Zweigelt und Grüner Veltliner

Manchmal braucht es einen dramatischen Tiefschlag, um so richtig in Schwung zu kommen. 1985 hatte der Glykol-Skandal zum Zusammenbruch des österreichischen Weinmarktes geführt. Ein neues, strenges Weingesetz und eine junge, qualitätsorientierte Winzergeneration brachten die Wende: Österreichs Weine sind im Aufwind und – besonders erfreulich – kein anderes europäisches Weinland hat heute einen höheren Bio-Anteil. Über 8 Prozent der rund 45 000 Hektar Weinberge werden hier biologisch bewirtschaftet. Neben fortschrittlichen Winzern, zu denen die Delinat-Weingüter Meinklang im Burgenland, Mehofer am Wagram und Harm in der Wachau gehören, sind vor allem zwei einheimische Rebsorten für den Aufschwung verantwortlich: Zweigelt und Grüner Veltliner.

ZweigeltGrüner Veltliner

Zweigelt – erfolgreiche Neuzüchtung

Die rote Sorte Zweigelt schuf 1922 Friedrich Zweigelt aus den beiden autochthonen österreichischen Sorten St. Laurent und Blaufränkisch. Ursprünglich war Zweigelt eine eher einfache, genügsame und ertragsreiche Bauernrebe, welche nicht an die feine Aromatik ihrer «Eltern» herankam. Erst als in den frühen 1990er Jahren vermehrt Ertragsreduktionen zur Qualitätssteigerung unternommen wurden, bemerkte man ihr Potenzial für fruchtbetonte Weine mit schöner Säure, weicher Tanninstruktur und guter Lagerfähigkeit. Danach hat sich Zweigelt rasch zur meist angebauten roten Traubensorte und damit zum Aushängeschild von Österreichs Rotweinen entwickelt

Grüner Veltliner – der Wein mit Pfeffer

Grüner Veltliner ist eine urtypische österreichische Traubensorte – entstanden aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer x St. Georgen. Während sie in andern Ländern keine grosse Bedeutung hat, ist sie in Österreich unbestritten die Nummer 1 bei den weissen Sorten. Die meisten klassischen Grünen Veltliner wachsen auf den porösen Lössböden der Wachau, am Wagram und im Weinviertel. Im Burgenland hatte sie früher grössere Verbreitung als heute. Ihr typisches Markenzeichen ist das sogenannte Pfefferl – ein pfeffrig-würzige Note.

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Viel Vergnügen mit den beiden Lieblingen aus Österreich und anderen Bioweinen aus Europas besten Lagen.

Hans Wüst
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