Auf den Spuren der Entdecker

Drohendem Staatsbankrott zum Trotz: Portugal bleibt ein faszinierendes Land mit enormem Potenzial – gerade im Weinbau. In einer kleinen Artikelserie nehmen wir Sie mit auf eine Reise ins Land der alten Seefahrer und der neuen, innovativen Weinbauern. Gemeinsam mit Redaktor Hans Wüst bereiste ich vom 1. bis 5. September 2010 das Land, begleitet von Delinat-Winzer António Lopes Ribeiro und seiner Frau Sara Dionísio.

Tram in Lissabon

Die historischen Trams prägen das Stadtbild. Sie sind innen mit Holzbänken bestückt – vorn und hinten ist so etwas wie ein Personenfänger montiert.

Erste Station ist Lissabon, die pulsierende Hauptstadt des Landes. Hier versuchen wir portugiesischer Pionier- und Entdeckerlust nachzuspüren. Besonders einfach ist das im historisch bedeutenden Stadtteil Belém, wunderschön am Fluss Tejo gelegen. Das mächtige Entdeckerdenkmal am Ufer des Tejo erinnert eindrucksvoll an die Ära, als die portugiesischen Seefahrer die Welt eroberten. Wir machen uns zu Fuss auf den Weg, um vom zentral gelegenen Hotel Solar dos Mouros die Stadt zu erkunden.

Eine unwiderstehliche süsse Versuchung

Dann werden wir plötzlich selber zu Entdeckern: Vor einem alten, historischen Bäckereigebäude stehen die Leute Schlange. Der verführerische Duft von ofenfrischen Gebäck strömt ins Freie: Wir stehen vor der legendären Confeitaria de Belém. Hier werden seit bald 200 Jahren nach einem streng gehüteten Rezept die famosen Törtchen (Pastéis) von Belém gebacken. 14 000 Stück am Tag finden reissenden Absatz. Anstehen lohnt sich definitiv: Ein Pastéis de Belém versüsst den Aufenthalt in Lissabon genauso wie eine Stadtrundfahrt mit der gemütlichen gelben Strassenbahn Nr. 28, eine Verschnaufpause auf dem Rossio, dem schönsten Platz der Stadt, oder ein feines Nachtessen im Kais.

Restaurant Kais, Lissabon

Das Restaurant Kais befindet sich in einem alten Elektrizitätswerk am Ufer des Tejo und ermöglicht einen schönen Einstieg in Portugals Weinwelt.

Wir schlendern über Kopfsteinpflaster hinunter zur Uferpromenade. Das überdimensionale «K» vor dem historischen Backsteinhaus aus dem 19. Jahrhundert weckt zwar Assoziationen an eine Marke für Frühstücksflocken. Bei genauem Hinsehen aber erkennen wir, dass wir uns bereits an unserem Ziel befinden, dem aussergewöhnlichen Restaurant Kais. Zum saftigen Fisch vom Grill ist ein frischer, eleganter Vinho Verde aus dem Minho im Norden des Landes jetzt genau das Richtige. – Nach dem Essen meint Hans voller Erstaunen: «Du Emil. – Weisst du was? – Portugal ist ein Weissweinland!»

Restaurant Kais:
Cais da Viscondessa
Rua da Cintura – Santos
1200-109 Lisboa
www.kais-k.com
Eine riesige Eisenplastik, das an ein überdimensionales Kelloggs-R erinnert, empfängt den erwartungsvollen Gast.

Hotel Solar dos Mouros:
Rua do Milagre de Santo António n° 6
1100-351 Lisboa
www.solardosmouros.com
Das schmucke Hotel Solar dos Mouros, direkt unterhalb der Zitadelle, ist eine sympathische Bleibe für Lissabon-Besucher.

Am nächsten Tag gehts allerdings in die andere Richtung: Im Alentejo treffen wir auf einen bodenständigen Allgäuer Winzer, der auf dem Weingut Herdad dos Lagos das Zepter führt.

Alle Artikel der Portugalreise:
1. Tag: Auf den Spuren der Entdecker
2. Tag: Auf ins Alentejo
3. Tag: Zu Hause auf Casa de Mouraz
4. Tag: Viel Spektakuläres aus dem Douro

Hier finden Sie die aktuellen Weine aus Portugal ->

Emil Hauser
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2 comments

  1. Ja, wiedereinmal in Lissabon sein, all seine Schönheiten wiedersehen, liebenswürdigen Menschen begegnen, die es aber nicht schätzen, wenn man spanisch versucht mit ihnen zu sprechen. Ihre Schilderungen bereiten Heimweh.

    Viel Reiseglück !

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