(Fast) immer portofrei

Es ist verrückt – 1980, als Delinat die ersten Pakete verschickt hat, waren die Versandkosten (Lagerhaltung, Kommissionierung, Verpackung, Versand) noch beinahe doppelt so hoch wie heute. Seither sind sie Jahr für Jahr gesunken. Natürlich hat das auch mit unserem zunehmenden Volumen zu tun, denn manche Abläufe liessen sich dadurch vereinfachen und zum Teil automatisieren. Es braucht heute pro verschickter Weinflasche rund drei Mal weniger Arbeitszeit als damals.

Diesem Trend geholfen hat die Verpackungsbranche in den letzten Jahren mit grossen technischen Fortschritten. Beflügelt durch den Erfolg des Online-Handels und der rasanten Zunahme des Paketvolumens wurden in der Logistik viele Innovationen angestossen, die das Picken, das Packen und das Verschicken deutlich einfacher gemacht haben. Hinzu kommt, dass Delinat schon seit Beginn auf schlanke Abläufe gesetzt und diese immer weiter verbessert hat.

Der Detailhandel hingegen hat von diesen Fortschritten nicht profitieren können. Der Verkauf über die Theke ist im gleichen Zeitraum teurer geworden, weil Miet- und Personalkosten stetig gestiegen sind und es keine nennenswerte Rationalisierungen gegeben hat, die Kosten an den Verkaufspunkten eingespart hätten.

So kommt es, dass heute ein Karton Wein, den wir ab Zentrallager in die Schweiz, nach Deutschland oder nach Österreich verschicken, kaum noch höhere Kosten verursacht, als ein Karton, der in einem unserer Weindepots verkauft wird. Unter 6 Flaschen ist das Weindepot (noch) im Vorteil, ab einem Karton sind die Kosten in etwa gleich hoch.

Schon länger beobachten wir die gegensätzliche Kostenentwicklung der beiden Vertriebskanäle. Und arbeiten an beiden Fronten an Optimierungen und steten kleinen Verbesserungen. Es ist seit langem schon klar, dass irgendwann der Versand effizienter als der Ladenverkauf werden würde.

Eine aktuelle Kalkulation hat soeben bestätigt, dass unsere Versandkonditionen nun angepasst werden können. Dies insbesondere auch im Hinblick auf die geplanten technischen Fortschritte in unserem neuen Lager, das in wenigen Monaten den Betrieb aufnehmen wird (mehr dazu).

Daher senken wir jetzt die Portofrei-Grenze und die Versandkosten. Neu werden schon kleine Bestellungen ab 50 Euro / 70 Franken portofrei verschickt. Und bei Sendungen unter diesem Warenwert kostet das Porto nur noch € 3.60 / CHF 4.80.

Dank moderner Technik spielt es für uns heute keine Rolle mehr, ob 24 Flaschen Wein in einer oder in zwei Bestellungen verarbeitet und verschickt werden. Auch sind grosse Sendungen nicht mehr unbedingt ökologischer als zwei kleine, weil der Transport heute zusammen mit anderen Sendungen der Paketdienste erfolgt. Früher waren das noch spezialisierte Spediteure, die Wein bruchfrei ausliefern konnten und da war es wichtig, eine möglichst grosse Menge in einer Sendung zu bündeln. Die letzte Hürde in dieser Hinsicht werden wir allerdings erst im Januar nehmen, wenn die neue, bruchsichere Mehrweg-Kartonage zum Einsatz kommt.

Keine Angst, wir haben nicht vor, die Weindepots zu schliessen, auch wenn sie «weniger effizient» sind. Wir sehen die stationären Geschäfte als wertvolle Ergänzung zum (anonymen) Versand, wo man sich austauschen und Weine probieren kann, wo man kompetente Beratung bekommt, Weinkurse besuchen, Freunde treffen und Geburtstage feiern kann. Wir werden in den kommenden Jahren noch weitere Standorte eröffnen – Versand und Depots ergänzen sich prächtig.

Karl Schefer

Karl Schefer

Geschäftsleiter bei Delinat
Delinat ist für mich Hobby, Berufung und Beruf. Was gibt es schöneres, als sich für eine gesunde Natur einzusetzen und dafür mit köstlichem Wein belohnt zu werden?
Karl Schefer

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20 comments

  1. Auf das angekündigte Rückgabe-System mit Mehrweg-Kartonagen freue ich mich schon, und – natürlich! – gern auch ohne Anreiz mit Bonuspunkten für zurückgegebene Verpackungen.
    Und, ja, so bequem es ist, daheim am Computer zu bestellen, so viel griffiger und atmosphärischer ist es doch, in einem Weindepot einzukaufen und zu fachsimpeln.
    Schön zu lesen, dass es auch weiterhin Depots geben wird, und mehr womöglich sogar als bisher. Zwar, die großartige Übersichtlichkeit, die umfassende Information und die Filtermöglichkeiten machen auch den virtuellen Kontakt mit dem Delinat-Webshop zu einem fast schon gegenständlichen Erlebnis, und schließlich: am Ende kommt ja zum Glück immerhin auch bei der elektronischen Bestellung der Wein nicht bloß virtuell. Dennoch, ein Delinat-Weindepot … bitte in Augsburg 😉

    1. Dreimal weniger für Brusis!
      Nehmen Sie mal an, die Delinat AG hat für den Versand bis anhin 3 MA für 1 Mio. Flaschen beschäftigt. Heute für die gleiche Menge 1 MA.
      Da ist wohl eher die angewandte, sprachliche Wendung, der unterschiedlichen deutsch sprechenden Landesteilen, die Irritation. Die Neigung über Zahlenwerte alles zu erklären führt oft ins leere.
      Meine Gratulation an die Logistik Abteilung der Delinat AG und Danke für die Partizipation an dieser Einsparung.
      Auch wir freuen uns sehr über Mehrweggebinde.

  2. Super, DIE Überraschung, dass ihr die Portogrenze gesenkt habt, denn ich hätte manchmal gerne nachbestell, aber die frühere € 180 Grenze war mir einfach zu hoch. Soll ich ehrlich sein? Ich hätte gerne regelmäßig Wein für plus/minus € 100 bestellt – und das ist jetzt möglich. Danke. Ich freue mich, jetzt öfter gesunden Wein zu bestellen.

  3. Alles prima, aber was um Himmels Willen ist
    „heute pro verschickter Weinflasche rund drei Mal weniger Arbeitszeit als damals“?
    Bei angenommenen 5min: 3 mal soviel sind 15min, 3 mal weniger 5min – 15min = – 10min?
    Wer erklärt mir das?

  4. Wundert mich nicht…

    Ich beobachte die Entwicklung auch schon lange, und es ist absehbar, daß künftig noch deutlich mehr Geschäfte über den Versand laufen werden.

    Man darf dabei aber nicht übersehen, daß der Einzelhandel vor Ort die Entwicklung schlicht und ergreifend verschlafen hat. Und das bezieht sich nicht nur auf wachsende Kosten über den Thekenverkauf, sondern auch besonders, daß der Einzelhandel am Ort nicht in der Lage ist, die durch das Internet gewachsenen Ansprüche des Kunden zu befriedigen.

    Die Kehrseite der Medaille:Verpackungsmüll… Und daher hoffe doch, daß Delinat das Versandkartonrecycling für die Degustierpakete und mehr wieder umsetzt.

    1. Das ist mathematisch gesehen eine umgangssprachlicher Fehlbegriff, ähnlich der in manchen Gegenden gebräuchlichen, verkürzenden Ausdrücke für Viertel-Zwei oder Dreiviertel Zwei für die Uhrzeitangabe.
      Dreimal weniger bezieht sich wohl auf die Umkehrung des an sich schon falschen Ausdrucks „dreimal mehr“, der eigentlich bedeuten soll „dreimal soviel“ bzw. „dreimal davon“. Dessen Umkehrung müßte korrekterweise lauten „ein Drittel davon“.

  5. Seit einiger Zeit wird bei uns das Paket von Hermes ausgeliefert. Ein Versandunternehmen, das wegen seiner Arbeitsbedingungen oft kritisiert wird. Von daher sehe ich das Ganze durchaus kritisch, die Kosten tragen die Auslieferungsfahrer und Fahrerinnen. Das allerdings ja schon länger. Ich wäre durchaus bereit, meinen Beitrag zu einer fairen Bezahlung auch der Auslieferungsfahrer zu zahlen.

    1. Ich kann die kritichen Anmerkungen bezüglich Hermes nur unterstreichen. Eine Sendung soll laut Hermes Sendungsverfolgung zugestellt worden sein, ist sie aber nicht! Eine zweite Sendung soll angeblich dreimal versuchsweise zugestellt worden sein. Wir waren zuhause, zugestellt wurde nicht. Eine Nchfrage bei Nachbarn hat ergeben, dass die Nachbarn – vergeblich – angeboten haben, die Sendung anzunehmen. Benachichtigungen über vergebliche Zustellversuche fande sich im Briefkasten nicht.
      Das Kostensparen hat also seinen Preis. Häufig wechselnde Fahrer kennen sich nicht aus, schlecht deutsch sprechende Fahren könenn nicht vernüftig kommunizieren; schlecht bezahlte Fahrer unter Druck nehmen lieber den „leichten Weg“ als den kundenfreundlichen.
      Gerade eine Firma wie delinat (und Kunden wie delinatkunden) sollte(n) auch beim Versand nicht nur auf den € schielen!

  6. Die jetzigen Kartons sind für unsere Ablagekästen 1 cm zu lang und dadurch bleibt das Türli offen. Das ist nicht optimal wenn die Kästen an der Strasse stehen. Das Vorgängermodell hatte genau im Kästli Platz. Wenn man das noch korrigieren könnte, wäre ich sehr zufrieden.

  7. Bringen seit Jahren alle Kartons MIT Korken bei Gelegenheit nach Bern, Fribourg ist ja Vorort !!! Sehr sinnvoll und mit den jeweiligen Verbesserungen freuen uns sehr.

  8. Darf man sich über die scheinbar gute Nachricht wirklich freuen? Delinat wirbt mit eigenen – den „strengsten“ – Bio-Richtlinien Europas und zertifiziert seine Winzerinnen und Winzer anhand einer wirklich beeindruckenden Anzahl an Kriterien. Ein auch für mich überzeugendes Argument beim Weinkauf.
    Wie passt es da ins Bild, dass die Verantwortlichen bei Delinat offenbar nicht bereit sind, auf einen fairen Versandhandel zu setzen?

    Herr Schefer, es wäre sehr schön, wenn Sie diese Frage überzeugend beantworten könnten. Mit welchen Methoden Hermes (Ihr aktueller Versandpartner) arbeitet, wurde vielfach medial aufbereitet und dürfte auch Ihnen bekannt sein. Und bitte verweisen Sie nicht einfach auf die TÜV-Zertifizierung von Hermes. Wie bei Ihren Winzern sollten Sie auch hier genau hinschauen.

    Mir ist schon klar, dass das Problem alle großen Unternehmen im Versandhandel betrifft, aber es gibt auch hier, wie bei der Weinproduktion, faire Anbieter. Ich bin überzeugt davon, dass sich der weitaus größte Teil Ihrer Kundinnen und Kunden, die sich ja bereits für den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur entschieden haben, einem solchen Weg im Umgang mit unseren arbeitenden Mitmenschen auch folgen würden.

  9. Ich möchte Herr Sudfeldt da gerne beistimmen. Auch ich sehe neben dem Umgang mit der Natur den Umgang mit unseren Mitmenschen als ein wichtiger Bestandteil, der gerne vergessen wird.
    Wir versuchen immer Produkte, wo es möglich ist, die Fair für die Umwelt und Fair für die Menschen sind zu kaufen.
    Der Versand mit Hermes ist leider nicht Fair für die Mitarbeiter. Es ist zwar schön keine Versandkosten zusätzlich zahlen zu müsse, aber wenn der Versand die Umstände für eine faire Bezahlung und Arbeitsbedinungen berücksichtigt, wäre ich auch bereit hierfür etwas mehr an Versandkosten zu bezahlen.

    1. Ähm, wenn ich dazu einen Geheimtipp einwerfen darf: Er heißt „Trinkgeld“. Und zwar ordentlich. Das Versandunternehmen bekommt davon nichts ab. Ist nur für den hier virtuell so bemitleideten armen Versandfahrer.

      1. Bin ganz Ihrer Meinung.Ich handle genauso und gebe dem zuverlaessigen Hermesfahrer immer Trinkgeld.Frueher mussten wir doch bei der Post Paketzustellgebuehr bezahlen und das war normal.Leider wechseln die Fahrer bei Hermes zu hauefig.Die Gruende sind bekannt.Miese Bezahlung u.A.Ich habe auch nie verstanden warum Delinat mit Hermes versendet!

        1. Sehr gut Herr Wasielewski, manchmal könnte das Leben so einfach sein. Dann würde allerdings die tiefschürfende Hintergrunddiskussion entfallen und man könnte sich auch nicht als perfekt informierten Menschen darstellen, dessen Beschäftigung es ist, alles zu kritisieren, ausser sich selbst.

  10. Ich bin gespannt auf die wiederverwertbare Kartonage. Finde die jetzige schon so durchdacht, dass es mir jedes mal wehtut, sie ins Recycling zu geben.

  11. Warum nicht .. die aktuellen Kartons habe ich bisher schon soweit möglich weiterverwendet, sie sind ja auch recht stabil.
    Wenn es aber ein Rückgabesystem gibt – sehr gerne.
    Aber dann auch mit den Korken im Karton, den diese einfach wegwerfen finde ich echt zu schade – nachdem ich den Wein entnommen habe ist in den Kartons ist ja genügend Platz

    1. Hallo Herr Wiest,
      Sie werden doch sicherlich ein Behältnis haben, in dem Sie Korken über einen gewissen Zeitraum sammeln können. Dann wenden Sie sich an eine Einrichtung der Lebenshilfe; die freuen sich u. U. über die Korken, aus denen sie nette Sachen basteln können. Hier bei uns tun sie es.

      freundliche Grüße
      Hilmar Kleinschmidt

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