Bio-Honig aus reicher Natur: die Delinat-Imker

Europa ist der zweitgrösste Honigproduzent weltweit und kann seinen Bedarf trotzdem nur zu 60% decken. Importe aus China, Südamerika und anderswo decken den Rest. Europa ist damit auch einer der grössten Importeure von Honig.

Das begehrte Produkt schürt die Versuchung, mit unlauteren Methoden die Mengen zu erhöhen. Kaum bekannt ist die Tatsache, dass Honig das am dritthäufigsten gefälschte Lebensmittel ist. Das ZDF hat am 14.10.2019 eine bemerkenswerte Doku ausgestrahlt: «Fake Honig».

Eine Biene auf der Suche nach Nektar, welcher zu kostbarem Honig wird.
Die Grundsätze der Delinat-Imkerei
Die Richtlinien definieren Standort (Umwelt), Behausung, Fütterung, Honiggewinnung, Bienen-Behandlung und analytische Kontrolle. Die Details dazu finden Sie unter: www.delinat.com/imkerei

Die Delinat-Imker

Unsere kleinen Imkereien produzieren authentischen Honig in naturbelassenen Regionen Europas. Dank ihrer langjährigen Erfahrung und dem Wissen über die besten Weideplätze gewinnen sie köstliche Honige von höchster Qualität. Doch Umweltverschmutzung und Klimawandel machen das immer schwieriger.

Hier stellen wir Ihnen unsere engagierten Bio-Imker aus Bulgarien, Italien und Spanien einmal vor:

Nureitin Nieziew, Bulgarien
Gerada

Imker Nureitin Nieziew aus Bulgarien überlässt seinen Bienen genügend Honig

Der 48-jährige Nureitin Nieziew strahlt eine wohltuende Ruhe aus. Diese schöpft er wohl aus der kaum besiedelten Region am Rusenski Lom-Naturpark. Es gibt für eine Imkerei kaum einen besseren Ort auf Erden. Die Bienenhäuser stehen weit abseits von Industrie und anderer Verschmutzung.

Für Bienen ist das ein Schlaraffenland. Ausgedehnte Linden- und Robinienwälder (Scheinakazie) laden zum Schlemmen ein. Nureitin ist sichtlich stolz auf seine gesunden Völker. 1994 hat er das Handwerk von seinem Onkel gelernt. Die Imkerei spielt eine wichtige Rolle in der Familiengeschichte.

Nureitin hält seine Völker sehr naturnah. So verwendet er ausschliesslich eigenes Bienenwachs für die Herstellung der Waben. Zur Überwinterung der Bienen lässt er genügend eigenen Honig in den Stöcken, eine Fütterung mit Zucker oder Sirup kommt für ihn nicht in Frage. Seiner Meinung nach ebenso wichtig für die Gesundheit der Völker ist die Wahl der Königinnen. Seine stammen von den eigenen Völkern und werden gezielt auf Robustheit gezüchtet.

Nureitin hält seine Völker sehr naturnah. So verwendet er ausschliesslich eigenes Bienenwachs für die Herstellung der Waben. Zur Überwinterung der Bienen lässt er genügend eigenen Honig in den Stöcken, eine Fütterung mit Zucker oder Sirup kommt für ihn nicht in Frage. Seiner Meinung nach ebenso wichtig für die Gesundheit der Völker ist die Wahl der Königinnen. Seine stammen von den eigenen Völkern und werden gezielt auf Robustheit gezüchtet.

Leider ist die Varroa-Milbe trotz Abgeschiedenheit auch hier eingeschleppt worden und macht den Bienen zu schaffen. Regelmässige Behandlungen mit Ameisensäure halten den gefährlichen Blutsauger in Schach, so dass Nureitins Völker trotz der Plage gesund und kräftig sind.

Angela Ronca & Francesco Apicella, Italien
La Bottega delle Api

Imker Francesco Apicella aus Italien produzieren seit vielen Jahren Honig für Delinat

Alles begann vor 30 Jahren in Cava dei Tirreni im Hinterland der bezaubernden Amalfi-Küste. Das hügelige Gebiet wird von Einheimischen auch «kleine Schweiz» genannt. Aus Freude an den Bienen und im Bewusstsein um ihren Stellenwert in der Natur haben Francesco Apicella und seine Frau Angela Ronca damals einem alten Imker vier Bienenbeuten abgekauft.

Anders als ausgebildete Profis mussten die Roncas die Imkereikunst von Grund auf erlernen, was ein steiniger Weg war. Die Freude an der Arbeit mit den Bienen überwog und die vielen Schwierigkeiten traten in den Hintergrund. «Noch heute stellt uns die anspruchsvolle Arbeit mit den Bienen immer wieder vor Herausforderungen. Mit den Jahren haben wir durch Beobachtung aber viel von der Natur gelernt». So kennen sie inzwischen die genaue Blütezeit der besten Trachten, um die Bienen genau zum richtigen Zeitpunkt an optimale Weideplätze zu bringen.

Vor allem im Winter bietet das milde mediterrane Klima grosse Vorteile. Es gibt immer genügend Trachtpflanzen, von welchen sich die Bienen ernähren können. Zum Beispiel der immergrüne Erdbeerbaum (Arbutus) und andere Heidekraut-Gewächse. Eine Fütterung der Bienen kommt für die überzeugten Bio-Imker natürlich nicht in Frage.

Die wohl grösste gesundheitliche Belastung für Roncas Bienen ist die Varroa-Milbe. Oxalsäure hilft, doch die Behandlungen sind aufwändig und können den Befall nicht verhindern, nur mindern. Die Gesundheit der Völker hängt jedoch von vielen anderen Faktoren ab. Zentral ist die Wahl der Königin. «Wir legen Wert auf unsere eigene Zucht, um die Genetik von robusten Bienen zu fördern». Wichtig ist den Roncas auch die Weitergabe ihres hart erarbeiteten Wissens. Ihre Imkerei ist deshalb auch eine Bienenschule, welche Kurse für Schüler und Erwachsene anbietet.

Flavio Piovesan, Italien
Apicoltura Piovesan

Imker Flavio Piovesan aus Italien besitzt 700 Bienenvölker und produziert klimaneutralen und biologischen Honig

Flavio Piovesan stammt aus einer Bauernfamilie und setzte sich schon früh für eine nachhaltige Landwirtschaft ein. «Man nannte uns Alternative», sagt der 63-jährige Imker. Es gab eine kleine Gruppe, die vor der Zeit der Zertifizierungen schon nach biologischen Grundsätzen arbeitete. In einem solchen Betrieb übernahm Flavio die Verantwortung für die Bienen. Daraus entstand die erste zertifizierte Bio-Imkerei Italiens. Seine Frau Alessandra ist Biologin und arbeitete 15 Jahre lang in der Bienenforschung am Institut in Legnaro. Heute umfasst die Imkerei 700 Völker.

Flavio hat keine gravierenden Probleme mit der Varroa-Milbe. Er beugt mit Thymol und Oxalsäure vor, was sich sehr bewährt. Die Rahmen der Waben stammen aus eigener Produktion. Wie in der Delinat-Imkerei vorgeschrieben, werden die Bienen nicht gefüttert, was für Flavio kein Problem ist. Es gibt Pflanzen, die bis spät in den Herbst hinein blühen und Nahrung bieten. Und natürlich lässt Flavio seinen emsigen Insekten bei der Honigentnahme genügend eigenen Vorrat. Im Frühjahr blühen Hartriegel und Löwenzahn schon sehr früh, sodass die «Durststrecke» nur wenige Wochen dauert. Den Frühlingshonig überlässt der weise Imker dann ganz den Bienen, damit die Völker kräftig in die Saison starten.

Flavio ist in all seinem Handeln sehr konsequent. Nachhaltigkeit ist für ihn Grundlage für alle Entscheidungen. So deckt er den gesamten Energiebedarf für seine Imkerei durch die eigene Solaranlage ab. Flavios Honig ist also nicht nur bio und gesund, sondern auch klimaneutral.

Luisa Fernández Alonso, Spanien
Olaya

Luisa Fernández aus Spanien produziert mit ihrer Imkerei Olaya seit 2004 biologischen Honig

Die 54-jährige Luisa Fernández wirkt eher wie eine Unternehmerin als eine Imkerin – und tatsächllich ist sie studierte Betriebswirtin. Was 1997 aus Bewunderung für die Bienen als Hobby begann, hat sich zu einer Berufung entwickelt. Es ging Luisa nicht nur um die Bienenhaltung, sondern um einen Beitrag an die nachhaltige Entwicklung wirtschaftlich bedrohter Regionen im ländlichen Asturien.

Schon wenige Jahre nach Beginn ihrer Imkerei (Olaya S.L.) wurde Luisa klar, dass die traditionellen Methoden zu sehr von der Natur abgerückt sind. Sie entschloss sich 2004 zur Umstellung auf biologische Imkerei: «Wir erachten es als unsere Pflicht, alles für eine nachhaltige Entwicklung in dieser Region zu tun. Insbesondere die Bienenhaltung kann viel für eine artenreiche und gesunde Natur tun. Antibiotika und Akarizide haben hier keinen Platz».

Um Verunreinigungen zu vermeiden, verwendet Luisa nur eigenes Wachs für die Waben. «Wir setzen auf eigene Königinnen. Milben und andere Parasiten begegnen wir mit natürlichen Mitteln wie Ameisen-, Essig-, Milch- und Oxalsäure, sowie ätherischen Ölen». Gegen die Widrigkeiten der Natur kann Luisa die Bienen leider nicht schützen. Trockenheit, Nässe und Waldbrände, die in den letzten Jahren häufiger auftreten, stellen sie immer wieder vor grosse Herausforderungen.

Es ist die Ironie des Schicksals: Luisa hat über die Jahre eine Allergie auf Bienengift entwickelt. Dank Aufteilung der Arbeiten funktioniert der kleine Familienbetrieb trotzdem tadellos. Die Unterstützung durch Luisas Schwester, ihrer Tochter und zwei Gehilfen lässt zu, dass Luisa selbst sich mehr mit dem Honig beschäftigt. Trotzdem lässt sie es sich nicht nehmen, Besucher persönlich zu betreuen und ihnen die Bienen – in gebührendem Abstand – zu zeigen.

Sylvia & Christoph Gaupp, Spanien
Imkerei Gaupp-Berghausen

Christoph Gaupp (Imkerei Gaupp-Berghausen) aus Spanien verzichtet wie alle Delinat-Imker auf die Fütterung im Winter und lässt seinen Bienen genügend eigenen Honig

Vor 40 Jahren wanderte das österreichische Paar nach Spanien aus. Ein Zuhause fand es in Torronteras, einem verlassenen Dorf auf 1030 Metern über Meer, in der Sierra de Guadalajara. Die letzten Einwohner verliessen Torronteras Anfang der 1960er und überliessen das Dorf dem Zerfall.

Sylvia und Christoph Gaupp lebten 15 Jahre lang ohne Strom, bauten ihr Haus auf den Ruinen selbst auf und lebten vom Verkauf selbst hergestellter Produkte aus biologischer Produktion. Eines Tages befand sich ein fremdes Rind unter Gaupps Herde. Vergeblich suchten sie nach dem Besitzer des Tieres und so nahmen sie es auf. Nach einiger Zeit tauchte ein Bauer in Torronteras auf, der von dieser Geschichte gehört hatte und eine Kuh vermisste. Es war tatsächlich sein Tier, das nach einer Odyssee von 60 Kilometern bei Gaupps eine «zweite Weide» gefunden hatte.

Und wie das Leben so spielt, war dieser Bauer Imker und weckte so bei den Gaupps das Interesse für die Bienen. Heute führen Tochter Malva und ihr Partner David die Imkerei und Honig ist auch ihr Haupterwerb. Aber die Imkerei ist schwierig in dieser immer trockener werdenden Region. Wenn das Wasser ausbleibt, blüht es nicht richtig und die Bienen hungern. Das ist in den letzten Jahren zum generellen Problem geworden. Gegen die Varroa-Milbe gehen die Gaupps erfolgreich mit Thymol und Oxalsäure vor. Trotzdem verenden Jahr für Jahr ein paar Völker.

Die Gaupps vermehren ihre Völker über die Zucht eigener Könniginnen und verzichten wie alle Delinat-Imker auf Fütterung im Winter. Es wird genügend eigener Honig in den Stöcken gelassen, so dass die Bienen dank gesunder, natürlicher Nahrung mit viel Energie in den Frühling starten können.

Unser Honig-Sortiment

Eine Biene auf der Suche nach Nektar auf einer Sonnenblume

Um Ihnen einen ungetrübten Genuss zu garantieren, werden unsere Honige in umfassenden Analysen auf Qualität, Ursprung, Pestizidrückstände und vieles mehr geprüft.

Die Honigsorten stammen von Kleinbetrieben und oft sind nur sehr kleine Mengen verfügbar. Doch genau das macht Delinat-Honig attraktiv und authentisch – höchste Qualität, individuell und keine Massenware.

Auch dieses Jahr finden Sie ein sorgfältig ausgewähltes Angebot an handwerklich hergestellten Sortenhonigen. Besonders attraktiv sind die beliebten Probierpakete dunkler, heller und bunt gemischter Sorten.

-> zum Honig-Sortiment

Hans Wüst

Redaktor bei Delinat
Der Mensch kann die Natur malträtieren oder in Harmonie mit ihr zusammenarbeiten. Egal, wofür er sich entscheidet, sie ist immer stärker. Weine, die im Einklang mit der Natur hergestellt werden, sind deshalb nicht nur besser, sie haben auch eine ganz andere Aura.
Hans Wüst

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