Drehverschluss statt Kork?

Wenn der Fortschritt von heute die Tradition von morgen ist, dann kommen vielleicht auch bald viele Delinat-Weine mit einem Schraubverschluss daher. Drehverschlüsse sind auf dem Vormarsch, nicht nur bei Weiss- oder Roséweinen. Auch bei jung zu trinkenden Rotweinen wird immer öfter auf Naturkork verzichtet. Der Hintergrund ist klar: Aus ökologischer Sicht sind Naturkorken zwar grundsätzlich nach wie vor die beste Option – wenn da nur der gefürchtete Korkschmecker (TCA) nicht wäre. Er macht so manchen guten Tropfen ungeniessbar. So werden jedes Jahr Tausende von Flaschen weggeschüttet. Auch aus ökologischer Sicht ein Unsinn.

Kork- oder Drehverschluss beim Wein

Drehverschluss oder Naturkorken? Diese Debatte wird auch emotional geführt – beim Winzer und beim Weinliebhaber.

Eine Studie, die wir vor einigen Jahren in Auftrage gegeben haben, zeigt auf, dass der Drehverschluss bezüglich Ökologie theoretisch besser abschneidet, wenn man von einem Anteil von mehr als 2 Prozent Korkschmecker ausgeht. Theoretisch deshalb, weil auch der Drehverschluss nicht 100% einwandfrei verschliesst. So kann es beim Transport zu kleinen «Beulen» kommen, die den Verschluss undicht werden lassen. Die langsam eintretende Luft lässt den Wein oxidieren und verderben. Rechnet man ein halbes Prozent solcher Fehler ein, dann bräuchte es rund 3% Korkschmecker, um die Ökobilanz zu Gunsten Drehverschluss zu verschieben. Je nach Korkqualität kann diese Quote deutlich darunter oder darüber liegen.

Technisch haben sich Schraubverschlüsse inzwischen auf höchstes Niveau entwickelt. Aus rein qualitativer Sicht sind sie heute vielleicht die beste Verschlussart für alle Weine. Gute «Dreher» sind aber nicht billig – sie kosten in etwa gleich viel wie Korken. Ihr grösster Nachteil aber ist ein emotionaler: Nach wie vor vermitteln Schraubverschlüsse hierzulande ein Billigimage und rauben dem Wein ein Stück Kultur – die liebgewonnene Zeremonie des Entkorkens mit dem «Plop» fällt weg. Selbst das kritische und mit Stirnrunzeln begleitende Schnuppern und Nippen am ersten Glas einer neu entkorkten Flasche wird vermisst, auch wenn das nicht alle zugeben mögen. Einen Korker identifizieren zu können, ist Kennern vorbehalten – und dieses Können wird oft auch einfach gerne demonstriert. Eine Flasche Wein zu entkorken ist ein gesellschaftlicher und kultureller Akt und die Frage nach dem technisch besten Verschluss kann dadurch zur Nebensache werden.

Dass der Anteil an Korkschmeckern hoch ist und das Image des Naturkorks entsprechend leidet, ist zu einem erheblichen Teil auf mindere Qualitäten und Granulatkorken zurückzuführen. Ein qualitativ hochwertiger Naturkork ist nach wie vor ein ausgezeichneter Verschluss für Weinflaschen. Aus diesem Grund haben wir bis anhin weitestgehend auf Drehverschlüsse verzichtet und verwenden einen neuartigen, gewaschenen Naturkorken mit deutlich geringerem Korkschmeckeranteil. Die bisherigen Erfahrungen damit sind vielversprechend.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Korkschmeckern bei Delinat-Weinen? Welche Verschlussart ziehen Sie persönlich aus welchen Gründen vor? Würden Sie auch Delinat-Weine mit Drehverschluss kaufen? Soll Delinat weiterhin auf qualitativ hochwertige Naturkorkverschlüsse setzen und so auch einen Beitrag an eine nachhaltige Bewirtschaftung der Korkeichen leisten? Bei allen Weinen oder z.B. nur bei Rotweinen? Wir sind gespannt auf Ihre Meinung. Schreiben Sie diese einfach unten ins Kommentarfeld. Herzlichen Dank.

Matthias Metze

Webmaster bei Delinat
Bio heisst vor allem Genuss - gerade beim Wein. Bio ist zudem ein Genuss für die Natur: Leben statt Ödnis in den Weinbergen! Bei Delinat kann ich für beides arbeiten - und das ist mir wichtig.
Matthias Metze

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81 comments

  1. obwohl ich ein audiophiler mensch bin, brauche ich nicht zwingend das „plopp“ des korkens zum weingenuss. ich bin seit gut 20 jahren treuer kunde von delinat und musste bisher einmal eine flasche chianti wegschütten, und das aus einem jahrgang, in dem viele, auch hochwertige gewächse probleme mit den korken hatten. das liegt auch daran, dass delinat-weine nicht mehrere jahre in meinem keller liegen, sondern innerhalb kurzer frist weggetrunken werden. wenige flaschen, wie z.b. die reserva marti oder les mûriers, werden schon mal auf ihr potential getestet und erst mit 5 bis 6 jahren reife entkorkt.

    anders sieht es aber bei hochwertigen chateaux aus, dort ist der verlust einer flasche aus den frühen 80ern oder 90ern aufgrund des hohen preises dann empfindlich und schmerzlich. und trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, dass weinliebhaber, die viel geld für eine flasche ausgeben, diese mit einem drehverschluss akzeptieren würden. gerade in diesem bereich, wo das entkorken eher ein ritual ist, empfinde ich den korken als untrennbar mit wein verbunden. im bereich alltagsweine muss das aus meiner sicht nicht sein, dort trinke ich mit gleichem genuss auch ohne zu entkorken, und denken wir an so etwas wie bag-in-box, stellt sich die frage erst gar nicht mehr.

    was den ökologischen aspekt anbelangt, ist die antwort doch schon durch die fragestellung vorweggenommen, denn niemand wird ernsthaft auf den drehverschluss bestehen, wenn das in irgend einer form ökologisch unsinnig ist.

    also: bei alltagsweinen erscheint es mir egal, ob kork oder drehverschluss, solange keine ökologischen missstände daraus folgen. bei hochwertigen gewächsen wäre zwar eine geringere ausfallquote wünschenswert, aber der drehverschluss wohl keine alternative.

  2. In dieser Frage bin ich eindeutig konservativer Purist: Ich kaufe niemals Wein mit Schraubverschluss! Es geht hier auch um die Bewahrung von Tradition.

  3. Kürzlich wieder eine Flasche Riesling geöffnet. Der Wein hatte fürchterlichen Korkengestank und -geschmack. Schade um den sonst schönen Wein und die Arbeit des Winzers. Und umweltgerecht ist dies wohl auch kaum. Das ist für mich wichtiger als Purismus. Korken mögen für gewisse Weine die bessere Lösung sein. Ansonsten sind sie ein alter Zopf. Führt endlich Schraub- und Glasverschlüsse ein.

  4. Wer auf einen guten Korken achtet, dem wird wohl auch nicht sein Wein „verkorkt“ werden.
    Aber ich greife meinen Vorschreiber auf und sage, Glasverschluss dürfte gerade für höherwertige Weine eine 100%ige Alternative sein. Hab diese schon getestet und war mehr als nur zufrieden.

  5. Ich schätze bei einer guten Flasche Rotwein das Ritual des Korkenziehens und daran schnuppern!:-) Was mir bei einem Alltagswein eigentlich egal ist.

    Was ich in der Fragestellung vermisse:
    Wie sieht es mit den immer mehr verbreiteten Kunstkorken aus? Aus was für Material sind sie und wie bewähren sie sich?

  6. Von mir aus dürfen alle Weine, auch die hochwertigen, mit Drehverschluss daherkommen: jede Flasche Wein mit Korkgeruch ist eine zuviel, schade um die Arbeit in Rebberg und Keller.

    Ich empfinde das „Plopp“ zwar auch als Musik, aber da ich sowieso alle Weine, auch die Weissen, eine halbe bis mehrere Stunden vor dem Genuss öffne (sie können ja auch andere Fehler, oxidative Noten etc., aufweisen), mache ich kein Brimborium darum, am allerwenigsten vor Gästen.

  7. Ich würde immer einen Korkverschluss einem Schraubverschluss vorziehen. Es kommt bei mir sehr selten vor, dass ich einen korkigen Wein habe, was nicht an seltenem Weinkonsum liegt. Sicherlich ist es auch ein Vorurteil, aber ich würde niemals eine hochwertige Flasche Wein mit einem Drehverschluss kaufen.

    Anders wäre es mit einem Glasverschluss. Ich hatte in der Vergangenheit häufig Weisweine mit einem Glasverschluss und fand es u.a. vorteilhaft beim Wiederveschließen einer angebrochenen Flasche. Aber vielliecht ist das vielen Weintrinkern nicht ökologisch genug:

  8. Wein ohne Kork? Kann ich mir nicht vorstellen. Egal ob Weiss oder Rot. Sie müssen sich viel Mühe bei der Werbung geben, um mich für einen Wein mit Drehverschluss zu überzeugen. Es geht nicht nur um Tradition: wenn ich Ihren Artikel gut verstanden habe, ist ein hoch qualitativer Kork der beste Verschluss für den Wein. Also, bitte weiter so!

  9. Für mich kommt nur Wein mit Echt-Kork-Verschluss in Frage. Kunststoffkorken, Drehverschlüsse u.ä. haben bei mir weder beim Tafel- noch beim Kochwein (zum Kochen verwende ich ebenfalls nur hochwertige Tafelweine, die dann auch serviert werden) eine Chance. Bei Delinat-Weinen hatte ich noch nie Weine mit Korkgeschmack.

  10. Liebe Leute, bei jung zu trinkenden Weißweinen ist ein Kork wirklich unnötig, um nicht zu sagen deplaziert. Glasverschluß, oder gerne aus Kostengründen auch ein Schraubverschluß.
    Ich hatte leider schon vielfach das ungute Gefühl, der Wein hat durch den Korken gelitten. Das mag viele Leute nicht stören, aber ließe sich bestimmt auch objektiv quantifizieren.
    Und dann müßte doch jeder sagen, bei z.B. 5-10% Ausfällen ziehe ich den zeitgemäßen Verschluß mit 0% Enttäuschung vor.

  11. Für mich gehört ein Korken zur Weinflasche. Er ist ein Kulturgut und hat eine lange Tradition. Mein Auge drinkt mit, ein Schraubverschluss sieht schon billig aus. Außeerdem macht es Spaß die Flasche zu entkorken. Dafür sammle ich auch verschiedene Korkenzieher, dass macht auch Spaß. Wenn ich Geld sparen möchte, kann ich auch was anderes drinken, angefangen beim Wasser. Auswärts trinke ich z.B. lieber Bier, da weis ich was ich bekomme und zu Hause den Wein, der dann auch qualitativ besser ist als den, den ich wohl im Lokal bestellen würde (Preisaufschlag 200%). Aber zurück zum Korken. Wein ist eh schon nicht billig, da möcht ich schon einen schönen Korken haben. Oft gibt es auch irgendwelche Kork… beim Fleisch würde man Formfleisch sagen, der ist schon nicht so schön und ich frage mich, wie das mit den Klebstoffen sprich Schadstoffen im Wein aussieht. Also, zusammenfassend, ich mag am liebsten einen echten Korken, möglichst wenig verarbeitet, wie bei den anderen Lebensmitteln auch.

  12. Wir lieben Korken, ich kann damit noch umgehen, aber meine fast 80zig jährige Mutter bevorzugt Schraubverschlüsse, da sie die Korken kaum noch alleine aufbekommt und immer bin ich nicht da zum entkorken… also beides, Korken und Schraubverschluß

  13. Vor kurzer Zeit habe ich einen Riesling mit Glaskorken probiert. Ich halte das für eine gute Alternative. Der Korken sollte für den „Außergewöhnlichen“ bleiben, der Schraubverschluss wird sich für den durchschnittlichen Wein durchsetzen.

  14. Wahrscheinlich ist auf der praktischen Ebene der Unterschied nicht so gravierend; Kork – und Schraubverschluss haben beide ihre Vor – und Nachteile. Aber man zaudert, den Schraubverschluss zu beklatschen weil, rein vom Anfassen und Sehen her, aus WIRTSCHAFTLICHEN Gründen wieder etwas „Natürliches“ (Rinde der Korkeiche)vor etwas „Fabriziertem“ (Kapsel oder Glaszapfen) Platz ,machen müsste.Dieser Trend, der sich überall in den letzten 100 Jahren laufend verstärkt hat, geht einem mit der Zeit „auf den Wecker“. Der Slogan „man muss mit der Zeit gehen“ beantwortet immer weniger die Fragen, die diese Entwicklung – die ja in Richtung der Zerstörung alles Natürlichen geht – aufwirft.Trotzdem: Prost !

  15. Rein emotional gehört für mich zum guten Wein ein Korken; inzwischen verbinde ich auch Delinat fest mit „Korken“. Ein anderer Verschluss (Metall, Kunststoff) wäre Anlass, andere Weine zu kaufen bzw. sogar die eine oder andere Flache weniger zu genießen.

  16. Eine dritte Alternative für Weinflaschen neben Kork und Schraubverschluss, die sich in letzter Zeit immer mehr verbreitet, sind Glasverschlüsse. Ich persönlich finde sie sehr ästhetisch. Die Verschlüsse sind absolut dicht, die Flasche lässt sich leicht wieder verschließen und sieht auf dem Tisch ausgesprochen elegant aus. Im Einkauf scheinen sie nicht allzu teuer zu sein, denn man findet sie auch bei ausgesprochen günstigen Weinen.

  17. Ja natürlich, immer das ‚alte Lied‘. Ich hatte auch schon diverse Male einen schönen Wein mit Kork-Geschmack (sprich ‚Zapfen‘) geöffnet, was immer schade ist. Aber das nehme ich in Kauf und möchte weiterhin die Weine mit Korkverschluss geniessen – ist einfach besser, vor allem die Roten. Bei den Weissweinen hat es sich doch schon eher eingebürgert, dass sie mit Schraubverschluss geliefert werden, kann mich damit auch abfinden. Aber wie erwähnt, zu einem schönen Roten gehört ein ebensolch schöner ‚Zapfen‘.

  18. Für sehr edle Weine bevorzuge ich den Naturkorken.
    Für alle anderen Weine ist der Drehferschluss gut genug.
    Naturkorken ist Mangelware und soll geplant genutzt werden.
    Lieber einen guten Wein mit Drehverschluss als ein Wein mit
    Zapfengeschmak. Man geniesst ja den Wein und nicht den Verschluss.

  19. Aus welchem Material ist eigentlich der neumodische Drehverschluss?
    Wenn es etwa Aluminium ist, dann ist dieses Material als schwer Umwelt
    belastend abzulehnen (Die sog. Ökobilanz ist verheerend inakzeptabel.
    Das Material Kork wird aber leider auch nicht insgesamt recycelt, obwohl es hoch wertvoll ist – weil die meisten Verbraucher uninformiert, aber auch desinteressiert sind.Über den Einsatz von Naturkork sollte darum gezielt aufgeklärt werden – er sollte zumindest im Biomüll und nicht im Restmüll landen.Aufgeklärte Verbraucher selektieren ihre alten Weinkorken im Wertstoffhof.Kann man nicht auch neue Korken aus geschrotetem Altkork
    herstellen?

  20. Wenn man künstliche, eventuell umweltbelastende Verschlüsse verwendet,wird die Gute Idee und Arbeit der Biokultur geschmälert.Das Naturprodukt Kork muss dringend gefördert werden. Vielleicht kann Delinat hier sogar einen wichtigen Akzent setzen.Ich denke auch diese Plantagen können biologisch bewirtschaftet qwerden.Abgesehen, ich kann mir Qualitätswein mit Drehverschluss oder „Gummizapfen“ schlecht vorstellen.
    Das Recyceling kann ich mir auch im Biomüll vorstellen.

  21. Ja, ich bekenne mich zumindest beim Wein zum Traditionalismus: Das Entkorken einer Flasche edlen Weins ist ein Mysterium, das ich nicht missen möchte.
    Es ist nur wichtig, daß gute, von Pilzinfektionen freie Korkware verwendet wird.
    Drehverschlüsse aus Aluminium halte ich für weniger umweltfreundlich aus folgendem Grund:
    Wenn das Aluminium nicht recycelt wird, gehen Unmengen an elektrischer Energie verloren: Für jedes Kilogramm Aluminium sind immer noch ca. 24 bis 27 kWh an elektrischer Energie notwendig für die Schmelz-Elektrolyse. Und in den meisten Ländern der Welt bedeutet das: Atomstrom! Auch in Deutschland noch, denn die von der Merkel-Regierung eingeläutete Energiewende ist Augenwischerei. Bis über 2030 hinaus werden deutsche Atommeiler noch am Netz bleiben.
    In Deutschland wird Aluminium immer noch viel zu wenig recycelt. Die Alu-Verpackungsabfälle, die in die gelbe Tonne wandern, werden der Müllverbrennungsanlage überantwortet.
    Wenn Aluminium gezielt gesammelt und wieder eingeschmolzen würde, wären nur 10 Prozent der Energie notwendig, aber das ist in Deutschland immer noch Utopie.
    Diese Überlegungen bestärken mich in der Entscheidung: Pro Kork!

  22. Tration ist nichts weiter als eine alte Gewohnheit, wie z.B. rauchen, das ist auch eine „alte“ gewohnheit oder der nicht zu verzichtende Morgenkaffee, auf den man auch verzichten kann.
    was fällt Ihnen ein zum Thema „schlechte Gewohnheiten“?.
    Korken sind auch eine Gewohnheit, wenn auch nicht eine Schlechte!, doch eine Gewohnheit, die abrupt und ohne grosse Konzession aufgegeben werden kann. der Wein nimmt dabei weder Schaden, noch Zugewinn. Haltet also inne, im Reich der Gewohnheit und denkt auch mal an die Schäden, die durch die Korkherstellung an der Umswelt geschehen.

  23. Korken auf Weinflaschen ist eine Gewohnheit. Eine Gewohnheit , die u.U. die Umwelt zu Schaden bringt. Rauchen und Kaffee trinken , sind auch Gewohnheiten, die allerdings schädlicher sich darstellen, als Korken auf Weinflaschen. ich sage hiermit deutlich: der Verzicht auf Korken auf Weinflaschen ist für alle ein Gewinn, man muss halt den Mut opfern, eine „alte“ Gewohnheit aufgeben in der lage zu sein !!!
    also opfert eine Gewohnheit und die damit verbundenen nutzlosen eitelkeiten………..

  24. Da war doch mal ein Artikel, dass in den Korkeichenwäldern Portugals viele endemische Vogelarten leben. Wenn die Korkeichen für die Bauern keine Erträge mehr bringen, werden die Haine möglicherweise gefällt und was anderes angebaut. Ich bekenne mich zur Tradition, das sichert althergebrachte Einnahmequellen und für mich bleibt das lieb gewonnene Öffnen und Schnuppern am Korken. Kaufargumente bei Delinat sind für mich, ökologischer Anbau, verlässliche Qualität und nicht zuletzt der Naturkorken!

  25. Der Korken bedeutet für mich ein wichtiger Bestandteil der Kultur des Weintrinkens. Auch wenn wir versuchen den Wein in hochwertige Tropfen und Alltagsweine zu klassifizieren: Es geht für mich nicht auf. Als Liebhaber vor allem spanischer Weine schätze ich die sogenannten Alltagsweine (zum Beispiel aus La mancha) genauso wie beispielsweise ein Spitzengewächs aus dem Priorat.
    Erstere bezaubern mich noch mehr: Denn es ist ein Wunder und ein Geschenk, so etwas Köstliches zu diesem Preis auf dem täglichen Tisch zu haben. Und so würde ich doch dafür plädieren dass ALLE Delinat-Weine Kork-Verschlüsse unbedingt verdienen.

  26. Ich bevorzuge aus praktischen Grümden den Schraubverschluß beim Tafelwein, auch aus ökologischen Gründen (Kork ist eine begrenzte Resource, und Kunststoffkorken sind ein schlechter Witz). Es gibt allerdings eine Ausnahme, nämlich bei Traditionsweinen, wo Flaschenform oder Etikett älter als 80 Jahre sind, oder bei Weinen, die für eine längere Lagerung (25 Jahre) geeignet sind.

  27. Was mir in der Diskussion noch fehlt, ist die ganzheitliche Betrachtung der Herstellung der Verschlussarten.
    Beim Schraubverschluss geht es ja nicht nur um das Metall außenrum, sondern es ist auch eine Dichtung enthalten. Bei anderen Schraubverschlüssen besteht diese aus PVC (es scheint wohl keinen technischen Ersatz dafür zu geben), und dieses PVC gibt gesundheitlich bedenkliche Weichmacher an den Gefäßinhalt ab (siehe diverse Ökotest-Tests, z. B. zu Babygläschen). Wie sieht es da bei Schraubverschlüssen aus?

    Auf der anderen Seite stehen die Korkeichen. Wie ökologisch werden die Eichenplantagen betrieben? Ist die Eichen-Monokultur ein Problem? Wikipedia schreibt, dass viele der Haine extensiv betrieben werden und einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt liefern. Und wenn man die Qualität der Korken noch durch Waschen steigern kann, ist das ein Plus.

    All dies sollte meiner Meinung nach gegeneinander abgewägt werden.

    PVC-Schraubverschlüsse sind für mich definitiv tabu! Wenn Korken nachhaltig produziert werden und vielleicht sogar umweltfördernd sind, finde ich das sehr sympathisch.

  28. Für hochwertige Rot- und Weißweine erwarte ich weiterhin einen Korkverschluss. Ansonsten wäre, wie bereits weiter oben vorgeschlagen, der Glasverschluss eine ernst zunehmende Alternative. Dieser wird im Rheingau gerne für hochwertige Rieslingweine verwendet.
    Ein Schraubverschluss ist nur bei billigen Weinen eine Alternative.

  29. Das was für die Umwelt am besten ist! Ich mag den Korken, er gehört einfach dazu, der emotionale Aspekt ist zwar wichtig, schlussendlich sollten wir aber über den eigenen Schatten springen und uns der Umwelt zuliebe für die ökologischste Variante entscheiden. Ihr Kommentar zeigt aber, dass dies je nach Korkqualität schwierig zu definieren ist. Falls der Kork mithalten kann bezüglich Ökobilanz (inklusive Korkwälder etc.), würde ich bei Kork bleiben. Es wäre zudem heikel, wenn Bio-Weine die Ersten wären, die konsequent auf Drehverschluss setzen. Es ist schon schwierig genug weniger Bio-affine Menschen von der Qualität von Bio-Weinen zu überzeugen, da es oft viele Vorurteile gibt. Wenn nun noch die Wahrnehmung dazu kommt, dass die Bio-Weine generell mit Drehverschluss daher kommen – was bei vielen nun mal oft noch mit minderer Qualität assoziiert wird -, dann könnte dies den Vormarsch von Bio-Weinen unnötig erschweren.

  30. Nach einem Besuch in der Wachau wo ein Großteil der Qualitätsweine mit Drehverschluss ausgeliefert werden, habe ich mit dieser Verschlussart anfreunden können. Bei den Württemberger Weinen ist es seit Jahrzehnten kein Thema mehr. Da ist der Drehverschluss Standard. Auch Glasverschlüsse habe ich schätzen gelernt. Ich würde es begrüssen, wenn Delinat vermehrt vom Kork, der leider immer wieder zu Problemen führt wegkommen würde. Insbesondere für Weiß- und Roséweine, die meist jung getrunken werden, hielte ich es für die bessere Verschlussart.

  31. Mein Herz sagt Kork,es ist einfach schön eine Weinflasche zu entkorken, am Korken zu riechen,es gehört für mich zum Wein genießen dazu.
    Der Verstand meldet sich da aber auch immer mal wieder, besonders wenn ein schöner Wein „Kork“ hat. Dann wäre es natürlich besser einen Drehverschluß gehabt zu haben…..
    Zur Zeit hat das Herz aber noch deutlich mehr Anteile!

  32. Weißwein darf gerne einen Schraubverschluss (oder auch Glasverschluss) haben, beim jung zu trinkenden roten lasse ich es mir auch noch gefallen, aber beim höherwertigen Rotwein habe ich doch gerne einen Korken. In dem Segment habe ich allerdings keine Erfahrung mit Schraubverschluss – gibt es den überhaupt in der gehobenen Rotweinklasse? Wir hatten in den fast 20 Jahren Delinat-Erfahrung vielleicht zwei mal Korkengeschmack, das ist sehr wenig.

  33. Ich habe keinerlei Probleme mit Schraubverschlüssen und halte sie für die Masse der Weine, die Delinat im Angebot hat, für die bessere Alternative. Ich habe noch nie Probleme mit Schraubverschlüssen gehabt und schätze es einen unverfälschten Wein in der Flasche vorzufinden. Probleme mit der Dichtheit eines Schraubverschlusses hatte ich bisher nicht – bis auf eine Flasche, die mir herunterfiel auf den Schraubverschluss, der dadurch undicht wurde.
    Flaschen mit Korkgeschmack kommen leider immer wieder und m.E. auch zu häufig vor. Dabei finde ich die eindeutigen Kork- schmecker noch weniger ärgerlich als Weineflaschen mit einer „schleichenden“ Veränderung, die nicht auf Anhieb zu erkennen ist, den Genuss des Weines aber beeinträchtigt. Diese Veränderungen können auch nicht zum Vorteil des Produzenten sein, denn sie verfälschen die tatsächliche, bei einwandfreiem Verschluss vohandene Qualität des Weines.
    Wichtig ist für mich, was ins Glas kommt, und da scheint mir der Schraubverschluss die bessere Altenative.
    Liest man dann noch in der Weinpresse, dass bei Blindproben älterer Bordeaux-Jahrgänge eine signifikante Anzahl von Korkfehlern vorkommt, muss man sich auch fragen, ob der Korken gerade für Lagerweine das Richtige ist.
    Fast Nichts ist ärgerlicher, als den Inhalt einer Flasche Wein, auf den man sich gefreut hat, in den Ausguss zu gießen. Nebenbei hat auch die Reklamation beim Produzenten/Lieferanten eine ökologische und kostenmäßige Komponente, gerade wenn der Wein ersetzt wird und sie kostet Zeit.

  34. Ich hatte leider bereits mehrere Weinflaschen aus dem Delinatsortiment, die teilweise sehr stark korkten. Das ist jedes mal eine sehr grosse Entaeuschung – vor allem wenn es die letzte Flasche eines bestimmten Weines ist. Ich warte daher bei Delinat dringend auf die Alternativen. Bis dahin beziehe ich meine Weine von anderen Lieferanten, die die Alternativen anbieten. Eigentlich sehr schade.

  35. Ich hatte in den vielen Jahren, da ich Delikat-Weine beziehe, noch nie einen Korkschmecker. Klar liebe auch ich das Ritual des Entkorkens, aber das Trinken ist mir dann doch noch wichtiger. Und genauso wichtig ist mir die ökologische Frage – deshalb will ich ja nur Bio-Weine konsumieren!: Wie sieht die Oeko- und Energiebilanz im Vergleich der Verschlussarten aus? Diese Frage muss die Firma Delikat klären und uns Kunden die Antwort vermitteln. Diese Kriterien sollten entscheidend sein. Traditionen dürfen sich auch verändern…

  36. Ich liebe es eine gute Flasche Wein zu entkorken, es ist ein sehr schönes Ritual und gehört für mich zu einem guten Wein einfach dazu. Bei Alltagsweinen hingegen würde mich der Schraubverschluß nicht stören.

  37. Wozu Korken? Die Flaschen sind unisono aus Glas – nicht aus gebranntem Ton. Warum nicht auch die letzte Pforte für schädliche Einflüsse sicher verschließen? Eine geschmacksneutrale Verschraubung aus PU (wie bei vielen Mineralwasserflaschen) wäre der sicherste Verschluß für einen wertvollen Wein.
    Der Werkstoff Kork wird deswegen nicht aussterben. Schließlich hat er hervorragende Wärme-Isoliereigenschaften.
    Mit entsprecheder Versiegelung gegen unbemerktes Öffnen könnte man einen Ersatzritus für die Entkorkungszeremonie schaffen.

  38. Während einer Fahrt von der Algarve nach Lissabon durch die herrlichen und artenreichen Korkeichenwälder wurde uns erklärt, daß diese wirtschaftlich durch den zunehmenden Einsatz alternativer Verschlüsse bei der Weinabfüllung in Gefahr sind.
    Delinat sollte solche Zusammenhänge durchaus den Kunden aufzeigen, da es bei vielen dazu offensichtlich kaum Hintergrundwissen gibt.
    Ich hoffe nur, in ein paar Jahren stattdessen keine monotonen Eukalyptuswüsten mit entsprechenden Auswirkungen auf Wasserhaushalt und Umwelt anzutreffen. Deshalb bin ich u. a. für gute Naturkorken.

  39. Aus den vielen Kommentaren erkennt man (wie zu erwarten), dass es wohl nicht gelingen wird, die verschiedenen Lager zusammenzuführen, oder einen Kompromiss für eine einheitliche Lösung anzubieten. Dafür ist das Thema auch viel zu vielschichtig.
    Bei Betrachtung des Delinat-Angebotes in Katalog und Web-shop sieht man jedoch auch sehr schnell, dass die Information zum Verschluss direkt beim Produkt fehlt. Weder in der Kurzbeschreibung, noch in der Degustation, noch in der Analyse, bei den Schnecken, noch nicht einmal im Datenblatt habe ich etwas über den Verschluss gefunden. Andere Weinversender machen das z.T. Und „Stopfen“-(Zapfen)-Verschluss könnte ja grundsätzlich auch sein: Kunststoff, Presskork, Presskork mit Naturkok-Auflage, gewachsener Naturkork, etc. (Oder haben alle! von Delinat vertriebenen Weine den von Ihnen oben erwähnten „neuartigen, gewaschenen Naturkorken?)
    Ich schlage vor, Sie nehmen die detaillierte Information zum Verschluss in Ihre Produktbeschreibung auf und lassen die Kunden entscheiden, was sie sich zumuten wollen.

  40. Ja, das ist so eine Sache:
    früher hatten nur die Flaschen bei billigen Weine einen Schraubverschluss – und man war einfach Korken gewöhnt.
    Ausserdem ist z.B. im Lokal des Öffnen einer Flasche durch den Ober nachgerade zelebriert worden ! Dann hat man den Korken bekommen – um daran zu riechen ( und in seltenen Fällen war tatsächlich durch den Korkverschluss der Wein ungeniessbar geworden). Und jetzt habe ich immer mal Flaschen im Weinkeller mit Schraubverschluss – also ich bin hin und hergerissen !!!!

  41. Wer schon des öfteren Korkschmecker beim Wein erlebt hat, wird vielleicht gegenüber alternativen Verschlüssen aufgeschlossener.
    Natürlich sollten sich gerade Biowinzer und Abfüller über Schadstoffe in den Schraubverschlüssen machen, sonst hilfts auch nicht, wenn man Biowein trinkt. Das Schadstoffproblem bei Verschlüssen trifft aber auch auf unzählige andere Bioprodukte zu.
    [Link wegen Verstoss gegen die Kommentarrichtlinien gelöscht]

  42. Ich habe schon Rotwein aus Österreich mit Glasstopfen gekauft und finde diese Verschlüsse sehr ansprechend.Weine mit Korkgeschmack sind immer ein Ärgernis. Auch wenn diese ersetzt werden, ist ein „Umtausch“ immer mit mehr oder weniger Aufwand verbunden.
    Meine Meinung: Korken nur wenn absolut hochwertig, sonst lieber Glas- oder eben Drehverschluss.

  43. Eine gute Flasche Wein ist mit einem Korken verschlossen. Doch ich sehe auch das Problem der Korkbeschaffung.
    In letzter Zeit habe ich auch dieverse Weine mit einem Glas-„Korken“ gekauft. Äußerlich war dies nicht zu erkennen. Deshalb war die Überraschung groß. Es hat sich jedoch als problemlos herausgestellt. Mehr noch: Eine nicht geleerte Flasche kann mit dem passenden Korken „übernachten“.
    Meine Verschlußfavoriten sind deshalb: 1. Kork, 2. Glas.
    Der Drehverschluß fällt bei mir unter: „…wenn es denn sein muß…“

  44. Ein naturreiner Rotwein ist mit einem Korken verschlossen. Für mich gehört die Zeremonie beim öffnen einer guten Flasche Rotweins mit einem Korkenzieher dazu. Ich möchte auch die Natur-Korkenwälder in Spanien und Portugal unterstützen. In diesen Wälder herrscht eine hohe große Biovielfall.
    Bei Weißweinen gibt es bereits ansprechende Glaskorken. Aber ein Schraubverschluss ist für mich ein Zeichen für eine Massenware die Industriell hergestellt ist.

    Gruß D. B.

  45. Ob Drehverschluß, Kork oder Glas, auf den Wein kommt es an. M.E. viel problematischer die dicken Aluverschlüsse über dem Genannten..Trinke gerne Schraubverachluß, wenn der Wein gut ist. Wenn das die Umwelt schont, soll mir das recht sein Grüße aus Main City U.

  46. Ich schätze das Ritual des Entkorkens, finde aber gleichzeitig dass die optimalste Lösung gesucht werden sollte bezüglich Qualitätserhaltung des Weins und im Bezug auf die Ökologie. Selber erinnere ich mich noch an keinen Wein von Delinat mit“Korken“, oder habe ich das nicht gemerkt? Die beste Lösung ist meines Erachtens eine difrenzierte; Weissweine ev. mit Drehverschluss, wertvolle Rotweine mit qualitativ guten Korken.

  47. Guten Tag,

    ich unterstütze diese Lösung: Die meisten Weißweine mit Drehverschluss, hochwertige Rotweine weiterhin mit gutem Kork.

    Ich finde Weißweine mit Drehverschluss praktisch und brauche hier auch kein „Ritual“.

    Warum lassen Sie nicht darüber abstimmen?

  48. Diese Diskussion ist mir zu einfach gestrickt, als ob es nur um gut oder böse ginge. Ich habe schon sowohl gute als auch schlechte Korken erlebt und auch gute als auch schlechte Schraubverschlüsse. Auf die Qualität des Verschlusses kommt es an! Nur wenn die Qualität des Verschlusses dem Qualität des Inhalts gerecht wird, sollten wir zufrieden sein. Und sollte das ein Kronkorken am besten können, dann eben ein Kronkorken, so what? Alles andere sind doch nur alte Gewohnheiten, die wir vielleicht liebgewonnen haben, aber abschütteln sollten, wenn sie keinen Sinn machen. Sinn macht nur ein guter Wein und das Rundherum hat nur diesem zu dienen und mehr nicht. In diesem Sinne: lieber ein guter Schraubverschluss als ein schlechter Korken und umgekehrt.

    P.S. Glasverschlüsse sind mir bislang nur gute untergekommen… allerdings waren das auch immer teure Weine und habe ich generell nur wenige Glasverschlüsse in meinem Leben geöffnet.

  49. Leider habe ich in letzter zeit häufiger Weine von Delinat mit schlechtem Korken gehabt. Das ist immer ein Jammer: meist sind es hochwertige Weine, die dann im Abfluss landen. Dieses nicht gerade sehr seltene Erlebnis steht dem schönen alten Ritual des Entkorkens gegenüber. Viele junge und moderne Winzer setzten auf Drehverschluß. Ich fahre regelmäßig zum Weinkauf nach Österreich wo geschätzt die Hälfte der Biowinzer schon auf Drehverschluß umgestellt hat. Dabei fällt auf, daß selbst die hochwertigsten Weine so abgefüllt werden. Es ist also ein Vorurteil, den Drehverschluß mit Billigware gleichzusetzen.

    wer hier schreibt, ich brauche den Plopp beim Entkorken, ist ein Nostalgiker, der eben die deutlich höhere Zahl an „ungenießbaren“ Flaschen erdulden muß.

    Wer aber schreibt, Drehverschluß sei Ausdruck von Billigwein oder Minderwertigkeit, der sagt nur: ich halte ein altes Vorurteil hoch und bin nicht bereit die Realität zu sehen und will auch nicht mit der Zeit gehen.

  50. Dem Kommentar von Herrn Werner stimme ich voll und ganz zu. Anmerken möchte ich noch, dass ich auch die häufig zu lesende Meinung „Drehverschluss bei Weißwein, Korken bei Rotwein“ nicht nachvollziehen kann. Ein guter Riesling übertrifft in seiner Lagerfähigkeit sehr viele Rotweine bei Weitem. Trotzdem gibt es viele Spitzenwinzer in Deutschland und – wie von Herrn Werner erwähnt – in Österreich, die Ihre gesamte Kollektion mit Drehverschluss anbieten. Differenzieren sollte man auch beim Drehverschluss, da zwischen der Qualität eines Apfelsaft-flaschenverschlusses und dem bei guten Weinen Welten liegen. Auch das verwendete Dichtmaterial Polyethylen halte ich auch für Ökofreaks unbedenklich. Was als Gleitfläche für ein künstliches Kniegelenk taugt, wird auch den Anforderungen einer Verschlussdichtung gerecht.

  51. Leider hatte ich auch schon Korkschmecker, besonders ärgerlich bei jahrelang im Keller gehüteten Preziosen. Die Korken-Plop-Nostalgie kann ich nicht nachvollziehen, sind wir denn so wenig lernfähig oder nicht in der Lage, andere Rituale zu entwickeln? Die meisten Weine öffne ich sowieso ganz prosaisch in der Küche, um sie zu probieren und ggbf. zu dekantieren.
    Von Kunststoffkorken halte ich gar nichts, mein Eindruck ist, dass sie häufig nicht richtig abschließen oder dem Wein Fehlgeschmacksnoten verleihen. Eine interessante Alternative lernte ich bei einem Saar-Biowinzer kennen: er füllt auch seine lange lagerbaren edelsüssen Rieslinge in Flaschen mit Kronkorken ab. Darüber ist dann eine Plastikhülle (aber auch nur wegen der Optik). Er hat mit dem Kronkorken nur gute Erfahrungen gemacht. Vermutlich verlängert sich dabei zusätzlich die Lagerfähigkeit eines Weines.

  52. Kork-Plop-Nostalgie wo gibt es so etwas. Wer darauf bei einem Wein achtet der hat nichts begriffen von diesem traumhaften Naturprodukt. Wer seine Weine mit einem Plastikverschluss versieht dem bedeutet das Naturprodukt überhaupt nichts. Ganz einmal abgesehen das man dieses Zeug inzwischen aus Argentinien usw. in der Auswahl schon für billiges Geld bekommt. Wie das geht kann ich mir vorstellen. 1 Euro 99 Cent für einen Ökowein. Wenn der Saar-Bio-Winzer seine langen lagerfähigen Süßweine mit Kronkorken versieht dann soll er das denn dem geht auch nur um das Geschäft denn das ist ein Unding und ein Frevel an dem Produkt. Mal was davon gehört das die Lagerfähigkeit nicht gegeben ist? Warum ? Kronkorken –rosten–wie Sie sicherlich schon gesehen haben und dann ? Es ist nicht zu glauben was dort schon alles passiert, Winzer die ihren Wein mit Kronkorken versehen gibt es schon. Die sollen die Pampe in Tetra-Pak abfüllen denn dann passt es genau. Das Dekantieren in einem Hotel und auch zu Hause ist Stil und Lebenskultur. Ich trinke keinen Wein im Hotel für 60 Euro wo mir die Bedienung einen Schrauber aufmacht. Viele dieser Personen haben Dekantieren gelernt und vermissen das jetzt nachhaltig. Aber das Geschäft muss ja laufen und das mit Schnelligkeit und darum geht es. Es geht nicht mehr um Niveau, Kultur und Freude am Wein. Ich bin deswegen zu Delinat gekommen weil man dort noch außerordentlich sauber und korrekt arbeitet und ich mit meinem Bonus Unterstützung gebe für weitere Forschungen. Ich Dekantiere mit Freunden am Tisch in dem Zimmer wo ich den Wein genieße und mein Abo exklusiver Rotweinpakete sind ein Highlight. Schrauber etc. kommen bei mir nichts ins Haus und sei Dank es gibt noch viele Winzer, meist aus dem Ausland die ihr Produkt noch mit Gewissen anbieten. Ach richtig dann noch die Korkschmecker die ja so viel Schaden anrichten. Im Kloster Eberbach wo ich immer bin und ua. in Schloss Johannisberg werden regelmäßig Verkostungen vorgenommen ua. von renomierten Winzern z.B. aus Spanien. Keiner dieser Weine die bis 80 Euro und mehr hochgehen wird mit Schrauber oder Plastik verschlossen. Warum ? Weil da der Schaden zu niedrig ist wenn man nur 2000 Flaschen abfüllt? Übrigens gibt es genug Naturkork und wenn gewisse Winzer jetzt zu anderen Verschlüssen kommen dann hätten diese sich mehr für die Nachhaltigkeit dieses Stück reiner Natur einsetzen können und müssen. In der Gastronomie wundert mich vielfach nichts mehr wenn man sieht was dort für eine Pampe ausgeschenkt wird das Viertel für 4,90 Euro aus der 2 Literflasche eingekauft für 2 Euro. Ich wohne 10 km entfernt im Rheingau schon seit 40 Jahren und habe viel erlebt in dieser Richtung was Seriösität im Weinbau bedeutet.

  53. Jeder Korken ist aus hygienischen Gesichtspunkten abzulehnen.

    Beim letzten Öffnen eines DELINAT-Rotweines vor 40 Minuten, dieser von mir nicht geliebten Zeremonie, habe ich auch auf das „Plop“ geachtet, keinerlei positiven Gefühle habe ich dabei beobachtet.

    Meine Frau und ich trinken gelegentlich auch teuren fränkischen Weißwein, diese Weine, jenseits der Preisgrenze von 20 EURO,sind meiner Freude mit einem Drehverschluss
    ausgestattet.

    Nachteile von Drehverschlüssen durch Stösse beim Transport sind bei fränkischen Winzern unbekannt.

    Seit Jahren nehme ich gerne am Degutierservice Rotwein teil.
    Die Rotweine geniessen wir sehr, DELINAT würde es zur Ehre gereichen, wenn wenigstens ein Anfang mit Drehverschlüssen gemacht werden würde.

  54. Lästiger Korkgeschmack, von Herrn Geert Böcker, Schwerin,
    ich bin Weintrinker seit dem Jahre 1965 als in den Raum Wiesbaden ansässig geworden bin mit
    einem Katzensprung in den Rheingau. Alle Entwicklung bezogen auf den Wein habe ich in dieser Zeit
    beobachten können ua. auch mit negativen Vorkommnissen.
    Bei Delinat bestelle ich schon über einen langen Zeitraum und zwar alles, vom Paket Weißwein, Roseweine und seit einiger Zeit das Abo für die exclusiven Rotweine.
    Keiner dieser Weine hatte jemals einen Korkschmecker!!!

    Die Angaben des Herrn Böcker bezweifle ich deswegen.

    Die Argumentation Korkschmecker ist in einer Art und Weise eskaliert die nichts anders darstellt als noch mehr Masse anstatt Klasse auf den Markt zu werfen. Zudem ist noch die Umstellung auf Euro für die Winzer ein Glücksfall gewesen.
    Sei Dank nicht für alle denn es gibt noch einige Winzer die nicht DM-Euro umgerechnet haben.
    Wenn ein Winzer seine gesamt Produktion umgestellt auf Schraubverschluss dann akzeptiere ich das. Wenn dann aber die Weine, wo der Schaden bei einem angeblichen Korkschmecker richtig groß wie z.B. bei Spitzenlagen mit Kork verschlossen, ist die Argumentation Korkschmecker verlogen.
    Denn wenn dieser 2000 L mit diesem Wein abfüllt und hat dann das Problem ist der Schaden riesig denn es betrifft nicht nur eine Flasche.
    Meine Besuche im Schloss Johannisberg, Kloster Erbach usw. bei besonderen Anlässen z.B. des VDP ergaben ganz eindeutige Aussagen zum Schraubverschluss. Die Antwort war „kostet nix.
    Die Argumentationen gehen aber auch noch weiter, z.B. verlangt die Gastronomie schon lange keine 075l Weine sondern nur noch 1 L und dann mit Schraubverschluss Warum? Weil es nicht mehr auf die Qualität ankommt sondern auf Schnelligkeit.
    Die weitere Argumentation ist, alte Menschen können die Flaschen besser öffnen.
    Wegen mir kann Delinat auf Wunsch umstellen auf Schraubverschluss. Ab diesem Zeitpunkt kaufe ich dann nicht mehr. Auch gibt es noch andere Winzer die verantwortlich gegenüber der Natur handeln und ein Naturprodukt mit Naturkork verschließen.
    Plastikverschluss in einem ÖKO-Hotel einer Flasche Wein sagt alles aus.
    Das es auch schlechten Kork gibt ist auch logisch denn man hat von den Millionen Winzern nie für Nachhaltigkeit sorgen lassen was möglich ist denn inzwischen geht das und ging schon immer wenn man nur wollte.
    Was z.B. die ganze Argumentation betrifft dazu einen Link zum Weingut Dr. Benz bei dem ich auch Weine bestelle u.a.
    Um es noch einmal auf den Punkt zu bringen, wer den „PLOPP“ beim öffnen eines Weines für das Highlight hält dem bedeutet der Inhalt dieses wunderbaren mit viel Arbeit erzeugten Naturproduktes -N i c h t s- . .
    http://www.weingut-dr-benz.de/Aktuelles/akt_Korken2011.html

  55. Die Frage Schraubverschluss oder Korken scheidet sicher die Geister – der eine will nur den Wein vernünftig verschlossen haben, für den anderen ist das entkorken der Flasche ein fester Bestandteil des Wein Rituals. Ich persönlich gehöre da eher zu der pragmatischen Fraktion – entkorke gerne mal einen guten Italiener oder Franzosen, habe aber auch keine Schmerzen damit, einen feinen Riesling einfach durch Drehen aus der Flasche zu befreien… 🙂

    [Link wegen Verstoss gegen die Kommentarrichtlinien entfernt]

  56. Ich freue mich sehr, dass Delinat auf Naturkorken setzt. Tradition bzw. ein stilvoller Verschluss und eine schöne Etikette gehören für mich auch zu einem guten Wein dazu. Alle Sinne geniessen mit!

  57. Es will mich nicht an der Frage ob Schraubverschlüsse die Qualität der Weine verändern beteiligen. Das Entkorken einer Weinfalsche gehört zum Weintrinken ebenso dazu wie die Qualität, der Geschmack und die Herkunft. Das ist auch eine Stilfrage. Wenn Delinat auf Schraubverschlüsse umsteigen sollte, kaufe ich woanders ein.

  58. Auch ich kann der Plopp-Nostalgie nicht sehr viel abgewinnen – im Gegenteil: es erinnert an das Gehabe der Grossväter, die durch lautes Korkenploppen ihrer Umgebung signalisieren mussten, dass sie Wein trinken und somit der ‚besonderen Klasse‘ angehören. Heute ist das Ploppen verpönt, ein Wein wird unhörbar entkorkt. Und wie ein Vorredner schon sagte: das Oeffnen der Flasche geschieht meist etliche Zeit vor dem Genuss in der Küche zwecks Ueberprüfung und/oder zum Sauerstofftanken.
    Noch etwas zum Glaspfropfen: wäre doch eigentlich die zeitgemässeste Art, eine Flasche zu verschliessen: Flasche und Pfropfen können im selben Glascontainer der Rezyklierung zugeführt werden!

  59. Ich habe mir alle Kommentare hier aufmerksam durchgelesen und komme zu dem Schluss, dass die Pro-Korken-Fraktion überwiegend emotional argumentiert und die Muss-nicht-Korken-sein-Fraktion überwiegend rational argumentiert. Interessant ist auch, dass es nicht wirklich eine Anti-Korken-Fraktion zu geben scheint (also keine blinde Wut gegen Korken), sondern eher eine abwägende und Nicht-um-jeden-Willen-einen-Korken-wollende-Fraktion als Gegenstück zur Pro-Korken-Fraktion, die kindisch genug ist, um mit Boykott, Liebesentzug und dergleichen Gefühlsduselei mehr zu drohen. Auch wenn Gefühl beim Genuss keine unwesentliche Rolle spielt, bin ich doch froh, dass die intersubjektive Ebene der Evaluierung von Genussmitteln eher der Vernunft folgt.

  60. Herr M. aus W, dazu mal ein paar Bemerkungen.
    Ich würde Ihnen einmal empfehlen gewisse Veranstaltungen zu besuchen bei denen Spitzenweine präsentiert werden. Dann können Sie sich einmal informieren wie es dort gehandhabt wird. Die Argumentation geht nämlich nicht um den immer wieder vorgeführten „Korkschmecker“ oder „Plopp“ sondern bewegt sich ausschließlich im geschäftlichen Bereich. Für die Konsumerware wird deswegen Schraubverschluss verwendet weil mit diesen Weinen G E L D gemacht wird. Wie die Qualität dann aussieht ist eine andere Sache. Spitzenlagen wie ERSTE GEWÄCHSE, Grand Cru u.a. werden als Vorzeigeoptionen und als Renommee des Winzers angesehen. In diesem Sinne bedeutet der Name eines solchen Winzers oder die Region wie z.B. Bordeaux für eine Vielzahl der Käufer einfach alles und das weltweit.
    “ bin ich doch froh, dass die intersubjektive Ebene der Evaluierung von Genussmitteln eher der Vernunft folgt“.
    Ob das in dieser Hinsicht der Fall ist bezweifele ich aufgrund meiner Erfahrungen. Massenproduktionen in allen Bereichen der Nahrung führen immer zu Auswüchsen wie ersichtlich ist an dem gerade aktualisierten Lebensmittelskandal und das ist erschreckend auch bezogen auf den Bereich ÖKO inzwischen. Wie Sie sicherlich feststellen werden bedeutet Nahrung nichts mehr, sie ist billig, alles reichlich vorhanden und wird auch so verwendet.
    Alternativverschlüsse zum Naturkork kosten nichts außer dem Glasverschluss und das ist Fakt. Fragen Sie einmal warum bei einem Ökowinzer Weine zum Essen gereicht werden die mit Schraubverschluss versehen sind während bei der Degustierung im Seminar dann nur Weine mit Naturkork angeboten werden. Das diese Art und Weise dann zu Unverständnis geführt hat muss man nicht betonen denn dann kam eine ganz andere Qualität auf dem Tisch.

  61. Sehr geehrter Herr Müller,
    es ist halt nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der Qualität, die aus der Flasche ins Glas kommt. Und die wird leider immer wieder durch Korkfehler negativ beeinflusst und zwar nicht nur bei Delinat, sondern gleichgültig woher man seinen Wein bezieht. Geld spielt auch bei der Auswahl der Korkqualität eine große Rolle und was diese anbelangt, gibt es auch bei Delinat noch Spielraum nach oben.
    Mir hilft es auch nicht weiter, wenn mit Prozentzahlen hantiert wird, wie hoch oder niedrig der Anteil von Korkfehlern tatsächlich ist. Habe ich mich auf den Inhalt der Flasche gefreut und rieche bereits am Korken, dass dieser ungenießbar ist, tut es mir weh, das Ganze in den Abfluss zu kippen – und zwar nicht erst bei einem Flaschenpreis von 80Euro.
    Bei Wein-Plus.eu kann man sich zum Thema ausgiebig die Vielfalt der Meinungen und Erfahrungen ansehen – und zwar nicht nur der Konsumenten sondern auch der Winzer. Und man findet zu jedem Argument auch den passenden Zeugen.
    Es gibt genügend Spitzenwinzer z.B. im VDP, die inzwischen teilweise oder sogar ganz auf den Stelvin-Schraubverschluss übergegangen sind. Es scheint eher ein Problem zu sein, die Kunden von den Verschlüssen zu überzeugen, weshalb mancher Produzent dafür zurückschreckt, den Verschluss zu wechseln.
    Nochmals: Mich interssiert wie der Inhalt schmeckt und nicht, ob es plop macht. Verzichten könnte ich allerdings auch auf Bröselkorken, deren Krümel man vor dem Genuss erst aus dem Glas fischen muss. Auch diesbezüglich ziehe ich den Schraubverschluss vor.

  62. Zum Thema soeben den Artikel „Plopp, Krrrrk oder Klick?“ von Helmut Knall (auf der Website von wine-times.com, Wein-Texte, Essays) entdeckt. Nicht mehr ganz neu aber nicht minder lesenswert.

  63. Sehr geehrter Herr Thomas Frank
    „Es gibt genügend Spitzenwinzer z.B. im VDP, die inzwischen teilweise oder sogar ganz auf den Stelvin-Schraubverschluss übergegangen sind.“
    Meinen Sie damit die Hessischen Staatsweingüter dann liegen Sie richtig. Die haben aus Kostengründen umgestellt und zwar total. Wie sie dann verfahren bei Spitzenlagen und ihrer Lagerung in der Schatzkammer da bleibt man eine Antwort schuldig.
    Übrigens, ich bin bei Verkostungen im Rheingau des VDP dabei und bestätige Ihnen das dort die Konsumerweine mit Schrauber verschlossen sind aber nicht die ua. ersten Gewächse. Wie schon einmal beschrieben mit den Konsumerweinen macht man Geld usw. usw. Bei der Verkostung letztes Jahr mit Spitzenwinzern aus Spanien war nicht ein EINZIGER ohne Naturkork das sagt auch alles aus. Mir ist das im Prinzip jetzt vollkommen egal, ich kaufe und trinke keine Weine mit Schraubverschluss und einen Riesling aus der Rheingauer Flöte schon überhaupt nicht. Warum nennt man eigentlich jetzt Lachs das Schwein der Meere? Da ist inzwischen der Wein angekommen ebenso der Spargel und und und. Masse statt Klasse, gut das es DELINAT und noch viele Winzer gibt die das nicht so sehen und verantwortlich gegenüber der Natur sind. Das exclusive
    Rotwein-Abo ist ein Highlight, wer diese Weine einmal verkostet hat bleibt für immer dabei. Nun, der Weg zum Wein in Verpackungen ähnlich Milchplastiktüten ist ja auch schon auf dem Weg, da warten wir einmal ab was uns noch alles vorgeführt wird und auf das Hurra der Konsumenten. Ich bedaure am 3. März 2013 nicht beim VDP im Kloster zu sein wo Weine vorgestellt werden aus der Gastregionen Friaul und Val d’Illasi weil ich 14 Tage nicht anwesend bin. Aber es wird noch viele Gelegenheit geben sich dort sehen zu lassen wo wunderbare Weine vorgestellt werden. Leider sind ÖKO-Betriebe noch in der Minderzahl.
    Die Diskussion ist für mich jetzt beendet.

  64. Sehr geehrter Herr Müller,

    Sie zeigen eindrucksvoll, wie emotional das Thema diskutiert wird. Schade, dass für Sie die Diskussion beendet ist, bevor Sie echte Argumente vorbringen.

    Als angehendeR WeinakademikerIn, die/der nicht selten Gelegenheit hat, erstklassige Weine ebenso wie solche mit Weinfehlern, schlecht gelagerte und sonstwie (ob nun im Fass oder erst in der (übrigens verkorkten) Flasche) kaputt gegangene Weine zu verkosten, muss ich Ihnen jetzt leider eine große Illusion rauben: in einer (europäischen) Flasche Wein kann nicht viel mehr als ca. 15 Euro Arbeit stecken, nehmen wir noch einmal aufwändigste Bio-Methoden und einen ordentlichen Zuschlag für den Zwischenhändler drauf, dann sind wir großzügig gerechnet bei rund 20 Euro (meiner Meinung nach ist auch das zu hoch angesetzt, aber der Trend auch der Preisbereich, in dessen Richtung wir uns bewegen). Alles darüber hinaus ist irgendeine Art von Exklusivität oder das Potenzial, von dem die/der WinzerIn glaubt, der Wein würde das eines Tages erfüllen können. Eine Flasche um 80 Euro schmeckt tatsächlich auch besser als eine um 20 Euro, jedoch nicht um ein Vierfaches besser (was hingegen die meisten 20 Euro-Weine im Vergleich zu 5-Euro-Weinen erfüllen können (wobei es auch hier immer wieder positive wie negative Überraschungen gibt)). Hier kommen wir in einen Bereich, der nur mehr Luxus ist und in dem, wie in allen Luxus-Bereichen, viel über das gute Gefühl vermarktet wird, über Exklusivität und Seltenheit. Aber nicht mehr unbedingt über das, was dieses Produkt noch um so viel unterscheidet von anderen, deutlich preiswerteren aber qualitativ sehr hochwertigen Produkten. Ich stimme Ihnen fast zu 100% zu, dass in diesen Luxus-Flaschen immer ein Korken sitzt. In vielen Luxus-Schlitten ist auch ab Werk im Kofferraum ein Golf-Set als Geschenk dabei, bessere Autos sind das dadurch nicht. Viel davon hat mehr mit der Erwartungshaltung der Kundschaft zu tun als mit der Qualität des Verschlusses (chemische Analysen – und objektiver geht es nicht – bestätigen das immer wieder) und Sie scheinen ebenfalls Teil genau dieser, auf Korken beharrender Kundschaft zu sein. Ich als WinzerIn würde es auch nicht wagen, den zahlungswilligsten Teil meiner Kundschaft zu vergraulen und gerne bei einer 80 Euro-Flasche ein, zwei Euro mehr für den Verschluss investieren und zu Kork greifen.

    Ich will auch eine zweite Illusion ansprechen, da Sie immer über Profitgier der vermeintlichen Abzock-Winzer (jene, die keinen Kork mehr verwenden) schreiben: wir leben in einer kapitalistischen Marktgesellschaft und jedeR WinzerIn – mag sie/er auch noch so leidenschaftlich sein – leitet ein profitorientiertes Unternehmen, das sich am Markt behaupten, durchsetzen und Gewinn abwerfen soll. Das gilt vom Tetrapak-Wein bis zur 80 Euro-Flasche und darüber hinaus. Und übrigens sind gerade im Luxus-Sektor die Gewinnspannen besonders interessant.

    In diesem Sinne hoffe ich, dass Sie vielleicht ein wenig ihre Haltung öffnen und etwas toleranter und kritischer auf das Thema blicken können. Ich und viele andere hier argumentieren nicht 100% gegen Kork, sondern nur gegen 100% Kork. Es ist auch schön, Flaschen zu entkorken, keine Frage! Aber die Realität da draußen ist einfach komplizierter als es diese Diskussion hier (oder viele andere an anderer Stelle) wiedergeben mag.

    Aber das Wichtigste bleibt: Genießen Sie Ihren Wein!

  65. Abgesehen von emotionalen und finanziellen Aspekten hat mich folgendes Argument überzeugt: viele Korkeichenwälder wären ohne Naturkorken in unseren Flaschen schon der Intensivlandwirtschaft gewichen. für mich ist Naturkorken eine Förderung der Biodiversität. In den Jahren als Delinat-Kunde hatte ich ein einziges Mal einen Korkwein und den bekam ich anstandslos ersetzt.
    also „plop“ und zum wohl

  66. Hallo Herr Müller,
    Bitte lassen sie es beim Korkverschluss. Bitte keinen Drehverschluss! Seit ca. 15 Jahren habe ich den Degustirrservice bei delinat und auch viele Flaschen Wein gekauft und noch NIE einen Korkgeschmack gehabt. Zusätzlich zu allen Gründen die für den Korken sprechen ist es beim Drehverschluss sehr schnell möglich dass dieser durch Anstöße verletzt wird und dann undicht ist. Das spricht eindeutig gegen den Drehverschluss !
    Schöne Grüße
    Ihre langjährige Kundin
    G. Borgardt

  67. Hallo, Herr Müller,
    auch ich gehöre zu den Befürwortern des Korkverschlusses. Seit vielen Jahren bin ich Abonnent des Rotwein-Degustierservice von delinat und kaufe auch zwischen den Lieferungen Weine (hauptsäch-
    lich Rotweine) bei Ihnen. Soweit ich mich erinnern kann, war ein einziges Mal ein „Korkschmecker“ darunter. Ich hab ihn halt weg-
    gegossen, bei dem relativ geringen Preis schien mir alles andere zu aufwendig. Sie tun alles, um naturnah Weine zu erzeugen. Dann sollte Ihnen auch der Erhalt der Korkeichenwälder am Herzen liegen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Timm H. Warner

  68. Für mich ist das Korkenziehen an sich ein Ritual und es gibt kaum einen sinnlicheren Moment als das Entkorken eines edlen Tropfens vor meinen Gästen mit den enstprechenden Accessoires ich schwöre auf edle Korkenzieher mit handgearbeiteten Griffen, die auch gerne mal etwas teurer sein dürfen. Selbstredend, dass ich nichts von Platikverschlüssen und -korken halte..

  69. Sehr geehrte Damen und Herrn,
    Ihre Meinung, dass Drehverschlüsse beim Transport leicht beschädigt und damit zu einem fehlerhaften Wein führen, kann ich nicht teilen. Da ich nicht nur Delinat-Weine trinke und somit in letzter Zeit fast nur noch Flaschen mit Drehverschluss bekomme, kann ich eindeutig feststellen: seit Drehverschluss keinen Ausfall mehr gehabt zu haben. Und damit keinen lästigen Reklamationsgrund mehr.
    Ich habe vor kurzem bei einer Weindegustation mit Winzern gesprochen, die auf Drehverschluss umgestellt haben und meine Feststellung besttigt bekommen.
    Mein Vorschlag: füllen Sie Ihre Weine bis € 30,– mit Drehverschluss ab und teurere Weine mit einem guten Korken.
    Mit besten Grüssen,
    Hans-Peter Bauer

  70. Hallo Freunde von Delinat, wenn Sie bitte so freundlich sind und mich aus diesem BLOG raus nehmen damit ich keine Benachrichtigungen mehr bekomme wäre ich Ihnen dankbar denn die Diskussion ist für mich beendet.
    Danke für die neue Übersendung Weinvielfalt in Delinat-Qualität und die Lieferung der Rose-Weine.

  71. Bei aller Liebe zur Weinkultur, aus ökologischer und vor allem aus technischer Sicht ist der Drehverschluss die sinnvollere Lösung.
    Rainer Müller, Bad Neuenahr-Ahrweiler

  72. Obwohl der Drehverschluss schneller zu öffnen ist, hat er einen entscheidenden Nachteil: Die Innenseite ist meist mit Kunststoff beschichtet, manchmal PE, aber auch PVC. In beiden Fällen kann es sein, dass der Wein mit dem Kunststoff in Kontakt kommt, wenn die Flasche liegend gelagert oder transportiert wird. Dann passiert es: Weichmacher oder Chlorchemie wird durch die Säure im Wein herausgelöst und gelangt in den Wein, und verunreinigt Diesen. Drehverschluss-Flaschenweine daher immer senkrecht lagern und transportieren. Dasselbe gilt für den unsäglichen Kunstkorken. Der Hinweis der Hersteller auf die Lebensmitteltauglichkeit des Kunststoffes ist reine Beschwichtigung. Das bedeutet nur, dass alle Grenzwerte eingehalten werden
    , so wie nach Tschernobyl, als es hies: Zu keinem Zeitpunkt herrschte keinerlei Gefahr!

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