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Château Duvivier

Aus einem verfallenen Weingut wurde ein Leuchtturm für ökologischen Weinbau der Zukunft: Château Duvivier steht heute für Innovation, Biodiversität und genussvolle Weine – mitten in der Provence.

Am Anfang – genauer im Jahr 1991 – waren ein heruntergekommenes Château im hintersten Winkel der Provence und der grosse Traum vom ganzheitlichen Bio-Weingutsbetrieb. Das «Weinwunder» im wilden Departement Var wurde damals von Delinat und seinen Kundinnen und Kunden ermöglicht, die in den ersten Jahren als Aktionäre das Projekt gemeinsam unterstützten. Heute geniesst Château Duvivier den Status eines Modellbetriebs im biologischen Weinbau. Inmitten der betörend schönen Provence mit Eichenwäldern und Naturwiesen mit Thymian, Lavendel und Rosmarin werden laufend ökologische Methoden und neue Rebsorten getestet, um den biologischen Weinbau rund um die Delinat-Methode herum kontinuierlich zu optimieren.

Zum Alltag auf Château Duvivier gehört neben dem eigentlichen Weinmachen eine rege Forschungstätigkeit. Wohl kein anderes privates Weingut forscht in Frankreich seit Jahren so konsequent nach Verbesserungen im ökologischen Weinbau wie Château Duvivier. Klar, dass vom innovativen Geist auf Château Duvivier auch die eigenen Weine profitieren. Der Rosé-Klassiker «Cuvée des Amis» und die unverkennbaren Rotweine «Les Hirondelles» und «Les Mûriers» sind mittlerweile fixe Grössen im Delinat-Stammsortiment. Und neu dazugekommen ist nun die frisch-leichte Botanica-Linie, welche die Weinauswahl aus der Provence optimal ergänzt.

Ein grüner Stern im wilden Var

Das Château eignet sich hervorragend für erholsame Ferientage in der wilden Provence. Delinat-Kundinnen und -kunden haben die Möglichkeit, hautnah mitzuerleben, was einen nachhaltigen, ökologischen Weinbau ausmacht. Das Château bietet rund 20 Betten und man kann in aller Ruhe ausspannen oder Ausflüge in die nähere und weitere Umgebung unternehmen.

Ferien auf dem Château buchen können Sie hier: www.chateau-duvivier.com.

PIWI-Sorten als zentraler Baustein des ökologischen Weinbaus

Delinat gehört zu den Pionieren im biologischen Weinbau und engagiert sich seit Jahrzehnten für die Züchtung neuer, pilzresistenter Rebsorten (PIWI). Bereits in den 1990er-Jahren erhielt das firmeneigene Weingut Château Duvivier im Süden Frankreichs eine Sonderbewilligung, um als erstes Weingut des Landes mit neuen Rebsorten zu experimentieren. Seitdem dient das Château als Versuchsfeld für den nachhaltigen Weinbau der Zukunft. Es werden verschiedenste neue Rebsorten auf unterschiedlichen Parzellen getestet, um herauszufinden, welche wirklich gut gedeihen und dabei hervorragende Weine hervorbringen.

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Forschung ist ein wichtiger Bestandteil der Arbeit auf Château Duvivier – Sekundärkulturen wie Weinbergpfirsiche steigern die Biodiversität und liefern schmackhafte Früchte, während Rosen die Rebzikade in Schach halten.

Dank der engen Zusammenarbeit mit dem PIWI-Pionier Valentin Blattner, einer Partnerschaft mit der französischen Rebschule Mercier und einem speziell eingerichteten Raum für Mikrovinifikationen soll die Forschungsarbeit mit neuen Sorten künftig noch ausgeweitet werden. Das langfristige Ziel: Château Duvivier soll sich zu einem Kompetenzzentrum für neue, ökologische Rebsorten entwickeln. Unsere Vision ist klar: Diese innovativen Sorten sollen nicht nur im Weinbau vermehrt Einzug halten, sondern auch bei Konsumentinnen und Konsumenten bekannter werden.

Reben lieben Bäume: Agroforst auf Château Duvivier

Auf dem Delinat-Forschungsweingut Château Duvivier in der Provence wird seit fast 20 Jahren mit Agroforst – oder genauer «Vitiforst» – gearbeitet: Also mit dem gezielten Einbringen von Bäumen und Sträuchern in die Weinberge. Schon früh erkannte Delinat das Potenzial dieser ökologischen Anbauform für gesunden Boden und nachhaltigen Weinbau.

Inzwischen stehen über tausend Bäume zwischen den Rebzeilen auf Château Duvivier. Diese Vielfalt verbessert nicht nur die Biodiversität, sondern vor allem auch die Bodenstruktur: Mikroorganismen, Pilze und Mykorrhiza-Netzwerke fördern die Nährstoffverfügbarkeit und erhöhen die Wasserspeicherkapazität. So entsteht ein lebendiger Boden – die Grundlage für gesunde Reben und hochwertige Trauben.

Kluges Wassermanagement als Teil der Delinat-Methode

Extreme Wetterereignisse wie Dürre, Starkregen und Überschwemmungen stellen auch den biologischen Weinbau vor große Herausforderungen. Um Böden besser zu schützen und Wasser optimal zu nutzen, setzen wir im Weinberg auf ein innovatives Permakultur-Konzept.

Unter Anleitung von Permakultur-Pionier Josef Andreas Holzer und Architekt Jens Kalkhof wurde 2017 ein umfassendes Projekt gestartet, das gezielt Wasser in der Landschaft zurückhält. Dazu zählen die Umleitung von Wasserläufen, der Bau von Gräben, Rückhaltebecken und Sickerteichen – wenn möglich alles entlang der natürlichen Höhenlinien, gemäss dem sogenannten Keyline-System. So bleibt das Wasser auch bei längeren Trockenperioden gespeichert, Erosion wird vermieden und der Grundwasserspiegel wird stabilisiert. Das Projekt bringt nicht nur gesündere Böden und stabilere Erträge – es schafft auch neue Lebensräume. Eine reiche Pflanzen- und Tierwelt beleben heute das Gelände rund um die Wasserspeicher. Die Retentionsteiche sind zu wertvollen Biotopen geworden, in denen sich unzählige Vogel- und Insektenarten angesiedelt haben.

Mykorrhiza-Versuche: Die unterschätzte Symbiose mit Pilzen

Am Delinat-Forschungsweingut wird seit einigen Jahren gezielt mit Mykorrhiza-Pilzen gearbeitet, um Reben widerstandsfähiger gegen Trockenheit zu machen und sie besser mit Nährstoffen zu versorgen. Denn was viele nicht wissen: Das feine Pilzgeflecht im Boden bildet eine Symbiose mit den Wurzeln der Pflanzen. Es liefert Wasser und Nährstoffe, während die Rebe im Gegenzug Zucker für die Pilze bereitstellt. Eine Win-win-Beziehung, von der über 90 Prozent aller Pflanzen seit Jahrtausenden profitieren.

Erste Versuche auf Duvivier, wo Mykorrhiza gezielt an die Wurzeln von Reben platziert wurde, zeigen beeindruckende Ergebnisse: Reben mit Pilzunterstützung wachsen schneller, kräftiger und überstehen Hitzephasen besser. Pilzexperten wie Patrik Mürner und Delinat-Winzerberater Daniel Wyss sehen in Mykorrhiza einen Schlüssel für den Weinbau der Zukunft. Mykorrhiza ist ein unterschätzter Schatz im Boden. Die feinen Pilzfäden vernetzen Pflanzen, stärken ihre Vitalität und tragen so entscheidend zu gesunden, nachhaltigen Weinbergen bei. Gefördert werden sie mit Bäumen zwischen den Reben, einem schonenden Umgang mit dem Boden und minimalem Einsatz von Kupfer und Schwefel.