge zu finden, ist leider gescheitert. Mit dem neuen Konzept der Themenwochen im Hinterkopf haben wir bei der Kandidatenauswahl die Gastronomie-Erfahrung zu wenig stark gewichtet. Das war ein Fehler. Da sich die Defizite schon früh im Jahr zeigten, haben wir die Saison schon Ende September enden lassen.

Die «Schlossgeist»-Stelle wurde im Sommer 2018 neu ausgeschrieben, und dieses Mal hatten wir mehr Glück. Unter drei qualifizierten Bewerbern haben wir uns rasch für einen «alten Fuchs» entscheiden können.

Der neue «Schlossgeist»

Er hat kleine und grosse Hotels in 17 Ländern erfolgreich geführt. Er spricht fliessend Französisch, Deutsch und Englisch, und die Provence ist seine Wunschheimat. Für Hans Albrecht Wagenhaus scheint die Duvivier-Aufgabe wie auf den Leib geschnitten – er möchte das Château zur Krönung seiner Karriere machen und drei bis fünf Jahre führen, bevor er in die Pension geht.

Ab März 2019 Schlossgeist auf Château Duvivier: Hans Wagenhaus.

Das Ferienprogramm 2019 ähnelt dem der Fahs-Ära: Weniger Schwerpunkt-Wochen und mehr (kulinarische) Verwöhneinheiten, kombiniert mit interessanten Einblicken in die spannenden Forschungsarbeiten, die mit der Permakultur einen neuen Fokus erhalten haben. Ausserdem soll mehr Weinwissen vermittelt werden – insgesamt wird es vier Mal wöchentlich eine Führung oder einen Kurs zu Weinbau, Weinwissen, Wein-Pairing und Permakultur geben.

Höhepunkt aber wird wieder das Abendessen sein, das wie früher mit einem Aperitif eingeleitet wird, zu dem der Küchenchef sein Menü vorstellt. Sehr gut angekommen in diesem schwierigen 2018 ist das Auswärtsessen, sodass wir uns entschieden haben, auch 2019 wöchentlich an einem Abend in einem guten Restaurant in der Nähe zu dinieren. Auf www.chateau-duvivier.com finden Sie alle Details.

Das traditionell reichhaltige Frühstücksbuffet ist bei den Gästen beliebt.
Führungen und Kurse
Ab Mitte März 2019 stehen die Türen für Château-Gäste wieder offen. Mit dem reichhaltigen Frühstück und dem täglichen kulinarischen Höhepunkt, dem Abendessen, gibt es nur zwei tägliche Fixpunkte. Wer Lust hat, kann die Provence von hier aus auf eigene Faust entdecken. Es gibt aber auch jede Woche einige Kurse, an denen auf spannende Art und Weise Weinwissen vermittelt wird. Normalerweise sind sie folgenden Themen gewidmet:
• Rundgang durch die Weinberge mit Winzer Erik Bergmann (90 Minuten)
• Kurzer Basis-Weinkurs mit Lolita Roche (90 Minuten)
• Wine and Food Pairing mit Hans Albrecht Wagenhaus (60 Minuten)
• Permakultur und Gemüsegarten mit Laurence Halleux (90 Minuten)

Unbeschwerte Provence-Ferien

Château Duvivier ist der ideale Ort zum Faulenzen, um gutes Essen und feine Weine zu geniessen und den Weinbau der Zukunft zu entdecken. Das idyllisch und ruhig gelegene Schloss ist aber auch idealer Ausgangspunkt, um die schönsten Ecken der Provence zu entdecken. Hier ein paar Tipps für lohnenswerte Ausflüge:

Märkte in der Provence: Jedes kleine Städtchen und fast jedes Dorf in der Provence hat seinen eigenen Markt. Dort werden regionale Delikatessen und saisonale Verführungen angeboten. Oft sind die Lebensmittel biologisch produziert und erfüllen höchste Qualitätsansprüche. Besonders schöne und authentische Märkte gibt es in Cotignac (Dienstag), in Aups (Mittwoch und Samstag; im Juni und Juli mittwochs auch Trüffelmarkt) und in Salernes (Mittwoch und Samstag).

Wandern rund um Château Duvivier: Château Duvivier ist ein idealer Startpunkt für idyllische Wanderungen. Viele Wegabschnitte führen durch lichten Wald, der viel Schatten spendet. Im Château liegt eine Mappe mit Routenvorschlägen mit unterschiedlichen Anforderungen aus, die alle als Rundstrecke angelegt sind. Die beliebtesten Touren führen auf den Gros Bessillon, ins Dörfchen Pontevès und durch dichten Wald in die Duvivier-Parzelle «Beau Mulé».

Gorges du Verdon: Der Grand Canyon du Verdon lockt mit spektakulären, teilweise anspruchsvollen Wanderungen und Bootsfahrten (Kanus, Pedalos, Elektroboote) durch eine einzigartige Schlucht. Bootsvermietungen am Lac de Sainte-Croix. Zirka eine Autostunde von Château Duvivier entfernt.

Moustiers Sainte-Marie: Pittoreskes Touristenstädtchen in der Nähe des Lac de Sainte-Croix und der Gorges du Verdon. Grosse Fayence-Tradition. Authentische Unikate sind die weiss emaillierten, handbemalten Keramikobjekte des Ateliers Bondil am Kirchenplatz mitten im Dorf. Rund eine Autostunde von Château Duvivier entfernt.

Cotignac: Typisches, charmantes Provence-Städtchen, keine zehn Kilometer von Château Duvivier entfernt. In den Bistros und Restaurants auf dem von Platanen gesäumten Cours Gambetta lässt sich trefflich verweilen. Jeden Dienstagvormittag ist Markt.

Eine Initiative, für die es sich zu kämpfen lohnt

Karl Schefer, Delinat-Gründer

Es gehört zu den Prinzipien von Delinat, sich politisch nicht zu engagieren. Doch nun machen wir eine Ausnahme. Denn die Leitidee der Schweizer Initiative für sauberes Trinkwasser liegt unseren Zielen so nahe, dass wir nicht anders können, als sie zu unterstützen.

Wer durch die schöne Schweiz reist und sich an den saftigen grünen Wiesen nicht sattsehen kann, wird kaum auf den Gedanken kommen, dass unsere Landwirtschaft zu den intensivsten Europas gehört. Nur Holland produziert mehr vom gefährlichen Ammoniak, das Umwelt und Gesundheit gleichermassen schädigt. Die Viehbestände im romantisch anmutenden Alpenland sind viel zu hoch. Um die vielen Rinder, Schweine und Hühner zu ernähren, reicht das eigene Land längst nicht aus – es werden jährlich zusätzlich 1,1 Millionen Tonnen Futtermittel importiert. Das sind 44‘000 Sattelschlepper, ein Konvoi, der drei Mal die Länge der Schweiz ausfüllt. Kein Wunder, dass viel zu viel Gülle ausgebracht wird, die Unmengen von Stickstoff in den Boden und damit ins Grundwasser fördert.

Natürlich ist die intensive Haltung ungesund für die Tiere. So sehr, dass sie präventiv Antibiotika brauchen, um nicht ständig an Infekten zu leiden. Via Gülle gelangen auch diese Stoffe ins Grundwasser und sind die Hauptursache für die Bildung der immer gefährlicher werdenden, resistenten Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Im Getreide-, Gemüse- und Obstanbau sind es vor allem die Pestizide, von denen in der Schweiz jedes Jahr 2200 Tonnen ausgebracht werden, die ebenfalls weitestgehend im Boden und im Grundwasser landen. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie sich irgendwann zersetzen, denn die Abbauprodukte sind oft noch giftiger als die Pestizide selbst. In ackerbaulich genutzten Gebieten überschreiten 70 Prozent der untersuchten Grundwasserproben den gesetzlichen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Unser Trinkwasser stammt zu 80 Prozent aus diesem Grundwasser!

Kurz: Es ist ein absoluter Wahnsinn, was in der Schweizer Landwirtschaft als normal gilt. Wir benehmen uns so, als ob wir die letzte Generation wären und glauben, dass Politik und Wissenschaft es schon irgendwann irgendwie richten werden.

Die Initiative hat das Zeug, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Sie ist nicht nur logisch aufgebaut, sie argumentiert auch sehr klug. Wer will denn nicht sauberes Trinkwasser? Und Bauern mit Verstand haben nichts zu befürchten, im Gegenteil: ihr Leben könnte sich stark verbessern, sie könnten wieder das tun, was ihre Vorfahren über Generationen getan haben: ihre Felder, Tiere und Kulturen nachhaltig und mit Liebe pflegen und ihren Kindern eine gesunde Basis hinterlassen. Und das mit der gleichen finanziellen Unterstützung vom Bund wie heute.

Delinat wird ab dem kommenden Frühling eine Reihe von Veranstaltungen durchführen und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dazu einladen, die Initiative nach Kräften zu unterstützen. Dazu werden wir Ihnen Unterlagen, Vortragsräume und Referenten zur Verfügung stellen und, natürlich, ein paar gute Weine, damit Ihr Publikum das Lernen mit dem Angenehmen verbinden kann. Hier können Sie jetzt schon Ihr Interesse anmelden: www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch/veranstaltungen.

Unser Respekt und unsere Anerkennung gehören der Initiantin Franziska Herren, die sich unermüdlich und uneigennützig für eine gesunde Schweiz einsetzt und diese Initiative ermöglicht hat: Herzlichen Dank, liebe Franziska, auch im Namen unserer Kundinnen und Kunden, der Schmetterlinge, der Vögel, der Fische, der Kühe und der ganzen Biodiversität.

Lesen Sie mehr zur Initiative im Interview mit Franziska Herren.


Klug verpackt: Weinversand im Wandel

Delinat nimmt die Bewirtschaftung des Zentrallagers nach zwei Jahrzehnten wieder in die eigenen Hände. Seit Januar 2019 betreut ein achtköpfiges Team das modern eingerichtete Lager in Grenzach-Wyhlen in der Nähe von Basel. Unser Ziel: ein schneller, zuverlässiger und ökologisch vorbildlicher Lieferservice.

Im Verlauf der 38 Delinat-Jahre wurde unser Lager- und Versandsystem viele Male neu erfunden. Bis 1999 hatten wir das Lager und den Versand selbst gemacht, danach haben wir spezialisierte Logistikdienstleister damit beauftragt. Beflügelt durch die explosionsartige Entwicklung des Online-Handels, konnten diese mit ihren hoch automatisierten Zentren deutlich bessere Lösungen und Preise anbieten. Gerade wegen des steigenden Automatisierungsgrads stossen externe Lösungen mit zerbrechlichen Waren heute aber immer mehr an ihre Grenzen.

Fragen zur Logistik

Zum neuen Lieferkonzept und zur Kartonrücknahme gibt es viele Fragen. Die Antworten darauf finden Sie hier.

Deshalb haben wir beschlossen, die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wir werden eine kluge Mischung aus Handarbeit und maschineller Unterstützung anwenden. Unser Ziel ist unbescheiden – wir wollen zum ökologisch und logistisch besten und sichersten Versand für Wein in ganz Europa werden. Mit Auslieferung nach Hause, an Packautomaten und Abholstationen.

Massive Reduktion des Kartonmülls

Karton aus Recycling-Papier ist aus unserer Sicht noch immer die ideale Verpackung. Anstatt aber auf möglichst leichte Einwegkartons zu setzen und damit Bruch zu riskieren, machen wir das Gegenteil: Unsere neuen Versandkartons werden stärker als die bisherigen sein, sodass sie jede Art von Transport überstehen und die Weinflaschen perfekt schützen. Sie werden so gut sein, dass sie im Durchschnitt ein halbes Dutzend Mal auf die Reise geschickt werden können. Dadurch werden wir den Materialaufwand auf ein Minimum reduzieren.

Neues Konzept für Kartonrückgabe

Rund ein halbes Dutzend Mal soll jeder Delinat-Weinkarton künftig zum Einsatz kommen.

Das bedeutet aber, dass die Kartons irgendwie zu uns zurückfinden müssen. Zur Diskussion steht derzeit die Möglichkeit, die Kartons mittels Sammelbehälter auf unsere Kosten an uns zurückzuschicken. Wir sind im Gespräch mit Paketdiensten und werden ab April 2019 mit ersten Rückgabetests beginnen. In der Schweiz können die leeren Kartons natürlich weiterhin auch an den Päckli-Punkten sowie in den Delinat-Shops abgegeben werden.

Beste Ökobilanz im Weinhandel

Bereits heute kann Delinat vermutlich die beste Ökobilanz im Weinhandel vorweisen. Mit dieser Logistikumstellung, der damit verbundenen abfallfreien Auslieferung und der Einführung eines effizienten Rückgabesystems wird sich diese ab 2019 noch deutlich verbessern. Sobald die Änderungen umgesetzt sind, werden wir den ökologischen Fussabdruck von neutraler Stelle erneut bilanzieren lassen.

Fast alle Lieferungen portofrei
Mit der rasanten Zunahme des Online-Handels und des Paketvolumens wurden in der Logistik viele Innovationen angestossen, die das Kommissionieren, Packen und Verschicken deutlich einfacher gemacht haben. Hinzu kommt, dass Delinat schon seit Beginn auf schlanke Abläufe gesetzt und diese immer wieder verbessert hat.

Heute ist der Versand selbst bei kleineren Bestellmengen effizienter als der Ladenverkauf. Die Hintergründe dazu können Sie in diesem Blog-Beitrag nachlesen: www.delinat.com/portofrei

Insbesondere auch im Hinblick auf die geplanten Fortschritte in unserem neuen Lager haben wir die Versandkonditionen nun angepasst: Neu werden schon kleine Bestellmengen ab 50 Euro / 70 Franken portofrei verschickt. Bei Sendungen unter diesem Warenwert kostet das Porto nur noch € 3,60 bzw. CHF 4.80.

(Fast) immer portofrei

Es ist verrückt – 1980, als Delinat die ersten Pakete verschickt hat, waren die Versandkosten (Lagerhaltung, Kommissionierung, Verpackung, Versand) noch beinahe doppelt so hoch wie heute. Seither sind sie Jahr für Jahr gesunken. Natürlich hat das auch mit unserem zunehmenden Volumen zu tun, denn manche Abläufe liessen sich dadurch vereinfachen und zum Teil automatisieren. Es braucht heute pro verschickter Weinflasche rund drei Mal weniger Arbeitszeit als damals.

Diesem Trend geholfen hat die Verpackungsbranche in den letzten Jahren mit grossen technischen Fortschritten. Beflügelt durch den Erfolg des Online-Handels und der rasanten Zunahme des Paketvolumens wurden in der Logistik viele Innovationen angestossen, die das Picken, das Packen und das Verschicken deutlich einfacher gemacht haben. Hinzu kommt, dass Delinat schon seit Beginn auf schlanke Abläufe gesetzt und diese immer weiter verbessert hat.

Der Detailhandel hingegen hat von diesen Fortschritten nicht profitieren können. Der Verkauf über die Theke ist im gleichen Zeitraum teurer geworden, weil Miet- und Personalkosten stetig gestiegen sind und es keine nennenswerte Rationalisierungen gegeben hat, die Kosten an den Verkaufspunkten eingespart hätten.

So kommt es, dass heute ein Karton Wein, den wir ab Zentrallager in die Schweiz, nach Deutschland oder nach Österreich verschicken, kaum noch höhere Kosten verursacht, als ein Karton, der in einem unserer Weindepots verkauft wird. Unter 6 Flaschen ist das Weindepot (noch) im Vorteil, ab einem Karton sind die Kosten in etwa gleich hoch.

Schon länger beobachten wir die gegensätzliche Kostenentwicklung der beiden Vertriebskanäle. Und arbeiten an beiden Fronten an Optimierungen und steten kleinen Verbesserungen. Es ist seit langem schon klar, dass irgendwann der Versand effizienter als der Ladenverkauf werden würde.

Eine aktuelle Kalkulation hat soeben bestätigt, dass unsere Versandkonditionen nun angepasst werden können. Dies insbesondere auch im Hinblick auf die geplanten technischen Fortschritte in unserem neuen Lager, das in wenigen Monaten den Betrieb aufnehmen wird (mehr dazu).

Daher senken wir jetzt die Portofrei-Grenze und die Versandkosten. Neu werden schon kleine Bestellungen ab 50 Euro / 70 Franken portofrei verschickt. Und bei Sendungen unter diesem Warenwert kostet das Porto nur noch € 3.60 / CHF 4.80.

Dank moderner Technik spielt es für uns heute keine Rolle mehr, ob 24 Flaschen Wein in einer oder in zwei Bestellungen verarbeitet und verschickt werden. Auch sind grosse Sendungen nicht mehr unbedingt ökologischer als zwei kleine, weil der Transport heute zusammen mit anderen Sendungen der Paketdienste erfolgt. Früher waren das noch spezialisierte Spediteure, die Wein bruchfrei ausliefern konnten und da war es wichtig, eine möglichst grosse Menge in einer Sendung zu bündeln. Die letzte Hürde in dieser Hinsicht werden wir allerdings erst im Januar nehmen, wenn die neue, bruchsichere Mehrweg-Kartonage zum Einsatz kommt.

Keine Angst, wir haben nicht vor, die Weindepots zu schliessen, auch wenn sie «weniger effizient» sind. Wir sehen die stationären Geschäfte als wertvolle Ergänzung zum (anonymen) Versand, wo man sich austauschen und Weine probieren kann, wo man kompetente Beratung bekommt, Weinkurse besuchen, Freunde treffen und Geburtstage feiern kann. Wir werden in den kommenden Jahren noch weitere Standorte eröffnen – Versand und Depots ergänzen sich prächtig.

Stärken statt schwächen

In keinem Zweig der Landwirtschaft werden mehr Pestizide gespritzt als im Weinbau. Auch gibt es keine Anzeichen für eine Besserung – im Gegenteil: Schädlinge passen sich erstaunlich schnell an und bilden Resistenzen, sodass immer mehr und neue Gifte notwendig werden. Dabei geraten die gefährlichen Chemikalien nicht nur in die Umwelt und verpesten Luft, Wasser und Boden, sondern sie schwächen auch die Reben zusätzlich, sodass diese noch leichter von Krankheiten befallen werden und zusätzlich geschützt werden müssen. Ein Teufelskreis.

Gärtnern und Bauern stehen grundsätzlich zwei Wege offen: Der erste versucht, Nutzpflanzen vor Feinden und Krankheiten zu schützen, sie zu ernähren, zu hegen und zu pflegen und bei jeder Gefahr zur Seite zu stehen. Das ist, was die moderne, intensive, konventionelle Landwirtschaft in unterschiedlichen Nuancen praktiziert. Der zweite Weg beschreitet das pure Gegenteil: Die Pflanze wird weitestgehend sich selbst überlassen. Auch bei Krankheiten wird nicht eingegriffen, wenn die Möglichkeit besteht, dass die Kultur sie selbst überwinden kann. Dieses Prinzip entspricht der Delinat-Methode.

Es ist ganz erstaunlich, wie sehr der konventionelle Weinbau einer Intensivstation im Spital entspricht. Mit Kunstdünger werden die Reben ernährt, wie der Kranke an der Infusion. Mit Fungiziden und Insektiziden werden die Pflanzen vor Parasiten geschützt, wie der Kranke mit Antibiotika. Mit Herbiziden werden «Unkräuter» getötet oder der Boden mit Maschinen «sauber» gehalten, um Nahrungs-, Wasser- und Mineralstoffkonkurrenz auszuschalten – beim Kranken sorgt eine keimfreie, vor Lärm und Gefahren abgeschirmte Umgebung für Sicherheit. Die Parallelen gehen noch weiter, denn sowohl die in Intensivkultur konventionell angebaute Pflanze wie auch der Kranke würden nicht überleben, wenn man Nahrung, Medikamente und Pflege einstellen würde. Allerdings denkt niemand daran, Kranke länger als notwendig intensiv zu pflegen – im Unterschied zur intensiven Landwirtschaft.

Auch Bio-Weinbau kann kritisch sein, wenn er nicht konsequent umgesetzt wird. 12 bis 18 Spritzungen mit Kupfer und Schwefel sind in einigen Regionen notwendig, um sensible Kulturen vor Mehltau und anderen Pilzen zu schützen. Da klingen die Ziele und Vorsätze des Bio-Gedankens fast schon zynisch: Gesunde Produkte aus einer heilen Welt? Weit gefehlt. Mit Kupfer belastete, von schweren Traktoren verdichtete Böden, Abbau statt Aufbau von Humus, dieselbe Monokultur, dieselben anfälligen Pflanzen wie beim konventionellen Nachbarn.

Wer wirklich Biowein herstellen will, der seinen Namen verdient, muss umdenken und mindestens diese drei Faktoren erfüllen:

1. Säen statt düngen
Verzicht auf Dünger. Es muss für eine reiche Begleitflora zwischen den Reben gesorgt werden. Damit wird Mehltau und anderen Pilzerkrankungen vorgebeugt. Die Wurzeln sind nicht «Konkurrenz» für die Reben, sondern die Grundlage für gesunde Mykorrhiza, einer Symbiose von Pflanzenwurzeln und Pilzen, die nicht nur für gute Ernährung, sondern auch für deutlich mehr Vitalität sorgen.

2. Vielfalt statt Einfalt
Da Weinbau eine Dauerkultur ist und daher nicht wie im Gartenbau von Jahr zu Jahr eine Fruchtfolge stattfindet, muss die Umgebung um die Reben möglichst vielfältig gestaltet werden. Es braucht Büsche, Hecken, Biotope, Steinhaufen und auch Bäume in den Reben. Je grösser die Vielfalt, desto stabiler entwickelt sich das ökologische Gleichgewicht. Epidemien von Schädlingen können sich so nicht bilden, für jeden Invasor gibt es Fressfeinde. Auch die Pflanzen kommunizieren untereinander und bilden die unglaublichsten Verbindungen. Es entwickelt sich eine Art kollektive Intelligenz, die praktisch alle Gefahren zu parieren weiss.

3. Stärken statt schwächen
Schon allein die ersten beiden Prinzipien helfen der Pflanze, sich besser behaupten zu können. Wichtig ist aber auch, dass die Rebe robust und für Boden und Klima geeignet ist. Die Genetik spielt dabei eine entscheidende Rolle. Und hier kommen die pilzwiderstandsfähigen neuen Züchtungen ins Spiel, die sogenannten PIWIs.

PIWI – ökologisch und ökonomisch das Beste

Seit im vorletzten Jahrhundert die Reblaus und diverse Pilze aus Amerika importiert wurden, hat sich das Handwerk des Winzers völlig verändert. Pflanzenschutz ist zur Hauptbeschäftigung geworden. Die ganze Sinfonie an chemischen Bekämpfungsmitteln, die ein Jahrhundert lang über die Weinberge gespritzt worden ist, hat nicht geholfen – zu anpassungsfähig sind die Mehltau-Pilze.

Erst seit in den letzten Jahrzehnten Kreuzungen zwischen europäischen Edelreben und amerikanischen Wildreben gelangen, die eine akzeptable Weinqualität zuliessen, keimt Hoffnung für eine nachhaltige Lösung. Inzwischen ist die Züchtung viele Generationen weiter, und die Resultate übertreffen die Erwartungen. In Blinddegustationen machen PIWIs immer öfter das Rennen vor den europäischen Edelsorten.

Was aber noch toller ist: Die meisten haben eine gute Resistenz gegen Mehltau und gegen allerlei andere Übel. Auch ist eine grössere Toleranz bei Trockenheit und Frost erzielt worden. Für den Winzer bedeutet das eine schier unglaubliche Erleichterung – eine Halbierung der Arbeitszeit pro Hektar ist durchaus möglich. Wenn zusätzlich auch die Biodiversität und die Begrünung stimmen, dann ergibt sich ein Weinberg, der kaum mehr einen Traktor sieht. Meistens werden präventiv eine oder zwei Spritzungen mit Backpulver, Tinkturen oder Algenpräparaten gemacht, aber in der Regel ginge es auch ohne.

Was der Verzicht auf Pestizide, Kupfer und Schwefel ökologisch bedeutet, kann kaum in Worte gefasst werden. Es ist wie Tag und Nacht. Lockere Böden, weil die schweren Traktoren sie nicht mehr verdichten. Keine Belastung mit Pestiziden und Schwermetallen. Höherer Humusgehalt, mehr gebundenes CO2, kaum mehr Dieselverbrauch, grössere Vielfalt usw. Die Öko-Bilanz von PIWI-Parzellen ist um ein Vielfaches besser als bei Edelreben.

Nachhaltige Lösung

Für Delinat ist klar: In den meisten Gebieten Europas sind resistente Rebsorten Voraussetzung für konsequent ökologischen Weinbau. Inzwischen ist nicht nur eine grosse Auswahl an guten PIWIs erhältlich, auch die Gesetzeslage hat sich entschärft. In den kommenden Jahren werden daher immer mehr PIWIs das Delinat-Sortiment und den DegustierService bereichern.

Und dass Weinbauern sich dank PIWIs wieder ihrem eigentlichen Handwerk widmen dürfen und nicht als Seuchenjäger Energie und Zeit verschwenden müssen, steigert die Motivation, aus ihrem Weinberg ein Paradies zu gestalten. Zwischen den Reben blüht es, anstelle von Traktorenlärm singen Vögel. Das allein wäre schon Belohnung genug, doch der Winzer gewinnt nicht nur Frieden und Freizeit, er hat netto deutlich mehr im Portemonnaie. Keine Pestizid-Rechnungen mehr, viel weniger Ausgaben für Maschinen, Treibstoff und Arbeitszeiten.

Grossartig, die Leistung der Züchter. Allen voran Valentin Blattner, der, von Behörden gebremst, von Forschern belächelt und von Winzerkollegen verspottet, konsequent und selbstlos im abgelegenen Schweizer Jura neue Sorten züchtet. Der weder Anerkennung noch finanzielle Entschädigung bekommen hat. Die Weinwirtschaft weltweit schuldet ihm Respekt und Dank.


PIWI-Pionier Pierre Basler

Dr. Pierre Basler, Agronom ETH an der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Obst- und Weinbau Wädenswil (heute Agroscope), setzte sich über Jahrzehnte für einen umweltschonenden Weinbau mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten ein. Er gilt zusammen mit Rebzüchter Valentin Blattner als Pionier in der PIWI-Forschung.

Schon 1995 hat Pierre Basler mit dem Aufbau des Sortengartens auf dem Delinat-eigenen Weingut Château Duvivier in der Provence begonnen. Ein schwieriges und waghalsiges Unterfangen, waren PIWI-Reben in Frankreich doch damals verboten. Pierre Basler konnte die Chambre d’Agriculture jedoch für eine Sondergenehmigung gewinnen, um PIWIs grossflächig auf Duvivier zu testen.

Leider wurde der inzwischen international anerkannte PIWI-Spezialist 2003 wegen einer Hirnblutung arbeitsunfähig. Zu seinem Vermächtnis gehört das im selben Jahr erschienene Buch «‹Andere› Rebsorten». Darin werden mitunter PIWI-Sorten, deren Entstehung sowie die Entwicklungstendenzen beschrieben. Das Buch wurde später von Robert Scherz überarbeitet und in einer Neuauflage unter dem Titel «PIWI-Rebsorten» herausgegeben. Es richtet sich sowohl an Fachleute wie auch an interessierte Laien und Hobbywinzer und kann auf der Website von PIWI International bestellt werden: www.piwi-international.de

Alle Artikel der WeinLese 51:

Weinversand im Wandel

Im Laufe der 38 Delinat-Jahre wurde unser Lager- und Versandsystem viele Male neu erfunden. Anfangs war es das schnelle Wachstum, das unser Warenlager immer wieder aus den Nähten platzen liess. Später waren es vor allem neu angebotene Dienste und das Aufkommen des Internets, das unser Versandsystem beeinflusst hat. Es wurde schneller und sparsamer. Auch hat der Erfolg des DegustierService zu immer effizienteren Prozessen und Kostenreduktion geführt, so dass wir schliesslich eine portofreie Sendung anbieten konnten.

Das ist die einfachste Art, Weinflaschen zu transportieren: 600 bis 700 Flaschen passen auf eine Palette. Die Trennkartons werden im Anschluss zu wertvollem Stopfmaterial aufbereitet.

Das Internet beflügelt den Versandhandel und die Zustelldienste können mit ihren automatisierten Verteilzentren heute bessere Lösungen und Preise anbieten, als je zuvor. Diese Entwicklung hat allerdings nicht nur positive Seiten. Eine Herausforderung ist, dass die Bruchgefahr durch die Förderbänder und Sortieranlagen deutlich gestiegen ist. Weinflaschen können in normalen Kartons, wie sie die Winzer verwenden, kaum noch verschickt werden. In der Schweiz bietet die Post mit «VinoLog» einen Dienst an, bei dem die Pakete von Hand sortiert werden, so dass auf dickere Kartons verzichtet werden kann. In Deutschland kann Hermes ähnliches leisten. Allerdings haben beide Dienste auch Nachteile, z.B. sind sie relativ langsam, wenig flexibel und teuer. Ausserdem fehlen Alternativen – bei Engpässen oder Problemen können wir nicht ausweichen, ohne die Sendungen in posttaugliche, schwere Kartons umzupacken und dabei Unmengen von Karton-Müll zu produzieren, weil die Winzer-Kartons entsorgt werden müssen.

Seit zwanzig Jahren bewirtschaften externe Dienstleister das Delinat-Lager. Via Schnittstellen werden die Daten für die Versandaufträge übertragen. Diese Systeme waren früher ganz praktisch, weil sie skalierbar waren. Mit steigenden Anforderungen stossen sie aber immer mehr an ihre Grenzen und es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Anpassungen zu machen. Wir haben daher beschlossen, 2019 die Sache wieder selbst in die Hand zu nehmen. Mit dem Ziel, einen zuverlässigen und schnellen Lieferdienst zu gewährleisten, vor allem aber einen ökologisch vorbildlichen.

Ein Ausblick

Unser Ziel ist kein geringeres, als Weinflaschen sicher, schnell und ohne Verpackungsabfall in ganz Europa auszuliefern. Mit jedem ökologisch und sozial vertretbaren Paketdienst, mit und ohne Förderbänder. Mit Auslieferung nach Hause, an Packautomaten oder Abholstationen.

Ohne Abfall – wie soll das gehen? Es braucht natürlich nach wie vor ein Gebinde. Und Karton aus Recycling-Papier ist aus unserer Sicht nach wie vor die ideale Verpackung. Anstelle aber auf möglichst leichte Einweg-Kartons zu setzen, und damit Bruch zu riskieren, machen wir das Gegenteil: Unsere neuen Versandkartons werden stärker als die bisherigen sein, so dass sie jede Art von Transport überstehen und die Weinflaschen perfekt schützen. Sie werden so gut sein, dass sie im Durchschnitt ein halbes Dutzend Mal auf die Reise geschickt werden können.

Eine Variante der Rollwagen, in denen die leeren Kartons gesammelt werden. Sie sind zusammenlegbar und nehmen 40 bis 100 Leerkartons auf, je nach Grösse. Gesammelt werden ausser den kleinen DegustierService-Kartons auch die ab Januar 2019 genutzten hochwerting 6er, 9er und 12-Kartons.

Das bedeutet aber, dass die Kartons irgendwie zu uns zurück finden müssen. Dies soll auf zwei Wegen möglich werden: In Städten und Agglomerationen wollen wir 2019 Sammelstellen einrichten und mehrmals pro Jahr Sammelwochen durchführen. Für jede Region wird es einen Sammelkalender geben und Delinat-Kunden können sich per Mail oder SMS daran erinnern lassen. Für Leute auf dem Land wird es die Möglichkeit geben, die Kartons in einem Sammelbehälter auf unsere Kosten zurückschicken zu können.

Ab Januar 2019 wird ein neues Team von etwa 10 Delinat-Angestellten unser modern eingerichtetes Lager in Grenzach-Wyhlen bewirtschaften und die Pakete packen. Die Logistik-Leiterin ist eingestellt, weitere Stellen haben wir soeben ausgeschrieben. Die Stellenbeschreibungen finden Sie hier.

Karton-Sammelstellen

In Städten und Agglomerationen suchen wir an guter Verkehrslage Standplätze für Rollcontainer zum Sammeln von leeren Kartons. Die Rollwagen müssen jeweils alle drei Monate für eine Woche von Delinat-Kunden zugänglich sein, um die leeren Kartons darin zu verstauen. Die Rollbehälter haben eine Grundfläche von etwa 1,4 x 1,0 m und eine Höhe von etwa 2 m. Die Platzierung muss vor Niederschlägen und Sturm geschützt sein. Falls Sie selbst einen passenden Unterstand haben, den Sie vier Mal jährlich für eine Woche zur Verfügung stellen können, dann melden Sie sich bitte hier. Die «Miete» für den Standplatz wird mit einem Einkaufsgutschein honoriert. Beim Abholen wird der volle Rollbehälter jeweils durch einen leeren ersetzt, der sich zusammengeklappt auf kleinstem Raum aufbewahren lässt, bis er drei Monate später zum Einsatz kommt.

Die nachhaltigste Art, Wein zu kaufen

Im Weinbau ist die Delinat-Methode nicht nur zu einem Begriff, sondern auch zum Vorbild für viele Winzer geworden. Einzigartig ist die zwingende Verknüpfung von Biodiversität mit Qualität und wirtschaftlichem Erfolg. Dass bei grosser Vielfalt die Gefahr vor Schädlingen und Epidemien geringer ist als in tristen Monokulturen, konnte hinreichend bewiesen werden. Und dass es sich auch wirtschaftlich lohnt, können 100 Winzerfamilien bezeugen, die seit Jahren nach der Delinat-Methode arbeiten. Auch aus ökologischer Sicht gibt es keine bessere Alternative.

Vier solcher Elektro-Lieferwagen sind rund um die Weindepots in der Schweiz im Einsatz. Den Strom produziert Delinat mit einer 530 kW-PV-Anlage – mehr als ausreichend für Fahrzeuge, Büro und Lager.

Es wäre zu kurz gedacht, wenn sich die Nachhaltigkeit lediglich auf den Weinbau beschränken würde. Auch der Transport der Flaschen zum Weinfreund gehört in eine ganzheitliche Sichtweise. So sollten die Transportstrecken möglichst kurz gehalten und die Fahrzeuge möglichst schadstoffarm und ausgelastet fahren. Bei langen Strecken setzen wir nach wie vor auf die Bahn, die eine deutlich bessere Ökobilanz als der Diesel-LKW aufweist. Auch auf dem Weg zum Verbraucher setzen wir auf die kürzesten und effektivsten Transporte. In der Schweiz rollen bereits vier eigene Elektro-Lieferwagen und einige Paketdienste sind auch schon elektrisch unterwegs. Noch aber gibt es auch bei Delinat Verbesserungspotenzial.

Die Rollcontainer mit Leerkartons werden ab 2020 elektrisch zurück ins Delinat-Lager bei Basel transportiert. Die Ökobilanz bei Wiederverwendung der Kartons ist an sich schon deutlich besser – mit Elektrifizierung des Transports nimmt der Effekt noch weiter zu.

Zum Beispiel LKW: Für dieselbe Strecke, die heute 100 Liter Diesel verpufft, benötigt ein elektrisch betriebenes Fahrzeug lediglich das Energie-Äquivalent von 20 Liter. Das ist sogar sparsamer als die Bahn, die allein zum Unterhalt der Infrastruktur viel Energie verbraucht.

Wahrscheinlich kann Delinat heute schon die beste Transport-Ökobilanz im Weinhandel vorweisen. Doch mit der neuen abfallfreien Auslieferung und der Optimierung auf der Strasse wird sich diese ab 2019 noch deutlich verbessern. So bald die Änderungen umgesetzt sind, werden wir den ökologischen Fussabdruck von neutraler Stelle erneut bilanzieren lassen.

 

Ein heisser Tipp

Tee ist ein Kunstwerk
und braucht eines Meisters Hand,
um seine edelsten Eigenschaften zu offenbaren.

Was der japanische Kunstwissenschaftler und Autor Okakura Kakuzō über den Tee sagte, gilt auch für den Wein. Beide, Tee und Wein, haben ihre Wurzeln in Jahrtausende alten Kulturen, und beide haben ihrerseits wieder diese Kulturen beeinflusst. Sie haben Rituale begründet. Sie haben Philosophen, Schriftstellerinnen und Köche beflügelt. Sie versprechen höchsten Genuss. Im letzten Jahrhundert haben beide die Grenzen ihrer Kultur, der asiatischen und der europäischen, gesprengt. Heute machen Tee und Wein rund um den Erdball die Menschen glücklich.


Für die Teekampagne und für Delinat gehören zu diesem Glück auch Ökologie und Fairness in den Verhandlungen mit den Produzenten. Als Kunde oder Kundin wissen Sie, wie Delinat diese Werte umsetzt. Die Teekampagne tut dies auf ihre Art, nicht minder entschlossen und erfolgreich und setzt in ihrem Bereich ökologische und soziale Standards.

Kratzer im schönen Bild

Aus den grossen Teeregionen der Welt, aus Darjeeling oder Assam zum Beispiel, erreichen uns wunderschöne Bilder von Frauen, die in ihren farbigen Gewändern in einer immergrünen Hügellandschaft stehen und sorgfältig die feinen Blätter und Knospen pflücken, die einen guten Tee ausmachen. Ein genauer Blick auf die Welt des Tees zeigt allerdings, dass diese Idylle bedroht ist.

Nur gerade 10% der oft happigen Endverkaufspreise für guten Tee kommen bei den Produzenten an. Der Rest versickert in den vielen Stufen des Zwischenhandels. Der Preisdruck führt zu einer Übernutzung der Teegärten. Monokultur, Agrochemie und unsachgemässe Bearbeitung verhärten die Böden. In den oft steilen Hügelflanken der Teegärten kommt es zu kleinen und grossen Erdrutschen. Ausserdem versuchen viele Produzenten, den Preisdruck nach unten – zu den Pflückerinnen – weiterzugeben. Im Wintersemester 1985/86 gründete Professor Günter Faltin zusammen mit einigen Studenten ein Unternehmen, dem sie den kämpferisch anmutenden Namen ‚Teekampagne‘ gaben. Mit einer dreifachen Win-Strategie wollten sie die Bedürfnisse der Konsumenten und der Produzenten zusammenbringen und gleichzeitig die Natur schonen.

Motto für die Teekampagne ist eine Weisheit Leonardo da Vincis – die ebenso gut im Buch des Lao Tse stehen könnte: «In der Einfachheit liegt die höchste Vollendung.» Diese Einfachheit setzt die Teekampagne in allen Bereichen des Teehandels um und fördert damit Qualität, Ökologie und Fairness.

Um die Qualität zu garantieren, bezieht die Teekampagne ihre Tees aus den besten Anbaugebieten der Welt, aus dem Darjeeling, (der Champagne des Teeanbaus) und aus Assam, das bekannt ist für seine kräftigen, oft malzig schmeckenden Tees. Die Spitzenernten werden im Frühling (First Flush: ein leichter, blumiger Schwarztee) und im Sommer (Second Flush: ein kräftiger, vollaromatischer Schwarztee) eingebracht. Alle Tees der Teekampagne weisen die Blattgradierung FTGFOP1 auf, Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe. Was wie der Code eines Geheimbundes tönt, bezeichnet die Tatsache, dass der Tee dieser Qualitätsstufe aus unzerkleinerten, fein strukturierten Blättern und Blattspitzen besteht, die in reiner Handarbeit gepflückt wurden und sich durch exquisiten Geschmack auszeichnen. Jeder Tee wird auf Pestizidrückstände untersucht. Es werden nur reine Tees verkauft, deren Herkunft bis zu den einzelnen Produzenten zurückverfolgt werden kann. Sämtliche Informationen sind auf der Verpackung und der Webseite ersichtlich.

Die Ökologie war von Anfang an ein wichtiges Anliegen der Teekampagne. Es werden nur Produzenten ausgewählt, die für ihre Pflanzungen eine überdurchschnittlich gute Ökobilanz nachweisen können. Heute stammen alle Tees der Teekampagne aus biologischem Anbau. In Darjeeling führt der WWF-India zum Schutz gegen Bodenerosion ein Aufforstungsprogramm durch, das ausschließlich von der Teekampagne finanziert wird.

Fairness heisst für die Teekampagne, dass sie den Produzenten Preise bezahlt, die über dem Weltmarktpreis liegen. Bei der Teekampagne erhalten die Produzenten über 50% des Endverkaufspreises. Weil die Teepflückerinnen gewerkschaftlich gut organisiert sind, ist die Arbeit in den Teegärten besser bezahlt als in anderen landwirtschaftlichen Branchen. Die Familien wohnen in Häusern, die ihnen von den Produzenten zur Verfügung gestellt werden, und können in den zugehörigen Gärten Nahrungsmittel für die Selbstversorgung anbauen. Darüber hinaus beteiligt sich die Teekampagne finanziell an Einrichtungen wie Schulen oder Energieversorgungen, die allen Menschen einer Region zu Gute kommen.

Wer bezahlt?

Qualität, Ökologie und Fairness wollen finanziert sein und oft genug schlägt sich das in massiv erhöhten Konsumentenpreisen nieder. Nicht so bei der Teekampagne, wo von Anfang an scharf kalkulierende Ökonomen mit von der Partie waren. Sie haben Da Vincis Losung von der Einfachheit und der Vollendung auch auf die Geschäftsstruktur der Teekampagne übertragen. Die Tees werden direkt bei den Produzenten und in möglichst grossen Mengen eingekauft, und sie werden den Konsumenten nicht in winzigen Mengen weitergegeben, sondern in Grosspackungen von zumeist 1000 und 500 Gramm. Weil damit wenig Verpackungsmaterial anfällt, schonen die Grosspackungen nicht nur das Portemonnaie, sondern auch die Umwelt. Besonders verblüffend und für den Erfolg entscheidend ist die radikale Beschränkung auf ein kleines Angebot. Die Teekampagne begann mit einem einzigen Spitzentee aus Darjeeling, und auch heute finden sich in ihrem Webshop nur gerade 10 (zehn!) Teesorten: 6 Schwarztees, 2 Grüntees und ein Earl Grey aus Darjeeling sowie ein Schwarztee aus Assam.

Der Erfolg der Teekampagne ist nicht nur der Erfolg für eine neue Geschäftsidee. Er zeigt auch, dass immer mehr Kundinnen und Kunden über den Rand der Teetasse – oder des Weinglases – hinausschauen. Sie wollen nicht nur guten Tee und guten Wein trinken, sie wollen den Ressourcen dieser Welt Sorge tragen. Ausserdem sollen die Arbeiterinnen und Arbeiter, die ihnen den Genuss ermöglichen, überdurchschnittlich gut bezahlt werden. Kurz: Genuss soll nicht auf Kosten der Natur oder der Arbeitskräfte gehen.

Für Kundinnen und Kunden in der Schweiz hat die Teekampagne kürzlich einen eigenen Webshop eröffnet, und das ist auch der äussere Anlass, warum ich Ihnen die Teekampagne empfehle. Ich tue das mit Überzeugung. Wie Delinat zeigt auch die Teekampagne, dass ökologische und faire Landwirtschaft möglich ist und dass sich damit auch Geld verdienen lässt. Doch wenn wir Natur und Mensch, Produktion und Konsum zusammenbringen wollen, müssen wir eine gewisse Grösse haben. Und wir müssen viele sein. Die Teekampagne ist eine der vielen Initiativen für eine bessere Welt. Deshalb: Suchen Sie sich einen Tee auf www.teekampagne.ch (zur deutschen Seite) aus, der zu Ihnen passt! Meine Frau und ich haben es schon getan.

PS. Für Erstbesteller in der Schweiz hält die Teekampagne ein besonderes Probier-Angebot bereit – bitte klicken Sie einfach hier.

22. Mai – wirklich ein Tag der Biodiversität?

1992 hat die UN sich auf einen Text zum Schutz der biologischen Vielfalt einigen können. Das war am 22. Mai, der heute als «Tag der Biodiversität» gilt. Das Übereinkommen gab Grund zur Hoffnung. Erstens, weil 195 Staaten die Notwendigkeit sahen, Vielfalt zu schützen. Und zweitens, weil Ziele und Handlungsfelder festgelegt wurden.

Biodiversität: eine blühende Wiese
Wie viele solcher blühenden Wiesen kennen Sie noch?

Blickt man heute zurück auf das inzwischen verstrichene Vierteljahrhundert, dann ist Optimismus allerdings fehl am Platz: Die Welt ist um tausende Arten ärmer geworden, aber statt dass sich die Staaten an die Vereinbarung erinnern und die Kräfte verstärken, scheint es, dass man sich ans grosse Aussterben gewöhnt. Über den Tod der letzten Breitmaulnashörner erscheinen in den Medien noch Randnotizen, die meisten Arten jedoch sterben im Stillen, kaum bemerkt und nicht wichtig genug für eine Meldung. Viele Arten sterben aus, noch bevor sie entdeckt wurden.

In Mitteleuropa, wo man glaubt, im Vergleich zu anderen Weltteilen eher nachhaltig zu leben und vernünftig zu handeln, sterben in nur 30 Jahren oder einer Menschengeneration 70% aller Insekten – und was passiert? Nach kurzem Erstaunen folgen Spekulationen, Schuldzuweisungen und schliesslich Resignation. Noch nicht einmal zu einem Verbot der schlimmsten Pestizide konnte sich die EU entscheiden, obwohl diese zu den bewiesenen Ursachen für das grosse Insektensterben gehören.

Tag der Biodiversität? Klingt irgendwie zynisch.

Meine persönliche Stimmung kann ich nur damit aufhellen, wenn ich das bunte Treiben in den Weinbergen unserer Winzer beobachten und Jahr für Jahr Fortschritte erleben darf (mehr dazu hier). Doch selbst in den schönsten Momenten ist mir bewusst, dass es weltweit Millionen von «Delinats» und Bauern brauchen würde, die in allen Landwirtschafts-Bereichen entschlossen und kompromisslos vorangehen und damit beweisen, dass es Lösungen gibt. Dass Vielfalt, Produktivität, Qualität und wirtschaftlicher Erfolg sich nicht ausschliessen, sondern sich im Gegenteil langfristig bedingen.

Timo Dienhart
Timo Dienhart ist Biodiversitätswinzer des Jahres 2018

Ich hoffe, dass auch Sie Inseln von reicher Vielfalt kennen, in denen Sie Kraft schöpfen können. Und dass Sie zu den Botschaftern zählen, die die Natur braucht, um die Wichtigkeit des Themas zu verbreiten. Dafür danke ich Ihnen.

Ganz besonders für die Biodiversität eingesetzt hat sich unser Winzer Timo Dienhart vom Weingut zur Römerkelter an der Mosel. Er gewinnt damit den Delinat-Biodiversitätspreis 2018. Timo, wir gratulieren dir ganz herzlich und danken für deinen unermüdlichen Einsatz!