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Albet i Noya

Im Wein-Erfolgsmärchen der Brüder Josep Maria und Antoni Albet i Noya sind Atempausen nicht vorgesehen. 2003 wurde ihr neuer Keller fertig. Ein eindrucksvolles Gebäude, das gleichzeitig beweist, dass bei Albet i Noya kein Geld für protzigen Marmor und anderen Luxus am Bau ausgegeben wird. Jeder Euro wird so investiert, dass er der Weinqualität zu Gute kommt.
Spaniens Bio-Turbo schreibt weiter Wein-Geschichte

Ein weiterer, noch wichtigerer Meilenstein ist für Josep Maria Albet i Noya der Kauf der 55 Hektar umfassenden Domäne Can Milá de la Roca. Ein Grossteil der 30 Hektar, die schon mit Reben bepflanzt sind, befindet sich in Terrassenlagen, die von wertvollen Trockenmauern gehalten werden. Drei Parzellen mit bis zu 60jährigen Xarel.lo-Reben, die isoliert im Buschland liegen und in einer Höhe von 350 Meter über Meer optimal durchlüftet werden, werden inzwischen Biologisch dynamisch nach der Philosophie von Rudolf Steiner bewirtschaftet.

Der Blick in die «Bibel» des spanischen Weinpapstes José Peñin beweist, dass Albet i Noya qualitativ zu den führenden Betrieben Spaniens zählt. Auch beim amerikanischen Weinkritiker Robert Parker Jr. durchbrechen die Weine des katalonischen Bioproduzenten immer wieder die «90 Punkte-Schallmauer».
Der Erfolg wurde hart erkämpft

Das Brüderpaar Albet i Noya musste sich diesen Erfolg in den vergangenen 30 Jahren hart erkämpfen. Als die beiden 1979, nach dem Tod ihres Vaters, den Betrieb übernahmen, produzierte dieser Trauben für die grossen Handelshäuser. Josep Maria und Antoni Albet i Noya begannen rasch, selber Wein abzufüllen. Vor allem aber stellten sie als eine der ersten Kellereien Spaniens überhaupt auf kontrolliert biologischen Anbau um. Das brachte ihnen damals nur Spott ein. Doch die Zeiten haben sich gewandelt: Heute bewirtschaftet Albet i Noya nicht nur die eigenen 80 Hektar biologisch. Dank der rasch wachsenden Nachfrage konnten auch zahlreiche Traubenlieferanten zur Umstellung auf biologischen Anbau motiviert werden.
Albet i Noya und Delinat: ein ideales Gespann

Albet i Noya gehört heute zu den international erfolgreichsten spanischen Weinproduzenten. Dieser Erfolg ist auch auf die enge Zusammenarbeit mit Delinat zurückzuführen. Gemeinsam ist es gelungen, eine stets wachsende Zahl von Weinkonsumenten in der Schweiz und in Deutschland von den Vorzügen der Albet i Noya-Weine zu überzeugen. Die Kooperation geht sogar so weit, dass die beiden Partner gemeinsam neue Weine kreiert haben wie beispielsweise den Vinya Laia. Dieses Projekt machte es möglich, eine qualitativ hochstehende mediterrane Cuvée zu einem attraktiven Preis zu lancieren.
«Entwicklungshilfe» für spanische Winzer

«Spanien hat beste Voraussetzungen, um auf biologische Weise vorzügliche Weine herzustellen», sagt Josep Maria Albet i Noya. Kein Wunder, ist er heute ein gefragter «Consultant» und betreut Projekte im Priorat (Mas Igneus), in Rioja und im südspanischen Alicante. Auch bei der Einführung neuer Sorten spielt Albet i Noya in seiner katalanischen Heimat eine führende Rolle. Nebst heimischen Gewächsen wie Parellada, Xarel.lo oder Tempranillo baut das Brüderpaar mit grossem Erfolg auch Merlot, Syrah, Cabernet Sauvignon und andere Sorten an.

In der 2003 erbauten Kellerei im Winzerdorf Sant Pau d'Ordal, eine halbe Autostunde südlich von Barcelona, schlummert Rotwein in mehr als 1'200 Barriques seiner Trinkreife entgegen. Das Spektrum reicht von grossartigen Cavas (flaschenvergorenen Schaumweinen) über verschiedenste Stillweine (darunter die Spitzen-Cuvées Núria und Reserva Martí) bis zu süssen Spezialitäten im Portwein-Stil.
Noch immer Pionier

In einem Versuchs-Rebgarten werden zahlreiche neue Sorten wie etwa die heimische Garrut oder die Arinarnoa (eine Kreuzung aus Merlot und Petit Verdot), aber auch pilzresistente Neuzüchtungen im Anbau getestet und in der Kellerei speziell vinifiziert.

Das Katalanische scheint übrigens eine ganz eigene Sprache zu sein: Albert oder Alberto wird Albet genannt, sein Vinya Laia heisst dann Vina Layla, Vinalaya, Vinha (Vinia) Laya, Vinja Laja oder gar Vino Playa. Kein anderer Delinat-Winzer bereitet so viele Probleme mit der Orthographie. Weder ihm noch seinem Wein hat das aber bisher geschadet...
