Reise ins Weinparadies

Picknick unter schattigen Bäumen im lauschigen Garten der Domaine Lignères ein paar Kilometer nördlich von Narbonne. Nur schon die leuchtende Landschaft und die gedeckte Tafel erinnern ans Paradies. Als die beiden Winzer-Brüder Paul und Jean Lignères zu den feinen Häppchen aus der Küche von Anne auch noch ihre Weine kredenzen, sind wir definitiv im Garten Eden angekommen.

Picknick Domaine Lignères

Wie Gott in (Süd-)Frankreich: Anne Lignères ist die perfekte Gastgeberin. Ohne ausgedehntes Mahl gibt es kein Entkommen.

Genauso faszinierend wie das Picknick sind Geschichte und Philosophie, die Anne, Jean und Paul in ungezwungener Atmosphäre über ihr Weingut preisgeben. Eigentlich sind die beiden Brüder von Beruf Arzt – Jean Dorfarzt in Moux, Paul Zahnarzt in Narbonne. Als es aber vor ein paar Jahren darum ging, das Weingut ihrer Eltern weiterzuführen, begann ihr Herz immer mehr für Wein statt Medizin zu schlagen. Heute sind beide beides: Arzt und Biowinzer – letzteres mit ständig steigender Passion.

Im Westen Carignan und Mourvèdre…

Auf ihrem Weingut dominiert seit eh und je die für das Corbières klassische Carignan-Rebe. Eine anspruchsvolle, widerspenstige Sorte – aus der sich nur mit grosser Hingabe und Fingerspitzengefühl tolle Weine gewinnen lassen. «Gerade deshalb ist sie unsere Lieblingsrebe», beteuern die beiden Brüder. Carignan ist das Markenzeichen aller Lignères-Weine, wobei die Sorte meist mit andern südfranzösischen Traubenklassikern wie Grenache und Mourvèdre assembliert wird.

… im Osten Syrah und Grenache

Was bei den Lignères die Carignan, ist bei Louis Fabre, der mit seinem Château Coulon keine 30 Kilometer entfernt liegt, die Mourvèdre.

Louis Fabre im Weinberg

Mit der Château Coulon Sèlection spèciale gelingt Louis Fabre Jahr für Jahr eine überaus beliebte Assemblage aus den vier typischen südfranzösischen Traubensorten Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan.

Carignan wie Mourvèdre fühlen sich im heissen, trockenen Westen Südfrankreichs deutlich wohler als etwa in der Provence, wo sie das Klima krankheitsanfälliger macht. Hier setzen Antoine Kaufmann von Château Duvivier und Volker Paul Weindel von La Tour des Vidaux auf die allgemein bekannteren Syrah und Grenache, um daraus ihre besten Gewächse zu keltern. Nach einer Woche unterwegs durchs Weinparadies Südfrankreich können wir gut nachvollziehen, weshalb die hier gebotene Weinvielfalt immer mehr Anhänger findet. Lust auf eine Kostprobe? Die finden Sie hier.

Antoine Kaufmann vom Château Duvivier

Antoine Kaufmann kombiniert die Edelrebe Syrah meist mit Cabernet Sauvignon und Grenache.

PS: Den ausführlichen Reisebericht des Delinat-Trios Emil Hauser, Richard Zumkemi und Hans Wüst sowie ausführliche Infos über die vier Traubenklassiker finden sie in der  WeinLese 26 (PDF).

Hans Wüst
Letzte Artikel von Hans Wüst (Alle anzeigen)

1 comment

  1. Da bekommt man nicht nur Lust auf Wein, da möchte man gleich in den Süden reisen und das Ganze live genießen.
    Wenns aber mal nicht für Südfrankreich reichen sollte, kann man auch einfach die Bioweingüter in der Bodenseeregion besuchen, die auch immer zahlreicher werden.

    Danke sagt,
    Mirko von bioBodensee.net

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.