Wie viel darf eine Flasche Wein kosten?

Wie viel ist ein Wein wert? Was ist von einer Flasche unter 3 Euro zu halten? Was von einem Tropfen, der 100 und mehr Euro kostet? Zwei Gastautoren, der Weinmacher und Blogger Dirk Würtz aus dem Rheingau und Winzer Tobias Zimmer vom Weingut Hirschhof in Rheinhessen, äussern ihre persönliche Meinung zu diesem kontroversen Thema.

Winzer Tobias Zimmer ist der Meinung, dass Flaschenpreise von 60 Euro oder mehr nur durch Marketingkosten zu rechtfertigen sind.  Dirk Würtz dagegen schreibt (siehe unten), viele Winzer würden sich selber ausbeuten: Wein sei ein Kultur- und auch ein Luxusgut, hinter dem «Qualität und viel Arbeit steckt».

Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Lesen Sie die Argumente beider Autoren und schreiben Sie uns Ihre Meinung als Kommentar unter diesen Beitrag.

Tobias Zimmer, Winzer: «Der Unterschied zwischen einem guten 20-Euro- und einem 100-Euro-Wein ist nicht zu schmecken»

Tobias Zimmer führt das traditionsreiche Delinat-Weingut Hirschhof in Rheinhessen.

Wer sich mit der Frage auseinandersetzt, ob eine Flasche Wein mehr als 60 Euro kosten darf, landet automatisch in seiner ganz persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Luxus: Ist Wein für mich eher Luxusprodukt oder Lebensmittel? Eine solche Frage kann man stets nur subjektiv beantworten. Wer es sich leisten kann, jeden Tag eine Flasche Wein für 100 Euro zu öffnen, dem sei es gegönnt. Er muss nicht nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis fragen. Und dennoch steht dieses zu Recht im Zentrum vieler Verbraucherüberlegungen beim Weinkauf.

Dementsprechend versuchen wir als Weinbaubetrieb, der mittlerweile seit 26 Jahren kontrolliert ökologisch wirtschaftet, ein Produkt auf den Tisch zu bringen, das dem Kunden einen täglichen Weingenuss zu erschwinglichen Konditionen ermöglicht. Anders gesagt: Mir erscheint ein Kunde besser beraten, sich übers Jahr 100 Flaschen eines leckeren Westhofener Roten für 10 Euro zu gönnen, als einmal im Jahr einen 1000 Euro teuren Bordeaux verkostet zu haben.

Ganz objektiv hat ein Wein jenseits der 50- oder 60-Euro-Marke nichts mehr mit der Deckung seiner betrieblichen Entstehungskosten zu tun. Hierzu zählen die Erzeugungskosten im Weinberg und im Keller, die Abfüllkosten inklusive Ausstattung, die Marketing- und Vertriebskosten sowie die Kosten für betriebliche Abschreibungen. Je nachdem, wo das Produkt erstanden wird, kommen noch Margen für Versand und Handel dazu.

Natürlich reicht es dem Winzer nicht aus, nur seine Kosten zu decken. Er muss einen Gewinn erwirtschaften, um vom Weinbau leben und immer aufs Neue in die Zukunftsfähigkeit des Betriebes investieren zu können. Flaschenpreise von 60 Euro sind möglicherweise nur noch durch exorbitante Marketingkosten «auf der ganzen Welt» zu rechtfertigen. Sie haben aber nichts mehr mit Handlese, Steillagenweinbau oder qualitätsorientierter Erntemengenreduzierung zu tun. Für uns gesprochen deckt sich ein solcher Vertrieb auch nicht mit unserer persönlichen Vorstellung von Ökologie und Nachhaltigkeit.

Bei ehrlicher Betrachtung, auch als Weinfachmann, bei sorgfältiger Weinauswahl und Blindverkostung kann man den Unterschied zwischen einem guten 20-Euro- und einem 100-Euro-Wein nicht mehr schmecken. Machen Sie zu einem besonderen Anlass doch mal die Probe aufs Exempel.

Dirk Würtz, Weinmacher und Weinblogger: «Billig macht die Welt kaputt»

Dirk Würtz, Weinmacher im Rheingau, gehört zu den bekanntesten Weinbloggern Deutschlands.

Wein ist nicht einfach irgendein Lebensmittel. Auch wenn viele Verbaucherschützer das gerne so hätten. Wein ist ein Kulturgut, Wein ist europäische Geschichte und Wein ist Lebensgefühl. Natürlich braucht heutzutage niemand eine Flasche Wein. Das Trinkwasser ist sauber und Wirkung gibt es deutlich billiger. Man muss es wollen, Wein ist Luxus, unter Umständen Lebensgefühl, manchmal eben einfach nur Wirkung.

Als Konsument ist es mir wichtig, was ich zu mir nehme. Wie ich mich ernähre und was ich trinke. Billig ist nie gut. Billig macht die Welt kaputt und irgendwann auch mich. Die Agrarindustrie will mich nicht ausgewogen ernähren, sie will Geld verdienen. Als Winzer will und muss ich das auch. Ich kann theoretisch alles optimieren und mithilfe von Maschinen und billigen Aushilfen die Produktionskosten in ungeahnte Tiefen drücken. Ich kann meine Arbeitsleistung und die meiner Familie – sofern es sich um einen Familienbetrieb handelt – schönrechnen. So machen das viele. Sie beuten sich selbst aus, um dem Preisdruck standzuhalten. Aber ist das sinnvoll? Nein, das ist es nicht. Und das hat viele Gründe.

Manchmal, wie an der Mosel, liegt es schlicht an den äusseren Umständen. Weinbau in Steillagen ist per se extrem aufwendig. Und wenn dann einer noch hoch qualitativ arbeitet, unter Umständen sogar zertifiziert ökologisch, geht billig nicht. Und ja, manchmal geht es auch um Marketing. Luxusprodukte haben immer etwas mit Marketing zu tun. Sie sind emotional aufgeladen. Aber auch das gibt es nicht umsonst. Dahinter steckt immer Qualität und viel Arbeit.

Natürlich braucht das keiner, und natürlich interessiert das 95 Prozent der Konsumenten nicht. Warum auch? Es gibt auch Autos, die irrsinnig viel Geld kosten. Von denen träumen komischerweise ganz viele. Von einer Flasche Wein für 10 000 Euro träumt beinahe niemand. Es ist für viele absurd, dass ein Getränk so viel kosten kann. Es ist eben eine Frage des Blickwinkels, der eigenen Erlebniswelt, und es hat mit Toleranz zu tun.

Mich persönlich macht diese latente, ganz besonders urdeutsche Angst der Konsumenten, permanent übervorteilt zu werden, wahnsinnig. Warum denkt jeder, er wird betrogen, wenn etwas kein Schnäppchen ist? Warum denkt jeder, dass es jedes Produkt immer irgendwo billiger gibt und es dabei aber bitteschön auch noch gut sein muss? Antworten gibt es viele – leider! Eine davon ist, dass jeder das Geld, das er verdient, möglichst «angenehm» anlegen will. Ein Kilo Fleisch für 1,99 Euro, und schon bleiben mehr Euros für den Urlaub. So tickt die Welt, und derjenige, der mehr Geld für sein Produkt verlangt, ist ein potenzieller Drecksack. Einer, der mir den Urlaub versaut, weil er mir für unnötiges «Zeug» das Geld aus der Tasche zieht. Ja, das war polemisch. Absichtlich.

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Hans Wüst

Hans Wüst

Redaktor bei Delinat
Der Mensch kann die Natur malträtieren oder in Harmonie mit ihr zusammenarbeiten. Egal, wofür er sich entscheidet, sie ist immer stärker. Weine, die im Einklang mit der Natur hergestellt werden, sind deshalb nicht nur besser, sie haben auch eine ganz andere Aura.
Hans Wüst

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71 comments

  1. Ich bin der Meinung, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Ich kenne einen sehr guten, italienischen Rotwein aus dem Tetrapak für CHF 3.00. Ich brauche den meist zum Kochen, gönne mir aber dabei auch ein oder zwei Gläschen. Ein Freund von mir (Italiener durch und durch…) schätzt diesen Tischwein oder eben Alltagswein ebenfalls. Für einen Anlass (Essen mit dem Partner, Freunden, Familie etc.) darf es durchaus auch etwas Besonderes sein und je nach dem bis zu CHF 100.00 kosten. Auch mehr als einmal die Woche (besonders mit dem Partner…)

    1. Da kann ich auf keinen Fall mitsprechen weil ich noch nie einen Wein mit einem Preis >als CHF 25.00 kaufte.
      Aber eines kann ich sagen, dass ich Mühe bekunde mit Weinen die nicht ähnlich Delinat produziert werden. Ein Pasion Delinat finde ich wesentlich besser als einen konventionellen Tropfen egal welchem Preis. Eine andere Person beurteilt das sicher nicht gleich. Ein Primitivo di Manduria lässt den Pasion Delinat eben auch vergessen. Ich kann mir vorstellen, dass das Verhältnis bis zu einem Preis von ca. CHF 30.00 anhält. Was darüber ist kann ich sicher nicht mehr unterscheiden, ergo muss ich so etwas gar nie kaufen.

    2. Das 30/300 Beispiel ist natürlich selbstredend absurd, die ganze Debatte erscheint einem aus österreichischer Perspektive sehr schweizerisch, genauer deutsch- schweizerisch, sie wissen sicher was ich meine!
      Vor Jahren nahm ich mit grösstem Interesse diese Meinung eines führenden
      Weinkenners zur Kenntnis:
      Robert Parker schrieb, keine Flasche Wein übersteige Produktionskosten von
      10 Dollar! Weltweit.
      Vor 2 Jahren durfte ich mit Freunden im Appenzellerischen Innerrhoden in einer
      urständigen Großwirtschaft einkehren. Die teuerste Flasche Schampus war dort
      mit 9.999 SFr (…tausend) angeschrieben. Zugegeben, ein etwas unfairer Vergleich.
      Manche verstehen es eben Stroh zu Gold zu spinnen, viele versuchen es nur.

    3. Die alte Frage. Mein in Sturm- und Drangzeiten gewachsener Weinverstand ist eindeutig von einem Weinudepot belastet. Dazu kommen diverse Frankreichurlaube und Weinversorgungen bei örtlichen Winzergenossenschaften, die mich lehrten, daß ein Massenprodukt durchaus auch schmecken kann. Und die herzliche Freundschaft mit einerWinzertochter, die mit dem Wingert nichts am Hut, aber die väterliche Ausbildung absoviert hatte, brachten mir bei, was Wein auch sein kann und daß guter was kosten muß, sonst kann der Winzer keinen mehr machen. Jedenfalls nicht lang. All das lehrte mich, daß es auch Trinkweine unter 10 €/Liter gibt. die trinkbar sind. Man muß sie halt suchen. Ich hab keinen ‚großen‘ Keller, aber in meinem sind immer ein paar Weine, die man trinken kann – meisten so zwischen 7 und €10/Liter. Vom normalen Winzer.

  2. Ich habe für mich, wohnhaft in Rheinhessen, die 10-Euro-Grenze für den Alltag entdeckt. Für besondere Anlässe darf eine Flasche Wein auch mehr kosten. Ich kaufe nur bei Familienbetrieben direkt ab Hof (Ausnahme DELINAT) und überwiegend von Ecovin-Betrieben. Damit halte ich die Balance zwischen Luxus und Bescheidenheit.

  3. Da wird es keine Antwort geben, schon gar keine mit Wahrheits- und Ehrlichkeitswesenszug. Kulinarik, Genuss, Vorlieben, Geschmacksempfindungen und weitere menschliche Sinneseindrücke sind nicht standardisiert objektiv messbar. Somit ist die Messeinheit Geld kaum brauchbar als Wertmassstab.

  4. Nein, 100 € und mehr muss nicht sein. Und das hat nichts mit „billig ist besser“ zu tun. Ich kann mich der Meinung von Herrn Zimmer rundum anschließen. Wenn ich 10 oder auch mal 15 oder mehr € für einen besonderen Wein ausgebe (z.B.aus Israel….) ist das ok! Aber in der Preischarge 6-10 € finde ich immer hervirragende Weine (z.B. bei Delinat – trinke grade einen Barbera für unter 10 € und bin begeistert!)

  5. Guten abend , wir laien können die grossen unterschiede nicht feststellen , weil auch die produktionsmenge auf den verkaufspreis eine rolle spielt.
    Darum sollte man den wein kaufen , der einem gut bekommt .
    Ein kleines beispiel , habe schon bei albet i noya weine schon festgestellt , dass vom mittelklass wein zum teuren wein ( nehme an , dass die produktionsmenge massgebend ist ) schwer gehabt einen grossen unterschied zu erkennen.
    Somit hat jeder geniesser eine eigene vorstellung des preises.
    Mit freundlichen grüssen , bernard

  6. Die Preisdiskussion erscheint mir beim Wein irgendwie sinnlos, ausser sie vergleichen die Preise für den gleichen Wein bei verschiedenen Anbietern. Wein ist kein homogenes Gut, sowohl was die Qualität als auch, was seine Herstellung angeht. Bei den Konsumenten ist es ähnlich. Nicht jeder schätzt die Komplexität von sorgfältig produzierten und entsprechend teureren Weinen. Letzlich ist der Preis aber immer auch das Ergebnis von Angebot und Nachfrage und geht nicht zwingend einher mit der Qualität des Weins. Insbesondere dann, wenn der Konsument mit dem Etikett noch andere „Leistungen“ als den Wein einkauft, wie das bei Luxusgütern so üblich ist. Den Spruch aus der Branche kennen Sie vielleicht: Es ist nicht teuer, sondern es muss Ihnen das wert sein.

  7. Aus meiner Sicht gibt es ganz große Weine für 30€ (Verkaufspreis im EH). Für den Preis lässt sich vernünftige Arbeit auf dem Weinberg und im Keller finanzieren. Das sind Weine von privaten Winzern, die das Land entweder schon geerbt haben oder zu vernünftigen Preisen haben kaufen können. Bei großen Prestige-Chateaus, in teuren Lagen, wo die Weinberge zu Baugrundpreisen verkauft werden, funktioniert das natürlich nicht.
    Mir hat mal vor 13 Jahren ein griechischer Winzer erzählt, 2€ seien die Mindess-Entstehungkosten eines Weins, mit Flasche, Etikett, Korken. Dabei hat der Winzer noch nichts an dem Wein verdient. Sagen wir also, mind. 3€ + Marge des Händlers (teilw. Großhändler noch dazwischen)+ MwSt.; da landen wir bei 7€. Und das entspricht auch meinem Gefühl für den Mindestpreis eines vernünftigen Alltagsweins.
    Bei Delinat gibt es ganz hervorragende Weine für 10€ (siehe Château Coulon Sélection spéciale!).

  8. So mancher Wein ist mit 25 € schon überzahlt. Ich habe in Kaufhäusern (Karstadt, Kaufhof) Weine für über 1000 € gesehen, die wohlverwahrt hinter schmiedeeisernen Gittern und Panzerglasscheiben lagerten. Auch für 9000 € sah ich Weine in Originalflaschen aus der Napoleon-Zeit mit analytisch-chemisch beglaubigter Originalstaub-Ablagerung von Anno 1805. Das halte ich für übertriebenen Firlefanz, zumal solch ein Wein wohl kaum mehr genießbar sein dürfte, sondern nur als Ersatz für eine Aktie eingelagert wird.
    Einer unserer Lieblings-Roséweine aus Spanien kostet nur 3,59 € die Literflasche im Super-Biomarkt, und er schmeckt überaus köstlich, vollmundig und nuancenreich. Es ist ein Biowein!
    Bei Delinat-Weinen aus Ihrem Rotwein-Degustierservice ist für meine Frau und mich bei etwa 11 bis 12 € die Schmerzgrenze erreicht. Nur zu seltenen Anlässen wie Geburtstagen oder zum Verschenken überschreiten wir diese Grenze, eben wenn es gilt, dem oder der Beschenkten eine ganz besondere Freude zu machen.
    Doch auch diese Weine schmecken oftmals nicht viel besser als ein guter Delinat-Wein für unter 12 €.
    Mein Fazit: Auch ein guter Wein braucht kein Vermögen zu kosten!

    1. Der gleichen Meinung bin ich auch. Bei uns direkt beim Winzer gibt es gute Weine ab ca. 3 €. Die Schmerzgrenze bei mir ist ebenso bei 10-12 €. Ein Wein der mehr kostet als ein 15 Jahre alter Single Malt Whisky ist für mich absolut untragbar.

  9. Wie sagt ein Winzer, derWein muss dem Genießer schmecken. Wenn ein guter Jahrgang selten wird, wir er nicht teurer, weil er älter wird, sondern seltener. Rarität macht den Preis. Gute Weine unter 5 € gibt es auch, meistens direkt ab Hof.
    Aber auch beim Discounter, wenn bedacht wir: Der Wein muss dem Genießer schmecken. Qualität für Lagerzeit und Reife hat immer seinen Preis uns die Menge eines Lagenweins.

  10. Vor vielen Jahren habe ich einen Château Talbot für Fr. 30.- die Flasche ersteigert. Damals für mich enorm teuer! Ein bekanntes Weinhaus, dessen Besitzer ich kannte, verkaufte damals die Flasche Mouton Rothschild 1966 für Fr. 120.-. Ich kam mit ihm ins Gespräch und sagte unter anderem, es sei nicht möglich, dass ein Wein noch vier mal besser sei. Er meinte, darüber liesse sich wohl streiten, was aber völlig sinnlos sei. Er überlasse mir gerne eine Flasche Rothschild zum Einkaufspreis. Ich solle sie einen Monat liegen lassen und dann geniessen. Wir würden dann anschliessend das Gespräch fortsetzen. Gesagt, getan. Wir trafen uns wieder und ich musste ihm eingestehen, der Wein sei nicht vier Mal, sondern 1000 Mal besser. Und das sei natürlich völlig subjektiv, aber meine Begeisterung habe keine Grenzen.
    Man kann ein Grundstück besitzen, unter dem es entweder eine Erdölquelle hat oder nur Lehm. Muss ich dann das Grundstück mit der Ölquelle zum gleichen Preis hergeben, wie das Lehmloch? Ist es nicht auch so, dass gewisse Terroirs bessere Weine ermöglichen, als andere? Und müssten die dort mit gleichem Aufwand erzeugten Weine dann zum gleichen Preis angeboten werden, wie die weniger wertvollen, nur weil der Aufwand gleich hoch war? Das greift sicher zu kurz.
    Die ganze Angebots- Nachfrage-Situation ist dabei natürlich nicht berücksichtigt. Auch Prestigefragen und der Markt nicht. Zum Glück bin ich nicht gezwungen, einen Château Petrus zu kaufen. Meiner Meinung nach krass überbewertet.
    Der Preis eines Weins muss demnach einiges differenzierter betrachtet werden. Wenn geniale Ideen einfliessen, wie z.B. Artenvielfalt im Weinberg, was bessere Weine ermöglicht, dann darf auch diese Idee honoriert werden. Der Preis eines Weins ist das Ergebnis vieler Faktoren, objektiver und subjektiver. Drum lässt sich darüber trefflich streiten.

  11. Ich habe noch nie einen ganz teueren Wein getrunken, das ist auch relativ. Aber ich habe in dem Segment das ich mir leisten kann auch bei Sekt, festgestellt, dass es auf Restsüsse, Rebsorte und persönlichen Geschmack ankommt. Ich mag sehr gerne trockene und doch geschmacksaufregende Weine

  12. Ich denke, dass im wesentlichen drei Faktoren ausschlaggebend sind: Schmeckt mir der Wein? Welche Haltung habe ich als Konsument gegenüber der Produktion von Wein? Was gibt der Markt her? Ein Barolo um 60 Euro wird bei mir genauso wenig landen wie einer um 12,50 (schmeckt mir halt nicht). Ein Wein, der 3 Euro kostet, erweckt in mir die Frage, unter welchen Umständen der produziert wurde (wie bei sonstigen Billig-Lebensmitteln auch). Und wenn es genügend Verbraucher/innen gibt, die für Weine 100 Euro und mehr ausgeben – aus welchen Gründen auch immer – dann können Winzer dieses Segment durchaus bedienen. Als Konsument treffe ich meine Entscheidung eigenständig. Ich kaufe keine Weine, die mehr als 30 Euro kosten – und am liebsten direkt beim Winzer selbst. Oder bei Delinat, der Haltung wegen 😉

  13. Die Frage ist, glaube ich , generell nicht beantwortbar. Für mich ich ist zum einen wichtig, dass der Wein aus ökologischem Anbau stammt und zum anderen dass er mir schmeckt. Bei delinat gehe ich davon aus, dass der Preis des Weines den Winzern/innen ein gutes Einkommen ermöglicht, was für mich wichtig ist.
    Ich habe gerade einen Karton „Tres de Azul y Garanza“ für 8,90 Euro pro Flasche bestellt, was derzeit mein Lieblingswein ist.

  14. Ökologisch nachhaltige Weinproduktion inkl. Weingenuss hat auch eine soziale Komponente: Solange die aufgewendeten Kosten in einem ausgewogenen und gerechten Verhältnis stehen zu dem, was ich persönlich materiell aufwende für Frieden, Bewahrung der Schöpfung und Gerechtigkeit, also für einen fairen Ausgleich in Bezug auf die Lebensbedingungen aller Menschen auf dieser Erde, ist der effektive Preis für eine Flasche von einer individuellen und relativen Bedeutung.
    Angesichts der bestehenden Situation auf unserer Erde nur dem eigenen Genuss nachzuleben, halte ich für fragwürdig, verantwortungslos und letztlich auch für kurzsichtig.

  15. Mir hat mal vor Jahren ein Bio-Winzer aus der Pfalz erzählt, unter 5 Euro pro Flasche wird es schwierig, vielleicht unmöglich. Es erschien mir glaubhaft. Auf der anderen Seite habe ich vor vielen Jahren auch gelegentlich mal Weine um 60 oder 70 Euro probiert, vielleicht auch mal mehr, oft hatte zumindest ich dann mehr erwartet, also eine relative Enttäuschung. Heute bewege ich mich wie offenbar die meisten zwischen 5 bis 7 und etwa 30 Euro und finde sehr schöne Weine, Weißweine oft sogar unter 10 Euro. Gute Arbeit hat und soll auch ihren Preis haben.

  16. Nur ein Beispiel: kleiner Weinberg, extreme Steilhanglage – alles in Handarbeit, nicht nur mit viel Schweiß, sondern auch mit Liebe und Hingabe zum Beruf, zu einem herausragenden, sauberen Ergebnis gebracht, das kann nicht von mir preislich oberbegrenzt werden! Was ist handwerklich hervorragende Leistung heute noch wert? Sicherlich viel! Denn es muss eine Messlatte geben. Ein Maß, dem es sich loht nachzueifern. Aber natürlich nicht mit der Absicht: ich möchte einen Wein produzieren, der 100 € kostet, sondern einen, der wirklich jeden Cent davon wert ist. Leistung muss honoriert werden.
    Ich lese gern von Weinproben, bei denen herausragende, meisterlich erzeugte Weine bewertet werden und ich gebe zu, es läuft mir häufig das Wasser im Mund zusammen, ich bin begeistert. Aber es ist nicht meine Preislage. Trotzdem bin ich froh, dass es solche Weine gibt und ich beglückwünsche jeden, der sich das leistet. Ich selbst bin absolut zufrieden mit meinen Weinen zwischen 10 und 30 €, sehr selten mehr.
    Ich bin überzeugt, dass ich für mein Geld einen Gegenwert bekomme, der mir nicht nur gut schmeckt, sondern der mir dabei auch ein gutes Gewissen gibt, was Ökologie, Nachhaltigkeit und einen sauberen Wein betrifft. Und wo der Preis auch dem Winzer Spielraum für gute Entscheidungen lässt.

  17. Der weinpreis ist sooo unwichtig. Jeder kann doch finden, was ihm gefällt! Das preis-leistungsverhältnis finde ich überdurchschnittlich gut bei weinen des château Duvivier und solchen aus dem Priorat und Portugal. Im übrigen trinke ich wenn immer möglich bio-weine, nicht blau/grünäugig, sondern genau wissend, dass da halt auch hie und
    da gemauschelt wird…

  18. Geiz ist geil – diese typisch ‚deutsche‘ Einstellung macht alles kaputt, nicht nur bei den Weinen. Wein ist kein ordinäres Lebensmittel, sondern ein Genussgut. Die Arbeit und Sorgfalt des Winzers muss anständig honoriert werden. Dafür sind mindestens CHF 14 erforderlich; was darunter ist, ist nichts wert. Bei Weinen über CHF 40 ist es wie mit teuren Parfums; man bezahlt nicht für den Inhalt, sondern für Image, Namen, Design und Verpackung.

  19. Weinschwemmen scheinen zu Kommentarschwemmen zu führen. Deshalb halte ich mich kurz und wiederhole ein Statement , das ich mir vor einiger Zeit mal gemerkt hatte, weil es den Nagel auf dem Kopf trifft. Es dürfte von Peter Keller (Weinexperte der Neue Zücher Zeitung) stammen und trägt den Titel „Kleiner Luxus“ . Ich kann es voll und ganz unterscheiben.
    „Die Produktion von 7,5 Deziliter Wein kostet nicht mehr als 12 Franken. Meistens weit weniger. Davon sind einzig ein paar wenige Edeltropfen wie die handarbeitsintensiven Trockenbeerenauslesen ausgenommen. Trotzdem sind für manche Weine drei- bis vierstellige Beträge hinzublättern. Das hat nicht unbedingt etwas mit der Qualität zu tun. Sondern mit dem Image. Für ein T-Shirt von Armani muss man auch mehr zahlen, als für eines mit dem Switcher-Etikett. Oder anders: Ein Wein für 200 Franken ist nicht unbedingt zehnmal besser als einer für 20. Nur zehnmal begehrter. Das regelt das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Und natürlich gibt es sehr, sehr gute Weine für 20 Franken und darunter.“

  20. tja der Kommentare und Meinungen sind hier schon viele geschrieben und das ist gut so. Vergessen darf aber nicht, wir haben das Jahr 2017 und in den letzten 30-50 Jahren sind sehr grosse Fortschritte im Anbau, in der Kellerarbeit gemacht worden, dass praktisch für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel Wein in allgemein guter Qualität am Markt ist. Ich bin selber Produzent in der Hochpreisinsel Schweiz, (Tessin). unsere Gestehungskosten können nicht mit den Produktionskosten im umliegenden Ausland verglichen werden. Wir bauten 1,3ha mit PIWI und produzierten im Rebberg nach Integrierter Produktion, nicht Bio. Die Lohnkelterung in einem Bio-Betrieb, die Betratung, da als Neuling, kam auch von dort. Wir glaubten alles und damals waren wir noch jung und kräftig, Handarbeit, praktisch keine Maschinen möglich, da zu enger Reihenabstand, zu schmale Terassen.
    nach zwanzig Jahren muss die Anlage modernisiert werden.
    Aber halt hier geht es ja um Preise und Kultpreise. Kurz gesagt, jeder Produzent möchte einen „hohen Preis“ für sein Produkt und dann spielt plötzlich Angebot und Nachfrage was tun? durchhalten,oder vergessen.
    Mag jedem Produzent gönnen welcher ab Keller zu zwanzig Franken und mehr, die Flasche verkaufen kann. Aber in jedem Betrieb wird eine gewisse Menge produziert und die muss verkauft werden. Marketing ist auch eine Kosten-/Nutzenrechnung.
    Glücklicherweise gibt es noch eine Menge Konsumenten, welche Weine NUR über den Preis einkaufen, die Einen können eine normalen Preis für gute Weine zahlen, die Andern wollen nur teure Weine, dann sind es gute, bessere Weine. Je teurer je besser??? Waren mal bei Freunden eingeladen,der Wein kam aus der Dekantirkaraffe und daneben wurde eine teure leere Flasche gestellt, aber die Originalflasche bekamen wir nie zu Gesicht. Optische Täuschung.?
    Drei Buchstaben rechtfertigen für viele Produzenten bereits einen höheren Preis.
    Aber ob dann BIO drin ist ist Vertrauensfrage. Wenn, wie hier im Tessin jede
    Woche eine Fungizidbehandlung gemacht werden muss, weil in Bio keine systemische Fungizide eingesetzt werden dürfen, alle 10 Tage mit der Motorspritze in den Reben, wenn drei Behandlungen in der Saison mit einem systemisches Fungizid genügen,wo ist dann die Nachhaltigkeit in der Produktion?
    Die Lösung sind PIWI-Rebsorten, aber diese Weine sind nicht sehr gefragt, folglich braucht es dann die Marketingkosten welche den Vorteil von PIWI auffressen.
    Es gibt Produktionsgegenden, mit tieferer Luftfeuchtigkeit und gleichen Luftemperaturen da mag diese Methode BIO mit Behandlung und grösseren Abständen möglich sein
    Fazit : Jede,Jeder soll nach seiner Facon weinselig werden.

  21. Ich denke es tut gut Dinge hier besprochen zu wissen die ich für wahr halte. Rein subjektiv. Reinen Wein einschenken ist eine Volksweisheit. Ich denke wir Menschen haben schon immer etwas von Energie verstanden. Ich bin ganz fest davon überzeugt dass es Fachleute geben muss denen ich mich anvertrauen kann im Leben. Meinen Delinat – Menschen zum Beispiel.
    Jip! Und ich bin überzeugt diese hohen Weinpreise sind Spielerei. Aber wie in der Kunst gibt die Schaffende den Preis für ihr Werk und den Wert, vor. Und das ist in Ordnung.
    Und ohne Scheiß! Ich finde hier zum Glück Weine die auch ich mir leisten kann und die mich glücklich machen!

  22. ich kann mich den Ausführungen von Dirk Würtz nur anschließen.

    Meine „Schmerzgrenze“ liegt bei 25 €, gehe aber auch darüber, wenn ich was ausprobieren möchte.
    Ich habe keine statistische Erhebung gemacht, aber die meisten Weine, auch die von einem regionalen BIO-Winzer, liegen bei mir zwischen 7€ und 15 €.

  23. Etwas darf nicht vergessen werden, solange ein Landwirtschaftliches Produkt noch
    beim Produzenten isiese ist es Bulk, Massenware mit dem tiefsten Preis, sobald es diese Ware die erste Handelsstufe erreicht, sei es auch nur an eine Sammelstelle abgeliefert,
    hat bereits eine Veredelung stattgefunden, welche einen höheren Preis rechtfertigt,
    Wer mit landw. Produkte handelt wird reich, wenn er nicht alles verdummt. Hatte
    einem Kollegen welcher Käser ist dies mal gesagt. die Antwort war klar: „40 Bauern machen einen Käser schneller reich, als ein Käser 40 Bauern reich machen kann“
    Noch Fragen ?

  24. Ein Wein muss schmecken … und hier gibt es individuelle Präferenzen und jeder hat andere Geschmacks-, Geruchsempfindungen und Sensibilitäten. Der Preis ist ein Spiegel von Angebot und Nachfrage … Wenn es Liebhaber gibt die horrende Preise zahlen, dann sollten das die Erzeuger auch ausnutzen… Allerdings hat der Preis dann sicher nicht immer etwas mit den tatsächlichen Herstellkosten zu tun – das gilt im übrigen auch für andere Produkte. Ich persönliche habe meine Schmerzgrenzen und kann in diesem Falle eher mit Tobias Zimmer gehen – gerne probiere ich auch teurere Weine, wenn es die Gelegenheit gibt … aber Ihren Preis wert waren diese bisher nie… Eher präferiere ich Weine von Winzern, die ich persönlich kenne oder die eine anerkannte bio – Philosophie im An- und Ausbau verfolgen – wie Delinat!

  25. Ich denke das der Wein der beste ist der einem persönlich schmeckt. Das hat mit dem Preis des Weines nichts zu tun. Die teuren weine sind eher Liebhaberpreise und normal nicht gerechtfertigt.

    1. Naja, aber ein Wein unter € 3.- kann ja nun auch nicht so doll sein. Von der Biodiversität einmal abgesehen.

      Rolf Koch, alter Delinat-Kunde

  26. Für um die 5 EUR bekomme ich in der Tat jede Menge Weine, die mir und meiner Frau sehr gut schmecken. Allerdings hängt es sehr davon ab, wo ich diese Weine kaufe. Im Supermarkt kaufe ich nur noch selten Weine, weil da die Qualität meistens nicht passt. Im Wein-Versand von Rossmann hingegen bekomme ich für um die 5 EUR jede Menge toller Weine, beispielsweise gute Rotweine aus Apulien oder Weißweine vom Kaiserstuhl. Für diesen Preis sind sie natürlich nicht in Bio-Qualität, muss man natürlich einräumen.

  27. Beide Aussagen sind absolut legitim und ich kann beide Hundertprozent nachvollziehen und beiden auch vollkommen zustimmen. Für mich sind diese Aussagen kein „entweder oder“ sondern ein „Und“. Letztendlich bin ich diejenige, die den Dingen einen Wert gibt – egal was es im Leben ist, und somit werden dies Dinge dann auch wert-voll für mich, unabhängig vom vorgegebenen Preis, mit dem nur mein Kopf was anfangen kann, nicht meine Sinne.

    Wein ist einfach ein Stück Lebensgefühl, und jeden Morgen aufzuwachen und den Tag genießen zu können, ist Luxus pur! Und ja, was Herr Würtz sagt, stimmt absolut – die Menschen stehen unter der „immer billiger“-Hypnose, unter der „Vorsicht-Abzocke“-Hypnose, ein mediengemachtes, künstlich aufgebauschtes falsches Lebensgefühl des Mangels. Und gleichzeitig die hervorragende Aussage von Herrn Zimmer, dass „man den Unterschied zwischen einem guten 20€ Wein und einem 100€ Wein einfach nicht schmeckt“, denn der Geschmackssinn kennt keine Preise, die kennt nur der Kopf, und wenn ich überall im Leben Fülle wahrnehme, anstatt Mangel und billig-billig, dann schmeckt ein 20€-Wein wie ein 1000€ Wein, wenn nicht sogar besser, weil dieser „ehrlicher und authentischer“ ist.

  28. Ich habe in der Vergangenheit auch teure Rotweine (bis 40,-€) probiert z.B. Brunello u. Amarone. Heute bin ich der Meinung, das es sehr gute Rotweine ab ca. 8,00€ gibt. Ich habe auch schon in Italien Rotweine von der Cantina getrunken, die es in der Box gab, der Liter zu 2,50 €. Mit Supermarkt Rotweinen habe ich, egal welche Preisklasse bisher kein Glück gehabt. Ich kaufe meine Weine zu 90% beim Erzeuger.
    Bei Weißweinen liegt die Preisgrenze deutlich tiefer, hier bekomme ich gute Weine ab 4,50 € und ab und zu auch einen preiswerten im Supermarkt.

  29. Bin seit über 20 Jahren häufig an der Mittel- bzw. Terrassenmosel unterwegs und probiere die Weine in den Strausswirtschaften der betreffenden WinzerInnen. Die Weine, die mir schmecken, kosten meistens zwischen 4,50 € und 7,50 €. Aus den Gesprächen mit der Weinbauern wird die Knochenarbeit in den Steillagen ersichtlich. Und die muss bezahlt werden! Und wenn im Sommer auf den Preislisten der Stempel „ausgetrunken“ prangt, dann gibt es diesen Wein dieses Jahrgangs eben nicht mehr. Den Preis zu erhöhen, damit die Nachfrage zurück geht und die Reserven länger halten, ist für diese WinzerInnen überhaupt keine Option. Und das ist gut so! Denn Wein ist sowohl Genuss- als auch Lebensmittel. Und das muss bezahlbar bleiben. Alle hochpreisigen Weine sind nicht durch ihre Erzeugungskosten so teuer sondern durch Marktmechanismen, die mehr über unser Wirtschaftssystem aussagen als über deren Herstellung.

  30. Ich will es kurz machen: Die Beantwortung dieser Frage liegt in mir selbst. Für wie wertig ich einen Wein halte, hängt doch davon ab, wie er mir schmeckt, wie er meine Stimmung hebt, und, und … .Dies kann außerdem noch schwanken; je nachdem, wie ich mich fühle oder in wessen Gesellschaft ich mich gerade befinde.
    Meine Einstellung ist somit: Wenn Alles zusammen in der Situation stimmt, tun mir z.B. 100.- € nicht weh; wenn aber nichts stimmt, tun mir 5.-€ weh.

  31. Meiner Ansicht nach kann jemand, der sich täglich einen Wein für 100 Euro leisten kann (er/sie wird sich sicher nicht nur diesen Wein leisten), sein Geld nicht mit gesamtgesellschaftlicher Verantwortung verdienen. Für natürliche, gute und sinnvolle Produkte bekommt man nicht so viel Geld.
    Im Hinblick auf Klimaerwärmung, Müllerzeugung, Mensch/Tierausbeutung und Energieverschwendung, die den Fortbestand allen Lebens auf der Erde bedrohen, find ich es verantwortungslos und egozentrisch, auf Teufel komm raus Geld zu scheffeln, um dieses dann für pure Luxusgüter auszugeben.
    Ich plädiere für eine Luxussteuer von mindestens 100%. Die daraus erzielten Steuereinnahmen könnte man dann dafür verwenden, um vernünftige und vernünftig hergestellte Produkte zu subventionieren. Und in Bildung, um gegen die schleichende Verblödung der Menschheit vorzugehen.

  32. Wert und Preis sind zwei unterschiedliche Kategorien. Wenn mir etwas von Wert ist, bin ich auch bereit, einen konkreten Preis dafür zu entrichten. Ansonsten sollte sich ein Preis, will er gerecht ermittelt sein, am Aufwand für die Herstellung eines Weines und das zugrundeliegende Urprodukt orientieren. Dahinein mündet schon die Rebe an sich, die ja irgendwie entstanden ist und erworben wurde, vielleicht mit dem Erwerb eines Weinberges. Wer will ermessen, was es für manchen Winzer bedeutet, mit dem Risiko einer schlechten Ernte zu leben, sich mit Herzblut fortzubilden und an seiner Fachlichkeit zu arbeiten, als Weinbauer bzw. Winzer zu wachsen? Hier ist Raum und muss auch Raum sein, dieses in den Preis für einen guten Wein einzupreisen. Dazu gehört auch die Art des Anbaus und die Herstellung, wie wird mit den Ressourcen Natur und „Material“ umgegangen. Luxusprodukte bedingen nicht immer Qualität, sind auch oft ressourcenverschwendend. Was im Einklang mit der Natur und den Interessen der Mehrheit aller Menschen produziert wird, darf seinen Preis haben und wird nicht in das Extrem der Profitmaximierung abgleiten. Ein Urteil darüber wird immer auch der Eigenverantwortlichkeit anheim fallen!

  33. Delinat liefert den besten Beweis, dass Weine schon zu Preisen um 10 € hervorragend sind – nicht nur geschmacklich, gleichzeitig erfüllen sie auch höchste ökologische Kriterien und bieten den Winzern faire Bedingungen. Über dieses Gesamtpaket freue ich mich bei jedem Delinat-Wein!
    Die Diskussion um die Weinpreise kreist jedoch – ganz zu Recht – um einen zentralen Punkt der gesellschaftlichen Grundeinstellung: Die degenerierte Haltung, dass Nahrungs-/“Lebens“-Mittel nix kosten dürfen – mit allen verheerenden Folgen für den eigenen Körper (aber das hat immerhin jeder für sich selber zu verantworten) sowie für Erzeuger, Natur und Umwelt. Dieser enormen Verantwortung muss sich der einzelne überhaupt erst mal bewusst werden – nur wie?

  34. Die Frage resultiert aus einem Komplex völlig verschiedener Umstände, was eine einfache Antwort unmöglich macht.
    Das eine sind die Herstellungskosten eines Weins – dafür wird man unter den derzeitigen Umständen eine absolute Untergrenze von drei bis fünf Euro ansetzen müssen, wenn der Winzer noch ein einigermaßen erträgliches Auskommen haben soll (gemint sind Ladenpreise – natürlich kann ich in Umbrien einen Sfuso direkt vom Fass für einen oder zwei Euro den Liter bekommen, für den ich das meiste gern stehen lasse, was hier für zehn und mehr Euro über den Tresen geht).
    Das Zweite ist die Begrenztheit eines bestimmten Weins. Wenn die Nachfrage das Angebot übersteigt, regelt der Markt den Preis. Wenn ich ihn unbedingt haben will, muss ich entsprechend löhnen – oder verzichten.
    Eine ganz andere Frage ist die, wie viel mir persönlich ein Wein wert ist. Wenn ich damit zufrieden bin, dass er rot (oder weiß oder rosé, je nach Vorliebe) und „nicht zu sauer“ ist, mich schön in Stimmung bringt und möglichst keinen dicken Kopf hinterlässt, dann finde ich genügend Stoff unterhalb der zehn Euro (und wesentlich darunter). Jedoch divergieren ab hier die persönlichen Ansprüche ins Unüberschaubare. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, und auch andere persönliche Werte spielen hier mit: der Umgang mit der Umwelt, gesundheitliche, weltanschauliche Fragen usw. Ein zu weites Feld.
    Für die meisten Normalverbraucher (wozu ich mich zähle) ergeben sich die Grenzen nach oben aber schlicht aus dem (Un)vermögen ihrer Geschmacksnerven, einen ordentlichen Wein guten Durchschnitts von einem außerordentlichen großen Gewächs zu unterscheiden.
    Bis zu einem gewissen Grad kann man, so scheint es mir, Schmecken allerdings lernen. An diesem Punkt leistet Delinat hervorragende Arbeit.

  35. Eine Flasche erstklassigen Weines, ob in der Stufe „Qualität“ oder gar „Prädikat“, sollte – unabhängig von der Traubensorte, aber abhängig von biologischen Verfahren, Ernte, Reife, Abfüllung bis hin zum Anbau natürlich, auch bei stolzem „Alter“, nicht unbedingt viel mehr als 100 Euro kosten. Auch wenn ich sonst keine Gradmesser mehr anführen kann, die die wirklich hohen Preise jenseits der 70 bzw. 100 Euro rechtfertigen würden.

  36. Ich finde es schwierig, über die Weinpreise zu diskutieren, die einen können sich einen teuren Wein leisten, die anderen möchten auch gern einen Wein trinken, der aber in einer billigen Preisklasse liegt. Ich selbst trinke schon jahrelang Delinat Wein und bleibe auch dabei. Selbst meine Gäste finden ihn ausgezeichnet. Ich bekomme Weine der verschiedenen Preisklassen und es gab nie Beanstandungen. Einen Wein für 30,00€ wäre mir aber zu teuer. Ich bekomme ab und zu einen Wein geschenkt, der leider einem Vergleich zu Delinat Weinen indiskutabel ist.

  37. ein anderen Aspekt ausser Preis, ist nicht zu unterschätzen, die ETIKETTE,
    unterschwellig kann sie einiges anrichten und beeinflussen was Preis und Qualität anbelangt.

  38. Guten Tag
    Diese Umgrage erscheint mir sehr sinnig, in Zeiten einer regelrechten Weinüberflutung und „Weinkennern“, die nur noch so aus dem Boden spriessen.
    Ganz bewusst möchte ich die ausführliche Argumentation der beiden guten Winzer erst nachträglich studieren.
    Schon in meiner Ursprungsfamilie wurde Wein celebriert. Ich liebe Wein und ich liebe die Natur. Daher sollte Wein die Themen Leidenschaft (Genuss, Kunst, Respekt…..), Wissen (Kulturland, Naturschutz, Oenologie……)und Erkenntnis (Qualität, Nachhaltigkeit, Kunden, Preis-Leistung…) in sich vereinen.
    Ein Produkt, welches auf diesem Hintergrund entwickelt und hergestellt wird kann heute einen Preis von 10.- nur in seltensten Ausnahmen (Abverkauf, Mengenrabatt..) unterscheiden. Sonst würden in einem der drei Eckpunkte deutlich Abstriche gemacht.
    Bei den Höchspreisen geht es ab Fr. 50.- aufwärts eindeutig um Marketing bzw. Angebot und Nachfrage. Der Wein für 25.- kann genauso gut sein.

  39. Mein Freund Wolfgang und ich hatten vor langer langer Zeit den Wett-Streit. Ich gehörte der Fraktion an, dass Weine unter EUR 25 nicht schmecken, also nicht gut sein können. Er, dass er bei Weinen über EUR 10 keinen Unterschied zu Weinen über EUR 25 schmecken könne, geschweige bei denen über EUR 50 und gar mehr mehr. Auch durch DELINAT bin ich auf den Geschmack zu erstaunlich guten Weinen um EUR 10 gekommen. Mein Freund ist bei Weinen bis EUR 25 auf exzellente Geschacksnuancen vorgestossen. Heute freuen wir uns wie die kleinen Kinder,wenn wir gemeinsam auf außergewöhnliche Weine zw. EUR 10-25 mit einvernehmlicher Geschmackseinschätzung entdecken. Und derer gibt es – Gott und der Winzer sei Dank – sehr viele.
    Den gemachten Preis- Traum – Vergleich zw. einem Ferrari und einem Petrus halte ich für verwirrend.
    Denn den Weintraumkonsumenten halte ich für einen introvertierten, den Autotraumkonsumenten für einen extrovertierten Genießer. Damit erklärt sich für mich der größere Anteil der Traumteilnehmer.
    Also folgt, dass man(n) sich über Geschmack bekanntlich nicht streiten kann und wieviel einem dieser Wert ist.
    Also an alle Preis/Leistung Geschmacks Profi : tolerieren wir, Alle die es sich leisten können/wollen ihren Über(treibenden)Geschmack.

  40. Es gibt viele sehr gute Weine zwischen ca. 10.– bis ca. 30.– Darüber sind von mir aus keine dem Preis entsprechende Qualitäten auszumachen.

  41. Das wichtigste:
    Die Qualität eines Weines ist in keiner Weise vom Preis abhängig!
    Sie ist abhängig von der Lage, der Umgebung und der Verarbeitung.
    Den Preis machen nur die Verkäufer.

  42. Ich habe schon Wein um 4-5 Euro getrunken wo ich gesagt habe das gibt es nicht dass er um diesen Preis so gut ist. Also es gibt auch Wein der günstig und aber auch gut ist. Aber ich muss auch sagen das ich Wein bis 15 Euro kaufe die oft nicht besser sind. Und darüber hinaus habe ich schon Wein getrunken bis zu hundert Euro und der war nicht gut, es muss nicht immer teuer sein auch günstig kann eine sehr gute Qualität sein.

  43. Es fehlt nur noch Wein als Geldwäsche wie im Kunsthandel, Antiquitätenhandel,
    ueberteuerte modekleider,
    Die gekauften Artikel nehmen zum
    offiellen Ausgang raus und Mittelsmänner bringen die Ware zum Hintereingang rein und das Spiel beginnt von neuem
    Oder existiert dieser Handel bereits??

  44. Ich finde den Beitrag vom Winzer Tobias Zimmer informativ und erhellend, dagegen den Kommentar von „Weinblogger“ Dirk Würtz arrogant und aufgeblasen. Dass Weingenuss seit jeher auch zur Selbstdarstellung und Profilierung missbraucht wird, ist nun mal so wie es ist. Leute, die extremem Luxus frönen, sich mit teuersten Gegenständen schmücken und unvernünftig verschwenderischen Lebensstandard leisten, sind Begleitumstände des menschlichen Wesens. Menschen aber, die sich am Weingenuss auch in bescheidenem Rahmen erfreuen gleich als verächtliche Schnäppchenjäger zu diffamieren, ist nicht nur „polemisch“ sondern infam.
    Deshalb bin ich zufrieden, dass es Weinhändlier gibt, auf deren Angebot ich vertrauen kann ohne von der Preisskala meinen Genuss bestimmen zu lassen.

  45. Ich liege mit meiner Meinung voll bei Herrn Rüdiger Vesper!
    Herr Würtz soll sich seine Villa von den Russen fianzieren lassen… Ich kenne keinen „armen“ Winzer!

    Was die Aussage anbelengt, „der Wein muss mir schmecken“, so kann ich nur sagen,
    wir haben Spitzen (Aroma) Forschungslabore, die schon unsere Geschmacksnerven
    zufrieden stellen! Also Hände weg von Weinen aus dem Supermarkt und vom Discounter. Diese Vertriebsschiene hat ein „seriöser“ Winzer nicht nötig!

    Mein Geschmack wird von „Delinat“ Weinen getroffen!

  46. Ich trinke seit Jahren gerne Wein. Ich bin eher konservativ und trinke am Liebsten Wein von einer Rebsorte. Weine mit verschiedenen Rebsorten trinke ich wohl bei Einladungen. Bei mir im Keller hat es fast keinen mit mehreren Rebsorten gemischt ausser Geschenke. Für mich ist es Kunst aus einer Rebsorte guten Wein herzustellen. Dies finde ich das schönste Geschenk. Meine Schmerzgrenze ist im Normalfall maximum Fr. 20.00 pro Flasche mit einigen kleinen Ausnahmen. Ich kaufe bei Delinat und andern Weinhändler. Zwischendurch auch mal im Grosshandel. Dort muss der Wein unbedingt zu erst versucht werden. Aber auch da gibt es Superweine zu Superpreisen.

  47. Wein ist ein Genussmittel und demzufolge lege ich in der Regel keine enge Preisgrenze fest. Entscheidend ist für mich ob ein Wein mir schmeckt und ob er hält was in den Degustationsnotizen versprochen wird. Experimente mit „Tiefpreisen“ mache ich eigentlich nur bei Delinat und bin da auch schon auf die Nase gefallen, andererseits gibt es eine Reihe von Delinat Weinen îm für mich unteren Preissegment um CHF 10-15 die mich bisher nicht entäuscht haben. Sicher ist es möglich ausgezeichnete Weine für Preise unter CHF 30 zu kaufen, d.h. für mich, Preise die darüber liegen lassen sich nur für Spezialitäten, kleinen Mengen oder über den „Marken“ Namen begründen.

  48. Den Begriff „Lebensmittel“ finde ich für Wein durchaus angebracht. Es kann trotzdem als ein Kulturgut bezeichnet werden. Ebenso wie Bier .. 😉
    Nur wenn Wein zum Luxusgut oder Kunst erhoben wird, habe ich ein Problem. Sobald jene Begriffe auftauchen, steigt der Preis in der Regel rapide. Man kann sich dem elitären Treiben entziehen und hat trotzdem sehr viel Spaß und Genuss.
    Deswegen ist man noch lange kein Schnäppchenjäger oder „auf Urlaub-Sparer“!

    Aber jedem das Seine. Wer auf Prestige wert legt und viel Geld hat, soll es raushauen. Da kommt bei mir kein Neid auf.

    Aber jetzt mal unter uns, was gibt es schöneres als mit Wein zu leben? Das heißt er gehört zum Alltag. Ich bedauere immer Kunden, welche sich nur am Wochenende ein „gutes Fläschchen“ gönnen.
    Gemeinsam mit Freunden oder Partner, am Abend zum Essen oder solo …
    … es geht nicht um Alkohol und nicht um Prestige … das hat für mich etwas mit Kultur und Leben zu tun.
    Respekt vor der Arbeit der Winzer und Händler sollte selbstverständlich sein. Über Billigstweine muss man ebenso wenig diskutieren, wie über Weine für hunderte von Euros. Dafür ist die Zeit zu schade.

  49. Das Argument man könne den Unterschied zwischen einem 20 und 100 Euro Wein nicht machen ist genauso polemisch wie die Aussage, dass nur noch Marketingkosten den Preis über €60,00 steuern. Kann der Herr aber den Unterschied zwischen einen €5,00 und €20,00 Wein machen? Abenteuerlich.

    Was den Preis von €60 und aufwärts angeht, hat es mit Marketing sowas von nichts zu tun. Viel mehr geht es darum vielleicht etwas mehr Geld zu verdienen und nur ein Faktor bestimmt den Erfolg : die Nachfrage. Erzählen Sie mir bitte schön was für ein Marketing Petrus betreibt… Ich meine sie gaben nicht mal solch eine Abteilung…

  50. Delinat kann den Artikel jetzt auch gleich löschen… die lächerlichen Jubelpärserkommentare sind bereits in mehreren Weinforen und auf Facebook ein Thema.
    Da hat die Marketing Abteilung wohl vollkommen versagt. Prinzipiell ein interessantes und diskussionswürdiges Thema, aber der Versuch es mit soviel zweifelhaften Eigenlob in den Kommentaren für sich zu entscheiden, ist sehr traurig und sehr auffällig . Man kann nur hoffen das der Einkauf besser ist wie die Marketingabteilung, sonst sind wohl keine trinkbaren Weine bei Delinat im Programm.

  51. Es ist für mich nicht entscheidend, ob ein Wein für 2-5 EUR mir vielleicht genauso gut schmecken kann einer der für 6-10 EUR.
    Der Geschmack ist nett, aber nicht ausschlaggebend. Ein schönes Auto kann aber qualitativ schlecht sein. Genauso ist es mit Wein.
    Ein Kaufargument kann IMMER nur die Qualität sein und dieses ist nicht „schmeckbar“, weil Geschmack eine ganz eigene Geschichte ist – nicht messbar und erklärbar!
    Was ich damit sagen will… je günstiger der Wein, desto schlechter die Qualität der Herstellung (nicht zu verwechseln mit der Qualität des Produktes!).
    Und ich kaufe die Herstellung ja mit! Ich kaufe den Umgang mit der Natur mit! Ich kaufe die gerechte Zahlung der Winzer und deren Mitarbeiter mit! Ich kaufe die Art der Herstellung mit!
    Die Qualität zweier T-Shirts kann gleich sein. Das T-Shirt, welches aus der Fertigung kommt, wo es keine Sicherheitsvorschriften, hohe Gesundheitsbelastung und Kinderarbeit gibt, will ich aber nicht!
    Und ich sage es hier mal ganz deutlich:
    Wer meint im Weinberg wie die Axt im Wald arbeiten zu können und den Wein schnell-schnell im Keller macht, der kann herstellen was er will. Der kann immer 100 Punkte bekommen. Der kann für 1,99 EUR verkaufen!
    Ich kaufe sowas nicht! Denn ich versuche das Gesamtpaket zu kaufen und wenn dieses für mich begründet, dass eine Flasche Wein 60-100 EUR kostet, dann bin ich bereit diese auch zu kaufen. Keine 12er Kiste, aber hin und wieder mal eine Flasche für einen besonderen Anlass.

  52. Niemand muss Hunderte von Euro für eine Flasche Wein ausgeben. Genausowenig 3000.- für einen viertel Quadratmeter Leder in Handtaschenform ,nur weil Louis Vuitton draufsteht. Aber wer dies für sein Ego braucht, der solls eben tun. Wie heisst es so schön:“ Man kann Alles verkaufen -es muss bloß teuer genug sein“. Ich trinke weiter meine „Billigweine“ zwischen 8.- und 25.- in erstklassiger Qualität und mit wunderbaren Geschmacksnuancen und für das hier Eingesparte Geld machen meine Frau und ich jedes Jahr genussvoll Urlaub in diversen Weinregionen.
    P.S. Das Blogger ihre Ansichten für die Ultima Ratio halten ist ja so neu auch nicht.

  53. Ich tendiere eher zur Meinung des Weinbauern Rüdiger Vesper. Aber natürlich ist es so, dass Weinbau ein Handwerk ist und man Wein nicht einfach als simples Nahrungsmittel abtun kann (ist es ja wohl auch nicht, denn ohne Wein kann man spielend auskommen, ohne Wasser nicht…). Und die Arbeit der Produzenten soll man auch wertschätzen und entsprechend entlöhnen (das betrifft sowohl Wein- wie auch andere Bauern!). Was ich aber stossend finde, sind die Preise von Wein in Speiserestaurants, weshalb ich das Wein trinken in solchen Etablissements eher meide, entweder der horrenden Preise wegen, oder weil, wenn sie billig sind, auch so schmecken!

    Vor mehr als dreissig Jahren habe ich Delinat kennen- und schätzengelernt, als die Firma ihr bescheidenes Weinsortiment noch in einem kleinen Reform-Laden im appenzellischen Heiden verkaufte. Und ich bin nach wie vor begeistert von ihrem Konzept – ökologische Weine aus Europa zu fairen Preisen Privatkunden mittels Degustier-Abonnement zugänglich zu machen. Ich habe mir auch schon teurere Weine geleistet, aber in der Regel bewegen sich meine Bestellungen zwischen 8 und 20 CHF pro Flasche. Und die günstigsten sind keinesfalls die schlechtesten – wenn ich an einen Molino denke oder den Pasiòn, das sind wunderbare Weine unter 10 CHF! Und vor allem: sind biologisch, ökologisch nach der Delinat-Philosophie hergestellt worden, ohne Gift und Zusätze, sodass man nicht wie bei konventionellen Weinen nur schon vom Anschauen der Flasche einen Ausschlag bekommt!

    Ich liebe Delinat!

  54. Ich habe mich jahrelang intensiv mit Wein beschäftigt, sei es während diversen Ausbildungen und auch unzähligen Degustationen. Nach meiner Erfahrung ist es schwierig, einen schönen, vielschichtigen Rotwein, welcher lagerfähig ist, unter CHF 20.- Ladenpreis zu bekommen. Ok, Wein ist Geschmacksache. Aber Kostenfaktoren wie Handlsese, herauslesen von schlechten Trauben, Ausbau in Barriques etc. machen einen guten Wein teurer. Soll jeder kaufen, was ihm schmeckt oder in seinem Budget liegt und was es ihm wert ist. Bedenklich finde ich aber schon den heutigen Zeitgeist, nur noch Schnäppchen einzukaufen und statt kleine Weingeschäfte nur noch Massenware im Grossverteiler zu beziehen. Und das schlimmste an diesen Kommentaren sind die Lobhudeleien auf Delinat. Das scheint mir sehr verdächtig.

    1. Sorry, Herr Anliker, aber das ist keine Lobhudelei, da haben Sie mich falsch verstanden (habe vielleicht etwas übertrieben ;-). Mich überzeugt das Konzept, und das seit Jahren. Auch Delinat hat mal klein angefangen, ist sich aber selber treu geblieben. Und ich kaufe eben nicht Massenware im Grossverteiler, im Gegenteil, ich beziehe auch von Winzern, die ich persönlich kenne. Auch wenn sie nicht biologisch produzieren, so weiss ich doch, wer dahinter steht und was die für ein Philosophie haben. Mein Beitrag sollte nicht Werbung für billige Weine machen, aber was ich damit sagen wollte, auch günstige Weine können gut schmecken. Ich gehe mit Ihnen voll und ganz einig, dass Wein Geschmacksache ist, und ich verabscheue die heutige „Geiz-ist-geil“-Einstellung, die leider auch bei uns überhand nimmt – nicht nur beim Wein! Aber es gibt eben auch Leute, die denken, dass ein Wein nicht teuer genug sein kann, weil sie andere beeindrucken möchten.

      In diesem Sinne wünsch ich Ihnen einen gemütlichen Sonntagabend – mit dem Wein, der Ihnen schmeckt! Ich mach’s jedenfalls so…

  55. Ich stimme Bruno Anliker voll und ganz zu. Wenn man schon einmal eine Weinreisemit/über Delinat gemacht hat – ich z.B. im Schloß Duvivier, und die
    Arbeit des Winzers gesehen hat und man auch persönlich per Hand mitgeholfen hat, weiß, dass es eigentlich kaum Weine unter 5 Euro geben kann. Wir in unserem Weinclub machen monatlich Blindverkostungen mit dem Ziel, was schmeckt und was würdest du ausgeben. da tun sich manchmal preisliche Abgründe auf. Wir sagen immer, der Wein muss mir zunächst voll und ganz munden und erst dann kommt der Preis. Vielleich 10 vielleicht auch 80 Euro. Und es darf auch einmal ein Nicht-Delinat-Wein sein. Bin nach 40 Jahren Wein trinken noch nicht vergiftet und auch nicht jeder Delinat-Wein ist der “ Knaller“. Zum Wohl – heute mal ein EDIZIONE von Farnese/Apulien für 25 Euro.

  56. D. Würtz bringt eigentlich keine plausiblen Argumente, wenn es um die Frage geht, ob Weine jenseits der € 60 Grenze merklich besser schmecken als solche innerhalb dieses Rahmens. Sein Hinweis auf die Geiz-ist-geil-Mentalität ist hier jedenfalls reichlich deplatziert. Die Ansicht von T. Zimmer scheint mir nachvollziehbar. Aber: Es gibt Weine, die sind zwar nicht „besser“ als irgendein 60-€-Wein, aber sie haben gewisse charakteristische Eigenschaften, die nachgefragt werden (z.T. vielleicht wegen geschickten Marketings, aber nicht nur), und sind zugleich nur begrenzt verfügbar. Entsprechend steigt der Preis über den Einsatz von Arbeit und Material, also über die berühmten € 60 hinaus. Das ist doch bei allen anderen Produkten auch der Fall. Außerdem: Wer käme bei einem Bild von Picasso auf die verrückte Idee, einen Preis, der über den Materialeinsatz und die Arbeitszeit (€ 40 die Stunde?) hinausgeht, für überzogen zu halten?
    Resümee: Wer nur Hervorragendes, aber nicht unbedingt Exklusives will, schwebt mit einem 60-€-Wein garantiert über den Wolken.

  57. Herr Dirk Würtz hat vollkommen recht. Lebensmittel generell dürfen nicht ‚billig‘ sein. Wenn sie nichts kosten – sind sie nichts wert!
    Ich vermisse Werbung im täglichen Leben, die das ‚Klein aber fein‘ hervorheben. Was verbreitet ist : seitenweise Reklame mit dem Argument des billigen Preises. EUR 1.99 und solchen Unsinn. Gut gibt es die Hauszeitung von Delinat, die die Menschen, die Orte und Arbeitsweisen hinter den Produkten beschreiben und belegen. Es stützt die Glaubwürdigkeit.
    Im Supermarkt bleibt alles offen – Ökologie, Ethik, Fairness im Handel.
    Ich will keine Schnäppchen, ich schätze gute Produkte.
    Kompliment Hr. Würtz, für die klare Haltung.

  58. Es gibt Millionen von Menschen, die beim Discounter „Industrie-Wein für unter 2,- € kaufen – und sie kommen wieder, sind also zufrieden. So weit so gut.

    Ich denke, wenn ich ein Weingut besuche, egal wo, bekomme ich für ab 4,- € einen anständigen Alltagswein. Das heisst nicht, dass es dem Winzer schlecht gehen muss. Es ist möglich für 4,- € (ab Weingut) einen Wein sauber herzustellen und noch einen kleinen Gewinn zu erwirtschaften.

    Für 10-20,- € findet man auf der ganzen Welt eine unglaubliche Menge an hervorragenden Weinen, aber eben auch Andere. Man muss sich vom Verkäufer seines Vertrauens beraten lassen oder selber suchen und probieren.

    Das Problem mit den Weinen, die teurer oder sogar viel teuerer sind ist folgendes:

    Je hochwertiger/teurer ein Wein ist, desto spezieller ist er auch.
    Deshalb steigt mit dem Preis natürlich auch die Anzahl der Konsumenten, die mit diesen speziellen Eigenschaften gar nichts anfangen können.

    Bei hoher Qualität, also großem Aufwand, finden sich aber oft viele Käufer, die bereit sind für ihr Wein-Erlebnis den höheren Preis zu bezahlen.

    Wenn der Winzer seine ganze Ernte für 20,- € in zwei Wochen verkauft, verstehe ich ihn, wenn er es im nächsten Jahr mit 25,- € versucht. Bleibt es trotzdem bei der Nachfrage, kann er überlegen, ob er noch höher geht. Kennen Sie einen Unternehmer, der bei solch einer Möglichkeit nicht anfängt zu schwärmen, was er mit dem höheren Gewinn alles in seinem Unternehmen machen kann?

    Das ist der natürliche Weg, wie die Nachfrage über den Preis dem Winzer den Wert, also die tatsächliche Qualität seines Weines bescheinigt.

    Viele Grüße

  59. Alleine die Fragestellung halte ich für problematisch. Übertragen auf andere Branchen hieße die: wieviel Zinsen darf eine Bank nehmen, was darf ein Haus kosten oder wieviel darf ein Manager verdienen? Nun bin ich alles andere als ein Neoliberaler, der die Segnungen eines allzu freien Marktes preisen möchte, ganz im Gegenteil. Aber gerade beim Wein ist es nunmal seit 200 Jahren eine unumstössliche Tatsache, dass sich Kenner/Geniesser/Sammler oder diejenigen, die sich dafür halten, bereit sind, auch über einen berechenbaren Gestehungspreis plus Marge etc. hinaus zu bezahlen. Kritik an diesem Mechanismus kann ich nachvollziehen, kommt mir aber auch immer ein wenig vor wie eine Neiddebatte von denjenigen, die nicht davon profitieren. Erinnern möchte ich daran, dass gerade traditionsreiche Handelshäuser niemals ein Problem darin sahen, 500 € oder mehr für einen Premier zu bezahlen. Und wer dachte, dass die Preise nach dem Jahr 2000 nicht mehr steigen würden und ein Gewinn nicht mehr realisierbar wäre, musste sich vom Gegenteil überzeugen lassen. Neue Märkte, neues, zahlungskräftiges Klientel. Woher das Geld stammt(e), dass hat doch kaum jemand interessiert. Und genau das wäre eine Diskussion wert, wenn sie denn gewünscht wäre: warum gibt es Menschen, die mal eben 50.000 oder 100.000 € für eine Lieferung Wein ausgeben können? Die hier gestellte Frage, wieviel Wein kosten darf mutet dagegen an wie die Frage, ob man Sonntags Rolls fahren darf oder nur Opel. Wenn wir akzeptieren, dass wir in ( und von )Gesellschaften leben , die stark darauf basieren, Menschen in Einkommensklassen aufzuteilen und die wenigen Eliten ermöglichen, riesige Vermögen anzuhäufen, müssen wir auch exorbitant hohe Preise für Wein akzeptieren.

    Ich stimme voll und ganz zu, dass die Billigschiene keine nachhaltige Lösung ist, weder für Wein, noch für sonstige Waren oder Dienstleistungen. Eine faire Entlohnung muss Grundlage für ein gutes Erzeugnis sein. Wir sollten aber auch daran denken, dass es breite Schichten gibt, die sich schlicht keine Flasche Wein für 10 € leisten können! Auch hier komme ich zum gleichen Schluss: eine Harmonisierung der Einkommensverhältnisse wird auch eine Harmonisierung der Weinpreise mit sich bringen. Dann müssen wir nicht mehr fragen, wieviel eine Flasche kosten darf……

  60. Wein ist Lebensstil, ist LebensArt und kein Grundnahrungsmittel. Von daher hat jeder seine Philosophie zum Wein. Die Emotionen und die eigenen Gedanken, wenn wir eine Flasche Wein öffnen und diesen Tropfen genießen sind so individuell, dass jeder bestimmen kann, was er dafür ausgeben möchte. Müßig darüber zu lamentieren, ob es einen bestimmten Preis wert sein müsse oder dürfe.

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