Kork – Der Beste ist auch der Nachhaltigste

Seit zwei Jahrzehnten wird versucht, die teuren Weinflaschenkorken zu ersetzen. Es wurden Millionen investiert, ganze Forscherteams über Jahre beschäftigt, und trotzdem gibt es noch immer keine bessere Alternative zu Kork.

Korkeiche

Dem Weinkorken wurde schon oft das Ende prophezeit. Denn neben seinen herausragenden physikalischen und chemischen Eigenschaften hat er auch zwei Nachteile: der hohe Preis und der heimtückische und verhasste Korkschmecker. Schuld an Letzterem ist ein Schimmelpilz, der sich im Kork bilden kann und der den muffig-übelriechenden und -schmeckenden Stoff Trichloranisol (TCA) absondert. Das Problem ist zwar keineswegs auf Kork beschränkt, es kann auch in vielen anderen Lebensmitteln vorkommen, zum Beispiel in Rosinen, Bier und sogar Mineralwasser.

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Der Wunsch, dieser lästigen Gefahr durch einen zuverlässigen Flaschenverschluss zu entgehen, ist verständlich. Ein ganzes Jahr lang bemüht sich der Winzer liebevoll um seine Reben und arbeitet viele Stunden im Keller, um einen guten Wein zu machen. Und am Ende geht er quasi eine Lotterie ein, indem er seinen hochwertigen Tropfen mit unzuverlässigen Korken verschliesst. Im Bewusstsein, dass eine oder zwei von hundert Flaschen in den Ausguss geschüttet werden, weil der Kork belastet war. Warum dann nicht lieber einen sicheren, einen «inerten» Drehverschluss oder Plastikzapfen nehmen? Ende Korkschmecker – Ende Probleme.

Kein Verschluss ist perfekt

Nur die allerbesten Teile können zu Weinkorken verarbeitet werden. Die weitaus grössere Menge fliesst in andere Industrien (Schuhe, Isolationsmaterial usw.). Der kleine Anteil der Weinkorken aber bringt den grössten Anteil des Ertrags
Nur die allerbesten Teile können zu Weinkorken verarbeitet werden. Die weitaus grössere Menge fliesst in andere Industrien (Schuhe, Isolationsmaterial usw.). Der kleine Anteil der Weinkorken aber bringt den grössten Anteil des Ertrags.

Doch die Sache ist nicht so einfach. Kein Verschluss ist problemlos: Drehverschlüsse sind nicht immer dicht, können schon bei leichten Schlägen auf den oberen Rand Luft eintreten lassen und eine unkontrollierte Oxidation des Weins verursachen. Sind sie dicht, dann fehlt es dem Wein bei zunehmender Lagerdauer an Sauerstoff, um harmonisch reifen zu können. Der Wein tendiert zu «reduktiven Noten», die an faule Eier erinnern. Dasselbe gilt für Agglomerat-Zapfen (sogenannte Presskorken, das sind geleimte und gepresste Korkkrümel). Plastikstopfen hingegen sind nicht gasdicht. Beide, Plastik- und Pressstopfen, können überdies Kunststoffaromen auf den Wein übertragen. Eine längere Lagerdauer ist daher nicht empfehlenswert. Glasstopfen funktionieren nur mit Kunststoff-Dichtungsring, sind technisch schwer zu hand haben, weisen eine ungünstige Ökobilanz auf und haben bezüglich Oxidation die selben Nachteile wie Drehverschlüsse.

Ausfallquote unter 2 Prozent

Es braucht geübte Fachleute, die das Maximum an intakten Korken aus der wertvollen Rinde stanzen. Die Metallhandschuhe schützen vor Verletzungen.
Es braucht geübte Fachleute, die das Maximum an intakten Korken aus der wertvollen Rinde stanzen. Die Metallhandschuhe schützen vor Verletzungen.

Kork hingegen erfüllt alle Qualitätsanforderungen: Er ist gasdicht, trotzdem aber fähig, durch Redox-Prozesse dem Wein genügend Sauerstoff abzugeben, um reduktive Noten zu vermeiden. Er bleibt auch nach Jahrzehnten noch elastisch und dicht. Und dank modernster Analysemethoden ist es heute möglich, auch winzigste TCA-Belastungen aufzuspüren. Bei gutem Kork liegt die Ausfallquote deutlich unter 2 %, also nicht mehr höher als bei allen anderen Verschlüssen. Aber mit unvergleichlich besseren Resultaten bezüglich Weinqualität.

Was tun bei Korker?

Das gehört seit der ersten Stunde zu Delinat: Schon seit 1980 werden «verkorkte» Weine ersetzt oder gutgeschrieben, ohne Wenn und Aber. Einfach ein Mail schreiben oder anrufen, die Flasche muss nicht zurückgeschickt werden. Man hatte uns damals gewarnt, dass diese Kulanz missbraucht werden könnte. Das hat sich nicht bewahrheitet. Delinat-Kunden sind eben nicht durchschnittlich.

Der zweite Nachteil von Kork ist sein Preis. Ein guter Weinkorken kostet um die 30 Cents. Ein Preis, der im Gegensatz zu Industrieprodukten wie Schraubverschlüssen auch bei grossen Mengen nicht stark sinkt. Es ist klar, dass dies für Weine, die für zwei oder drei Euro angeboten werden sollen, nicht drinliegt. Es könnte sonst durchaus sein, dass die Korken mehr kosten als der Wein selbst, denn billiger Fusel ist schon für 20 bis 40 Cent pro Liter zu haben.

Wertvolle Korkeichenwälder

Die Entscheidungsfindung für oder gegen Kork hat bei Delinat mit einem Ökobilanz-Vergleich aller Verschlussarten vor rund zehn Jahren begonnen. Es war völlig klar, dass Kork die weitaus nachhaltigste Verschlussvariante wäre. Betonung auf «wäre», weil damals noch viele Fragen offen blieben. Heute weiss man es besser: Die Ökobilanz von Korken ist tatsächlich um ein Vielfaches besser als alle anderen Verschlüsse (siehe «Ökobilanz »). Und auch aus qualitativer Sicht ist er die beste Wahl.

Der Iberische Luchs lebt in den Korkeichenwäldern und ist die bedrohteste Katzenart weltweit.
Der Iberische Luchs lebt in den Korkeichenwäldern und ist die bedrohteste Katzenart weltweit.
Auch der selten gewordene Steinadler findet in den extensiven Korkeichenwäldern Unterschlupf und Nahrung.
Auch der selten gewordene Steinadler findet in den extensiven Korkeichen-wäldern Unterschlupf und Nahrung.

Kork ist aber nicht nur ökologisch einwandfrei, weil er haltbar, ungiftig, wiederverwertbar und vollständig abbaubar ist. Positiv in seiner Bilanz ist auch die Ökosystemleistung der Korkeichenwälder. Sie gehören zu den wertvollsten Biotopen Europas. Die Hälfte aller rund 20 000 mediterranen Pflanzenarten lebt ausschliesslich in diesen Wäldern; was diese zu veritablen Biodiversitäts-Hotspots macht. Das ist erstaunlich, denn Korkeichenwälder sind Kulturlandschaften, das heisst durch Menschenhand geschaffene Systeme zur Nutzung verschiedener Ressourcen, wie Kork, Früchte (als Tierfutter), Ackerbau oder Weidefläche. Da die extensive Nutzung keine grösseren Eingriffe zulässt, hat sich die Korkindustrie quasi zum Naturschützer entwickelt. Aller Intensivierungsbemühungen zum Trotz können die Eichen nur alle neun Jahre geschält werden. Die Wälder sind daher wenig frequentiert, naturbelassen und ideales Habitat für viele selten gewordene Tierarten wie Steinadler, Mönchsgeier oder Iberischer Luchs. Nur wer schon einmal die märchenhafte Atmosphäre eines Korkeichenwalds in Portugal oder Spanien gespürt hat, kann nachvollziehen, was diese Biotope leisten.

Ein Hektar oder rund hundert Bäume wandeln den gesamten CO2-Ausstoss eines Mittelklasseautos in Sauerstoff um. Auch der Wasserhaushalt der Iberischen Halbinsel hängt stark von diesen Wäldern ab. Es gibt Berechnungen, die schlimmste Szenarien prophezeien im Falle von Abholzung oder bei Ersatz durch die immer weiter expandierende Papierindustrie mit ihren problematischen, schnell wachsenden Eukalyptus-Plantagen, die den Boden auslaugen und für die Landwirtschaft unbrauchbar machen.

Kork: chemisch und physikalisch einzigartig

Allen Versuchen zum Trotz konnten die einzigartigen Eigenschaften von Naturkork bisher nicht kopiert werden. http://www.euro-cork.com/pdf/physik.pdf

Physik und Chemie von Kork

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Volkswirtschaftlicher Nutzen

Das Naturprodukt Kork bietet in Portugal über 25 000 Menschen einen Arbeitsplatz
Das Naturprodukt Kork bietet in Portugal über 25 000 Menschen einen Arbeitsplatz.

Die Korkindustrie ist mit gut 25 000 Arbeitsplätzen für Portugal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Anteil am jährlichen Gesamtexport liegt bei 2,3 % (ein Drittel des gesamten Forstwirtschaftsexports). Weinkorken tragen zu 70 % aller Korkerträge bei, obwohl das weitaus grössere Volumen in andere Bereiche wie Schuhsohlen, Isolationsmaterial usw. fliesst. Grund dafür ist der weitaus höhere Preis, der pro Volumeneinheit für Weinkorken erzielt werden kann. Der hohe Preis ist gerechtfertigt, denn nur die völlig intakten Korkstücke sind dafür geeignet. Würde die Nachfrage nach Weinkorken nachlassen, wäre das auch das Ende der 2,3 Millionen Hektar(!) Korkeichenwälder, grösser als das Bundesland Hessen.

Delinat setzt auf Naturkorken

Kork ist der beste Weinverschluss, daran wird sich auch in nächster Zukunft nichts ändern. Und er ist der nachhaltigste. Nach vielen Studien und Vergleichen ist für Delinat die Zeit reif, den Korken auch in den Richtlinien zu verankern. Drei-Schnecken-Weine werden künftig nur noch mit ungebleichten und mit Bienenwachs behandelten Naturkorken verschlossen. Ein-Schnecken-Weine dürfen auch mit Glasstopfen oder Drehverschluss und Zwei-Schnecken-Weine mit traditionell gebleichtem Naturkork ausgestattet werden. Alle anderen Verschlussarten sind für Delinat-Weine ab 2016 verboten.

Ökobilanz von Naturkork deutlich besser

Früher ging man davon aus, dass nur der Korkverschluss (infolge Korkschmecker) unzuverlässig sei, alle anderen Verschlussarten aber zu 100 % sicher wären. Inzwischen weiss man, dass alle Verschlüsse Probleme verursachen können und keiner deutlich weniger als 1 % Ausfall hat. Bei Kork ging man damals von 3 % Korkschmeckern aus. Das hätte bedeutet, dass 3 von 100 Flaschen umsonst produziert, abgefüllt, verpackt und transportiert worden wären. Dass also auch die ökologische Belastung der Weinproduktion, der Flaschenproduktion usw. dieser 3 % zu Lasten der Kork-Ökobilanz gehen. Und trotzdem hat der Korken schon damals besser als alle anderen Verschlüsse abgeschnitten. Mit dem heutigen Wissen vergleicht man ca. 1 % Korkschmecker mit knapp 1 % Fehlern bei anderen Verschlüssen. Damit schneidet Naturkork um ein Vielfaches besser ab – kein anderer Verschluss kommt auch nur annähernd an seine ökologische Leistung heran. (Quelle: http://natuerlichkork.de/nachhaltigkeit/ factsheet-okobilanz/)
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Karl Schefer

Geschäftsleiter bei Delinat
Delinat ist für mich Hobby, Berufung und Beruf. Was gibt es schöneres, als sich für eine gesunde Natur einzusetzen und dafür mit köstlichem Wein belohnt zu werden?
Karl Schefer

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29 comments

  1. Kampf um den Korken

    Um eines vorwegzuschicken: Ich bin ein absoluter Freund des klassischen Korkverschlusses. Aus ökologischen und sozioökologischen Gründen. Aber bei diesem Artikel, lieber Herr Schefer, müssen Sie sich schon hin und wieder entscheiden.
    Entweder soll der Korken dicht sein, was sich schon irgendwie gut anfühlen würde, oder aber nicht, weil er Redoxvorgänge erlauben soll. Wenn der Korken aber gasdicht ist, was Sie ja als Vorzug des Naturkorkens anführen, geht nun aber mal kein Sauerstoff hindurch, also gibt es auch keine Redoxvorgänge. Die sollen aber wiederum Ihrer Meinung nach entscheidend für die Güte eines lange lagernden Weines sein. Gasundichtigkeit bedeutet aber physikalisch immer Verdunstung. Damit würde sich die Weinflasche nach 10 Jahren aber schon bemerkbar geleert haben. Hat sie aber hoffentlich nicht, denn der verbleibende Rest würde nicht mehr nach Wein schmecken. Außerdem sagen Sie, dass Kork „nicht verrottet“(Tabelle), was bei einem Naturstoff schon eigenartig und ökologisch höchst fragwürdig wäre. Eine Seite weiter behaupten Sie allerdings das Gegenteil, da ist der Korken plötzlich wieder „vollständig abbaubar“. –
    Wie gesagt: bitte entscheiden und Fakten nicht nach ideologischer Gefälligkeit zurechtbiegen. Und kein Delinatkunde wäre irritiert, wenn Sie einfach nur sagen: In einen ökologisch erzeugten Wein gehört ein ökologischer Verschluss, punkt.

    Richard Schneider, Harmsdorf

    1. Vielen Dank für die exakten Fragen, Herr Schneider. In beiden Fällen handelt es sich aber nur auf den ersten Blick um Widersprüche:

      1. Redox
      Diese Prozesse finden tatsächlich statt, aber nicht Wein mit Luft, sondern Wein mit Kork. Der Sauerstoff kommt aus den Korkzellen, das beweisen diverse Untersuchungen. Das Schöne am Naturkork ist, dass er dem Wein für einige Zeit Sauerstoff (ca. 18 Monate) zur Verfügung stellt und danach nicht mehr. Kunststoffstopfen sind immer gasdurchlässig (der Wein tendiert zu Oxidation), während Schraubverschlüsse und auch geleimte Presskorken gasdicht sind (und zu reduktiven Weinfehlern führen können). Diese faszinierende Eigenschaft von Naturkork, dem Wein nur eine bestimmte Menge an Sauerstoff zur Verfügung zu stellen, konnte bisher von keinem anderen Verschluss nachgeahmt werden.

      2. Verrottung
      Auch hier nur auf den ersten Blick ein Widerspruch: So wie bei Holz, bei natürlichen Harzen, Wachsen und Knochen findet der Verrottungsprozess nur sehr langsam statt. Bei Kork ist es der hohe Wachsanteil, der ihn lange konserviert. Er braucht daher auch in einem guten Kompost viele Jahre zur vollständigen Zersetzung. Hilfreich sind dabei nicht nur chemische Prozesse, sondern auch mechanische, die allerlei Kleinlebewesen leisten. Im Unterschied zu angeblich abbaubaren Kunststoffen, deren Moleküle immer naturfremd und meistens moderat giftig bleiben, ist die Zersetzung aber vollständig und endet in Nährstoffen für Pilze, Hefen, Kleinlebewesen, die daraus wertvollen Dünger produzieren.

      1. zu Pkt. 1 REDOX

        Kunststoffstopfen sind nicht immer gasdurchlässig. Presskorken und Schrauber sind auch nicht außergewöhnlich gasdicht.
        Ein 44 Monate dauernder unabhängiger Versuch mit unterschiedlichen Verschlüssen zeigt anhand des Verlustes von SO² die Gasdurchlässigkeit. -> http://syncor.de/images/stories/webseite/qualitaet/forschungsergebnisse/DLR_mit_Name.jpg
        Die „faszinierende Eigenschaft nur eine bestimmte Menge an Sauerstoff zur Verfügung zu stellen“ ist nicht einheitlich. Nachdem jeder Korken einzigartig ist, schwankt diese Eigenschaft.
        Somit ist es auch unmöglich soetwas nachzuahmen. Da die Reifung sehr unterschiedlich ist, auch nicht unbedingt wünschenswert.

        Die Gefahr von reduktivem Weinfehlern bei sehr dichten Verschlüssen kann man bei der Bereitung von Wein verhindern. Dafür ist keine Chemie notwendig … sondern es gilt z.B. Sauerstoff gezielt zuzuführen – Mikrooxidation. Die ist auch im Holzfass gegeben.

        Zusätzlicher Vorteil bei einem dichten Verschluss wäre, dass Schwefel reduziert werden kann!

        Der Winzer muss sich auf die neuen Verschlüsse einstellen. Wein exakt so zu bereiten wie immer und nur den Verschluss zu wechseln, ist keine Lösung.

    2. Herr Schneider, haben Sie sich auch schon überlegt, dass Schraubverschlüsse auch aus Materialien hergestellt werden, die wiederum aus Rohstoffen aus unserer Natur respektive von Mutter Erde stammen? Auch da stellt sich die Frage nach dem ökologischen Gleichgewicht und Sinn wie zum Beispiel welche Rohstoffe werden dafür benötigt, wie werden diese abgebaut (der Mutter Erde entrissen) und welche Schadstoffe entstehen, wenn die Drehverschlüsse hergestellt werden. Eine Reflexion darüber bringt einige interessante Erkenntnisse!!

      Heidi Weiss, Pfaffhausen

      1. Frau Weiss, Sie sind auf einen Weg der zum Ziel führen kann:

        Ein Beispiel: http://syncor.de/de/verschluesse/twister-schraubverschluesse/biotwister.html

        „Die aus 100% nachwachsenden Rohstoffen gefertigte BioTwister Schraubkappe ist weltweit die umweltfreundlichste Verschlussalternative. Der BioTwister erzeugt ca. 20-mal weniger Treibhausgasemissionen als herkömmliche Aluminiumverschlüsse.“

        Dieser Verschluss mit Glaslinse – eine Innovation!

        Ich bin kein Vertreter der Firma Syncor, sondern ein Weinhändler der sich intensiv mit den Thema Weinverschlüsse beschäftigt.

  2. Im Wettbewerb heisst die Frage „wie heisst der Schimmelpilz“ Eine mögliche Antwort bezieht sich auf das Stoffwechselprodukt des Schimmelpilzes, das gemäss meinen Recherchen (www.weinkenner.de) aus den Aktivitäten des Schimmelpilzes in Verbindung mit Chlor hervorgeht…. – und wie bitte kommt Chlor in die Korkverarbeitungskette, wenn der Zapfen später eine Bio- Weinflasche schliesst??
    Im übrigen finde ich – wie beim Delinat Wein auch – alle Bestrebungen für den Erhalt der Biodiversität absolut vordringlich und es ist auch für mich der Hauptgrund „Bio“ zu kaufen. Drum ist Kork für mich ein „Muss“! Wenn die Chlorfrage geklärt und sogar angegangen werden könnte, wäre das eine schöne Zugabe!!
    Mit herzlichen Grüssen HP Althaus

  3. Quelle: Wiikedia

    Korkton

    2,4,6-Trichloranisol (TCA) verursacht den bekanntesten und auch häufigsten Weinfehler, den Korkton, der regional auch als Stoppler bezeichnet wird. Wie es genau zum Eintrag des Trichloranisols in die Rinde der Korkeiche kommt oder nachträglich in das daraus gefertigte Produkt, den Korken, ist noch immer nicht vollständig erforscht. Die häufigste Ursache sind wahrscheinlich Bleichmittel in der Korkverarbeitung, aber auch in Lagerkartonagen. Daneben kommen Inhaltsstoffe von Holzschutzmitteln beziehungsweise deren Abbauprodukte in Frage. Ebenso können chlorhaltige Reinigungsmittel im Winzerkeller mitverantwortlich sein. Daher kann ein Korkton, wenn auch selten, nicht nur bei Flaschen mit Naturkorken, sondern auch bei solchen mit Schraubverschluss und anderen alternativen Verschlüssen auftreten. Trichloranisol gehört zu den Phenolabkömmlingen und ist wie viele Phenolabkömmlinge gesundheitsschädlich.

    TCA hat im Wein einen niedrigen Geruchsschwellenwert und ist für geübte Weinprüfer bereits ab einer Konzentration von 0,001 µg/l (1 Nanogramm) in Weißweinen und ab 0,005 µg/l (5 Nanogramm) in Rotweinen wahrnehmbar.[12] Der Korkton zeichnet sich durch einen typischen korkigen Geruch und Geschmack aus, er kann bei bestimmten Konzentrationen auch ledrig-muffige Töne annehmen. Darüber hinaus gibt es Fehler, die als „schleichender Kork“ bezeichnet werden, darunter werden nicht klar definierbare, stumpfe, teilweise etwas muffige Noten verstanden, die oft erst im direkten Vergleich mit intakten Flaschen erkannt werden können. Korkfehler können sich an der Luft deutlich verstärken, beim Mischen eines korkigen Weines mit Mineralwasser bewirkt die Kohlensäure eine wesentliche Verstärkung der Wahrnehmung des Fehlers.

    1. Quelle: Wiikedia

      Korkton

      2,4,6-Trichloranisol (TCA) verursacht den bekanntesten und auch häufigsten Weinfehler, den Korkton, der regional auch als Stoppler bezeichnet wird. Wie es genau zum Eintrag des Trichloranisols in die Rinde der Korkeiche kommt oder nachträglich in das daraus gefertigte Produkt, den Korken, ist noch immer nicht vollständig erforscht. Die häufigste Ursache sind wahrscheinlich Bleichmittel in der Korkverarbeitung, aber auch in Lagerkartonagen. Daneben kommen Inhaltsstoffe von Holzschutzmitteln beziehungsweise deren Abbauprodukte in Frage. Ebenso können chlorhaltige Reinigungsmittel im Winzerkeller mitverantwortlich sein. Daher kann ein Korkton, wenn auch selten, nicht nur bei Flaschen mit Naturkorken, sondern auch bei solchen mit Schraubverschluss und anderen alternativen Verschlüssen auftreten. Trichloranisol gehört zu den Phenolabkömmlingen und ist wie viele Phenolabkömmlinge gesundheitsschädlich.

      TCA hat im Wein einen niedrigen Geruchsschwellenwert und ist für geübte Weinprüfer bereits ab einer Konzentration von 0,001 µg/l (1 Nanogramm) in Weißweinen und ab 0,005 µg/l (5 Nanogramm) in Rotweinen wahrnehmbar.[12] Der Korkton zeichnet sich durch einen typischen korkigen Geruch und Geschmack aus, er kann bei bestimmten Konzentrationen auch ledrig-muffige Töne annehmen. Darüber hinaus gibt es Fehler, die als „schleichender Kork“ bezeichnet werden, darunter werden nicht klar definierbare, stumpfe, teilweise etwas muffige Noten verstanden, die oft erst im direkten Vergleich mit intakten Flaschen erkannt werden können. Korkfehler können sich an der Luft deutlich verstärken, beim Mischen eines korkigen Weines mit Mineralwasser bewirkt die Kohlensäure eine wesentliche Verstärkung der Wahrnehmung des Fehlers.

  4. Guten Abend

    Korken von meinen Delinat Weinflaschen lege ich beiseite, kann ich sie irgendwo deponieren, können sie zu neuen Korken verarbeitet werden?

    1. Guten Tag
      Auch wir sammeln die Weinkorken. Wenn dann das Behältnis voll ist, senden wir ihn in die Korkmühle Schlittler nach Näfels GL . Sie ist die einzige Kokmühle in der Schweiz. Die Zapfen werden gereinigt und zu Schrot gemahlen, der als Schüttisolation im Lehmbau zum Einsatz kommt.

      Gebr. E. &.H. Schlittler, Korkmühle
      Autschachen 41
      8752 Näfels
      info@swisscork.ch

    2. Auch unsere Weindepots und -shops nehmen Korken zurück und schicken sie ins Recycling zur Korkmühle in Näfels. Unter http://www.korken.ch gibt es eine Liste weiterer Sammelstellen in der Schweiz, die allerdings aktuell nicht erreichbar ist. Aber auch Kindergärten freuen sich über Korken als Bastelmaterial!

      In Deutschland hat der NABU die Korkkampagne ins Leben gerufen, Dort gibt es eine Online-Suche nach Sammelstellen bundesweit.

  5. Ich möchte etwas persönliches zur Zersetzung von Kork sagen. Von einem (schönen) Süd-Frankreich Urlaub habe ich im Jahr 2001, also vor 15 Jahren ein ca. 1m hohes Stück Korkeiche mitgebracht. Es handelt sich dabei nur um die Rinde, die schon damals hohl und ohneHolz war. Seitdem stand dieses Stück Holz immer irgendwo in meinen Zimmern. Irgendwie auch klar dass es sich nicht zersetzt, aber vor allem wahnsiinig schön, und ich erfreu mich jedes mal wenn ich es mir mal wieder bewusst ansehe.

  6. „Wie gesagt: bitte entscheiden und Fakten nicht nach ideologischer Gefälligkeit zurechtbiegen. Und kein Delinatkunde wäre irritiert, wenn Sie einfach nur sagen: In einen ökologisch erzeugten Wein gehört ein ökologischer Verschluss, punkt.“
    Das ist keine ideologische Gefälligkeit sondern Fakt. Das man dagegen vorgeht ist auch logisch weil es ein riesiges Geschäft ist. Die Masse oder die Brühe muss getrunken werden wie mir ein Weinjournalist sagte und dazu ist man zu ALLEM fähig auch zur Verleugnung der Natur und des Lebens dem man eigentlich angehört.

    Lieber Herr Schäfer, der von Ihnen vorgestellte Beitrag „Kork – Der Beste ist auch der Nachhaltigste“ – ist fachlich und sachlich einwandfrei dargestellt und entzieht vielen Anhänger des ua. Schrauber und Plastik jegliche anderweitige Begründung. Der Begriff „Kampf um den Korken“ zeugt das Unverständnis gegenüber der Nachhaltigkeit in der Natur und den Menschen die davon leben können. Auch der Hinweis eines Ihrer Mitarbeiter wie „Genießen Sie den Wein ohne Korkschmecker“ zeigt das immer noch in den Köpfen dieser Begriff kreist. Sich nur einmal im Bereich der Weinwirtschaft bewegen um zu sehen wie verlogen diese Argumente sind. Premium-Weine werden in der Vielzahl nur mit Naturkork versehen ? Warum, wenn bei den preislich höheren Weinen der angebliche Korkschmecker doch ein so großen Verlust bedeuten würde ! So nach dem Motto, bis 4 Euro Plastik, aber 5 Euro Schrauber und ab 8 Euro Naturkork. Meine Devise seit über 50 Jahren Weingenuss, nie Plastik, nie Schrauber usw. usw., nur Kork. Meine Korken gehen grundsätzlich an die Stelle wo sie auch wieder einer Verwendung zugeführt werden. Was mir bezogen auf Delinatweine noch fehlt ist der Verzicht auf die Plast- bzw. Alu-Kapseln. Weiter so in diesem Sinne und herzlichen Dank für diesen ausgezeichneten Artikel. Ich werde mir den Link kopieren und gewissen Leuten zur Verfügung stellen. P.S. Sie werden Profitgier in der Menschheit nie ausrotten können, Beispiele dafür gibt es genug. Profitgier wird immer noch in erschreckender Art und Weise der Nachhaltigkeit in der Natur vorgezogen. So nach dem Motto, wir lassen energieintensive Produkte in der Dritten Welt produzieren und stellen dann diese Länder an den Pranger wegen der Luftverschmutzung. In diesem Sinne verweise ich auf die Homepage Weingut Dr. Benz mit dem Artikel „Immer wieder ein Thema „Korken“.

    1. Lieber Herr Müller,
      „… nach dem Motto, bis 4 Euro Plastik, aber 5 Euro Schrauber und ab 8 Euro Naturkork.“
      hat einen anderen Hintergrund. Viele Genießer von hochwertigeren Weinen erwartet einen „wertigen Verschluss“. Schraub- und Kunststoffverschlüsse werden vom Konsumenten fälschlicherweise mit „billig“ gleichgesetzt.
      Winzer haben Angst vor dieser Denkweise. Sie befürchten bei der Umstellung auf neutralere Verschlüsse Image- und Umsatzeinbußen.
      In Neuseeland und Australien ist man weiter, dort werden sei sehr langer Zeit auch für sehr hochwertige Weine alternative Verschlüssen verwendet.
      Das hat auch nichts mit Profitgier zu tun, sondern mit dem Erhalt eines Weingeschmacks.

  7. Ich liebe Korken! Und ich sammle die gebrauchten Korken für meine Schwestern, welche sie als Lehrerinnen zum Basteln gut gebrauchen können.

  8. Ich sammle seit bestimmt 20 Jahren die Korken. Sie gingen entweder zu einer Korkensammelstelle oder zum basteln in den Kindergarten. Seit etwa drei Jahren gebe ich sie einem Freund, der sie schreddert und damit seine Datscha dämmt. Er hat derweil so an die drei Kubikmeter verarbeitet und ist mit der Dämmwirkung sehr zufrieden.

  9. Mit etwas „vorgehaltener Hand“ verrate ich meinen Verwendungszweck:

    Ich gebe die Korken in eine dicht verschliessbare Blechbüchse und schaue, dass die
    Korken darin immer mit Brennsprit bedeckt/getränkt sind. Sind sie vollgesogen, feuere
    ich mit diesen Korken das Holz in meinem Pizza- oder Stubenofen an.

  10. Kork sollte absoluter Favorit als Verschluß für Weinflaschen sein, gut für den Wein und gut für die Umwelt. Jeder andere Verschluß, ob Kuststoffkorken,Glasverschluß oder Drehverschluß enthalten Weichmacher in den Dichtungen und diese gehen bekannterweise langsam in den Wein über. Unsere Welt ist bereits mit Kunststoff so zugemüllt, dass es dem Weinliebhaber wert sein sollte ein paar Cent mehr für die Flasche Wein mit echtem Korkverschluß zu bezahlen. Aber leider sind auch bereits sehr viele sehr gute Bio-Weine nur noch mit Schraubverschluß oder Kunstsoffkorken versehen.

  11. Kein Gastronom hat die Zeit, sich im Internet kundig zu machen, wo er Korken abliefern kann. Und
    schon gar nicht, danach meist auch noch längere Auto- und Suchfahrten zu unternehmen. Das gilt
    erst recht für Einzelpersonen. Wiederverwertung funktioniert nur dann, wenn jedes Kind – wie bei
    Glas oder Altkleidern – weiß, wo in seinem Stadtteil ein entsprechender Container ist. Nur so entsteht in den Köpfen erst einmal das Bewußtsein, daß Kork – wie Glas – ein wertvoller Rohstoff ist, Dann erst beginnen die Leute zu handeln. Und natürlich stünde da eine flächendeckende Kampagne der Medien an.

  12. Naturkork führen meine Frau und ich schon lange dem Recycling zu; abgesehen von den „Korkern“, nicht jeder Lieferant ist da so kulant wie Delinat, verschicken sie mal eine angebrochene Weinflache, wenn man altersschwächer wird, hat man mit einigen besonders langen Korken, Schwierigkeiten. Den idealen Flaschenöffner habe ich noch nicht gefunden! Daher greife ich ganz gerne zum Drehverschluß.

  13. Grundsätzlich hat der Verschluss doch zwei Aufgaben: nichts rein & nichts raus.
    Das heißt, es soll auch keine Luft eindringen. Denn jene würde SO² reduzieren und die Reifung beschleunigen. Verschlüsse welche angeblich eine gezielte Sauerstofftransferrate aufweisen (Nomacorc, Diam) sind ein unkalkulierbares Risiko. Denn keiner weiß, zu welchem Zeitpunkt die Flasche geöffnet wird!
    Ein wesentlicher Aspekt wird nicht angesprochen: > Homogenität <.
    Beim Naturkork sind Geschmacksschwankungen sehr ausgeprägt und als normal zu betrachten. Dabei handelt es sich nicht nur um die Extreme des klassischen Korkfehlers durch 2,6,4 TCA, sondern auch um schleichenden Kork. Selbst wenn diese beiden gravierenden Geschmacksbeeinflussungen ausgeschlossen werden können, ist der Einfluss auf die einzelnen Weine unterschiedlich. Kein Naturkork ist wie der andere, somit ist kein Wein wie der andere.

    1. Frage: Würden Sie als "Verbraucher" auch tolerieren, dass Bier, Saft, Joghurt …. von einer Flaschen, Becher, zur anderen unterschiedlich schmeckt?

    2. Frage: Sie sind Winzer und sind bei der Produktion sehr gewissenhaft. An erster Stelle steht für sie die Qualität. Sie arbeiten in Einklang mit der Natur. Würden Sie es tolerieren, dass ein Verschluss, welcher ihren Wein geschmacklich unkontrollierbar verändert, guten Gewissens einsetzen?

    3. Frage: Sie sind jetzt (Einzel-)Händler. Sie stehen vor dem Kunden und dürfen die Entscheidungen des Winzers ausbaden. Sie müssen sich für die mangelnde Gleichheit der Weine einer Sorte rechtfertigen. Machen Sie das gern?

    Naturkork und deren Produktion wird immer sehr romantisch dargestellt. Wer sich näher mit der Materie beschäftigt, weiß aber, dass nicht alles bei der Produktion von Korken diesem Bild entspricht. Mit einem Stück Rinde und austanzen der Korken per Handarbeit ist es nicht getan.
    Die hier dargestellten Statistiken darf man ruhig etwas kritischer betrachten. Die Korkindustrie hat natürlich ein Interesse daran möglichst gut darzustehen.

    Es gibt u.a. aus Verbraucherschutzgründen eine EG Verordnung 1935/2004 .
    Naturkorken sind nur deswegen zulässig, weil sie nicht generell den Inhalt der Flaschen geschmacklich beeinträchtigen. Das heit aber nicht, dass neutralere Verschlüsse wünschenswert wären!

    DIAM & Presskorken beinflussen "immer" also zu 100% den Inhalt der Flaschen.
    Daher ist die Entscheidung von Delinat gegen diese Art von Verschlüssen vorbildlich.
    Info dazu unter http://www.diam-test.info

    Wie schon richtig gesagt wird, es gibt keinen 100%igen Verschluss.
    Es gibt zu den Marktführern wie Nomacorc, Diam Bouchage, Amorim .. wegweisende
    Unternehmen.
    Erfolgversprechend sind z.B. Verschlüsse von einem Mittelständler http://www.syncor.de:

    a) Der Twister-Schraubverschluss dichtet mit einer Glaslinse ab!
    b) Der einfache Kunststoffstopfen ist geschmacklich neutral, ohne Weichmacher und dicht.

    Eine grundsätzlich Verdammung von Kunststoff und Verherrlichung von Naturkork macht wenig Sinn. Diese Vorgehensweis hemmt die Entwicklung von Verschlüssen welche dem Ideal näher kämen. Es gibt mehr als nur Schwarz und Weiß!

    Wasser, Saft, Bier ……. Champagner (in der Produktion) egal ob Schraubverschluss oder Kronkorken, beide Verschlüsse dichten mit einer Kunststoffscheibe ab.
    Essen Sie nie Lebensmittel, welche in Kunststoff verpackt bzw. mit Kunststoff verschlossen sind?sind?

    Es wäre doch wünschenswert, wenn Delinat den traditionsreichen Naturkork erhält, sich aber Innovationen öffnet. Zum Wohle der Qualität und damit zum Wohle seiner vielen Kunden.

    1. Vielen Dank für Ihre ausführliche Darstellung. In manchen Punkten sind wir uns ja einig, in diesem aber sicher nicht: Unsere Erfahrung zeigt, dass die Geschmackschwankungen mit Naturkork keineswegs so ausgeprägt sind, wie Sie es beschreiben. Wenn dies so wäre, hätten wir bestimmt nicht kompromisslos auf Kork gesetzt. Natürlich kennen wir das Phänomen der heterogenen Entwicklung in der Flasche, das jedoch keineswegs nur bei mit Naturkork verschlossenen Weinen vorkommt.

      Unsere Entscheidung für Naturkork basiert auf zahlreichen Versuchen und Erfahrungswerten. Der Prozess dauerte fast ein Jahrzehnt und es gab Zeiten, da hatten wir noch grosse Zweifel am Naturkork. Am Ende aber war für uns der Fall völlig klar. Alles ist ist in unserem Blog dokumentiert, auch der rege Austausch mit unseren Kundinnen und Kunden: https://www.delinat.com/weinlese-blog/verschluss/

  14. Sehr geehrter Herr Scheffer,

    habe die Diskussion von 2013 durchgelesen. Sie entspricht den Diskussionen bei den sozialen Netzwerken wie Facebook & Xing. DIe Diskussionen werden emotional und nicht rational geführt: Tradition, Plopp, Gewohnheit …. spielt eine größere Rolle als der „unverfälschte Wein“.
    Es gibt auch auf Grund des mangelnden Hintergrundwissens viele Vorurteile.
    In den Weingruppen auf FB & Co. sind allerdings mehr Stimmen gegen Korken zu vernehmen.
    Die „Weinfreaks“ gehen halt etwas mehr in die Tiefe …

    Meiner Meinung nach kann man Veränderungen durch Verschlüsse nur feststellen, wenn man zig Flaschen der einzelnen Sorten paralel verkostet. Konsumenten machen soetwas nicht. Jenen fällt es nur auf, wenn sie den Wein sehr gut kennen und regelmäßig genießen. Den Urgeschmack des Weines müssen sie fest im Gehirn gespeichert haben. Erst dann bemerken sie Veränderungen. Muss aber zugeben, dass sich häufig die Veränderungen nicht so deutlich darstellen.

    Es ist dann noch fraglich, ob Konsumenten jene Veränderung allerdings dem Verschluss zuordnen. Somit sind die Rückmeldungen kein Gradmesser für Veränderungen.
    Da ist man als Profi im Vorteil 😉

    Das Sie für ihr Unternehmen und ihre Kunden den Weg gehen, kann ich 100%ig nachvollziehen.
    „Der Wurm muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.“

    Für diese Entscheidung hätten Sie allerdings nicht die Werbesprüche und Argumente der Korkindustrie übernehmen müssen. Einige Angaben entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand. Somit ist ein wenig Zweifel immer noch angebracht …. aber Sie lassen ja auch alternative Verschlüsse zu.

    Wünschen Ihnen alles Gute!

    Rolf Cordes

    PS. Warum Sie mit Ihrerem Verbot von DIAM/Presskork einen mutigen und wichtigen Schritt gemacht haben, können ihre Kunden auf der Seite http://www.diam-test.info nachlesen.

  15. Zum Genuss jedenfalls eines guten Weines gehört für mich auch das Ambiente – der Ort, an dem ich ihn trinke, die Gläser und eben auch die Zeremonie des Öffnens der Flasche, und da bin ich ein Freund des Naturkorkens.

    Abgesehen davon finde ich, dass es bei Weinen, die nicht lange in der Flasche lagern sollen, ziemlich egal ist, womit sie verschlossen sind. Bei guten Weinen, die lange in der Flasche sind und dort noch reifen sollen, bevorzuge ich (ohne Lebensmittelchemiker zu sein) Naturkorken.

    Hinsichtlich der Ökobilanz muss man auch die Frage stellen, wie viele Korken überhaupt nachhaltig produziert werden können. Bei einer wachsenden Nachfrage nach Kork (der ja auch nicht nur für Weinverschlüsse verwendet wird) wird man auch schnell auf die Idee kommen, die Korkeichenwälder intensiv zu bewirtschaften, mit all den Problemen, die man aus anderen Bereichen kennt.

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