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Weingut Jürgen von der Mark

Es gibt nur wenige Winzer und Weinexperten, die sich mit dem Titel Master of Wine schmücken dürfen. Jürgen von der Mark aus Bad Bellingen in der süddeutschen Region Baden ist einer davon. In dieser Funktion arbeitet er als Weinexperte mit Delinat zusammen. Doch Theorie alleine ist seine Sache nicht, deshalb betreibt er seit 2003 auch ein eigenes Weingut. Am Tuniberg hat er einen drei Hektar grossen Weinberg mit Spätburgunder gepachtet. Sein erklärtes Ziel: «Ich will einen bestmöglichen Pinot Noir herstellen.» 2007 kam er zur Erkenntnis, dass die Grundvoraussetzung dafür der biologische Anbau ist und stellte sein Weingut entsprechend um. «Ich bin überzeugt, jetzt eine andere Vitalität in meinen Anlagen zu haben. Tendenziell erkenne ich auch ein «stressfreieres» Reifeverhalten der Trauben. Ökologischer Weinbau ist für Jürgen von der Mark heute ein unverzichtbarer Teil der Betriebsphilosophie.
Windiges Hochplateau

Die Reben wachsen ausschliesslich auf dem lössbedeckten Kalkstock des Tunibergs. Die Weinberge befinden sich auf dem Hochplateau, wo ein verbreiteter Wind für eine gute Durchlüftung und eine moderate Abkühlung an heissen Sommertagen sorgt. Beides ist für Pinot Noir wichtig. Die starke Lössschicht bietet gute Wuchsbedingungen und ist in der Lage, die Reben auch in langen Trockenperioden mit ausreichend Wasser zu versorgen. Um den ökologischen Pflanzenschutz zu unterstützen, achtet Jürgen auf eine intensive Laubarbeit: «Ich lege grossen Wert auf eine lockere und gut geordnete Laubwand. Dadurch werden die Blätter optimal belichtet und trocknen schnell ab, was vorbeugend gegen Pilzbefall wirkt.»
Ab in die Metzgerei
Seit dem Jahrgang 2008 werden die Trauben in einer ehemaligen Metzgerei verarbeitet. «Das hört sich makaber an, ist aber technisch hervorragend. Ich verfüge dort neben ausreichend Platz auch über einen eigenen Kühlraum, in dem ich die in offenen Kisten angelieferten Trauben bei Bedarf schonend kühlen kann», erklärt Jürgen von der Mark. Beim Keltern wird wenn möglich auf den Einsatz von Reinzuchthefe verzichtet.

Nach Ende der Gärung wird der Jungwein nach Rheinweiler transportiert und in einem alten, unterirdischen Fasskeller in die vorbereiteten neuen Barriques gelegt. Der Wein lagert hier zwischen 12 und 18 Monaten ohne abgezogen zu werden auf der Feinhefe. In dieser Zeit erfolgt der biologische Säureabbau. Danach wird der Wein schonend aus dem Fass abgezogen und unfiltriert in die Flaschen abgefüllt.
