Nach uns die Sintflut?

Delinat-Gründer Karl Schefer über die Trinkwasserinitiative

Während die Schattenseiten der industriellen Entwicklung bis Mitte des letzten Jahrhunderts noch kaum sicht- und spürbar waren, so offensichtlich und beängstigend wurden sie es danach. Die Ausrede, es nicht besser gewusst zu haben, gilt seit Langem nicht mehr. Wenn unsere Enkel dereinst Bilanz über die «Errungenschaften» unserer Generation ziehen werden, dann dürfte diese wenig schmeichelhaft ausfallen.

Schon in den 1950ern war klar, dass das weit verbreitete Insektizid DDT verheerende Umweltschäden verursacht, Tiere und Menschen vergiftet. Und trotzdem wurde es in der Schweiz erst 1972 verboten, danach in Entwicklungsländern aber noch ein halbes Jahrhundert munter weiter gesprüht. Ebenfalls in den 1970ern wurde klar, dass der gigantische CO₂-Ausstoss nicht ohne Folgen bleiben wird. Auch der exponentiell ansteigende Schwund der Arten wurde vor mehr als einem halben Jahrhundert wahrgenommen. Und seit drei Jahrzehnten ist bekannt, wie gefährlich Kunststoffabfall und Mikroplastik in der Natur sind. All das hat aber nicht etwa zu einem Kurswechsel geführt. Obwohl Ursachen und Alternativen schon früh bekannt waren.

Ja-Parole zur Initiative für sauberes Trinkwasser

Wir sind die erste Generation von Menschen, die nicht nur all diese Zusammenhänge kennt, sondern auch Lösungen für sämtliche der anstehenden Probleme hätte. Und die trotzdem offenen Auges ihren zerstörerischen Weg weitergeht. Gleichzeitig sind wir die letzte Generation, die einen globalen Kollaps vielleicht noch verhindern kann. Wie verrückt sind wir eigentlich? Warum tun wir so, als ob es kein Morgen gäbe? Oder ist uns tatsächlich egal, dass die Natur unheilbar zerstört wird und ob unsere Enkel noch überleben können?

Exemplarisch: die Landwirtschaft

Ein gutes Beispiel für diesen Irrsinn zeigt die Landwirtschaft. Es gibt mehr Kühe, Schweine und Hühner in der Schweiz als Menschen. Obwohl wir diese gar nicht ernähren können. Das Futter wird zum grossen Teil importiert. Die Zahl von 1,2 Millionen Tonnen kann sich niemand vorstellen. Das entspricht einem Konvoi von 48’000 der grössten 40-Tonnen- LKWs. Auch das unvorstellbar. Vielleicht aber so: Stossstange an Stossstange aneinandergereiht, würden sie die Strecke von St. Gallen nach Genf vier Mal belegen, alle vier Autobahnspuren voll. 1200 km Laster an Laster. Natürlich wird all dieses Futter verdaut und dabei jede Menge Dreck produziert. Das Treibhausgas Methan, 25 Mal schädlicher als CO₂, wird von den Kühen in grosser Menge gerülpst. Von der Gülle gibt es so viel, dass die Wiesen überdüngt und die Nitratwerte in Grundwasser und Bächen so hoch sind, dass mehrere Seen künstlich belüftet werden müssen, sonst würden sie kippen. Der Stickstoffüberschuss sorgt ausserdem dafür, dass Ammoniak und Stickoxide mit Wind und Wetter auch in entlegenste Regionen gelangen und Moore, Wälder, Weiden und Bergseen belasten. Resultat: Verarmung der Arten, die mit so viel Stickstoff nicht klarkommen. Wir zerstören systematisch unsere Lebensgrundlagen.

Die Zerstörung wird subventioniert

Doch der absolute Wahnsinn ist, dass die Vergiftung unserer schönen Natur von uns Steuerzahlern finanziert wird! 3’000’000’000 Franken fliessen jährlich in dieses falsche Anreizsystem. Und weil vier von fünf Steuerfranken in die Tierproduktion fliessen, darf man sich nicht wundern, dass die Ställe aus allen Nähten platzen. Das ist fatal, denn ausgerechnet Nutztiere sind bezüglich Umweltbelastung der schädlichste Sektor der Landwirtschaft. Wir können den Bauern aber keinen Vorwurf machen, denn die meisten haben gar keine Wahl. Die Politik hingegen hat sträflich versagt. Hat sich von der Agrarindustrie kaufen lassen. Immer wieder. Kein einziges Ziel der Landwirtschaft wird erreicht. Zu viel Pestizide, zu viel Nitrat, zu viel Antibiotika, zu wenig Biodiversität. Es ist ein Trauerspiel und ein veritabler Skandal. Und es wird höchste Zeit, dass die Bevölkerung dem Treiben Einhalt gebietet.

Am 13. Juni wird über die Trinkwasserinitiative abgestimmt. Und die Agrarindustrie wird mit Behauptungen und Falschmeldungen dafür sorgen, dass die Unsicherheit wächst. Umso wichtiger werden Stimmen von Menschen sein, die sich durch Fehlinformationen nicht beirren lassen und offen ihre Meinung kundtun.

Mächtige Gegner haben viel zu verlieren

Eine der Fehlinformationen zeigt schon grosse Wirkung: Gegner behaupten, dass bei Annahme der Initiative alle Lebensmittel teurer würden. Was für ein Blödsinn. Wir beweisen seit 40 Jahren, dass guter Wein, ökologisch und in Biodiversität gewachsen, kein bisschen teurer ist als konventioneller. Unsere Preisvergleiche in unabhängigen Weinwettbewerben zeigen eher das Gegenteil. Es fallen keine Kosten für teure Pestizide an, und wenn die richtigen Sorten gepflanzt werden, dann braucht es weniger Traktorfahrten. Ausserdem sind Ernteausfälle seltener. Insgesamt verdienen Delinat-Winzer deutlich mehr als ihre konventionellen Kollegen. Und das ausgerechnet in dem Landwirtschaftsbereich, in dem weltweit mit Abstand die meisten Pestizide eingesetzt werden! Nein, die Annahme der Initiative führt nicht zu Preisanstiegen. Und die Bauern brauchen auch keine Angst vor Preisverfall zu haben. Diese Ängste sind unbegründet und basieren auf gezielten Fehlinformationen.

Das Initiativkomitee hat die Argumente akribisch und wissenschaftlich zusammengetragen. Wenn Sie Fragen oder die leisesten Zweifel haben, dann informieren Sie sich bitte direkt bei: www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch.

Allen Mitdenkern und Mithelfern gehört mein aufrichtiger Dank. Packen wir es an: Der 13. Juni 2021 wird als historisch wichtiger Tag in Erinnerung bleiben. Sorgen wir dafür, dass dieser positiv wird. Nein zur subventionierten Umweltverschmutzung, ja zu nachhaltiger Landwirtschaft. Ja zu sauberem Trinkwasser!

Die unterschätzte Bedrohung

Um es vorweg zu nehmen: Das verrückte Pandemie-Jahr hat auch Dinge in Bewegung gebracht, die man sich zuvor kaum vorstellen konnte. Ja, das Virus hat viele Opfer gefordert und die Menschheit in Schranken gewiesen. Aber eben auch mobilisiert und mutige Entscheidungen erzwungen. Plötzlich wurde möglich, was bisher undenkbar war.

Das ist der positive Aspekt dieses schwierigen Jahres. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft haben bewiesen, dass sehr schnelle Veränderungen möglich sind, wenn der Druck gross genug ist. Wenn die Katastrophe vor der Tür steht, wenn die Zeichen sicht- und spürbar werden.

Natürlich löst ein tödliches Virus, das unmittelbar jeden befallen kann, grössere Ängste aus als z.B. die Folgen des Klimawandels. Und natürlich stehen Politiker stärker unter Handlungszwang, wenn die eigene Bevölkerung direkt und unmittelbar bedroht wird, als wenn in X Jahren Dürren und Stürme drohen, deren Ausmass man sich noch nicht einmal annähernd vorstellen kann. Dass wir aber fähig sind zu handeln, Entbehrungen auf uns zu nehmen und Vorschriften zu akzeptieren, die man nur aus Geschichtsbüchern oder von Diktaturen kennt, das ist schon eine erstaunliche Erfahrung.

Nun sollten wir aber aus dem Staunen erwachen und überlegen, wie die viel grösseren Gefahren für die Menschheit sichtbar gemacht werden könnten, so dass vorstellbar wird, was uns droht, wenn wir weiterhin das Sterben der Arten untätig hinnehmen. Wenn wir weitere Jahrzehnte Kohle und Öl verbrennen, Wälder abholzen und unbeschwert durch die Welt jetten. Die Vorstellung dessen, was passiert, wenn die Systeme kippen, ist offenbar bei nur sehr wenigen Menschen vorhanden. Man sagt, über 90% nähmen an, dass das Wetter «lediglich ein bisschen mehr verrückt spielen und das Meer ein paar cm steigen wird…, na und?».

Vergleicht man die Massnahmen gegen die Pandemie mit jenen gegen Artensterben und Klimawandel, so müsste das Verhältnis genau umgekehrt sein. Mit jedem Jahr, das ohne harte Einschnitte vergeht, wird der Aufwand, um künftige Katastrophen zu überleben, grösser. Und zwar exponentiell, so wie beim Virus, wenn es sich ungebremst verbreiten kann. Ich hatte im Frühling schon einmal angeregt, darüber nachzudenken.

Nun will ich aber wie Ende Jahr üblich einen kurzen Rück- und Ausblick zu Delinat geben:

Die Pandemie traf zusammen mit dem 40. Delinat-Geburtstag – ein Zufall, der uns doppelt gefordert hat. Trotz vieler Hindernisse wurden zwei weitere Standorte in München und Romanshorn eröffnet, die natürlich nur auf Sparflamme laufen und auf bessere Zeiten warten. Ganz anders war es beim Versand, der auch infolge geschlossener Restaurants mehr als üblich verschickte. Zum Glück, denn dadurch konnten wir Winzern, die auf Gastro-Weinen sitzen blieben, helfen und in einer «Solidaritätsaktion» 25 zusätzliche Weinsorten absetzen.

Weinshop Romanshorn
Trotz Hindernissen konnte der neue Weinshop in Romanshorn im Dezember eröffnet werden.

Sehr erfolgreich verlief die Einführung der neuen Marke «Rebbel» mit 5 Weinen von resistenten Rebsorten des Thurgauer Weinguts Karin und Roland Lenz. Leider waren die Mengen zu gering, so dass schon drei Monate nach Einführung Schluss war. Da aber immer mehr Delinat-Winzer neue Rebsorten anbauen, werden wir bald über deutlich mehr «PIWIs» verfügen.

Der Ausbau des Mehrweg-Kreislaufs mit Kartonagen und Flaschen in Deutschland blieb infolge der Pandemie weitgehend auf der Strecke. Nur einzelne kleine Tests waren möglich. Der Ausblick hingegen ist gut, denn inzwischen konnten wir eine neue Halle beziehen, in der später die Flaschenwaschanlage untergebracht werden kann. Die Kartonrücknahme in der Schweiz läuft inzwischen hervorragend. Die Kartons gehen bis zu 6 Mal auf die Reise.

Auf unserem Weg zur Klimaneutralität kommen wir Schritt für Schritt voran. Ab 2021 produzieren alle Delinat-Weingüter mindestens 30% der benötigten Energie selbst. Diese Quote wird fortlaufend angehoben, so dass die Betriebe in einigen Jahren energieneutral wirtschaften werden. Parallel dazu bauen wir die Elektrifizierung im Vertrieb aus und binden Flaschen und Verpackungen in ein Mehrwegsystem ein. Ziel ist Klimaneutralität und wo immer möglich Kreislaufwirtschaft.

erneuerbare Energien sind ab 2021 in den Richtlinien verankert.
Die Delinat-Richtlinien schreiben ab 2021 vor, dass mindestens 30% der benötigten Energie eines Weinguts selbst produziert wird.

Eine sehr schöne Erfahrung in diesem Jahr durften wir vor wenigen Wochen erleben, als wir uns der inzwischen normal gewordenen November-Rabattschlacht verweigert hatten und anstelle des Black Friday den Green Friday gefeiert haben. An diesem Tag waren alle Delinat-Produkte 10% teurer als normal. Den Aufpreis haben wir wohltätigen Institutionen gespendet und noch einmal den gleichen Betrag aus eigener Tasche oben drauf gelegt. So erhielten diese beiden Initiativen ein nettes Überraschungsgeschenk:

  • Bienen und Bauern retten, Deutschland: 8 708,84 Euro
  • Initiative für sauberes Trinkwasser, Schweiz: 16 540.80 Franken

Wir haben zwar gehofft, dass unsere Kundinnen und Kunden uns diese unkonventionelle Aktion nicht übel nehmen und ihren Einkauf vielleicht einfach einen Tag später zu normalen Bedingungen durchführen würden. Doch das Gegenteil ist eingetreten – man hat uns gratuliert und erst recht eingekauft. Das Verständnis und die Solidarität hat uns wahnsinnig gefreut und bestätigt, dass viele Menschen genug vom Konsumwahn und zweifelhaften Rabatten haben.

Wie immer gehört unser aufrichtiger Dank Ihnen. Ohne Sie und die vielen anderen Weinfreunde, die Delinat-Wein bevorzugen und damit Genuss und Naturverbundenheit zu verbinden wissen, würden wir scheitern. Es ist schön zu sehen, dass 40 lange Delinat-Jahre eine Gemeinschaft im Denken entstehen liess, die weit mehr bedeutet als der Begriff «Kundentreue» auszudrücken vermag. Vielen Dank, dass Sie ein Teil davon sind!

Auch im Namen des ganzen Teams, aller Delinat-Winzerinnen und Produzenten und natürlich auch und insbesondere der Milliarden von kleinen, kleinsten und grösseren Lebewesen, die im Delinat-Paradies eine Heimat finden, wünsche ich Ihnen alles Gute!

Ein Zehntel

Eigentlich sollte der 22. Mai als Tag der Biodiversität an den armseligen Zustand der Natur erinnern. Diese Botschaft aber wird wie alles andere, was wirklich wichtig wäre, im seit Wochen anhaltenden Lärm um das Virus ungehört verhallen.

«Corona, Corona, Corona! Hände waschen, Abstand halten, Mund- und Nasenschutz! Wir haben begriffen und wir bemühen uns weiter. Corona hat die Gesellschaft gelähmt, die Wirtschaft abstürzen lassen und die Zahl der Arbeitslosen nach oben getrieben. Das alles darf aber doch nicht dazu führen, dass Politik und Journalismus sich nur noch mit diesem einen Thema beschäftigen.» Danke, Franz Alt, für diese klaren Worte!

Was die Pandemie ausgelöst hat, ist erstaunlich. Die Vehemenz, mit der agiert wird und die Bereitschaft, schier unbeschränkte Mittel einzusetzen, hätte noch vor wenigen Monaten niemand für möglich gehalten. Aktuell wird die Summe auf 15 Billionen Dollar geschätzt, die weltweit zur Linderung der Pandemie eingesetzt werden wird. Das sind 15 Millionen Millionen. Eine Summe, die niemand sich vorstellen kann, selbst das Vermögen der Reichsten sieht daneben wie Taschengeld aus.

Auch wenn die Frage unbequem ist, muss sie gestattet sein: «Lohnt» sich das? Und darauf gibt es keine Antwort, so lange man sich an die allgemein gültigen Regeln der Ethik hält. Denn wie viel ist ein Menschenleben wert?

Was aber mit Sicherheit gesagt werden kann: Im Verhältnis zu anderen Risiken wird Corona überbewertet. Die Probleme, die das Sterben der Arten auslösen wird, sind um ein Vielfaches grösser. Dasselbe gilt für den Klimawandel. Die Szenarien, die auf uns warten, wenn wir es nicht schaffen, diesen tödlichen Trend in sehr kurzer Zeit zu stoppen, kann sich niemand richtig vorstellen. Es wird schlimmer sein, es kommt schleichend und wenn wir es realisieren, kann es nicht mehr gestoppt oder gar umgedreht werden. Den Dürren und Seuchen folgen Hungersnöte und Öko-Kriege. Schon heute sterben jährlich Millionen Menschen an schlechter Luft, Hunger und am Kampf um Ressourcen. Das ist erst ein kleiner Vorgeschmack, über den es kaum Statistiken gibt.

Im Unterschied zu Corona aber ist der «Impfstoff» gegen Artensterben und Klimawandel bereits vorhanden. Die Wissenschaft ist sich einig: Wir kennen die Ursachen und wir kennen die Heilmittel. Es fehlt nur am Willen. Die Politik ist mit sich selbst beschäftigt und die Konzerne streben noch immer nach dem schnellen Profit. Braucht es vielleicht eine Revolution, um die alten Akteure abzulösen? Warum kommt nicht mehr Widerstand aus der Gesellschaft?

Positiv an der Corona-Krise ist, dass jetzt sichtbar wird, wozu die Menschheit in der Lage ist. Obwohl die Massnahmen viele Menschen existenziell einschränken, haben wir uns brav daran gehalten, sind bereit, zu verzichten, Geduld zu üben und Unmengen an Steuergeld auszugeben. Warum tun wir das nicht für die Natur und fürs Klima?

Die kurze Antwort: Weil wir Egoisten sind. Corona bedroht uns hier und jetzt. Wer brav ist, kann sich schützen. Wenn wir aufs Fliegen verzichten, um das Klima zu schützen, dann haben wir keinen direkten Vorteil davon.

Würden wir nur einen Zehntel des Aufwands gegen Corona in Artenschutz und Klima investieren, wäre das mehr als alles bisher dagewesene und wahrscheinlich genügend, beide Risiken abwenden zu können. Wir könnten eine Million Menschen 10 Jahre lang mit guten Gehältern beschäftigen, sie endlich die längst bekannten Massnahmen für Klima- und Artenschutz umsetzen lassen und zusätzlich noch viel Geld für Innovationen und Technik ausgeben. 10% der Corona-Gelder würden reichen.

Biodiversität dank Schafen im Weinberg

Ein kleines Beispiel, wie mit klugen Strategien und ganz ohne Mehraufwand dem Artenschwund entgegen gewirkt werden kann, zeigt das aktuelle Bild der Schafherde im Weinberg von Quaderna Via in Navarra. Auch wenn es schwer zu glauben ist, erhöhen die Schafe mit ihrem Grasen im Weinberg die Vitalität des Bodens, die Pflanzenvielfalt, die Fruchtbarkeit, vermindern Erosion und beugen Pilzkrankheiten vor. Den Schafen wiederum tun die Kräuter gut, die in artenreichen Delinat-Weinbergen in grosser Vielfalt wachsen. Solche und tausende anderer Beispiele zeigen, dass Lösungen vorhanden wären, viele sogar zum Nulltarif.

Auf gutem Weg. Und noch viel zu tun.

Dankbar blicken wir auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. 

Wir haben es geschafft, die Versandlogistik wieder in die eigenen Hände zu nehmen mit dem Ziel, den Kartonmüll zu reduzieren und die Lieferung ökologischer zu gestalten. Wir wussten, dass der Umzug, das Einrichten des Lagers und vor allem die Inbetriebnahme der neuen Prozesse eine grosse Herausforderung bedeutet. 

Der Kraftakt gelang. Aber natürlich nicht ohne Schwierigkeiten und Pannen. Besonders in den ersten Monaten des Jahres lief nicht alles rund. Sollten Sie das zu spüren bekommen haben, so bitten wir um Entschuldigung. Herzlichen Dank für Ihr Verständnis und Ihre Geduld!

Schon jetzt kommen in der Schweiz über die Hälfte der robusten Versandkartons zur Wiederverwendung zurück. Langfristig streben wir 80% an. In Deutschland hat sich das System mit der DHL-Rückbox nicht bewährt. Wir suchen nach Alternativen und hoffen, bis Frühling ein Sammelsystem anbieten zu können. Bitte bewahren Sie die Kartons so lange auf. Vielen Dank, dass Sie diesen Kreislauf unterstützen. Und dass Sie Versandkartons mit Gebrauchsspuren tolerieren, das ist heute leider nicht selbstverständlich. 

Es freut mich, dass wir im 2019 unseren Kunden noch ein gutes Stück «näher gekommen» sind: In diesem Jahr haben nämlich über 2‘000 Weinfreunde einen unserer 150 Weinkurse besucht, ein neuer Rekord. Sie fanden in 30 Städten quer durch Deutschland und die Schweiz statt. Diesen Winter haben wir in Hamburg ausserdem unseren ersten Standort in Deutschland eröffnet. Im Frühling wird in München ein neuer Verkaufspunkt entstehen. Delinat-Kundinnen und -Kunden mögen den persönlichen Austausch, daher werden wir weitere Treffpunkte anstreben.

Vinya Laia, einer der beliebtesten Delinat-Weine, begeistert seit 20 Jahren seine Fans. Josep Maria Albet i Noya hat die Parzellen über all die Jahre mit zusätzlichen Bäumen, Hecken und Trockenmauern angereichert und seine langjährige Önologin Marga Torres, deren Tochter Laia Namensgeberin war, hat «ihren Wein» zum persönlichen Spitzenprodukt gemacht. Dadurch, aber auch durch das Alter der Reben, ist der Wein heute deutlich komplexer und tiefgründiger. Das Jubiläumspaket, bei dem man zu 12 bestellten Flaschen eine Magnum geschenkt bekommt, war innerhalb weniger Wochen ausverkauft. Wer leer ausging, bekommt im Februar den neuen Jahrgang, natürlich zu denselben Konditionen. Vinya Laia ist wahrscheinlich der erfolgreichste Biowein weltweit und auch dafür sind wir Ihnen und allen treuen Kundinnen und Kunden sehr dankbar!

In Extremsituationen zeigt sich die Wichtigkeit und Auswirkung der Delinat-Methode besonders deutlich. Mindestens zwei Winzern haben die Permakultur-Massnahmen in diesem Jahr entscheidend geholfen: Bei Pago Casa Gran in Südspanien wäre ohne diese Arbeiten wohl ein Grossteil der Reben von Starkregen weggeschwemmt worden. Dasselbe auf Château Duvivier in der Provence. Während die Schäden rundherum enorm sind, haben diese Weingüter das Wasser zurückhalten und einsickern lassen können. Ein wertvoller Schatz – denn die nächste Trockenperiode wird nicht lange auf sich warten lassen.

2021 treten unsere Energie-Anforderungen in Kraft. Dann müssen unsere Winzer mindestens 30% ihres Energiebedarfs selbst produzieren. Die meisten erzeugen den Strom mit Photovoltaik, oft deutlich über dem Minimum. Das aber ist erst der Anfang. Wir streben eine klimaneutrale Weinproduktion an. Dazu gehören ausser einer energieeffizienten Produktion auch Lösungen in Verpackung, Transport, Entsorgung usw. Die grösste Herausforderung wird sein, die Glasproduktion klimaneutral zu gestalten. Denn die Flaschenherstellung verschlingt hinter der Weinproduktion am meisten Energie. Am besten wäre, die Flaschen mehrmals zu nutzen. Das ist ein hehres Ziel, das uns noch ganz schön beschäftigen wird. Bis dahin verwenden wir vorzugsweise Leichtglas. Man glaubt es kaum – manche Weinflaschen wiegen glatt das Doppelte von anderen und dies ohne praktischen Nutzen.

Dann noch dies – ich kann es selbst kaum glauben: Delinat wird 40. Dass wir den Trend zum nachhaltigen Weinbau in Europa massgebend beeinflussen konnten, erfüllt mich mit Freude. Doch leider ist es nichts zu dem, was notwendig wäre, um die sich abzeichnenden Katastrophen zu vermeiden. Das stimmt mich traurig und ich bin sehr dankbar, dass mich meine Tochter mit ihrer jugendlichen Frische inzwischen tatkräftig unterstützt und meine trüben Gedanken zu vertreiben weiss. Doch auch sie ist sich bewusst, dass beherztes Handeln notwendig ist und wir nicht auf die Politik zählen dürfen, wenn wir die grossen Probleme lösen wollen.

Sie, liebe Kundin, lieber Kunde, haben bewiesen, dass Sie verstanden haben und Ihr Handeln konsequent ausrichten. Denn sonst würden Sie sich nicht für unsere Produkte interessieren. Dafür, dass Sie Delinat wählen, danken wir Ihnen.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Lieben auch im Namen unseres Teams und unserer Winzer und Imker/innen alles Gute im neuen Jahr und viele schöne Stunden mit Delinat-Weinen aus reicher Natur.

Alle fürs Klima

Die Jungen gehen auf die Strasse, verteidigen ihr Recht auf eine Zukunft. Und bringen damit Bewegung in Politik und Gesellschaft. Es ist ganz erstaunlich, was die Schulstreiks bewirken. Die Klimakrise ist in den Medien präsent wie nie – und doch ist es nicht genug. 

Ein bisschen wie diese engagierten Jugendlichen haben wir uns in all den Jahren gefühlt, in denen wir gegen Pestizide, aber auch gegen unsinnige Gesetze gekämpft haben. Man fühlt sich so machtlos. Wir verstehen die Demonstrierenden. Und wir unterstützen ihr Anliegen: Unsere Mitarbeiter/innen, die an Demos fürs Klima teilnehmen wollen, dürfen das in ihrer Arbeitszeit tun.

Wir hoffen, dass sich der Druck der Strasse auf die Klimapolitik auswirkt. Der Klimawandel ist real, wir erleben ihn hautnah. Alle Delinat-Winzer sind betroffen, Dürren und Extremwetter nehmen zu, von Portugal bis zur Mosel, von Bordeaux bis ins Burgenland. Und es bleibt nicht mehr viel Zeit.

Ganz erfreulich ist, dass nachhaltige Lösungen möglich und auch wirtschaftlich sind – das beweisen unsere Winzer auf eindrückliche Weise. Man muss nur wollen und ein bisschen Mut aufbringen. Es reicht allerdings nicht, wenn wir unser privates Konsumverhalten ändern: Auch auf wirtschaftlicher und politischer Ebene muss etwas passieren.

Wenn auch Sie zu den Demonstrierenden gehören, dann danken wir für Ihr Engagement. Wenn Sie die Schulstreiks nicht gutheissen, dann fragen wir Sie: Wie können wir noch das Ruder herumreissen und unseren Planeten retten? Vielen Dank für Ihre Kommentare unten.

Die Jungen vernetzen sich in den Sozialen Medien. Falls Sie dort unterwegs sind: Unter Hashtag #AllefürsKlima finden Sie Aktionen an Ihrem Wohnort – und unter #wine4future unsere Beiträge für Klimaschutz im Weinbau.

Ein voller Erfolg: der Karton-Kreislauf

Nun ist das neue Delinat-Versandlager in Grenzach-Wyhlen DE schon ein halbes Jahr in Betrieb, und so langsam kehrt Routine ein. Zwar fehlen noch immer einige technische Installationen, die die Abläufe schneller und sicherer machen werden. Im Herbst wird die vor langer Zeit geplante Sortieranlage aufgebaut, die alle Pakete automatisch wiegen, versiegeln und nach Paketdienst sortieren wird. Das wird der vorläufig letzte Meilenstein auf dem Weg zu einer effizienten Versandlogistik sein.

Täglich liefert Planzer knapp ein Dutzend Rollwagen voller Leerkartons zur Wiederverwendung an. Die Qualität der Kartons ist auch nach mehrfachem Gebrauch meistens einwandfrei. Nur etwa jeder 20. Karton wird entsorgt und dann meistens nur das Aussenteil.

Grossen Erfolg haben wir mit der Wiederverwendung der neuen Versandkartons. Seit Juni können Schweizer Kunden bei jeder Lieferung ihre Leerkartons einfach vor die Tür stellen und der Fahrer der Transportfirma Planzer nimmt diese unaufgefordert mit. Das läuft inzwischen so gut, dass die Quote von Neukartons auf etwa die Hälfte gesunken ist. Viele Pakete kommen praktisch neuwertig zurück. Das liegt an der Planzer-Logistik, die weitaus schonender mit den Paketen umgeht, als dies bei anderen Auslieferdiensten der Fall ist.

Die Delinat-Winzer liefern die Weine in Stapelpaletten, dank denen rund zehnmal weniger Kartonabfall entsteht. Das Picken, wie das Rüsten und Bereitstellen von Versandaufträgen im Fachjargon genannt wird, geht mit Stapelpaletten rund zweimal schneller als das Auspacken von Winzerkartons.

Aber auch die «Rücksendebox», die DHL für deutsche Kundinnen und Kunden anbietet, funktioniert inzwischen erfreulich gut. Man kann sich auf www.delinat.com/rueckpack zwei dieser Boxen bestellen, mit Leerkartons füllen und von DHL abholen lassen. Leider geht DHL etwas weniger zimperlich mit den Paketen um, sodass die Lebensdauer der Versandkartons wohl etwas kürzer sein wird als im Planzer-Kreislauf.

Weitere Artikel der WeinLese 55

Neue Logistik

Seit Januar erfolgt der Versand aus dem eigenen Lager. Der Umzug und der Aufbau der Prozesse hat uns alles abverlangt – und trotzdem kam es zum Teil zu deutlich längeren Lieferfristen und leider auch zu Fehlern, wofür wir uns entschuldigen. Inzwischen funktioniert es schon deutlich besser. Wir optimieren mit Hochdruck, bis alles wieder so rund läuf wie Sie und wir uns das wünschen.

Noch warten viele Weine in Winzerkartons auf das Umpacken in die wiederverwendbaren neuen Versandkartons. Neu werden die Weine direkt nach der Abfüllung auf sogenannte Stapelpaletten gestellt, bei denen sich Flasche an Flasche reiht (Bild oben) und dadurch kaum Kartonabfall anfällt.

Ein wichtiges Ziel, das uns dazu bewogen hat, das Versandlager wieder selbst zu betreiben, ist die höhere Flexibilität beim Verschicken. Winzerkartons konnten in der Schweiz nur von VinoLog, einem Service der Post, in Deutschland nur von Hermes und in anderen Ländern gar nicht geliefert werden.
Die neuen Versandkartons sind deutlich stabiler und können von allen Zustelldiensten befördert werden. Das «Picken», wie das Zusammenstellen der Weinsendungen neudeutsch genannt wird, erfolgt elektronisch gesteuert mit modernsten Kommissionierwagen (Bild links). Im Unterschied zu früheren Systemen passieren so weniger Fehler und die Wege sind optimiert und deutlich kürzer.

Noch ist viel Handarbeit notwendig. Das wird sich mit dem automatischen Entladen der Kommissionierwagen und dem Sortieren nach Paketdienst ändern (August 2019). Dann wird zusätzlich eine Gewichtskontrolle helfen, Fehler zu vermeiden.

Free the Bees: kleiner Verein mit grossen Zielen

Obwohl Delinat bei der Imkerei strenge Vorgaben macht, gibt es Möglichkeiten, die Bienenhaltung noch nachhaltiger zu gestalten. Zusammen mit Fachleuten vom Schweizer Verein «Free the Bees» sind wir derzeit dabei, neue Methoden und Richtlinien zu entwickeln. Unsere Imker freuen sich über die professionelle Hilfe und werden ab 2019 neue Methoden testen.

«Free the Bees» kämpft mutig für eine artgerechte Bienenhaltung. Der Verein vergleicht die aktuelle Imkerei mit der Landwirtschaft: Massentierhaltung, Mast, Medikamentenmissbrauch, Leistungszucht, Kastration, künstliche Vermehrung. Die Folgen sind Krankheiten, Seuchen und Parasiten, Verweichlichung, Degeneration, Resistenz gegen Medikamente. Honig ist in der Regel leider nicht (mehr) das ökologische Naturprodukt, als welches es angepriesen wird.

«Free the Bees» hat grosse Ziele und mächtige Gegner. Der kleine Verein verdient es, unterstützt zu werden. Delinat hat dies in den letzten Jahren tatkräftig getan und lädt Sie ein, es gleich zu tun: www.freethebees.ch/jetzt-unterstuetzen

Ein neuer «Schlossgeist»

23 Jahre lang wurde der Ferienbetrieb Château Duvivier von Sylvia und Uwe Fahs erfolgreich geführt. Sie haben das Château geprägt und eine treue Gästeschaft aufgebaut. Ende 2017 gingen sie in den wohlverdienten Ruhestand.

Château Duvivier – eine gemütliche, ruhig gelegene Ferienoase in der Provence.

Der erste Versuch, eine würdige Nachfolge zu finden, ist leider gescheitert. Mit dem neuen Konzept der Themenwochen im Hinterkopf haben wir bei der Kandidatenauswahl die Gastronomie-Erfahrung zu wenig stark gewichtet. Das war ein Fehler. Da sich die Defizite schon früh im Jahr zeigten, haben wir die Saison schon Ende September enden lassen.

Die «Schlossgeist»-Stelle wurde im Sommer 2018 neu ausgeschrieben, und dieses Mal hatten wir mehr Glück. Unter drei qualifizierten Bewerbern haben wir uns rasch für einen «alten Fuchs» entscheiden können.

Der neue «Schlossgeist»

Er hat kleine und grosse Hotels in 17 Ländern erfolgreich geführt. Er spricht fliessend Französisch, Deutsch und Englisch, und die Provence ist seine Wunschheimat. Für Hans Albrecht Wagenhaus scheint die Duvivier-Aufgabe wie auf den Leib geschnitten – er möchte das Château zur Krönung seiner Karriere machen und drei bis fünf Jahre führen, bevor er in die Pension geht.

Ab März 2019 Schlossgeist auf Château Duvivier: Hans Wagenhaus.

Das Ferienprogramm 2019 ähnelt dem der Fahs-Ära: Weniger Schwerpunkt-Wochen und mehr (kulinarische) Verwöhneinheiten, kombiniert mit interessanten Einblicken in die spannenden Forschungsarbeiten, die mit der Permakultur einen neuen Fokus erhalten haben. Ausserdem soll mehr Weinwissen vermittelt werden – insgesamt wird es vier Mal wöchentlich eine Führung oder einen Kurs zu Weinbau, Weinwissen, Wein-Pairing und Permakultur geben.

Höhepunkt aber wird wieder das Abendessen sein, das wie früher mit einem Aperitif eingeleitet wird, zu dem der Küchenchef sein Menü vorstellt. Sehr gut angekommen in diesem schwierigen 2018 ist das Auswärtsessen, sodass wir uns entschieden haben, auch 2019 wöchentlich an einem Abend in einem guten Restaurant in der Nähe zu dinieren. Auf www.chateau-duvivier.com finden Sie alle Details.

Das traditionell reichhaltige Frühstücksbuffet ist bei den Gästen beliebt.
Führungen und Kurse
Ab Mitte März 2019 stehen die Türen für Château-Gäste wieder offen. Mit dem reichhaltigen Frühstück und dem täglichen kulinarischen Höhepunkt, dem Abendessen, gibt es nur zwei tägliche Fixpunkte. Wer Lust hat, kann die Provence von hier aus auf eigene Faust entdecken. Es gibt aber auch jede Woche einige Kurse, an denen auf spannende Art und Weise Weinwissen vermittelt wird. Normalerweise sind sie folgenden Themen gewidmet:
• Rundgang durch die Weinberge mit Winzer Erik Bergmann (90 Minuten)
• Kurzer Basis-Weinkurs mit Lolita Roche (90 Minuten)
• Wine and Food Pairing mit Hans Albrecht Wagenhaus (60 Minuten)
• Permakultur und Gemüsegarten mit Laurence Halleux (90 Minuten)

Unbeschwerte Provence-Ferien

Château Duvivier ist der ideale Ort zum Faulenzen, um gutes Essen und feine Weine zu geniessen und den Weinbau der Zukunft zu entdecken. Das idyllisch und ruhig gelegene Schloss ist aber auch idealer Ausgangspunkt, um die schönsten Ecken der Provence zu entdecken. Hier ein paar Tipps für lohnenswerte Ausflüge:

Märkte in der Provence: Jedes kleine Städtchen und fast jedes Dorf in der Provence hat seinen eigenen Markt. Dort werden regionale Delikatessen und saisonale Verführungen angeboten. Oft sind die Lebensmittel biologisch produziert und erfüllen höchste Qualitätsansprüche. Besonders schöne und authentische Märkte gibt es in Cotignac (Dienstag), in Aups (Mittwoch und Samstag; im Juni und Juli mittwochs auch Trüffelmarkt) und in Salernes (Mittwoch und Samstag).

Wandern rund um Château Duvivier: Château Duvivier ist ein idealer Startpunkt für idyllische Wanderungen. Viele Wegabschnitte führen durch lichten Wald, der viel Schatten spendet. Im Château liegt eine Mappe mit Routenvorschlägen mit unterschiedlichen Anforderungen aus, die alle als Rundstrecke angelegt sind. Die beliebtesten Touren führen auf den Gros Bessillon, ins Dörfchen Pontevès und durch dichten Wald in die Duvivier-Parzelle «Beau Mulé».

Gorges du Verdon: Der Grand Canyon du Verdon lockt mit spektakulären, teilweise anspruchsvollen Wanderungen und Bootsfahrten (Kanus, Pedalos, Elektroboote) durch eine einzigartige Schlucht. Bootsvermietungen am Lac de Sainte-Croix. Zirka eine Autostunde von Château Duvivier entfernt.

Moustiers Sainte-Marie: Pittoreskes Touristenstädtchen in der Nähe des Lac de Sainte-Croix und der Gorges du Verdon. Grosse Fayence-Tradition. Authentische Unikate sind die weiss emaillierten, handbemalten Keramikobjekte des Ateliers Bondil am Kirchenplatz mitten im Dorf. Rund eine Autostunde von Château Duvivier entfernt.

Cotignac: Typisches, charmantes Provence-Städtchen, keine zehn Kilometer von Château Duvivier entfernt. In den Bistros und Restaurants auf dem von Platanen gesäumten Cours Gambetta lässt sich trefflich verweilen. Jeden Dienstagvormittag ist Markt.

Eine Initiative, für die es sich zu kämpfen lohnt

Karl Schefer, Delinat-Gründer

Es gehört zu den Prinzipien von Delinat, sich politisch nicht zu engagieren. Doch nun machen wir eine Ausnahme. Denn die Leitidee der Schweizer Initiative für sauberes Trinkwasser liegt unseren Zielen so nahe, dass wir nicht anders können, als sie zu unterstützen.

Wer durch die schöne Schweiz reist und sich an den saftigen grünen Wiesen nicht sattsehen kann, wird kaum auf den Gedanken kommen, dass unsere Landwirtschaft zu den intensivsten Europas gehört. Nur Holland produziert mehr vom gefährlichen Ammoniak, das Umwelt und Gesundheit gleichermassen schädigt. Die Viehbestände im romantisch anmutenden Alpenland sind viel zu hoch. Um die vielen Rinder, Schweine und Hühner zu ernähren, reicht das eigene Land längst nicht aus – es werden jährlich zusätzlich 1,1 Millionen Tonnen Futtermittel importiert. Das sind 44‘000 Sattelschlepper, ein Konvoi, der drei Mal die Länge der Schweiz ausfüllt. Kein Wunder, dass viel zu viel Gülle ausgebracht wird, die Unmengen von Stickstoff in den Boden und damit ins Grundwasser fördert.

Natürlich ist die intensive Haltung ungesund für die Tiere. So sehr, dass sie präventiv Antibiotika brauchen, um nicht ständig an Infekten zu leiden. Via Gülle gelangen auch diese Stoffe ins Grundwasser und sind die Hauptursache für die Bildung der immer gefährlicher werdenden, resistenten Bakterien, gegen die kein Antibiotikum mehr hilft. Im Getreide-, Gemüse- und Obstanbau sind es vor allem die Pestizide, von denen in der Schweiz jedes Jahr 2200 Tonnen ausgebracht werden, die ebenfalls weitestgehend im Boden und im Grundwasser landen. Dabei spielt es keine Rolle, dass sie sich irgendwann zersetzen, denn die Abbauprodukte sind oft noch giftiger als die Pestizide selbst. In ackerbaulich genutzten Gebieten überschreiten 70 Prozent der untersuchten Grundwasserproben den gesetzlichen Grenzwert von 0,1 Mikrogramm pro Liter. Unser Trinkwasser stammt zu 80 Prozent aus diesem Grundwasser!

Kurz: Es ist ein absoluter Wahnsinn, was in der Schweizer Landwirtschaft als normal gilt. Wir benehmen uns so, als ob wir die letzte Generation wären und glauben, dass Politik und Wissenschaft es schon irgendwann irgendwie richten werden.

Die Initiative hat das Zeug, dem Wahnsinn ein Ende zu bereiten. Sie ist nicht nur logisch aufgebaut, sie argumentiert auch sehr klug. Wer will denn nicht sauberes Trinkwasser? Und Bauern mit Verstand haben nichts zu befürchten, im Gegenteil: ihr Leben könnte sich stark verbessern, sie könnten wieder das tun, was ihre Vorfahren über Generationen getan haben: ihre Felder, Tiere und Kulturen nachhaltig und mit Liebe pflegen und ihren Kindern eine gesunde Basis hinterlassen. Und das mit der gleichen finanziellen Unterstützung vom Bund wie heute.

Delinat wird ab dem kommenden Frühling eine Reihe von Veranstaltungen durchführen und Sie, liebe Leserin, lieber Leser, dazu einladen, die Initiative nach Kräften zu unterstützen. Dazu werden wir Ihnen Unterlagen, Vortragsräume und Referenten zur Verfügung stellen und, natürlich, ein paar gute Weine, damit Ihr Publikum das Lernen mit dem Angenehmen verbinden kann. Hier können Sie jetzt schon Ihr Interesse anmelden: www.initiative-sauberes-trinkwasser.ch/veranstaltungen.

Unser Respekt und unsere Anerkennung gehören der Initiantin Franziska Herren, die sich unermüdlich und uneigennützig für eine gesunde Schweiz einsetzt und diese Initiative ermöglicht hat: Herzlichen Dank, liebe Franziska, auch im Namen unserer Kundinnen und Kunden, der Schmetterlinge, der Vögel, der Fische, der Kühe und der ganzen Biodiversität.

Lesen Sie mehr zur Initiative im Interview mit Franziska Herren.